Beiträge von Susanne68


    Geschlagen hab ich mich nie. Hat man mir frühzeitig abgewöhnt

    mir nicht.

    Mir fallen eigentlich folgende Merksätze ein

    a) Du kannst Dich auf niemanden verlassen (meine Mutter)
    b) Du darfst Dir nie von Jemand Anderem etwas vorschreiben lassen (Mein Vater. War spannend, als ich das bei ihnen angewendet habe)
    c) Du musst Dich wehren können (ich wurde sogar mal in Karate gesteckt)
    d) Du hast eine gute Seele (meine Großmutter mütterlicherseits)
    e) nur Leistung zählt.

    Ich bin meistens zuerst angegriffen worden. Es bekamen auch immer die Anderen Hausverbot, wenn in der Kneipe was war. Bis auf ein Mal, aber da war es ein blöder Scherz, der mit Gewalt nichts zu tun hatte.

    Es war eigentlich im Rückblick schon interessant. Sie haben mir zwar x-mal gepredigt, wie oft ich ihnen auf den Sack oder Geldbeutel oder die Nerven gehe, aber sie haben auch frühzeitig und gezielt daran gearbeitet, dass ich dann gehen konnte.

    Und mein Vater war nicht nur bei mir so. Ein Arbeitskollege von ihm kam mal mit seinen Kindern, die hat mein Vater so in die Schuhe getan, dass er nie wieder kam. Da wurde mir das erste Mal klar, da gibts ein grundsätzliches Problem, nicht nur mit mir. Denn das war ja bei mir eines der Probleme, dass ich diese ganzen Vorwürfe mangels Vergleichsmöglichkeit sehr persönlich genommen habe. Und dann die Wechsel, mal war ich die tollste und dann wieder die Blödeste, die man sich vorstellen konnte. Als Kind hab ich das nicht überrisen, da hab ich geglaubt, ich bin tatsächlich so, wenn die das sagen.

    Lass uns das so machen, wie wir gerade mal Zeit haben. Jetzt muss ich schon wieder weg.

    Gruß Susanne


    Ich hab auf das, was mir widerfahren ist, anders reagiert als du, ich kam aber mit meiner Art und aufgrund meines Familienhintergrundes in keiner der neuen Klassen, in die ich aufgrund mehrerer Umzüge meiner Eltern geriet, an. In der dritten Klasse hatte das zum Beispiel damit zu tun, dass wir in einer ziemlich katholischen Gegend wohnten, meine Eltern aber unter der falschen Formel geheiratet hatten und wir demzufolge „Bastarde“ waren, mit denen, wie ich Jahre später erfuhr, mindestens ein Vater, Diakon in jener Gemeinde !, den Umgang verboten. An der weiterführenden Schule wurde ich von Mitschülern häufiger schikaniert, kommt leider in nicht so gut geführten Klassen vor.
    Ich hab deshalb die Einsamkeit gesucht, hab viel gelesen, war viel alleine spazierend und Rad fahrend in jener Gegend unterwegs.

    ich kenne dieses katholen-evangelen-Spielchen aus der Familie meines Partners, aber meine Eltern gingen nie in die Kirche, ich bin von daher eher religionsfern aufwachsen. Ich bin zwar konfirmiert etc, aber das blieb mir immer eher fremd.

    Ansonsten ist mir vermutlich auch gar nicht das gleiche passiert wie Dir. Erstens bin ich Einzelkind, und zweitens war mein Vater die Sorte Trinker, die trotz Konsum immer standen wie eine Eins. Er war bis zur Pensionierung in leitender Position bei einem Maschinenbau-Weltmarkführer und nach seinem Tod habe ich ein Abschiedsbüchlein gefunden, das ihm seine Kollegen/Untergebenen zur Pensionierung geschrieben hatten. Die standen da wegen seinem Können Spalier und hatten gleichzeitig fürchterliche Angst vor seinen cholerischen Anfällen.
    Und so habe ich ihn auch lange erlebt, mächtig und beängstigend. Er hatte ausser in seinen letzten Jahren nichts Hilfsbedürftiges an sich.

    Und meine Mutter ist bis heute als harte Frau bekannt und wie mein Vater senkte sie lange gnadenlos den Daumen, wenn etwas nicht so lief wie sie das wollte. Bis klar war, dass sie mich so verliert, ich hab sie vor die Wahl gestellt wie ihn übrigens auch.
    Es war absolut schwierig, sich da Anerkennung zu verdienen, denn das lief nach dem Motto, wenn Du das nicht schaffst, dann hast Du es auch nicht anders verdient. Mir wurde gesagt, dass meine Ausbildung finanziert wird, aber wenn ich nicht klar komme, dann habe ich eben Pech gehabt. Sie haben keine Zeit, sich drum zu kümmern, aber wehe die Noten passen nicht. Damit wusste ich aber auch, ich muss selbst "draussen", bei Lehrern etc. argumentieren.

    Ich nehme an, mein Vater hat seine vielleicht durchschnittlich 8 bis 10 Bier genauso irgendwo bis kurz vor Schluss einfach weggesteckt wie ich später meine Unmengen. Und natürlich waren alle Anderen standardmässig sowieso Arschlöcher, auf die man runterguckte, Respekt vor anderen stand da kaum auf dem Programm, den musste man sich verdienen. Ich hatte wahnsinnig zu kämpfen, um da überhaupt als Mensch wahrgenommen zu werden. Kinderkram war nichts für meinen Vater, für meine Mutter schon eher, aber es wurde strikt darauf geachtet, dass ich nicht verwöhnt werde.

    Von daher bin ich vieleicht auch (zu) früh erwachsen geworden, aber eher, weil ich auf mich allein gestellt war und weniger, weil ich die Verantwortung für meine Eltern übernommen hätte. Das wäre gar nicht gegangen.

    Auf der anderen Seite kann ich mich auch nicht verstecken. Mir sagen heute Leute, dass ich bis jetzt in jeder Menschenmenge sofort auf 300 Meter erkennbar bin. In jeder fremden Stadt werde ich von wildfremden Leuten angespochen, die annehmen, dass ich mich auskenne.
    Bei mir war das nach so einem Umzug als 5-Jährige mal so, draussen war eine Straßengang , 30 Kids von 5 bis 8, und ich wurde rausgeschickt und durfte die nächsten 5 Stunden nicht rein. Guck selbst, wie Du da klar kommst. Nach 5 Minuten war Schlägerei.

    Und ich war wahnsinnig schnell. Auf mich ging viel später mal ein Drogenhändler wegen Geld los, der war einen Kopf größer und sicher doppelt so breit wie ich. So schnell konnte der gar nicht gucken, bis er keine Luft mehr kriegte. Danach ist mir nie wieder was passiert.
    Und ausserdem habe ich die angenehme Eigenschaft, eher nach oben zu treten und die Schwächeren zu schonen oder sogar mit einzubeziehen.

    Besonders lustig oder peinlich war es mal, als ich einen sehr statusbewussten Chef hatte, dem dann der Kunde sagte "Ihre Chefin hat gesagt..."
    Ich kann da nichts dafür, ich wirke so. Ob ich will oder nicht.

    Gruß Susanne

    @amSee,

    es war nie nur meine Härte. Das ist mir durchaus bewusst.
    Ich vergleiche das gelegentlich mit einem Zahnarzt. Wenn der Angst vor dem Bohren hat, dann ist er kein guter Zahnarzt, trotzdem muss er natürlich auch einfühlsam sein und wissen, was er macht.
    Man darf in diesem Job keine Angst davor haben, auch mal ins Klo zu langen, weil es ist nun mal eine hässliche Krankheit.

    Wobei ich mit dem Klo ausdrücklich nicht Dich meine, aber so rund läuft es ja in den seltensten Fällen. Das ist ja auch so ein Púnkt, nur weil das bei manchen auch für mich so gut läuft, bin ich ja längst keine Wunderheilerin. Trotzdem möchte ich mir den Blick dafür bewahren, dass es auch klappen kann, nicht nur die Schwierigkeiten sehen. Dafür sind solche Rückmeldungen wie von Dir auch wichtig.

    Noch was zu dem Selbstwertgefühl. Ich hatte zum Teil in betrunkenen Zustand ein sehr aufgeblasenes Ego. Und grade, weil ich einerseits Minderwertigkeitskomplexe hatte und anderseits aber immer ein Talent, mir einen Fanclub heranzuziehen, hatte ich aber auch Angst vor meinem eigenen Größenwahn, vor meiner Hybris, vor meiner Guru-Seite. Ich muss mir bewusst machen, dass ich trotzdem nur mit Wasser koche, wie alle Anderen auch.

    Ich könnte mich jetzt durchaus noch länger mit Dir unterhalten, ja das wäre sicher interessant, aber hier pressierts gerade.
    Deswegen muss ich mich jetzt am Schopfe packen und mich in die Arbeit stürzen.

    Gruß Susanne

    Du vermutest richtig: Nichts. Alles freiwillig. :)

    Es geht sowieso nicht bei mir.
    Ich habe auch mal gelernt, wie wichtig "Nein sagen" und Selbstfürsorge sind.

    Ich bin neben meiner Rolle als Mit-Chefin unserer Firma ehrenamtliche Leiterin von zwei Arbeitsgruppen. Eine dritte Leitung habe ich neulich bereits abgegeben, weil es zu viel wird. Daneben gibt es noch Leute, die bei mir anrufen und sich erklärtermaßen lieber drei als nur eine Stunde mit mir unterhalten wollen.

    Ich bin auf der einen Seite froh und dankbar, dass ich diese Möglichkeiten habe und dass mir verschiedentlich der rote Teppich ausgelegt wird, wenn ich etwas machen möchte. Auf der anderen Seite kenne ich aber auch Leute, die in einen Burnout gelaufen sind, weil sie gar so unentbehrlich waren. Und spätesens dann, wenn jemand nicht mehr kann, merkt man, dass niemand unersetzlich ist.

    Ich hatte echt mal einen Super-Therapeuten. Und auch der hat mir gesagt, Leute, die es schaffen, rechtzeitig Pausen zu machen, halten länger durch. Mut zur Lücke ist eine existentiell wichtige Fähigkeit.

    Bei den Sachen, auf die ich mich bereits eingelassen habe, muss ich auch was liefern. Es ist eine Herausforderung für mich selbst, was ich da mache. Dadurch lerne ich sehr viel, bleibe geistig beweglich, habe Kontakte und Freunde, aber es passiert eben nicht so im Vorbeigehen, sondern ich muss da echt was reinstecken. Dafür ist es dann aber auch befriedigend. Und das kann ich nicht eben nicht unbegrenzt, für meine eigenen Ressourcen muss genügend übrigbleiben.

    Wenn man anderen empfiehlt, auf sich selbst aufzupassen, sollte man das für sich selbst ja besser auch tun. Und ich bin durchaus gewillt, das zu tun.

    Ansonsten habt Ihr mich überzeugt, ich bleibe jetzt mal wieder dabei, schön dass es Euch gibt, @ichso viel Spaß mit dem Auto, und ich glaube, Ihr versteht, dass ich trotzdem ziemlich beschäftigt bin.

    Gruß Susanne

    Guten Morgen am See,

    Deine Meldung hat mich ehrlich gefreut. Jemandem wirklich helfen zu können, ist das, was den Sinn hier macht.

    Andererseits ist es ein Teil meines Problems. Denn wie an anderer Stelle erwähnt, war ich ein beschädigter Mensch. Manches, was mir passiert ist, läuft sicher auch unter Trauma, jedenfalls führte es dazu, dass ich mich hässlich, nutzlos und unbrauchbar fühlte und keine Lust zu leben hatte. Mag mich ja sowieso keiner, und den Alten gehe ich eh nur im Weg um und kann die Erwartungen nicht erfüllen. So in dem Stil. Ich bin ja auch damit aufgewachsen, dass ich irgendwie immer falsch war und von daher am liebsten in der Versenkung verschwunden wäre. Bis ich den Alk und die Drogen für mich entdeckt habe und mich stark fühlen konnte.

    Es lief nicht so eindimensional und linear, aber schon in die Richtung. Und da fängt es heute schon an, dass ich das Gefühl habe, ich habe das schon so oft erzählt, dass es mir selbst schon zu den Ohren herauskommt.

    Was ich auch schon oft erwähnt habe, dass ich schon jahrelang in der Selbsthilfe unterwegs war. Und dass ich mindestens 20 (sehr tiefgestapelt) Leute kenne, von dene ich ganz ähnliche Rückmeldungen bekommen habe wie von Dir. So von wegen, schon hart, aber das hat es gebraucht etc.
    Mein Problem dabei ist (glaube ich, denn die tiefere Motivation kommt ja aus dem Unbewussten und ist gar nicht so so leicht zu ergründen, was ja Stand der Wissenschaft ist, man merkt nur, das einen etwas treibt, aber der innere Antreiber verbirgt sich - und deswegen erzähle ich es doch) , dass ich wegen meinen eigenen Dachschäden irgendwie schlecht loslassen kann, wenn ich irgendwo "wichtig" werde. Ich fühle mich da irgendwie verpflichtet und gebunden, weiterzumachen. Das füllt(e) auch das schwarze Loch in mir, was Du ja auch kennst. Und diese Bauchpinselei schlägt bei mir voll in die Kerbe, dass ich lernen musste, mich selbst zu mögen, und ich hab mich lange nicht nur nicht gemocht, sondern sogar gehasst. Passt wie Schlüssel zum Schloss.

    So, wenn ich helfen kann, dann mag ich mich, dann bin ich zu was nütze, habe eine Aufgabe, fühle mich gleichzeitig aber nicht mehr frei und unabhängig. Weil ich eben nicht nur aus Hilfsbereitschaft helfe (die ich aber habe), sondern das auch für mein Selbstwertgefühl gebraucht habe, und das fühlt sich für mich falsch an. Es ist in der Form auch nicht mehr zeitgemäß, da ich selbst mich entwickelt habe. Ich bin gar nicht mehr da, wo Du mich vermutest, und das fühlt sich auch komisch an.
    Musst Du nicht verstehen, es ist Selbstauskunft, wenn man vom 4-Ohren-Modell ausgeht. Das ist mein Innenleben.

    Deswegen muss ich ab und an völlig "weg", damit ich selbst das Gefühl habe, das wirklich von "aussen" zu betrachten. Geht mir übrigens auch in anderen Gruppierungen so. Ich war aus technischen Gründen während des Lockdowns auch die zentrale Gestalt in zwei anderen Gruppierungn (andere Themen, nicht Sucht'), weil über mich die ganzen Videokonferenzen gelaufen sind, da musste ich auch irgendwann mal ganz raus. Wird mir einfach zu viel, ich brauche dann das Alleinsein.

    Das war in Bezug auf Sucht und Alkohol alles kein wirkliches Problem, so lange ich selbst auch noch davon profitiert habe, wenn ich geschrieben habe. Heute habe ich aber das Gefühl, das ist bei mir oft nur noch ein leere Hülle, wenn ich mich zum Thema Alkohol äussere, weil das mit mir nichts mehr zu tun hat. Ich selbst entwickle mich dabei nicht mehr weiter, zumindest mal derzeit. Von meiner Seite her sind das alte Hüte, was ich erzähle, fühlt sich an, wie wenn meine Platte einen Sprung hat. Ich kann mein eigenes Geschwätz nicht mehr lesen, und wenn ich es nicht lassen kann, dann fühle ich mich "blöd".

    Und in meinem Inneren gibt es mehrere Teile (Thun'sches "Innreres Team") , die sich gegenseitig so fremd sind, dass ich oft Schwierigkeiten habe, mich selbst zu verstehen. Das hat möglicherweise damit zu tun, dass ich zweisprachig aufgewachsen bin und neben meiner auch in mehreren anderen Familien aus und ein gegangen bin (Vernachlässigung hat eventuell auch den Vorteil, das man machen kann, was man will) und von daher extrem unterschiedliche Eindrücke aufgnommen habe.
    Als ich in meiner einzigen Psychotherapie war, war mein Therapeut auch der Ansicht, bei mir ist eigentlich ziemlich viel noch Ok, ich muss hauptsächlich meine unterschiedlichen Teile besser integrieren, weniger zerrisen werden. Das lief dann auch über geführte Meditation, und so.

    Ja, ich lese hier noch, aber momentan meist eher oberflächlich.
    Es ist halt so, ich bin Informatikerin und sitze von daher von früh bis spät am Computer. Wir sind Dienstleister für den technischen Background größerer Internetportale. Wie das auf der Oberfläche aussieht, ist mir meistens relativ egal, Hauptsache funktioniert, fürs Aussehen sind die Grafiker und Designer zuständig. Meine Spezialität sind große Datenbanken. Aber ich bin sonst natürlich auch die Sorte "fragen Sie jemanden, der sich auskennt".

    Einen Fernseher habe ich nicht, ich kann keinen Bildschirm mehr sehen, wenn ich Feierabend habe. So von wegen Tatort, das reicht mir nach drei Minuten, wenn ich wo zu Besuch bin, wo die Glotze läuft. Ich lese dann lieber.
    Untertags scanne ich alles mögliche durch, wenn ich grade mal Ablenkung oder Pause von der Arbeit brauche. Zwei Tageszeitungen, zwei Wissenschaftszeitungen, zwei Alkforen (dieses und Du weisst schon), Facebook, mindestens. Ich bin ein Wissens- und Nachrichtenjunkie. Und absolut undiszipliniert, was Arbeit angeht. So lange es irgendwie läuft, und dsas tut es.

    Es ersetzt mir auch den Kaffeeklatsch im Büro, denn wir sind hier nur zu zweit und arbeiten in verschiedenen Büros an verschiedenen Projekten. Ich hab sonst tagsüber keinen Menschen um mich herum. Das ist der eine Punkt, ich will mich irgendwo unterhalten. Aber zum Unterhalten ist es mir wiederum hier zu wenig und im Parallelforum merke ich, das würde es auch nicht bringen, wenn ich mich da anmelde, weil das Thema für mich nicht mehr passt. Ausserdem ist mir das da zu restriktiv und geregelt, aber das wäre mir vielleicht sogar egal, wenn ich es irgendwie brauchen würde. Ich gehe ja hier auch in keine Selbsthilfegruppe mehr, weil ich nicht weiss, was ich dort sollte.

    In meinem eigenen Alltag ist Alkohol heute eines der uninteressantesten Themen überhaupt, und letztlich ist es auch nur das, was ich im Grund weitergeben kann. Man kann es komplett hinter sich lassen, selbst wenn man so eine Vorgeschichte wie ich hat. Wenn sogar ich das schaffe, warum schaffen es dann nicht alle, war lange meine zentrale Frage, die ich aber hinter mir gelassen habe.

    Gestern aber erst wieder einen Artikel gelesen, dass schlechte Nachrichten auch irgendwie süchtig machen, wenns rund läuft, dann wird das schnell langweilig. Über menschliche Katastrophen gibts mehr zu reden, fesselt einen mehr, und das ist bei mir auch dabei. Das ist ja auch der Grund, warum Nachrichtensendungen voll davon sind (oder warum man Tatort guckt), an der Stelle bin ich leider genau so blöd wie alle. Sensation seeking. Es wäre besser, sich aufs Positive mehr zu fokussieren, und das versuche ich.

    Und dann kommen noch die Themen dazu, bei denen ich heute denke, dass ich davon wirklich noch profitiere, und wo ich auch noch etwas tun will, und da muss ich ja auch recherchieren. Die haben mit Alk an sich nichts zu tun, aber ich profitiere trotzdem von dem, was ich da lange gemacht habe, weil ich in Bezug auf Leute durch die ganze Geschichte wesentlich realistischer geworden bin und mir besser vorstellen kann, was möglich ist, und was nicht. Ausserdem sind meine Sozialkompetenzen ganz andere geworden, weil ich schon vor ca. 17 oder 18 Jahren angefangen habe, deutschlandweite Treffen zu veranstalten (also das, was Du mir mal wegen Forentreff vorgeschlagen hast, habe ich schon mehrmals woanders gemacht) und das auch in das reingeflossen ist, dass ich mich auch in anderen Interessensgruppen "traue", was zu machen.

    Ja langweilig, Ich bin jetzt auch irgenwie langweilig. Bei mir passieren keine großen Katastrophen mehr.
    Jetzt war ich gerade mal eine Woche wandern in den Bergen, bisschen offline zur Abwechslung.
    Erst ging es schwer, wegen meiner Behinderung und wg. Corona fehlendes Training, aber dann jeden Tag besser, bis ich gestern fast normal laufen konnte. Meine Behinderung ist natürlich auch täglich präsent, aber da bin ich ja auch den Umständen entsprechend optimal eingestellt, da tut sich so gesehen auch nicht mehr viel und laufend drüber reden ist auch pillepalle. Ändert ja nichts dran.
    Aber da ist mir auch erst jetzt aufgefallen, wie lange ich mich deswegen geschämt habe, dass ich einfach nicht mehr so konnte wie früher. An sich hat mich das schon in meinem Selbstverständnis erst mal schwer getroffen, dass ich nicht mehr so fit bin, wie ich früher war, aber anfahngs waren es mehr die Schmerzen und die Kämpfe, die ich deswegen ausgefochten habe, bis ich mich wieder bewegen konnte.
    Dazu noch, früher war das eine der wenigen Sachen, die mich in meinem ganzen Chaos überhaupt über Wasser gehalten haben, dass ich raus konnte und auf den Berg gegangen bin, da sah die Welt für mich einfach anders aus. Und dass ich das nich mehr so konnte, da brach schon was weg.

    Und natürlich war die Behinderung anfangs ein schwerer Einbruch in meine zufriedene Trockenheit, obwohl ich nie auf die Idee gekommen bin, deswegen zu saufen. Es war mir immer vollkommen klar, dass es davon nur schlimmer werden könnte. Trotzdem war ich damals froh, dass ich schon mehrere Jahre trocken war und das anders bewältigen konnte, als wenn ich mich auch noch mit Sucht herumgeschlagen hätte. Aber seitdem kann ich irgendwie auch nicht mehr so einfach im Brustton der Überzeugung sagen, hör auf, dann wir alles besser. Es gibt eben trotzdem genügend Probleme, und oft habe ich aber gar keine Lust, das ausgiebig zu erklären, und ich denke manchmal sogar, das demotiviert wahrscheinlich manche, wenn man erzählt, was da trotzdem alles noch passieren kann. Grade am Anfang, wenn der Entschluss, aufzuhören, bei vielen noch auf wackeligen Füssen steht.

    Nu ja, jedenfalls geht es mir momentan besser, wenn ich mich mehr mit andernen Themen beschäftige, die mehr mit meinem (heutigen) Leben und vor allem mehr mit meiner Zukunft (Stichwort Alter) und weniger mit meiner Vergangenheit zu tun haben. Und da gibt es noch eine Menge zu tun, und ich möchte ja mein Leben auch nicht verpassen.

    So viel, obwohl ich einfach Dir auch mal Danke sagen wollte. Geht einfach nicht kurz, und mein heissgeliebter innerer Kritiker steht natürlich auch schon bereit, muss ich immer so eine Zumutung sein. Aber mir wars auch ein Bedürfnis, hier mal noch mal so was loszulasen.

    Ja, und ich wünsche Dir auch alles Gute (ebenfalls im Übrigen Ichso und wer sich noch angesprochen fühlt). Und ich möchte Dir sagen, dass ich es wertschätze, dass Du mir diese Rückmeldung gegeben hast.

    Gruß Susanne

    Hallo Baustein,

    ich versteh Dich teilweise schon, denn in diesen Typen mit dem Kind war ich auch total verliebt, obwohl ich mich da rational selbst nie verstanden habe, was mich da getrieben hatte. Das passte nie zusammen, trotzdem habe ich gelitten. Die Liebe ist ein seltsames Spiel, irgendwas war es halt, was mich da angezogen hatte. Aber ich hatte auch das Gefühl, ich musste davon weg.

    Zu mir noch, ich war natürlich selbst ein beschädigter Mensch. Mein Vater war ebenfalls ein aggressiver Trinker, der mich oft genug zusammengefaltet hat und mich seine Verachtung spüren liess. Meine Mutter in ihrer Not liess es auch oft an mir aus.
    Ich wollte mich als Kind schon gelegentlich umbringen.

    Dabei galt ich überall, in der Schule etc. als einer der intelligentesten Menschen, bei dem sich niemand vorstellen konnte, dass ich Probleme hatte. Wenn ich darüber reden wollte, wurde das überhaupt nicht ernst genommen, konnte sich bei der mir zugeschriebenen Schlauheit einfach keiner vorstellen. Dabei hatte ich sämtliche Gefühle unterdrückt und war der reine Kopfmensch. Ich war innerlich völig vereinsamt und wusste nicht, an wen ich mich wenden konnte. Daher habe ich auch ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Anderen.

    Aber wenn wir zusammen getrunken haben, hing der Hdann aussegen gerade und da wurde ich plötzlich ernst genommen. Und unter Alkoholeinfluss traute ich mich dann auch, aufzumucken. Unter Alkoholeinfluss war es mir auch möglich, etwas zu fühlen, nüchtern ging das anfangs gar nicht. Aber ich war auch sehr unbeholfen und praktisch ein sozialer Krüppel.

    Dementsprechend wichtig war der Alkohol für mich. Ich hatte lange das Gefühl, wenn ich aufhöre, kann ich mich gleich umbringen. Da ist nichts mehr von mir übrig. Erst als ich dann so vel gesoffen hatte, dass mich das auch beinahe umbrachte, setzte langsam ein Umdenken ein, ob das die einzige Möglichkeit zu leben war.

    Das nur noch zu dem, was da alles dranhängen kann. Und dass die Gefühle einen natürlich auch in die Irre leiten können.

    Ich wünsche Dir alles Gute
    Susanne

    Hallo Baustein,

    jetzt habe ich mich extra hier noch mal angemeldet, um Dir zu schreiben. Ich war längere Zeit hier und habe mich abgemeldet, aber Deines hat mich nun etwas beschäftigt. Vielleicht weil ich so eine ähnliche Situation erlebt habe.
    Ich lebe schon lange ohne Alkohol.

    Erst mal, so wie ich das bei Dir lese, war das ja noch keine feste Beziehung, sondern irgendwie erst im Entstehen. Da habe ich mehrere Möglichkeiten durch. Entweder ist nur einer verliebt, der andere nicht oder weniger, oder man stellt halt irgendwann fest, dass es nicht passt. Das gibt es in beiden Richtungen.

    Bei mir war es mehrmals so, dass es halt nach ein paar Wochen nichts mehr war. Eine andere Beziehung ging mehrmals auseinander und wieder zusammen, es funktionierte nie so richtig, aber wenn wir uns über den Weg liefen, dann war die Anziehung eben da. Da haben wir uns auch gestritten - und dann eben wieder versöhnt, bis ich eines Tages einen Schlusstrich gezogen habe.
    Bei Anderen dachte ich mir, wie konnte ich im Suff nur so blöd sein?
    Ich kenne das aber auch andererseits, dass ich unglücklich verliebt war und derjenige nichts von mir wissen wollte, das tat dann auch weh, war aber nicht zu ändern.

    Richtig sauer wurde ich mal, als mich jemand dazu bringen wollte, mit ihm Kinder zu haben, die ich nicht wollte. Da bin ich absolut ausgestiegen. Wenn ich das Gefühl habe, dass mich jemand in eine Richtung bugsieren will, in die ich nicht möchte, kann ich total sauer werden, mit allen Begleiterscheinungen wie Rumschreien und beleidigen.
    Und da habe ich mich von demjenigen getrennt, obwohl ich meinerseits sehr verliebt in ihn war und bei mir starke Gefühle dabei waren. Ich hab mir aber ausgerechnet, dass ich in der Beziehung unglücklich werde und da dachte ich mir, da muss ich nun durch. Länger als ein halbes Jahr wäre das nicht mehr gegangen, dann wäre sowieso Schluss gewesen, weil ich mich zu sehr hätte verbiegen müssen. Ich hab mit Alkohol nachgeholfen, das machte es für mich einfacher, den Kummer weggesoffen. Ich habe aber nicht deswegen angefangen, angefangen habe ich bereits in meinem Elternhaus, da wurde immer viel getrunken, für mich war das normal.

    Im Übrigen konnte ich es absolut nicht ab, wenn mich jemand wegen meiner Sucht bemitleidet hat. Ich hab das die längste Zeit sowieso nicht als Sucht gesehen, sondern dass ich das so wollte. Ich wollte weder für schwach gehalten werden noch wollte ich mir die Sauferei ausreden lassen, wer daran rütteln wollte, und sei es auch nur unterschwellig, war automatisch mein Feind. Für mich gab es beim Saufen nichts tragisches, und aus meiner Sicht ging das auch niemanden was an, ich war der Meinung, es ist mein Körper, und wie ich mit dem umgehe, ist ausschliesslich meine ganz private Angelegenheit.
    ..dass meine Sauferei auch andere in Mitleidenschaft gezogen hat, habe ich erst gesehen, nachdem ich aufgehört hatte. Davor war jeder, der sich daran gestört hat, ein Arxxxloch für mich.

    Mit meinem jetzigen Partner streite ich mich auch. Das gehört bei uns zur Beziehung, aber wir kennen uns auch und wissen, wie wir damit umgehen. Bei uns gehört das dazu, ehrlich zueinander zu sein, da sagt man sich eben auch mal die Meinung. Das fing aber auch erst mal nur mit Sex an und geht nun über 30 Jahre. Wir haben Stürme überstanden und sind im Grund glücklich miteinander, wir sind so. Ich bin weder besonders harmoniesüchtig noch sonderlich romantisch, ich sage ímmer direkt, was ich denke. Und umgekehrt, nicht gesucht und trotzdem gefunden.

    Als ich noch getrunken habe, habe ich Vieles in den falschen Hals bekommen und Alkohol hat ja auch die Wirkung, zu enthemmen. Zum Teil habe ich absoluten Blödsinn geredet, nur um meine Wut irgendwie rauszulassen und dem Anderen weh zu tun, auch meinem heutigen Partner. Mit Sicherheit teilweise total gestört und daneben. Ich hatte dann zum Teil richtiggehende Wutausbrüche.
    Ich bin auch nüchtern relativ explosiv und giftig, habe aber auch schon viel daran gearbeitet. Zum Teil steckt das aber auch einfach drin und ich konnte es nicht ändern, obwohl ich mich bemüht habe, gehört wohl zu meinem Grundcharakter. Das macht es für Andere nicht immer einfach mit mir. Und für mich ist es auch nicht immer einfach.

    Aber dieser Teil an mir hat natürlich auch seine Vorteile, wenn ich jemanden los werden und mir vom Leibe halten möchte. Oder wenn ich mich sonstwo durchsetzzen möchte. Deswegen habe ich mich mit dieser Eigenschaft auch ausgesöhnt.
    Bereut habe ich es nur, wenn etwas kaputt ging, was ich gerne bewahrt hätte. Ansonsten hat es mich eigentlich nur interessiert, dass ich nicht so ausfällig wurde, dass man mich hätte anzeigen können. Also harte Meinung ist für mich nur ein Problem, wenn es wirklich strafrelevant ausfällig wird. Und gewalttätig bin ich nicht, also da passiert mir auch nichts.

    Von daher würde ich sagen, wenn ich die Beziehung beenden wollte, dann habe ich es nicht bereut, wenn es für den Anderen hart wurde. Für mich gings dann nur darum, weg zu kommen. Ich hab das nur bereut, wenn ich selbst gerne noch was wieder geflickt hätte. Ansonsten, Schwamm drüber. Und auch bei meinem Partner bereue ich das nur, wen ich tätsächlich nicht recht habe, was natürlich vorkommt.

    Gruß Susanne

    AmSee,

    am Anfang warst Du so begeistert von mir, dass es mich genervt hat, wie Du mich mehrmals gelobt hast, und dass Du gerne anhänglich geworden wärst. Und ich hab Dir geschrieben, das ich mich zu meiner Hässlichkeit (also zu den harten Seiten an mir und auch zu denen, mit denen Du Schwierigkeiten hast) bekenne. Von daher gar nicht so schlecht, wenn Du das nun kritisch siehst. Jemanden gehen lassen ist an sich weder positiv noch negativ, manchmal ist es auch nötig, vielleicht verstehst Du, was ich meine.

    Ich hab öfter geschrieben, dass ich hier nicht Alleinunterhalterin sein wollte und dass ich hier eigentlich nur aufgeschlagen war, nachdem mein Vater – am Alk - gestorben war.

    Dann hab ich hier irgendwann vor 2 oder 3 Jahren angefangen, zu antworten, weil ich mich mit der Materie wahrscheinlich verhältnismäßig gut auskenne und weil es hier ja auch gar nicht so viele Schreiber gibt, die sich die Mühe machen, zu antworten.
    Und ich habe auch Forenerfahrung und Suchthilfeerfahring, spielte da sogar mehrere Jahre lang eine Hauptrolle, ich habe aber auch hier geschrieben, dass ich in diese Rolle nicht mehr kommen wollte. Das wollte ich tatsächlich vermeiden, ich konnte es aber nicht so recht vermeiden. Auch ich komme nur bedingt aus meiner Haut.

    In den Foren, in denen ich war, war wesentlich mehr los als hier, und im Grund machte es immer die Mischung unterschiedlicher Charaktere. Es braucht ein paar Verständnisvolle, und es braucht ein paar Leute, die denen, die sich selbst was vormachen, den Kopf waschen. Keiner kann allen helfen. Und je mehr Leute eigentlich desto besser.

    Ich bin aber auch der Meinung, man muss sich immer darüber im Klaren sein, dass man sich hier im Internet befindet und nicht in einem Therapie- oder Krankenzimmer, also man ist hier nicht in einem geschützten Raum und es liegt auch nicht jedem die therapeutische Sprache. Ich möchte schon ab und an so schreiben wie mir der Schnabel, äh, die Griffel gewachsen sind.

    Mir wurde und wird zwar schon sehr viel Menschenkenntnis nachgesagt, aber ich habe auch ein absolut unsentimentales Verhältnis zur Sauferei und auch zum Alkoholismus. Ich bin halt einfach direkt. Das ist nur meine eigene Überlebensstrategie, denn so habe ich aufgehört und so habe ich mich auch von meinem Elternhaus gelöst. Und wenn ich lese, wie es Dir und anderen Ekas geht, möchte ich nicht tauschen. Ich bin auch froh, dass ich den Scheixx hinter mir habe, und da bin ich mir so dermaßen die Nächste, dass es mich nicht interessiert, ob das jemanden verletzt, wie ich darüber denke.

    Ansonsten war ich schon, als ich erst 10 Jahre trocken war, der Ansicht, dass ich von den Neulingen innerlich schon zu weit weg bin, und jetzt, 20 Jahre davon entfernt, interessieren mich Themen, die vermutlich niemandem beim Aufhören helfen, und von daher war ich zunehmend genervt, dass es hier immer weniger Leute wurden und ich von daher im Verhältnis immer wichtiger wurde.

    Ich hab schon länger den Absprung gesucht, und ich wollte in Dir keine Gesprächspartnerin, sondern jemanden, der den Job übernimmt, hier jedem zu antworten, oder so ähnlich. Das war auch der Grund, warum mich das genervt hat, dass Du verschwunden bist. Ob Du Dich öffenst oder nicht, musst Du wissen, das interessiert mich zu wenig. Dass Du wieder aufgetaucht bist und nun fleissig antwortest, das ist das, was mich interessiert hat. Und da Du ja auch näher dran bist als ich, finde ich das auch richtig. Also immer zu.

    Nach diesem Nachtrag bin ich wieder weg.

    Gruß Susanne

    Moin Samira,

    mich haben schon viele Leute zu ändern versucht. Einige davon waren mir wichtiger als Du, deswegen habe ich trotzdem gemacht, was ich wollte.

    Klar, Du darfst das schlecht finden, wir haben hier Meinungsfreiheit. Du darfst auch Dampf ablassen, völlig OK. Solltest aber bedenken, dass es Deine Nerven sind, wenn Du Dich über mich aufregst.
    Ich bin aber auch nicht im Wahlkampf, und ob Du das gut oder schlecht findest, ist Deine Angelegenheit. Für mich tritt sich das fest.

    So ein Forum dient für mich dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch, und ich denke, was Erfahrungen angeht, habe ich ein bisschen Vorsprung vor Dir. Ich habe schon viele gesehen, die es geschafft haben, und ich habe schon viele scheitern sehen, und da macht man sich eben ein Bild.

    Informationen gebe ich in der Regel freimütig heraus. Und ich mache das auch schon eine Weile, da weiss ich sowieso, dass man es nicht allen recht machen kann, und das will ich auch gar nicht. Draussen in der Welt musst Du ja auch mit Widerständen umgehen. Sieh es als Gelassenheitsübung oder Training.

    Ich fühle mich allerdings auch nicht dafür verantwortlich, ob jemand aufhört oder nicht. Bin ich definitiv auch nicht, denn wir sind hier alle erwachsen und jeder kann machen, was er will. Ich hab auch keinen Vertrag, dass ich jemandem helfen müsste.

    Es schüttet sich den Alkohol jeder selbst in den Hals und jeder ist auch selbst verantwortlich dafür, ob er aufhört oder nicht. Wenn jemand weiter säuft, bitte, wegen mir darf er das. Das hat mit mir erst mal gar nichts zu tun. Ich beobachte das nur, und wenn jemand keine erkennbaren Fortschritte macht oder beratungsresistent ist, dann sage ich das. Wenn ich grade Lust dazu habe, sonst kann mir das auch mal ganz egal sein.

    Erkenntnis hätte für mich seinen Vorstellungspost gestern einfach wieder hier rein kopieren können, denn es hat sich nichts geändert.
    Deswegen muss ich trotzden nicht recht haben und wenn es dann einer schafft, bei dem ich das nicht gedacht hätte, dann gönne ich ihm das, aber das sehe ich bei User Erkenntnis definitiv noch nicht.

    Fürs Pampern bin ich nicht zuständig, das darfst Du machen. Und da Du ja so stolz drauf bist, dass Du es alleine geschafft hast, kann Dich das ja gar nicht jucken, was ich schreibe.

    Und ich wollte hier sowieso nicht mehr so viel schreiben, ich hab volles Arbeitsprogramm, also schönen Tag noch.

    Gruß Susanne


    Wenn du stolperst, hinfällst - und wieder aufgestanden bist - gehe nicht sofort weiter.
    Laufe zurück und gehe an der Stelle vorbei, an der du gefallen bist.

    Kinder können irgendwann laufen. Du nicht.


    unzählbare weitere Versuche zwischen einer Woche und zwei bis drei Monaten

    unzählbar plus 1 und immer noch nichts dazu gelernt.

    Selbstverarschungsprofi.

    Der letzte Beitrag ist mir verunglückt.

    Die Frage ist, wie viel Respekt brauche ich, um zu sein, wie ich bin? Muss mich dafür jemand respektieren, damit ich Ich sein kann, heute, in meinem Alter? Oder ist es nur die Angst vor dem Alleinsein, dass Du niemanden verprellen möchtest? Mich interessiert Souveränität weit mehr als Respekt. Wenn mich jemand damit unter Druck setzen will, dass er mich sonst nicht mehr mag, hat er meistens schon verloren.

    Ich meine, diese ganzen Streitereien, die ich in den letzen 20 Jahren schon hatte, und bei denen ich ganz sicher nicht mit Samthandschuhen angefasst wurde, sondern wo andere schon versucht haben, mich wirklich schmerzhaft zu treffen, haben mich noch nie dazu gebracht, wieder mit dem Saufen anzufangen. Davon bin ich nicht abhängig.

    Bei uns gibt es ein Sprichwort:
    Was man an Achtung verliert, gewinnt man an Gesundheit.

    Und...hör Dir mal die Pflegekräfte an, wie sie heute darüber denken, was sie von dem Klatschen auf den Balkonen unterm Strich hatten. Von diesem Respektgedusel. Kein Cent mehr, dafür noch mehr überlastet, von so einer Einmalzahlung mal abgesehen, viele denken ans aufhören. Denn das, was sie wirklich brauchen, ist nicht Respekt, sondern vernünftige Arbeitsbedingungen. Respekt gibts im Dutzend billiger, deswegen ist er so beliebt, vor allem bei denen, die ihn verteilen.

    Respekt

    Wortbedeutung "Rückschau"

    Jemanden berücksichtigen. Im positiven wie im negativen Sinn.

    Aber auch..aufpassen, dass man nicht hinterücks überfallen wird. Deswegen guckt man nach hinten. Man berücksichtigt die Folgen. Etwas, was einem selbst oder einem Ereignis nachfolgt, das kommt ja auch von hinten, oder danach. Nach mir, nach jetzt.

    Respekt hiess bei uns zu Hause in erster Linie, Angst vor Strafe zu haben. Respekt hatte man vor Leuten, die einem weh tun konnten.

    Übrigens....

    Danke, Greenfox, dass Du meine Erfahrungen bestätigst.

    Eins meiner Probleme als Kind war, dass meine Mutter nichts glauben konnte, was sie nicht selbst erlebt hatte. Alles was ich erzählt habe, wurde in Zweifel gezogen oder oft auch als blanke Lüge bezeichnet. Bis es dann sowieso egal war, was ich erzählt habe, sie hat ja eh nichts geglaubt. Was sie nicht kannte oder was nicht sein durfte, konnte einfach nicht sein. Meine Wahrnehmung musste schon da von anderen bestätigt werden, sonst hätte sie mich für verrückt erklärt. Für mich gabs kaum was Schlimmeres.

    Das ist auch ein Punkt, jemanden nicht ernst zu nehmen, einfach nichts glauben. Oder sich nicht die Mühe machen, auch mal sich selbst zu hinterfragen, ob man was falsch verstanden haben könnte.

    Nachträglich alles Gute zum Geburtstag.

    Und ich glaube, ich habe heute vor 20 Jahren mein letztes Bier getrunken, und den letzten Schnaps. Aber das Datum und die Anfänge weiss ich schon gar nicht mehr so genau. Ich weiss auch nicht mehr, wie ich die ersten Tage verbracht habe.

    Brit

    ignorant und arrogant habe ich es empfunden, wie Du die Frage nach der Impfung einfach auf Impfneid herunterreduziert hattest. Und da war bei Dir Ende der Fahnenstange, Du hattest Deine Meinung und damit kam an Dich nichts mehr ran.

    Wie geschrieben, so wie es in Deinem Post da stand. Ich weiss nicht, wie es mit Deiner Gesprächspartnerin war, was da für Untertöne waren. Da war nämlich ich nicht dabei. Aber das hatte ich auch so erwähnt.
    Ich lese bei Dir aber schon öfter heraus, dass Du aus dem, was Du zu hören glaubst, Vorwürfe konstruierst, für die sich Deine Gesprächspartner vor Dir rechtfertigen müssen. Und Du verlangst das dann ziemlich penetrant. Da ist Respekt bei Dir eine ziemlich theoretische Angelegenheit, und wie Du beim Neid selbst erwähnt hast, fällt das wohl oft Leuten auf, die selbst keinen haben.

    Ich habe ich noch mich nie mit meinem Respekt vor anderen gebrüstet, ich muss diesen Anspruch nicht erfüllen. Ich darf blöd sein. Ich muss nur Regeln einhalten.

    Und ich werds Dir nicht weiter erklären. Ich war jetzt ein paar Tage nicht hier, das hat mir gut getan, und ich rede schon lange genug davon, dass ich auch noch was Anderes vorhabe.

    Meine Meinung über Dich ist die, das ich Dich demnächst auf meine Ignorier-Liste setze. Die Forensoftware und damit die Regeln hier geben das her.

    Für Deine Verständnisprobleme bin ich wie gesagt nicht zuständig. Ob Du das verstehst, kann mir egal sein. Und was hätte ich konkret von Deinem Respekt?

    Neid auf Leute, die trinken konnten, hatte ich nicht. Schnauze vom Saufen voll heisst Schnauze voll.

    Neid hatte ich tatsächlich auf Leute, die leichter glücklich wurden als ich. Denn die waren da, wo ich hin wollte. Und da hatte ich keinen Plan, ich dachte, das kommt wesentich leichter, wenn ich aufhöre. Aber ich habe sie nicht dafür verantwortlich gemacht. Und umgekehrt denke ich natürlich auch, warum soll es Anderen besser gehen als mir? Ich hab ja schliesslich auch was dafür getan, dass es heute anders ist.

    Impfneid habe ich auch nicht. Aber ich werde jetzt Ende Juli, in drei Monaten, endlich geimpft sein. Und natürlich ist Terminchaos, Telefonansage "Bitte versuchen Sie es später mal Tag noch mal", dann online, da war es aber auch gut versteckt. Und da haben am selben Tag wie ich Andere, mit denen ich gesprochen habe, auch keine Termine bekommen. Also Glück gehört auch dazu, oder man hat Zeit, den ganzen Tag am Telefon zu hängen. Dass das manche Leute irgendwann nervt, ist für mich nachvollziehbar.

    Und natürlich wird man da gefragt, wie man es geschafft hat, einen Termin zu bekommen.
    Wenn ich da jemanden frage, wie er früher einen Termin gekriegt hat, dann hätte ich gerne eine freundliche Antwort. Sonst wächst nur zwangsläufig mit jedem Tag meines Lebens die Zahl derer, die mir den Buckel runter rutschen können.

    Und wenn Du bezweifelst, was ich in Selbsthilfegruppen erlebt habe, dann bezweifelst Du das halt. Du warst nicht dabei. Vielleicht spielte bei dem Rauskomplimentieren auch eine Rolle, dass ich bei einem Profilneurotiker nicht unterwürfig genug war. Der dachte nämlich, jetzt ist er Gruppenleiter, da kann er endlich anderen vorschreiben, was sie tun sollen. Weil er bis jetzt im Leben noch nie was zu sagen hatte, jetzt endlich darf er auch mal.

    Hat Dir übrigens schon mal jemand erzählt, dass es deswegen so viele Gruppierungen gibt, weil da so viele Leute nicht miteinander können und deswegen neue Gruppierungen gründen? Damit man sich aus dem Weg gehen kann. Kenne ich mehrere Beispiele, Einzelgruppen und ganze Vereinsgründungen, Hauptsache, nichts mehr miteinander zu tun haben, weil es sonst nur kracht. Und da kannst Du anderer Meinung sein wie Du Lust hast. Ich hab dann auch eine Meinung über Dich.