Beiträge von Susanne68

    Hallo Lisa

    Nur für den Fall, dass Du es noch liest.
    Hier haben viele getrunken, und ich kenne es z.B auch, dass ich am nächsten Morgen aufgewacht bin und mich gefragt habe, was ich wieder für Scheisse gebaut habe. Dann habe ich mich durch den Tag gechleppt und am Abend fiel mir nichts Besseres ein, als deswegen wieder zu trinken. Nicht nur deswegen, denn eigentlich war ich ja sogar froh drum, dass ich einen "vernünftigen" Grund zum Saufen hatte. Denn gesoffen habe ich sowieso, auch ohne Grund. Gründe sind halt eine schöne Ausrede, da muss man sich nicht eingestehen, dass man es braucht, weil man abhängig ist.
    Und irgendwann war es dann sowieso egal, weil ich praktisch nichts mehr zu verlieren hatte.

    Mich hatte mein Partner nach vielen Streits verlassen, weil ich besoffen unerträglich für ihn war. Und ich erst mal: toll, dann kann ich endlich ungestört saufen, ausserdem hat mich das natürlich auch runtergezogen, und das habe ich auch wieder mit Saufen bekämpft. Man weiss ja wie es geht, nech. Bis ich ein paarmal mit diversen Verletzungen morgens aufgewacht bin, weil besoffen wieder mal gegen irgendwelche Schränke geflogen war, und ich in meinem Elend hilflos im Bett lag und nur noch beten konnte, dass das mal wieder vorbei geht.



    Es muss also unbedingt etwas geschehen, bevor mein Leben zu Grunde geht.

    Du schreibst, dass Du wegen Deinen Problemen trinkst, und jetzt hast Du ein Problem, dass davon kommt, dass Du im betrunkenen Zustand wohl für mehrere Leute unerträglich bist.
    Also Du trinkst wegen Problemen, die Du nur wegen dem Trinken hast. Ein Teufelskreis.
    Wenn Du nicht mehr trinken würdest, dann hättest Du diese Probleme gar nicht.

    Das Gute ist, wegen Deinen tollen Textnachrichten brauchst Du manchen Leuten nun nichts mehr vormachen zu wollen, die wissen jetzt, dass bei Dir die Kacke am Dampfen ist.

    Das Schlechte ist, dass vom Trinken die Nerven immer dünner werden, und je mehr und je länger Du trinkst, desto weniger hältst Du die Folgen Deines Trinkens nüchtern aus. Der psychische und auch der körperliche Entzug werden immer schlimmer, und Du weisst ja, was zumindest anfänglich hilft, nämlich Saufen. Dafür wird es hinterher aber immer schlimmer.
    Und weil aber Deine Nerven schon blank liegen, kommst Du aus dem Kreislauf ohne Hilfe möglicherweise nicht mehr heraus. Und so lange Du denkst, aber nur ein bisschen, dann wärs einfacher, läufst Du wieder mit dem Kopf gegen die Wand.

    Ich bin vor 21 Jahren zur Suchtberatung, weil ich das Gefühl hatte, entweder ich mach jetzt richtig was dagegen, oder es ist sowieso vorbei mit mir.
    Und genau passend dazu sagte mir die Psychologin dort, das sie mir nur dann helfen können, wenn ich bereit bin, das Trinken sofort und absolut vollständig zu lassen. Wenn ich da noch rumdiskutiert hätte, hätten sie mich wieder weggeschickt.
    Aber ich war zu meinem eigenen Glück so weit, dass ich genau das wollte, ich wollte sofort aufhören, weil ich die Schnauze von genau solchen Geschichten, wie Du sie hier schilderst, und von meinem eigenen Zustand, absolut voll hatte.

    Möglicherweise ist Dir das alles vom Verstand her klar, aber Du kannst es nicht umsetzen. Sehr wahrscheinlich hast Du auch Angst vor dem Aufhören und weisst nicht, wie es ohne Alkohol denn weiter gehen soll. Dazu kann ich nur sagen, die meisten, die aufhören, sind hinterher froh deswegen, und es geht viel besser ganz ohne Alkohol als vorher mit der ganzen Sauferei.

    Alkoholismus ist eine Krankheit, aus der in den meisten Fällen nicht mehr alleine heraus findet. Schlecht für eine selbst, wenn es nur keiner merken soll. Das Gute ist, es gibt eine Menge Hilfsangebote, Therapien, Selbsthilfegruppen, Bücher. Und Kranken- oder Rrentenversicherung bezahlen sogar dafür.

    Das Schlechte dabei ist, "es geschieht" überhaupt nichts. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung, nämlich die, dass es weiter abwärts geht.
    Nur Du selbst kannst die Entscheidung treffen, dass Du aufhören willst und dass Du Dir Hilfe dazu holst.


    gerade Probleme führen leider dazu, dass ich wieder zur Flasche greifen

    Tja, nech, da hast Du jetzt ja Gelegenheit, Dir zu überlegen, ob Saufen die Probleme wirklich leichter macht.
    Ich seh jetzt nicht ganz, warum ich Dich aufbauen sollte, ich bin vielmehr der Meinung, dass solche Gelegenheiten das Denken befördern.
    Ich bin auch der Meinung, ein bisschen aufbauen (und dann bei nächster Gelegenheit weiter trinken) werden Dir nicht sehr viel weiter helfen. Mit ein bisschen Kopftätscheln wird es da nicht getan sein, da musst Du schon ernsthafter was tun.

    Was willst Du selbst denn für Konsequenzen daraus ziehen?

    Ich will nur noch mal kurz was zu den Revoluzzergedanken sagen.

    Ich hab früher oft rein aus Trotz gesoffen und Drogen konsumiert. Vor allem wenn jemand gemosert hat, wollte und musste ich demjenigen ja zeigen, dass er mir rein gar nichts zu sagen hat.

    Nur, alle Anderen können sich umdrehen und gehen, aber ich sass dann selbst in meiner eigenen Scheisse. Und ich konnte nicht von mir weg.
    Und ich hab nur mir selbst geschadet. Das ist halt der Punkt. Heute schädige ich mich nicht mehr selbst, nur um jemanden zu ärgern oder um mich selbst zu behaupten. Das heisst noch lange nicht, dass ich deswegen besonders angepasst bin, aber ich überlege mir, was ich mache.


    Das ist richtig. Aber würde Dir Susanne68 das gefallen? Möchtest Du an einem Forum teilnehmen, in dem sich die Mitglieder ausschließlich in ihrer Meinung selbst bestätigen?

    ich gehe keinem Streit aus dem Weg, solange das Sinn für mich macht. Aber Du bringst hier ne Menge Themen und kommst irgendwie vom hundertsten ins tausenste und für mich stellt sich dann die Frage, was ich denn davon habe, mit Dir zu diskutieren. Für mich ist das hier eine Freizeitbeschäftigung, weil ich sowieso am Computer sitze. Ab und an erreiche ich jemanden, das reicht mir in diesem Zusammenhang. Und ansonsten will ich ein bisschen Spass hier. Ich bin nicht hier in diesem Forum, um die Welt zu ändern oder zu retten. Aber ich weiss eine Menge über die Sauferei.

    Und Dir wirds nicht anders gehen wie mir, wenn Du ein Thema hast, was Dir auf den Nägeln brennt, musst Du Leute finden, die das ebenso interessiert, wie Dich. Ich hab nicht den Eindruck, dass Du hier viele Mitstreiter findest. Und mir würden bei Dir schon Gegenargumente einfallen, nur habe ich dann da nichts davon, weil mich das gar nicht betrifft, was Du erzählst. Also lass ichs.

    Ich kenne Leute, die haben eine eigene Selbsthilfeorganisation aufgebaut, weil sie z.B mit AA nicht klar kamen. Ich habe andere Punkte, an denen ich engagiert bin, aber das läuft auch nicht mit "hätte, hätte, Fahrradkette", sondern ist in erster Linie Arbeit. Und Frustrationstoleranz, denn auf mich haben auch nicht alle schon lange gewartet, sondern das ist "dicke Bretter bohren".


    Ha ha, ja gesperrt. Für Dich heißt doch "nicht benehmen können" lediglich unübliche freie Gedanken zu haben, nicht angepasst zu sein, autonom und unabhängig zu denken.

    hier ist nun mal eine private Website und eben nicht der Staat, hier kannst Du genau so rausfliegen wie aus einer Privatwohnung.

    Was willst Du eigentlich erreichen? Hier ist weder die zentrale Beschwerdstelle für Therapien noch für Selbsthilfegruppen.
    Selbst wenn hier alle Deiner Meinung wären, würde das nichts an Deinem Ärger ändern und Du könntest genau so gut mit der Wand reden.
    Und mir z.B. ist das doch Latte, was Dir da passiert ist, was erwartest Du denn? Ich bin genau so frei wie Du und ich muss Dir nicht helfen, wenn ich keine Lust dazu habe.

    Ich bin aber auch nicht Deiner Meinung, denn es gibt immer welche, die sich was rausziehen, was sie brauchen können, und welche, denen das nichts bringt. Egal wo, das ist ja nicht nur bei Therapien so.

    Und wenn Du Hilfe willst, bist halt Du als erstes gefordert. Und Du gehörst auch zu denen, bei denen man dss Geld umsonst rausgeschmissen hat. Als nasser Alki den Trockenen erklären zu wollen, wo es langgeht, zeugt höchstens von geistiger Minderbemittlung. Wenn Du wüsstest, wo es langgeht, bräuchtest Du ja niemanden. Dann wüsstest Du ja, wie Du aufhörst.

    Wozu dann die Aufregung, wäre dann meine nächste Frage, wenn Du sowieso alles besser weisst. Dann hat Dir ja auch niemand geschadet.

    Was ich schreibe, ist übrigens auch von der Meinungsfreiheit gedeckt.

    Liebe Kristin,


    Natürlich gibt es auch Leute, die es alleine schaffen/geschafft haben. Aber ich kenne nicht wirklich jemanden, der es so geschafft hat (hier im Forum gibt es 1-2 Leute).

    ich gehöre zu den ein bis zwei Leuten.

    Aber das ergab sich eben so, weil es mir leicht fiel.

    Anfangs dachte ich, das Aufhören wird sicher furchtbar, und ich war einige Male bei der Suchtberatung und hatte sogar angefangen, den Antrag für eine Langzeittherapie zu bearbeiten. Dann habe ich aber gemerkt, dass es mir ohne Alkohol so viel besser geht, dass ich nichts vermisse, sonst hätte ich nicht alleine weiter gemacht. Im Prinzip war mir das gar nicht so wichtig, ob alleine oder mit Hilfe, ich wollte es nur unbedingt schaffen und war bereit, alles dafür notwendige zu tun. Und dass es dann doch einfach war, habe ich dankbar zur Kenntnis genommen. Die ersten Monate waren es erst mal nur die offensichtlichen Dinge, es ging mir körperlich sehr viel besser, und die ganzen Selbstvorwürfe wegen dem Trinken waren auch weg.

    Ich weiss ja gar nicht, was Du vor hast. Andere haben ja schon einiges dazu geschrieben.

    Ich selbst hatte halt immer die Vorstellung im Kopf, dass Alkohol einfach dazu gehört. Normale Erwachsene trinken täglich Alkohol, so bin ich aufgewachsen. Wenns mir gut ging, gabs was zu feiern, und wenn es schlecht ging, konnte ich mich wegbeamen. Usw usf, mit der Zeit gehört Alkohol dann überall dazu, weil es ohne nicht mehr geht. Dann trinkt man, weil die Sonne scheint, genauso so gut, wie weil es regnet. Irgendein Grund findet sich dann immer.

    Lange hatte ich versucht, es zu kontrollieren, Trinkpausen gemacht, aber eines Tages sah ich klar vor mir, wenn ich anfange, dann endet das mit schöner Regelmässigkeit in einer Situation, in der es mir beschixxen geht und in der ich mich selbst dafür hasse. Ich hatte einen Trinkstil, wenn ich angefangen habe, dann habe ich getrunken, bis ich absolut voll war und nicht mehr konnte. Dabei hatte ich mich, gerade weil ich die Pausen gemacht habe, lange nicht mal als Alkoholikerin gesehen, ich hielt das "nur" für Missbrauch. Ist aber egal, Alkohol ist trotzdem ein Zell- und Nervengift.

    Ich war auch immer davon überzeugt, dass ich jederzeit aufhören könnte, wenn ich das wirklich wollte, und immerhin das hat sich am Ende ja bewahrheitet. Aber erst mal hab ich mich mit Händen und Füssen jahrelang dagegen gewehrt, weil ich dachte und das sichere Gefühl hatte, ein Leben ohne Alkohol ist einfach sinnlos. Erst als es mir schlecht genug ging, fand ich, es wäre ja mal einen ernsthaften Versuch wert, wie das eigentlich so wäre.

    Nachdem ich aufgehört hatte, habe ich nüchtern ziemlich viel über meine Trinkzeit nachgedacht, war ja auch fast mein ganzes Leben. Und dann fiel mir auf, dass es schon sehr lange keine Situationen mehr gegeben hatte, in denen mir Alkohol geholfen hatte oder wo es mir vom Trinken wirklich besser gegangen wäre. Als ich mit dem Trinken angefangen hatte - eigentlich schon als Kind, weil es bei meinen Eltern immer was gab - war es vielleicht wirklich noch lustig, aber später glaubte ich das nur noch und hatte mir selbst etwas vorgemacht. Als ich das mal richtig betrachtet hatte, verging mir jede Lust, zu trinken. Ich fand das nur noch widerlich.

    Ausserdem habe ich mich damit beschäftigt, was Alkohol im Hirn anrichtet und wie der Alkohol, wie praktisch jede Droge, das Belohnungszentrum und die Motivation kapert und es damit immer schwieriger wird, ohne Alkohol noch Freude am Leben zu haben. Es gehört zur Suchtentwicklung, das Alkohol alles andere ersetzt und sogar wichtiger wird als zwischenmenschliche Beziehungen oder Sex oder sonstige Erfolge. Das wäre jetzt aber ein längerer Text und dafür gibt es Literatur.

    Und klar, das hinterlässt erst mal eine Lücke. Trinken füllt leere Zeit, und zum Trinken muss man sich zu nichts aufraffen, ausser den Stoff zu bekommen und vorrätig zu haben. Das muss mann dann natürlich irgendwie anderweitig füllen. Ich hab nach einem halben Jahr Yoga und Meditation angefangen, weil da auch der Gedanke ans abschalten dabei war, ausserdem ist es gesund. Und mit der Zeit merkt man dann, dass man sich auch anderweitig ändert. Ausserdem gehe ich gerne und viel raus ins Freie, aber das habe ich früher auch schon getan, sogar beim Wandern gesoffen. Deswegen bleibt Bewegung trotzdem gesund und ist auch gut für die Stimmung. Aber natürlich gibt es auch andere Beschäftigungen.

    Ich bin 21 Jahre trocken, erst neulich stand ich in einem kleinen Laden, wo die Schnapsflaschen an der Kasse aufgereiht waren, und ich musste da längere Zeit warten. Genau solche Sorten, bei denen ich früher zugelangt hatte (ich hab viel Schnaps getrunken, wenn ich dabei war). Ich hab mir dann einen Spass draus gemacht, mir das vorzustellen, wie ich mir so eine Flasche aufmache und trinke. Einfach nur gruselig, wie es mir dann gehen würde. Mir wirds schon schlecht, wenn ich nur an den Geschmack im Mund denke. Und was ich mal an der Wirkung gefunden habe - ich kann mich dran erinnern - kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Es ist mir total fremd geworden. Ich guck mir das an und dann jagt es mir einen wohligen Schauer über den Rücken, dass ich das hinter mir habe. Es ist wie irgendein Gruselfilm, den man sich anguckt, den man aber nicht erleben will.

    Deswegen ist mein Leben trotzdem kein Ponyhof und auch nicht immer lustig, aber ich glaube keine Sekunde, dass vom Trinken für mich irgendwas besser oder einfacher werden würde. Ich schreibe Dir das, weil das für mich kein Verzicht ist. Heute liebe ich es, nüchtern zu sein. Und bei Schwierigkeiten dachte ich mir vor allem anfangs immer, es gibt Leute mit größeren Schwierigkeiten im Leben, als ich sie habe, und die schaffen das auch nüchtern und sind oft sogar noch besser gelaunt als ich. Es trinkt ja nicht jeder. Also muss es ja auch anders gehen. Daran hab ich mir Beispiele genommen.

    Es kann sich auch rentieren sich anzugucken, was man mit dem Trinken für Erwartungen verbindet, was man noch positives dabei findet. Das ist ja auch das, wa seinen oft noch am Aufhören hindert, neben der Angst, wie es ohne werden wird. Und dann einerseits mal abgleichen, ob das überhaupt noch so funktioniert, wie man das glaubt (bringts tatsächlich noch das, was man sich davon erwartet, oder macht man sich was vor), und andererseits zu überlegen, wie man das, was man damit erreichen möchte, anderweitig und gesünder bekommen kann.

    Und unterm Strich habe ich nicht mit Willensraft aufgehört, die braucht man zwar auch, aber die Einsicht, wie Sucht funktioniert und das es ohne besser geht, und dass ich mir in Wirklichkeit nicht schaden will, war eindeutig mindestens genau so wichtig.

    Fang an, es lohnt sich.
    Gruß Susanne


    Aber was den Alkohol betrifft, so hat mir der Aufenthalt in der Klinik nicht geholfen.

    kann ja sein. Du selbst hilfst Dir aber auch nicht, denn Du säufst ja. Bis vor ein paar Tagen jedenfalls. Damit machst Du Dein Problem ja auch größer.

    Ich konnte mich anfangs kaum auf jemanden einlassen, ich hatte auch immer Bedenken, das die mich manipulieren und verbiegen wollen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwierig, so jemandem dann zu helfen, der keine Hilfe annimmt, gar nicht annehmen kann, weil er Angst hat, dass ihm ein Zacken aus der Krone bricht oder dass er untergebuttert wird oder irgendwas. Oder weil man sich auf der Suche nach dem eigenen Weg nicht stören lassen möchte. Das mag ja teilweise auch seine Berechtigung haben, aber dann muss man es tatsächlich alleine schaffen. Und wenn man das dann nicht schafft, sieht es schlecht für einen selbst aus.

    Ich sage ab und an, vor dem Schnapsregal ist jeder mit sich alleine. Es nimmt einem niemand ab, dass man den Alkohol selbst stehen lässt. Alles Andere können nur Hilfsmittel und Werkzeuge sein. Die braucht man, oder man braucht sie nicht.

    Was bringt Dir die Diskussion über Therapeuten und Gruppen, wenn Du das Problem mit dem Alkohol hast? Natürlich kann man sich da drüber unterhalten, aber was bringt es Dir? Müsstest Du da nicht erst bei Dir selbst anfangen? Oder wartest Du, dass Dir jemand die Windeln wechselt Dich jemand vor Dir selbst rettet?
    Bist Du enttäuscht, dass die das nicht für Dich richten können? Die können Dich nicht ändern, kannst Du nur selbst.

    Und willst Du überhaupt aufhören, oder suchst Du nach Möglichkeiten, das zu kontroliieren? Wäre ja auch mal interessant.
    Fakt ist, DU greifst zur Flasche, sonst wärst Du ja nicht hier. Weder Therapeuten noch Gruppen werden Dich fesseln und Dir den Alk in den Hals schütten. Was ist da mit Deiner Macht über Deine eigenen Finger? Hast Du Deine Hände nicht unter Kontrolle, säufst Du gegen Deinen eigenen Willen?

    Und ich habe z.B. keine Macht über Dich. Sonst würdest Du nämlich ganz einfach nie wieder was trinken, weil ich das so will. Will ich aber gar nicht haben. Ich diskutiere aber auch nicht lange mit Dir. Ich muss Dich nicht retten.

    Tjo...
    Endlich mal jemand, der alle Alkoholiker und Therapeuten kennt. Ein echter Experte, dachte ich mir.

    Scherz beiseite. Ich hab weitestgehend alleine aufgehört, da hat man solche Probleme nicht. Und als ich dann nach einem Jahr Trockenheit oder so mal in eine Gruppe gegangen bin, fand ich auch nicht alles gut. Ich habs meist nicht lange ausgehalten.
    Und ich hatte früher mal den Ehrgeiz, es allen zu zeigen, dass es auch anders geht. Bis ich dann selbst irgendwie vorn dran war. Das war das, warum ich eigentlich dabei geblieben bin. Weil ich das Geschwätz nämlich auch nicht abkonnte. Hat mich herausgefordert. Ich mache auch nur, was man mir sagt, wenn es mich überzeugt. Sonst eben nicht.

    AAber..ich habs auch geschafft und kam dann nicht nach Rückfällen angekrochen.
    Gegen das, wie ich getrunken habe, bist Du Hobbytrinker. 5 Liter Bier am Tag? Ich hab 3 Liter Schnaps getrunken, wenn mir danach war. Und nicht nur alle paar Monate.
    Bei dem bisschen brauchst Du Gruppe und Therapie? (etwas provokativ in den Raum geworfen)? Ein der leichtesten Übungen, würde ich sagen.

    Du musst gar nichts. Wer sollte Dich denn zu irgendwas zwingen können?
    Wenn Du so, wie Du es machst, da hin kommst, wo Du hin willst, passt doch alles. Wo ist das Problem?

    Oder wolltest Du dich nur mal ausheulen? Alle sind so böse zu Dir?
    Mann, Alter, wenn Du das alleine machen willst, dann kräht kein Hahn nach Deinem individuellen Weg. Machs doch einfach. Was jammerst Du hier rum?

    Zum rebellieren braucht man halt andere, gegen die man rebellieren kann, das wird das Problem sein. Alleine im Wald machts keinen Spaß. Ich kenn mich da aus, hähä. Ich hab auch so ne rebellische Ader, mich interessiert aber mehr, ob mir das was nützt, was ich mache.

    Wie willst Du denn jetzt weiter machen?

    Gruß Susanne

    Liebe ichso,

    ich bin auch alt und schwerbehindert, trotzdem gibt es für mich ein Leben VOR dem Tod.
    Natürlich nehme ich auf meine Einschränkungen Rücksicht, wenns muss, aber trotzdem richte ich mich in meinem Lebensstil eher nach Gesunden als nach Kranken. Den Deckel können sie mir drauf machen, wenn ich mal 2 Meter tiefer liege, und vorher bin ich ziemlich stur, wenn ich was will.

    Ich lass mich doch von meinem früheren Leben nicht an meinem heutigen Leben hindern, gehts noch? Ich hab doch nicht aufgehört, um lebenslang die Kranke zu spielen. Manche suhlen sich ja richtigehend darin, dass sie lebenslang alkoholkrank sind. Von denen halte ich mich auf Abstand, weil sie mir nicht gut tun. Ich wollte gesund werden..und ich glaube, das bin ich, was Süchte angeht. Und meine Manie..mein Arzt meint ja, dass es mir da ZU Gut geht. Fühlt sich dann auch so an. Aber Alk interessiert mich da auch nicht.

    Alkohol könnte mir erst dann was, wenn ich ihn saufe, und da hab ich klare Vorstellungen davon, wann das der Fall sein könnte. Nämlich dann, wenn mir das nüchterne Leben keinen Spass mehr macht. Wenn ich darin keinen Sinn mehr sehen würde. Also mache ich, was ich will und was mir gut tut, und ich frage da keine Alkis, ob ich das darf und kann. Früher haben sie mir immer gesagt, ich soll nicht so ne große Klappe haben, Suchtgedächtnis, Rückfälle, pipapo, ich werd schon nach sehen, was passiert, aber jetzt bin ich 21 Jahre ohne, glaubst Du, das juckt mich noch, was die sagen?
    Alkohol ist für mich eine Brühe, die passiv im Regal steht, bis ich die Entscheidung treffe, dass ich mir ihn in den Hals schütte. Ansonsten kann der mir rein gar nichts.

    Und wenn ich mich nur noch von Ängsten steuern lassen würde, und ich deswegen nicht mehr raus könnte, mir deswegen jede Freude versage, dann wäre das für mich die größte Gefahr, wieder anzufangen, überhaupt. Denn dann wäre mir bald alles wurscht. Und dann bräuchte ich nicht mal Trigger, sondern da würde ich sogar ganz gezielt wieder anfangen. Das würde mir nicht passieren, sondern ich würde es machen, könnte ich doch jederzeit, wenn ich zu der Überzeugung käme, dass ichs brauche...

    Es gibt auch noch was Anderes im Leben, als seine Krankheiten zu pflegen.

    Deswegen will ich Dir nichts unterschieben, was nicht zu Dir passt. Wollte Dir nur ne Rückmeldung geben, wie es mir damit geht.

    Gruß Susanne

    Liebe ichso,


    Mir macht mehr zu schaffen, dass es Menschen gibt, die meine Suchtkrankheit(en) nicht haben - und deshalb "einfach mal" feiern können.

    ich stell jetzt mal ganz bewusst (aber nicht provokant) die Frage: warum kannst Du nicht "einfach mal" feiern?

    Wenn man von Corona mal absieht, war ich, seit ich trocken bin, auf mehr und besseren Feiern als die ganzen Jahre, als ich noch gesoffen habe.
    Früher musste ich immer aufpassen, dass ich nicht schlecht auffalle, und entweder habe ich mich dann erst zu Hause richtig abgeschossen oder ich wusste sowieso nur noch höchstens die Hälfte. Jedenfalls hatte ich oft einen Pegel, bei dem sowieso keine besonderen Unterhaltungen mehr zu Stande kamen.

    Nachdem ich aufgehört hatte, habe ich sehr schnell gemerkt, dass es mir egal ist, was mein Tischnachbar trinkt, solange er nicht nur noch lull und lalll ist. Aber selbst damit konnte ich schnell umgehen. Und dann habe ich gemerkt, dass ich selbst viel mehr von diesen Feiern habe, wenn ich dabei nüchtern bleibe. Das fing damit an, dass ich gerne in die Berge gehe. Und auf den Hütten wird gerne gepichelt. Deswegen nicht mehr in die Berge, wäre für mich auf gar keinen Fall in Frage gekommen. Paar Wochen trocken, mein Partner hatte keine Zeit, war ich da das erste mal wieder allein unterwegs, musste für mich gehen. Und weil es da in der Regel voll ist, sitzt Du auch nicht allein am Tisch. Da merkte ich, dass ich damit keine Probleme habe.

    Ich war aber noch nie - auch früher nicht - so die Sylvester-, Faschings-, oder Partymaus. Aber es gibt ja auch andere Feiern. Betriebs-, Vereins-, Familienfeiern. Auch Stadtfeste, sind ja auch oft feucht-fröhlich, macht mir trotzdem Spaß. Meistens sind ein paar Nüchterne, in paar Wenig-Trinker und ein paar Trinkprofis dabei. Damit komme ich gut klar.
    Und ich brauch das auch nicht gerade jede Woche, derzeit vermisse ich es gar nicht.

    Wie ist das bei Dir begründet? Schlechte Erfahrungen oder tatsächlich Angst? Ich steh da auf dem Schlauch, weil ich das so überhaupt nicht kenne. Natürlich gibts manchmal Deppen, die eine drängen, aber da ich sowieso nie einfach mache, was man von mir will, ist mir da noch nie was passiert.

    Und wenn bei mir jemand trinken will, muss er es sich halt mitbringen. Das ist klar kommuniziert. Mein Vater hat da übrigens auch nie Rücksicht drauf genommen, dem habe ich eigenhändig das Schapsglas im Pflegebett noch an den Mund gehalten. Neulich hab ich ja auch schon mal angerissen, das ich z.b. eine trockenen Kneipier kenne und selbst auch schon verschiedenes gemacht habe...ich finde das toll, dass das geht.
    Ich hab nicht mit dem Saufen aufgehört, um mich einzuschränken, sondern um mehr Freiheiten zu haben. Besoffen hätte ich vieles gar nicht mehr hingekriegt.

    Was ich damit sagen will, ich richte meine Lebensgestaltung nicht daran aus, ob es irgendwo Alkohol gibt oder nicht. Ausser natürlich, es passt sowieso nicht. Es reicht mir, dass ICH nicht trinke. Die Anderen können machen, was sie wollen. Und ansonsten reicht ein kurzes innerliches "aha", dann weiss ich, was ich will.
    Gibt es für Dich keine Möglichkeit, Dir da mehr Freiheiten zu verschaffen, dass Du einfach mal wo hin gehen kannst?

    Gruß Susanne

    Liebe Natiii,

    ich schliesse mich den Ausführungen von AmSee an.
    Ich selbst habe über 25 Jahre getrunken und fand das selbstverständlich. Jetzt bin ich 21 Jahre trocken und habe schon viel gehört und gelesen.
    Daher kann ich die Aussagen von AmSee nur bestätigen, es muss von ihm aus kommen, und das nicht nur halbherzig. Bis jetzt ist mir noch niemand begegnet, der sich zum Aufhören überreden liess, nur mit Druck, wenn es weh tut, kommt das manchmal vor, aber auch nur in den seltensten Fällen. Oft sucht sich der Süchtige einfach einen anderen Partner, der die Sauferei erst mal nicht so schlimm findet. Hab ich auch schon so gemacht, früher. Es findet sich immer jemand, der einem die Geschichten glaubt und sich für die eigenen Zwecke einspannen lässt. Liebe schadet dabei nicht.

    Ganz nebenbei...mir wollten auch viele Leute helfen, ich wollte aber auch keine Hilfe. Jedenfalls keine, die mich vom Alkohol weggebacht hätte, und das wäre ja die Konsequenz gewesen. Und zwar aus dem ganz einfachen Grund, weil ich nämlich gar nicht mit dem Trinken aufhören wollte. Ich habe früher keinen Sinn in einem alkoholfreien Leben gesehen. Alle Leute, die nichts getrunken haben, waren für mich irgendwie langweilig oder sonstige Luschen, die nichts vertragen haben. Ich, ohne Alkohol, wäre nach meinem damaligen Selbstverständnis nicht mehr ich selbst gewesen. Und wer mich vom Trinken abhalten wollte, war mein Feind, der mich nur da hin maniplulieren wollte, wo er mich haben wollte. Ich wollte da gar nicht hin.
    Bis ich dann irgendwann an meinem eigenen Tiefpunkt war. Dazu musste es mir aber erst extrem schlecht gehen - und ich mir endlich eingestehen, dass es eben doch am Alkohol lag. Vorher, keine Chance bei mir. Gesoffen bis zum Exzess. Mein Partner hatte mich da auch bereits verlassen (kam allerdings später wieder, da war ich aber selbst davon überzeigrt, dass ich jetzt nichts mehr trinken will. Ich hätte auch ohne ihn nicht mehr angefangen)

    Noch zwei Dinge:
    Erstens: ich hab mich durchs Aufhören so stark verändert, dass das für meinen Partner in anderer Weise schwierig wurde. Ich hab dann nämlich gesagt, jetzt hab ich aufgehört, und jetzt schreibst Du mir gar nichts mehr vor. Wir einigen uns von Gleich zu Gleich oder wir einigen uns nicht.

    Zweitens: auch von denen, die wirklich aufhören wollen, schaffen es selbst mit Therapie höchstens die Hälfte. Ohne Hilfestellung die Wenigsten.

    Hast Du denn den Eindruck, dass es Deinem Partner eine Herzensangelegenheit ist, mit dem Trinken aufzuhören? Sich grundsätzlich zu ändern? Oder macht er nur Schadensbegrenzung, das Nötigste sozusagen, dass Du ihn nicht ganz verlässt? Bist Du da die treibende Kraft? Fühlt er sich beim Trinken noch wohl?

    Du schreibst ja selbst, dass er ein begnadeter Schauspieler und Manipulator ist. Allerdings finde ich selbst es auch manipulativ, jemandem Hilfe unterzujubeln, die derjenige nicht will. Wenn Du nicht unbedingt seine Partnerin sein wolltest, würde Dich seine Sauferei gar nichts angehen, er tut ja nichts verbotenes. Vielleicht ist ER ja so glücklicher als ohne Alkohol, wer weiss das? (ich war, wie gesagt, lange überzeugt, dass Saufen besser ist als ohne) Er ist erwachsen und kann mit seinem Leben umgehen, wie er will, egal wie Du das findest. So wie Du mit Deinem im Übrigen auch, es ist ja Deine Entscheidung, dass Du das überhaupt bis hierher mitgemacht hast. Beziehungen kann man beenden, wenn es nicht (mehr) passt, finde ich ziemlich normal.

    Und wie Du da rauskommst, weisst Du ja im Prinzip. Beim nächsten Mal nicht zurückkommen. Sonst bleibt es eben ein ewiger Kreislauf. Und wenn Du das nicht schaffst, weil Du das irgendwie nicht aushältst, aus Liebe oder Helfersyndrom oder einer Mischung aus beidem, geht es Dir mit der Situation auch noch nicht schlecht genug. Dann reicht es Euch beiden noch nicht, jedem auf seine Weise.

    Was hast Du selbst von dieser Beziehung, wenn das so ist, wie Du es beschreibst? (Nur eine Frage, die Antwort geht mich gar nichts an).

    Ich hoffe, ich bin Dir nicht zu nahe getreten.
    Gruß Susanne

    Hallo ichso, und allerseits

    ich weiss nicht, was Normale sind, bei uns fand das Familiäre in Gestalt dreier kurzer Telefonanrufe statt.
    Einmal mit den Schwiegereltern, einmal mit meiner Mutter und Gruß an den Stiefvater. Und einen Onkel, Bruder meines Vaters habe ich auch angerufen.
    Alle weit weg.
    Bei uns ist das schon Jahrzehnte so, Familienfeiern an Weihnachten gibts nicht. Hier bei uns auch keine Deko, kein Baum. Geschenke grundsätzlich und konsequent nicht.
    Und so läuft das auch immer ganz friedlich, denn alle sind sich dabei einig. Also keine Sorge, wir mögen uns so. Aber alles Andere wäre nur Stress.

    Der Mann einer entfernten Verwandten starb am 23. an Corona. Er war bereits Pflegefall, also stark vorerkrankt, und aber auch drei mal geimpft. Ich kannte ihn kaum, trotzdem kurze Gedenkminute. Wird für seine Frau vielleicht grade nicht so einfach sein.

    Essen tun wir natürlich trotzdem.
    Gestern aber ganz harmlos, Gemüsesuppe mit Forellenfilets, heute gibts eine kleine ganze Gans, es kommen nachher noch Freunde.
    Und ausserdem haben wir schon vor Wochen, um uns von den Schliessungen nicht runterziehen lassen, kiloweise Plätzchen und Stollen gebacken.
    So gesehen geht es uns ziemlich gut.

    Und ansonsten haben wir uns bei Netflix zwei Folgen Breaking Bad reingezogen, war jetzt vielleicht nicht so andächtig.

    AABER..möchte ich betonen, ich gönns Dir und Deiner Familie (und allen Anderen, die das lesen), wenn das heimelig ist.

    Herzliche Grüße Susanne

    Hallo Gräfin,

    sorry, ich stehe jetzt verständnismässig ein bisschen auf dem Schlauch


    Es ist einfach so, dass ich mich abends freue, dass ich weiß, was ich wann den ganzen Tag getan und gesagt habe.
    Dies ist für mich wie ein Tagebuch im Kopf...

    paar Posts vorher schrubst Du


    Und jeden Abend vor dem Schlafengehen führe ich mir eines dieser unzähligen Scheußlichkeiten, die ich gemacht habe, vor Augen.

    wie genau passt das nun zusammen? Und auf die Scheusslichkeiten bezog sich die Frage. Was bringt es Dir, Dir das vor dem Schlafengehen vor Augen zu führen? Ich unterstelle mal, dass es nicht um die Scheusslichkeiten Deines heutigen täglichen Lebens geht 8)

    Schöne Grüße
    Susanne