Bei mir wars leider so, das die ersten Gruppen rein gar nichts waren. Aus der ersten wurde ich rauskomplimentiert, weil sie sowieso schon zu viele Leute - mehr als 25 - waren. In der nächsten nur Frührentner, die sich so weit kaputt gesoffen hatten, und ein Gruppenleiter der kurz danach einen Rückfall hatte, aber Predigten hielt, als ob er die Weisheit mit dem Löffel gefressen hätte. Der nächste wollte die Leute therapieren und wurde äusserst ungnädig, wenn man mal unentschuldigt fehlte (obwohl ich akut gar nichts von ihm wollte). Der bat mich dann auch, doch lieber ganz wegzubleiben, wenn ich nur unregelmässig kommen konnte oder wollte. Ich hatte dann genug davon.
Und es war halt auf dem Kaff, wenig Auswahl. Da hatte ich bald alle durch. Erst Jahre später bin ich rein aus Interesse in der nächsten Großstadt mal in eine Gruppe eines regionalen Selbsthilfevereins, da passte es dann. Aber ich musste jeweils eine Stunde hin und zurück fahren, also das habe ich auch nur gemacht wenns mir sonst ganz langweilig war. Und selbst da habe ich mich hinterher oft noch gefragt, ob sich das nun rentiert hatte.
Da war eine Uniklinik mit angegliederter Entgiftungsstation und offener und geschlossener Psychiatrie für Suchtkranke daneben, die sich Gruppen angucken mussten, da habe ich natürlich schon einiges mitgekriegt. Das war aber eher akademisch interessant, als dass es mir selbst wirklich weiter geholfen hätte.
Ansonsten war ich mein halbes Leben immer wieder in einer Szene von Alkoholikern und sonstigen Süchtigen unterwegs, die zum Teil ja auch gestorben sind, als ich selbst noch lange aktiv war, da hat mich grundsätzlich schon mal wenig gewundert. Daher hatte ich die ganze Thematik von Entgiftungen und Therapien schon mehrmals gehört, bevor ich selbst meine eigene Sauferei überhaupt als Problem empfunden habe. Ich habe vor allem später aber auch eine Art Doppelleben mit einem zweiten Bekanntenkreis geführt, die damit wenig zu tun hatten.