Beiträge von Susanne68

    Hallo und willkommen auch von mir.

    Ich rede auch nicht gerne um den heissen Brei, die Sauferei macht genug kaputt, da müssen wir nichts beschönigen.

    Einerseits willst Du den Scheiss nicht mehr, andererseits kannst Du Dich nicht aufraffen, es zu lassen. Klassische Zwickmühle.
    Aber die Entscheidung nimmt Dir keiner ab und es lässt auch niemand für Dich das Glas stehen, wenn Du es nicht selbst tust. Unterstützung läuft meistens über Erfahrungsaustausch, wie geht man denn z.B. nüchtern mit den verschiedensten Situationen um, in denen man bisher getrunken hat?

    Es gibt nix Gutes, ausser man tut es, also Du brauchst nicht warten, bis sich das irgendwie von selbst erledigt. Da bin ich ganz bei Greenfox.

    Ganz kurz zu mir, bei mir wurde schon im Elternhaus viel getrunken, bin damit aufgewachsen. Insgesamt hab ich über 25 jahre zu viel getrunken. Die letzten 10 Jahre davon habe ich versucht, das irgendwie unter Kontrolle zu kriegen, in dem ich drei Tage die Woche gar nichts getrunken habe, die anderen Tage habe ich es dafür reinlaufen lassen wie es lief, also ziemlich oft bis nichts mehr ging..

    X-Mal habe ich mich geärgert, dass es schon mal wieder zu viel war, das kennst Du bestimmt mit Deinem Führerscheinverlust, den Du ja nur als Beispiel Deiner Probleme benennst. Und wenn Du wenig trinkst, sind es vier. Also hast du bestimmt schon genügend negative Erfahrungen mit dem Trinken auf dem Konto.

    Bei mir wars so, dass ich mir trotzdem nicht vorstellen konnte, es ganz aufzuhören, denn was ist ein Leben ohne Rausch? Dazu kam meine Vorstellung, die durch Erzählungen von einigen Leuten untermauert wurde, dass ein Leben ohne Alkohol ein ewiger Verzicht ist, und wer will das schon?

    Es kam aber anders. Ich habe getrunken, bis ich wirklich die Schnauze davon absolut voll hatte, und dann war ich nur noch froh, dass ich aufhören konnte und gemerkt habe, ja, wenn ich nicht will, dann muss ich auch nicht trinken. Dass ich den Alk unbedingt brauche, um Lebensfreude zu empfinden, spielte sich nur in meinem Kopf ab. In Wirklichkeit ging es mir nach dem Aufhören schnell sehr viel besser.

    Ich bin in über 20 Jahren ohne Alk nie wieder auf die Idee gekommen, wieder damit anzufangen. Mir ist, seit dem ich aufgehört habe, absolut klar, dass mir das nichts, aber auch gar nichts mehr bringen würde. Übrigens: Ein zwei Bier hätten ja auch nie die Wirkung, die ich damals wollte, entweder ganz oder gar nicht. Aber nach zwei Bier ist es noch viel schwieriger, aufzuhören, als gar nicht erst anzufangen.

    Ab und an denke ich halt, ich kann irgendwem noch was davon rüberbringen, deswegen sülze ich immer noch rum.

    Es kann leicht sein, dass Du, wenn Du damit aufhören solltest, Dich fragen wirst, warum Du Dir das so lange antun musstest.

    Gruß Susanne

    Noch was zu dem Thema Kater/Entzug.

    Das kann sich zeitlich zwar überschneiden aber:

    Ein Kater ist normalerweise ein Symptom des Alkoholabbaus, hervorgerufen durch Dehydrierung, Mineralstoffmangel und die Abbauprodukte des Alkohols, vor allem Acetaldehyd, der den schönen Kopfschmerz macht. Jeder Rausch ist eine mehr oder minder schwere Alkoholvergiftung, und der Kater kann schon beim ersten Konsum auftauchen. Der Kater ist vorbei, wenn man ausgenüchtert ist.

    Im Gegensatz dazu ist bei der körperlichen Abhängigkeit der Alkohol so in den Stoffwechsel eingebaut, dass er fehlt, wenn keiner mehr da ist. Bei körperlicher Abhängigkeit kommen die gefährlichsten Probleme erst dann, wenn praktisch kein Alkohol mehr im Körper ist, weil der Körper diesen Alkohol dann eben braucht, um zu funktionieren, und ohne geht es dann nicht mehr.
    Das ist ja auch genau der Grund, warum oft zum Weitertrinken geraten wird, bis ein Entgiftungsplatz frei wird. Weil es bei körperlicher Abhängigkeit nämlich riskant ist, mit 0,0 Promille rumzulaufen. Auch wenn das Risiko nicht ganz so groß ist, wie es gerne dargestellt wird. Und es ist genau der Grund, warum man Trinkpausen einlegen sollte, weil der Körper dann eben auch noch ohne Alkohol funktioniert. Der Körper muss sich bei körperlicher Abhängigkeit erst wieder umstellen, das dauert, manches geht schneller, manches langsamer, und diese Umstellung erfolgt aber erst dann, wen kein Alkohol mehr im Körper zur Verfügung steht.

    Bei körperlicher Abhängigkeit lässt sich der Entzug auch sofort durch weitertrinken kappen, ich hab auch schon oft gehört, das viele körperlich wirklich Abhängige auch gar keinen Kater mehr kriegen. Aber ohne Alkohol funktioniert da zum Teil gar nichts mehr richtig, auch Delirien und Krampfanfälle treten bevorzugt erst bei völliger Ausnüchterung ein. Typischerweise nach drei Tagen bis einer Woche nach dem letzten Schluck, da ist der Alkohol längst weg.

    Die psychische Abhängigkeit ist da auch fliessend dabei. Erstens ist das Hirn als Heimat der Psyche Teil des Körpers, und zweitens hängen Körper und Geist auf vielfältige Weise engstens zusammen, z.B. über die Ausschüttung von Stresshormonen. Und jeder Kater, wie auch jeder Entzug ist auch Stress.

    Nur mal grob, ich wollte jetzt keine Abhandlung schreiben. Vieles ist ausserdem auch gar nicht soo klar, z.B gibt es ja lange Diskussionen, warum man z.b nach zwei oder 10 Jahren immer noch Anfälle von Suchtdruck kriegen kann. Ist das jetzt Körper oder Geist?

    Und dann könnte man ja noch ein paar Rechenspielchen machen. Da käme man dann vielleicht auch drauf, dass Du bei drei Flaschen Wein am Tag überhaupt nicht mehr auf Null kommst, während das bei zwei Flaschen durchaus noch ein paar Stunden am Tag der Fall sein könnte.

    Das mit der Tagesmenge kannst Du vergessen.

    Ich habe mir in Entzugskliniken sagen lassen, dass es Leute gibt, die ihr Leben lang unauffällig 2 bis 3 Bier am Tag trinken, und wenn sie dann mit 65 überraschend ins Krankenhaus kommen, fallen sie in ein Entzugsdelir.

    Ich selbst habe mehr als 25 Jahre getrunken, dabei oft mehrere Liter Schnaps, und hatte fast keine körperlichen Entzugerscheinungen. Ich vermute, dass es bei mir die Trinkpausen waren, die ich konsequent immer wieder gemacht habe, die eine körperliche Abhängigkeit verhindert haben, ausserdem meine Konstitution, das ich das überhaupt so vertragen habe. Und natürlich war es eine bequeme Ausrede, dass ich nicht ganz aufhören "muss".
    Mir sind aber auch schon Leute begegnet, die 5 Jahre täglich 4 Bier getrunken haben und fast nicht aufhören konnten.

    Es ist einfach extrem unterschiedlich, was Leute "vertragen" und mindestens eine so große Rolle wie die Menge spielt die Zeit und die Frage, ob man immer einen, wenn auch vielleicht niedrigen, Spiegel hatte. 5 Jahre trinken, was Du in einem Deiner Beiträge geschrieben hattest, ist auch keine so extrem lange Zeit. Ich höre immer wieder, dass sich das Alkoholproblem bei den meisten erst mit 40 aufwärts so richtig entwickelt, weil es bei den meisten eben 20 Jahre und mehr braucht, bis sie wirklich abhängig sind. Und ganz nebenbei, solche Phasen, in denen man weniger trinkt, so wie Du derzeit, sind bei vielen ganz normale Stadien der Suchtentwicklung.

    Ich hab ja auch mal mehr, mal weniger getrunken, über viele Jahre. Bei mir wurde auch die Menge nicht mehr über die Jahre, ich hab mich mit 15 so ins Koma gesoffen wie mit 40. Und viel vertragen habe ich schon immer. Aber lange nur phasenweise, erst gegen Schluss hin hatte ich das Gefühl, ich muss auch trinken wenn ich nicht will. Trotzdem konnte ich es dann, für mich selbst überraschend, verhältnismässig unkompliziert ganz einfach ganz lassen.

    Da der große Erfolg noch nicht verkündet wurde, tippe ich auf einen Satz mit X.

    Warum einfach, wenns auch kompliziert (nicht) geht.

    Lohnt sich das Aufhören denn noch so kurz vor Weihnachten?

    Sorry, ich bin ein Lästermaul, aber ich kann ja auch nichts dafür, wenn Du es unbedingt so probieren willst, dass es möglichst unwahrscheinlich wird, dass Du es schaffst.

    Andersrum, wenn Du es wirklich satt hast, warum versuchst Du es dann nicht so, dass die Aussicht auf Erfolg am Größten wird? Musst Du unbedingt jeden Fehler selbst machen?

    Nun ja, jeder darf leiden, so lange er Lust dazu hat.

    Bis jetzt ist es auf der einen Seite ein schlechte Angewohnheit und auf der anderen Seite ein Plan.

    Wie vieles wird es nicht von heute auf morgen gehen. Ein paar mal werd ich sicher noch schreiben. Es ist nicht wie beim Saufen, dass ich alle Hintertüren gleich zu machen muss, ich geb mir eine Richtung, aber ich bin noch nicht da.

    Aber ich merks ja auch daran, dass ich gar keine Lust mehr habe, Neuen zu antworten, weil ich einerseits den meisten unterstelle, dass sie sowieso nicht wiederkommen, und dann frage ich mich, wozu ich mir da überhaupt Mühe gebe, denen zu antworten. Eigentlich müssten die sich doch erst mal selbst um ihre Probleme kümmern, und wenn sie es nicht mal schaffen, hier ein Danke dazulassen, machen sie das vermutlich sowieso nicht. Und mich selbst frage ich dann, was mir das eigentlich gebracht hat, da zu antworten.

    Es ist halt ne Gewohnheit und mein Phlegma sucht nach Gründen, sie beizubehalten, kann man ja wunderbar mit Hilfe für andere etc. vor sich selbst rechtfertigen. Aber ich merke halt auch, es sollte nicht mein Leben sein.

    Als das mit der Administration kam, war mir nach zwei Tagen klar, das geht jetzt aber in genau die gegenteilige Richtung, als in die, in die ich eigentlich will. Ich hätte mich ja auch erst mal reinarbeiten müssen, mir auch Frust abgeholt, und da hab ich mal wieder gemerkt, das muss anders werden. Auch wenn ich ein Gewohnheitstier bin, ich werde dagegen anarbeiten, denn von selbst geht das nicht. Der Druck wie beim Trockenwerden ist natürlich auch nicht so da, denn es bringt mich ja nicht um, sondern ist mir nur lästig. Aber auch das ist ein Grund, es zu ändern.

    Danke an alle, die mir die Stange gehalten haben. Vieles war ja trotz dieser Aussagen von mir auch schön.

    Gruß susanne

    Das mit der geschenkten Zeit kann ich nachvollziehen, denn ich hab ja auch schon diverses überlebt. Das Thema war mir jedenfalls schon ziemlich nahe.

    Aber auch ohne das ist mir mit ca. 40 aufgefallen, dass ca. die Hälfte meines Lebens vorbei ist und ich mir schon langsam überlegen sollte, was ich eigentlich mit dem Rest noch anstellen will. Das floss auch in das rein, dass ich dann aufgehört habe, weil ich dachte, solls das gewesen sein?
    Ist mir der Alk wirklich so viel wert oder gibts da auch noch was anderes? Will ich am Ende nur alles versoffen haben?

    Heute kam eine Mail von einem Freund, da fand ich unter Anderem dieses:

    Dinge, die Sterbende am meisten bereuen
    1. Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben,
    statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten.
    2. Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet
    3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen
    4. Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten
    5. Versäumnis: Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.
    Bronnie W. (2015). 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Einsichten, die Ihr Leben verändern werden. München: Wilhelm Goldmann Verlag.

    Und das ist natürlich genau das.
    Heute bin ich tatsächlich immer wieder dankbar, dass ich tatsächlich aufgehört habe und seit über 20 Jahren alles nüchtern erlebe.
    Das ist ja überhaupt die Vorraussetzung für die Freiheit, heute mein Leben noch zu gestallten.
    Tatsächlich lese ich auch gerne Geschichten von scheiternden Alkoholikern, weil ich dann denke, was hatte ich bloss für ein Glück, das es bei mir anders war. Zum Teil fährt es mir richtig rein, was ich nicht nur mir, sondern auch meinen Angehörigen für einen Gefallen getan habe, dass ich keine Rückfälle hatte. Manchmal sag ich so im Überschwang zu meinem Parter, ich bin so froh, das ich nie wieder saufen muss. Was wäre das für eine Scheisse.

    Und die Gestaltung ist nichts, was man einmal macht, sondern auch nüchtern kommt immer wieder was Neues.
    Ich fang jetzt das Weitwandern an. Erst mal kleinere Touren, aber Ziel ist, mal hundert Tage am Stück zu laufen. Nächstes oder übernächstes Jahr, denn irgendwann wird es einfach nicht mehr gehen. Und wenn ich es mache, werde ich es länger können, irgendwie fit bleiben.
    Was ich eben auch nicht will ist, dass ich eines Tages denke, ach hätte ich doch. Ich will noch mal richtig unterwegs sein. Erfahrungsgemäss lerne ich hundert Leute dabei kennen, führe viele spannende Gespräche und werde das Leben dabei geniessen. Ist mir ja schon öfter so gegangen.

    Das Forum hier ist ziemlich ruhig und ich lass das selbst auch so langsam ausklingen. Momentan bereue ich es überhaupt nicht, dass ich es nicht übernommen habe. Es würde sich für mich falsch anfühlen. Es ist einfach nicht das, was ich selbst brauche und will.
    Es ist eigentlich nur die Neugier, ist wieder was passiert, die mich manchmal selbst nervt.
    Ich merke ganz genau, wenn ich nicht vor dem Computer klebe, dann interessiert mich das ganze Thema überhaupt nicht. Hier zu sein ist irgendwie Leben in meiner Vergangenheit. Ausserdem, immer nur Probleme, will ich gar nicht, es reicht mal wieder.
    Irgendwie habe ich ja auch nicht mit dem Trinken aufgehört, um den Rest meines Lebens immer noch vom Saufen zu reden. Einiges war notwendig, manches nützlich und anderes ganz nett, aber irgenwann in meinem Leben will ich mich mal viele Jahre lang gar nicht mehr mit dem Thema befassen. Und das geht, ich war ja schon mal jahrelang weg bis mir dieses EKA-Thema wegen meinem Vater einfiel. Aber das ist ja nun auch langsam mal durch.
    An dem Punkt war ich schon mal, als ich mein letztes Forum verlassen habe. Es ist nur eine Ablenkung, wenn ich sowieso vor der Kiste sitze. Mir würde es besser tun, es ganz zu lassen, deswegen suche ich mir auch kein anderes Forum und auch keine Gruppe. Meine Neugier soll sich mal wieder andere Ziele suchen. Langeweile ist ein gute Gelegenheit, kreativ zu werden.

    Gruß Susanne


    Mag ja sein, dass „man“ das darunter versteht, aber das ist MIR eigentlich ziemlich egal. :devilsmile:
    Ich verstehe inzwischen etwas anderes darunter und das hat wenig mit Frust zu tun, sondern mit Freiheit.

    das kommt drauf an, was man unter Freiheit versteht.

    Wenn ich die Welt so gestalten dürfte, wie ich will, dann würde sie definitiv anders aussehen. Das ist einfach so.

    Was das Erwachsensein-wollen angeht:

    Ich hab jetzt mal danach gegoogelt, was man darunter versteht, erwachsen zu sein. Es gibt ne ganze Menge Ergebnisse bei Google, der Tenor ist, dass Erwachsensein bedeutet, dass man sich damit abgefunden hat, dass das Leben eine Menge Frust, Entäuschungen und Zwänge beinhaltet.
    Hiess ja schon früher "lasst sorgenlos die Kinder spielen, eh sie den Ernst des Lebens fühlen"...man wusste es schon immer.

    Ich selbst hätte mit 15, 16 locker als Erfinderin der Null-Bock-Generation durchgehen können. Der dazupassende Wikipedia-Eintrag könnte absolut auf mich zugeschnitten gewesen sein
    https://de.wikipedia.org/wiki/Null-Bock-Generation

    Drogenkonsum. Arbeit ist Scheisse, Anpassung ist was für Idioten, lauter so Zeug.
    Den Satz mit den Schmeissfliegen, die sich nicht irren können, sag ich übrigens selbst ganz gern.

    Bei mir wars tatsächlich auch so, dass ich lange, in der Phase dieses Erwachsenwerdens, die ja auch eine banale Altersfrage ist, nicht nur der Meinung war, sondern das absolut auch so empfunden habe, wenn ich 35 Jahre Arbeit vor mir habe, dann habe ich auch 35 Jahre täglichen Zwang, Arger und Frust vor mir und dass kann ich mir alles sparen, indem ich mich komplett abschiesse und auczh aussteige, was geht mich die Sch..Gesellschaft an?.
    Es war für mich unvorstellbar, wie man arbeiten und gleichzeitig zufrieden sein kann. Ich kannte ehrlich gesagt auch niemanden, der froh war, wenn das Wochenende vorbei war und derjenige wieder buckeln durfte. Inzwischen weiss ich, solche Leute gibts, aber ich gehöre jedenfalls nicht dazu.
    Ich sag dann gern, da hat die Dressur aber funktioniert. Wie bei so nem Hund.
    Oder auch: Katzen sind intelligenter als Menschen, ich habe noch nie eine Katze gesehen, die freilwiilig arbeitet. Im nächsten Leben komme ich als Katze auf die Welt.

    Und dass ich heute oft glücklich und zufrieden sein kann, hängt durchaus damit zusammen, dass ich fürs Geld nicht mehr arbeiten muss. Wenn ich noch nen Job machen müsste, würde mir das sehr, sehr schwer fallen.

    Das war auch DER Grund, warum ich nach dem Trockenwerden immer noch lange so wütend war...weil ich nicht die Gechäftsidee hatte, mit der ich dieses Problem ein für alle Mal lösen konnte. Mir gings nur ums Geld, was ich verdienen musste, und ich hab mich auch mit dem beschäftigt, was man "Smart business nennt. Zwei Stunden Arbeit am Tag, höchstens, und die Kohle fliesst trotzdem. Das ist für mich auch das, was ich unter Inteligenz verstehe. Und wofür Computer eigentlich erfunden wurden.

    Mein Vater wünschte mir mal, das ich als Kind so nen richtigen Streber kriegen würde, damit ich mich auch so ärgere wie er. So viel zu der Werbung...ich hab lieber rechtzeitig verhütet.


    Also, erheitert hat mich das Video jetzt nicht so recht, aber ein gewisses Schmunzeln hat‘s mir schon entlockt.
    Und es hat mich ein kleines Bisschen nachdenklich gemacht. Ich hab‘s zweifellos nicht so getrieben, aber ein gewisses Denken kam mir nicht so ganz unbekannt vor…. Bin irgendwie ziemlich froh und erleichtert, diesem Denken entkommen zu sein….

    Das Lachen kommt bei mir spontan, wenn ich den Witz erst erklären muss, ist es keiner mehr.

    Bei mir war es so, so lange ich uneingeschränkt Drogen konsumieren oder Saufen wollte, war ich mir mir selbst durchaus im Reinen. Mir hat es auch lange nichts ausgemacht, abgefuckt rumzulaufen, weil Spiesser bei uns einfach ein Schimpfwort war. Das Verbotene, das Bürgerschreckhafte, hatte ja erst mal was von einem Gegenentwurf. Das ging ja nur schief, weil mich der Gegenentwurf selbst ruinierte.

    Und es waren lustige Situationen dabei, auch wenn einem heute vielleicht das Grausen kommen würde. Sie waren teilweise lustig genug, dass sich auch andere gern daran erinnert haben. Zu dem damaligen "heute"-Zeitpunkt war die Welt für mich nicht immer aber durchaus auch öfter in Ordnung.

    Der Bruch kam im Grund ja erst, weil ich meine sonstigen Lebensvorstellungen irgendwann aufgrund beruflicher Fortschritte geändert hatte und das dann nicht mehr dazu passte, immer nur gegen alles zu sein.
    Und es war auch nicht die Schuiblade "Alkoholiker" oder "polytox", sondern das unmittelbar schlechte Erleben, das ich in der Form tatsächlich nur hatte, wenn ich gesoffen habe. Der Gegensatz zu den drei Tagen Nüchternheit jede Woche war einfach nicht mehr wegzuleugnen. Das unterscheidet meine Konsumform aber vermutlich auch sehr von Spiegeltrinkern, bei denen jeder Tag mehr oder weniger gleich wie der andere ist. Ich hatte Kontrastprogramm, schon 10 Jahre lang, eigentlich schon alle Rückfälle ausprobiert, bevor ich überhaupt aufhören wollte.
    Und was dazukommt, ich hatte bis auf die letzten paar Wochen immer noch das Gefühl, das ich saufe, weil ich saufen will, nicht weil ich saufen muss. Und natürlich das Glück, dass es mir tatsächlich, und mehr, als ich beschreiben kann, tatsächlich gereicht hat, ich war wie vollkommen überfressen.

    Der Klick bei mir war nur teilweise eine Kopfgeschichte, es war auch ein echtes Gefühl, ein AHA-Erlebnis, das mir den Saufdruck total genommen hat. Faktisch habe ich aber nur eine meiner vielen Trinkpausen von drei auf viele Tage ausgedehnt, und ich konnte das, weil ich damit Übung hatte.


    Musste dabei an einen lateinischen Spruch denken, der hier zwar nicht so richtig zutrifft, weil es um Erwachsene und nicht um Kinder geht, aber vielleicht ist nachvollziehbar, warum mir in diesem Zusammenhang dieser Spruch eingefallen ist. … Wann beginnen wir eigentlich wirklich, „Erwachsene“ zu sein?

    Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant. - etwas freier übersetzt: Kinder sind Kinder und Kinder machen Blödsinn.

    ich hab mich bis heute noch nie damit beschäftigt, erwachsen sein zu wollen. Ich wollte 18 werden, damit mir meine Eltern nichts mehr vorschreiben konnten, ansonsten hätte es gerne so bleiben können. Darüber hinaus handle ich ziemlich hedonistisch und auch egoistisch, ich denke durchaus über die Konsequenzen meines Handelns nach, aber ich mache eigentlich nichts, weil "man es so macht". Meine stärkste Triebkraft ist immer noch, wie ich bei dem fühle, was ich mache.
    Als ich mit dem Saufen aufgehört hab, hatte ich sogar das Gefühl, ich brauch den Alkohol auch deswegen, weil ich im Normalleben schon zu erwachsen und kontrolliert bin, mir das aber gar nicht entspricht und ich das auch nicht sein will. Ich wollte es lernen, auch nüchtern wieder unernster und kindischer zu werden. Für mich war klar, ich lebe im Suff einen Teil von mir aus, den ich mich nüchtern nicht traue, weil ich nüchtern auch so ein komisches Selbstbild hatte, wie so ne Führungskraft und ein intelligenter Mensch zu sein hätte.

    Und bei aller Gifterei etc..ich hab damals einige Sachen gemacht, wenn ich die nicht gemacht hätte, dann würde ich es heute bereuen, weil ich das heute wegen meinen körperlichen Einschränkungen nicht mehr machen könnte. Manches kannst Du einfach nur tun, wenn du kaum Angst vor dem Sterben hast. Und bei mir ist das alles auch nahtlos mit Bergsteigen und ein paar anderen Dingen verwoben, selbst meinen heutigen Partner habe ich mit diesen damaligen Zuständen kennen gelernt, also ich hab ja definitiv auch gelebt in dieser Zet.

    Und die Zeit zum Alterwerden vergeht von selbst, darum muss ich mich nicht bemühen.

    Das glaube ich nicht. Ich denke, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, warum der/ die eine es packt und warum der/ die andere eben leider nicht.


    Ich schreib nur von manchen, nicht von allen. Ich hatte nicht mal hier jemanden im Kopf dabei.
    Und für diese manche, von denen ich schreibe, ist es einer aus der Vielzahl von Gründen.
    Ich hab hier oben grad was von der Übersättigung geschrieben, die ich hatte. Die hatte ich bei meinen Trinkpausen noch nicht, grade bei der längsten habe ich schon Wochen vorher geplant, wie ich mich richtig besaufen kann, ohne dass ich Autofahren muss oder mir jemand dazwischen kommt, der sich drüber aufregt oder mich gar dran hindern könnte. Schon allein deswegen war ich ja so kontroliert, dass ich mir, wenn ich dabei war, wirklich so richtig die Birne absaufen konnte.

    Da hatte ich definitiv noch nicht genug gesoffen, um zu dem Entschluss zu kommen, damit aufzuhören. Vor allem, das auch zu spüren, jetzt hast Du wirklich alles mitgenommen, was Dir diese Droge geben konnte, jetzt brauchst Du nichts mehr davon.
    Und wir hatte es hier schon mal davon, das ist nicht nur meine Spezialität, sondern diese Form von Klick, bei der auch kein Suchtdruck mehr aufkommt, die Spontanremission sozusagen, die kommt grade bei so Extremtrinkern gelegenlich vor. Ich kenn ein paar davon.

    Ein anderer Grund, der öfter vorkommt, ist dass Leute eigentlich weiter trinken wollen, weil sie halt immer noch gerne trinken. Was in meinem heutigen Normatrinkerbekanntenkreis eine Selbstverständlichkeit ist, kaum ein "Normaltrinker" würde freiwillig aufhören.
    Aber aufgrund äusserer Umstände, weil es irgendein Problem gib, fänden es trotzdem dann eben - manche - besser wenn sie aufhören würden, aber ohne innere Überzeugung. Sei es wegen Druck oder weil Alkoholiker halt kein Kompliment ist, oder irgendwas Anderes. Weil man hat immer noch gerne trinkt, aber sich schämt, weil man wegen dem Kontrollverlust auch gegen aussen auffallen könnte, oder vor sich selbst.
    Das ist der Punkt, die mögen die Wirkung des Alkohoils zum Teil noch und kämpfen zwar dagegen an, aber sie sind nicht da, dass sie wirklich aus Lust am Aufhören aufhören. Sie haben noch nicht genug.

    Gruß Susanne

    Dieses Video hat mich heute erheitert.
    Mindestens 20 Situationen, in denen ich mich wiedererkenne.
    Getreu meinem früheren Wahlspruch "halb besoffen ist rausgeschmissenes Geld"
    Oh ja, ich habs oft genau so getrieben. Und ich bereue es nicht mal.
    Ich glaube, manche haben mit dem Aufhören nur deswegen Probleme, weil sie vorher zu wenig gesoffen haben.

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    Ich glaube Dir das, bei mir war es trotzdem anders und ich komme eben aus einer andere Ecke. Und hab vermutlich auch eine andere Sozialisation erlebt. Fängt schon damit an, dass ich Wessi bin, aber uns erzählte die katholische Kirche, dass das irdische Leben sowieso ein Jammertal ist, wir sowieso als Verbrecher auf die Welt gekommen sind (die gute alte Erbsünde), und wenn Du in die Gesichter geguckt hast, hast Du das auch geglaubt. Ausserdem, Schwaben, schaffa schaffa, Häusle baua, Vergnügen ist auch ein Verbrechen. Alle nur aufs Paradies, ein Leben vor dem Tod gibts gar nicht. Ich hatte, äh, Anpassungsschwierigkeiten. Mir wars mehr nach "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit"..aber dem standen massenweise Hindernisse im Weg.

    Ich fand das Leben zumindest teilweise sowieso grundsätzlich scheisse, gab allen möglichen Leuten im einzelnen und der ganzen Menschheit im Besonderen die Schuld dafür und ging lange grundsätzlich davon aus, dass man das sowieso nur besoffen oder zugedröhnt aushalten kann.
    Mein Wille, nüchtern zu leben, war einfach nicht vorhanden. Nix, null. Bisschen Kontrolle, dass es nicht zu schlimm wird, aber dann Ende der Fahnenstange. Mein Leben war mir wenig wert, ich habs gehasst.

    Ich hatte mich von anderen sowieso schon so weit entfernt, war ja auch nur projektweise irgendwo, kaum soziale Bindungen ausser meinem Partner, der aber auch schon die Schnauze von mir voll hatte, dass bei mir vermutlich sowieso kein Hahn danach gekräht hätte, dass das in meinem Denken überhaupt keine Rolle spielte, was andere für Erwartungen an mich hatten. Ich war ein Solitär, innerlich einsam, aber auch irgendwie frei. Freedom's just another word for "Nothing have to loose - Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, das man nichts zu velieren hat, Leb schnell, liebe hart, sterbe jung. Klar, aus heutiger Sicht Alkiweltschmerz, aber damals war das eben so bei mir.

    Mir war aber auch irgendwie klar, wenn ich rückfällig werde, dann hab ich aber ein ganz gewaltiges Problem, vielleicht wärs ja auch so geworden, dass ich mich hätte umbringen wollen. Da ich selbst mein härtester Kritiker sein kann, keineswegs ausgeschlossen. Da fing dann halt irgendwie der gesunde Egoismus bei mir an, indem ich mich lange und intensiv damit auseinandergesetzt habe, wie man Rückfälle vermeiden kann...im eigenen Interesse.

    Und damit sind wir wieder beim Thema...jetzt hab ich aufgehört, wie mache ich es, dass ich nicht wieder anfange.
    Das beantworte ich nicht für die Allgemeinheit, da jeder andere Vorstellungen hat, was er gerne hätte. Das materielle, was Reko angeführt hatte, ist für mich dabei aber nur ein Nebenbereich. Es gibt ja auch Leute, die ohne Kohle glücklich sind, ganz so bin ich nicht, aber jeder ist eben anders.

    Tja.

    Viele absoluten Vollalkoholiker, die ich kannte, hatten das Bedürfnis, im Suff der sogenannten "Besseren Gesellschaft", aus der nicht wenige von ihnen stammten, die absolute Verachtung ihres Lebensstils nahe zu bringen. Sie führten sich als auf wie die Wildschweine.

    Vorgestern sah ich an einer Bushaltestelle einen, voll versifft, Flaschenbatterie um sich herum, und ein Ghettoblaster voll aufgedreht, damit auch alls Passanten wirklich gucken. Er hat sich auch umgeschaut, guckt Ihr?

    Die "Verdrucksten" hab ich erst kennengelernt, als ich schon lange nüchtern war, ist mir bis heute bisschen fremd. Mein Alkoholikerbild, das ich auch selbst gegeben hatte, war das des darauf stolzen Hartsäufers. Auch wenn ich bei vielen Angehörigen lese, dann habe ich oft den Eindruck, dass sich viele Trinker absolut im Recht sehen, das zu tun (und was sie auch haben), und sich damit keinesfalls verstecken. Im Büro wird am Montag stolz erzählt, was man am Wochenede alles versoffen hat, oft genug gesehen als ich schon aufgehört hatte.

    Und als ich das beim Arbeiten aber kontrolliert habe und nicht aufgefallen bin, hab ich doch schon damals völlig selbstverständlich Saftschorle getrunken, wenn es um was ging. Da änderte sich im Prinzip doch gar nichts bei mir. "Bierchen zusammen trinken" geht halt nicht, aber das kriege ich dann auch noch hin.

    Gibt es eigentlich auch nur einen einzigen Alkoholiker, den das, so lange er getrunken hat, interessiert hat, was Andere dazu sagen?
    Hat sich da je jemand dran gehalten, dass irgendwer wollte, dass man weniger trinkt?
    Waren wir da nicht schon mal alle sehr gut darin, dafür zu sorgen, dass wir bekommen haben, was wir damals wollten?

    Warum wird die Frage, was andere über einen denken, wichtig, wenn man aufhört?

    Ich glaube, Du setzt "zufriedene Abstinenz" mit "Zufriedenheit mit dem/meinem gesamten Leben/Lebensumständen" gleich - und davon reden wir bzw. ich überhaupt nicht.

    Oder glaubst Du, ich bin zufrieden damit, mich jeden Tag mit ignoranten Leuten (egal, ob es Vorgesetzte/Kollegen und/oder andere Mitmenschen sind) auseinandersetzen zu müssen?? Oder damit, dass sich dauernd ein neues Zipperlein meldet??

    Dem schliesse ich mich an.

    Ich vermute mal, dass es in der Ukraine grade ziemlich viele Leute gibt, die mit der momentanen Situation überhaupt nicht einverstanden oder gar zufrieden sind.
    Ich vermute aber ebenfalls, dass ihnen Saufen überhaupt nichts helfen würde und niemand davon besser drauf käme.

    Und so gehts mir auch mit meiner Behinderung z.B.. Da hatte ich schon grottenschlechte Laune deswegen, aber Saufdruck oder überhaupt den Gedanken dran hatte ich deswegen noch nie. Und gedanklich betrachtet, würde es einfach nichts verbessern, wenn ich trinken würde. Aber ich denk dann tatsächlich und völlig automatisch erst mal an ganz andere Dinge. Grade dann würde es mir erst recht nicht in den Sinn kommen, zu trinken, würde mich ja nur noch mehr behindern.
    Was im übrigen auch für finanzielle Notlagen gälte, was soll ich da das Geld für Alk rauswerfen? Wäre doch völlig kontraproduktiv.

    Ich meine und empfinde es auch so, dass mit klarem Kopf auch die unangenehmen Gefühle viel besser auszuhalten sind. Wenn man das mal begriffen hat, auf jeden Fall.

    Ich hab jetzt ein bisschen auf dem Begriff herumgekaut.

    Ich bin eigentlich nicht zufrieden trocken in dem Sinn, wie es hier beschrieben wird.
    Mir ging es die letzten Jahre meiner Saufzeit so schlecht, dass ich es schon im ersten Moment, als ich mal auf die Idee kam, aufzuhören, als reine Erleichterung empfunden habe, dass ich ja gar nicht saufen MUSS. Sondern mir nur einbilde, dass ich saufen muss, weil ich irgendwelche total geisteskranken und gestörten Vorstellungen damit verbunden habe. Wegen der psychischen Abhängigkeit, aber sonst wegen gar nichts.

    Wenn ich mir hier und heute vorstelle, dass ich was trinke, dann

    - gibt es kein alkoholisches Getränk, was mir wirklich schmecken würde. Weder Bier, Wein noch Schnaps haben mir jemals wirklich geschmeckt, zumindest so weit ich mich erinnern kann, sondern das Zeug musste einfach rein, wegen der Wirkung. Schon aus dem Grund hab ich "Ersatzgetränke" immer mit einem innerlichen Würgen wahrgenommen. Alkoholfreies Bier oder Sekt, wer säuft die Pisse? Konnte ich noch nie nachvollziehen, ausser, dass die Geschmäcker wohl verschieden sind.

    - und was die Wirkung angeht...ein oder zwei Bier waren mir meistens so unangenehm, dass ich ja nicht mal Mittags getrunken habe, denn wenn ich mittags getrunken habe, war der Tag am Arsch. Weil ich persönlich von 2 Bier nämlich nur matschig in der Birne werde, einfach nicht besonders fit.
    Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich zwei Bier trinke, dann kommt da in meiner Vorstellung überhaupt nichts dabei heraus, was ich will. Also nach zwei Bier könnte ich nur weitersaufen, um das "Gefühl nach zwei Bier" wieder wegzubringen, oder leicht angenervt zu warten, bis es von selbst vorbei geht.

    Ich hab vor 12 Jahren mal nen Nachtisch erwischt, der trotz meiner gegenteiligen Bestellung gut angereichert war. Ich hab ihn gegessen, weil es mir egal war und weil ich mir auch sicher war, dass nichts passiert, weil ich mir einfach sicher war, dass ich im Grund nicht trinken will. Ich hab sogar ein bisschen was gemerkt, und es war mir nur unangenehm. Nicht das geringste Bedürfnis, dieses Gefühl auszubauen. Nach ner halben Stunde war es vorbei (mehr wars nicht) und es war tatsächlich vorbei.

    Und was das "mehr trinken" angeht, verbinde ich das heute vor meinem geistigen Auge nur mit Unangenehmem.

    Die zufriedene Trockenheit ist bei mir sozusagen nur der Gegensatz dazu, dass ich unzufrieden wäre (was für eine Verharmlosung), wenn ich trinken würde. Und zwar egal , was sonst grade alles passt oder nicht passt.

    Mit Disziplin wäre ich nie trocken geworden, wenn ich noch hätte trinken wollen, dafür bin ich viel zu wenig diszipliniert. Wenn ich mich für irgendwas diszplinieren muss, suche ich immer nach dem Schlupfloch, die Disziplin zu umgehen. Das ist aber auch eine Erkenntnis.
    Bei mir läuft das nur über die Erkenntnis oder die Einsicht sozusagen, wenn ich selbst mein bester Freund wäre und wüsste, wie es mir gegangen ist, dann würde ich mir auch nichts einschenken.

    Abgesehen noch zu der Zählung.
    Jedesmal, wenn ein Beitrag geschrieben wird, dann wird das bei jedem Leser hochgezählt. Also wenn Du hier 10 Antworten gekriegt hast, waren das vielleicht 50 verschiedene Leser. Vielleicht aber auch nur 30, weil sie auf verschiedenen Geräten unterwegs waren. Oder ganz andere, die zufällig mal da waren.
    Das darfst Du jetzt aber selbst nachzählen, wann Du die 500 hattest.
    Nur der Korrrektheit halber.

    Neulich hatte ich mal so nen Text, was der Gelassenheitsspruch für mich bedeutet.

    ICH kann die Leute nicht ändern. Und ich habe schon vor sehr langer Zeit gelernt, dass die Voraussetzung für eine Ent-Täuschung eine Täuschung ist. Eine Selbst-Täuschung. Ich sage gerne, erwarten kann man viel. Ob mans kriegt, ist die ganz andere Frage.
    Bei mir kannst Du Gift drauf nehmen, mir würde auch niemand gratulieren. Für Nicht-Alkoholker hat das sowieso keine Bedeutung, weil die denken, man hört halt auf, was soll das Geschiss. Vorher hat man Scheisse gebaut, jetzt baut man keine mehr, wurde ja auch höchste Zeit, was ist daran besonders?
    Und ich selbst hatte genau diese Erwartung an mich selbst auch. Vorher wars negativ, dann war ich höchstens auf dem Stand, auf dem Normale längst waren. Daran hab ich mich schon gemessen. Ich hab halt irgendwie den Spass dran entdeckt, mich damit zu beschäftigen, ich diskutiere gerne. Vielleicht hat mich das vor Rückfällen bewahrt, eigentlich glaub ichs aber nicht.

    Im Übrigen ist das für mich ganz normal, viele lesen und nur wenige schreiben. Diese Diskrepanz kannst Du überall beobachten. Das war in meinem früheren Forum auch so, da waren es nur sehr viel mehr Aktive, aber auch da haben hundert mal so viele nur gelesen. Das ist Internet.
    Und hier hab ich auch schon mal Frust abgelassen und bin gegangen. Das finde ich völlig legitim. Wenn AmSee mir nicht geschrieben hätte, wäre ich auch nicht wieder gekommen.

    Wichtig ist nur die Frage, obs Dir gut tut, was Du machst. Und das weisst nur Du, ich weiss es jedenfalls nicht und wenn ich da was behaupten würde, wäre das auch übergriffig. Ich guck nicht in Dich rein.

    Tja nun, so ist das eben.