Beiträge von AmSee13

    Hallo Sara,
    dann hast du ja auch schon nicht wenig Erfahrung!
    Interessant finde ich deine Aussage mit den Zuckerfressanfällen. Solche Anfälle kenne ich von mir, wenn ich viel Stress hatte oder wenn ich zu lange nichts gegessen habe. Ich hab mal gelesen, dass so ein Protein vom Körper ausgeschüttet wird, wenn er zu lange ohne oder mit zu wenig Nahrung auskommen muss. Das würde jedenfalls erklären, warum eine normale Portion bei mir nicht mehr ausreicht, wenn ich zu lange gewartet habe.

    Für mich jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nichts nützt, mich unter Druck zu setzen und mir eine Ernährung aufzuzwingen, die nicht zu mir passt. Von nur Gemüsesuppe werde ich nicht satt und stattdessen auch noch unzufrieden. Ich achte darauf, dass meine Suppen genügend Eiweiß enthalten. Entweder in Form von Hülsenfrüchten oder Frischkäse. Eine zeitlang habe ich mich rein vegan ernährt, weil sich das günstig auf den Verlauf meiner MS auswirken sollte. Das mache inzwischen nicht mehr so streng, weil mir zwei meiner Ärzte versichert haben, es gäbe keine wissenschaftliche Basis für diese Theorie, und mir rieten, ich solle mir nicht so einen Stress machen.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für alles seine Zeit gibt. Mit der Ernährung klappt es bei mir zur Zeit ganz gut, das liegt bestimmt aber auch daran, dass die anderen Baustellen erstmal geschlossen werden konnten.
    Hast du denn im Moment andere Baustellen offen, die auch deine Zuckerfressanfälle erklären könnten?

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Sara,
    der Kampf mit dem Zucker ist auch mir nicht ganz unbekannt, aber nach einem kurzen süßen Intermezzo unmittelbar nach dem Alkohol-Stopp ernähre ich mich wieder gesund.

    Hast du schon mal eine Zuckerfrei-Challenge ausprobiert? Ist ne ganz interessante Erfahrung. Nach einer Weile nämlich hört der Jieper nach Süßem ganz auf. - Er kommt nur wieder, wenn du wieder zur Schokolade greifst. ;)

    Gänzlich zuckerfrei lebe ich nicht mehr, die Zuckerfrei-Challenge hab ich vor zwei Jahren mal mitgemacht, aber ich brauche deutlich weniger Zucker als früher. Ich selbst halte nicht so viel davon, Zucker durch Honig, Xylit usw. auszutauschen, Muffins aber nur mit Banane gesüßt sind gar nicht so übel.
    Was Schokolade betrifft, habe ich die nicht mehr im Haus und kaufe sie nach Möglichkeit auch nicht mehr, wohl aber sowas wie getrocknete Mangos oder Datteln o.ä. Die enthalten zwar auch Zucker, haben für mich aber nicht den Jieper-Faktor wie Schokolade und sind wenigstens ein bisschen „gesünder“.

    Besonders abends esse ich möglichst keine Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln), so entfällt der abendliche Jieper auf etwas Süßes.

    Hast du daran gedacht, dass du eine andere Belohnung finden solltest, wenn du dir die Schokolade gänzlich verkneifst?

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Heimweh,
    ich halte dich gewiss nicht für naiv. Ich weiß, dass und wie sehr man aus den unterschiedlichsten Gründen in einer Beziehung verstrickt sein kann.
    Gerchlas Beitrag an dich hat tief in mir etwas berührt und ich kann all das, was er geschrieben hat, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen nur stützen.
    Ich habe ebenfalls kennengelernt, wie manipulativ ein Alkoholiker sein kann, was er sich so alles zusammenlügen, wie aggressiv und wie egoistisch er sein kann.
    Er tut das nicht unbedingt, weil er böse ist, sondern weil er durch den Alkohol in seinem Wesen verändert ist. Diese Veränderung bemerkt er selbst übrigens nicht. Ich beschäftige mich aus mehreren Gründen zur Zeit intensiv mit dem Thema Alkoholismus und die Erkenntnis, wie sehr Alkoholmissbrauch einen Menschen in seinem Wesen verändern kann, ohne dass er selbst sich dessen in diesem Umfang überhaupt bewusst ist, erschreckt mich derzeit sehr.
    Mir hilft dieses neue Wissen zu verstehen, aber auch selbst in Zukunft die Finger vom Alkohol zu lassen.

    Übrigens verhielt sich mein Vater unter dem Einfluss eines gewissen Medikaments, das zumindest damals beim Entzug häufig verabreicht wurde und mit dem mein Vater ähnlich missbräuchlich umging wie mit Alkohol, ähnlich wie unter Alkohol, nur dass gewisse andere Anzeichen nicht erkennbar waren. Ich hatte zuletzt einen fürchterlichen Streit mit ihm, als ich ihm auf den Kopf zusagte, dass er was genommen hat, und er das leugnete. Er hatte noch nie geleugnet, etwas genommen zu haben, wenn ich ihn darauf ansprach. Dass er dicht war, steht außer Zweifel.
    Es mag durchaus sein, dass dein Ex nicht mehr trinkt. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, ob er trinkt oder nicht. Ich schreibe dir das mit dem Medikament nur zu deiner Information.

    Wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten, habe ich erst nach schwerer Krankheit mühevoll gelernt und deshalb war es mir wichtig, dich darauf anzusprechen, wo DU eigentlich bei dem Ganzen bleibst.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Heimweh,
    vielen Dank für den tiefen Einblick, den du uns gewährt hast.
    Ich frage mich, nachdem ich deinen vorletzten Beitrag nun zweimal gelesen habe, wo du eigentlich bei dem Ganzen bleibst und was du eigentlich von ihm willst. Nimm mir nicht übel, dass ich das so sage, ich will dich gewiss nicht verletzen, sondern lediglich von außen meinen Eindruck schildern.
    Ich hab den Eindruck, du lässt ihn machen, weil du glaubst, dass er dich noch liebt. Und du lässt ihn machen aus Angst, dass er rückfällig wird.
    Das klingt für mich furchtbar einseitig. Wo bleibst denn du bei dem Ganzen? Ich vermisse die Aussage, dass du ihn noch liebst. - Verstehst du, was ich meine? -
    Du schreibst, dass du wütend bist, Weinphasen hast, weil du dich manipuliert fühlst. Das spricht aber doch eher dafür, dem Typen den Rücken zu kehren.
    Ich komme nicht ganz mit, warum du ihm in deinem Leben überhaupt noch Raum gewährst.
    Zieh dir nicht (!) den Schuh an, Schuld zu sein, wenn er rückfällig wird! Wenn einer saufen will, dann findet der immer einen Grund und gibt gern anderen den Schuld dafür. Das ist allerdings Unsinn, das haben dir auch andere schon geschrieben. Er ist erwachsen und ganz allein für sein nasses Verhalten verantwortlich. Du musst gar nichts aushalten nur seinetwegen.

    Du möchtest, dass er dich sieht. Warum ist dir das so wichtig? - Nicht, dass ich nicht verstehe, dass du gesehen werden willst, wer will das nicht, aber warum soll ausgerechnet er dich sehen?

    Nach dem, was du schilderst, sieht er dich nicht und will es auch gar nicht. Er ist total mit sich beschäftigt. Das kann daran liegen, dass er wegen seines Alkoholismus noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Dazu haben sich hier schon einige geäußert. Es kann aber auch sein, dass er dazu grundsätzlich nicht in der Lage ist, sondern auch ohne Alkohol einfach nur ein Egoist ist. Vielleicht aber tut es ihm auch leid, was geschehen ist, und er möchte dir Gelegenheit für Nähe geben, weil er den Eindruck hat, dass du das brauchst („Wenn du reden willst, gerne.“). Das sind aber alles nur Mutmaßungen, denn ich kenne deinen Ex nicht bzw. nur aus dem, was du über ihn erzählt hast.

    Grundsätzlich ist da einiges schief gelaufen und nach allem, was ich über dieses Thema weiß, ist das merkwürdige Verhalten deines Ex nicht unüblich. Leider!

    Niemand kann voraussagen, wohin er sich entwickeln wird.

    Achte du auf dich und das, was dir gut tut.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Heimweh,
    auch von mir ein herzliches Willkommen hier! :welcome:

    Ich fühle mich von dem, was du zuletzt geantwortet hast, angesprochen, dir zu antworten.
    Ich habe zwei Perspektiven vor Augen:
    Betrachtet man deine Situation aus der Distanz, dann fragt man sich, warum du dir das überhaupt noch antust. Ihr trefft euch zwar unregelmäßig und habt „gute“ Gespräche, aber über das, was du gerne geklärt haben möchtest, will oder kann er nicht reden, wird sauer, er macht ein Geheimnis aus euren Treffen, den Kontakt musst immer wieder du mit freundlichen Worten herstellen usw. Zur Zeit zumindest will und kann er gar nicht an der Aufarbeitung eurer Vergangenheit arbeiten, d.h., er verweigert dir letztlich das, was du eigentlich möchtest, und im Ergebnis fühlst du dich hundeelend.
    Betrachtet man deine Situation mehr aus deiner Innensicht, so kann man nachvollziehen, dass du noch nicht loslassen kannst. Am Anfang der Beziehung fühltest du dich angekommen und du hast sehr viel in die Beziehung investiert, hast ihm zu helfen versucht. Er war depressiv, also hast du ihm zu helfen versucht. Und er hat ja eines Abends auch vor deinem Haus gestanden und um Hilfe gebeten. Und jetzt macht er ja eine ambulante Therapie und er trinkt nicht mehr und ihr trefft euch regelmäßig und habt „ gute“ Gespräche. Jetzt müsste doch die Chance bestehen, die Dinge klären zu können, oder etwa nicht?

    Ich kenne deinen Partner nicht und daher kann ich dir auch nicht direkt etwas dazu sagen. Ich weiß nur, dass Alkoholmissbrauch einen Menschen sehr verändern kann und dass es viele Gründe geben kann, warum er sich so verhält bzw. verhalten hat. Die Schuld bei anderen zu suchen, kommt nicht selten vor. Das Stalken zum Beispiel kenne ich auch von meinem Vater bei meiner Mutter, wenn er mal wieder ordentlich drauf war. Dass seine Familie dich verurteilte, ist auch so etwas, was leider vorkommen kann. Alkoholismus ist so ein vielschichtiges Problem und es sprengt für mich jetzt hier den Rahmen, mich mehr darüber auszulassen.
    Was ich u.a. weiß, ist, dass ein Alkoholiker, der sich auf den Weg gemacht hat, von seiner Sucht loszukommen, eine ganze Weile lang sehr mit sich selbst beschäftigt ist und um sich herum kreist. Es kann gut sein, dass dein Ex-Partner zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht in der Lage ist, sich mit eurer Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil ihn das überfordert. Er weiß möglicherweise um seine Schuld, aber er kann sich ihr noch nicht stellen. Es kann durchaus sein, dass er fürchterlich empfindlich ist, empfindlich wie ein kleines Kind. Das kann ein Jahr dauern oder zwei Jahre, es kann auch sein, dass er scheitert und wieder anfängt zu trinken. Gerchla hat dir diesbezüglich besser als ich das könnte, etwas geschrieben. Ich sehe diese Heimlichkeit deines Ex ebenfalls als sehr bedenklich an. Heimlichkeit ist bei einer Therapie fragwürdig. Was soll das? Welche Gründe könnte es geben zu verbergen, dass ihr euch trefft? Es könnte übrigens tatsächlich auch sein, dass du nicht zu ihm kommen darfst, weil dort offenbar werden könnte, dass er noch immer trinkt.

    Für dich stellt sich nun tatsächlich die Frage, was du dabei tun kannst.
    Das, was du dir wünschst, nämlich die Klärung der Vergangenheit, wirst du zur Zeit offenkundig nicht bekommen können. Das funktioniert nur, wenn beide daran arbeiten wollen und können, und DAS ist derzeit nicht gegeben. Mag sein, dass er mehr Zeit braucht, mag sein, dass er niemals dazu in der Lage sein wird.
    Warum triffst du ihn sonst noch? Ist da Liebe oder fühlst du dich für ihn verantwortlich?
    Verantwortlich bist du nicht für ihn. Er ist erwachsen und er spielt ja offenkundlich auch nicht mit.
    Wenn es Liebe ist, so frage dich, was das für eine Liebe ist und was diese Liebe mit dir macht.

    So traurig und verworren das Ganze auch ist, in dieser Situation kannst und musst du dich um dich und deine Bedürfnisse kümmern. Dazu kann durchaus gehören, ihn ganz loszulassen. Was tut dir gut, was macht dich stark? Was tut dir gerade nicht gut, was schwächt dich?

    Alles Gute dir!
    AmSee

    Hallo, Spaziergänger,
    meinen Glückwunsch zum Einjährigen! 44.

    Und was die Stimmung betrifft, wünsche ich dir weiterhin gute Besserung. Du weißt, dass es „nur“ eine Phase war/ist.

    Interessiert es dich, von meinen Erfahrungen zu lesen? Wenn nicht, lies das Folgende nicht und lass es einfach stehen.

    Ich kenne sie auch diese Phasen und während eines Tiefs nur den einen Wunsch zu haben, dass das aufhört....

    Mit der Nichtraucherei kenne ich mich länger aus als mit der Alkohol-Abstinenz, obwohl ich vor vier Jahren schon mal länger als ein Jahr alkoholfrei war. Euphorie, Bäume-Ausreißen, Wie-neu-geboren-sein u.ä. habe ich selbst auch nie so erlebt, wohl aber das Gefühl von Befreiung und das Gefühl, mehr Kontrolle über mein Leben zu haben. Aktuell fühle ich mich geistig klarer, irgendwie wacher. Das hat bei mir gewiss auch mit der Bewältigung meiner Erkrankung zu tun.

    Meine Coping-Strategien im Umgang mit meiner Depression funktionieren auch nicht immer, manchmal geht die Spirale einfach immer weiter abwärts. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vom Prinzip hat es damit zu tun, dass das Gehirn permanent mit etwas beschäftigt ist und die biochemische Zusammensetzung im Gehirn so fürchterlich empfindlich ist. Ich selbst habe das Glück, einen Therapeuten gefunden zu haben, mit dem die Chemie stimmt und der mich gut bei der Bewältigung meiner Depression begleitet.

    Interessant finde ich übrigens die Beschreibung, wie du aus der Entfernung die Taxen beobachtet und damit irgendwie den Druck überwunden hast. So etwas Ähnliches kenne ich auch. Knapp war’s, aber du hast dir damit einen letzten Rest von Kontrolle bewahrt. Mein Therapeut würde das aufmunternd hervorheben.

    Alles Gute weiterhin!
    Grüße
    AmSee

    Liebe Rina,
    ich habe deinen Post gelesen.
    Danke dir, dass du geschrieben hast.
    Mir ist das hier zu viel geworden. Ich habe einen Wunsch geäußert, weil ich Unsicherheit fühle und mir deshalb Unterstützung gewünscht hätte. Das ist hier zum Teil wohl nicht so angekommen und ich bin stattdessen kritisiert worden.
    Ich habe einfach nicht mehr die Kraft, Einzelkämpferin zu sein, und genau so fühle ich mich hier, und ich will das auch nicht mehr.
    Ich hab genug mit mir selbst zu tun und ziehe mich deshalb von hier zurück.
    Ja, schriftliche Kommunikation ist schwierig. Ich habe mein Bestes versucht, hat nicht hingehauen.
    Grüße
    AmSee


    Du schreibst, dass ich mich gut einbringe.
    Das ist eine Bewertung, die ich nicht brauche.
    Es ist meiner Meinung nach auch etwas übergriffig.


    Echt jetzt? Ich hatte den Eindruck, dass du dich zu verteidigen versuchst, weil du dich nach deinem eigenen Eindruck nicht genug einbringst. Ich wollte dir meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen.
    Und nun fühle ich mich von dir dafür angegriffen. „Übergriffig“ - Echt jetzt?

    Zitat


    Mag sein, dass ich da etwas übertreibe, aber ein wenig bringt mich diese Diskussion schon auf, die du angezettelt hast.
    Und dass es automatisch zu Rechtfertigungen kommt, warum jemand weniger oder mehr schreibt, das halte ich für unnötig und das Ganze driftet mir in etwas ab, was mir persönlich gar nicht gut tut.

    Warum bleibst du dann nicht aus meinem Thread raus? Es ist MEIN Thread, MEIN Thema, das bei MIR diskutiert wird oder eben nicht. Mir ist dieses Thema wichtig, weil es mich bei meinem Engagement in diesem Forum beschäftigt und teils nicht wenig belastet.

    Nach so einem Beitrag wie deinem gerade, vergeht mir übrigens die Lust, mich hier noch weiter einzubringen. Sowas brauch’ ich nicht!


    Da stellst Du Dein Licht aber weit, weiiit unter den Scheffel ...

    Meinst du mich damit oder Risu?
    Vielleicht habe ich mich ja schief ausgedrückt. Worauf ich hinaus wollte, war, dass ich mich mitunter recht unsicher fühle, wenn ich hier etwas schreibe, jedenfalls bei den heftigen Themen. Ich mag zwar „einiges auf dem Kasten“ haben, aber unsicher bin ich trotzdem.
    Und mir ging‘s hier gewiss nicht um Fishing for Compliments.

    Du musst dich übrigens gar nicht verteidigen, dass du zu wenig schreibst.
    Ok, bei Mel hatte ich gehofft, dass von dir was kommt, da ich dich in dem Fall für kompetenter hielt als mich.
    Verteidigen musst du dich aber gewiss nicht. Ich bewundere eh deine, Gerchlas und Susannes Ausdauer.

    Grüße
    AmSee

    P.S.: Gute Besserung!

    @ Orangina
    Ich bin mir nicht sicher, was du mir in Bezug auf das Thema „Kindheitstraumata“ mitteilen willst.
    Hast du den Eindruck, dass ich bei dem einen oder anderen Beitrag zu sehr ins Detail gegangen bin, oder möchtest du damit erklären, dass und warum du dich zu diesem Thema nicht beteiligen willst?
    Wenn Ersteres der Fall ist, werde ich das für mich reflektieren, wenn das Zweite der Fall ist, ist das auch völlig ok.

    Übrigens zählst du für mich nicht zu denen, die sich nicht mehr melden. Ab und zu bringst du dich doch gut ein.

    Kindheitstraumata gehören für mich im Übrigen ebenfalls hierher, denn sie haben mit dem Thema „Alkoholismus“ und zum Teil auch nicht wenig mit dem „Hier und Jetzt“ zu tun. Natürlich kann es in so einem Forum wie diesem nicht um die Aufarbeitung gehen, dies ist ein Laienforum und Aufarbeitung von Traumata gehört in die Hand von Profis und es gehört auch nicht unbedingt alles in die Öffentlichkeit. Ich meine aber, dass, wer etwas von sich zu diesem Thema preisgeben möchte, dies selbstverständlich tun darf. Wenn ich das nicht lesen möchte oder es mich zu sehr triggert, muss ich eben darüber hinweg lesen.

    Was einige Details aus meiner Kindheit betrifft, so erzähle ich diese u.U. auch, um jemanden da abzuholen, wo er gerade ist, und Mut zu machen, sich professionelle Hilfe zu holen. Und ich erzähle im öffentlichen Bereich von mir, damit man mich und meine Position etwas besser einschätzen kann.

    Was meine Tätigkeit hier im Forum betrifft, Gerchla hat da etwas Wichtiges geschrieben:


    Mir ist einfach nur wichtig, dass ich mich nicht unter Druck gesetzt fühle, etwas schreiben zu müssen. Denn das wäre nicht gut für MICH.

    Am Wochenende habe ich bei Mels Thema diesen Druck gespürt und mich ihm zunächst entzogen. Schließlich habe ich ihr nach einem Tag Bedenkzeit doch geschrieben, weil ich ihre Not spürte. Bei meiner Antwort war ich mir nicht wenig unsicher, ob ich ihr auch wirklich weiterhelfen kann.

    Ich habe hier in meinem Post einfach nur mal mitgeteilt, was ich mir von diesem Forum wünsche. Einzelkämpfer bin ich den größten Teil meines Lebens gewesen und will es nun nicht mehr sein. Ich spüre, wie ich innerlich vibriere, weil ich das Gefühl habe, mich für meinen Wunsch verteidigen zu müssen. Das wiederum tut mir nicht gut und ich muss für mich darüber nachdenken, welche Konsequenzen ich daraus ziehe.
    Vielleicht ist es ja auch so, dass sich die Stilleren mehr heraus trauen, wenn Vielschreiber wie ich sich zurückziehen.

    Hallo Risu,
    Danke, dass du dich geäußert hast!
    Auch mit deiner Rückmeldung kann ich etwas anfangen und ich kann deine Motivation, meist nicht zu schreiben, nachvollziehen. Ich hab bei meinen eigenen Beiträgen mitunter sogar den gleichen Eindruck wie du von deinen. Umso wichtiger finde ich, dass so etwas einmal angesprochen wird - und warum nicht in meinem Thread.

    Auch du zählst für mich übrigens nicht zu denen, von denen man nichts mehr liest, ebensowenig wie Orangina oder Britt.

    Viele Grüße AmSee

    Liebe Susanne,
    auch dir danke ich sehr für deine Rückmeldung.
    Du bestätigst (leider) meinen persönlichen Eindruck.


    Wenn die paar Vielschreiber hier verschwinden, dann werden die Leser bald nichts mehr zu lesen haben. So einfach ist das. Klar, man kann dann immer noch die alten Beiträge lesen und sich was rausziehen, aber man wird nicht mehr spürbar wahr genommen.

    Das befürchte ich auch.

    Wenn du hier nicht mehr schreibst, wird dem Forum etwas Wichtiges fehlen, aber natürlich kann ich für dich nur begrüßen, wenn du etwas findest, was dich persönlich weiterbringt. Viel Erfolg wünsche ich dir bei dem anderen Betätigungsfeld.

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Orangina,
    ich danke dir sehr für deinen Beitrag. Verletzt hast du mich bestimmt nicht, denn du hast einwenig von dir erzählt und so kann ich das, was du mir mitteilen willst, besser einschätzen und deine Position nachvollziehen.

    Nebenbei bemerkt finde ich sehr gut, dass du nun für dich sorgst. Und ich freue mich für dich, dass es dir besser geht. Ich wünsche dir, dass du weiter gut vorankommst.

    Mit dem, was du geschrieben hast, kann ich tatsächlich etwas anfangen.

    Ich glaube nicht, dass ich das Forum als Bestätigung für mich (z.B. ich bin gut/ Befriedigung eines Helfersyndroms) brauche, werde aber über den Punkt, den du angesprochen hast, gewiss noch etwas länger nachdenken. Mir geht’s bei meinem Wunsch nach mehr Rückmeldung um etwas anderes und ich habe es für geeignet gefunden, das hier einmal anzusprechen, um das für mich zu klären.
    Jemand anderem Hilfestellung zu geben, ist für mich persönlich ab und zu eine Angelegenheit, die besonders viel Fingerspitzengefühl erfordert. Genau wie du schreibe ich mit Bedacht und mitunter kostet es mich nicht wenig Energie. Ich investiere diese Energie, weil ich der Ansicht bin, dass es wichtig und richtig ist. Ich versuche den Ratsuchenden dort abzuholen, wo er gerade ist. Dabei habe ich für mich festgestellt, dass es mich erleichtert, wenn andere ein Problem ähnlich auffassen wie ich. Ich fühle mich nicht selten unsicher, wenn ich in diesen großen leeren Raum hinschreibe. Liegt es da, wenn ich dieses Gefühl bei mir festgestellt habe, nicht nahe, den Wunsch bzw. die Einladung zu äußern, dass andere sich mehr beteiligen?
    Ich hab das hier ein Mal gemacht und lerne aus den Rückmeldungen für mich hinzu.

    Das mit den Kindheitstraumata ist offensichtlich nicht dein Thema und das, was du dazu geschrieben hast, kann ich nachvollziehen.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Lieber Gerchla,
    ich danke dir sehr, dass du mir so ausführlich geantwortet hast. Ich kann mit dem, was du mir geschrieben hast, gut etwas anfangen.

    Hier in diesem Forum läuft es ganz anders als in dem rauchfrei-Forum, in dem ich seit etwa dreieinhalb Jahren mal mit eigenen Fragen, mal mit Hilfestellung für andere unterwegs bin. Ich kenne das durchaus, dass sich einige Hilfesuchende, um die man sich nicht wenig bemüht hat, einfach nicht mehr melden. Ich kenne auch, dass sich einige, die lange dabei waren und rauchfrei geblieben sind, zurückziehen, weil ihnen das Thema nicht mehr so wichtig ist oder weil sich ihre Prioritäten im RL geändert haben. Dort schreiben die Nutzer wahrscheinlich aus ganz ähnlichen Gründen, wie du sie genannt hast, nicht mehr. Dort bin ich auch zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen wie du.

    Hier jedoch ist es anders als dort. Hier ist generell sehr viel weniger los. Hier äußern sich auch viel weniger zu den Themen der anderen. Gewiss, hier geht’s mitunter auch ganz anders zur Sache, sehr viel mehr ans Eingemachte.
    Ich bin auf die vielen Namen im Vorstellungsbereich gestoßen und ich wunderte mich, dass von soooooo vielen angemeldeten Nutzern nach einer Weile nichts mehr kommt. Dass sich immer wieder jemand nicht mehr meldet, kommt vor, aber soooo viele?
    Mit meinem Post wollte ich zum Antworten einladen, vielleicht fühlt sich ja der eine oder andere stille Mitleser angesprochen.
    Ich hätte gedacht, dass gerade jetzt, da wegen Corona so viele SHG nicht stattfinden können, hier mehr los ist, weil Bedarf besteht, sich auszutauschen.

    Wenn ich anderen schreibe, erwarte ich eigentlich auch nicht viel. Das würde mir auch nicht gut tun, mich von anderen in dieser Weise abhängig zu machen. Wünsche darf ich aber doch äußern und zumindest zu versuchen, etwas zu ändern oder zu verbessern, wenn die Möglichkeit besteht.

    Für deine anerkennenden Worte danke ich dir sehr. Natürlich tut mir das gut, das von dir zu hören.

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Schotterblume,
    mit den Informationen, die du über dich preisgegeben hast, kann ich dich viel besser einschätzen.
    Und natürlich freue ich mich, wenn das, was ich dir schreibe, dir irgendwie weiterhilft.

    Ich habe mir übrigens ebenfalls selbst sehr häufig viel Druck gemacht, ich war Perfektionistin, gegenüber anderen freundlich, nachgiebig und hilfsbereit, mit mir selbst jedoch ziemlich hart. Mein innerer Kritiker fand immer etwas an mir zu mäkeln, für den war ich nie gut genug. Mich hat dieses Leisten-müssen-ohne-Ende schließlich sehr krank gemacht.
    Inzwischen habe ich gelernt, mich selbst anzunehmen und freundlich und sorgend mit mir selbst umzugehen und den Kritiker einzuschätzen als das, was er ist, und ihn auch mal zum Schweigen zu bringen. Das gelingt mir nicht immer, aber immer besser.
    Erst durch die Tätigkeit hier im Forum habe ich so richtig begriffen, dass und wie die Ursache meiner Probleme, meiner teils etwas unglücklichen Persönlichkeitsmerkmale in meiner Kindheit in eben dieser dysfunktionalen Familie liegt. Ich wusste zwar schon früher, dass da was schief gelaufen ist, aber so richtig begriffen habe ich das erst in den letzten Wochen hier beim Lesen und Antworten.

    Wie du schreibst, bist du als Kind sehr verletzt worden. Das kommt mir sehr bekannt vor und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie tief und prägend solche Verletzungen sein können.


    Meine Therapeutin hat mir das so erklärt, dass das ei Überlebensmechanismus ist: wenn ich selbst die Schuld auf mich nehme bedeutet das, dass ich noch Kontrolle habe und nicht restlos ausgeliefert bin.


    Das ist interessant, was du schreibst.
    Ich habe von meinem Therapeuten gelernt, wie kleine Kinder das Prinzip von Ursache und Wirkung kennenlernen und lernen, dass sie für das Wohlbefinden ihrer Eltern verantwortlich sind. Bsp.: Wenn ich mein Bett selbst gemacht habe, dann sind Mama und Papa glücklich. Und umgekehrt sind sie unglücklich, wenn ich etwas falsch mache.
    Ich jedenfalls habe mich schon sehr früh verantwortlich für das Wohl meiner Eltern gefühlt.
    Und gewisse Gefühle waren bei uns verpönt. Ich weiß noch gut, wie oft ich symbolisch die kleine AmSee die Treppe vor der Wohnung meiner Großeltern runterschubsen sollte, weil ich mal wieder wütend gewesen war oder ein ähnliches unerwünschtes Verhalten gezeigt hatte. - Das war damals die Art meiner Großmutter, wie wir wieder zusammenkommen konnten und das böse Verhalten meinerseits vergessen konnten.
    Und ich weiß noch, wie ich mich geschämt habe, wenn ich meiner Großmutter unwissentlich etwas, was bei uns geschehen war, anvertraut hatte, und von meiner Mutter dafür getadelt wurde.
    Auch ich habe gelernt, irgendwie die Kontrolle zu bekommen angesichts der überaus unsicheren Situation, in der ich mitunter lebte.
    Du bist also - aber das weißt du sicher inzwischen - nicht allein und wirst Hilfe finden können.

    Zitat


    das sind dann so Gedanken wie: „es dürfte mich nicht geben“ „ich bin schuldig einfach nur weil es mich gibt“ „sobald ich mich zeige falle ich jemandem zur Last“...


    Solche Gedanken kenne ich auch ziemlich gut.....
    Was ich in den sechs Wochen Abstinenz bereits bei mir bemerkt habe, ist, dass die Tiefs weniger tief sind. Wenn’s mir schlecht geht, geht’s nicht mehr so weit runter, dass diese zerfleischenden Gedanken aufkommen. Das empfinde ich als enorme Erleichterung und es bestärkt mich auch darin, weiter abstinent zu bleiben.
    Ich habe auch eher das Gefühl, die Kontrolle zu haben, klarer im Kopf zu sein. Und ich schlage mich nicht mehr mit Scham- und Schuldgefühlen herum, weil ich etwas getrunken habe, denn ich trinke ja nicht mehr. ;D

    Zitat


    Bei der Achtsamkeit nach Innen glaube ich, hapert es daran, dass es schnell zuviel wird und ich dann fliehen möchte. Wenn ich zum Beispiel Meditationsübungen versuche, wo man sich darauf konzentrieren sollte, tief zu Atmen, kommt bei mir sofort Panik auf und ich habe das Gefühl keine Luft mehr zu kriegen.


    Das kann ich bei deiner Geschichte ziemlich gut nachvollziehen. Ich verstehe das so: Du bist dem noch nicht gewachsen, dich allein deinen Gefühlen zu stellen. Die Verletzungen sind so groß, dass du damit überfordert bist, dich ihnen allein zu stellen. Dein Körper schützt dich vor Überforderung.
    Für mich spricht das dafür, sich nochmals professionelle Unterstützung zu holen. Auch wenn du es schon mit verschiedenen Personen versucht hast, vielleicht war‘s noch nicht der richtige Zeitpunkt oder nicht der geeignete Therapeut. Wenn du an einen richtig guten Therapeuten gerätst, geht der mit dir z.B. erstmal Stellvertreter-Konflikte an und nicht gleich ans Ganze. Wenn er gut ist, wirst du dich dort zum rechten Zeitpunkt fallen lassen können. Voraussetzung dafür ist, wie Gerchla dir schon mal geschrieben hat, dass du abstinent bleibst. Wenn du hier ein bisschen mitgelesen hast, bist du vielleicht auch schon darauf gestoßen, dass es mitunter Monate dauert, bis du im Kopf richtig klar bist.

    Was Gefühle betrifft, bist du schon mit der Methode der Gefühlsregulation vertraut? Wenn nicht, suche ich da mal was raus, was ich dazu an die Hand bekommen habe.

    Was das Rauchen betrifft. Mach dir deswegen keinen Druck. Ich hab mehr als einmal versucht aufzuhören (und ich hab mich grundlos fertig gemacht, wenn ich rückfällig geworden war - da hat das o.g. Forum mir übrigens geholfen, mich nicht länger fertigzumachen), vor 111 Tagen war bei mir offenbar endlich der richtige Zeitpunkt. Ich hatte das Wissen, die Erfahrungen und irgendwie hat‘s alles gepasst.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Ich habe aber in der ganzen Zeit, in der ich hier bin, nie das Gefühl gehabt, nicht wertgeschätzt zu werden.
    JEDER geschriebene Beitrag -auch deine- kann bei jemand anders etwas bewirken. Aber (wertschätzende) Rückmeldungen kann man nunmal nicht einfordern.

    Hallo Britt,
    möglicherweise hast du mich etwas missverstanden.
    Ich habe nicht das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden und ich habe auch nichts „gefordert“.
    Es geht mir nicht darum Recht o.ä. zu haben, darum geht es hier doch auch gar nicht. Ich habe lediglich mitgeteilt, was ich mir wünsche und damit insbesondere die Stillen dazu eingeladen, sich mehr zu beteiligen.
    Wenn man sich hier bei anderen beteiligt, tut es ganz gut, in dem, was man sich so denkt, bestärkt zu werden, eine Rückmeldung zu erhalten. Mir jedenfalls tut das gut. Ich profitiere aber auch davon, wenn jemand meinen Horizont erweitert, weil er etwas anders sieht.
    Auch wenn sich hier so Manches sehr ähnelt, ist jeder Fall doch wieder anders und sehr persönlich.

    Warum habe ich den Eindruck, dass du mich (schon wieder) missverstehst? Liegt das an mir oder liegt es an dir? Sind unsere Prägungen so stark, dass wir einander nicht verstehen?

    Zitat


    Ich habe aber auch gelernt, dass ich nicht jede Meinung teilen muss und dass ich manche "Sprache" auch nicht nachvollziehen oder verstehen kann. Dann scrolle ich eben rüber..


    Das sehe ich auch so.

    In den letzten Wochen ist in meinem Inneren seeeeehr viel passiert, Puzzleteile haben sich zusammengefunden, ich konnte erfolgreich damit weitermachen einiges, was in meiner Vergangenheit geschehen ist, aufzuarbeiten.
    Sechs Wochen bin ich inzwischen abstinent und es fühlt sich an, als ob der berühmte Schalter bei mir umgelegt sei. Ich bedaure nicht mehr, keinen Alkohol mehr trinken zu dürfen. Es ist jetzt ok so. Es fühlt sich so an, als ob ich satt sei. - Besser kann ich das nicht erklären. -
    Klar nervt es mich ab und zu, anders sein zu müssen als die „normale“ Welt. Letztens ging mir das tierisch auf den Zeiger. Doch anders war ich ja eigentlich schon mein ganzes Leben und, da ich schon recht lange daran arbeite, mich so zu akzeptieren und anzunehmen, wie ich bin, lerne ich, auch damit umzugehen, nun auch äußerlich in Bezug auf Alkoholkonsum anders zu sein.

    Wie unschwer zu bemerken ist, äußere ich mich derzeit häufiger bei anderen im Forum. Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, aus welchen Motiven ich das mache und auch, wie das bei anderen, insbesondere denen, die schon lange dabei sind und viel länger trocken sind als ich, ankommt. Ich habe mir auch die Frage gestellt, ob ich damit ein Helfersyndrom befriedige und ob ich, weil ich doch gerade erst dabei bin, besser erstmal schweigen sollte. Es kommt ja häufig vor, das erwachsene Kinder aus dysfunktionalen Familien ein Helfersyndrom entwickeln.
    Achtsamkeit nenne ich es, mir dessen bewusst zu sein, warum ich das hier tue und was es mit mir macht:
    Gewiss geht es, wenn ich anderen hier antworte, auch darum, ihnen weiterzuhelfen. Ich bin schon mehr als ein Jahrzehnt in psychotherapeutischer Behandlung, kenne manche Problematik recht gut aus eigener Erfahrung. Warum sollten andere nicht von dem, was ich in all den Jahren dazu gelernt habe, profitieren? Muss man das Rad immer selbst erfinden? Wenn das, was ich ihnen zu sagen vermag, weiterhilft, gut, wenn nicht, können sie’s ja stehen lassen. Und vielleicht hilft es dann ja jemand anders, der still mitliest.
    Doch mir geht’s nicht nur darum, anderen zu helfen, sondern ich profitiere auch selbst davon, dass ich anderen hier schreibe. Es hilft mir, mich zu sortieren, mein Wissen oder meine Erfahrung zu strukturieren und es hilft mir bei der Aufarbeitung meiner eigenen Vergangenheit. Ich bin dadurch, dass Manches, was andere schildern, meinen eigenen Erlebnissen und Erfahrungen so ähnelt, an meine eigenen Erinnerungen und damit auch an verschüttete oder unbewusste Gefühle gekommen. Das war zum Teil sehr schmerzhaft, aber dadurch, dass ich drangekommen bin, sehe ich nun eine echte Chance auf Heilung. Es wird niemals ungeschehen gemacht werden können, was ich erlebt habe, aber ich habe den Eindruck, an die Wurzel meiner Probleme gekommen zu sein. Es wird noch eine ganze Weile dauern, aber ich sehe die Chance vor mir, es als abgeschlossen betrachten, richtig betrauern und heilen zu können - soweit das eben möglich ist.

    Hier im Forum würde ich mir mehr Rückmeldung wünschen. Wertschätzende Rückmeldung. Wenn ich anderen auf ihre Posts antworte, so schreibe ich aufgrund meiner Erfahrungen und meines Wissens. Dabei erhebe ich ganz gewiss nicht den Anspruch auf Allwissenheit. Manchmal bin ich, obwohl ich recht reflektiert und umsichtig bin, unsicher, ob ich mit dem, was ich schreibe, richtig liege. Mir wäre es jedenfalls ganz recht, wenn andere mich durch ihre eigenen Erfahrungen oder Beobachtungen bestätigen oder aber meinem begrenzten Horizont erweitern würden.
    Ich frage mich auch, warum es eigentlich nur immer dieselben paar Menschen sind, die anderen antworten. Nicht, dass ich deren Beiträge nicht schätze, ganz im Gegenteil, aber ich frage mich, wo all die vielen anderen sind, die sich hier mal angemeldet haben. Warum schreiben die nicht? Hilfreich finde ich es, wenn sich dann jemand so wie letztens meldet, schreibt, dass er viel still mitliest, sich aber nicht dazu in der Lage fühlt, anderen einen Rat zu erteilen. Das finde ich völlig ok.
    Ich meine aber auch, dass man nicht immer Rat haben oder geben muss. Manchmal hilft es einfach nur, dass man liest, dass es jemand anderem ähnlich geht. Natürlich sollte der einen nicht noch zusätzlich runterziehen, wenn’s einem eh schon schlecht geht, das ist klar.

    Wie lange ich hier noch richtig aktiv sein werde, vermag ich nicht zu sagen. Ich bewundere die hier langjährig Aktiven wie Greenfox, Gerchla und Susanne (mehr sind mir in den letzten sechs Wochen nicht so aufgefallen) sehr und nehme von ihnen immer wieder etwas mit. Ich bezweifle, dass ich deren Ausdauer habe. Warten wir‘s ab.

    Ich bin ich froh, dass es dieses Forum gibt und dass es mir persönlich nicht wenig weitergeholfen hat.


    Wo ich ein bisschen Bedenken habe: ich habe vor 3 Tagen auch das Rauchen aufgegeben. Ich weiss nicht ob die Gefahr ist, dass ich mich überfordere, wenn ich das beides gleichzeitig angehe. Aber ich dachte eben, wenn ich schon meine Gewohnheiten und Denkweisen ändere und auf mich und meine Gesundheit achte, dann gehört das Nichtrauchen doch auch irgendwie dazu. Habt ihr diesbezüglich auch Erfahrungen gemacht?

    Hab deinen neuen Beitrag gerade erst gelesen.
    Also, tatsächlich mutest du dir recht viel auf einmal zu. Vom Kopf her ist das, was du tust, gewiss konsequent, aber es ist auch sehr anspruchsvoll. Angst solltest du keine haben, das wäre kontraproduktiv. Entscheidend ist beim Aufhören auch, recht entspannt zu sein und sich darüber im Klaren zu werden bzw. zu sein, aus welchen Gründen man aufhört. Wenn du diesbezüglich Fragen hast, könnte ich dir das Forum, in dem ich bzgl Nicht-mehr-Rauchen seit dreieinhalb Jahren unterwegs bin und auf das auf jeder Zigarettenpackung hingewiesen wird (rauchfrei-...) empfehlen.
    Unterschätz dein Belohnungszentrum nicht! Ohne Nikotin wirst du vermutlich zunächst mal weniger Glückshormone im Körper haben. Das legt sich nach einer Weile wieder, deine Biochemie verändert sich wieder zum Positiven.
    Einige haben mit dem Rauchausstieg gar keine Probleme, andere tun sich ziemlich schwer.
    Ich rate dir, gut auf dich zu achten und, wenn der Druck zu groß wird, dir keine Vorwürfe zu machen, wenn der Rauchausstieg diesmal noch nicht klappt. Das Alkoholproblem finde ich persönlich vordringlicher als das Rauchproblem, auch wenn Rauchen auch ziemlich schädlich ist.

    Hallo Schotterblume,
    kann es sein, dass du dich selbst sehr viel unter Druck setzt und sehr häufig Verantwortung und Rücksicht übernimmst, selbst, wenn es eigentlich über deine Kräfte geht?

    Dass du dich nach dem Gespräch mit deiner Schwester erschöpft fühltest, ist eigentlich nicht verwunderlich und ganz normal. Auch, wenn du das Gespräch als gar nicht so belastend empfunden hast, hat dein Gehirn eine Hochleistung vollbracht. Es kann durchaus sein, dass du dich zur Zeit öfter müde fühlst, wenn du gedanklich viel durcharbeitest. Mir ergeht das jedenfalls auch so und mein Therapeut bestätigt mir, dass das an meiner Kopfarbeit liegt. Bei mir geschieht durch die Beschäftigung mit diesem Thema innerlich zur Zeit sehr, sehr viel.

    Du schreibst, dass du Scham empfindest. Wofür schämst du dich? Dass du auch Alkoholikerin geworden bist, wie ein Elternteil von dir? Dass du‘s nicht allein alles hingekriegt hast? Dass du nicht perfekt bist?
    Wenn du deswegen Scham empfindest, bist du hier in bester Gesellschaft. Ich jedenfalls kenne dieses Gefühl auch sehr gut. Da es nun mal da ist, nimm es einfach nur wahr und nimm die Gedanken, die damit verbunden sind, einfach nur wahr.
    Grundsätzlich musst du dich eigentlich nicht schämen, denn niemand ist perfekt, niemand sollte perfekt sein und Alkoholiker sind häufig Menschen mit einer ganz besonderen Sensibilität, die an den Normen der „Normalen“ verzweifeln. Ich habe in diesem Zusammenhang mal ein ganz amüsant geschriebenes Buch des Psychiaters und Psychotherapeuten Manfred Lütz, „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde“ gelesen, dessen Lektüre ich dir nur empfehlen kann. Darin geht es nicht nur um Alkoholiker, sondern auch um andere psychisch Erkrankte und meine Sicht auf meine Erkrankungen hat es etwas verändert. Ich bin nun gar nicht mehr so unglücklich darüber, nicht zu den „Normalen“ zu zählen.
    Doch, wenn das Gefühl von Scham nun mal da ist, lässt es sich mit dem Verstand nicht wegdiskutieren. Es ist da und will wahrgenommen werden. Es reicht aber, wenn du es einfach nur wahrnimmst. Vielleicht magst du uns ja schreiben, welche Gedanken mit diesem Gefühl verbunden sind. Wenn du das nicht möchtest, ist das natürlich auch ok.

    Du schreibst, dass du viel von Achtsamkeit gehört hast, dich aber schwer damit tust. Magst du erzählen, was dir schwer daran fällt?
    Ich selbst hatte vor ein paar Jahren davon gehört, hatte gegoogelt, um zu wissen, was das eigentlich ist, konnte aber mit dem, was ich las, irgendwie nichts anfangen. Erst als ich vor fünf Jahren wegen Depressionen in der Klinik war, lernte ich das richtig kennen und konnte es ausprobieren. Ich war ziemlich verblüfft, welche Wirkung es auf mich hatte, beim Spaziergang einfach mal den Autopiloten auszuschalten und ganz bewusst einfach nur darauf zu achten, was ich wahrnehme (ohne es in Kategorien einzuordnen oder es zu bewerten). Die nächste Ebene, die Gefühlswelt, probierte ich erst später aus, der war ich damals noch nicht gewachsen.
    Heute meditiere ich häufig, ich habe da eine ziemlich gute App, die mit einer „7“ anfängt und mit dem englischen Wort „mind“ endet. Die geführten Meditationen tun mir gut und helfen mir bei der Wahrnehmung dessen, was in mir ist.

    Viele Grüße
    AmSee