Kann ich alles nachvollziehen, was du schreibst, auch wenn ich‘s nicht ganz so heftig hinter mir habe. ![]()
Und „ehrlich bis auf die Knochen“ kommt mir bekannt vor ....
... find ich gut. ;D
„Locker“ passt irgendwie, nehm dich auch so wahr. ![]()
Kann ich alles nachvollziehen, was du schreibst, auch wenn ich‘s nicht ganz so heftig hinter mir habe. ![]()
Und „ehrlich bis auf die Knochen“ kommt mir bekannt vor ....
... find ich gut. ;D
„Locker“ passt irgendwie, nehm dich auch so wahr. ![]()
Und sonst so? Heute hatte ich großen Wasch- und Putztag, puuhh... Megafett, jetzt frischgeduscht auf der frisch bezogenen Couch zu liegen und nachher ins frischbezogene Bett zu dürfen. Dritte Maschine ist noch im Trockner, aber sonst alles tutti paletti, freuInteressiert das überhaupt?
Als ich noch süchtig war, war mein Leben viel mehr Drama, das habe ich die erste Zeit ganz doll vermisst. Jetzt bin ich froh, wenn alles seinen/ihren ruhigen Gang geht.
Hallo Duso, ![]()
das liest sich doch mal herrlich erfrischend! 44.
Viele Grüße
AmSee
Liebe Camina, liebe Susanne,
habt lieben Dank für Eure Rückmeldungen. Ich bin in der Tat selbst überrascht von dieser unerwarteten
Veränderung in mir, aber sehr, sehr dankbar und natürlich lasse ich es gern zu. Susanne bringt es sehr gut auf den Punkt. Ich beschäftige mich ja nun nicht erst seit Kurzem mit meiner Vergangenheit und diesmal scheint tatsächlich irgendetwas zusammengepasst zu haben wie eben Schlüssel und Schloss.
Was ich hier im Forum gelesen habe, hat viele Erinnerungen aufgewühlt und mit ihnen auch Gefühle von damals. Es war nun offenbar auch die richtige Zeit dafür, sich dem stellen und es verarbeiten zu können.
Ich bin meinen Eltern nicht (mehr) böse für das, was mit mir geschehen ist, sie konnten nicht anders, waren in ihre eigene Geschichte verstrickt. Sie tun mir beide sogar leid, denn sie hätten beide Besseres verdient gehabt. Und wenn ich das, was ich erlebt habe, mit dem vergleiche, was andere hier so erlebt haben, begreife ich, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können und was sie trotz ihrer eigenen Geschichte und ihre eigenen Probleme doch noch auch für mich zuwege gebracht haben.
Das derzeitige neue Lebensgefühl betrachte und genieße ich nun von allen Seiten. Keine Ahnung, ob es von Dauer ist, schön wär’s, aber durch die Depression habe ich Hinnehmen gelernt. Nichts bleibt, alles ist vergänglich. Jetzt ist es gerade schön, also genieße ich es. Was morgen ist, wer weiß? Morgen ist morgen.
Hallo Ihr anderen! ![]()
Seit ich mich zum letzten Mal in diesem Faden gemeldet habe, ist ein Weilchen vergangenen. In dieser Zeit hat sich nicht wenig bei mir und in mir verändert. Auf das, was zuletzt hier geschehen ist, möchte ich nur kurz eingehen. Es hat mich ziemlich aufgewühlt und an meine Grenzen gebracht und nach einer Weile und einem Telefonat mit meinem Therapeuten schließlich ein ganz ordentliches Stück weitergebracht.
Ich habe einen Zusammenhang mit mindestens einem äußerst prägenden Erlebnis in meiner Kindheit/ Jugend herstellen können, einer Erfahrung, die zu einer lebenslangen Unsicherheit geführt hat, die ich trotz aller Bemühungen niemals ablegen konnte.
Ich habe immer mal wieder andere Menschen, u.a. auch Kolleginnen und Kollegen um Hilfe gebeten, weil ich in diesem oder jenem unsicher war, ich wollte von ihnen lernen, von ihren Erfahrungen, weil ich hoffte, dass es mich sicherer machen würde.
Nicht selten wurde ich enttäuscht, von meinen Kolleginnen und Kollegen sogar mehr als nur einmal. Diese wollten ihr eigenes Ding machen und wiesen einen Austausch ab mit dem Argument, dass wir doch alle so verschieden seien. Dabei wäre es nicht nur meinetwegen in meinem Beruf sehr sinnvoll gewesen, sich besser auszutauschen.
Sehr oft musste ich Einzelkämpferin sein. Ich tat das, weil mir nichts anderes übrig blieb, denn aus der Verantwortung konnte ich mich auch nie herausziehen. - Auch typisch für EKAs. - Irgendwann konnte ich nicht mehr kämpfen, mein Körper und meine Psyche machten das nicht mehr mit.
All diese Erfahrungen haben mich natürlich geprägt und da es MEIN Problem war, über das wir hier diskutierten, war ich emotional so richtig nah dran. (Aus der Distanz sieht ja immer alles anders aus.)
- Übrigens habe ich hier im Forum in den letzten Wochen tatsächlich eine kleine Veränderung bemerkt. Vielleicht hat das, was ich mir wünschte, doch zu einer kleinen Veränderung geführt. Wer weiß.
-
Als ich jedenfalls begriff, was damals in meiner Kindheit/ Jugend mit mir geschehen war (die Bilder und Gefühle von damals tauchten sowas von klar in mir auf) und wie es mich für mein Leben geprägt hatte, hörte dieses ständig vorhandene Gefühl der Unsicherheit auf. Und es ist bislang nicht wieder aufgetaucht. Ich kann kaum zum Ausdruck bringen, was für ein neues Lebensgefühl das jetzt ist.
Insofern habe ich einmal mehr von diesem Forum profitiert, auch wenn’s ziemlich heftig für mich war.
Auch körperlich geht’s mir zunehmend besser. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Abstinenz bei meiner Erkrankung dermaßen positiv auswirken würde. Bis Anfang des Jahres konnte ich maximal nur noch 3 Kilometer weit gehen und war anschließend den Rest des Tages völlig erschöpft. Seit Beginn des Jahres bin ich dazu in der Lage, nahezu täglich mit meinen Hündinnen spazieren zu gehen und dabei zunehmend meinen Aktionsradius zu erweitern. Und gestern habe ich sogar einen neuen Rekord aufgestellt: Ich habe eine Strecke von 8 Kilometern bewältigt! Hammer!!! Anschließend war ich zwar kaputt, aber doch noch so fit, dass ich Essen kochen konnte.
Wenn das keine Bestätigung ist, dass ich auf einem guten Weg bin.... 44.
Solch gute Nachricht muss ich als Ermutigung natürlich mit euch teilen.
Viele Grüße
AmSee
Wichtig ist auch, dass du nachts nicht auf den Wecker guckst, um nach der Uhrzeit zu sehen.
In der Klinik haben sie uns damals gesagt, so könne man sich bzw. den Körper auch darauf konditionieren, wach zu werden.
In der Apotheke gibt’s diesen Bombastus-Schlaf-Tee. Damals, aber das war auch ne andere Zeit, hat der mir nicht geholfen.
Wünsche dir viel Erfolg, dass du bald wieder in den gewohnten Schlaf-Rhythmus findest.
LG
Hallo Daun,
wenn du die anderen Tipps nicht umsetzen kannst aus welchen Gründen auch immer oder damit nicht den gewünschten Erfolg erzielst, könnte es helfen, eine Nacht (und natürlich den darauffolgenden Tag) durchzumachen. Ist zwar heftig, hat mir bislang aber helfen können, wieder in den üblichen Rhythmus zu kommen.
Fühlst du dich inzwischen denn gesundheitlich wieder fit?
Viele Grüße
AmSee
Es wurde aus deinem Schreiben nicht klar, ob deine Mutter noch lebt?
Wird das nicht schon durch die Vergangenheitsform deutlich? Meine Mutter ist Ende September friedlich gestorben.
Zu deiner Mutter kann ich nichts sagen. Du bist nicht die erste von der ich höre, dass sie den Kontakt zu ihrer Mutter gänzlich abgebrochen hat. Meine Mutter selbst hat das nach vielen, vielen Jahren des Leids unter ihrer Mutter schließlich auch getan und es war richtig für sie.
Ich kann gut nachvollziehen, wie‘s dich mit 36 getroffen hat, „unfähig“ zu sein. Ist‘n hartes Brot, in der Tat! Du weißt ja selbst, wie die Gesellschaft, in der wir leben und aufgewachsen sind, so tickt.
Danke dir. ![]()
Wow, Sara,
Sachen gibt’s! Ich hab bislang noch nicht von diesem Syndrom gehört. Viel Erfolg dir jedenfalls beim Bewältigen dieses Syndroms.
Weitere Tipps habe ich nicht. ![]()
Viele Grüße
AmSee
Hallo ichso,
so eng ist das Zitat gar nicht gemeint und sollte auch nicht so verstanden werden.
Vom Prinzip geht es doch darum: Ich bin da, also bin ich da, also lebe ich.
Die Frage, was eigentlich Leben ist, ist sooooo ein weites Feld.
Meine Mutter lebte bis vor Kurzem nach einem Schlaganfall, der sie linksseitig völlig gelähmt hat, in einem Heim. Sie selbst empfand sich nur noch als Fleisch, das regelmäßig gewendet werden muss, damit es sich nicht wundliegt. War das noch Leben? Für sie nicht mehr, sie war oft sehr unglücklich, denn sie konnte zwar klar denken, aber bei Weitem nicht mehr so leben, wie sie es wollte.
Für mich war es Leben, denn sie war noch da. Ich konnte mit ihr sprechen, ich konnte sie berühren usw.
Nicht nur diese beiden unterschiedlichen Perspektiven haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Ich bin 48 Jahre alt, kann aber krankheitsbedingt keinem Beruf, keiner regelmäßigen Tätigkeit mehr nachgehen. Ich, die ich gelernt habe, dass man in dieser Gesellschaft bis zum Rentenalter Leistung erbringen muss, erbringe keine Leistungen mehr. Ich bin zu nichts mehr nütze, so denke ich in meinen schlimmen Momenten, man könnte also doch sehr gut auf mich verzichten.
Wenn ich aber daran denke, was meine Mutter für mich bedeutet hat, wie wichtig es mir war, dass sie noch da war, dann denke ich anders über mein Leben.
Ich bin da und damit bin ich da. - Und es gibt Menschen in meinem Leben, denen bedeutet es etwas, dass ich da bin.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Sara,
dann hast du ja auch schon nicht wenig Erfahrung!
Interessant finde ich deine Aussage mit den Zuckerfressanfällen. Solche Anfälle kenne ich von mir, wenn ich viel Stress hatte oder wenn ich zu lange nichts gegessen habe. Ich hab mal gelesen, dass so ein Protein vom Körper ausgeschüttet wird, wenn er zu lange ohne oder mit zu wenig Nahrung auskommen muss. Das würde jedenfalls erklären, warum eine normale Portion bei mir nicht mehr ausreicht, wenn ich zu lange gewartet habe.
Für mich jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nichts nützt, mich unter Druck zu setzen und mir eine Ernährung aufzuzwingen, die nicht zu mir passt. Von nur Gemüsesuppe werde ich nicht satt und stattdessen auch noch unzufrieden. Ich achte darauf, dass meine Suppen genügend Eiweiß enthalten. Entweder in Form von Hülsenfrüchten oder Frischkäse. Eine zeitlang habe ich mich rein vegan ernährt, weil sich das günstig auf den Verlauf meiner MS auswirken sollte. Das mache inzwischen nicht mehr so streng, weil mir zwei meiner Ärzte versichert haben, es gäbe keine wissenschaftliche Basis für diese Theorie, und mir rieten, ich solle mir nicht so einen Stress machen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für alles seine Zeit gibt. Mit der Ernährung klappt es bei mir zur Zeit ganz gut, das liegt bestimmt aber auch daran, dass die anderen Baustellen erstmal geschlossen werden konnten.
Hast du denn im Moment andere Baustellen offen, die auch deine Zuckerfressanfälle erklären könnten?
Liebe Grüße
AmSee
Hallo Sara,
der Kampf mit dem Zucker ist auch mir nicht ganz unbekannt, aber nach einem kurzen süßen Intermezzo unmittelbar nach dem Alkohol-Stopp ernähre ich mich wieder gesund.
Hast du schon mal eine Zuckerfrei-Challenge ausprobiert? Ist ne ganz interessante Erfahrung. Nach einer Weile nämlich hört der Jieper nach Süßem ganz auf. - Er kommt nur wieder, wenn du wieder zur Schokolade greifst. ![]()
Gänzlich zuckerfrei lebe ich nicht mehr, die Zuckerfrei-Challenge hab ich vor zwei Jahren mal mitgemacht, aber ich brauche deutlich weniger Zucker als früher. Ich selbst halte nicht so viel davon, Zucker durch Honig, Xylit usw. auszutauschen, Muffins aber nur mit Banane gesüßt sind gar nicht so übel.
Was Schokolade betrifft, habe ich die nicht mehr im Haus und kaufe sie nach Möglichkeit auch nicht mehr, wohl aber sowas wie getrocknete Mangos oder Datteln o.ä. Die enthalten zwar auch Zucker, haben für mich aber nicht den Jieper-Faktor wie Schokolade und sind wenigstens ein bisschen „gesünder“.
Besonders abends esse ich möglichst keine Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln), so entfällt der abendliche Jieper auf etwas Süßes.
Hast du daran gedacht, dass du eine andere Belohnung finden solltest, wenn du dir die Schokolade gänzlich verkneifst?
Liebe Grüße
AmSee
Hallo Heimweh,
ich halte dich gewiss nicht für naiv. Ich weiß, dass und wie sehr man aus den unterschiedlichsten Gründen in einer Beziehung verstrickt sein kann.
Gerchlas Beitrag an dich hat tief in mir etwas berührt und ich kann all das, was er geschrieben hat, aufgrund meiner eigenen Erfahrungen nur stützen.
Ich habe ebenfalls kennengelernt, wie manipulativ ein Alkoholiker sein kann, was er sich so alles zusammenlügen, wie aggressiv und wie egoistisch er sein kann.
Er tut das nicht unbedingt, weil er böse ist, sondern weil er durch den Alkohol in seinem Wesen verändert ist. Diese Veränderung bemerkt er selbst übrigens nicht. Ich beschäftige mich aus mehreren Gründen zur Zeit intensiv mit dem Thema Alkoholismus und die Erkenntnis, wie sehr Alkoholmissbrauch einen Menschen in seinem Wesen verändern kann, ohne dass er selbst sich dessen in diesem Umfang überhaupt bewusst ist, erschreckt mich derzeit sehr.
Mir hilft dieses neue Wissen zu verstehen, aber auch selbst in Zukunft die Finger vom Alkohol zu lassen.
Übrigens verhielt sich mein Vater unter dem Einfluss eines gewissen Medikaments, das zumindest damals beim Entzug häufig verabreicht wurde und mit dem mein Vater ähnlich missbräuchlich umging wie mit Alkohol, ähnlich wie unter Alkohol, nur dass gewisse andere Anzeichen nicht erkennbar waren. Ich hatte zuletzt einen fürchterlichen Streit mit ihm, als ich ihm auf den Kopf zusagte, dass er was genommen hat, und er das leugnete. Er hatte noch nie geleugnet, etwas genommen zu haben, wenn ich ihn darauf ansprach. Dass er dicht war, steht außer Zweifel.
Es mag durchaus sein, dass dein Ex nicht mehr trinkt. Ich kann das überhaupt nicht beurteilen, ob er trinkt oder nicht. Ich schreibe dir das mit dem Medikament nur zu deiner Information.
Wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten, habe ich erst nach schwerer Krankheit mühevoll gelernt und deshalb war es mir wichtig, dich darauf anzusprechen, wo DU eigentlich bei dem Ganzen bleibst.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Heimweh,
vielen Dank für den tiefen Einblick, den du uns gewährt hast.
Ich frage mich, nachdem ich deinen vorletzten Beitrag nun zweimal gelesen habe, wo du eigentlich bei dem Ganzen bleibst und was du eigentlich von ihm willst. Nimm mir nicht übel, dass ich das so sage, ich will dich gewiss nicht verletzen, sondern lediglich von außen meinen Eindruck schildern.
Ich hab den Eindruck, du lässt ihn machen, weil du glaubst, dass er dich noch liebt. Und du lässt ihn machen aus Angst, dass er rückfällig wird.
Das klingt für mich furchtbar einseitig. Wo bleibst denn du bei dem Ganzen? Ich vermisse die Aussage, dass du ihn noch liebst. - Verstehst du, was ich meine? -
Du schreibst, dass du wütend bist, Weinphasen hast, weil du dich manipuliert fühlst. Das spricht aber doch eher dafür, dem Typen den Rücken zu kehren.
Ich komme nicht ganz mit, warum du ihm in deinem Leben überhaupt noch Raum gewährst.
Zieh dir nicht (!) den Schuh an, Schuld zu sein, wenn er rückfällig wird! Wenn einer saufen will, dann findet der immer einen Grund und gibt gern anderen den Schuld dafür. Das ist allerdings Unsinn, das haben dir auch andere schon geschrieben. Er ist erwachsen und ganz allein für sein nasses Verhalten verantwortlich. Du musst gar nichts aushalten nur seinetwegen.
Du möchtest, dass er dich sieht. Warum ist dir das so wichtig? - Nicht, dass ich nicht verstehe, dass du gesehen werden willst, wer will das nicht, aber warum soll ausgerechnet er dich sehen?
Nach dem, was du schilderst, sieht er dich nicht und will es auch gar nicht. Er ist total mit sich beschäftigt. Das kann daran liegen, dass er wegen seines Alkoholismus noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Dazu haben sich hier schon einige geäußert. Es kann aber auch sein, dass er dazu grundsätzlich nicht in der Lage ist, sondern auch ohne Alkohol einfach nur ein Egoist ist. Vielleicht aber tut es ihm auch leid, was geschehen ist, und er möchte dir Gelegenheit für Nähe geben, weil er den Eindruck hat, dass du das brauchst („Wenn du reden willst, gerne.“). Das sind aber alles nur Mutmaßungen, denn ich kenne deinen Ex nicht bzw. nur aus dem, was du über ihn erzählt hast.
Grundsätzlich ist da einiges schief gelaufen und nach allem, was ich über dieses Thema weiß, ist das merkwürdige Verhalten deines Ex nicht unüblich. Leider!
Niemand kann voraussagen, wohin er sich entwickeln wird.
Achte du auf dich und das, was dir gut tut.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Heimweh,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier! :welcome:
Ich fühle mich von dem, was du zuletzt geantwortet hast, angesprochen, dir zu antworten.
Ich habe zwei Perspektiven vor Augen:
Betrachtet man deine Situation aus der Distanz, dann fragt man sich, warum du dir das überhaupt noch antust. Ihr trefft euch zwar unregelmäßig und habt „gute“ Gespräche, aber über das, was du gerne geklärt haben möchtest, will oder kann er nicht reden, wird sauer, er macht ein Geheimnis aus euren Treffen, den Kontakt musst immer wieder du mit freundlichen Worten herstellen usw. Zur Zeit zumindest will und kann er gar nicht an der Aufarbeitung eurer Vergangenheit arbeiten, d.h., er verweigert dir letztlich das, was du eigentlich möchtest, und im Ergebnis fühlst du dich hundeelend.
Betrachtet man deine Situation mehr aus deiner Innensicht, so kann man nachvollziehen, dass du noch nicht loslassen kannst. Am Anfang der Beziehung fühltest du dich angekommen und du hast sehr viel in die Beziehung investiert, hast ihm zu helfen versucht. Er war depressiv, also hast du ihm zu helfen versucht. Und er hat ja eines Abends auch vor deinem Haus gestanden und um Hilfe gebeten. Und jetzt macht er ja eine ambulante Therapie und er trinkt nicht mehr und ihr trefft euch regelmäßig und habt „ gute“ Gespräche. Jetzt müsste doch die Chance bestehen, die Dinge klären zu können, oder etwa nicht?
Ich kenne deinen Partner nicht und daher kann ich dir auch nicht direkt etwas dazu sagen. Ich weiß nur, dass Alkoholmissbrauch einen Menschen sehr verändern kann und dass es viele Gründe geben kann, warum er sich so verhält bzw. verhalten hat. Die Schuld bei anderen zu suchen, kommt nicht selten vor. Das Stalken zum Beispiel kenne ich auch von meinem Vater bei meiner Mutter, wenn er mal wieder ordentlich drauf war. Dass seine Familie dich verurteilte, ist auch so etwas, was leider vorkommen kann. Alkoholismus ist so ein vielschichtiges Problem und es sprengt für mich jetzt hier den Rahmen, mich mehr darüber auszulassen.
Was ich u.a. weiß, ist, dass ein Alkoholiker, der sich auf den Weg gemacht hat, von seiner Sucht loszukommen, eine ganze Weile lang sehr mit sich selbst beschäftigt ist und um sich herum kreist. Es kann gut sein, dass dein Ex-Partner zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht in der Lage ist, sich mit eurer Vergangenheit auseinanderzusetzen, weil ihn das überfordert. Er weiß möglicherweise um seine Schuld, aber er kann sich ihr noch nicht stellen. Es kann durchaus sein, dass er fürchterlich empfindlich ist, empfindlich wie ein kleines Kind. Das kann ein Jahr dauern oder zwei Jahre, es kann auch sein, dass er scheitert und wieder anfängt zu trinken. Gerchla hat dir diesbezüglich besser als ich das könnte, etwas geschrieben. Ich sehe diese Heimlichkeit deines Ex ebenfalls als sehr bedenklich an. Heimlichkeit ist bei einer Therapie fragwürdig. Was soll das? Welche Gründe könnte es geben zu verbergen, dass ihr euch trefft? Es könnte übrigens tatsächlich auch sein, dass du nicht zu ihm kommen darfst, weil dort offenbar werden könnte, dass er noch immer trinkt.
Für dich stellt sich nun tatsächlich die Frage, was du dabei tun kannst.
Das, was du dir wünschst, nämlich die Klärung der Vergangenheit, wirst du zur Zeit offenkundig nicht bekommen können. Das funktioniert nur, wenn beide daran arbeiten wollen und können, und DAS ist derzeit nicht gegeben. Mag sein, dass er mehr Zeit braucht, mag sein, dass er niemals dazu in der Lage sein wird.
Warum triffst du ihn sonst noch? Ist da Liebe oder fühlst du dich für ihn verantwortlich?
Verantwortlich bist du nicht für ihn. Er ist erwachsen und er spielt ja offenkundlich auch nicht mit.
Wenn es Liebe ist, so frage dich, was das für eine Liebe ist und was diese Liebe mit dir macht.
So traurig und verworren das Ganze auch ist, in dieser Situation kannst und musst du dich um dich und deine Bedürfnisse kümmern. Dazu kann durchaus gehören, ihn ganz loszulassen. Was tut dir gut, was macht dich stark? Was tut dir gerade nicht gut, was schwächt dich?
Alles Gute dir!
AmSee
Hallo, Spaziergänger,
meinen Glückwunsch zum Einjährigen! 44.
Und was die Stimmung betrifft, wünsche ich dir weiterhin gute Besserung. Du weißt, dass es „nur“ eine Phase war/ist.
Interessiert es dich, von meinen Erfahrungen zu lesen? Wenn nicht, lies das Folgende nicht und lass es einfach stehen.
Ich kenne sie auch diese Phasen und während eines Tiefs nur den einen Wunsch zu haben, dass das aufhört....
Mit der Nichtraucherei kenne ich mich länger aus als mit der Alkohol-Abstinenz, obwohl ich vor vier Jahren schon mal länger als ein Jahr alkoholfrei war. Euphorie, Bäume-Ausreißen, Wie-neu-geboren-sein u.ä. habe ich selbst auch nie so erlebt, wohl aber das Gefühl von Befreiung und das Gefühl, mehr Kontrolle über mein Leben zu haben. Aktuell fühle ich mich geistig klarer, irgendwie wacher. Das hat bei mir gewiss auch mit der Bewältigung meiner Erkrankung zu tun.
Meine Coping-Strategien im Umgang mit meiner Depression funktionieren auch nicht immer, manchmal geht die Spirale einfach immer weiter abwärts. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vom Prinzip hat es damit zu tun, dass das Gehirn permanent mit etwas beschäftigt ist und die biochemische Zusammensetzung im Gehirn so fürchterlich empfindlich ist. Ich selbst habe das Glück, einen Therapeuten gefunden zu haben, mit dem die Chemie stimmt und der mich gut bei der Bewältigung meiner Depression begleitet.
Interessant finde ich übrigens die Beschreibung, wie du aus der Entfernung die Taxen beobachtet und damit irgendwie den Druck überwunden hast. So etwas Ähnliches kenne ich auch. Knapp war’s, aber du hast dir damit einen letzten Rest von Kontrolle bewahrt. Mein Therapeut würde das aufmunternd hervorheben.
Alles Gute weiterhin!
Grüße
AmSee
Liebe Rina,
ich habe deinen Post gelesen.
Danke dir, dass du geschrieben hast.
Mir ist das hier zu viel geworden. Ich habe einen Wunsch geäußert, weil ich Unsicherheit fühle und mir deshalb Unterstützung gewünscht hätte. Das ist hier zum Teil wohl nicht so angekommen und ich bin stattdessen kritisiert worden.
Ich habe einfach nicht mehr die Kraft, Einzelkämpferin zu sein, und genau so fühle ich mich hier, und ich will das auch nicht mehr.
Ich hab genug mit mir selbst zu tun und ziehe mich deshalb von hier zurück.
Ja, schriftliche Kommunikation ist schwierig. Ich habe mein Bestes versucht, hat nicht hingehauen.
Grüße
AmSee
Mir reicht‘s jetzt.
Ich bin (erstmal) raus.
Macht‘s gut!
Du schreibst, dass ich mich gut einbringe.
Das ist eine Bewertung, die ich nicht brauche.
Es ist meiner Meinung nach auch etwas übergriffig.
Echt jetzt? Ich hatte den Eindruck, dass du dich zu verteidigen versuchst, weil du dich nach deinem eigenen Eindruck nicht genug einbringst. Ich wollte dir meine Wertschätzung zum Ausdruck bringen.
Und nun fühle ich mich von dir dafür angegriffen. „Übergriffig“ - Echt jetzt?
Zitat
Mag sein, dass ich da etwas übertreibe, aber ein wenig bringt mich diese Diskussion schon auf, die du angezettelt hast.
Und dass es automatisch zu Rechtfertigungen kommt, warum jemand weniger oder mehr schreibt, das halte ich für unnötig und das Ganze driftet mir in etwas ab, was mir persönlich gar nicht gut tut.
Warum bleibst du dann nicht aus meinem Thread raus? Es ist MEIN Thread, MEIN Thema, das bei MIR diskutiert wird oder eben nicht. Mir ist dieses Thema wichtig, weil es mich bei meinem Engagement in diesem Forum beschäftigt und teils nicht wenig belastet.
Nach so einem Beitrag wie deinem gerade, vergeht mir übrigens die Lust, mich hier noch weiter einzubringen. Sowas brauch’ ich nicht!
Da stellst Du Dein Licht aber weit, weiiit unter den Scheffel ...
Meinst du mich damit oder Risu?
Vielleicht habe ich mich ja schief ausgedrückt. Worauf ich hinaus wollte, war, dass ich mich mitunter recht unsicher fühle, wenn ich hier etwas schreibe, jedenfalls bei den heftigen Themen. Ich mag zwar „einiges auf dem Kasten“ haben, aber unsicher bin ich trotzdem.
Und mir ging‘s hier gewiss nicht um Fishing for Compliments.
Du musst dich übrigens gar nicht verteidigen, dass du zu wenig schreibst.
Ok, bei Mel hatte ich gehofft, dass von dir was kommt, da ich dich in dem Fall für kompetenter hielt als mich.
Verteidigen musst du dich aber gewiss nicht. Ich bewundere eh deine, Gerchlas und Susannes Ausdauer.
Grüße
AmSee
P.S.: Gute Besserung!
@ Orangina
Ich bin mir nicht sicher, was du mir in Bezug auf das Thema „Kindheitstraumata“ mitteilen willst.
Hast du den Eindruck, dass ich bei dem einen oder anderen Beitrag zu sehr ins Detail gegangen bin, oder möchtest du damit erklären, dass und warum du dich zu diesem Thema nicht beteiligen willst?
Wenn Ersteres der Fall ist, werde ich das für mich reflektieren, wenn das Zweite der Fall ist, ist das auch völlig ok.
Übrigens zählst du für mich nicht zu denen, die sich nicht mehr melden. Ab und zu bringst du dich doch gut ein.
Kindheitstraumata gehören für mich im Übrigen ebenfalls hierher, denn sie haben mit dem Thema „Alkoholismus“ und zum Teil auch nicht wenig mit dem „Hier und Jetzt“ zu tun. Natürlich kann es in so einem Forum wie diesem nicht um die Aufarbeitung gehen, dies ist ein Laienforum und Aufarbeitung von Traumata gehört in die Hand von Profis und es gehört auch nicht unbedingt alles in die Öffentlichkeit. Ich meine aber, dass, wer etwas von sich zu diesem Thema preisgeben möchte, dies selbstverständlich tun darf. Wenn ich das nicht lesen möchte oder es mich zu sehr triggert, muss ich eben darüber hinweg lesen.
Was einige Details aus meiner Kindheit betrifft, so erzähle ich diese u.U. auch, um jemanden da abzuholen, wo er gerade ist, und Mut zu machen, sich professionelle Hilfe zu holen. Und ich erzähle im öffentlichen Bereich von mir, damit man mich und meine Position etwas besser einschätzen kann.
Was meine Tätigkeit hier im Forum betrifft, Gerchla hat da etwas Wichtiges geschrieben:
Mir ist einfach nur wichtig, dass ich mich nicht unter Druck gesetzt fühle, etwas schreiben zu müssen. Denn das wäre nicht gut für MICH.
Am Wochenende habe ich bei Mels Thema diesen Druck gespürt und mich ihm zunächst entzogen. Schließlich habe ich ihr nach einem Tag Bedenkzeit doch geschrieben, weil ich ihre Not spürte. Bei meiner Antwort war ich mir nicht wenig unsicher, ob ich ihr auch wirklich weiterhelfen kann.
Ich habe hier in meinem Post einfach nur mal mitgeteilt, was ich mir von diesem Forum wünsche. Einzelkämpfer bin ich den größten Teil meines Lebens gewesen und will es nun nicht mehr sein. Ich spüre, wie ich innerlich vibriere, weil ich das Gefühl habe, mich für meinen Wunsch verteidigen zu müssen. Das wiederum tut mir nicht gut und ich muss für mich darüber nachdenken, welche Konsequenzen ich daraus ziehe.
Vielleicht ist es ja auch so, dass sich die Stilleren mehr heraus trauen, wenn Vielschreiber wie ich sich zurückziehen.