Hallo Ela,
willkommen hier im Forum!
Ich bin w, Ende 40, selbst zwar nicht mit einem Alkoholiker zusammen und auch nie gewesen, aber mein Vater war Alkoholiker, ich kenne Co-Abhängigkeit, Folgen für die eigene Psyche und ich habe nur zu deutlich miterlebt, was mit meiner Mutter geschehen ist.
Du hast dir unendlich viel gefallen lassen und zu deinem Glück endlich die Reißleine ziehen können. Dazu kann ich dir nur gratulieren.
Natürlich kann man deinen Partner sehr bedauern, dass er diese fürchterliche Krankheit hat, aber er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Du hast nach meinem Eindruck alles getan, was du konntest, und sehr viel mehr und fast bis zur Selbstaufgabe. Übrigens etwas, was leider häufig Angehörigen von aktiven Alkoholikern geschieht.
Gut, dass du endlich für dich erkannt hast, dass es so für dich nicht weitergehen kann. Vergiss nicht, dass du, sofern du keine Kinder hast, für die du auch noch Verantwortung trägst, in erster Linie für dich Verantwortung trägst. Es geht hier schließlich um DEIN Leben.
Du fragst, was du noch besser tun kannst, um aus dieser Co-Abhängigkeit herauszukommen. Den ersten Schritt hast du gemacht. Nun kannst du dich weiterhin fragen, was du für dich tun kannst. Was würde dir jetzt gut tun? - Ich meine natürlich gesunde Handlungen und Tätigkeiten.
Du könntest dir kleine Projekte vornehmen, auf die du eigentlich schon immer Lust hattest.
Du hast eine eigene neue Wohnung? - Mach sie so richtig zu deiner.
Wenn es dir gut tut, zu reden, empfehle ich dir eine Selbsthilfegruppe für Angehörige aufzusuchen bzw. mit einer solchen Kontakt aufzunehmen. Es kann außerordentlich hilfreich sein, mit Menschen zusammenzukommen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, weil die einen manchmal schon verstehen, ohne, dass man etwas sagen muss.
Ansonsten kann ich dir nur empfehlen, dich durch die Threads der „Angehörigen“ hier zu lesen. Dort wirst du eine Reihe von Gedanken finden, die dich weiterbringen können.
Viele Grüße
AmSee