Ich finde das gut das Du das gelesen hast, wenn auch aus egoistischen Gründen, denn es erspart mir, eine Menge, die ich bereits woanders geschrieben habe, nochmal zu schreiben, ausserdem siehst Du da auch, das es um generelle Abläufe und nicht um individuelle Bösartigkeiten oder Unfähigkeiten geht.
Mein Partner hat sich Hilfe geholt und es mir gesagt. Wenn auch woanders als hier, denn als ich aufgehört habe, gab es die meisten Internetforen zu dem Thema noch nicht oder nur in Anfängen, schon ein bisschen länger her.
Das war einerseits erleichternd. Es bekam so was akzeptierendes, als mein Partner mir gesagt hat, das er begriffen hat, das er mir nicht helfen kann - ich hatte übrigens nie um Hilfe gebeten, er hat sich ja über meine Sauferei aufgeregt, nicht ich. Ausserdem entliess es mich ein bisschen aus der Arschlochrolle, denn nachdem er ja immer vom mir verlangt hatte, das ich mich ändern soll und so weiter, konnte ich plötzlich sagen, da siehst Du mal wie das ist, gucken wir mal, wie leicht es Dir fällt, Dich und Deine Situation zu ändern. Es kam halt ziemlich schnell raus, dass das Problem, das mein Partner mit der Situation hatte, auch nicht kleiner war als meins. Ist halt immer einfach, wenn der Andere scheinbar der Schuldige ist und sich ändern müsste, so war dann halt im Raum, dass er das akzeptieren muss.
Anderseits war es aber auch mein Freifahrtschein zu noch unkontrollierterem Trinken, als das mal raus war, hast Du möglicheweise gelesen und ich brauchte das. Bis dahin hatte ich immerhin noch versucht, mich am Riemen zu reissen, weil ich ihn ja eigentlich mit meiner Sauferei nicht ärgern wollte, sondern das auch für mich eine volkommen bescheuerte Situation war. Nur im Streit hab ich dan aus Trotz noch extra einen draufgekippt, aber im Prinzip war es halt mein Lebenselixier, was ich mir nicht nehmen lassen wollte und ohne das ich nicht lebensfähig war.
Bei uns war das allerdings möglicherweise anders als bei Euch, denn mein Partner und ich lernten uns als Studenten kennen, und schon bevor wir zusammenkamen, waren wir öfter mal auf Kneipentour und da war ich ja auch oft genug betrunken. Und als er sich dann später beschwerte, hatte ich das berechtigte Argument, das er schliesslich wusste, worauf er sich einlässt, ich war schon vorher so und habe nicht eingesehen, warum ich mich da plötzlich ändern soll, weil ihm das nicht mehr passt. Ich wusste im Prinzip schon lange vorher, das ich nicht ohne Alkohol und gewisse Drogen will und möglicherweise auch nicht kann, mich persönlich hat das aber auch überhaupt nicht interessiert, ob ich das brauche, weil ich ja gar nicht aufhören wollte. Und eigentlich wollte ich Beziehungen vermeiden, wo diese Diskussion aufkommt, deswegen hab ich mich überhaupt nur auf jemanden eingelassen, bei dem ich daon ausgegangen bin, dass ich mich da nicht ändern müsste. Von mir hatten ja auch schon frühere Partner verlangt, das ich weniger trinke, hab ich dankend abgelehnt.
Bei uns war es aber auch so, dass wir dann halt doch schon länger beisammen waren, als es kritisch wurde, und da hörst Du halt nicht bei der ersten Schwierigkeit auf. Aber bevor das für beide absolut unerträglich wird....
Gruß Susanne