Der Witz mit dem Rosa Elefanten...
"Warum klatschen sie denn immer so in die Hände?
"Das hilft gegen die Rosa Elefanten."
"Aber hier gibt es doch gar keine Rosa Elefanten".
"Sehen Sie, es hilft".
Der Witz mit dem Rosa Elefanten...
"Warum klatschen sie denn immer so in die Hände?
"Das hilft gegen die Rosa Elefanten."
"Aber hier gibt es doch gar keine Rosa Elefanten".
"Sehen Sie, es hilft".
Ist "anfällig für einen Rückfall" gleichbedeutend mit süchtig?
Bin ich krank, wenn ich trocken bin, ober würde ich nur dann - mit einiger Wahrscheinlichkeit ausserdem nur, und ich kenne einige Alkoholiker, bei denen ist der Rückfall auf niedrigem Niveau stecken geblieben ist und die haben wieder aufgehört, als sie befürchteten, dass es schlimmer werden würde, aber noch bevor es soweit war - wieder krank werden, wenn ich wieder mit dem Trinken anfange?
Diese Neurotransmitterzusammensetzung bzw. Intensität der Ausschüttung ist übrigens auch ein Thema bei der genetischen Disposition oder bei der Erhöhung der Suchtanfälligkeit durch frühkindliche Traumata, die das Neurotransmittergleichgewicht dauerhaft schädigen können. Trotzdem würde man bei dieser Disposition wohl kaum davon sprechen, das jemand bereits süchtig ist, so kange sich das nicht manifestiert hat, z.B durch länger anhaltenden Konsum. Ausserdem wird auch daran gearbeitet.
Brauch ich den Stoff heute, also was "süchtig" für mich heißen würde?
Heisst "ist anfällig dafür, sich mit Grippe anzustecken", gleichbedeutend mit "kriegt oder hat Grippe"?
Und juckt mich die Frage, ob ichs probieren könnte, bei meiner Entscheidung, nichts zu trinken?
Und das ist noch nicht Alles man dazu sagen könnte...
Kannst Du uns ja dann wissen lassen. Ich kenne meinerseits auch ein paar Leute, aber darum gehts im Grund ja nicht, so wenig wie ums Rechthaben. Im Grund, und darum gehts ja auch bei der Forschung, gehts drum dass man ein riesiges Problem hat, bei dem man mit bisherigen Methoden nicht so recht weiterkommt, sonst bräuchte man ja gar keine Forschung mehr. Sprich das Thema ist einfach noch nicht fertig und bei der Forschung kommt auch noch Neues raus, was alte Wahrheiten manchmal umstößt.
Ich will Dir nicht mal auf die Füsse treten, aber für mich gibt es einfach Unterschiede zwischen Glaubenssätzen und evidenzbasierter Forschung. Ich persönlich hab da meine Priorität ganz klar bei den Zahlen. Und auf Subjektivität (oder gruppentypische Selektivität) verlasse ich mich im Zweifelsfall wenig, nicht mal auf meine eigene.
Es ist einfach so, wie es die Suchtmediziner eben auch sagen: Einmal süchtig, immer süchtig.
das sagen Suchtmediziner, die schon mal in einer fachspezifischen Fortbildung waren, schon seit längerem nicht mehr so eindeutig. Ist einfach so, brauchst Du mit mir nicht zu diskutieren, ich kriegs ja mit.
Zu dem kontrollierten Trinken übrigens.
Dass man das jetzt in die Therapierichtlinen aufgenommen hat, hat damit zu tun, dass man mehr Alkoholiker für eine Behandlung erreichbar machen möchte als bisher. Das Abstinenzgebot hat bisher nämlich jeden von vorneherein abgeschreckt, der nicht gleich ganz aufhören möchte, und da Alkoholismus nun mal eine Krankheit ist, die die Gesamtgesellschaft sehr viel Geld kostet, würde man gerne mehr Leute erreichen. Das Abstinenzgebot gilt diesbezüglich als gescheitert, da es damit immer nur eine ganz kleine Minderheit bleibt, die ihren Tiefpunkt bereits erreicht hat. Und natürlich hofft man, dass der Tiefpunkt nicht ganz so tief wird, wenn man die Behandlung schon früher beginnt.
Und wenn sie dann mal in der Behandlung sind, können sie selbst feststellen, ob sie das schaffen oder nicht.
Anscheinend gibt es ja auch gut belegte Studien - so gut immerhin, dass sie es als Grundlage für DSM und ICD - F10 geschafft haben - die bestätigen, dass es sehr viele Trinker schaffen, zu einem kontrolierten oder ganz normalen Konsum zurückzufinden. Dass sich Alkoholiker so sehr dagegen sträuben, dass das sein kann, hat meiner Ansicht nach auch etwas mit der Angst zu tun, dass da die Dämme brechen. Dabei steht überall, dass Abstinenz trotzdem das Königsziel bleibt.
Es wird sich auch kaum aufhalten lassen, da große Selbsthilfeorganisationen wie der Kreuzbund bereits seit einigen Jahren Selbsthilfegruppen zur Reduzierung und zum kontrollierten Konsum anbieten.
Und wer es geschafft hat, trocken zu werden, wird das natürlich auch bleiben, gibt nichts Besseres.
Man kann sich nicht zu schütten mit einem Wein, der 30- 80 Euro gekostet hat. Wäre zu teuer.
Träum weiter. Von dem, was ich in meinem Leben für Drogen und Alkohol ausgegeben habe, hätte ich mehrere Häuser bauen können.
ZitatWie lässt sich das in Einklang bringen? Eine Trennung nimmt dann zwar den Druck aus einer Beziehung - weil die ja schlicht und ergreifend geplatzt, und der Druck damit - sozusagen - entwichen ist. Aber letztendlich ist es dann doch das Scheitern, das den Druck erzeugt, sein Leben neu zu ordnen. Oder sehe ich das falsch?
Lässt sich nicht in Einklang bringen. Voraussagen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Es tritt a, b, c oder d ein, und vorher weisst Du es nicht. Ob das Scheitern den Druck zum aufhören überhaupt erzeugt oder ob derjenige dann erst recht säuft, oder ob die Beziehung hinter der Sucht nicht sowieso schon nachrangig ist...wer weiss das schon?
Das ist der Punkt, an dem Du nichts mehr durch Verständnis, planen und berechnen verbessern, sondern nur abwarten, hoffen und Tee trinken kannst. Wenn Du das aushältst. Das ist die Quintessenz Deiner Machtlosigleit.
Tja.
ich hab Dir bis jetzt nicht geschrieben, weil ich genau das bei mir auch vermeiden möchte. Deswegen antworte ich einfach nicht allen, zum Teil selbst dann nicht, wenn ich es könnte. Ist keine Bösartigkeit, geht einfach nicht wenn meine eigenen Sachen auch noch laufen sollen.
Ich hab da drüber schon mal in meinem eigenen Thema geschrieben. Ne Zeitlang hab ich mich ganz zurückgezogen, jetzt bleibe ich immer wieder ein paar Tage weg und schreibe möglichst nur, wenn es auch bei mir gerade reinläuft. Bei mir kommt noch dazu, dass ich schon 10 Jahre vor dem Internet am Computer gearbeitet habe und das immer noch mache, ich bin also permanent am Bildschirm und habe daher natürlich auch immer eine Super-Ausrede. Ausserdem bin ich mein eigener Chef, also mich fragt niemand was ich den ganzen Tag lang mache, und so lange ich sämtliche Rechnungen bezahlen kann, kann mir manches auch ziemlich egal sein.
Dabei bin ich wahrscheinlich nicht internetsüchtig, jedenfalls nervt mich das an sich nicht so. Ich bin zwar bei Facebook und schreibe da auch manchmal, aber das hat kaum Wirkung auf mich. Oft gucke ich wochenlang nur mal kurz rein, like was bei Freunden, sonst langweilt mich das. Dieses gegenseitige Gehäcksle hätte mich früher aus der Ruhe bringen können, ich wäre sogar mitten rein gegangen, aber irgendwie ist das durch. Die Erkenntnis, dass die Streitereien nichts bringen und sich die Leute deswegen nicht ändern, scheint in meinem Inneren angekommen zu sein, nachdem der Kopf das schon lange wußte. Anderseits gibt es aber auch da Gruppen, wo es wirklich um Informationen und gemeinsame Interessen geht, und da macht es auch Sinn für mich. Ich könnte meinen Beruf gar nicht ausüben, ohne mir im Internet permanent Informationen anzulesen und sie zu verarbeiten.
Das hier ist halt auch ein Thema, wo es wirklich Sinn machen kann, was zu schreiben. Zum Teil habe ich echt das Gefühl, da haben Leute was davon, die Rückmeldungen sind ja auch manchmal dementsprechend. Wenn nicht, dann bin ich trotzdem nicht dafür verantwortlich, denn retten kann ich keinen gegen seinen Willen und das sehe ich auch nicht als meine Aufgabe. Ich tu halt ein bisschen mit und wenns hilft, freue ich mich, wenn nicht, überlebe ich das auch. Ich war schon früher mal lange und intensiv in der Selbsthilfe unterwegs, deswgen kenne ich mich auch halbwegs aus. Deswegen verwechsle ich das trotzdem nicht damit, das ich mich für untentbehrlich halte, also wenns mir zu viel ist, dann gibts halt nichts von mir, das ist ja einer der Vorteile eines Forums, das es da noch andere Leute gibt, die das auch können. Also man kann sich auch zurücknehmen und nur mal lesen. Mir geht mein eigenes Geschreibe auch auf den Keks, wenn ich mich zu oft wiederhole, oder wenn da zu viele Leute hintereinander nur einen oder zwei Beiträge schreiben und dann wieder verschwinden, dann finde ich das relativ sinnlos und Verschwendung meiner Zeit. Nur wenns keiner mehr machen würde, dann wäre das ja auch blöd.
Ja, das gesunde Mittelmaß ![]()
So etwa.
Gruß Susanne
Wie ist das eigentlich aus Eurer Erfahrung, wenn es z.B. um Kochzutaten geht? Ich höre oft, dass auch Kleinigkeiten ein Problem sein können, wie eine Weinsauce am Braten (nicht selbst gekocht, da wäre die griffbereite Flasche das deutlich größere Problem) oder ähnliches? Ein Freund hat mir das so erklärt, dass hier zwar nicht die relativ geringe Menge Alkohol das Problem sei, aber dass dadurch die Erinnerung wieder getriggert wird. Für mich klingt das durchaus plausibel. Wie ist das bei Euch?
Ich bin da vielleicht nicht repräsentativ, obwohl ich sicherlich auch für den Rahmen hier verhältnismäßg viel und lange getrunken habe.
Aber mir ist das egal.
Im ersten Jahr meiner Nüchternheit war ich ziemlich autodidaktisch unterwegs, mal einige Sitzungen in der Suchtberatung, auch Gesundheitscheck, aber ich war weder on- noch offline in der Selbsthilfeszene unterwegs. Von daher hat mich niemand mahnend zur Brust genommen und ich habe einfach ausprobiert. Eisbecher mit Likör - hab nix gemerkt.
Ich habe nie danach gesucht und sicher noch nie etwas WEGEN dem Wein in der Soße gegessen, aber wenn es auf einer Speisekarte keine Speisen ohne Alkohol gab, die mir geschmeckt hätten, dann hab ich kurz in mich reingehorcht, ob Rückfallgefahr besteht, und dann hab ich das gegessen. Kam vielleicht so zwei bis drei mal im Jahr vor. Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der Situation.
Ich bin eh ziemlich viel in der Essszene unterwegs, esse so ähnlich wie Betty das beschreibt, und wenn Du das halbwegs repräsentativ betreibst, wie ich das in meiner Trockenzeit ein Weile gemacht habe, dann gibt es dabei eh sehr viele Leute, für die das unbedingt dazugehört. Kann man mit umgehen oder auch nicht, ich wollte das jedenfalls so. Und ich stand dabei nicht hinten dran, sondern ich sagte, wo es lang geht, und die Anderen wollten das so, obwohl sie genau wussten, wie ich das sehe. Man kann sich das schon so einrichten.
Ja, und genau so kenne ich aber auch Leute, für die das lebensgefährlich wäre und die mir das auch glaubhaft versichert haben.
Wenn Du übrigens auf das Rauchen anspielst...geplant hat das bei mir nicht funktioniert, aber als es eines Morgens soweit war, dass ich mich entschlossen habe, den Rauchentzug auszuhalten (und auch bei mir - wie bei einigen Anderen - war das wesentlich schlimmer als beim Alkohol), weil es überhaupt keinen günstigen Zeitpunkt gab und es einfach immer bescheiden gewesen wäre, da lag bei mir im Schreibtisch noch ein halbes Jahr lang eine Stange Zigaretten. Erst, weil ich nicht wusste, ob ichs aushalte, und dann hatte ich es vergessen, bis ich mal aufgeräumt habe. Ich habs nicht noch mal probiert :). Alkohol hab ich übrigens auch nicht entsorgt, da ich ja Experte war, hab ich sogar dem zweiten Mann meiner Mutter die edlen Tropfen weiter besorgt. Also das ist auch so ein Thema, wo es mehrere Optionen gibt.
Jedenfalls musste ich das alles in "meinem Stil" machen, vorgekaute Standardvorgehensweisen hätten bei mir wohl nicht funktioniert. Das ist meiner Ansicht nach auch die Schwierigkeit dabei, Dir Ratschläge zu geben, weil Deine Frau halt nicht hier ist und sich gar nicht äussert, und wenn Du das schreibst, sind immer Deine eigenen Interessen und Bedürfnisse sowie Deine Interpretation des Geschehens auch noch dabei, egal wie sehr Du Dich bemühst, das für sie zu tun.
Wenns ein halbwegs gescheiter Wein ist, probiers doch mal bei ebay. Dann ist es nicht weggeschüttet, Du kriegst vielleicht noch einen Gegenwert dafür und es ist trotzdem aus dem Haus.
Was meint ihr, drücke ich da gerade zu sehr auf Gaspedal, oder würdet ihr das, beträfe es Euch, als hilfreich empfinden?
ich hätte es als übergriffig empfunden und als Minuspunkt auf meiner eigenen Liste der möglichen Trennungsgründe vermerkt. Da bin ich ganz der Papi.
Ich glaube nicht, daß das mit Stärke oder Schwäche zu tun hat. Wenn zwei Teile von einem selbst miteinander im Kampf liegen, dann hat jeder Teil eben so viel Kraft, wie man hat, weil man da ja sein eigener Gegner ist. Oder, wie viele Trinker und auch andere Leute sagen, zwei Seelen wohnen in meiner Brust.
Erstens kenne ich das, was Du beschreibst, nüchtern so "beherrscht", was nach Ausbrüchen geradezu geschrieen hat. Bei mir war das vor allem in den Jahren mit meinen Trinkpausen bzw. dem Versuch, das Trinken unter Kontrolle zu behalten, so. Auch das, was ich mal ab und an beschreibe, dass mich mein Perfektionismus nicht zufrieden gemacht hat, fällt auch unter diese Kategorie. Es ist bei mir ein bisschen anders als bei Dir, aber ich kann mir das vorstellen.
Zweitens habe ich nebenbei auch noch über 20 Jahre lang täglich 50 Zigaretten geraucht und ich wusste die ganze Zeit über, was das für ein Blödsinn ist. Nach 10 Jahren versuchte ich mal, damit aufzuhören, aber nach einer Woche, in der ich fast durchgedreht wäre, habe ich wieder angefangen. Ich hab mich dann damit abgefunden, dass ich nicht aufhören kann. Da wars dann auch so, dass mich das dann eines Tages (ich war schon trocken und das hing damit auch zusammen) so geärgert hat, dass ich wenigstens endlich mal reduzieren wollte, und innerhalb kürzester Zeit war es mir klar, dass das nicht funktionieren würde. Also habe ich dann auch gedacht, egal wie Scheixxe das jetzt ist, ich ziehe das jetzt durch und irgendwann ist es vorbei. War auch so.
Gruß Susanne
zur Zeit trauere ich etwas dieser Leichtigkeit nach, dem Ausgelassen-Sein an Festen mit Freunden
diese Angst hatte ich, so lange ich noch getrunken habe. Was hindert Dich daran, auch nüchtern so ausgelassen zu sein (ernsthafte Frage)?
Ich habe für mich das Gefühl, dass ich das nüchtern sogar besser kann, früher bin ich ja schon ziemlich schnell peinlich geworden, heute kann ich das auch noch nach Mitternacht, wenns sein muss. Und wirklich Betrunkene interessieren mich nicht, sondern nur Leute mit denen man noch reden kann...viele Parties sind nüchtern auch kaum auszuhalten. Die muss man sich schöntrinken, da hab ich wenig verpasst.
Eine Zeit der Trauer hatte ich auch, kein Wunder bei meinem alten Freund...war allerdings eher ein innerlicher Abschied, kein Nachtrauern.
Wünsch Dir was.
Gruß Susanne
Ich will mal noch was zu dem Thema Verwandschaft sagen.
Bei mir war es "technisch bedingt" schon lange klar, das ich mich um meine Eltern praktisch nicht kümmern kann (und ich habe Schwiegereltern, die man so ähnlich beschreiben könnte wie Du Deine, bei uns ist das die Kriegsgeneration, 30er Jahrgänge).
Jedenfalls, ich bin Einzelkind, und nach der Scheidung meiner Eltern lagen zwischen den einzelnen Bestandteilen einschliesslich mir jeweils mehrere hundert Kilometer, also wenn da beide gleichzeitig Pflegefall geworden wären, hätte ich das niemals stemmen können.
Mein Vater lebte allein und liess lange kaum jemanden an sich ran, mich auch nicht. Egal wie, jedenfalls war irgendwann der Punkt überschritten, wo ich mich entschlossen habe, was zu machen, weil schon seine Nachbarn bei seinen Brüdern angerufen hatten und es so einfach nicht weitergehen konnte. Die Geschichte steht hier irgendwo, jedenfalls habe ich auch einen Pflegedienst organisiert, weil mein Vater unbedingt zu Hause bleiben wollte (ging nicht lange gut).
Ein ganz wichtiger Punkt, den ich mir zu Herzen genommen habe, war, dass ich jede nur erdenkliche Hilfe von aussen annehmen sollte, weil das Angehörige wirklich unglaublich schlaucht, und ich mir sagen liess, dass es nicht lange dauern würde, bis ich auf dem Zahnfleisch daher komme. Und das völlig unabhängig davon, ob jemand auch noch mit einem Alkoholproblem unterwegs ist, ich war ja auch schon lange trocken und habe schon andere Schwierigkeiten überstanden. Trotzdem ist das eventuell ziemlich hart und da sollte man sich auch nichts vormachen.
Meine Schwiegereltern, bzw meine Schwiegermutter, denn mein Schwiegervater ist bereits Pflegefall, "bearbeiten" ihre Kinder mit meiner Unterstützung dahingehend, das sie sich um so was wie betreutes Wohnen oder eine Vollzeit-Pflegekraft kümmern sollen, die mit einzieht. Auch da sind die räumlichen Entfernungen ziemlich groß. Ein schwieriges Thema, aber anders gehts halt auch nicht und Du kannst ja nicht so einfach drüber bestimmen. Jedenfalls solltet Ihr wohl alles tun, damit Deine Frau sich da nicht übernimmt.
Es wird der Tag kommen, an dem wir einspringen müssen, da beißt die Maus leider keinen Faden ab.
nur mal zur Info: mit "Müssen" hat das nichts zu tun. Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, sich um erwachsene Angehörige zu kümmern.
Zufälligerweise weiss ich das ganz genau, weil mein Vater lange Zeit jede Hilfe verweigert hat, als er schon nicht mehr laufen konnte und nur noch ein Häufchen Elend war, schmiss er noch immer jeden raus, der ihm helfen wollte, und ich mich erkundigt habe, wo da eigentlich unterlassene Hilfeleistung anfängt. Nirgends. Man macht es alles freiwilig und in jedem Fall aufgrund eigener Entscheidung, weil man das will, oder sich moralisch verpflichtet fühlt. Das ist aber etwas Anderes als "müssen".
Mir fällt da noch was ein:
"Nein" sagen können ist eine der zentralen Fähigkeiten eines trockenen Alkoholikers, und diese Fähigkeit lässt sich auch auf verwandtschaftliche Zumutungen anwenden.
Und genau so wenig, wie ich mir jedes Problem der Verwandschaft zu meinem eigenen mache, erwarte ich von anderen, das die sich meine Probleme zu ihrem machen. Will sagen, wenn mich einer nicht versteht, dann ist das kein wirkliches Problem. Vielleicht ein bisschen lästig, aber ansonsten ein Luxusproblem.
Ich schreib da jetzt mal was, obwohl ich im Grunde nichts dazu zu sagen habe. Vielleicht kann trotzdem jemand was damit anfangen.
Zu so wirklichen Familienfesten kann ich nicht viel sagen, denn ich habe keine Geschwister, keine Kinder und meine Eltern waren vor dem Tod meines Vaters schon über 30 Jahre geschieden, also so enge Familienfeiern gab es schon lange nicht mehr, selbst als ich noch getrunken habe. Ich komme von daher nicht in diese Situation.
Was mir auffällt und was ich in gewisser Weise auch bewundere, ist dieses Durchhalten. Ich habe getrunken, bis ich wirklich genug davon hatte, und zwar restlos. Mit Disziplin alleine hätte ich das wohl niemals geschafft. Bei mir war das wirklich durch, als ich aufgehört habe. Nach zwei Monaten Trockenheit konnte ich überall hingehen, und wenn um mich herum getrunken wurde, empfand ich nichts. Jedenfalls keinen Neid oder Trinkdruck, denn ich wusste, wie ich mich fühlen würde, wenn ich trinken würde. Ich war höchstens erleichtert, dass ich nicht mit trinken musste, und das kam rein aus mir selbst, denn was Andere von mir wollten, hab ich mir zwar angehört, aber schon längst selbst entschieden wie weit ich das mitmache. Also von aussen her konnte man mich einerseits zwar nicht motivieren, andererseits aber auch kaum unter Druck setzen. Wenn mich was unter Druck gesetzt hat, dann war es mein eigener Perfektionismus und meine eigenen Anspüche an mich selbst und an mein Leben.
Wenn ich diesen Neid und diese Trinklust verspürt hätte, wie sie hier beschrieben wird, dann hätte ich da so lange darüber nachgedacht, bis ich einen plausiblen Grund zum Trinken gefunden hätte, und dann hätte ich auch getrunken, wäre ja nur konsequent gewesen. Von daher ist meine Frage, was geht eigentlich in jemandem vor, der mit dem trinken aufhört, obwohl er noch gerne trinken will? Ich kenne das von mir so nicht.
Irgendwo muss der Grund zum Aufhören ja doch irgendwie mächtiger gewesen sein als die Lust zum Weitertrinken. Warum dann also jetzt diese Selbstquälerei?
Hallo,
ich war mit meinem Partner 13 Jahre zusammen, bis er von meiner Sauferei soweit zu viel hatte, dass die Trennung bereits beschlossene Sache war. Ich geb zu, ich war eher erleichtert, als er sich trennen wollte, hatte ich endlich meine Ruhe und war froh dass er selbst endlich die Konsequenzen zog, die er lange angedroht hatte. Ich war zu dem Zeitpunkt noch davon überzeugt, dass ich nie aufhören würde (und auch nicht wollte) und für mich war das erst mal ein Freifahrtschein zum noch hemmungsloseren Trinken. Allerdings der Freifahrschein, der dann auch dazu führte, das ich selbst eines Tages einfach genug hatte.
Getrunken habe ich allerdings bereits vor der Partnerschaft und mein Partner wusste zumindest von Anfang an, dass ich kein Kind von Traurigkeit war.
Insgesamt gibt es sicherlich sowieso einige Unterschiede zwischen Deiner Frau und mir, also wie weit das nun auf Deine Frau übertragbar ist, was ich schreibe, weiss ich natürlich nicht, ich kenne sie ja auch nicht.
Ich hab aufgehört, als wir praktisch getrennt waren, von einem Tag auf den anderen hatte ich praktisch die Schnauze voll (deswegen brauche ich dafür auch keinen Respekt, ich hatte wirklich so genug, dass zumindest das Aufhören und auch das dabei bleiben ziemlich einfach war. Wie ich dann nüchtern mit meinem Leben klar gekommen bin, ist ein anderes Thema).
Für mich war beim Aufhören Freiraum ganz wichtig, Zeit für mich, damit ich zu mir finden konnte. Als mein (damals Ex-)Partner merkte, dass ich es offensichtlich ernst meinte, wollte er mir natürlich auch gleich dabei helfen, aber das Wichtigste, was er lernen musste, war, los zu lassen.
Er war dafür unter Anderem in einer Angehörigengruppe und das war für mich durchaus wichtig. Das Gegenteil von "gut" ist bekanntlich "gut gemeint" und ein Angehöriger, der darauf fixiert ist, das der Partner das schaffen muss, und deswegen innerlich "dran klebt" ist keine große Hilfe, jedenfalls nicht für mich.
Es ist nicht so viel anders wie bei Arzt: wenn ich Hilfe suche, möchte ich ernst genommen werden, aber ich möchte mir nichts aufdrängen lassen. Hilfe möchte ich vor allem nur dann, wenn ich darum bitte und ich möchte auch genau die Hilfe, um die ich bitte, und nichts anderes. Überhaupt denke ich, dass Trinken bei vielen Leuten, die das in der Partnerschaft tun, unter Anderem die Funktion hat, das man betrunken aus allen sozialen Rollen fallen und "man selbst" sein kann, ohne die Erwartungen der Umwelt zu erfüllen. Mehr oder weniger hilflos, weil man sich anders nicht abgrenzen und inneren Freiraum und Abstand schaffen kann. Alkohol ist dazu zwar ein ungeeignetes Mittel, aber genau das, ich selbst zu sein, musste ich nüchtern auch lernen. Das kann für den Partner mühsam sein, und es kann überhaupt ziemlich anstrengend sein, die Rollenverteilung in der Partnerschaft neu auszurichten, wenn ein Teil mit dem trinken aufhört.
Wir habens aber geschafft und ich bin jetzt fast 19 Jahre nüchtern, aber es gehört auch zu den Stürmen, die wir überstehen mussten. Insofern, es gibt Hoffnung, aber ich kann Dir nicht versprechen dass es einfach wird - auch für Dich nicht. Wobei ich natürlich von mir ausgehe und es bei euch trotzdem ganz anders laufen könnte. Ist ja nur Erfahrungsaustausch.
Ich weiss nicht genau, was Du selbst an Infos oder Unterstützung brauchst, ich schicke das jetzt einfach mal ab.
Gruß Susanne