Beiträge von Susanne68

    Ein letztes noch.

    Du könntest das als freundlichen Hinweis lesen, nicht nur als schräge Anmache.

    Mich haben eigentlich immer eher die Hinweise weitergebracht, die mir aufgezeigt haben, wo ich aufpassen muss. Denn mein eigenes Denken war offensichtilch insofern falsch, das ich mich damit in den Schlamassel gebracht habe und auch nicht mehr rauskam. Also brauchte ich Input, denn so schlau wie ich dachte (und wie Du von Dir offensichtlich auch denkst) war ich ja irgendwie nicht ganz, sonst hätte ich keine Hilfe gebraucht. Und Verständnis für meine Situation und Selbstmitleid (ich arme Sau, alles so schwer), hatte ich selbst genug, das brachte mich nicht weiter.

    Was vormachen konnte ich mir auch selbst. Dafür brauchte ich ebenfalls niemanden. Ich wollte mich nicht mit "Ja-Sagern" umgeben, um nur eine Bestätigung für meine eigene Denke zu erhalten, sondern es sollte ja anders werden. Dafür brachte ich klare Ansagen, jemanden der Tacheles redet.

    Und ich vermute mal, Deine Überschrift soll ja in 10 Jahren auch nicht mehr "Rückfälle, Rückfälle, Rückfälle" heissen. Also bei allem Verständnis, das Du erwartest, solls ja wohl trotzdem nicht so bleiben. Verständnis für Nasse würde für mich heissen, da kannst Du an die Kneipentheke gehen, da kriegst Du das Verständnis. Dafür bin ich nicht hier.


    Davor war ich ja mehr oder weniger Abstinent

    das erscheint Dir vieleicht rotzfrech, was ich schreibe, aber wegen genau solche Sätzen bin nach wie vor überzeugt, dass es nach wie vor im wesentlichen hinkommt, was ich Dir geschrieben habe. Vielleicht nicht jedes Detail, aber das Prinzip schon.

    Dein Suchtdruck kann gar nicht weniger werden, so lange Du das so inkonsequent (mehr oder weniger) angehst. Der lebt davon, dass Du ihn fütterst.

    Und wie gesagt, Du musst das vor mir nicht rechtfertigen und Du darfst gerne glauben, dass Du das schaffst. Ich glaubs trotzdem nicht, wenn Du so weitermachst wie bisher, aber ich wünsche Dir nach wie vor ernsthaft, dass es bei Dir mal schnackelt.

    Und ich muss ja auch nicht mit den Konsequenten Deinens Handels leben. Kann mir im Grunde also auch egal sein. Du solltest nur nicht glauben, das Langzeittrockene keine Ahnung haben. Ich hab schon ne ganze Menge gesehen und auch gemacht, meine Meinung kommt nicht ganz von ungefähr. Trotzdem hast Du jede Freiheit, es anders zu machen. Du musst mit dem leben, was Du machst.

    Gruß Susanne


    Mit der Abstinenz klappt es so semi. Keine 10 Minuten nachdem ich von der Klinik weg gefahren war, hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch. Es war einfach ein scheiß Gefühl wieder "versagt" zu haben. Konnte mich auf der 6 sündigen Fahrt zwar etwas beruhigen, habe in meinem Kopf aber schon klar gemacht, dass ich trinken werde wenn ich zuhause ankommen bin. Der Rückfall ging vier Tage. War dann wieder 10 Tage abstinent. Die letzten zwei Abende hatte ich wieder getrunken. Heute aber nicht mehr.

    Du eierst ganz schön rum, Schnisskettchen. Du machst bestenfalls mal (kurze) Trinkpausen. Du weisst zwar, dass Du ein Problem hast, und kannst auch ganz nett drüber schreiben, aber von einer Lösung des Problems oder wenigstens einer konsequenten Herangehensweise bist Du nach meinem Dafürhalten Lichtjahre entfernt.

    Deine ganzen Erklärungen, warum Du das machst, kannst Du in die Tonne treten, denn sie bringen Dich nicht weiter. Ich bin versucht, Wetten darüber abzuschliessen, dass eine Umschulung in Deinem Verhalten nichts ändern wird.

    Da hast Du halt Saufdruck. Hilfts Dir irgendwie weiter, wenn Du dann deswegen trinkst? Wird er davon weniger - und wie lange? Macht Dich das irgendwie glücklicher, dann zu trinken? Du schreibst zwar irgendwie, das ist doch nicht so schlimm, dann hast Du halt Rückfälle, und das musst Du natürlich mit Dir selbst ausmachen, aber ich denke, so wird das eine unendliche Geschichte bleiben. Da musst Du vor mir nicht rechtfertigen, aber ist das wirklich das, was Du willst? Jedenfalls TUST Du es ja. Du greifst zum Glas, denn das "passiert" ja nicht, ohne das Du etwas machst.

    Du bist doch mitten im Hamsterrad. Trinkst Du, leidest Du, trinkst Du nicht, leidest Du auch, aber wie es da rausgeht, hast Du noch absolut nicht begriffen. Mach Dir nichts vor, das kann noch 20 Jahre so weitergehen und dann bist Du genau da, wo Du nicht hinwillst. Von wegen, bei Dir ist es nicht so schlimm. Es ist definitv so schlimm, dass Du bislang nicht aufhören kannst. Du bist so abhängig wie nur irgendwer. Und Dein ganzes Denken ist davon durchdrungen. Auf Entgiftungsstationen hängen auch immer Leute herum, die können Dir bis ins letzte Detail erklären, warum das so und so ist und was sie alles tun müssten und werden, aber aufhören können sie deswegen nicht. Zwei Wochen später sind sie wieder da. Ich war zwar selber nie Patient da, aber ich habs mir angeguckt.
    Und wo bist Du denn weiter als vor ein paar Jahren? Gestern stand ich am Abgrund, heute bin ich einen Schritt weiter? Du steckst doch noch mittendrin und es geht weiter abwärts. Bei jedem Rückfall hast Du zu tun, dass Du wieder rauskommst, und Du wärst ja nun so ziemlich die erste, bei der das nicht mit der Zeit schwieriger wird.

    Du schaffst Dinge, die andere nicht schaffen? Na dann mach mal. Bis jetzt schaffst Du sie jedenfalls nicht. Ich glaube, Du möchtest das zwar gerne glauben, aber das würde dann schon anders aussehen.

    Aufhören muss man halt machen, das erledigt Reden nicht oder Schreiben nicht. Es ist ganz simpel, man muss nur erst das Glas stehen lassen, und das unter wirklich allen Umständen. Es gibt keine Ausreden und keine wirklichen Gründe, um zu trinken. Auch wenn die Welt um einen herum untergeht, das habe ich mir damals geschworen, das ist mir schnuppe. Egal was kommt, es ist alles nüchtern aushaltbar. Alles andere ist Rumeiern. Es liegt nur an mir - oder Dir - ob das klappt.
    Und "es ist schwer" ist kein Argument, wenn man sich mal anguckt wie nasse Alkoholiker oft enden. Damit möchte ich auf gar keinen Fall tauschen, aber Du ja vielleicht. Bis jetzt benimmst Du Dich ja so, wie wenn das nur ein Spielchen wäre...ja, aber eins mit dem Leben. Mit DEINEM Leben. DAS ist schwer und es wird noch viel schwerer, dagegen ist Aufhören eine der leichtesten Übungen.

    Triff mal die richtige Entscheidung, und zwar dann wenn es schwer fällt. Bislang gibst Du dem Druck doch einfach nach. Und wenn du dann mal ein, zwei, fünf Jahre trocken bist, dann kannst Du drüber nachdenken und mal gucken was im Rückblick von Deinen ganzen Erklärungen überhaupt stimmt und was Du Dir nur vorgemacht hast, Damit Du Dir damit die Erlaubnis zum Weitertrinken selbst erteilen konntest.

    Mich gehts eigentlich gar nichts an, aber ich glaube das nasse Geschwätz von Dir muss hier auch nicht unkommentiert bleiben. Wenn wir uns auf solche "Begründungen" einlassen würden, wie Du sie bringst, wäre hier niemand trocken geworden.

    Versteh mich nicht ganz falsch, ich wünsche Dir wirklich, dass es mal "klick" macht. Momentan siehts für mich einfach nicht danach aus. Aber so was kann sich ja ändern.

    Gruß Susanne


    Was mir auch immer bewusster wird, dass ich die Trinkgründe finden muss. Da tappe ich noch völlig im Dunkeln, aber die Frage taucht in der Gruppe immer mal wieder auf: "(...) was kannst du gerade nicht aushalten, sodass du denkst, Trinken zu müssen?"

    ich schreibe mal hier. Obwohl ich völlig anders ticke als Gerchla oder vielleicht auch Du, kommts mir so vor, als ob das vielleicht als Idee was bringen könnte. Ansonsten einfach drüberlesen und weg damit.

    Wenn ich das mit den Trinkgründen immer lese, denke ich manchmal, warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
    Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich aus einem trinkfreudigen Elternhaus komme. Vor mir mussten sie den Kirschlikör schon verstecken, als ich noch ein ziemlich kleines Kind war. Ich mochte das wie Schokolade und ich wurde die ersten Jahre auch sehr lustig, wenn ich was erwischt hatte. Und ich glaube, das erklärt schon ziemlich viel von den Trinkgründen, die angenehme Wirkung. Ich persönlich glaube, Gier ist eine ziemlich natürlicher Bestandteil der menschlichen Existenz, ein Überbleibsel aus der Zeit, als man noch nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen konnte, sondern es Vieles nur manchmal und in knapper Menge gab, so das man gucken musste, genug davon zu bekommen. Eine Überlebensstrategie, die durch wenige Generationen Überflussgesellschaft nicht überschrieben wurde.

    Oder anders gesagt, ich bin (im Einklang mit vielen Suchtforschern übrigens) davon überzeugt, dass "Problemtrinker" - also Leute, die mit dem Alkohol irgendetwas verdrängen - die Minderheit sind. Die meisten trinken erst mal wegen der angenehmen Wirkung. Und zwar im positiven Sinn, es geht um "haben". Sie wollen also mit dem Alkohol nicht von etwas weg, sind nicht auf der Flucht, sondern sie wollen wo hin, haben ein Ziel, nämlich das angenehme Gefühl. Evolitionär gesehen begleiten angenehme Gefühle etwas, was das Überleben fördert..bestes Beipiel Sex. Und Alkohol zeigt Kohlenhydrate, und Kalorien an, etwas, was man früher dringend brauchte. Heute kämpfen wir gegen die Verfettung, aber das war ja die meiste Zeit der menschlichen Geschichte nicht so.

    Ich hatte sicherlich einige Probleme in meinem Leben und auch in meinem Elternhaus, aber als ich in mich gegangen bin, bin ich zu dem Schluss gekommen, das das alles mein Trinken eben nicht erklärt. Erstens hatte ich eine Menge Probleme überhaupt erst durchs trinken, sprich wenn ich von vorne weg einen anderen Weg gegangen wäre, hätte ich die gar nicht bekommen (dafür wahrscheinlich andere ;))und zweitens habe ich einfach aufgehört, andere Lösungen zu suchen, da ich mir durch Alkohol und Drogen das Wohlbefinden (lange zumindest) recht einfach sicherstellen konnte und deswegen zu weiteren Bemühungen schlicht zu faul wurde. Ich musste mich gar nicht anstrengen, musste doch nur was konsumieren und dann gings mir gut.

    Dass das dicke Ende dann nachkam und ich dann irgendwann vor einem Scherbenhaufen stand, ist für mich erst mal nur die unmittelbare Folge des jahrezehntelange Konsums. Aber ohne die unmittelbare Wirkung der Droge kaum zu erklären. Ich glaube nicht, dass es da ein Grundproblem bei mir gab, das sich nicht auch anders als durch Suchtentwicklung hätte lösen lassen, das war nur der Weg, den ich gegangen bin, weil es halt erst mal recht einfach und angenehm war. Und ich glaube, das ist ziemlich "natürlich", jedenfalls natürlicher als sich anzustrengen, nur um sich anzustrengen. Leistung ist ja eigenlich kein "Wert an sich", sonden man strengt sich je erst an, wenn man anders nicht zum Ziel kommt, zumindest ist das bei mir so. Sonst liege ich lieber in der Sonne, salopp gesagt.

    Drogen haben nun mal Suchtpotential, einen gewissen Prozentsatz erwischt es, und das bleibt über Jahrzehnte und in sämtlichen Gesellschaftsformen etwa gleich, ist eine Eigenschaft der Droge Alkohol an sich. Wenn Du lange genug konsumierst (und dementsprechende Disposition hast), wirst Du abhängig, schietegal, was Du für ein Mensch bist. Deswegen sagt man ja, es kann jeden erwischen. Das ist eine multifaktorielle Angelegenheit, genetisch, sozial, lebensgeschichtlich. Klar ist es eine Krankheit, die man - wie Zuckerkrankheit - durch sein eigenes Verhalten teilweise selbst zu verantworten hat, dann warum hat man nicht früher aufgehört, aber das ganze persönliche dabei ist zum Teil einfach geistiger Overhead nach meinem Empfinden. Zum Aufhören braucht man es im Grunde nicht, dafür gibts es genügend Beispiele. Wenn Du das Glas lange genug stehen lässt, entwickelst Du Dich von ganz alleine nüchtern weiter, denke ich. Nur weil das schwer fällt, sucht man überhaupt nach den Ursachen in der Hoffnung, dass man es sich dadurch leichter macht. Was aber nur zum Teil funktioniert, denn bei vielen klappt es eben trotz Ursachenforschung nicht, während andere einfach aufhören. Also der Zusammenhang erscheint mir überhaupt nicht zwingend, sondern eher zufällig. Bei den einen klappt es so, bei den anderen nicht.

    Suchtentwicklung hat auch sehr viel damit zu tun, dass die negativen Konsequenzen erst mal ausbleiben, wegen denen man sich sonst eher bremsen würde. Angehende Alkoholier zeichnen sich unter Anderem dadurch aus, das sie weniger Kater kriegen und die angenehmen Wirkungen stärker spüren, das hat auch was mit körperlichen Unterschieden und dem Stoffwechsel zu tun, nicht nur mit der Psyche. Wer den Alkohol besser "verträgt", hat nachgewiesenmaßen ein höheres Suchtrisiko..damit beschäftigen sich ja ein paar Leute auch wissenschaftlich. Natürlich ist auch die Psyche dabei, denn Körper und Geist lassen sich nicht trennen und körperliches Befinden wirkt sich z.b unmittelbar auch auf die Stimmung aus. Aber der psychische Aspekt wird hier (im Forum) im allgemeinen sowieso sehr stark betont und nach meinem Dafürhalten eventuell zu sehr. Da kommen andere Aspekte machmal zu kurz vor lauter Kopfkino - meine ganz persönliche Meinung.

    Dass einem "danach" viele Probleme erst auffallen, ist für mich zum Teil logische Folge dessen, dass man viele verdrängen konnte, solange das Trinken für Wohlbefinden gesorgt hat. Man hat sie nicht erledigt, so lange Trinken gereicht hat. Deswgen hängen sie einem nach. Ansonsten ist das für mich zum großen Teil aber nicht unbedingt der Sucht geschuldet, denn es sind zu großen Teil ganz normale Problem die Nicht-Süchtige auch haben. Psychlologen haben nicht nur wegen Süchtigen so lange Wartezeiten, sondern deswegen, weil der Bedarf ganz allgemein sehr hoch ist.

    Ich ganz persönlich glaube, dass das nicht zuletzt damit zu tun hat, dass man viel zu sehr an sich selbst rumzuschrauben versucht und sich nicht einfach mal so sein lassen kann, wie man ist. Man verbiegt sich zu sehr und man ist das gewohnt, weil schon Erziehung zu erheblichen Teilen nicht anderes als Verbiegen ist. Ich bin Einzelkind, mir wurden die Erwartungen täglich aufs Butterbrot geschmiert, und ich glaube das ist ein ganz großer Teil, den man hinter sich lassen sollte. Wo wäre ich eigentlich gelandet, wenn ich schon als Kind einfach hätte machen können, was ich wollte, und vielleicht noch mit Hilfestellung und nicht nur mit Forderungen? (Natürlich habe ich auch was mitgenommen, Fähigkeiten, Eigenschaften, das muss ich deswegen nicht grundsätzlich bekämpfen, aber damit bin ich auch "falsch abgebogen", kann das also schon mal hinterfragen)
    Das hat mich z.B. dann beschäftigt, als ich eine Weile trocken war. Was wäre denn aus mir geworden, wenn man mich nicht immer angeschoben und getrieben hätte? Und was wird aus mir, wenn ich diese Rolle meiner Eltern nun nicht (internalisiert als Über-Ich) weiterführe, sondern mich einfach mal "sein" lasse? Wie bringe ich eigentlich diesen ganzen Überbau aus Erwartungen an mich selbst weg und spüre mich? Wie merke ich, wo ich hinlaufen würde, wenn ich mich einfach mal "gehen" lasse, wenn ich es einfach laufen lasse, statt mich selbst nur anzutreiben? Denn an sich hatte ich eher Angst, die Kontrolle mal zu verlieren, wenn ich nüchtern war, ich war da eher überkontrolliert. Ich hab mich sogar gefragt, ob das nicht lange Funktion meines Suffs war, da mal nicht so kontrolliert zu sein. Das ist aber auch schon wieder "psycho"...faktisch war es jedenfalls so. Ich habe ja gezielt auf den Kontrollverlust hingetrunken, ich liess mich dann gehen, anders als z.b ein Spiegeltrinker. Und nüchtern hab ich mir die Möhre wie dem Esel selbst hingehalten, Ziele verfolgt die gar nicht meine waren, bei eingehenderer Betrachtung. Die also eher abstrakt waren, was "her machten", mit denen ich mich aber nicht wohlgefühlt habe..weswegen es mich nicht hin gezogen hat. Die Unterschiede zwischen "treibe ich mich - oder zieht es mich" - wurden für mich relativ wichtig. Ist es mir ein wirkliches Bedürfnis, dann merke ich das...wobei da bei mir die Übung durch Meditation so über die Jahre eine Rolle spielt, denn da merke ich ziemlich deutlich, wie es mir geht.

    Es gibt genügend Untersuchungen, dass Leistungsdenken und Selbstoptimierung nicht unbedingt glücklich machen, zufriedenstellender wäre es oft, den lieben Gott einfach mal einen guten Mann sein zu lassen (ist hier bei uns ein Sprichwort) und einfach mal in den Tag hinein zu leben, wie man gerade Lust hat. Natürlich sollte der Kühlschrank dabei gefüllt sein, Essen ist schliesslich ein Grundbedürfnis. Kennst Du die Maslowsche Bedürfnispyramide?

    Befragungen an Sterbenden, was sie in ihrem Leben im Rückblick wirklich bereuen und was sie vielleicht anders machen würden, wenn sie noch mal die Möglichkeit hätten, ergeben regelmässig, das die meisten im Rückblick aus ihrer Sicht zu viel gearbeitet und zu wenig "gelebt" haben, zu wenige Freundschaften gepflegt und sich schöne Tage gemacht haben. Ja, hinterher ist man bekanntlich immer schlauer, jedenfalls versuche ich, das manchal zu berücksichtigen, da ich ja anders auf mein Leben zurückblicken möchte, wenn es mal so weit ist. Im Übrigen halte ich genau diee Fragestellung, wie will ich eigentlich mal auf mein Leben zurückblicken, für sehr sinnvoll, wenn man nicht so genau weiss, wo man hin will. Was werde ich unbedingt gemacht haben wollen, was ist unabdingbar, was nur "nice to have", was brauche ich gar nicht? Prio 1, Prio 2 , Prio 3... und das muss ja auch nicht starr bleiben, sondern manches ändert sich auch mit dem Älterwerden noch mal. Also kann man zum Teil auch "auf Sicht fahren" . Auf jeden Fall sind es oft eher die "kleinen Dinge" und nicht nur die großen Würfe, auf die man nach meiner Erfahrung auch achten sollte. Man lebt schliesslich jeden Tag und nicht nur in der Zukuft irgendwann. Dann hat man irgendwann auch tatsächlich gelebt. Und Wege entstehen beim Gehen.

    Jetzt reichts aber ;D

    Gruß Susanne

    Hallo Angela,

    wenn Du hier im Forum schon stundenweise gelesen hast, waren wahrscheinlich auch Beiträge von mir dabei, ich verzichte also einfach mal drauf, mich da zu wiederholen.

    Zu der quaifizerten Entgiftung kann ich nichts sagen, da ich erst mal alleine aufgehört habe und dann "nur" ein paar Sitzungen in der Suchtberatung hatte, Motivationsgruppe und Einzelgespräche zusammengerechnet Alles in Allem vielleicht 25 Stunden. Ich war noch nie selbst Patient in einer Entgiftung, habe nur schon ein paar Leute in Therapien besucht.

    Ich habe jedenfalls auch auf dem Land gelebt und musste schon zur Suchtberatung 25 km hin und das selbe wieder zurück fahren. Als ich mir dann Jahre später einen Therapeuten gesucht habe, bin ich sogar über 100 km gefahren.
    Gruppen haben mich erst mal überhaupt nicht interessiert, aber als ich mich dann mal umgeguckt habe, musste ich dann auch erst mal mindestens 20 km fahren, und dann passten die ersten Gruppen nicht mal. Ich hab ein paar Versuche gemacht, bin aber meistens nicht lange hingegangen, weil da für meine Gefühl wenig interessantes stattfand. Was möglicherweise mit dem "Land" zusammenhing, denn viel später bin ich dann in der nächsten Großstadt doch noch mit ein paar Leuten warm geworden. Also zu meiner Trockenheit haben Gruppen eher wenig beigetragen. Anfangs war mir das aber auch ganz recht, ich war an sich eher einzelgängerisch, als ich noch getrunken habe und auch die ersten Jahre danach.

    Es ist aber auch gar nicht mal so selten, das Alkoholiker mit verhältnismäßig wenig Unterstützung aufhören. Das wichtigste ist eh, das man es selbst will. Das kann einem niemand "beibringen".
    Ich habe gelesen, mir viel aufgeschrieben, was mich umgetrieben hat, bin viel spazieren gegangen. Ich musste mir im Gegesatz zu Dir zwar einen Job suchen, habe es aber auch genossen, dass ich erst mal einige Monate nur für mich hatte. Später habe ich öfter mal in Online-Foren gelesen. Vor 15, 20 Jahren gabs da mal welche in denen wirklich einiges los war. Entweder hat sich das geändert oder ich müsste mal suchen, aber heute wäre mir das auch eher zu viel.

    Mir kommt es beim lesen Deiner Beiträge jedenfalls so vor, dass Du viel Leerlauf mit dem Alkohol füllst. Auch als Du noch gearbeitet hast...wenn Du dann machen konntest, was Du wolltest, hast Du getrunken. Ich denke das wird das Hauptproblem werden und das werden/würden Gruppen und Psychotherapeuten auch nur teilweise füllen können, denn das sind nur wenige Stunden in der Woche und den großen Rest der Zeit wirst Du trotz allem ja selbst füllen müssen.
    Und da, denke ich, wirds eben drum gehen, dass Du lernst, auch mal im Garten zu liegen, ohne zu trinken. Oder Du suchst Dir sonst eine sinnvolle Beschäftigung, die Du dann ohne Alkohol ausübst. Ich bin z.B. selbstständig, muss aber auch nicht mehr sehr viel arbeiten, liege auch gerne im Garten und bezeichne als meine größte Begabung "Urlaub machen"...das kann ich besser als jede Arbeit, aber wenn ich dazu noch trinken würde, wäre der Spaß dann gleich vorbei. Ausserdem habe ich noch eine ehrenamtliche Tätigkeit, bei der ich auch ein bisschen denken muss und unter die Leute komme, ich neige nämlich nach wie vor dazu, das meiste alleine zu machen, also ich muss da auch gegensteuern. Denn mir tut es nicht gut, wenn ich nur im eigenen Saft schmore.

    Zur Not musst Du Deinen Radius für Gruppen oder Therapeuten halt erweitern. Wie Du schreibst, hast Du doch Zeit in der Gegend rumzufahren.

    Übrigens, ganz nebenbei, Du BIST drogenabhängig, denn Alkohol ist eine Droge und dazu sagar noch eine der schlimmsten überhaupt. Ich komme an sich aus der Ecke der illegalen Drogen und früher haben "wir" auf die Säufer immer runtergeguckt, weil Alkohol das Betäubungsmittel der braven Bürger war und ist, Alkoholiker waren ja die Feiglinge die sich nichts anderes trauten. Aber Alkohol bringt Dich mindestens so zuverlässsig um wie jedes andere Gift, um kaum eine Droge schädigt so viele Organe gleichzeitig. Und nicht wenige Junkies sterben dann an der Suchtverlagerung auf diese Alltagsdroge.
    Frag mal Suchtforscher, Alkohol wäre heute gar nicht mehr genehmigungsfähig, wenn er nicht so tief in unserer Kultur verankert wäre.
    Jetzt mach ich den Klugscheissmodus aber auch wieder aus.

    Jedenfalls, das muss man ernst nehmen wie jede Drogensucht, sonst würden nicht so viele scheitern oder dran sterben.
    In 4 Wochen können sie Dir in der Kliník da möglicherweise ein ganz gutes Handwerkszeug geben, aber die Änderung an sich wird im Normalfall viel länger dauern. Mit dem Handwerkszeug muss man dann natürlich "selbstständig weiterarbeiten".´Aber in Ländern mit weniger ausgebautem Gesundheitssystem geht es ja auch irgendwie. Also würde ich mich da vielleicht gar nicht so sehr drauf versteifen, dass es da unbedingt eine Betreuung geben muss. Trinken kann doch auch jeder selbst...will sagen, die Verantwortung fürs eigene Leben kann man sowieso schlecht abgeben.

    Gruß Susanne

    Guten Morgen Cantanda,

    ich finde es gut, dass Du es erst gar nicht so weit kommen lassen willst, das Du wirklich komplett abhängig wirst.
    Ich möchte Dir etwas schreiben, was Dir helfen könnte, aber es fällt mit zugegebererweise schwer, denn ich habe ganz andere Mengen getrunken und es fällt mir ein bisschen schwer, mich da hineinzuversetzen.

    Aber ich versuchs mal.

    Es könnte sein, das bei Dir der Alkohol wirklich noch nicht das Hauptproblem ist, sondern

    das

    Zitat

    Ich bin recht schüchtern .... Mit Alkohol war ich halt einfach entspannt und viel redseliger.

    und das

    Zitat

    Probleme mit Alk bekämpfe

    Da würde ich vermutlich ansetzen, an meiner Schüchternheit arbeiten und einen anderen Umgang mit Problemen lernen. Und dazu würde ich mir möglicherweise keine Alkoholikergruppe, sondern vieleicht eine andere Freizeitbeschäftigung, wo man auch mit anderen etwas zusammen macht und redet und sich dabei auch entspannt. Es gibt oft Gesprächsgruppen für "normale" Leute, ich kenne hier bei mir einen Gesprächskreis, wo man sich alle paar Wochen trifft und darüber redet, was einen so umtreibt, da ist der Alkohol nicht das Hauptthema, aber es sind auch Leute dabei, die nichts trinken.
    Wichtig wäre natürlich auch, das es kein Verein ist, wo der gemeinsame Umtrunk bei gemeinsamen Unternehmungen nicht zum Standard gehört. Oft bleiben dann tatsächlich nur Alkohol-Selbsthilfegruppen.

    Vielleicht hast Du ja auch sonst Interessen oder ein Hobbby, was Du mit anderen gemeinsam für Dich alkoholfrei ausbauen könntest.
    Das hilft sehr oft, die Probleme dann mit einen größeren Abstand zu sehen und zumindest ist man da ja auch mal draussen und weg davon. Natürlich auch nur eine Zeit lang, aber Alkohol löst die Probleme ja auch nicht, sondern Du verdrängst sie ja weil sie nicht lösbar sind, wie Du schreibst.

    Ja, da geht Dir vielleicht Deine Schüchternheit im Weg um, aber das Problem hättest Du auch in einer Alkoholikergruppe.
    Eventuell würde da auch ein guter Coach oder ein Psychotherapeut helfen können. Psychotherapeuten haben nur oft sehr lange Wartetzeiten.

    Ich meine, der Punkt, wenn ich das richtig verstehe, ist ja der, dass Du für Deine Probleme keine Lösung weisst, und weil Du so schüchtern bist, gehst Du damit nicht "raus" und redest mit jemandem darüber, sondern vergräbst Dich und trinkst heimlich im stillen Kämmerlein. Und das im Grunde, weil das für Dich einfacher ist, als aktiv etwas zu tun.

    Mal noch eine Verständnisfrage für mich:
    Kämpfst Du oft gegen den Drang zu trinken, musst du Dich täglich oder öfter beherrschen, nicht mehr zu trinken, ober kommt das Bedürfnis zu trinken denn auch nur an den Tagen, an denen Du dann trinkst?
    Für mich macht das einen Unterschied, denn es ist natürlich etwas anderes, wenn Du dauernd am kämpfen bist, als wenn Du nur diese einzelnen Tage überwinden müsstest.
    (Bei mir war es lange so, wenn ich einen Vollrausch hatte, hatte ich am nächsten Tag erst mal genug, musste erst mal wieder richtig fit werden. Hatte dann mehrere Tage keinen Gedanken an Alkohol bis sich der Druck dann wieder aufbaute. Und dann hab ich dem Druck nachgegeben. Bei anderen scheint es so zu sein, dass sie sich jeden Moment mit dem Druck beschäftigen müssen.)

    Und klar, DAS Grundding ist bei Dir nicht so viel anders als bei jedem Anderen. Wenn der Durst kommt, dann muss man sich natürlich beherrschen, sich sagen, Nein, es gibt jetzt nichts, ich mache jetzt etwas Anderes als zu trinken. Denn die Gewohnheit muss natürlich erst mal durchbrochen weden. Und man sollte dann tatsächlich auch etwas Anderes machen und eben nicht nur abwarten, bis es vorbei geht. Das macht es auf jeden Fall einfacher.

    Gruß Susanne


    Moin,
    Susanne, ich frag mich gerade, warum du das Verhalten eines

    rechtfertigst?

    die Frage darfst Du Dir dann auch gleich selbst beantworten.

    Und was Du noch so alles rausziehen willst, um hier ein Drama zu konstruieren, überlasse ich auch Dir.

    Ich bin jetzt raus.

    Du verstehst es nicht, oder?

    Vielleicht ist das eine Berufskrankheit, aber niemand gibt Dir das Recht von irgendjemandem hier den Wohnort oder ähnliches zu nennen. Egal ob Troll, jemand der unsinniges Zeug postet oder andere User.

    Mit der Moderatoren - Funktion übernimmt man auch Verantwortung. Mit der bist Du sehr "locker" umgegangen.

    das sehe ich ein bisschen anders.

    Den Troll würde wegen der Nennung niemand finden. Erstens wissen wir über den sehr wenig. Ausserdem ist das nur der nächste Netzknoten, der ausgelesen wird und über den er sich eingeloggt hat. Da kann er grade mal mit dem Auto durchgefahren sein und auf dem Smartphone getippt haben. Dann erscheint diese IP aus der Gegend.
    Damit ist gar nichts verraten. Ob er da wohnt, wer weiss das schon? An die Logfiles des Providers (Vorratsdatenspeicherung Brit) käme man ja trotzdem nicht dran, um die Nummer oder das Gerät zu sehen.

    Und irgendwie bringe ich für den Troll auch das notwendige Mitleid nicht auf, um das schlimm zu finden...

    Was die Moderatoren-Funktion angeht...heutzutage muss man froh sein, wenn man einen Dummen (sorry) findet, der seine Freizeit dafür opfert, sich schräg anmachen zu lassen. Greenfox hat neulich hier beschrieben, dass sie hier nicht mal die vollen Admin-Rechte haben, da sich der ursprünglich Verantwortliche ins Nirvana vertschüsst hat und nicht mehr aufzufinden ist. Von daher bezweifle ich sogar, dass die sogenannten Admins hier das IP-Logging überhaupt ausschalten könnten, selbst wenn sie das wollten. Vermute ich einfach mal so.

    Also ist das sowieso eine heikle Sache und ich denke, wenn Greenfox keine Lust mehr hat, dann wird der Laden hier halt zu gemacht. Wäre nicht das erste Forum seiner Art, das es irgendwann halt nicht mehr gibt. Das ist auch einer der der Gründe, warum ich mich auf seine Seite stelle, weil ich einfach denke, ich würde nicht tauschen wollen.

    Es wurde öffentlich gemacht, das sich der Poster im Raum Berlin befand. Deswegen weiss noch lange niemand, wer das ist.
    Da gibts schliesslich ein paar mehr Leute. Darfst Dich aber gerne drüber aufregen, wünsche Dir viel Spaß damit. Wenns hilft...

    Ich nenne meine Beiträge Beiträge.
    Und immerhin kommt so eine Reaktion ;D

    Und es interessiert mich tatsächlich nicht, wann Du das letzte Mal gesoffen hast, denn Du willst ja aufhören und nicht ich. Behauptest Du zumindest, ich glaube allerdings, Dir schmeckts noch zu gut. Klar kann ich mich irren, ist mir dann aber auch gerade egal.
    Und das ist nun mal nicht mein Problem, sondern Deins.

    Ganz schöne "Amtsanmaßung"! >:(

    Ich denke, dass ist hier ein anonymes Forum? Darf man sich nicht den Usernamen selber ausdenken oder müssen die genehmigt werden und zum Wohnort passen der dann "netter weise" noch erwähnt wird?

    zu mehr als zum rummeckern reichts wohl nicht, Perspektive-irgendwann?
    Schon morgens besoffen oder warum kannst Du nicht lesen? Wo war denn die Rede vom Usernamen?

    Greenfox hat doch nur nachgeguckt, ob der "Gruß aus dem Norden" zur IP-Adresse passt. Das kann jeder Admin einer Website.
    Und Dir kann das doch eh wurscht sein, Du trägst doch eh nichts konstruktives hier bei.

    Was Du hier beschreibst, hört sich ja auch wirklich vielversprechend an, was den Genuss angeht. Hähä. Sorry, ich bin da böse.

    Ich war mal bis ca. 24 polytox. Nachdem ich das aufgehört habe, wurde ich zum Alkoholiker. Plus Cannabis, das war für mich gar keine Droge, sondern Spielzeug. Und 50 Kippen am Tag.
    Gesoffen hab ich vorher auch schon, aber da lief das unter Beikonsum. War zwar auch zu viel, aber nicht die Haupt-Droge.
    Möglicherweise war ich auch mal Bordeliner, bin ne andere Generation da war das noch kein gängiges Thema, hielt aber ein Therapeut viel später im Rückblick auf meine Lebensgeschichte für möglich.

    Genuss-oder Gelegenheitstrinker.
    Kann Dir niemand verbieten, das zu probieren.
    Aber nach Deinem Eingangspost habe ich da Zweifel, ob das funktioniert. Den Suchtdruck wirst Du damit jedenfalls "füttern". Und du machst jetzt nicht gerade den Eindruck eines Menschen, der sich bremst, wenn er mal angefangen hat.

    Kontrollverlust gehört zur Suchtentwicklung. Und die meisten, die irgendwann so schlau geworden sind, es ganz zu lassen, haben es erst mal mit Kontrolle versucht. Nur, weil das bei fast keinem klappt, wird man ja dann so schlau. Und bei vielen ist das dann zu spät, sie schaffens dann gar nicht mehr. Die wüssten dann zwar, dass sie aufhören müssten, aber es geht dann bei vielen nicht mehr.
    Und die Argumente, warum man dann trinkt, werden dann um so ausgefeilter, je weniger man aufhören kann. Und Alkohol arbeitet sehr gründlich. Da ist dann bei vielen nichts mehr zu wollen. Aber vorher glaubt mans natürlich nicht, tja, Pech.

    Ausserdem verstärkt Alkohol in sehr vielen Fällen Depressionen. Erst scheint er zu helfen, sie zu lindern, und dann wirds davon noch schlimmer. Auch das eigentlich ein Grund es besser zu lassen.

    Wenn Du es unbedingt probieren willst, dann überleg Dir gründlich, was Du vom Genusstrinken überhaupt hättest. Wie groß wäre der Spaß, wenn Du Dich permanent kontrollieren müsstest? Würdest Du ein gesetztes Limit überhaupt einhalten? Und wie lange würde es dauern, bis dich das langweilen würde?
    Oder anders gesagt: was würden Dir 2 oder 3 Bier oder Gläser Wein bringen? Alles was drüber rausgeht ist kein Genusstrinken mehr. Und bist Du da in dem Zustand, wegen dem Du trinken willst? Bei mir gings im Grund immer ums besoffen sein. Ich konnte mich über lange Phesen immer wieder kontrollieren, aber dann habe ich halt wieder zugeschlagen. Und auch das wurde immer schlimmer.

    Und warum glaubst Du, dass Du nach 2 oder 3 Drinks mehr Selbstkontrolle haben könntest, wenn der Durst kommt, als nach gar keinem? Alkohol enthemmt, da gehts ja dann erst richtig los. Es ist eben nicht so, dass ein paar wenige Drinks den Druck nehmen.

    So richtig gut wurde es erst, nachdem ich alles hinter mir gelassen habe. Ich hab das alles in allem mehr als 25 Jahre so getrieben. Und ich begegne noch heute Leuten, wo es mich bei deren Erzählungen immer noch wundert, wie viel Glück ich hatte, dass ich da überhaupt irgendwann raus gefunden habe.
    Und ich kannte natürlich noch mehr solche Leute, mindestens die Hälfte davon ist schon lange gestorben.

    Denk einfach mal drüber nach, ob Du Dir mit dem Versuch des Genusstrinkens wirklich einen Gefallen tust. Bei dem Saufdruck, den Du jetzt schon hast. Man darf auch mal ein Problem auslassen.
    Letztlich ist es natürlich Dein Leben, damit kannst Du rumspielen wie Du Lust hast. Aber Du kannst dann natürlich schlecht behaupten, dass Du von nichts wusstest.

    Was mir noch grade einfällt, es gibt schon ein paar Maßnahmen gegen Suchtdruck. Zum Beispiel mal ein bis zwei Liter Wasser oder Apfelschorle in einer halben Stunde trinken. Das hilft tatsächlich.
    Oder aus der Situation rausgehen, spazieren gehen, was vernünftiges essen.
    Und natürlich die Phantasien stoppen, das Denken ans Trinken. Sich selbst sagen, Nein, es gibt jetzt einfach nichts. Der Suchtdruck geht vorbei.

    Das hilft allerdings alles nur, wenn man auch wirklich nüchtern bleiben will. Ich habe keine Ahnung, ob Du überhaupt schon so weit bist, dass Du ein Leben ohne jede Dröhnung überhaupt schon anstrebst.

    Guten Morgen Robin,

    tja, so weit, so gruselig. Wenn ich nicht früher selbst genügend Scheiss getrieben hätte, könnte ichs kaum glauben. Wegen Dir musste ich grade drüber nachdenken, wo ich mit 24 war. Da war ich auch grade mal kurz vor dem Verrecken.

    Den mahnenden Zeigefinger wirst Du ja kaum brauchen, denn was passieren kann, hast Du ja nun am eigenen Leib erfahren. Was den extremen Suchtduck angeht, kann Dir hoffentlich in der Psychiatrie und in der Reha weiter geholfen werden. Dagegen antrinken ist an sich keine gute Idee, denn damit hältst Du den Suchtdruck ja aufrecht. Der lebt ja davon, dass Du ihn immer wieder bedienst.

    Mir fällt grade nichts besseres ein als Dir zu schreiben, dass sich Dein zukünftiges Schicksal zwischen Suchtdruck und Todesangst entscheiden wird. Wenn Du da wirklich rauskommen willst, wirst Du leider auch was aushalten müssen. Einen leichten Weg wird es kaum geben. Ich wünsche Dir, dass Du das kannst. Dafür würde Dir dann aber auch irgendwann ein lohnendes Leben winken.

    Gruß Susanne

    Guten Morgen Bernd,

    ich will Dir nun auch mal meine Sicht der Dinge erzählen.

    Ich war auch Anfang 40, als ich mir überlegt habe, dass es so nicht weiter gehen kann und soll. Entweder ich saufe mich zu Tode oder ich reisse das Ruder noch mal um. Jetzt bin ich 60, trinke schon seit damals nichts mehr und sehe naturgemäss vieles anders als zu den Zeiten, als Trinken für mich Normalität war.

    Meine Probleme haben sich nicht alle in Luft aufgelöst, und für die, die ich gelöst habe, kamen einige neue. Jünger werde ich auch nicht. Allerdings käme ich schon sehr lange nicht mehr auf die Idee, dass trinken daran irgendetwas verbessern würde. Ganz im Gegenteil würde ich es heute so empfinden, dass ich mich durchs Trinken bei einer Problemlösung oder auch bei ganz normalen körperlichen Leiden eher selbst behindern würde und ein durchaus vorhandenes, reales Problem durch Trinken sogar noch vergrößern würde.

    Bei mir ist das aber schon lange so Normalität, das ich ehrlich gesagt nicht mal drüber nachdenke. Mir fällt das nur auf, wenn ich es bei Leuten, die sich das gerade überlegen, so wie Du, lese. Hier bei mir im stillen Kämmerlein ist das so selbstverständlich, wie ich damals was zum trinken geholt habe. Auch Nüchternbleiben wird zu Gewohnheit. Gottseidank würde ich mal sagen, denn ich persönlich würde vermutlich nicht die Disziplin dazu aufbringen, wenn das ein ewiger Kampf wäre. Es muss schon auch ein bisschen Leichtigkeit sein.

    Du schreibst, bei Dir hat sich das über 20 Jahre so entwickelt. Ja, das ist ein Lebensstil. Und den zu ändern erfordert eine gewisse Ausdauer.
    Und die Zeit, die diese Änderung insgesamt erfordert, orientiert sich in etwa an der Zeit, in der man diesen Stil entwickelt hat.
    Wege entstehen aber beim Gehen, Schrittchen für Schrittchen, und man kann den 10ten Schritt nicht vor dem fünften machen.

    Was ich sehr oft zu beobachten glaube und was ich Dir nahe legen möchte ist folgendes:

    Man denkt über seinen Alkoholkonsum nach und es fällt einem sehr deutlich auf, wie viele Baustellen im Leben man hat, die alle mit dem Alkoholkonsum irgendwie zusammenhängen und die man nun am liebsten alle auf einmal lösen möchte. Ein großer Wurf und das Leben wird völlig anders.
    Ich persönlich glaube, dass genau daran sehr viele scheitern. Man tauscht sich ein bisschen aus, sieht, was man alles tun müsste und tun möchte, und kommt dann zu dem Schluss, das die eigene Trinkerei dann vielleicht doch noch die einfachere Lösung ist. Bei dem, was man alles tun müsste, um da raus zu komnen, ist es vielleicht doch noch nicht so schlimm.

    Man überfordert sich mit dem, was man alles auf einmal will, und schafft dann genau das nicht. Und man unterschätzt die Zeit, die das dauert, und zwar ganz gewaltig.

    Und so Leute wie ich, die das ja alles schon hinter sich haben, tragen möglicherweise sogar dazu bei, den Berg sehr groß erscheinen zu lassen. Aber auch der wird Schritt für Schritt und mit den nötigen Pausen erstiegen, und Du musst sowieso nicht da hin, wo ich bin, sondern läufst dann da hin wo es Dir gefällt.

    Schliesslich bist Du ohne Abhängigkeit ja auch ein gutes Stück unabhängiger und freier, aber dazu musst Du aus der Abhängigkeit erst mal raus.
    So, wie ich Dich verstanden habe, stehst Du ja erst mal vor einem Entzug. Und auch wenn Du den schon hinter Dir haben solltest (war für mich nicht ganz eindeutig), ist es Deine erste und momentan einzige Aufgabe, erst mal nüchtern zu bleiben. Da es dabei, salopp gesagt, um die zweite Hälfte Deines Lebens geht, darf Dir dafür auch so ziemlich jedes Mittel recht sein. Das ist nämlich eine echte Weichenstellung, ob Du jetzt weiter trinkst oder ob Du aufhörst.
    Und Alkoholismus ist eine genau so tödliche Erkrankung wie Krebs, also den Stellenwert darfst Du schon hoch hängen. Krebs würdest Du vielleicht auch nicht im Alleingang behandeln wollen.
    Ich sagts mal so, bei einer Perspektive von 40 Jahren, Pi mal Daumen, die Du noch vor Dir haben dürftest, wäre nicht mal ein Viertel Jahr Langzeittherapie besonders viel, oder sogar 5 Jahre, die Du anderweitig kämpfst (so war meine Denke). Dafür kann man schon mal was aushalten.

    Was Du nicht unterschätzen solltest, ist die Wirkung des Alkohols nicht nur auf den Körper, sondern vor allem auch auf Dein Denken und auf Deine psychische Verfassung. Schon von daher ist es wichtig, das mal konsequent durchzuziehen und Dir überhaupt mal die Gelegenheit zu geben, ein neues Gleichgewicht zu finden.
    Ein Jahr, mit allen Ereignissen, die da so anstehen, Geburtstage, Sylvester, Urlaub, Fasching, Biergarten, Treffen mit Freunden und so weiter, damit Du das alles mal gesehen hast, weisst wie sich das für Dich nüchtern anfühlt, nötigenfalls mit zusammengebissen Zähnen einfach mal aushalten. Und Dich damit aktiv auseinandersetzen, was das mit Dir "macht". Wenns Dir nüchtern gar keinen Spass macht, kannst Du nach einem oder fünf Jahren immer noch wieder mit dem Saufen anfangen, läuft ja nicht weg, aber die Chance solltest Du dir wenigstens geben.
    Undf zielführender wäre es natürlich, aus dem, was Dir dabei auffällt, zu schliessen, was Du dann noch anders machen willst, damit es Dir auch nüchtern Spass macht. Langfristig gesehen sicher besser als dann deswegen wieder mit dem Trinken anzufangen.

    Ich finde es auch wichtig, den Fokus richtig zu setzen. Jammern, wie schwierig das ist, hilft wenig. Also schon wahrnehmen, wo es schwer fällt, aber die Aufmerksamkeit auf mögliche Lösungen richten. Was könnte man anders machen als bisher, aber erst mal auch nur auf die konkrete Situation bezogen, nicht immer gleich auf das ganze Leben. Ich habe mir z.B überlegt, dass ich nüchtern schliesslich auch noch was vom Leben haben will, nicht nur Verzicht, aber mir ist erst im Laufe der Zeit aufgegangen, dass es mir ja sogar viel besser geht. Das ist aber eher ein Gefühl als eine Kopfsache. Und bei mir ging das auch nicht ohne Schwierigkeiten, ich hatte auch gewisse Angewohnheiten, mit denen ich mich auch nüchtern in Schwierigkeiten gebracht habe, aber entweder ich will eben was dran ändern oder in der Scheixxe sitzen bleiben. Ich hab einiges gemacht, was ich saufend nicht mal mit dem Hintern angeguckt hätte, dafür gehs mir heute aber auch um Längen besser.

    Das ganze Leben ergibt sich dann irgendwann von selbst. Wenn Du trocken bleibst, wirst Du einfach anders leben als wie wenn Du weitertrinken würdest. Und vieles von dem, was Dir nüchtern wichtig sein wird oder Dich interssieren wird, wirst Du dann erst merken, wenn Du schon länger trocken bist, und nüchtern kannst Du immer auch noch was ändern, also das muss Dich jetzt nicht gar nicht so sehr beschäftigen.

    Nimm Dir jetzt nicht zu viel auf einmal vor, es ist beispielsweise jetzt überhaupt nicht wichtig, ob Du zum Sportler wirst. Mach was, womit Du Dich wohl fühlst. Sport kannst Du immer noch anfangen, wenn Du in fünf Jahren immer noch der Meinung bist, dass Du das möchtest. Wenn Du nüchtern bleibst, kannst Du das auch dann noch machen.

    Wie gesagt, jetzt besteht Deine Aufgabe erst mal nur da drin, nüchtern zu werden und das auch zu bleiben. Wenn es nicht anders geht, mit jeder Hilfe, die zu genau dem Zweck zur Verfügung gestellt und Dir sogar von den Sozialversicherungen bezahlt wird. Steh Dir dabei nicht selbst im Weg rum. Und das ist machbar.

    Gruß Susanne

    Im Übrigen würde ich an Deiner Stelle mal drauf gucken, ob Du nicht darauf geeicht bist, im nüchternen Zustand "Die Starke" zu spielen, Deine Gefühle zu unterdrücken, besonders die "unerwünschten" wie Wut und Trauer. Ob Du nicht den Alkohol brauchst, um im Selbstmitleid zu schwelgen und Deine Enttäuschung, Wut und Trauer (vor Dir selbst) überhaupt zulassen zu können. Ob Du saufen musst, damit Du "schwach" sein darfst.