Hallo Tanja,
Einen weiteren Punkt an so einer Gruppe finde ich, dass man erkennen kann, das es bestimmte Punkte gibt, die man nicht ändern kann, weil das schon fast alle probiert haben und jede(r() damit gescheitert ist.
Statt dann ewig dagegen anzukämpfen, kann man sich damit beschäftigen, es zu akzeptieren und seine Kräfte sinnvoller einzusetzen. Ich denke da z.B konkret an diese Wutausbrüche, die ja zu nichts führen. Oder zu erkennen, dass das Lügen einfach bei einem Alkoholkranken (oft) dazugehört und dass es nur die eigenen Nerven sind, die man sich mit der Aufregung darüber ruiniert. Und überhaupt der ganze vergebliche Kraftaufwand, den Angehörigen zum Aufhören zu bewegen.
In Deinem Fall ist es doch so, dass Du Deiner Mutter anscheinend kaum aus dem Weg gehen kannst. Anderseits wirst Du Dich sehr wahrscheinlich damit abfinden müssen, dass Du sie nicht ändern kannst. Sie ist außerdem erwachsen und nicht entmündigt, so wie ich das verstehe, also wirst Du es ihr auch nicht verbieten können.
Es geht eigentlich mehr um Deinen eigenen Umgang mit dem ganzen Problem. Ich kann mir auch vorstellen, dass Du mehr unter ihrer Trinkerei leidest als sie selbst. Und dabei kann Dir eine Gruppe schon helfen. Aber wie die Bezeichnung Selbst-Hilfe schon sagt, lernt man dort vor allem, sich selbst zu helfen. Die Gruppe löst die Probleme nicht für einen, man kriegt nur das Handwerkszeug.
Gruß Susanne