Beiträge von Susanne68

    Also wenn schon Interpretation, dann würde das in mir so aussehen, dass es ein Fehler wäre, nach einer Trennung mit dem Trinken anzufangen. Der Traum zeigt ja, wie bescheiden man sich fühlen würde wenn man dann trinkt. Angst davor hätte ich nicht, denn es könnte mich ja niemand dazu zwingen dann zu trinken, wäre ja immer meine Entscheidung. Und wie ich das mache, liegt ja an mir. Ich wäre eher erleichtert, dass ich das eben nicht so machen muss, dass es nur ein Traum war.

    Ich habe schon lange nicht mehr davon geträumt, aber ich habe das schon immer so gesehen, dass es wie ein "simulierter" Rückfall ist, der mich nichts kostet und wo ich die Wirkung habe, ohne wirklich getrunken zu haben - und wo ich auch nicht aufhören muss, denn ich habe ja nicht angefangen. Und es war im Prinzip immer abschreckend, ich habe noch nie davon geträumt, dass es schön wäre, wieder zu trinken. Insofern hat es mir immer eher den Appetit verdorben als Lust darauf gemacht.

    Gruß Susanne


    Er schießt sich nicht nur einmal im Monat ab, sondern jedes wochenende. Unter der Woche trinkt er auch fast jeden Abend 3-4 bier und ist davon schon angetrunken. Ich habe schon so oft darüber nachgedacht mich zu trennen, weil mich das psychisch so fertig macht, aber wenn er nüchtern ist dann ist er ja ein ganz anderer Mensch.

    .....

    Viele raten mir zur Trennung, aber das ist sehr schwer... ;(

    LG Linda

    Hallo Linda,

    Gerchla hat Dir ja schon einiges geschrieben. Ich verstehe das auch so, dass es ja fast die ganze Zeit mehr oder weniger angetrunken ist.
    Oder anders: wenn er sich jedes Wochenende abschießt und ansonsten praktisch jeden Tag angetrunken ist, wann ist er dann eigentlich der nüchterne Mensch, der so ganz anders ist, dass du trotzdem bei ihm bleibst?

    Bei dem, wie Du ihn und die Situation beschreibst, verstehe ich ganz ehrlich nicht, was so schwer daran ist, sich davon zu trennen. Muss ich aber auch nicht verstehen, ich hoffe nur, Du verstehst es wenigstens. Verpasst Du was ohne ihn, und wenn ja, was? Sind es die gelegentlichen, wahrscheinlich seltenen und unvorhersehbaren, glücklichen Momente?

    Gruß Susanne

    Diese Frage musst Du natürlich DEN Leuten stellen, die Dich bedrängen.

    Ich gehöre nicht zu denen, die sagen dass man jede Party meiden muss, aber wenn man das macht, sollte man mit solchen Leuten klarkommen. Ich gehe am Samstag auf ein großes Essen mit Sektempfang und erlesenen Weinen, deswegen gehe ich logischerweise nicht hin, aber ich weiß auch, was mich erwarten wird. Juckt mich allerdings in dem Fall nicht. Wenn mir jemand blöd kommen sollte, weiß ich, was ich antworte, kommt allerdings selten vor.

    Ich wurde mal im Job von einem Kollegen richtig unter Druck gesetzt, weil ich an seinem Geburtstag auf seine Einladung hin nicht mit trinken wollte. Ich habe bis heute den Verdacht, dass ich deswegen dort gemobbt wurde, was mir allerdings relativ egal war, da ich selbst einen Grund suchte, da raus zu kommen.

    Jedenfalls, solche Leute gibt es und die änderst Du auch nicht. Wenn Du Dich darüber aufregst, kostet das nur Deine eigenen Nerven.
    Entweder Du ziehst Konsequenzen und bleibst künftig von solchen Veranstaltungen weg, oder du überlegst Dir, wie Du damit umgehst.

    Gruß Susanne


    Mich machen eure Geschichten hier sehr nachdenklich und es hilft mir sehr zu reflektieren.

    ich glaube, das ist so ziemlich das Maximum, was Selbsthilfe bzw. Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten vermag. Infos und Erfahrungen teilen und aus Sicht des jeweiligen Betroffen einsammeln, drüber nachdenken und dann eine Entscheidung treffen, hinter der man selbst, möglichst dauerhaft, stehen kann.
    Vor sich selbst und dem eigenen Verhalten kann einen sowieso keiner retten, das muss man schon selbst besorgen. Dafür ist selbst nachdenken meistens befriedigender und auch zukunftsträchtiger, als nur irgendwas zu übernehmen, sofern man nicht meint, das Rad immer neu erfinden zu müssen und erkennt, dass die eigenen Erfahrungen gar nicht so außergewöhnlich sind, wie man oft meint.

    Ich glaube, dass Du hier sehr richtig bist, das wird Dir aber nur helfen, wenn Du auch bereit bist, mal was an Dich ran zu lassen. Das scheint mir allerdings ein grundsätzliches Problem bei Dir zu sein.
    Außerdem bin ich hier nur ganz normales Mitglied mit den gleichen Rechten wie Du, kann Dich also gar nicht am Schreiben hindern und möchte das auch nicht, ich habe allerdings eine Meinung, die ich auch zu äußern pflege und mit der mein Gegenüber klar kommen muss. Und ich muss es nicht jedem recht machen, aber ich akzeptiere es, wenn es keinen Sinn macht. Ich kann niemandem etwas vorschreiben, dafür leide ich zum Glück aber auch nicht unter den Fehlern, die jemand macht. Und ich vermute mal ganz salopp, Das Du deinen größten Gegner und Deinen schlimmsten Feind siehst, wenn Du in den Spiegel guckst, denn Du hinderst Dich ja selbst dran, dass es besser wird.

    Ich hatte mir nicht eingebildet, dass ich jemandem, der Therapeuten und Hilfsangebote reihenweise verschleißt, helfen könnte. War mir klar, dass ich auch ein Verschleißteil bin.

    Du wirst das in Deiner unendlichen Weisheit schon noch lösen. Nichts für ungut, ich schreibe Dich nicht mehr an.

    Familiäre Themen waren nur eine Idee, in welche Richtung man denken könnte, kann natürlich auch anders sein.

    Irgendwie erinnert mich das an den "Zwischenzustand", den ich im Alter um die 30 hatte.
    Ich komme selbst aus einer trinkenden Familie (vor einem halben Jahr habe ich mich hier angemeldet, nachdem ich meinen Vater, der sein Leben lang getrunken hat und der an den Folgen des Alkohols starb, beim Sterben begleitet hatte, ich selbst bin knapp 60 und habe mit 41 aufgehört)

    Nach einer ziemlich wilden Jugend ebenfalls mit allen möglichen Drogen, aber auch Komasaufen, geriet ich mit etwa 25 Jahren in ruhigeres Fahrwasser, trank relativ gemäßigt. Bei mir waren so 3 Bier relativ normal, auf Feiern auch mal mehr aber eher selten.
    Ich habe da auch nicht jeden Tag getrunken, ich hatte Alkoholiker im Freundeskreis, die ich auch mal in der Therapie besucht habe, wo man sich schon auch drüber unterhalten hat, dass alkoholfreie Tage wichtig sind, ich war natürlich auch nicht scharf drauf, so zu enden wie meine Bekannten, und für meine Partnerschaft und mein eigenes Leben war es auch besser, also waren es dann so etwa 4 Tage die Woche, an denen ich getrunken habe, und ich habe das auch sehr lange so durchgehalten.

    Im Laufe der Jahre und in Kombination mit beruflichen Stress wurden dann die Gegensätze zwischen den nüchternen Tagen und meiner wöchentlichen Trinkphase extremer, und so ab 35 hatte ich dann regelmäßige Abstürze, hörte aber trotzdem auch immer wieder auf. Das zog sich dann, mit immer schwierigeren Kontrollversuchen und zunehmenden Filmrissen, bis zu meinem 41. Lebensjahr hin, bis ich dann die Schnauze endgültig voll hatte.

    Dass Du zur Entspannung trinkst, hört sich für mich selbstverständlich nicht seltsam an. Ich habe auch getrunken, weil ich dachte, trinken macht das Leben schön bzw gibt ihm überhaupt erst Sinn. Außerdem war es meine einzige Methode, zu entspannen, von längeren Urlauben abgesehen, die ich nicht so oft haben konnte wie ich sie gerne gehabt hätte, um wirklich mal runterzukommen...aber der Urlaub war selbstverständlich auch nur wirklich schön, wenn es ab und an was zu trinken gab, also die Entspannung brauchte auch Alkohol um zu entspannen.

    Da könnte ich jetzt viel dazu schreiben, angefangen von "zu Hause so gelernt".
    Der wesentliche Punkt, auf den ich raus will, ist allerdings die Frage, wie viel angehende Selbstlüge da schon dabei ist. Denn wie Du beschreibst, wie Dich Dein Alkoholkonsum beschäftigt, hat das ja nichts entspannendes mehr, sondern wird schon schön langsam zum Stressfaktor.
    Und ich kenne es von mir nur zu gut, wie lange man die Augen vor der Tatsache verschließen kann, dass das, was man sich einbildet (Trinken macht das Leben schöner) mit meiner Trinkrealität (wöchentlicher Entzug, schlaflose Nächte, Schwitzen, Trockenkot+en, permanente Selbstkontrollversuche, eigenes Versagen und Selbsthass, Beziehungsprobleme und dergleichen mehr) schon lange nichts mehr zu tun hatte,. Trinken machte mein Leben ganz klar nicht mehr schöner. Das fiel mir aber erst bei diesem kleinen Klick auf, bei dem es geschnackelt hat.

    Also, Fazit.
    Du trinkst zur Entspannung.
    Findest Du es wirklich entspannend, was Du hier eingangs geschrieben hast?

    Gruß Susanne


    In den Kreisen, in denen ich mich bewegte habe, haben das manche Schwachköpfe genommen, um schneller betrunken zu werden.

    Distra plus Alk für stärkere Wirkung...kleine Korrektur. Ich kannte ein paar Ärzte, die gleichzeitig selbst abhängig waren, und die da leicht dran kamen, zuerst wollten sie damit natürlich auch nur entziehen, aber das Fleisch ist willig, nur der Geist ist schwach, oder wars umgekehrt?

    Jedenfalls kannst Du ja mal in ein Distra-Forum gehen, also falls Du noch nicht genügend Probleme hast, bitte, da gibts noch mehr davon. Wir sind ja nicht bei armen Leuten.

    Vielleicht gehe ich auch zu viel von mir selbst aus.

    Solange ich noch getrunken habe und mich Leute gefragt haben, warum ich eigentlich so viel trinke, hatte ich tausend Gründe und ich glaubte auch daran. Ich konnte jedem erklären, warum ich saufen musste und warum ich das Leben nüchtern nicht lebenswert fand. Meine ganze Persönklichkeit war bis in mein Innerstes mit dem Alkohol und anderen Drogen verbunden, meine größte Angst war, das ich kein ganzer Mensch mehr bin, wenn ich aufhöre. Ich hatte das Gefühl und die Angst, "ohne" ist das Leben vorbei. Völlig unattraktiv die Vorstellung, ohne Rausch auf den Tod zu warten...

    Ich habe sogar meine ganzen damaligen Probleme noch gelöst und trotzdem immer noch weiter getrunken. Die Sucht nahm halt einfach ihren Lauf, als sich meine ganzen guten Gründe zu trinken längst in Luft aufgelöst hatten.

    Bis ich nach Absturz Nummer xyz einfach den Punkt erreicht hatte, dass es so nicht weiter ging. Da gings nur noch drum, wie ich da rauskomme, ich wusste nicht, was mich erwartet, es war egal, wie ich in die Lage gekommen war, es war nur wichtig, dass es so nicht mehr auszuhalten war. Das war eben der berühmte Tiefpunkt. Ohne den hätte ich wahrscheinlich auch nie aufgehört. Ich bin aber froh, das ich ihn hatte, denn sonst hätte ich was verpasst.

    Dagegen habe ich im trockenen Zustand Situationen erlebt, die ich früher nie nüchtern ausgehalten hätte, nur würde es für mich heute nur ein zusätzliches Problem bedeuten, wenn ich deswegen wieder trinken würde. Ich wüsste gar nicht mehr, was mir das bringen soll. Saufen würde für mich heute kein Problem lösen, und Spaß sowie jede andere Laune kann ich auch ohne haben.

    Hallo,

    ich habe früher natürlich an mir selbst und später an Anderen die Beobachtung gemacht, dass es denjenigen, bei denen es noch nicht so schlimm ist, schwerer fällt, etwas an sich zu ändern, als denjenigen, die schon richtig in der Sche**e sitzen und die deswegen vor einer ganz grundsätzlichen Wahl - leben oder sterben - stehen. Wird übrigens durch einige Untersuchungen gestützt, dass Änderungen am leichtesten fallen, wenn man eh schon nichts mehr zu verlieren hat.

    Das dürfte das Problem sein, vor dem Du stehst..irgendwie ist es ein Problem und könnte sich ausdehnen, irgendwie ist es aber auch noch nicht so schlimm, dass Du unter Zugzwang stehst. Und ansonsten ist es auch noch ganz nett, so dass es Verzicht wäre.
    Wie willst Du das angehen?
    Ich würde sagen, lass es einfach bleiben, so lange es Dir noch leicht fällt, aber..fällt es Dir überhaupt leicht? Wie sind Deine Erwartungshaltungen, wenn Du an das Bier am Freitagabend denkst, und wie sind sie, wenn Du dran denkst, es zu lassen?

    Was willst Du von Deinem Wochenende, haben die familiären Verpflichtungen möglicherweise nicht halb so viel Anziehungskraft, wie das Abhängen mit dem Bier? Dann wirst Du Dir was überlegen müssen, wie Du ohne Bier zu Deinem Spaß kommst...und natürlich musst Du das dann auch machen. Vielleicht gehörst Du auch zu den vielen Trinkern, die lieber wegen dem Trinken ein schlechtes Gewissen haben, als mit ihrer Frau mal Klartext zu reden, dass Du auch mal Zeit für Dich brauchst oder sonstwas in der Richtung.

    Sind nur mal ein paar Gedanken dazu.
    Gruß Susanne


    WARUM HABT IHR ANGEFANGEN ZU TRINKEN ?
    Weil, da bin ich mir sicher, die Antworten nicht sein werden: Weil Montag, Dienstag, Mittwoch oder um des Saufens Willen,
    so endet es nur meistens.

    da gebe ich Dir absolut recht. Nur nützt das - nach meiner Erfahrung - beim Aufhören meistens wenig, denn erstens sind Jahre vergangen, und der Anfangsgrund besteht oft gar nicht mehr, und zweitens hört man ja nicht wegen dem selben Grund auf, wegen dem man angefangen hat, sondern meistens deswegen, weil man unter seiner Trinkerei oder den Folgen - spürbar - leidet, was anfangs ja auch nicht nicht gegeben war. Und am Problem des körperlichen und psychischen Entzugs ändert es auch nichts, wenn ich weiß, warum ich gesoffen habe, da hilft nur durchhalten und daran zu glauben, das es besser wird.

    Von realen Gruppen kenne ich es, das sich die noch aktiven Trinkenden mit Ratschlägen zurückhalten möchten, da die Gefahr besteht, dass sie das eigene nasse Denken weitergeben und damit natürlich ihre eigenen vermeintlichen Trinkgründe. Ich habe auch festgestellt, dass sich das meiste, was ich trinkend übers Trinken dachte, trocken als Luftnummer herausgestellt hat.

    Das Problem, das ich noch sehe, ist die Richtung der Argumentation. Ich bewege mich da hin, wo ich den Fokus der Aufmerksamkeit habe. Wenn ich scheinbar rationale Trinkgründe suche und finde, dann unterstützt das eher das Weitertrinken als das Aufhören, denn ich habs ja durch die Gründe gerechtfertigt. Die meisten Leute, die ich kannte, die noch nach den Gründen für ihr Trinken gesucht haben, haben nicht aufgehört. Das haben nur diejenigen, denen es zusätzlich auch absolut gereicht hat. Besser würde ich (im übertragenen Sinn, also momentan nicht ich persönlich) mich damit beschäftigen, warum ich aufhören will und was ich mir davon erhoffe.

    Gruß Susanne

    Ich hab nur zu Hause entzogen, regelmässig bei meinem Trinkpausen, und ohne Hilfsmittel. Ganz am Ende ebenfalls, wars ja gewöhnt.

    Wenn es mir schlecht ging, dann ging es mir halt schlecht. Wer Saufen kann und deswegen den entsprechenden Selbsthass entwickelt, empfindet das als ausgleichende Gerechtigkeit....Mein Saufen war lebensgefährlich, ich hatte öfter Filmrisse und wusste nicht mehr, was ich getan hatte, demgegenüber erschien mir das Risiko beim Entzug vergleichsweise gering. Aufhören als der Tag gekommen war, war jedenfalls bei mir wichtiger als solche Details.
    Ja, ich weiß, das ist nicht die einhellige Meinung, machen aber trotzdem viele. Deswegen ist es aber kein Rat.

    Für was brauchst Du Distra, wenn Du woanders schreibst, das Du jederzeit aufhören könntest? Ich habs jedenfalls nie probiert. In den Kreisen, in denen ich mich bewegte habe, haben das manche Schwachköpfe genommen, um schneller betrunken zu werden. Im Übrigen macht es noch bedeutend schneller abhängig als Alkohol. Also das wäre für mich so ziemlich das Letzte, was ich probieren würde.

    Wenn Du abhängig bist, dann sind die wesentlichen Trinkgründe Montag, Dienstag, Mittwoch usw.

    Wenn Du den Alkohol brauchst, dann schaffen sich die Gründe, um zu trinken, ganz von alleine. Dann gibts was zu feiern, ein Furz sitzt quer, und 10000 andere Gründe. Irgendwas findet sich immer, und der gemeinsame Nenner ist Sucht bzw. die zugrundeliegende Gier. Egal was Du an den Gründen änderst, saufen tust Du trotzdem.

    Wenn Du dagegen trocken bist, dann merkst Du, das alle Gründe, um zu trinken, Konstrukte sind. Denn alles, was Du mit dem Saufen erreichen wolltest, geht ohne Alkohol besser.

    Ich persönlich halte nicht allzuviel davon, wenn Leute @Wodka), die in einem anderen Thread selbst noch fragen, wie sie entziehen können, anderen schlaue Ratschläge geben. Da versucht ein Blinder dem anderen Blinden Farben zu erklären.

    Gruß Susanne


    Ich finde den Gedanken, nie wieder Alkohol zu trinken ganz furchtbar.

    Das versteht wohl fast jeder hier, der mal in der Situation war. Aber das ist Dein Problem, so wie es das Problem von jedem selbst war, und das kann niemand für Dich lösen.

    Ich schätz mal, das geht noch länger bei Dir. Sorry für diese Aussage.

    Hallo

    endlich weniger zu trinken bzw. kontrollierter zu trinken.

    ich will nicht lange um den heißen Brei rumreden. Wenn Du bereits so abhängig bist, dass Du untertags schon Entzugserscheinungen hast, kann der Versuch, weniger, oder kontrolliert, zu trinken, meiner bescheidenen Ansicht (und nach meinen jahrelangen Versuchen) nach nur zu Enttäuschungen führen.

    Den körperlichen und psychischen Entzug hinter sich zu bringen - der psychische hat bei mir deutlich länger gedauert, bis ich mich nach der Anfangseuphorie und dem darauf folgenden Tief, daran gewöhnt hatte, ohne Alkohol zu leben und mich selbst und die Welt nüchtern auszuhalten - und dann gar nichts zu trinken, ohne sich permanent zu kontrollieren, ist wesentlich einfacher, als wenig zu trinken oder zu versuchen, doch wenigstens ab und zu.

    Und mir fehlt nichts, ich lebe wie andere Leute auch, gehe feiern etc, kann auch mit Saftschorle lustig sein, fühle mich als ganzer Mensch, nur mal um so diese ganzen Fragen, die auch bei mir aufgetaucht sind, schon mal vorwegzunehmen. Und ich trinke schon sehr lange nichts mehr, nachdem ich mehr als 25 Jahre gerne zugelangt hatte, also, geht.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch und richtige Entscheidungen.

    Gruß Susanne

    Ja, es gibt wohl schon Leute, die das trinken. Muss jeder selbst wissen. Wers unbedingt probieren will, wird es probieren, egal was jemand sagt.

    Ich hatte anfangs mal Lust auf ein Bier, aber das war hauptsächlich Durst und nach zwei großen Apfelschorle war die Bierlust vorbei. ist übrigens ein wichtiger Punkt, weil viele frisch Trockene Durst mit Lust auf Bier verwechseln, wenn sie das bis dahin so gewohnt waren. Sei vergessen dann gern, was Anderes zu trinken und kennen sowieso nicht allzuviel. Kein Hunger, kein Durst gehören zu den Basiswerkzeugen um das leichter auszuhalten.
    Irgendwann später hatte ich die wohl unvermeidlichen Gedanken, was passieren würde, wenn ich ein Bier trinken würde, aber da gings nur drum ob mich die Wirkung interessieren würde. Ich habs gelassen.

    Mir gehts auch so, das mir andere Getränke mindestens genau so gut schmecken, also wegen dem Geschmack mach ichs sicherlich nicht.

    Ja, ich kenne diese Angst auch. Ich hatte Angst, das mir das Leben ohne Alkohol nichts mehr gibt. Bis es mit Alkohol halt auch nicht mehr auszuhalten war, da bin ich das Risiko eingegangen, damit aufzuhören. Ich habs nie bereut, auch wenn natürlich längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Die Lebensqualität war trotzdem ziemlich schnell eine andere, anderes dauerte ein bisschen länger.

    Ja, diese Hinweisseite ist gut, das würde ich mal lesen an Deiner Stelle.

    Gruß Susanne

    es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen :)

    Mich stören diese verschiedenen Threads nicht, allerdings ist es mir zu unübersichtlich mir das zusammenzuklauben. Deswegen antworte ich dann eben auch nicht.

    Ich meine Greenfox darf das sagen, wenn es seine Meinung ist dann ist es seine Meinung. Sowas kann man schon mal direkt anbringen, das bringt keinen um, und wer deswegen wieder mit dem Trinken anfangen würde würde irgendwann wohl auch aus anderen Gründen wieder anfangen..meine Meinung zumindest. Ich meine auch, dass "draussen" jeder für sich alleine vor dem Getränkeregal steht und einen da niemand an der Hand nimmt, deswegen halte ich das mit dem "Beschützen" für eine Illusion.

    Ich meine aber auch, das stevie sich deswegen nicht klein machen muss, er darf selbst entscheiden, was er davon annimmt und könnte daran seine Selbstbehauptung üben - auch ein Teil des Trockenwerdens, zu sich zu stehen.

    Und ansonsten denke ich auch dass es in Deinem Sinn wäre, Stevie, wenn Du das mehr in eine Linie - einen Themenfaden - bringen würdest. Irgendwann kennst Du Dich sonst selbst bei Dir nicht mehr aus. Ich schreibe zwar auch in allen möglichen Threads, aber da wo es direkt um mich geht vor allem in einem.

    Gruß Susanne

    Hallo,


    Mich würde Interessieren was man jetzt machen kann um ihn zu Helfen, denn sein Arzt hilft ihn wohl nicht, nach seiner Aussage, in eine Klinik will er nicht also irgendetwas mussja passiern, im Schlimmsten Fall, müsste meine Schwester ihn Fallen lassen was ihn aber richtig zum Absturz bringt, vielleicht kennt ihr ja diese Problematik und könnt mir Tips geben was zu tun ist.

    wenn er nicht will, dann kannst Du nichts machen. Schlicht und einfach nichts. Er ist erwachsen und für sein eigenes Leben selbst verantwortlich, und wenn er lieber abstürzt, als ins Krankenhaus zu gehen, dann ist er dafür auch selbst verantwortlich. Wenn Ihr Glück habt, bringt ihn ja grade der Absturz nach dem Fallenlassen dazu, das er dann doch noch ins Krankenhaus geht. Gibt allerdings keine Garantie.
    Wenn er mit Selbstmord droht, kannst Du die Rettung wegen Selbstmordabsicht holen...da wäre Zwangseinweisung wegen Selbstgefährdung möglich, aber dann kommts drauf an, was er denen erzählt.

    Bei mir holte in meinen aktiven Zeiten mal jemand den Notarzt, ich bin auch nicht mitgegangen. Dürfen die nicht, wenn jemand nicht will. Die persönliche Freiheit des Einzelnen beinhaltet auch, das man abstürzen darf. Und wenn mich jemand dran hindern wollte, hättest Du mich mal sehen sollen. Mir musste es erst mal dreckig genug gehen, aber bei vielen hilft auch das nicht. Kann niemand was dagegen machen.

    Lasst ihn ziehen, auch wenns schwer fällt.

    Gruß Susanne

    Ich war auch nur ansatzweise körperlich abhängig. Bisschen Entzugserscheinungen, aber Pausen waren mir möglich. Die ganzen Rückfälle kommen bei allen Betroffenen von der psychischen Abhängigkeit, zumindest glaube ich das, denn nach dem Entzug merkt man von einer körperlichen Abhängigkeit ja nichts mehr. Dass der Alk dann trotzdem fehlt, spielt sich im Kopf ab (wobei das Nervensystem natürlich trotzdem auch Teil des Körpers ist, könnte man sich also streiten - aber das ist Nebensache).


    Natürlich weiß ich, dass ich aufhören muss.

    Weißt Du das nur vom Kopf her (ich müsste eigentlich...) oder ist es ein tieferer Wunsch, für dessen Erfüllung Du auch was tätest? Ich meine, viele Leute wissen ja, was sie tun müssten, um irgendwas zu erreichen, haben dann aber aus den unterschiedlichsten Gründen dann doch keinen rechten Drive oder keine Lust dazu. Bewegung ist ja auch so ein typisches Thema, wo es auch um die Gesundheit geht, wo sich viele nicht aufraffen können, obwohl sie wissen...

    Alkohol macht übrigens auch für Stress und Überforderung anfälliger, auch wenn er scheinbar erst mal hilft.

    Wie Dir schon jemand geschrieben hat, würde es mehr Sinn machen, eine Alkoholentwöhnungstherapie zu machen, da die Depris und Ängste damit ursächlich zusammenhängen können und die Psychotherapie auch nicht viel bringt, solange Du Dein Alkoholproblem nicht in den Griff bekommst. Du gehst Dir mit dem Trinken ja dann trotzdem selbst im Weg um. Und bei ner Alktherapie sind Deine Themen durchaus auch üblich.

    Und unterschätze nicht den Selbstläufercharakter der Abhängigkeit - ich dachte auch mal, wenn ich alle meine Probleme gelöst habe, dann erledigt sich mein Trinkverhalten von selbst. Dann hatte ich irgendwann mal alles gelöst, was mich bis dahin bedrückte, und ich habe trotzdem weiter gesoffen, da wurde mir erst klar, was Sucht eigentlich ist.


    Gruß Susanne