Beide sind sozusagen Secondhand-Hunde und haben so ihre Erfahrungen gemacht. Ich bin froh, dass ich ihnen ein gutes Zuhause geben kann.
Beiträge von AmSee13
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Hallo,
Ich habe zwei Hündinnen: Eine Manchesterterrierdame (7) und eine russische Spitz-Straße-rauf-Straße-runter-Mischlingsprinzessin (6). Die beiden sind mir eine große Freude und kuscheln sehr gern.
Viele Grüße -
Ach und noch etwas:
Susanne hat auf etwas ganz wichtiges hingewiesen. Es könnte durchaus problematisch sein, deinen Vater aus der gewohnten Umgebung herauszureißen.
Hast du dich zum Thema „Demenz“ und „Parkinson“ schon mal ein wenig eingelesen? -
Hallo Millie77,
ich kann gut nachvollziehen, wie hilflos du dich angesichts dieser Situation fühlst.
Susanne hat dir schon ziemlich gute Tipps gegeben. Wenn man den Eindruck hat, dass eine erwachsene Person Betreuung braucht, kann man das beim Betreuungsgericht oder an den Stellen, die Susanne dir genannt hat, beantragen. Informationen findest du dazu im Netz zum Beispiel unter der Fragestellung „Betreuung beantragen“. Das Gericht wird dann prüfen, ob jemand Betreuung benötigt.
Was du für dich selbst dabei klar machen musst, ist, dass es dein Verhältnis zu deiner Mutter sehr erschweren kann. Das kann notwendig und wichtig sein, es kann aber auch sein, dass dich das in Zukunft sehr belastet. Wäge das für dich gut ab.
Dass die Betreuung deines Vaters sehr, sehr belastend ist und deine Mutter an ihre Grenzen gebracht hat, ist dir klar. Eigentlich bräuchte sie auch Hilfe, aber sie kann sie nicht annehmen und ihr beide könnt auch nicht darüber reden. Ist es für dich gar nicht möglich, aus ihr ihre Gedanken und Gefühle in Erfahrung zu bringen? Gibt es bei euch niemand, mit dem deine Mutter reden könnte und würde, wenn schon nicht mit dir?
Eine Betreuung kostet Geld, wenn Geld da ist. Wenn keins da ist, werden die Kosten übernommen, vom Sozialamt soweit ich weiß.
Eine Heimunterbringung kostet viel Geld. Auch da gilt, wenn noch Geld da ist und die Kosten für die Heimunterbringung höher sind als durch Rente und Pflegeversicherung reinkommt, dann bezahlt man das von seinem Privatvermögen.
Was den Alkoholismus deiner Mutter betrifft, kann ich Susanne nur zustimmen. Solange deine Mutter das Problem nicht sieht und sich nicht helfen lassen will, kannst du in Bezug auf sie gar nichts machen.
Helfen dir diese Informationen erstmal weiter?
Ich wünsche dir viel Kraft für diese Zeit.
Viele Grüße. -
Jo. Ich sage einfach mal laut und deutlich "Danke" ;D;D 44.
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Hallo Susanne,
da bist du ja wieder. Auch wenn’s ein ernstes Thema ist, ich freue mich, dass du mir schreibst.
Es gibt schon Unterschiede. Mein Vater wurde 82. Er ist auch nie ganz so abgestürzt wie ich. Bei ihm war es eher der tägliche Treibstoff.
Inzwischen habe ich gelesen, dass es körperlich eigentlich gar nicht so sehr den Unterschied macht, ob man so abstürzt wie du oder das so durchzieht, wie es dein Vater gemacht hat. Möglicherweise leidet die Psyche mehr, wenn man es so macht, wie du es getan hast.
Auf jeden Fall ist es eine sehr traurige Geschichte, die du da erzählst. Eigentlich unfassbar, dass man sich von diesem Stoff so kaputt machen lässt. Ich kann mir die Reaktion deines Vaters auf Hilfsangebote sehr gut vorstellen. Mit dem Rauchen verhält es sich ja ähnlich. Da kriegen die Menschen COPD oder sogar Lungenkrebs und rauchen trotzdem noch weiter. Ich find’s besonders erschreckend, wenn ich vor dem Krankenhaus Gestalten mit Atemgeräten rauchen sehe.
Ich habe in Bezug auf das Rauchen letztens bei ARTE eine sehr interessante und aufschlussreiche Doku gesehen. Wenn du sie nicht gesehen hast, findest du sie gewiss noch bei ARTE in der Mediathek.
Übertragen lässt sich das Ganze gewiss auch auf die Alkohol-Industrie. Wenn ich bedenke, wie oft ich in Film und Fernsehen sehe, dass sich ein Bier, ein Wein oder ein „Drink“ eingeschenkt wird. Oder die schöne Werbung für Bier etc. ...Du siehst, ich bin ziemlich nachdenklich.
Bewundernswert, dass du deinen Vater am Schluss betreut hast. Das war gewiss alles andere als leicht.
ZitatUnd jetzt sehe ich halt, das ich hier ab und an was tun kann
Und das machst du, wie ich nicht nur bei mir bemerkt habe, ziemlich gut. Danke!
Liebe Grüße
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Danke für deine Beileidsbekundung. Das ist sehr aufmerksam von dir!
Mein Vater starb vor drei Jahren und er starb auch am Alkohol.Oh, dann hast du als Kind und Jugendliche vermutlich auch diesen ganzen Sch..... erlebt, der dich für dein Leben geprägt hat....
Ich bin meinem Vater heute nicht mehr böse. Er tut mir leid. Er war nur 43 Jahre alt, als er starb, und davor schon eine ganze Weile todunglücklich. -
Hallo Susanne,
hab ganz lieben Dank, dass du mir schon wieder schreibst. Das bedeutet mir viel!
Mit Trinkertypen habe ich mich auch schon beschäftigt. Kennst du das Buch von Simon Borowiak, „Alk: Fast ein medizinisches Sachbuch“? Ein amüsantes Buch, das ich mit Lust gelesen habe, ebenso wie seinen Roman „Sucht“. Wer Borowiaks Stil mag, dem kann beide Bücher empfehlen.Habe ich aber auch erst Und als ich auch, so wie Du gerade, das mal von aussen betrachtet habe, ging mir auf, das mein ganzes bisheriges Leben davon bestimmt war, nur ja nie so die Kontrolle zu verlieren, dass ich mal in die Situation käme, aufhören zu müssen. Das musste unbedingt so bleiben, dass ich weiter trinken kann. Mir ging aber dann auch auf, was ich schon alles da drum rum gebaut und was ich schon geopfert hatte. Ich hab da wirklich Hirnschmalz reingesteckt, mich ungehindert besaufen zu können.
Das kann ich völlig nachvollziehen. Ich werde mich beobachten. Immerhin bin ich aufmerksam geworden, dass ich auf keinem guten Weg gewesen bin, dass ich vor der Gefahr bislang ziemlich die Augen verschlossen habe bzw. mir die Sache schöngeredet habe. Wie ich mich kenne, bezweifle sehr, dass ich wieder da hin komme. In meinem Kopf ist ein ziemlich strenger Richter, musst du wissen, der guckt, mir, wenn er auf etwas aufmerksam geworden ist, ziemlich genau auf die Finger. (grins) Früher war das ganz schön schwer, gegen den zu bestehen, mittlerweile kenne ich mich so gut, dass ich mit ihm leben kann. Er meint‘s ja irgendwie auch gut mit mir.
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Hallo Dagny,
natürlich ist mir willkommen, dass du mir schreibst, und ich verstehe vollkommen, dass du mich warnen willst, damit es mir nicht ähnlich ergeht wie dir. Ich habe deine Vorstellung gelesen und ich kann gut nachvollziehen, dass du dich in dem, was ich geschrieben habe, erkennst. Mir geht es nämlich mit dem, was du über dich erzählt hast und was du hier bei mir über dich erzählst, ähnlich. Und wie ich dich lesend kennengelernt habe, wird es dir ähnlich wie mir gehen, dass es dir in gewisser Weise gut tut auf Menschen zu treffen, die Dir ähnlich sind. Du darfst mir also gerne weiter schreiben, ich werde dir gewiss auch schreiben, wenn ich etwas zu sagen habe. Ansonsten lese ich gerne bei dir, wie es dir so geht. Ich finde das beeindruckend, wie du die Sache in den Griff bekommen hast.
Ich denke, ich bin nicht mehr an dem Punkt, an dem ich Alkohol „romantisiere“. Es hat seinen Grund, warum ich mich hier angemeldet habe. Ich sehe die Warnzeichen. Wenn ich den Alkohol wirklich noch „romantisieren“ würde, hätte ich mich hier nicht angemeldet, denn eure Antwort wäre mir klar gewesen und auch nicht willkommen gewesen. Bei meiner ersten Vorstellung ging es mir darum, mich vorzustellen. Dazu gehörte für mich auch eine Darstellung, wann ich Alkohol trinke und mit welchen Empfindungen. Ich dachte mir, dass die Chance, mir zu helfen, steigt, je genauer ich mich vorstelle.
Auch, wenn es für manchen vielleicht missverständlich gewesen ist, letztlich hat genau diese Vorstellung zu einer für mich notwendigen Auseinandersetzung mit meinem „Problem“ geführt. Wer mir geantwortet hat, hat diesbezüglich nachgefragt, und durch das Aufschreiben, die Nachfragen und die Auseinandersetzung mit den Fragen wurde mir selbst Manches klarer. So hast du mir zum Beispiel von dir erzählt und ich erkenne mich in Manchem wieder, in Manchem zum Glück noch nicht. Was du und auch Susanne mir geschrieben habt, spricht mich an, weil ihr schreibt, wie ihr schreibt, und weil ihr mir in gewisser Weise ähnlich seid. Und es warnt mich, es ja nicht so weit kommen zu lassen. Und es tut mir irgendwie gut, dass ihr mir schreibt und euch um mich sorgt. Glaub mir, ich bin ein sehr nachdenklicher Mensch, ich reflektiere häufig, was ich tue, und hinterfrage mich. Gerade weil ich so krank bin, aber nicht im Jammern versinken will, suche ich nach neuen Wegen. Natürlich meine ich nicht den Weg, meinen Kummer im Alkohol zu ertränken, sondern nach Wegen, die mir dauerhaft gut tun.
Ich möchte meinen Weg finden, verstehst du? Wenn das, was ich vorhabe, funktioniert, ist es doch gut für mich, und wenn es nicht funktioniert, falle ich ja nicht in ein tiefes Loch, sondern weiß, was ich zu tun habe, werde es tun und habe dann solche Vorbilder wie dich. Was ist denn so schlimm daran, es reflektiert auf einen Versuch ankommen zu lassen? Ich verstehe vor deinem eigenen Hintergrund deine Sorge, aber ich stehe in Bezug auf dieses Thema nicht mehr ganz am Anfang, glaub mir.
Vielleicht kommt es ja auch so, dass es mir nicht mehr so wichtig ist. Ganz wie Susanne es als Möglichkeit in Aussicht gestellt hat. Möglicherweise sind die Vorteile des Verzichts in den kommenden zwei Monaten so groß, dass ich‘s lieber ganz sein lasse. Wer weiß? Heute jedenfalls trinke ich ebenfalls nicht. Aus dem Nicht-mehr-Raucher-Forum weiß ich, dass diese kleinen Schritte ggf. hilfreicher sind als der Gedanke nie mehr rauchen zu dürfen. Wer sich dann genau beobachtet, stellt nach und nach Fortschritte und Vorteile fest.
Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn du mich bei meinem Weg begleiten könntest. Ich mag, wie du reflektierst.
Viele Grüße -
Ich konnte bis zum Schluss nach einem oder zwei Gläsern noch aufhören, wenn irgendwas wirklich wichtig war. Also die Kontrolle konnte ich haben, wenn ich wirklich wollte. Aber Spaß hat das keinen gemacht.Das ist interessant, was du schreibst. Ich kenne von meinem Vater, der immer heimlich angefangen hat, dass er stets die Kontrolle verloren hat. Von alleine konnte der nie aufhören, auch wenn er sich das vornahm. Ich hab ihm als Jugendliche mal bei so einem Entzug helfen wollen und wurde bitter enttäuscht. Ich dachte immer, das sei typisch für einen Alkoholiker. Er ist immer so richtig abgestürzt. Versuchte es dann mit Distra usw., aber das klappte nie.
Für mich selbst habe ich beobachtet, dass ich mich zwar kontrollieren kann, mir das aber ebenfalls keinen Spaß macht, deshalb will ich mir ja nun auch keine wöchentliche oder monatliche Erlaubnis mehr gönnen. -
das Problem dabei ist, dass der Alkohol die Ausschüttung dieser Glückshormone erst mal fördert und damit die Empfindlichkeit der Rezeptoren herabesetzt. Und da sich der Körper an diese Krücke Alkohl gewöhnt, schüttet er ohne Alkohol dann noch weniger davon aus.Stimmt, da hast hast Recht. Das hab ich irgendwie vor mir selbst irgendwie ausgeblendet.
Zitat
Wenn Du dazu noch Depressionen hast, ist die Versuchung groß, da nachzuhelfen. Aber auf Dauer verstärkt Alkohl die Depressionen.Auch damit hast du Recht. Ich hab das irgendwie nicht wahrhaben wollen. Die Depression begleitet mich jetzt schon ein Jahrzehnt und durch die MS ist sie verstärkt zurückgekommen und lässt mich nicht mehr los. Wenn ich Alkohol trinke, kann ich für eine kleine Weile beide Krankheiten vergessen. Es geht mir besser, alles geht irgendwie leichter. Ich kann Dinge tun, die ich sonst nicht mehr kann.
Durch den Verzicht auf Alkohol erhoffe ich mir aber auf Dauer eine Verbesserung der Depression. Ich hab mich gestern diesbezüglich etwas eingelesen.
Es ist merkwürdig, wie’s manchmal kommt. Manches ist mir vom Verstand her schon eine Weile bekannt, aber es ist trotzdem irgendwie nicht wirklich bei mir angekommen. Das fühlt sich diesmal anders an.
Ich hoffe auch, dass die MS Symptome wieder weniger deutlich auftreten. Im Moment sind die täglich sehr präsent. Bislang hatte ich nur einen Zusammenhang mit Stress vermutet. Ich habe nämlich vor etwa einem Monat meine Mutter beerdigen müssen. Möglicherweise liegt das verstärkte Auftreten der MS-Symptome nicht nur am Stress, ich verspüre zusätzlich auch noch Alkohol-Entzugserscheinungen. Denkbar wäre das auch schon bei der Menge, die ich so konsumiert habe.
Das motiviert mich, auf Alkohol zu verzichten.Zitat
Auf Dauer geht es aber um mehr, als das nur "ohne" auszuhalten. Sondern dann schon darum, es gar nicht mehr zu brauchen.Da stimme ich dir vollkommen zu.
Zitat
Solange Du Dir nicht zu viel vormachst..aber das kennst Du ja.Danke dir! Ich fühle mich von dir verstanden. Das tut gut.

Liebe Grüße
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Ich bin ziemlich nachdenklich geworden und ich versuche zur Zeit mir bewusst zu machen, was da in mir geschieht, wenn ich Alkohol trinke. Ich schreibe das hier für mich auf, vielleicht hilft mir und anderen das ja.
Ich wende das Wissen und die Fragen an, das/ die mir in Bezug auf das Rauchen weitergeholfen haben.
Ich weiß eigentlich, dass Alkohol ein Suchtstoff ist. Vielleicht nicht so schlimm wie Nikotin, aber spielt das letztlich eine Rolle? - In meinem Fall möglicherweise nicht, weil ich wahrscheinlich zu denen gehöre, die anfällig für Suchtmittel sind. Alkohol sorgte dafür, dass ich (besser) funktionierte, länger arbeiten konnte, mich für eine kleine Weile besser fühlen konnte, entspannter, das Leben leichter empfinden konnte usw.
Mir ist bekannt, dass Alkohol ziemlich schnell auf die Biochemie des Gehirns einwirkt und das Belohnungszentrum anspricht, dass er viel schneller als das wirkt, was auf natürlichen Weg die Ausschüttung des Belohnungshormons Dopamin bewirkt. Und mir ist bekannt, dass, wenn mein Gehirn diese Wirkung und den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und „Wohlbefinden“ erst einmal kennengelernt und gelernt hat, dass es eine so eine bequeme Abkürzung gibt, es kein Zurück mehr gibt. Bei Zigaretten habe ich diesen fatalen Zusammenhang jedenfalls ziemlich deutlich kennengelernt.Zu welchen Gelegenheiten trinke ich? - Das habe ich bei meiner ersten Vorstellung geschrieben. Wenn ich ehrlich bin, habe ich zu diesen Gelegenheiten den Alkohol weniger aus Genuss, sondern vielmehr wegen seiner Wirkung getrunken. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, gehen bei mir alle Warnsignale an.
Wie habe ich mich vor, während und nach dem Trinken gefühlt? - Vor dem Trinken hat‘s mir gewissermaßen Schwung bzw. Energie gegeben, Vorfreude. Während des Trinkens ging’s mir anfangs gut, ich fühlte mich beschwingt, aber das änderte sich von Glas zu Glas, die Energie nahm immer mehr ab. Nach dem Trinken ärgerte ich mich häufig über die Menge und schämte mich teils sogar. Manchmal fühlte ich mich am Folgetag kaputt und müde.
Schmeckt der Alkohol wirklich?- Da ich wählerisch bin, anfangs ja. Wenn’s mehrere Gläser geworden sind, geht’s nicht mehr so sehr um den Geschmack. Nur das erste Glas schmeckt wirklich.
Wie schnell ist ein Glas geleert? - Ehrlich gesagt, viiiieeel zu schnell. In der Regel brauche im Anschluss gleich noch ein zweites oder sogar drittes Glas.
Wie fühlt es sich an, wenn die Flasche leer wird und ich eine neue kaufen muss? - Es fühlt sich nicht gut an. Zum einen schäme ich mich, weil sichtbar wird, wieviel ich getrunken habe, zum andere sorge ich mich, weil der „Spaß“ nun zuende ist bzw. sein sollte. Manchmal fange ich dann noch eine zweite Flasche an.
Wegen Vorratsbeschaffung hatte ich selten Probleme, ich war eigentlich nie besorgt, keinen Nachschub bekommen zu können. Manches Mal hab ich extra keinen Alkohol mehr gekauft und das ging in der Regel ganz gut.Sehr ich mir das Ganze jetzt mal so mit einer gewissen Distanz an, wird mir gruselig.....
Ganz und gar möchte ich den Alkohol noch nicht lassen. Ich möchte ausprobieren, ob ich noch zu einem „normalen“ - was ist schon normal? - Trinkverhalten zurückfinden kann. Sollte das nicht mehr möglich sein, weiß ich, was die Stunde geschlagen hat und den notwendigen Weg gehen.
Ich hoffe, dass ich hier im Forum richtig bin und nicht störe. Ich habe mich gestern hier durch einige Threads durchgelesen und dabei verschiedene Positionen kennengelernt. Es liegt mir fern, jemanden, der abhängig ist, zu triggern. Ich möchte offen sein für Möglichkeiten und ich möchte mit dem, was mich beschäftigt, nicht mehr allein sein. Ich möchte mich mit Menschen, die für dieses Thema sensibilisiert sind austauschen. Mit meinem Mann habe ich gestern über das, was mich bewegt, gesprochen, hab ihm auch gezeigt, was ich geschrieben habe, aber er kann mir an dieser Stelle nicht so recht weiterhelfen.
Wer das hier so liest, mag denken, dass die Lösung doch klar auf der Hand liegt: Nie wieder Alkohol. Doch da bin ich einfach noch nicht. Ich kenne in meinem Umfeld kaum jemand, der gar keinen Alkohol mehr trinkt. Ich kenne das so - und sehe es doch auch ständig im Fernsehen - und ich finde es schön, zu einem guten Essen einen guten Wein oder ein gutes Bier zu trinken. Ich werde das einschränken, definitiv, es soll nur noch gewisse, seltene Ausnahmen geben. Für alle anderen Situationen - Stress-, Entspannungs-, Belohnungs- oder Motivations-Situation - werde ich mir Alternativen ausdenken und mir angewöhnen müssen. Da ich mich hier geöffnet habe, sehe ich mich gewissermaßen verpflichtet, mich dran zu halten. Das ist meine Sicherheitsmaßnahme.
Viele Grüße -
Hallo Susanne,
hab vielen Dank, dass du dir so viel Zeit für mich genommen hast. Ich verstehe sehr gut, was du mir sagen willst, und was du geschrieben hast, macht mich nachdenklich. Ich bin längst noch nicht an solchen Punkt gelangt, an den du vor Jahren gelangt bist, aber da will ich ja auch niemals hin. Deine Geschichte warnt mich aber und das ist gut so.
Du hast Recht, dass ich selbst wissen muss, was ich will und was ich mache. Und mir ist sehr bewusst, dass ich bezahle, wenn ich Fehler mache.
Ich bin von der Raucherei schließlich dadurch weggekommen, dass ich mich immer wieder genau beobachtet habe und in mich hineingehorcht habe. Manches war mir zwar vom Verstand her klar, aber ich hatte meine Gefühle und mein Belohnungszentrum unterschätzt. Bei den ersten Aufhörversuchen hörte ich mehr oder minder aus Vernunftgründen auf, glaubte aber, etwas zu verlieren. Ich scheiterte dann in gewissen Situationen, weil da der innere Druck, die Situation zu bewältigen und dabei funktionieren zu müssen, unerträglich war. Heute brauche ich keine Zigarette mehr, will nicht mehr rauchen und kann fast nicht mehr nachvollziehen, wie ich mir das antun konnte.
Und heute kann ich feiern und auch den Sonnenuntergng bei Saft geniessen. Ohne drüber nachzudenken, ob ich ein Problem habe oder mir hinterher irgendwelche Selbstvorwürfe zu machen. Genuss ohne Reue. Ich bin heute gefühlsmäßig da, wo ich mit dem Trinken immer hin wollte. Nur bin ich schon lange nüchtern.
Das hört sich unglaublich gut an! Das ergänzt mit dem, was ich an Vorteilen gelesen habe, wenn ich auf Alkohol verzichte, klingt sehr verlockend.Ob ich in Bezug auf Alkohol auch schon da angekommen bin, wo ich mit der Raucherei war, weiß ich nicht. Was ich so bisher an mir beobachtet und mit den Erfahrung anderer, die tatsächlich schon richtig abhängig waren, verglichen habe, bin ich noch nicht so weit. Mir ist aber sehr bewusst, dass ich in der letzten Zeit auf Messers Schneide balanciere. DAS ist definitiv nicht gut und so darf es gar keinen Fall weiter gehen.
Das Buch von Schreiber sagt mir sehr zu und spricht mich an. Solche Literatur ist sehr hilfreich für mich. Ich kenne sowas auch in Bezug auf das Rauchen, aber dies ist noch besser.
Wie ich‘s beim Rauchen gemacht hab, werde ich es auch mit dem Alkoholkonsum machen.
Was ich ausprobieren möchte, ist zwar eine Art kontrolliertes Trinken, aber nicht so eines, wo ich mir regelmäßig gewisse Tage die Woche oder einmal im Monat einen Abend mit Wein gönne. Ich bezweifle, dass sowas bei mir gut gehen könnte. Aus der Erfahrung als Exraucher weiß ich, dass das nicht funktioniert, denn die EINE oder die zwei, die man sich einräumt, gewinnen eine viel zu große Bedeutung und es bleibt nie auf Dauer bei der einen. Rückzuck ist man (=ich) wieder voll drauf.
Ich werde mich beobachten und in mich hineinhorchen. Kochwein wird’s nicht mehr geben und ich werde auch in den Pausen bei der Gartenarbeit nicht mehr Alkohol trinken. Da muss ich Alternativen finden, denn das, was ich getan habe, ist zu gefährlich. Ich weiß doch eigentlich um die Wirkung solcher Stoffe wie Alkohol und Nikotin auf die Biochemie im Gehirn. Wie kann ich nur so unvorsichtig sein? - Ja, ich weiß es, es ist die Sehnsucht, sich besser zu fühlen, zufrieden und glücklich zu sein. Aufgrund meiner Erkrankung hab ich zu wenig dieser Glückshormone....
Was ich mir erlauben möchte, ist, an bestimmten, seltenen Gelegenheiten, wie z.B. Weihnachten, Alkohol trinken zu dürfen. Ob das gut geht, wird sich zeigen. Ich glaube für mich, dass es schon mal ein Fortschritt für mich ist, für mich anerkannt zu haben, dass mein bisheriger Konsum sehr problematisch ist, ich nicht mehr leugne, ein Problem zu haben, und mich hier angemeldet habe. Ich weiß nicht, ob das hier ähnlich läuft, wie in dem Forum für Nicht-mehr-Raucher, da ist nämlich echt was los und ich bin virtuell vielen Menschen begegnet, die mir wichtig geworden sind, die mich weiter gebracht haben und denen ich eine Hilfe sein konnte.
Ich habe jedenfalls vor, hier zu berichten, wie‘s bei mir läuft. Heute jedenfalls trinke ich auch nicht. So hoffe ich es Schritt für Schritt zu schaffen, in der Regel abstinent und damit zufrieden zu sein.
Bei mir war das auch so,ich konnte Wochenlang nichts Trinken ,aber wenn es dann losging konnte ich nicht aufhören,und ich bin auch davon überzeugt,wenn ich jetzt wieder ein Glas Trinke sitzt mir schon das Teufelchen im Nacken und macht solange rum bis nichts mehr in der Flasche ist,deshalb fange ich erst gar nicht mehr mit einem Versuch an.
Hallo Daun 2020,
Danke, dass du mir geschrieben hast. Ich habe von einigen gelesen, dass es ihnen so ähnlich ergangen ist, wie dir. Mir ist das meines Wissens so noch nicht passiert. Ich will das aber definitiv bei meinem nächsten Alkoholkonsum beobachten. Wenn’s so kommt, dass ich die Tage danach das Bedürfnis verspüre, meine Ausnahme auszuweiten, weiß ich, was die Stunde geschlagen hat. Bislang ist es so gewesen, dass ich nach dem ersten Glas noch mindestens ein zweites und ein drittes wollte, dass dann aber irgendwann der Punkt kam, an dem‘s mir gereicht hat, ich also gewissermaßen satt war.
Ich werde jedenfalls die Augen offen halten, wie’s mir mit meinem Plan ergeht.
Interessant und reizvoll wird für mich auf jeden Fall, welche Vorteile die rigorose Einschränkung der Alkoholkonsum für mich haben wird.Viele Grüße
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Hallo Gerchla,
hab vielen Dank für deine Antwort! Du bringst mich damit tatsächlich schon ein Stückchen weiter.
Du vermutest ganz recht, dass ich den einen oder anderen Selbsttest gemacht habe. Bislang kam dabei immer „Riskanter Alkoholkonsum“ heraus. Inzwischen mache ich mir jedoch Sorgen, zu weit gegangen zu sein.
Was du zum Alkoholiker aus gehobenen Kreisen schreibst, kann ich nachvollziehen, und denke ähnlich. Wenn’s erst so weit gekommen ist, dass jemand tatsächlich abhängig geworden ist, macht es keinen Unterschied mehr und der Alkoholiker aus gehobenen Kreisen unterscheidet sich nicht großartig vom Penner auf der Parkbank. Ersterer leistet sich eben nur die teurere Version des Fusels.
Ich habe nicht zum Ausdruck bringen wollen, besser als der Penner auf der Parkbank zu sein, sondern etwas anderes. Soweit ich informiert bin, ist es dem „richtigen Alkoholiker“ schließlich egal, was er trinkt, Hauptsache es ist Alkohol. Für mich gehörte es bislang zu meinem eigenen Test oder meiner Selbsteinschätzung, dass ich, wenn ich einen Wein oder ein anderes alkoholisches Getränk nicht mag und dann lieber ganz verzichte, noch safe bin. Dass es mir also letztlich ausschließlich um den Genuss geht.
Ich habe mir gerade eben das Buch von Daniel Schreiber, „Nüchtern“ als EBook runtergeladen. Der Anfang gefällt mir ziemlich gut und ich fühle mich davon sehr angesprochen. Da, wo er hingelangt ist, bin ich noch lange nicht, aber ich erkenne mich in Teilen wieder. Irgendwie, ich kann’s nicht erklären, empfinde ich es jetzt schon als heilsam das zu lesen. Es macht mir nicht Angst, im Gegenteil, es macht mir Mut.
Der Deal mit mir selbst, den du vorschlägst, klingt vernünftig. Ich weiß, dass ich eine ganze Weile ohne Alkohol auskommen kann, wenn das für mich irgendwie stimmig ist. Der Sprung, Weihnachten und Silvester auf Alkohol zu verzichten, ist mir jetzt noch zu hart, obwohl ich um die Gefahr weiß. Ich werde das beobachten. Was Schreiber über seinen Misserfolg mit dem kontrollierten Trinken schreibt, könnte mir auch passieren, wenn auch nicht in DEM Ausmaß.
Jetzt erstmal schließe ich mit mir folgenden Deal, denn alles andere ist für den Anfang zu groß. Auch heute - gestern habe ich auch schon nichts angerührt - trinke ich keinen Alkohol.
Ich weiß gut, was du damit meinst, wenn ich mich unter welchem Vorwand auch immer, nicht an meinen Vorsatz halte und doch zur Flasche greife. Ja, wenn das passiert, weiß ich tatsächlich, was die Stunde geschlagen hat. Ich kenne das Suchtteufelchen, den Selbstbetrug und die Argumente recht gut aus anderen Zusammenhängen.Nochmals, danke dir, dass du mir geschrieben hast. Bis...
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Ich weiß, wie das beim Nicht-mehr-Rauchen-Wollen läuft, nur ist das, was ich da gelernt habe, nicht so auf meine Sache mit dem Alkohol übertragbar. Rauchen werde ich gewiss mir mehr, da scheint der Schalter nun endgültig umgelegt, aber nie mehr Alkohol trinken?
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Das kann ich aus meiner Zeit und Tätigkeit im Forum für Nichtraucher nachvollziehen.
Ich hab mich hier aber angemeldet, weil ich Hilfe suche.
Geht es denn anderen Aufhörwilligen nicht ähnlich wie mir? Muss ich denn erst richtig abstürzen, um Hilfe zu bekommen?
Es einfach so für immer sein zu lassen, kriege ich nicht hin. Das hab ich schon versucht.
Wie machen das denn andere? -
Hätte ich sowas hier denn nicht schreiben dürfen, weil es andere antriggert?
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Hallo Susanne,
natürlich hast du Recht, dass man = auch ich ohne Alkohol richtig gut kochen kann.So wie Du das trinken hier anpreist, werde ich sicher keine Anstrengungen unternehmen, Dich vom Gegenteil zu überzeugen.
Vielleicht habe ich mich nicht gut genug ausgedrückt. So ist es, wie ich das Trinken empfinde und das macht es mir ja gerade so schwer, es sein zu lassen, obwohl ich um die Gefahr weiß, obwohl ich vielleicht wirklich schon ein Problem damit habe. Dass Alkohol gefährlich ist, weiß ich ja nur zu gut.
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Hallo zusammen,
ich bin Ende 40, lebe in einer sehr guten und glücklichen Partnerschaft mit einem Partner, der sehr wenig bis gar nicht trinkt, und ich befürchte seit geraumer Zeit, ein Alkoholproblem zu haben. Ich trinke nicht regelmäßig, aber doch mehrmals in der Woche und dann häufig bis etwa eine Flasche Sekt oder Wein. Ich nehme mir nie vor, dass es so viel wird, aber kontrolliertes Trinken, d.h. nur ein Glas, funktioniert nicht. Auf das erste folgt recht schnell ein zweites und dann ... Spätestens nach einer Flasche ist dann aber Schluss, mehr mag ich dann einfach nicht mehr. Ich trinke gerne einen Wein oder Sekt beim Kochen, dann macht die Kunst einfach mehr Freude. - Ich koche gerne und betrachte richtiges Kochen als Kunst. - Ich trinke am Nachmittag, wenn ich im Garten arbeite und Pause mache, gerne mal ein Sektchen oder Bierchen. Ich trinke am Abend vor dem Fernseher oder beim Lesen ein Weinchen. Ich trinke gerne einen guten Wein zu einem guten Essen. Im Sommer trinke ich auf der Terrasse gerne einen „Sundowner“. Ich trinke nicht jeden Wein oder jedes Bier, bei harten Sachen bin ich ganz vorsichtig. Ich bin nämlich vorgeschädigt. Meine Eltern waren beide Alkoholiker, meine Mutter hat zwar vor meiner Geburt für immer mit dem Trinken aufgehört, aber mein Vater hatte regelmäßig Rückfälle, die unsere Familie regelmäßig aus der Bahn warfen, und bei ihm jedes Mal mit professionellem Entzug in einer Klinik endeten. Mein Vater starb dann, als ich 15 war, bei einem Autounfall unter Alkohol- und Tabletteneinfluss. Die Sucht meines Vaters mitzuerleben war grauenvoll.
Eigentlich sollte ich gar keinen Alkohol trinken, denn ich nehme ein Antidepressivum. Ich kann seit zwei Jahren keiner regelmäßigen Tätigkeit mehr nachgehen, weil ich MS und schwere Depressionen habe, die mich regelmäßig lähmen. Jeder Tag ist anders und ich weiß nie, ob der nächste Tag ein guter oder ein schlechter Tag wird. Ich bin aufgrund der Hilfe eines sehr guten Arztes psychisch stabil, habe meinen Weg gefunden, mit meinem beiden schweren Krankheiten umzugehen, und lebe so von Tag zu Tag.
Sorge macht mir, ein Alkoholproblem entwickelt zu haben, denn gemäß gewisser Checklisten ist mein Verhalten auffällig. Abgesehen davon, dass ich wegen des Medikaments eigentlich gar keinen Alkohol trinken sollte, ist da eben, dass ich zwar tagelang problemlos keinen Alkohol trinken kann, aber dann, wenn ich dann Alkohol trinke, es einfach nicht bei einem Glas belassen kann, sondern es bis zu einer ganzen Flasche wird. Angst macht mir, nie wieder Alkohol trinken zu dürfen, denn ich liebe und genieße einen richtig guten Wein und es gibt so viele Situationen, die mit einem Glas Bier oder Sekt oder Wein oder ... einfach so richtig schön rund sind. Ich weiß aber auch, wie eine Sucht bzw. ein Suchtgedächtnis funktioniert. Ich war Raucher und hab mehrere Aufhörversuche hinter mir. Inzwischen scheint da der Schalter umgelegt zu sein, denn ich spüre überhaupt kein Bedürfnis mehr zu rauchen. Und geschmeckt, sowie früher, haben mir die Zigaretten bei meinem letzten Rückfall überhaupt nicht mehr und ich konnte der Raucherei gar nicht mehr das abgewinnen, was ich dem früher abgewonnen habe. Ich vermisse sie überhaupt nicht mehr, die Zigarette. Das aber kann ich mir bei Wein, Bier usw. überhaupt nicht vorstellen, denn anders als eine Zigarette schmeckt mir auch nach längerer Abstinenz der erste Schluck besonders gut.
Eine Selbsthilfegruppe vor Ort möchte ich nicht aufsuchen. Mein Partner befürchtet, dass ich gefährdet bin. Wir haben schon darüber gesprochen, aber ich hasse es, wenn ich mich auf meinen Konsum anspricht und mich bevormundet. Ich möchte es erst einmal hier in der virtuellen Anonymität versuchen. Beim Rauchentzug hat mir auch ein sehr gutes Forum geholfen.
Ich bin gespannt, wem ich hier so begegne und ob ihr mir weiterhelfen könnt.
Viele Grüße