Beiträge von Susanne68

    Für mich klingt das nicht wie nach einer Flasche Tequila, eher nach dem Frust bei der Erkenntnis, dass das alleinige Weglassen des Alkohols nicht der große Wurf war, der sämtliche Probleme auf einen Streich gelöst hat.

    Dicke Bretter bohren, heisst meine Kurzfassung. Die Langfassung füllt bei mir viele Seiten. Und Jahre.

    Gruß Susanne

    Dietmar,

    Du wirfst ja auch alles mögliche in einen Topf.

    Dir ist ja noch nicht mal aufgefallen, dass das gar nicht chillimillys Thread ist. Hauptsache, Du behälst recht.

    Jedenfalls betraf mein "letzter Satz" bislang nicht Dich, sondern die Diskussion, die ich mit CM hatte.

    Du wirst ja wohl nicht glauben, dass ich auf Deine Detailversessenheit eingehe, wenn Du noch nicht mal verstanden hast, was das Thema ist.

    Tja, die berühmten letzten Worte.

    Ich bin der Meinung, wie ich das schon schrieb, dass Du alles richtig gemacht hast. Jetzt geht’s darum, dass Du Deine Gefühle wieder „normalisierst“ (im Hinblick auf Dein Schuldgefühl gegenüber Deiner Mama).

    Neulich hast Du mir mit dem Argument, dass jemand, dem es schlecht geht, ja definitiv nicht alles richtig gemacht haben kann, noch massiv widersprochen, als ich genau das zu jemand schrub, nämlich "kein Fehler".

    Ja, ich bin dann wirklich ein paar Tage weg ;)

    Ich hab zwar im internen Bereich schon geschrieben, dass ich mich für ein paar Tage verabschiede, aber ich glaube, ich sollte noch was nachschieben.


    Ich schreib hier mal noch einen kurzen Abschnitt, der zu dem Thema von Chillymilly genau so gut wie zu den ganzen Thema passt.

    damit meine ich in meiner Lesart, das manche Teile auf Chillymilly und manche auf das Gesamtthema passen könnten.
    Du musst Dir nicht jeden Schuh anziehen, den ich Dir hinstelle, Chillymilly. Zum Teil bist Du gar nicht gemeint und ich dachte, das sei bei Deiner Geschichte und dem was ich geschrieben habe, selbstverständlich - kann ja gar nicht alles auf Dich gemünzt sein.

    Und dass es nicht gesund war, was ich damals gemacht habe, würde ich nie abstreiten. Ändert aber nichts daran, dass ich das durfte und dass mir niemand reinzureden hatte. Ich hätte und habe (gab es weil jemand meinte, man müsste mich davon abbringen) jede Befragung wegen meines Geisteszustands mühelos bestanden und war daher für mein Tun voll selbst verantwortlich.

    Bis demnächst, kann ein paar Tage dauern.


    Wird nicht viel Zustimmung erhalten, ist trotzdem meine Meinung.

    ich liebe es, wenn ich recht behalte.


    lieber Dietmar,

    War nur ein Scherz. Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, warum wie einer Meinung sein müssten
    Und Du schreibst sicher viele gute Beiträge hier und hilfst vielen Leuten, dennoch bist Du für mich nicht der alleinige Inhaber der Wahrheit.
    Ich bilde mir aber auch nicht ein, dass ich fehlerlos bin.

    Das tritt sich fest.

    Gruß Susanne

    Ich schreib hier mal noch einen kurzen Abschnitt, der zu dem Thema von Chillymilly genau so gut wie zu den ganzen Thema passt.

    Als ich richtig "drauf" war, habe ich für mich ein "Recht auf Selbstzerstörung" reklamiert. Ich war ganz klar der Meinung, ich muss nicht leben wollen, nur weil andere das richtig fänden. Und ich war (bin) der Meinung, es ist mein Leben, damit kann ich machen, was ich will - obs den "Anderen" gefällt oder nicht. Zum Teil hätte ich möglicherweise gegen aufdringliche "helfen-woller" zur Waffe gegriffen, wenn die Strafandrohung nicht so hoch gewesen wäre. Rechtfertigen müsste ich das höchstens, wenn mir nach dem Ableben jemand begegnen würde, der mir das Leben geschenkt hat und das lasse ich auf mich zukommen. Na ja, und geschenkt ist geschenkt, oder?

    Es gab genügend Leute, die mich gegen meinen Willen "retten" wollten, und es hatte nicht nur damit zu tun, dass ich wegen Sucht nicht zur Einsicht fähig gewesen wäre, sondern das war schlicht und einfach übergriffig. Ich verstehe auch nicht ganz, warum Abhängige sich so darum reißen, dafür die "Schuld" auf sich nehmen zu wollen, dass sie auch nur ihr Recht auf ihr Leben ausgelebt haben. Was anderes ist es, wenn ich durch mein Verhalten - Strassenverkehr, Gewalt - andere tatsächlich gefährde. Und Erwachsene Kinder von Alkoholikern, so wie ich es auf der anderen Seite auch bin, sind auch für ihr eigenes Wohlergehen selbst verantwortlich, ich sehe nicht, wo man als erwachsenes Kind eines Abhängigen den moralischen Anspruch hernehmen könnte, von seinen Eltern eine Änderung zu erwarten oder das Recht ableiten könnte, in deren Leben einzugreifen.

    Ich finde z.T - und das darf ich sagen, da ich selbst Anteile davon habe - dass spätere Angehörige von Abhängigen oft Menschen sind, die etwas besitzergreifend und kontrollierend sind. Und sie suchen sich oft Partner, die ihnen irgendwann den Anlass dazu liefern, kontrollieren zu dürfen (gebraucht zu werden). Ich glaube, Vollbluthelfersyndromiker riechen diese Chance schon von weitem. Und dass diese Ansicht nicht nur verrückt ist, zeigen Altenpfleger wie Nils Högel, der für seinen Ruf als "Retter" eine sehr hohe Zahl an ihm Anvertrauten umgebracht hat. Und auf einem viel niedrigeren Level habe ich das selbst so erlebt, deswegen wird ja nicht darauf eingegangen, ob der Andere die Hilfe wirklich will, sondern es wird versucht, sie ihm aufzuzwingen, auch gegen seinen erklärten Willen.

    Das ist natürlich nicht überall so und es wäre sicherlich völlig falsch, jedem Angehörigen zu unterstellen, das er vornehmlich vom Kontrollwahn getrieben ist. Aber dieses Phänomen gibt es und es wäre auch falsch, nur jedem Suchtkranken alleine zu unterstellen, dass der Ganze Mist nur auf dem Boden der Sucht gewachsen wäre. Es gehören auch in Suchtbeziehungen immer beide Seiten dazu.

    Jedenfalls hat vieles davon mit "Hilfe" für mich gar nichts zu tun, sondern es ist einfach ein bequemer Grund, den Anderen zu gängeln.

    Wird nicht viel Zustimmung erhalten, ist trotzdem meine Meinung.

    Gruß Susanne

    Guten Morgen Himbeere,

    Du hast ja schon mal geschrieben, dass Du ganz schön egoistisch warst, wenn Du trinken wolltest (kenne ich, ich bin früher keinem Streit aus dem Weg gegangen, wenn ich Durst hatte).

    Warum glaubst Du, das Du es nun allen recht machen musst, wo Du versuchst, trocken zu werden? Bist Du nun so verunsichert?

    edit: oder ist auch Dein Versuch, trocken zu werden, von dem Wunsch getrieben, es Anderen recht zu machen - nicht Dein ureigenster Wunsch sozusagen?

    Gruß Susanne

    Guten Morgen Chillymilly,

    Ich hab Dir ja schon wegen dem Autofahren mal geschrieben. Gibt wohl mehr Parallelen.

    Formal ist es ihr Recht. Eltern dürfen ihre erwachsenen Kinder aus ihrem Leben heraus halten. Sind keine Rechenschaft schuldig.

    Ich habe das akzeptiert - andererseits habe ich selbst von meinem Vater ja auch verlangt, dass er sich aus meinem Leben heraushält.
    Das war nur in der Schlussphase seines Lebens so, als er zunehmend hilflos wurde und alleine nichts mehr machen konnte, dass ich mich da überhaupt eingemischt habe.

    Und wenn ich das nicht mindestens 30 Jahre lang akzeptiert hätte, dass er macht was er will, und ihn selbst dann, als es wirklich schon eng wurde, nicht noch ganz vorsichtig gefragt hätte, ob er wirklich freiwillig in diesem Elend leben will (denn früher war er trotz Trinkerei absolut auf seine Erscheinung und ein tip top in Schuss gehaltenes Haus bedacht), dann wäre ich in der Schlussphase genau so wenig an ihn herangekommen wie z.B. seine Geschwister. Die hat er einfach raus geschmissen, wenn sie ihm reinreden wollten, und das konnte er noch sehr lange.

    Das ist halt nun mal so.

    Gruß Susanne

    Ja, verschiedene Tees. Grüntee, Schwarztee, kaufe ich direkt und kiloweise, Pfefferminz, Eisenkraut, Melisse, Cistus, Malven, Kamille, Rosmarin, etc. Hab ne ganze große Schublade voll.

    Ich kaufe aber auch unterschiedlichste Fruchtsäfte (Apfel, Birnen, Trauben, Ananas, Grapefruit, Orange, Möhren, Rote Beete, Rhabarbersirup, Holundersirup, usw., bestmögliche Qualität, Direktsäfte, bio, etc) und mische 1 Drittel Saft mit 2 Drittel Leitungswasser. Kann man auch alle möglichen Mischungen draus machen.
    Und für Tagsüber mische ich mir Anderthalbliterflaschen ab z.B in den Bergen - oder wenn das Auto in der Nähe ist, dann habe ich das getrennt dabei und mische ich es immer wieder frisch, schmeckt bei der Hitze besser.

    Nur keine Langeweile aufkommen lassen ;D
    Garfield: Der wahre Gourmet scheut kein Geschmacksexperiment 44.

    Dir hat ja auch noch niemand geantwortet.

    Die Antwort ist einerseits einfach, es hat klick gemacht, als ich so weit war.
    Komplizierter heißt es, es war nicht Besonderes passiert, nichts, was ich nicht schon hundertmal erlebt hatte, nur führte die Summe meiner Erfahrungen irgendwann zu der Erkenntnis, das mich Alkohol nicht glücklich macht. Und diese Erkenntnis kam tatsächlich ziemlich plötzlich, als das Maß halt irgendwie voll war und ich es oft genug anders probiert hatte, mit dem (auf Dauer vergeblichen) Bemühen, weniger zu trinken oder Pausen zu machen, damit diese Erkenntnis bis in mein Innerstes vordringen konnte.

    Gruß Susanne

    Liebe freie Gedanken,

    erst mal hallo und den Gedanken, dass die Gedanken frei sind, pflege ich bis heute.

    Ansonsten bin ich mit einem trinkenden Vater aufgewachsen, der bis zu seinem Tod nicht mit dem trinken aufgehört hat und an den Folgen gestorben ist, auch meine Mutter zwitscherte ganz gern mal Einen oder Mehrere, und bin daher (auch) EKA, aber ansonsten unterscheiden sich meine Erfahrungen an einigen Stellen von Deinen. Mit den Kindheitserinnerungen habe ich z.B kaum Probleme, abgesehen von den ersten Jahren, aber das ist ja normal und bei allen Menschen so.

    Erst mal ist es auch so, dass mein Elternhaus und mein Vater nach außen hin funktionierten und mein Vater beruflich erfolgreich war.
    Und zum zweiten habe ich, teils aus Nachahmung, teils aus Protest selbst einige Jahre sehr viel zu viel getrunken und auch Drogen genommen und als ich mich mit mir selbst auseinandersetzen musste, damit ich damit aufhören konnte, habe ich einerseits besser verstanden, was in meinem Vater vorging und zweitens musste ich diese innere Leere, die ich ohne Betäubungsmittel ebenfalls hatte, füllen, um überhaupt trocken/clean weitermachen zu können. Und das war in erster Linie Arbeit an mir selbst, mit Hilfe von Therapie, Expertengesprächen und Eigenarbeit, es dauerte sehr lange und in gewisser Weise bleibt für mich der Weg bis ans Lebensende das Ziel, da mich meine Kindheit ja auch so geformt hat, dass ich keinen Knopf habe, das alles ungeschehen zu machen.

    Ich möchte aber auch gar nichts mehr ungeschehen machen, denn heute bin ich mehr als doppelt so alt wie Du und mit meinem Leben weitgehend zufrieden. Es war so wie es war, und es trug ja auch dazu bei, mich zu der zu machen die ich heute bin.

    Aber ich erinnere mich auch noch an Zeiten, wo ich meinem Vater - und meiner Coabhängigen Mutter - den Tod an den Hals gewunschen habe und wo ich mir eingebildet hatte, dass damit für mich alles einfacher würde. Und ich teile mit anderen EKAs auch die Erfahrung, dass ich nach außen hin zu funktionieren hatte, dass alles, was ich machte, den Ruf der Familie (was sollen die Nachbarn denken?) nicht beschädigen durfte und dass mir viele Gefühle schlicht verboten waren, so dass ich nie gelernt hatte, mit meinen Gefühlen umzugehen, emotional sehr unausgeglichen war und voller innerer Widersprüche steckte. und: dass ich mich sehr alleine und einsam fühlte, das Gefühl hatte, dass mich niemand versteht und das ich keine Verbindung zu anderen aufbauen konnte. Und genau so wie ich als Kind in verhasste Klamotten gesteckt wurde, damit man mich vorzeigen konnte, war ich auch bei meiner Berufswahl zwar formell frei, es musste aber trotzdem was sein, mit dem meine Eltern (und auch ich, weil ich genau so wenig selbst wusste, was ich wirklich will, und auch selbst an dem Gängelband hing, dass ich unbedingt geliebt oder wenigstens akzeptiert werden wollte) nach außen was hermachen und sich brüsten konnten. Als das nicht mehr wirklich funktioerte, verfiel ich auf das Gegenteil, überhaupt keine Erwartungen mehr zu erfüllen, was leider nicht dazu führte, dass ich dann gewusste hätte, was ich wollte. Und natürlich wurde mir auch während meiner Kindheit und Jugend eingebläut, dass ich für das Glück meiner Eltern verantwortlich war. Ich war das "böse Kind", wegen dem meine Eltern überhaupt erst so schräg drauf waren, wie sie waren - ich war meistens irgendwie schuld und bekam das aufs Brot geschmiert, oder sonstige Züchtigungen. Ich musste mir später, als mein Vater Pflegefall wurde, darüber klar werden, was ich selbst für Werte habe, was ich persönlich gut und wichtig finde und was ich nur machen würde, weil Andere das gut fänden.

    Bei mir hatte das Alles seinen Anteil daran, das sich selbst zu Alkohol und Drogen gegriffen habe, und selbst als ich damit aufgehört hatte - vor vielen Jahren - machten mir meine unkontrollierbaren Emotionen noch lange zu schaffen und sie waren auch nach außen hin und in der Partnerschaft nicht unbedingt von Vorteil für mich. Ich hatte/habe das Glück, dass ich trotzdem eine langjährige, teils mit Kämpfen verbundene, aber insgesamt eher glückliche Partnerschaft habe, wo es mir und meinem Partner auch vergönnt ist, dass wir die Ernte unserer langen Bemühungen auch einfahren. Und so langsam bin ich auch bedeutend ausgeglichener, ich weiß allerdings nicht sicher, ob das an meinen Bemühungen oder nur am Alter liegt :)

    Gruß Susanne

    Noch ein Nachsatz. im Lauf der Diskussion meinte ich auch beim Thema Trennung "wenn es schlimm genug ist, geht es" und das stimmt aus meiner Sicht auch, aber ursprünglich meinte ich das in Bezug auf "Hilfe holen". Und ich möchte betonen, das ich diese "Fachliche Hilfe vor Ort holen", was Du jetzt ja auch getan hast, für eine wesentliche Voraussetzung dafür halte, dass man eventuell noch retten könnte, was zu retten wäre - sofern Dein Partner das doch noch einsehen würde. Aber wenn Du selber erst mal weißt, was Du tun kannst, damit es Dir auch ohne sein Zutun gut geht, bist Du ja auch viel freier, das, was Dein Mann tut, ohne Angst auf Dich zukommen zu lassen.

    Guten Morgen Steinbock,

    falls es missverständlich war, ich meinte mit dem "nicht schlimm genug" nur, dass Du Dich nicht überwinden konntest, Dir Hilfe vor Ort zu suchen. Zum Thema Trennung hatte ich gar nichts gesagt und es liegt mir auch fern, Dich da zu einer Entscheidung zu drängen.

    Da ich vergleichbare Situationen auch bei Anderen schon miterlebt habe und mich auch schon einmal getrennt habe, hoffe ich, Du hast nichts dagegen, wenn ich Dir meine Sicht auf das Thema Trennung in Kurzform erzähle.

    Es gibt da den alten Satz, dass der Mensch nicht gerne alleine ist und der trifft ja auch immer noch auf die Meisten zu. Es gibt ein paar überzeugte Singles, aber das ist sicher keine Mehrheit und auch da sind Einige dabei, die erst nach unerfreulichen Erfahrungen zu dem Schluss gekommen sind, dass sie lieber alleine leben. Die meisten anderen Singles haben einfach keinen passenden Partner gefunden. Das ist das Eine, und das Andere ist, dass mit so einer Beziehung, auch wenn die Verliebtheitsphase durch ist, ja doch auch meistens ziemlich viele Hoffnungen und Erwartungen verbunden sind, die das eigene Leben betreffen.

    Also wenn man sich über Trennung Gedanken macht, muss man sich einerseits auf ein eventuell ungeliebtes Alleinleben einstellen, der nächste passende Dauerpartner läuft einem meistens auch nicht gleich über den Weg, wenn man gewisse Ansprüche stellt (damit meine ich weniger finanzieller, eher menschlicher Art), und außerdem muss man die Träume begraben, die mit der bestehenden Partnerschaft verbunden waren und es ist für viele auch eine persönliche Niederlage, wenn eine Beziehung scheitert. Und in vielen Fällen ist es ja auch nicht einfach, die beiden Leben dann auseinander zu fieseln.

    Also die Hürden für eine Trennung sind schon da und sie sind auch oft nachvollziehbar. So lange man noch Hoffnung hat, dass sich das anderweitig ändert und auch noch Gefühle / Liebe für den Partner da sind, ist es wohl schwierig, sich zu trennen (wenn man Rechnungen offen hat und unbedingt Recht behalten möchte, übrigens auch) . Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und es kommt ja auch in einigen Fällen vor, dass ein Alkoholiker in dieser Phase tatsächlich selbst zur Einsicht kommt. Wobei man ja auch immer wieder hört, dass Alkoholiker das dann wegen ihren eigenen Trennungsängsten und dem Preis, den sie für das Trinken bezahlen würden, überhaupt erst merken, was es geschlagen hat. Das funktioniert aber wohl auch nur dann, wenn sie der Sauferei keinen höheren Stellenwert einräumen wie ihrer Partnerschaft...Alkohol ist wie eine Geliebte. Ich habe das Alles auch schon selbst in meiner näheren Umgebung so mitgekriegt.

    Was Du immer machen kannst und was ich auch für empfehlenswert halte, ist, das Du Dir selbst etwas Gutes tust. Erstens kannst Du damit Deine Lebensfreude verbessern, zweitens nimmt Dir das vielleicht ein wenig die Angst davor, wie es Dir gehen könnte, wenn Du einmal den Schritt zur Trennung gehen und dann alleine sein solltest - weil Du Dich ja da auch selbst um Dein Wohlergehen kümmern müsstest - und drittens kann es mit viel Glück sogar sein, das Dein Partner Dich damit ernster nimmt als bisher, wenn er schnallt, dass Du Dich ein wenig abnabelst. Wie fühlt sich der Gedanke, ohne Deinen Partner zu sein und selbst etwas zu unternehmen, für Dich eigentlich an?

    Die zentrale Frage ist in dem Fall eigentlich immer: was willst Du und was kannst Du für Dich selbst Gutes tun? Hast oder hattest Du irgendwelche Hobbies, die Du gerne wieder aufleben lassen wolltest, gehst Du gerne mit Freund(inn)en ins Cafe, legst du Dich gerne in die Badewanne, liebst Du Deinen Garten oder was immer Du sonst gerne machst. Oder war es Dein einziger Lebenswunsch, glücklich verheiratet zu sein und eine Familie zu haben? - das gibt es ja auch.

    Das ist jetzt die Kurzfassung, ich habe auch nicht so viel Zeit, aber vielleicht kannst Du ja ein paar gedankliche Anregungen daraus mitnehmen.

    Gruß Susanne

    Hallo,

    auf Nummer Sicher gehen - was auch wegen der Angststörung sicher kein Fehler wäre - wäre eine Entgiftung im Krankenhaus. Wenn es nur wegen der Angst wäre, hättest Du nichts verloren und wenn es wegen dem Alkohol wäre, wärest Du an einem sicheren Ort. Ab welcher Menge was passieren kann, ist nicht eindeutig, das wäre in Deinem Fall wohl zusätzlich ein Angstfaktor...also wiederum besser Entgiftung.

    Von der Logik her der Königsweg. Ich weiß allerdings nicht ob sich Deine Angststörung so auswirkt, dass Du Dich da nicht hintraust. Da kenne ich mich auch zu wenig aus, um Dir eine vernünftige Antwort zu geben.

    Gruß Susanne


    Ich habe Angst, dass alles ein lebenslanger "Kampf" wird und weiß nicht wie ich de "Leere" füllen kann. Ich möchte mich auch nicht den ganzen Tag mit Alkohol beschäftigen...


    ich brauche auch Pausen von dem Thema weil ich sonst die Lust verliere. Dann wird es verkrampft. In meinem Fall gab es schon Jahre, wo es mich nicht interessiert hat, und dann habe ich gemerkt, dass ich wieder mehr auf die Themen anspringe - wenn im Bekanntenkreis etwas ist oder jetzt, wo ich wegen meinem Vater sehr dicht am Thema war. Ich lasse das zu, wie es kommt. Es ist jedoch auch nicht nur nach dem Lustprinzip, manchmal merke ich schon dass da etwas arbeitet. Aber das lasse ich eben auch zu.

    Ich vergleiche das zum Teil mit Autofahren. Das kann ich schon ziemlich lange. Am Anfang musste ich es lernen, aber ich arbeite auch nicht Jahr für Jahr daran, immer besser zu werden. Ich kann es so, dass es für meine Bedürfnisse genügt und trotzdem fahre ich aufmerksam, ohne dass ich permanent darüber nachdenke oder Angst vor einem Unfall habe - das würde sogar eher zu unsicherer Fahrweise führen. Wenn irgendwas meine Aufmerksamkeit fordert, merke ich es aber (bis jetzt, toi toi toi). Und wenn ich müde bin, dann ist es auch an mir, das zu merken.

    Gruß Susanne

    Wo war denn jetzt vonseiten Sven von Selbstvorwürfe die Rede?

    das macht jetzt für mich wenig Sinn, wenn wir das unter uns diskutieren. Für mich persönlich besteht aus meiner persönlichen Erfahrung aus meiner Vergangenheit ein relativ direkter, unbewusster Zusammenhang zwischen Fehlern und Selbstvorwürfen, weil ich es von zu Hause verinnerlicht hatte, dass ich keinen Fehler machen durfte, ohne dafür mit Vorwürfen überhäuft und bestraft zu werden. Ich bin mit der inneren Einstellung durchs Leben gegangen, wenn ich mir was vornehme, dann muss das klappen, ansonsten bin ich eine Idiotin.
    (Vergangenheit, aber die war am Ende meiner aktiven Zeit noch so präsent)

    Also ich gehe da von mir aus und das mag auf andere übertragbar sein oder auch nicht, aber es ist für mich auch kein Beinbruch das zu machen, denn an anderer Stelle ticke ich genügend so wie Andere.

    Und die Frage, ob Sie das auch so sieht, könnte uns nur Seven selbst beantworten.


    Ich versehe jetzt nicht, was da zum Lachen wäre?

    Es war ein freundliches Lachen und eine spontane Lebensäusserung, über die ich normalerweise nicht groß nachdenke. Ich hab so ein Naturell, mir geht es auch nicht darum, ob Du das so siehst wie ich. Möglicherweise habe ich auch über mich gelacht, weil mir das hätte auch selbst hätte einfallen können.

    Ich habe jetzt keinen eigenen Vorstellungsthread von Dir gefunden: Bis Du denn auch Alkoholikerin, dass Du das so gut kennst?

    Warum sollten diese Selbstvorwürfe angesichts eines empfundenen Versagens nur Alkoholiker kennen?

    Aber, um Deine Frage zu beantworten:
    Ich bin hier als Angehörige und Kind eines Alkoholikers, weil das wohl gerade das Thema ist, was ich nach dem Tod meines Vaters für mich nachbereite.
    Zusätzlich gehöre ich zu den soundsoviel Prozent von Kindern aus Suchtfamilien, die dann selbst..ich müsste eigentlich nur in einer Beschreibung von EKAs bei den möglichen Ausprägungen ein paar Textbausteine markieren, dann hättest Du meine Vorstellung. Ich bin aus meiner eigenen Karriere schon ziemlich lange raus und das beschäftigt mich aktuell weniger, aber natürlich kenne ich das auch deswegen.

    Gruß Susanne


    ich teile die Ansicht nicht, dass Du nichts falsch machst.

    *lach* einerseits ist es ein Fehler und andererseits auch keiner...ich meine, es ist kein persönlicher Fehler, wenn Leute in eine "menschliche Falle" tappen, in die ziemlich viele tappen, weil sie das gar (noch) nicht überblicken können..und andererseits ist es wie von Dir beschrieben natürlich trotzdem ein Fehler, wie man an den Folgen sieht. Ich bin da geistig noch ein bisschen bei den Selbstvorwürfen, die man sich bei entsprechender Verfassung macht wenn es nicht klappt und die ich kenne..ich muss doch....

    Auch dieses Runterkommen kann aber ziemlich schwierig sein, wenn die inneren Antreiber entsprechend mächtig sind. Deswegen gehören zu einer Entwöhnungsbehandlung ja auch diverse Entspannungstechniken, und meistens muss man auch die über einen längeren Zeitraum praktizieren, bis die richtig wirken.