Hallo,
Du machst erst mal gar nichts falsch, sondern: gehört oft dazu.
Relativ häufig ist, wenn auch bei weitem nicht bei Allen, dass bald nach dem Aufhören erst mal ein Zustand eintritt, denn man als Honeymoon bezeichnet, Flitterwochen. die Belastung durch den Alkohol ist erst mal weg, der Körper wird fitter, die psychische Belastung fällt scheinbar von einem ab, und man wird schon fast euphorisch. Man könnte Bäume ausreissen.
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Und dann kommt, ebenfalls bei vielen, wenn auch nicht bei allen, ein Zustand, der einer Posttraumatsichen Belastungssstörung ziemlich ähnlich ist, und wahrscheinlich ist das sogar eine posttraumatischen Belastungsstörung, denn den ganzen Prozess, wenn einem so aufgeht, was die Sucht mit einem macht und an was man da jahrelang entlanggeschrammt ist, kann man sicher ohne weiteres als Trauma auffassen.
Schliesslich ist das für viele Betroffene eine Krankheit, an der sie sterben...oder auch elendiglich verrecken. Was Du da gestern gehen hast, ist ja noch harmlos, die beiden sind immerhin noch in der Lage, sich zu bemühen. Das ist für Viele schon jenseits von Gut und Böse und viele sind ganz einfach schon tot und können gar nichts mehr machen. Und wenn Dir das so langsam aufgeht, dass Du ja auch ein paar Jahre auf dem gleichen Gleis gefahren bist, es wahrscheinlicher war, dass Dir das Gleiche passiert, als dass und wie viel Glück Du hattest, dass Du da aussteigen konntest (und gefährdet bleibst Du ja wenn Du nicht auf Dich aufpasst), dann geht das eventuell schon ganz schön an die Substanz. Und auch das was Du schreibst, wenn Dir die verlorenen Jahre und der ganze Mist richtig aufgehen, das ist STRESS. Ausserdem hast Du auch jahrelang Raubbau an Dir selbst betrieben, über Deine (energetischen) Verhältnisse gelebt, das holt sich der Körper (und die Psyche) irgendwann wieder zurück.
Jedenfalls, das habe ich schon oft gehört, dieses Tief nach der Anfangsphase. Eigentlich fängt da die Arbeit erst an. Das ist wie bei vielen Paaren, deswegen trifft auch der Begriff Honeymoon zu, wenn der Zustand der Verliebtheit verflogen ist, dann stellt sich erst heraus, ob man das auf eine dauerhafte Basis stellen kann. Und erst dann, nach viel längerer Zeit, geht es dann dauerhaft und in kleinen Schritten langsam aufwärts.
Und dieser Frust darüber, dass das dann doch nicht gleich so toll bleibt, ist natürlich auch ein exzellenter Rückfallgrund, denn es kann dann ohne weiteres zwei, drei Jahre lang so erscheinen, dass es überhaupt nichts bringt, was man macht. Wozu hat man dann das Saufen aufgehört, wenn es nicht besser wird... Da ist dann wirklich Geduld und Durchhaltevermögen gefragt, denn bei fast allen, die diese Phase durchhalten, wird es am Ende eben doch besser. Und das würde man sich nehmen, wenn man im Frust zur vermeintlich einfacheren Lösung greifen würde.
Aber das ist eben kein Fehler von Dir, sondern es ist manchmal einfach unvermeidlich, und da hilft manchmal nur runterschalten, bis die Energie wieder kommt. Überleg Dir mal, was von den Dingen, die Du unbedingt tun willst, wirklich überlebensnotwendig ist, alles andere kannst Du auf später verschieben, wenn es dann überhaupt noch wichtig ist.
Gruß Susanne