Beiträge von Blackisbeautiful

    Ich habe den Film auch gesehen und er hat mich definitiv bewegt.
    Vor allem die Szene, in der die Protagonisten in ner Bar landen und die Nacht zum Tag machen. Das ist exakt die Nummer, die ich abliefere, wenn ich trinke. Peinlich, entblößend, riskant.
    Von mir definitv eine Empfehlung für unentschlossene, die dem Alkohol noch nicht ganz Ade sagen konnten, bzw können.

    Ich habe Probleme nun was sinnvolles in mein Tagebuch zu schreiben. Es gibt nichts Neues. Alkohol ist einfach kein Thema mehr bei mir und mir fällt nichts ein, was ich dazu schreiben könnte.

    Das kenne ich - nicht mit Alkohol, aber so geht es mir mit dem Koks. Es ist schon erstaunlich wie etwas, das das Leben mal so dominiert hat, derart unwichtig werden kann. Und das ist schon mindestens 15 Jahre meiner 17 Cleanen so.

    Paul Glaube mit „Problemorientiert“ war eher problemfokussiert i.S. In Problemen denken ohne Lösungen zu suchen und damit Opfer äußerer Einflüsse zu sein, gemeint. Korrigiert mich, falls ich das falsch verstanden habe.

    Ciara : Auch in diesem Post der Fokus auf Deinen Vater und irgendwie so ein „geht nicht anders“.

    Ich versuche es an dieser Stelle noch ein Mal: Es geht. Pflegepersonal, Nachbarschaftshilfe, Pflegeberatungen, es gibt zig Hilfsangebote, bei denen man sich informieren und Unterstützung bekommen kann. Aber wenn man immer meint, alle anderen machens falsch/nicht genug/… dann bleibt man natürlich die einzige Option. Es bleibt nicht alles an Dir hängen, Du greifst es Dir, hältst daran fest und lässt keinen Millimeter los.
    Du definierst Dich nur noch über die Pflege. Wo bleiben Hobbies, Job, Freunde, Interessen?

    Ich bin erst kurz hier im Forum, aber selbst ich, die selbst pflegt, komm da an meine Grenzen. Du schaffst es, jedes Thema auf Pflege umzumünzen, fast schon fanstisch.

    Geh doch mal in Dich und frag Dich, warum das so ist. Das ist nämlich definitiv weder normal noch gesund-erst recht vor dem Hintergrund, dass Du eigentlich ne andere, viel größere Baustelle hast: Alkohol! Und darum gehts hier halt hauptsächlich. Nicht um Pflege, nicht um Tod von Angehörigen, sondern um uns selbst und unseren Alkoholkonsum, bzw Abstinenz.
    Ich hoffe, dass meine Worte Dich etwas wachrütteln.

    Sehr interessanter Thread, regt arg zum Nachdenken an.
    Ich hab mal reflektiert, ob ich lösungs- oder problemorientiert bin, komme aber zu dem Schluss, dass ich beides ein bisschen bin.

    Die Opferrolle ist halt auch recht bequem, wenn man sich erstmal im „nichts-dafür-Können“ häuslich eingerichtet hat. Tatsächlich finde ich mich auch ab und an im „Ist-halt-so-machste-nix“ wieder und ruhe mich da ein bisschen aus.
    Mit dem Trinken kann ichs aber nicht in Verbindung bringen. Ich hab immer alle 2 Wochen gesoffen-egal in welcher Welt ich grad zu Hause war. Das ist nun auch dank des Forums hier anders und ich merke, dass ich seltener in die Hängematte der Ohnmacht lege.

    Libra Ich gehöre zu der Fraktion, die noch nicht so GANZ fertig mit dem Zeug ist, aber Alkohol aus alltäglichen Situationen gekickt hat. Noch nicht lange. Anfangs wollte ich nur „einfach momentan nicht trinken“, woraus dann irgendwie was längerfristiges wird anscheinend. Ich trinke jedenfalls nicht mehr in Situationen, in denen ich früher getrunken hätte. Ausnahme war eine Situation, in der ichs nach 4 Woche mal testen wollte (und echt scheisse fand) und ein Kurzurlaub (nach dem mir die Lust auf das Zeug nun irgendwie gänzlich verloren gegangen ist, ohne das zu forcieren).

    Ich habe einen kleinen Freundeskreis, bestehend aus 4 Menschen. Alle trinken nahezu jedes Wochenende. Nicht übermäßig, aber das Gläschen gehört dazu. Ich trinks halt nicht mehr mit und das ist für alle (ausser meinem Mann) völlig selbstverständlich. Für mich gibts jetzt leckere selbstgemachte Limonaden und da wird überhaupt kein Thema draus gemacht. Mir bietet auch niemand mehr was an. Sie wissen, dass ich eh nein sage. Aber ich finds ok, wenn andere angetüddelt sind, sie sind trotzdem meine Herzensmenschen und haben mich schliesslich auch in Zuständen erlebt, die für sie schwer auszuhalten waren. Long Story short: Ihr Trinken ist nicht mein trinken und ich hab sie lieb, egal ob voll oder nüchtern. Die Ausnahme bildet mein Mann, der bei Konsum ekelig wird.

    Wenn Du das nicht sehen willst (was ich verstehen kann), dann besuch die Leute doch, wenn sie nicht trinken. Nachmittags unter der Woche, Sonntags Morgens. Also ich denke da gibts Lücken, die man nutzen kann, ohne Freunde und Familie zu verprellen.

    Nächstes Wochenende nach einer stressreichen Woche. Heute fällts mir schwer. Bestes Wetter, ich würd soooo gern. ABER da ich weiß, dass es mir weder schmeckt, noch wirkt, gehts nach ner Fantaschorle ab zum Sport. Abnahme in 4 Wochen 3,5 kg. Undzwar lt Körperanalysewaage ausschliesslich Fett weg, Muskeln oben drauf. Aus dem leichten 4-Pack ist ein gut sichtbares geworden. Das ist unglaublich motivierend! Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in meinem Alter nochmal so schnell in Schuss kriege.

    Bighara Ja, ab und zu find ichs sogar legitim. Mir wars einfach zu oft und da jetzt auch die sonst bekannte geschätzte Wirkung ausblieb, geh ich vermutlich eher zur Kopfhautmassage über, statt mich regelmäßig volllaufen zu lassen.
    Hat auch positive körperliche Effekte. Mein Körperfettamteil sinkt kontinuierlich, vor allem der Bauch ist deutlich weniger und der zu überwindende Schweinehund ist merklich zahmer geworden.

    Ob ich Alkoholikerin bin, weiss ich ehrlich gesagt nicht. Ich glaube eher nicht,aber ich hab durchaus n riskanten Konsum, weil ich das Zeug instrumentalisiere. Ich hab auch nie irgendwie Entzugserscheinungen oder am Folgetag gekontert. Ausser in Willingen, da gehört das irgendwie dazu. Aber da muss ichs mir dann auch echt reinprügeln und steige dann meist ziemlich schnell auf Nicht-alkoholisches um, während sich die Welt um mich herum ins Nirvana trinkt. Irgendwas in mir macht n Cut, wenns reicht.

    Emily Tatsächlich hab ich noch nie getrunken wenns nur 2 Gläser sein dürfen. Dann trink ich lieber gar nicht. Also ich trinke weder das berühmte Gläschen zum Essen, noch den Sekt zum Anstoßen bei Jubiläen oder so. Daher trinke ich halt auch nie in der Woche. Auch nicht, wenn ich am nächsten Tag frei hab. In der Woche ist meine rote Linie. Und jedes Wochenende so wie neulich ist auch n No-Go.
    Bighara : jap, das wirds wohl sein. Ich jab meinen Papa mal wieder mit RTW ins Krankenhaus schicken müssen. Dann meine Ma versorgen. Nach 4 Tagen Daueranspannung hab ich dann mein übliches Entspannungsritual abgefackelt mit dem Ergebnis, dass es nicht mehr wirkt. Und das find ich gut so.

    So, ich melde mich auch mal wieder.
    Ich habe am Freitag getrunken. Nachdem mir das Nüchternsein nicht den größten Spass gemacht hat, hab ich gedacht: Betrunken sein is super. Mach ruhig. Hast ja jetzt drei Wochen nicht gesoffen.
    Tja und was passierte: Die erhoffte erlösende Entspannung blieb aus. Ich fands kacke. Tatsächlich hätte ich nüchtern mehr Spass gehabt und eine Kopfhautmassage hätte mir tausendmal mehr Entspannung gebracht. Hinzu kam, dass mir keines der Getränke geschmeckt hat-obwohl ich den Geschmack eigentlich liebe.

    Das Ergebnis war n kurzer Abend an dem ich mich permanent unwohl gefühlt habe und ein Kater, der sich gewaschen hatte.

    Ich hab keine Ahnung wo das herkommt. Ich hab Alkohol, seinen Geschmack, seine Wirkung immer gemocht. Aber tatsächlich fand ichs nur gruselig. Nicht nur den Tag danach, sondern den Abend selbst auch.
    Das Zeug war immer zuverlässig, aber diesmal hat es absolut gar nichts gebracht ausser ein scheiß Gefühl.
    Is sowas normal?

    AmSee13 Alsonich wollte jetzt nicht diejenigen diskreditieren, die diese Willensstärke etc nicht haben. Die wenigsten Menschen haben das. Also ich meinte es so, dass das eher die Ausnahme, denn die Regel ist.

    Dass man auch ohne Substanzen einen Rausch fühlen kann, weiß ich. Das sogenannte Flow Erleben. Meist durch körperliche Aktivität zu erreichen. Ich hab das auch schon beim Laufen geschafft, aber ich kann nicht so lange rennen, wie ich den Rausch brauche 😂. Das hält halt nur solange man die Aktivität weiter betreibt.

    Trotzdem isses grad ok für mich, mich nicht zu berauschen. Nach dem Mittwoch vor dem langen Wochenende, bin ich entspannter. Das war für mich son typischer Trinkabend. Den anders zu verbringen, hat mir zugegebener Maßen erstmal überhaupt nicht geschmeckt. Aber der miesepetrige Gedanke verflog so schnell wie er kam. Ich sportel sowas gerne weg. Ist immer ne sichere Bank. Die Hantelbank.

    AmSee13 Danke für Deine Worte. Sie sprechen mir aus der Seele. Ich sehe es auch so, dass diese Remission mehr die Ausnahme als die Regel ist und ich vermute, dass das nur möglich ist, wenn man nicht ganz so tief drin steckt und enorm diszipliniert, willensstark und emotional gefestigt ist. Letzteres geht dann auch nur, wenn mam sein Leben mal aufräumt. Und das ist ein langer Prozess. Ich vermute, dass eine Remission nicht möglich ist, solange man diesen Prozess nicht erfolgreich durchlaufen hat.

    AmSee13 Ja, habe ich verstanden. War auch eher etwas provokant gemeint. Ich fand dieses Wort „Trinkvorbehalt“ irgendwie unpassend. Den hätte ich, wenn ich entschieden hätte, „ich versuche KT“ oder „alle 4 Wochen 3 Gläser“. Aber das tue ich ja nicht. Ich ziehe dauerhafte Abstinenz genau so in Betracht, wie alle anderen Optionen bis auf 2: So trinken wie bisher und mehr trinken als bisher. Die sind definitiv schon raus, sonst hätte ich mich hier gar nicht angemeldet.

    Bassmann-neu Vielen Dank für Deine aufmunternden Worte.

    Ich kann aber verstehen, dass viele hier aus gutem Grund die Abstinenz als den einzig möglichen Weg betrachten. Das liegt an ihrer Erfahrung und ist für mich mehr als eine Warnung. Ich möchte solche Erfahrungen nicht machen. Ich will nicht nochmal nicht mehr nei sagen können. Bei meiner Kokainsucht war es so, dass wirklich nur absolute Abstinenz ich Frage kam. Ich weiß, würde ich heute ne Line ziehen, würde ich es immer wieder tun und wäre voll drauf. Deshalb tue ich es seit 17 Jahren nicht mehr.
    Und ich würde JEDEM der in nem Kokserforum schreiben würde „ich weiss noch nicht ob für immer“ ebenfalls sagen „es geht nur totales für immer“. Wenn man wirklich abhängig war, ist das die einzige Option.

    Von Alkohol hab ich dieses extreme Abhängigkeitsgefühl (noch) nicht. Aber ich will da eben auch auf gar keinen Fall hinkommen. Von daher: Verständis für alle Sichtweisen