Beiträge von AmSee13

    Hallo Orangina,
    prima, dass es dir nach und nach immer besser geht! Mir geht’s ganz ähnlich und es kommt immer wieder eine neue Erkenntnis hinzu.

    Du hast Rina eine Frage gestellt, aber vielleicht magst du ja auch von mir ein paar Gedanken dazu hören?
    In Bezug auf Alkohol ist mir das zwar zuvor noch nicht so aufgefallen, weil ich mir zuvor niemals eingestanden hätte, meinen Alkoholkonsum nicht mehr wirklich im Griff zu haben und die Finger ganz davon lassen zu müssen, aber beim Zigarettenrauchen hab ich’s bei mir mehrmals genau beobachtet:
    Ich fing mit dem Rauchen jeweils in Krisensituationen wieder an. In diesen Situationen stand ich innerlich so stark unter Druck, dass ich’s kaum aushalten konnte, und da kam jedes Mal der Gedanke an das Mittel auf, das ich als höchst effizient und schnell wirksam kennengelernt hatte: Eine Zigarette. Ich wusste, dass mir eine Zigarette etwas Erleichterung verschaffen würde und saß leider immer wieder dem Irrtum auf, ich könnte und müsste mir eine Ausnahme erlauben, ich könnte ja gleich sofort wieder aufhören. Ich wusste, dass Nikotin abhängig macht und ich schon früher davon abhängig gewesen war und da war gewiss auch eine gewisse Sorglosigkeit oder Fahrlässigkeit bei mir, aber ich empfand es in diesen Situationen als Güterabwägung (mir fällt grad kein besserer Begriff dafür ein). In diesen Momenten wollte ich nur noch, dass der Druck aufhört oder wenigstens geringer und damit erträglicher wird und ich gleichzeitig noch funktioniere. Funktionieren war gleichzeitig auch noch sehr wichtig in diesen Situationen und so unter Druck konnte ich nicht funktionieren. Das Aufhören war jedoch nie einfach, denn die Entzugserscheinungen und die Erfahrung, dass mir die Zigaretten „geholfen“ hatten, drängten mich, mir wieder eine Schachtel zu kaufen. Nach dieser, sagte ich mir dann. Und so weiter. Und dann stellte sich irgendwann diese jetzt- ist’s-auch-egal-Stimmung ein. Die Kurve kriegte ich erst wieder, wenn mir dann die Raucherei endlich wieder zum Hals heraushing und eigentlich nur noch störte und ärgerte.

    Nun ist wahrscheinlich Rauchen nicht ganz mit Alkohol trinken vergleichbar, weil Alkohol nach meinen Informationen noch tiefer im Gehirn wirkt als Nikotin, aber diese Erfahrung, in bzw. aufgrund einer Krisensituation rückfällig zu werden, hilft mir für mich, die Suchtmechanismen zu verstehen und nicht wieder darauf hereinzufallen.

    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man in einer angenehmen Situation ein Glas Alkohol trinkt, weil man die Gefahr unterschätzt. Und dann ist’s die Wirkung, die erneut in deinem Gehirn drinhängt und dich weitertrinken lässt. Für mich könnte ich mir das jedenfalls vorstellen. Die Kurve würde ich dann wahrscheinlich erst wieder kriegen, wenn bei mir wieder so richtig angekommen ist, was ich mir und meinem Partner da antue und es wirklich angehen will. Wenn ich die Gedanken, die mir den Konsum schönreden, wieder entlarven kann.

    Was meinst du? Welche Situationen könnten dir gefährlich werden, wieder Alkohol zu trinken? Krisensituationen oder schöne Situationen, wie etwa Sommer am See und eine Bar direkt am Badesteg?
    In der schönen Situation könnte ich mir vorstellen, dass das Gefühl aufkommen könnte, man würde etwas vermissen, etwas entbehren müssen, was den Moment doch soooo viel schön machen würde und vor sich selbst verharmlosen, dass man eigentlich ein Alkoholproblem hat.

    Die Situationen, auf die Susanne und Rekonvaleszent sich beziehen, müssten meines Erachtens die sein, wenn man sich noch nicht darüber im Klaren ist, Alkoholiker zu sein und sich folglich noch selbst täuscht. Wenn man es einmal begriffen hat, glaube ich nicht, dass man sich noch derart belügen oder sich etwas vormachen kann. Dann kann es doch eigentlich nur daran liegen, dass man nicht verzichten will.

    Was hat dich diesmal bewogen, die Kurve zu kriegen? Könntest du dir vorstellen, dass dir das nochmals - hoffentlich kommt es nie dazu! - gelingen könnte?

    Ich selbst bin so froh, dass bei mir der Schalter umgelegt zu sein scheint und ich hab so großen Respekt vor meiner Sucht, dass ich keine Risiken mehr eingehen will. Zu meinem Glück habe ich in Krisensituationen eigentlich nie Alkohol getrunken. Mir ist völlig klar, womit sonst jetzt auch noch zu kämpfen hätte.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Daun,
    das hört sich doch ganz gut an. Natürlich wünsche ich dir, dass es mit dem Schlaf noch etwas besser wird, aber wenn’s dich nicht mehr so belastet, dann ist das doch immerhin etwas.
    Viele Grüße
    AmSee

    Das klingt schon nicht mehr ganz so übel wie vorhin, finde ich. Geht’s dir etwas besser?

    Ob du Depressionen hast oder nicht, kann letztlich nur ein Arzt diagnostizieren. Wenn du Glück hast, ist es nur ne „traurige“ oder leicht depressive Phase. Jemand, der diese Krankheit nicht selbst am eigenen Leib erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie sehr sich das von einem „normalen“ Tief, wie’s jeder mal erlebt, unterscheidet. Meine Mutter hatte diese Krankheit schon, aber mit was die zu kämpfen hatte, hab ich erst begriffen, als es mich selbst erwischt hat.
    Du sprichst von dem Wunsch, sich wegzuballern. Ich denke, ich kenne diesen Zustand, von dem du sprichst. Ich selbst hab zu meinem Glück bzw. weil ich wusste, wie gefährlich das ist, nie während so eines Zustandes zu Alkohol gegriffen. Dein Gehirn hat diese Möglichkeit leider kennengelernt und wird sie immer wieder aufrufen, weil sie so schnell und bequem ist. Was der Alkohol allerdings mit dir macht, wenn du diese Möglichkeit wählst, weißt du allzu gut.
    In der Therapie hast du sicher gelernt, dass du‘s gar nicht so weit kommen lassen sollst, dass du letztlich vorausdenken, vorausplanen musst. Und genau das ist jetzt gefragt. Was kannst du zu deiner Entlastung tun?
    Gut ist, dass du Sport machst und das, was du dazu brauchst, zuhause hast. Über die Vorteile von Sport brauche ich dir gewiss nichts zu erzählen. Dass du durch deinen Beruf nun öfter geschafft bist, ist kein Wunder. Bräuchtest du denn mehr Motivation, um Sport zu treiben, oder treibst du deiner nach Ansicht trotzdem noch genug Sport? Wenn du mehr Sport bräuchtest, es dir aber an Motivation fehlt, könntest du dir eine Gewohnheit antrainieren. Sowas hilft bei Motivationstiefs. Beispiel: Wenn du jeden Tag mit dem Hund rausgehst, weil du‘s musst, wird’s zur Gewohnheit und du wirst auch gehen, wenn du eigentlich keine Lust oder Energie hast. Sich eine Gewohnheit anzutrainieren kostet Energie und braucht mindestens sechs Wochen Zeit, aber es kann sich u.U. lohnen.

    Der Lockdown setzt uns allen mehr oder weniger zu. Ich für mich versuche mich immer wieder auf das zu konzentrieren, was eben gerade möglich ist. Bei uns in der Gegend wird sehr oft der Spruch „Nützt ja nix.“ verwendet und für mich passt die Einstellung, die dahinter steht. Die Situation ist jetzt eben so und nicht zu ändern, also finde ich eine Möglichkeit, wie ich trotzdem Spaß am Leben habe. - Finde gerade keinen treffenderen Ausdruck. - Beispiel: Wenn ich unterwegs bin, dann kehre ich gerne irgendwo ein, um Kaffee oder so zu trinken und vielleicht ein Stück Kuchen oder was auch immer. Geht im Moment nicht. Also hab ich letztens mal wieder die Thermoskanne rausgekramt, mit heißem Kaffee gefüllt, Kuchen und Melone und ne Kerze eingepackt und unterwegs im Auto Picknick gemacht. - Kannst du mir folgen, was ich meine? Klar hoffe auch ich, dass diese Corona-Geschichte bald endlich vorbei geht, aber da wir nicht wissen, wie lange sich das noch hinzieht, mache ich mich nicht davon abhängig, darauf zu hoffen, sondern suche jetzt nach Möglichkeiten.

    Übrigens ist es überhaupt nicht feige, sich nicht wegzumachen. Eher ist es umgekehrt. Ich habe diese Kämpfe oft in meinem Innern geführt und ich kenne diese Gedanken ziemlich gut. Da ist aber auch ein anderer Teil und der ist, das wird aus deinen letzten Worten ziemlich deutlich, auch bei dir vorhanden.
    Natürlich ist es schön, jemanden an seiner Seite zu haben, der einen liebt, aber - nimm mir das nicht übel - so richtig funktioniert das erst, wenn man sich selbst lieben kann. Wenn man sich selbst lieben und voll und ganz akzeptieren kann, ist man nicht mehr von der Liebe anderer abhängig.

    Das mag jetzt belehrend klingen, aber belehren will ich dich gewiss nicht. Was ich dir hier geschrieben habe, sind Gedanken und Erfahrungen, die ich besonders in den letzten Jahren gemacht habe und die mich weitergebracht haben.

    Viele Grüße

    Hallo Jbob,
    hab deinen Post gelesen und fühle mich angesprochen, dir zu antworten.

    Ich leide seit Jahren an Depressionen, u.a. auch deswegen bin ich inzwischen arbeitsunfähig. Wenn du also von Depressionen sprichst, kann ich mir ungefähr vorstellen, wie’s dir geht.
    Dass es dir derzeit recht bescheiden geht, ist eigentlich nicht verwunderlich. Das, was du privat erlebt hast, war sehr, sehr belastend und wird dich womöglich noch eine Weile beschäftigen. Hast du dich mal mit Trauerphasen beschäftigt? Mir hat es z.B. geholfen, mich darüber zu informieren und einzuordnen, wo in etwa ich gerade bin. Es half mir auch, weil ich durch dieses Wissen ein wenig wieder die Kontrolle zurückbekam. So in etwa, wie eine Panikattacke zwar nicht zu kontrollieren ist, aber wenn man weiß, was da jeweils in einem abgeht und sich beobachtet, wieder etwas Kontrolle gewinnt.
    Auch, dass du wieder im Beruf bist, ist eine zusätzliche Belastung. Du nimmst sie vielleicht nicht ganz so wahr, aber wieder zu arbeiten ist mit verschiedenen Reizen verbunden, die man irgendwie verarbeiten muss.

    Bist du wegen der anhaltenden Depressionen schon mal beim Arzt gewesen? Wenn nicht, würde ich dir dazu raten, denn du musst dich ja nicht noch in Gefahr bringen, doch noch zum Alkohol zu greifen.

    Prima, dass du bislang dem Suchtdruck widerstehen konntest, vielleicht findest du ja ein paar Anregungen, wie du etwas finden könntest, das wieder etwas mehr Freude bringt.

    Was für ein Typ bist du? Interessierst du dich für Krafttraining oder Sport oder bist du in irgendeiner Weise kreativ tätig?
    Falls dich Krafttraining interessiert: Die Fitnesstudios sind zwar zu, aber du kannst auch in deinem eigenen vier Wänden etwas tun und zwar mit Übungen, bei denen du das Gewicht deines Körpers nutzt. Bei YouTube wirst du gewiss fündig, wenn du entsprechende Übungen suchst. Du kannst auch Wasserflaschen als Gewichte nutzen oder siehst dich mal bei Ebaykleinanzeigen um, ob was interessantes dabei ist. Auch ein Minitrampolin ist nicht übel für Kraft- und Konditionstraining. Lässt sich auch günstig in den Kleinanzeigen finden.
    Falls du kreativ bist: Erinnerst du dich an die Ergotherapie in der Klinik? Gab’s da was, was dich interessiert hat? Ich gucke z.B. gerne im Verschenkteil von Ebaykleinanzeigen, ob da was ist, das sich aufmöbeln oder upcyclen lässt. Ich hab in der Ergotherapie mit Holz gearbeitet. Besonders das stundenlange Schleifen hatte etwas enorm beruhigendes. Ein Freund von mir hat einen Türgriff für seinen Kühlschrank gemacht, weil der alte kaputt war. Ist n Hammer-Handschmeichler-Griff geworden. Mehrfach geschliffen und lackiert.
    Das sollen nur so ein paar Ideen sein, die zur Anregung gedacht sind, mal in dich hineinzuhorchen, was dich überhaupt interessiert.
    Ansonsten gilt, bleib nicht in der Wohnung, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt. Geh ohne Geld raus, spazieren oder joggen oder was-auch-immer.
    Was auch hilft, ist viel, viel, viel Wasser trinken.

    Alles Gute dir
    AmSee


    Hallo
    Orangina
    Ja dann Unterhalten sich diese Leute dann über Tatort und Gänseblümchen und was weis ich noch.
    LG

    Sorry, Daun, aber dieser Kommentar führt hier echt nicht weiter. Ich finde ihn im Übrigen auch unangebracht.

    Ichso hat ihren Unmut kundgetan und das hat hier meines Erachtens auch eine gewisse Berechtigung und seinen ganz eigenen Kontext.

    Grüße
    AmSee

    Guten Morgen,
    es ist doch immer wieder interessant zu lesen, wie unterschiedlich hier eine Sache wahrgenommen und wie auf sie reagiert wird, wie tiefschichtig Alkoholismus - sei er von innen selbst erlebt und überwunden oder nicht überwunden, sei er von außen als Angehöriger etc. erlebt - uns Menschen prägt.
    Ich selbst sehe das anders als ichso. Gewiss ist der Aspekt, wie lange Thomas Alkohol ge- und missbraucht hat, einer, der beachtet werden sollte, aber kommt es letztlich wirklich darauf an, wenn einer erkennt, dass er ein ernsthaftes Problem hat und darüber verzweifelt ist?
    Es ärgert mich auch nicht, wenn jemand mit entsprechender Lebenserfahrung wieder dem Alkohol verfällt. So jemanden bedaure ich sehr und ich versuche zu verstehen.
    Ich betrachte diese unsere Alkoholkrankheit mit sehr großem Respekt. Ich hab‘s bei meinem Vater erlebt, dass er immer und immer wieder rückfällig geworden ist, und dass obwohl er durchaus ein intelligenter Mann war, der gewiss auch ganz klar wissen musste, was er bei sich selbst und seiner Familie anrichtet, und der, das weiß ich, ganz fürchterlich darunter gelitten hat. Er war gewiss nicht dumm und schwach, dass er wieder und wieder und wieder dem Alkohol verfiel. Warum es wieder und wieder und wieder geschah, wird mir ewig ein Rätsel bleiben, aber ich bedaure ihn und meine Familie sehr dafür, dass er den Absprung nicht geschafft hat, sondern letztlich mit nur 43 Jahren an seiner Sucht zugrunde ging.
    Hier im Forum wird teilweise von Menschen berichtet, die jahrzehntelang trocken - oder eher abstinent -waren, teils sogar Mentoren für andere waren und dann rückfällig wurden und daran zugrunde gingen. Warum geschieht so etwas? Die hätten es doch besser wissen müssen. Warum schaffen‘s einige und andere nicht?
    Ich weiß nicht, warum das so ist, aber die, die es nicht schaffen, tun mir leid und, dass es eben viele nicht schaffen, das lässt mich diese Krankheit mit großem Respekt betrachten.

    Wenn jemand ernsthaft Hilfe sucht und das kann man oder ich unter Umständen erst nach mehreren Posts erkennen - Ich selbst habe mich ja, wie unschwer nachzulesen ist, über meinen Konsum getäuscht, und getrunken, obwohl ich rein äußerlich betrachtet, schon allein wegen meiner Erkrankungen gar nicht hätte trinken sollen, aber ich suchte Hilfe und ich wurde durch die Auseinandersetzung mit den Antworten der anderen „schlauer“ - versuche ich ihm oder ihr mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

    Nochmals zurück zum Anfang: In der kurzen Zeit, die ich in diesem Forum tätig bin, habe ich ganz unterschiedliche Typen und Denkweisen kennengelernt und ich habe nach und nach gelernt, dass alle irgendwie ihre Berechtigung haben und gewissermaßen Facetten dieses Alkoholproblems sind.
    Für dich, Thomas, ist es vielleicht gut, dass du hier auch Menschen begegnest, die sich darüber ärgern, dass du trotz deiner Lebenserfahrung rückfällig geworden bist. Vielleicht triffst du damit außen auf eine Stimme, die schon in deinem Kopf ist, und kannst dich ihr besser stellen.

    Verblüffend finde ich bei mir selbst immer wieder, wie anders man, also ich denke und fühle, seit ich keinen Alkohol mehr trinke. Was mir heute so völlig klar ist, habe ich ganz anders wahrgenommen und gesehen, als ich noch getrunken habe.
    Weil ich das aber inzwischen weiß, versuche ich es mir bewusst zu machen, wenn ich mit jemandem, der noch trinkt, aber ernsthaft aufhören möchte, kommuniziere.

    Viele Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, ichso!
    Vier Stunden warst du unterwegs? Chapeau! Davon kann ich im Moment noch nur träumen, also nicht von dem Draußen sein, sondern davon vier Stunden spazieren zu gehen, aber ich bin am Ball, eine Strecke von 8 Kilometern schaffe ich schon. 44.

    Ich habe mal die Theorie des „Inneren Teams“ kennengelernt und nach allem, was ich so in Erfahrung gebracht habe, spricht sehr viel für diese Theorie. Wie das im Kopf so abgehen kann, wird im Film „Alles steht Kopf“ ziemlich anschaulich dargestellt. Interessant sind bei mir neben den von dir genannten auch noch die sogenannten Hinterbänkler. Das sind die Stimmen, die sich später melden, wenn eine Entscheidung bereits getroffen ist oder du nichts mehr ändern kannst. Die sind fies, weil die sozusagen nachtreten. Eigentlich aber sind die gar nicht so verkehrt, sie haben nämlich eigentlich auch was zu sagen und manchmal ist das sogar ganz gut, was sie zu sagen haben, sie trauen sich aber zunächst nicht, weil gewisse andere bekannte Stimmen so laut und so dominant sind.
    So richtig zum Schweigen bringe ich gewisse Stimmen in mir nicht, das muss ich aber auch nicht, aber ich kann sie inzwischen besser einschätzen. Manchmal ist es auch nötig, sie an einen Tisch zu bringen und miteinander debattieren und abstimmen zu lassen.

    Das klingt jetzt vielleicht großtuerisch, aber so meine ich das gewiss nicht und ich erzähle es auch gewiss nicht, weil ich mich hervortun möchte. Es war ein langer, langer Weg bis dahin, wo ich jetzt bin. Ein sehr entscheidender Schritt ist mir ja auch erst vor Kurzem durch das Forum als Katalysator gelungen.

    Hochs habe ich, auch wenn ich glücklicherweise „nur“ depressiv bin, auch kennen- und fürchten gelernt. Es fühlt sich hammermäßig an, wenn du grad ein Hoch hast, aber .... - Wem sag ich das, nicht wahr?
    Klasse, dass du ohne ADs auskommst, da hoffe ich auch irgendwann hinzukommen.

    Deine Abschlussbeschreibung heute find ich herrlich sympathisch. Grau bin ich zwar fast nicht (erstaunlich, eigentlich bin ich in dem Alter und färbe auch nicht), die Haare sind nicht ganz kurz und mit fast 1,80 Metern auch nicht gerade klein, aber der Rest könnte von mir stammen. ;D
    :blumen2:

    Guten Morgen, Rina,
    was du über dich schreibst, kommt mir sehr, sehr, sehr bekannt vor. Mir ging’s lange, lange Zeit sehr ähnlich. Ich musste erst sehr, sehr krank werden, bis so werden konnte, wie ich heute bin.
    Dir wünsche ich, dass du sehr viel leichter zu dir findest und dahin, deine Bedürfnisse gerade nicht immer hintanzustellen.
    Natürlich freue ich über deine Anerkennung.
    :blumen2:

    Viele Grüße
    AmSee


    Ein buntes Schaf? Das fände ich klasse! Bunt statt braun, aber das ist wieder ein anderes Thema ;)


    Definitiv bunt. ;)

    Zitat


    Habe auch noch Gedanken gerollt seit gestern. Fand, mein Schlusssatz roch so nach "eingebildet".

    Wer dich schon eine Weile gelesen hat, weiß, wie du das meinst. ;)

    Zwanghaftes Verhalten hatte ich auch mal ....
    Gewiss mag ich Ordnung und wenn alles so schön sortiert ist. Und für mein teils chaotisches Innenleben ist äußere Ordnung auch wichtig, aber ich musste lernen, die verschiedenen Reize auszuhalten. Heute ist es bei mir weniger aufgeräumt als früher.

    In mir wohnen übrigens auch ein paar mehr. :blumen3:
    Das ist ok so. Wir haben unser Auskommen gefunden. ;) Den inneren Kritiker, der mein ganzes Leben lang sehr, sehr, sehr dominant war, mochte ich eigentlich nie, der ließ ja auch kein gutes Haar an mir, inzwischen aber habe ich erkannt, dass auch er eine wichtige Rolle in meinem Leben und meinem Vorankommen spielt.

    Hallo Thomas,
    vielen Dank, dass du uns so viel über dich preisgibst. Was deine „Karriere“ betrifft, so klingt sie ganz typisch. Wenn du dich hier ein wenig einliest, wirst du eine ganze Reihe ähnlicher Geschichten finden. Da du in SHGen warst, wirst du das wissen.
    Damit dass ein Glas Alkohol dich letztlich zu Fall gebracht hat, stehst du auch nicht alleine da.
    Und dass du heimlich trinkst, ist leider auch ziemlich typisch.
    Das macht es nicht besser, aber immerhin macht es deutlich, dass du (leider) nicht allein bist.
    Ich selbst habe, wie schon gesagt, sehr von den Erfahrungen und Gedanken der anderen profitiert.

    Nun, du merkst, dass es dir absolut nicht gut damit geht, und damit hast du eigentlich einen guten Anfang. Wenn es nicht so wäre, würdest du nicht aufhören wollen.

    Es liegt ziemlich nahe, dass sich bei dir die Spirale immer weiter dreht. Die Frage ist also nun, wie du das abstellen könntest.

    Lass dir dazu ein paar Fragen, die mir selbst mal weitergeholfen haben, stellen:

    Geh doch mal in dich und frag dich, was dir der abendliche Alkohol eigentlich gibt. Aus welchen Gründen trinkst du?
    Und dann stell dem gegenüber, was er dir nimmt oder aber nicht gibt, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind.

    Kannst du das erste Glas stehen lassen bzw. dir gar nicht erst Alkohol bunkern?

    Gibt es bestimmte Rituale, die mit dem Trinken verbunden sind?

    Was oder wer könnte dich stützen?

    Was hast du zu gewinnen? (positiver Blick nach vorne)

    Ich habe, so schwer es mir fiel, meinen Mann informiert. Er hatte mich früher schon mal auf meinen Konsum angesprochen und ich hasste es sonst, wenn er mich beobachtete. Ich fühlte mich entmündigt, wenn er mich ansprach. Als ich aber ernsthaft begriff, worauf ich zusteuerte, und beschloss, dass ich nicht mehr trinken will, wurde mir klar, dass ich mit ihm reden muss, weil er mir eine Stütze ist. Nun tut es mir gut, mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Ich habe auch andere eingeweiht, die mir eine Stütze sein können.
    Wenn du bestimmte Rituale hast, die du mit dem Trinken verbindest, solltest du von diesen eine Weile Abstand nehmen und etwas ganz anders machen. Dein Gehirn muss umlernen. Bei den üblichen Ritualen zu bleiben, bringt dich enorm unter Druck und die Gefahr, doch zu trinken, ist nicht zu unterschätzen.

    Hilft dir davon etwas weiter?
    Alles Gute dir
    AmSee

    Ich hab darüber nachdenken müssen, ob der Begriff „schwarzes Schaf“ auch auf mich zutreffen könnte, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich zwar kein schwarzes, aber auch kein weißes Schaf bin. Ich bin eher ein irgendwie andersfarbiges Schaf. 8)

    Ich habe Jahrzehnte gebraucht, mein Anderssein zu akzeptieren. Ich habe immer wieder versucht, mich anzupassen oder unsichtbar zu sein. Inzwischen akzeptiere ich mich so, wie ich bin, und seit mein Ruf krankheitsbedingt ruiniert ist, lebe ich in der Regel so, wie es mir passt, und, wenn ich etwas sagen will, dann sage ich das. Ich bin dabei nicht aufmüpfig oder provokativ, das ist nicht meine Art, aber ich lasse mir auch nicht mehr alles gefallen und ich passe mich auch nicht mehr über Gebühr an. Meine eigene Familie gibt es fast nicht mehr, entweder sind sie tot oder sie haben kein Interesse mehr an mir oder unserer restlichen Familie überhaupt. Meine Schwiegerfamilie .... nun, die sind ne andere Welt ....

    Hallo Thomas,
    auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Ich wünsche dir einen guten Austausch und gute Anregungen.

    Kurz zu mir, ich bin 48 Jahre alt, w, und habe mich vor drei Monaten für die Abstinenz entschieden, als ich begriff, worauf ich mit meinem Alkoholkonsum zusteuerte. Ich konnte zwar immer wieder auf Alkohol verzichten und hatte auch keinen Kontrollverlust, wie man sich das so vorstellt, aber bei mir war es so, dass, wenn ich ein Glas trank, dieses sehr schnell geleert war und dann mindestens eins, in der Regel zwei bis drei weitere Gläser folgen mussten. Ich trank Alkohol, um in bessere Stimmung zu kommen, z.B. Feierabend-, Wochenend-, Ferienfeeling und natürlich bei Familienfesten. Aus gesundheitlichen Gründen hätte ich gar nicht trinken dürfen, aber ich tat‘s, weil ich nicht glaubte, dass mir mein Alkoholkonsum schadete. Alkoholismus als richtige Krankheit habe ich als Kind und Jugendliche bei meinem Vater erlebt, glaubte für mich aber noch „safe“ zu sein. Inzwischen denke ich ganz anders darüber, ich habe durch den Austausch hier im Forum sehr viel für mich hinzugelernt und für mich selbst gibt es keine Alternative mehr zur Abstinenz. Ich kann für mich sogar jetzt schon sagen, dass ich zufrieden abstinent bin, etwas, was ich mir, als ich mich vor drei Monaten hier angemeldet habe, nicht vorstellen konnte. Ich arbeite allerdings auch daran, in meinem Kopf kein Bedauern und keine Sehnsucht aufkommen zu lassen, und ich habe Menschen, die mir sehr wichtig sind und mich stützen, informiert. Gesundheitlich profitiere ich übrigens bei meinen Erkrankungen enorm von der Abstinenz, das hätte ich mir so nicht vorstellen können.

    Nun zu dir: So, wie du es beschreibst, scheinst du einer der sehr wenigen zu sein, denen kontrollierter Alkoholkonsum gelingt. Mit sehr viel Selbstkontrolle würde mir das vielleicht gelingen, aber es würde mich enorm viel Energie kosten und ein Gläschen hier und da wäre gewiss kein Vergnügen mehr für mich. Die Gefahr des Kontrollverlustes und der damit verbundenen Selbstvorwürfe wäre bei mir, dessen bin ich mir bewusst, immer wieder gegeben. Wie ist das aber bei dir? Warum möchtest du dauerhaft abstinent sein? Kostet dich das gelegentliche, kontrollierte Trinken Energie, die du nun nicht mehr investieren möchtest? Beginnt dein Konsum dir doch zu entgleiten?
    Du schreibst, dass du nicht schaffst, abstinent zu bleiben. Magst du noch etwas mehr darüber erzählen, warum du es nicht schaffst bzw. was dich hindert? Antworten auf die Fragen, die Rina dir gestellt hat, könnten uns hier Anhaltspunkte geben, wo wir dich ggf. abholen können.
    Viele Grüße
    AmSee

    Kann ich alles nachvollziehen, was du schreibst, auch wenn ich‘s nicht ganz so heftig hinter mir habe. 8)

    Und „ehrlich bis auf die Knochen“ kommt mir bekannt vor .... ;) ... find ich gut. ;D

    „Locker“ passt irgendwie, nehm dich auch so wahr. :)


    Und sonst so? Heute hatte ich großen Wasch- und Putztag, puuhh... Megafett, jetzt frischgeduscht auf der frisch bezogenen Couch zu liegen und nachher ins frischbezogene Bett zu dürfen. Dritte Maschine ist noch im Trockner, aber sonst alles tutti paletti, freu :D Interessiert das überhaupt? ;) Als ich noch süchtig war, war mein Leben viel mehr Drama, das habe ich die erste Zeit ganz doll vermisst. Jetzt bin ich froh, wenn alles seinen/ihren ruhigen Gang geht.

    Hallo Duso, ;)
    das liest sich doch mal herrlich erfrischend! 44.
    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Camina, liebe Susanne,
    habt lieben Dank für Eure Rückmeldungen. Ich bin in der Tat selbst überrascht von dieser unerwarteten
    Veränderung in mir, aber sehr, sehr dankbar und natürlich lasse ich es gern zu. Susanne bringt es sehr gut auf den Punkt. Ich beschäftige mich ja nun nicht erst seit Kurzem mit meiner Vergangenheit und diesmal scheint tatsächlich irgendetwas zusammengepasst zu haben wie eben Schlüssel und Schloss.
    Was ich hier im Forum gelesen habe, hat viele Erinnerungen aufgewühlt und mit ihnen auch Gefühle von damals. Es war nun offenbar auch die richtige Zeit dafür, sich dem stellen und es verarbeiten zu können.
    Ich bin meinen Eltern nicht (mehr) böse für das, was mit mir geschehen ist, sie konnten nicht anders, waren in ihre eigene Geschichte verstrickt. Sie tun mir beide sogar leid, denn sie hätten beide Besseres verdient gehabt. Und wenn ich das, was ich erlebt habe, mit dem vergleiche, was andere hier so erlebt haben, begreife ich, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können und was sie trotz ihrer eigenen Geschichte und ihre eigenen Probleme doch noch auch für mich zuwege gebracht haben.

    Das derzeitige neue Lebensgefühl betrachte und genieße ich nun von allen Seiten. Keine Ahnung, ob es von Dauer ist, schön wär’s, aber durch die Depression habe ich Hinnehmen gelernt. Nichts bleibt, alles ist vergänglich. Jetzt ist es gerade schön, also genieße ich es. Was morgen ist, wer weiß? Morgen ist morgen.

    Hallo Ihr anderen! ;)
    Seit ich mich zum letzten Mal in diesem Faden gemeldet habe, ist ein Weilchen vergangenen. In dieser Zeit hat sich nicht wenig bei mir und in mir verändert. Auf das, was zuletzt hier geschehen ist, möchte ich nur kurz eingehen. Es hat mich ziemlich aufgewühlt und an meine Grenzen gebracht und nach einer Weile und einem Telefonat mit meinem Therapeuten schließlich ein ganz ordentliches Stück weitergebracht.
    Ich habe einen Zusammenhang mit mindestens einem äußerst prägenden Erlebnis in meiner Kindheit/ Jugend herstellen können, einer Erfahrung, die zu einer lebenslangen Unsicherheit geführt hat, die ich trotz aller Bemühungen niemals ablegen konnte.
    Ich habe immer mal wieder andere Menschen, u.a. auch Kolleginnen und Kollegen um Hilfe gebeten, weil ich in diesem oder jenem unsicher war, ich wollte von ihnen lernen, von ihren Erfahrungen, weil ich hoffte, dass es mich sicherer machen würde.
    Nicht selten wurde ich enttäuscht, von meinen Kolleginnen und Kollegen sogar mehr als nur einmal. Diese wollten ihr eigenes Ding machen und wiesen einen Austausch ab mit dem Argument, dass wir doch alle so verschieden seien. Dabei wäre es nicht nur meinetwegen in meinem Beruf sehr sinnvoll gewesen, sich besser auszutauschen.
    Sehr oft musste ich Einzelkämpferin sein. Ich tat das, weil mir nichts anderes übrig blieb, denn aus der Verantwortung konnte ich mich auch nie herausziehen. - Auch typisch für EKAs. - Irgendwann konnte ich nicht mehr kämpfen, mein Körper und meine Psyche machten das nicht mehr mit.

    All diese Erfahrungen haben mich natürlich geprägt und da es MEIN Problem war, über das wir hier diskutierten, war ich emotional so richtig nah dran. (Aus der Distanz sieht ja immer alles anders aus.)
    - Übrigens habe ich hier im Forum in den letzten Wochen tatsächlich eine kleine Veränderung bemerkt. Vielleicht hat das, was ich mir wünschte, doch zu einer kleinen Veränderung geführt. Wer weiß. ;) -

    Als ich jedenfalls begriff, was damals in meiner Kindheit/ Jugend mit mir geschehen war (die Bilder und Gefühle von damals tauchten sowas von klar in mir auf) und wie es mich für mein Leben geprägt hatte, hörte dieses ständig vorhandene Gefühl der Unsicherheit auf. Und es ist bislang nicht wieder aufgetaucht. Ich kann kaum zum Ausdruck bringen, was für ein neues Lebensgefühl das jetzt ist.
    Insofern habe ich einmal mehr von diesem Forum profitiert, auch wenn’s ziemlich heftig für mich war.

    Auch körperlich geht’s mir zunehmend besser. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Abstinenz bei meiner Erkrankung dermaßen positiv auswirken würde. Bis Anfang des Jahres konnte ich maximal nur noch 3 Kilometer weit gehen und war anschließend den Rest des Tages völlig erschöpft. Seit Beginn des Jahres bin ich dazu in der Lage, nahezu täglich mit meinen Hündinnen spazieren zu gehen und dabei zunehmend meinen Aktionsradius zu erweitern. Und gestern habe ich sogar einen neuen Rekord aufgestellt: Ich habe eine Strecke von 8 Kilometern bewältigt! Hammer!!! Anschließend war ich zwar kaputt, aber doch noch so fit, dass ich Essen kochen konnte.
    Wenn das keine Bestätigung ist, dass ich auf einem guten Weg bin.... 44.

    Solch gute Nachricht muss ich als Ermutigung natürlich mit euch teilen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Wichtig ist auch, dass du nachts nicht auf den Wecker guckst, um nach der Uhrzeit zu sehen.
    In der Klinik haben sie uns damals gesagt, so könne man sich bzw. den Körper auch darauf konditionieren, wach zu werden.
    In der Apotheke gibt’s diesen Bombastus-Schlaf-Tee. Damals, aber das war auch ne andere Zeit, hat der mir nicht geholfen.

    Wünsche dir viel Erfolg, dass du bald wieder in den gewohnten Schlaf-Rhythmus findest.
    LG

    Hallo Daun,
    wenn du die anderen Tipps nicht umsetzen kannst aus welchen Gründen auch immer oder damit nicht den gewünschten Erfolg erzielst, könnte es helfen, eine Nacht (und natürlich den darauffolgenden Tag) durchzumachen. Ist zwar heftig, hat mir bislang aber helfen können, wieder in den üblichen Rhythmus zu kommen.

    Fühlst du dich inzwischen denn gesundheitlich wieder fit?

    Viele Grüße
    AmSee


    Es wurde aus deinem Schreiben nicht klar, ob deine Mutter noch lebt?

    Wird das nicht schon durch die Vergangenheitsform deutlich? Meine Mutter ist Ende September friedlich gestorben.

    Zu deiner Mutter kann ich nichts sagen. Du bist nicht die erste von der ich höre, dass sie den Kontakt zu ihrer Mutter gänzlich abgebrochen hat. Meine Mutter selbst hat das nach vielen, vielen Jahren des Leids unter ihrer Mutter schließlich auch getan und es war richtig für sie.

    Ich kann gut nachvollziehen, wie‘s dich mit 36 getroffen hat, „unfähig“ zu sein. Ist‘n hartes Brot, in der Tat! Du weißt ja selbst, wie die Gesellschaft, in der wir leben und aufgewachsen sind, so tickt.

    Danke dir. :)

    Wow, Sara,
    Sachen gibt’s! Ich hab bislang noch nicht von diesem Syndrom gehört. Viel Erfolg dir jedenfalls beim Bewältigen dieses Syndroms.

    Weitere Tipps habe ich nicht. ;)

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    so eng ist das Zitat gar nicht gemeint und sollte auch nicht so verstanden werden.
    Vom Prinzip geht es doch darum: Ich bin da, also bin ich da, also lebe ich.

    Die Frage, was eigentlich Leben ist, ist sooooo ein weites Feld.
    Meine Mutter lebte bis vor Kurzem nach einem Schlaganfall, der sie linksseitig völlig gelähmt hat, in einem Heim. Sie selbst empfand sich nur noch als Fleisch, das regelmäßig gewendet werden muss, damit es sich nicht wundliegt. War das noch Leben? Für sie nicht mehr, sie war oft sehr unglücklich, denn sie konnte zwar klar denken, aber bei Weitem nicht mehr so leben, wie sie es wollte.
    Für mich war es Leben, denn sie war noch da. Ich konnte mit ihr sprechen, ich konnte sie berühren usw.

    Nicht nur diese beiden unterschiedlichen Perspektiven haben mich sehr nachdenklich gemacht.
    Ich bin 48 Jahre alt, kann aber krankheitsbedingt keinem Beruf, keiner regelmäßigen Tätigkeit mehr nachgehen. Ich, die ich gelernt habe, dass man in dieser Gesellschaft bis zum Rentenalter Leistung erbringen muss, erbringe keine Leistungen mehr. Ich bin zu nichts mehr nütze, so denke ich in meinen schlimmen Momenten, man könnte also doch sehr gut auf mich verzichten.
    Wenn ich aber daran denke, was meine Mutter für mich bedeutet hat, wie wichtig es mir war, dass sie noch da war, dann denke ich anders über mein Leben.
    Ich bin da und damit bin ich da. - Und es gibt Menschen in meinem Leben, denen bedeutet es etwas, dass ich da bin.

    Viele Grüße
    AmSee