Beiträge von AmSee13

    Mein Mann war öfter besorgt und sprach mich auch öfter auf meinem Konsum und die vielen Flaschen, die sich so ansammelten, an. Ab und zu kam es deswegen zu Streit zwischen uns, denn ich sah das Problem nicht und fand, dass er überdramatisierte. Auch fühlte ich mich von ihm bevormundet. Ich dachte oft, wenn er nicht erfahren hätte, dass mein Vater Alkoholiker war, würde er bei mir gar kein Problem sehen.
    Jetzt steht mein Mann voll hinter mir und er hinterfragt meine Einschätzung der Lage auch nicht. Ich spreche verhältnismäßig oft mit ihm über das Thema und erzähle ihm, was ich an neuen Erkenntnissen gewonnen habe. Natürlich ist er traurig darüber, dass ich alkoholkrank geworden bin. Letztens meinte er zu mir, wenn ich früher auf ihn gehört hätte, wär’s nicht so weit gekommen. Ich hab ihn davon überzeugen können, dass er sich darin irrt. Ich weiß nicht, seit wann ich eigentlich schon psychisch abhängig vom Alkohol geworden bin, das spielt jetzt eigentlich auch keine Rolle mehr, aber ich denke, als ihm die Mengen auffielen, war‘s schon zu spät. Und außerdem ist’s bei mir wie bei so vielen anderen, ich habe es einfach nicht gesehen und war nicht dazu in der Lage, es aufzuhalten. Es musste erst so weit kommen, dass ich begriff. Und schließlich nützt es auch nichts, sich mit dem was-wäre-wenn aufzuhalten, es ist jetzt so, also machen wir das Beste daraus.

    Er selbst hat nie viel getrunken, jetzt trinkt er noch seltener, weil er das mir gegenüber nicht richtig findet. Auch ist er durch mich für die Problematik des Alkoholkonsums sensibilisiert. Ich hab nichts dagegen, wenn er etwas trinkt, er darf es auch in meiner Gegenwart tun, es stört mich nicht. Wenn er viel trinken würde, hätte ich wahrscheinlich Schwierigkeiten damit, weil ich mir Sorgen um ihn machen würde und von der typischen Wesensänderung unter Alkoholeinfluss genervt wäre.

    Liebe Grüße

    Hallo Orangina,
    solche Tage, wie du heute einen erlebt hast, kenne ich von früher auch....

    Also, mit dem Rauch-Beispiel wollte ich verdeutlichen, dass ich mich früher dieses schädlichen Hilfsmittels bedient habe (bedienen musste), weil ich mir anders nicht zu helfen wusste. Ich war nicht in der Lage, mit meinen Gefühlen umzugehen.
    Als ich aber einen gesunden Weg fand, mich meinem Problem zu stellen, brauchte ich dieses Hilfsmittel nicht mehr oder umkehrt, als ich diese „Medizin“ wegließ, fand ich einen Weg, mich meinem Problem wirklich zu stellen.
    Mit diesem Beispiel bezog ich mich auch auf das, was du geschrieben hattest. In der Theorie wusste ich, wie man mit widersprüchlichen Gefühlen umgeht, aber in der Praxis hatte ich‘s noch nicht umgesetzt. Und du schriebst:

    Zitat

    dass ich nur eine Chance habe, zu mir zu kommen, wenn ich den Alkohol weglass


    In der im Beispiel geschilderten Situation hatte ich eine Chance, mich meinen Gefühlen stellen, d.h. zu mir zu kommen, als ich die Zigarette wegließ.

    Kannst du mir jetzt besser folgen? - Manchmal denke ich recht viel um die Ecke....

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    ich habe deine Antwort an Britt gelesen und ich möchte dir gerne etwas dazu schreiben. Ich hoffe, du empfindest das, was ich dir sagen möchte, nicht als „übergriffig“ und bewertend, ich möchte dir einfach meinen positiven Eindruck von dir mitteilen und wie ich mich für dich freue.
    Vielleicht tut dir so eine Rückmeldung auch so gut, wie sie mir tun würde.
    Du kommst für mich in dieser Nachricht geistig richtig schön klar rüber. Was du geantwortet hast, empfinde ich als reflektiert und stimmig. Einmal mehr habe ich den Eindruck, dass du dich auf einem richtig guten Weg befindest und darüber freue ich mich für dich. Durch die Abstinenz und die Auseinandersetzung mit mir selbst, geistig immer klarer zu werden, ist eine Beobachtung, die ich auch bei mir selbst gemacht habe. Mein Mann meinte letztens zu mir, ich wirke irgendwie wacher.
    Bei dem, was du über dich preisgegeben hast, habe ich wieder Ähnlichkeiten entdeckt. In Studienzeiten war ich mehr unter Menschen, das lag aber auch an diesen Menschen, die ähnlich dachten wie ich und ähnliche Interessen hatten. Später im Berufsleben ergab sich das aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr. Zum einen deshalb, weil die Kollegen mit ihren Familien und ihren eigenen Freundeskreisen beschäftigt waren, zum anderen aber auch deshalb, weil ich wenig Interesse und Freude an Smalltalk und Oberflächlichkeit hatte, und schließlich weil nicht nur mir schlichtweg die Zeit fehlte.

    Was das Trinken und die Therapie betrifft: Einige von uns hier haben das Trinken sozusagen als „Medizin“ genutzt. - Ich habe, glaube ich, gestern irgendwo schon mal was dazu geschrieben. - Unter Umständen tut es ganz schön weh und es fehlt einem irgendwie auch die Kraft oder die Idee, sich seinen Problemen zu stellen. Ich weiß von mir selbst, dass ich‘s einfach nicht besser wusste, obwohl ich doch ernsthaft an mir gearbeitet hab und doch eigentlich nicht auf den Kopf gefallen bin. Gewiss, wenn ich jetzt zurückblicke, dann sehe ich, wie blind ich war, aber hey, ich war eben blind und jetzt sehe ich klarer.

    Ich möchte nochmals ein Raucher-Beispiel bemühen:
    Ich hatte die Zigarette sozusagen als Retterin in der Not kennengelernt. Hab ich dir ja gestern erzählt.
    Für mich waren in den letzten Jahren die Besuche bei meiner Mutter im Altenheim ein ganz fürchterlicher Kraftakt. Sie wohnte zweieinhalb Autostunden von mir entfernt in der Nähe meiner Schwester (schwieriges Verhältnis). Wenn ich zu meiner Mutter fuhr, tobten in mir widersprüchliche Gefühle, über die ich mir zum einen nicht völlig um Klaren war, die aber zum anderen auch nicht alle gleichzeitig ausgelebt werden konnten. - Bsp.: Man kann nicht gleichzeitig groß und wütend UND klein und traurig und beschämt sein. - Um den enormen inneren Druck, der in mir tobte, aushalten zu können und gleichzeitig funktionieren zu können, griff ich zur Zigarette.
    Am dem Tag vor ihrem Tod fuhr ich wieder zu ihr hin - dass es ihr letzter Tag war, wusste ich nicht, ahnte es aber. Als ich bei ihr ankam und sie sah, wäre ich am liebsten sofort rausgestürmt und hätte mir eine angezündet. - Ich rauchte zu diesem Zeitpunkt schon eine kleine Weile nicht mehr. - Doch stattdessen versuchte ich mir diesmal über meine gegensätzlichen Gefühle (Gefühl von Verantwortung für meine Mutter, Trauer, Scham, Überforderung, Wut) klarzuwerden und zu priorisieren, welches das vorrangige Gefühl ist, dem ich jetzt zunächst eigentlich nachkommen möchte. Es war das Gefühl, weshalb ich überhaupt erst zu ihr geeilt war. Ich wollte für sie da sein, dass sie sich nicht allein fühlt. Und so blieb ich eine Stunde an ihrem Bett und hielt ihre Hand. Wir sprachen nicht viel. Sie war auch kaum mehr ansprechbar. Ich war einfach nur da. Als ich abfuhr, war ich ruhig und es war ok so.
    Ich war stolz und zufrieden, dass ich meine überaus schädliche und ungeliebte „Medizin“, die Zigarette, nicht gebraucht hatte, sondern aus mir allein heraus imstande war, mein Problem zu lösen.

    Bis ich das konnte, war es ein langer Weg. Manches hatte ich in der Theorie schon mal gehört, aber ich war noch nicht soweit, es auch praktisch anwenden zu können.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Nadine,
    was tust du für dich, wenn es dir schlecht geht, also z.B. traurig oder enttäuscht oder wütend bist oder dich einsam fühlst? Wenn du es so nicht weißt, dann frag dich mal, was dir gerade gut tun könnte.
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten und entweder wendest du so schon einige an oder aber du findest neue.
    Hier mal eine Liste:
    Mit einem Freund oder einer Freundin Kontakt aufnehmen, d.h. eine Nachricht schreiben, anrufen usw., passende, gute Musik hören, ein gutes Buch lesen, puzzlen, Tagebuch schreiben, irgendetwas Kreatives machen, wie Malen, Zeichnen, Mandalas oder Bilder ausmalen, Basteln, Stricken usw., spazieren gehen, mit einem Haustier kuscheln, sich eine Wärmflasche oder ein warmes Körnerkissen auf den Bauch legen.
    Mit einem Handtuch oder Kissen auf die Matratze einschlagen, einen stacheligen Massageball in der Hand kneten, in einen Wald gehen und dort laut schreien, in ein Schreikissen schreien.
    Sport oder Gymnastikübungen machen, Tanzen.
    Meditationsübungen machen, Kopfrechnenaufgaben lösen (die lenken sehr gut ab und helfen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren).
    Wichtig ist, dass das, was du wählst, dir oder anderen nicht schadet, sondern wirklich hilfreich ist.
    Alkohol trinken ist z.B. etwas, was viele wählen, weil sie meinen, dass es ihnen gut tut und für bessere Stimmung sorgt (vermutlich trinkt deine Mutter deswegen Alkohol), tatsächlich aber schadet Alkohol dem gesamten Körper ganz enorm und, wenn man sich mal die Geschichten von Angehörigen von Alkoholikern und von Alkoholikern selbst durchliest, schadet er auch anderen.

    Wichtig wäre für dich, dass du für dich (und deine Geschwister?) jemanden findest, mit dem du wirklich reden kannst, und nicht gezwungen bist, deine Sorgen nur für dich zu behalten.

    Vielleicht ergibt sich auch mal eine Gelegenheit, deine Mutter anzusprechen und ihr deine Sorgen mitzuteilen. Ganz wichtig ist dabei, dass sie nüchtern ist, wenn du sie ansprichst. Unter Alkoholeinfluss sind die Menschen anders und sie denken auch anders, sie verstehen dann nicht, fühlen sich leicht angegriffen und so weiter.

    Und schließlich: Du hast Angst, dass deine Mutter sauer wird, wenn sie mitkriegt, dass du z.B. zu den Angehörigen Anonymer Alkoholiker gegangen bist. Das ist verständlich, aber horch mal in dich hinein und frag dich, wie gut und wie lange du selbst den jetzigen Zustand noch aushalten kannst.
    Wenn’s schlimm ist oder schlimmer wird, frag dich, was DU zu DEINER Entlastung beitragen kannst. Manchmal ist es das geringere Übel den Zorn seiner Eltern über sich ergehen zu lassen und dafür zu sorgen, dass ein unerträglicher Zustand aufhört, als in dem unerträglichen Zustand zu bleiben.

    Ich hoffe, du kannst mit dem, was ich geschrieben habe, etwas anfangen. Meld dich mal wieder.
    Wenn du hier konkrete Fragen stellst, wirst du gewiss auch von anderen Antwort bekommen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Mir hat der Borowiak auch sehr gut gefallen, hab auch sein Buch „Sucht“ gelesen.
    Hilfreich waren für mich dann auch noch:
    Daniel Schreiber, „Nüchtern“ und
    Catherine Gray, „Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein
    Frei und glücklich - ein Leben ohne Alkohol“

    Hallo Orangina,
    ich kann das gut nachvollziehen, dass du nicht mehr mit deinem Freund reden kannst, wenn er etwas getrunken hat. Ich dachte früher, ich könne viel klarer denken und besser philosophieren, wenn ich etwas getrunken hab, aber manchmal wurde mir sogar selbst klar, was ich so für ein Zeug daher rede, wenn ich „angeschickert“ bin. Besonders fiel es mir auf, wenn ich mit meinem Mann, der deutlich weniger trank als ich, solche hochtrabenden Gespräche führte. Und doch gestand ich‘s mir nicht so richtig ein und glaubte, ich müsste nur etwas kontrollierter trinken, um die richtige Mischung zu finden, die mich zur Philosophin machte.
    Heute denke ich völlig anders darüber und ich hab ja auch selbst im nüchternen Zustand den einen oder anderen Alkoholisierten beim Diskutieren beobachten können.
    Ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie man sich selbst (auch ich!!!) etwas vormachen kann und wie blind man sein kann bei der Rechtfertigung, dass Alkohol konsumieren harmlos und gesund sei.
    Einen besonderen Vorzug meiner Abstinenz sehe ich u.a. darin, dass ich mich nicht mehr schämen muss, am vorherigen Abend irgendwelchen „Schwachsinn“ von mir gegeben zu haben, zu dem ich nüchtern nicht mehr so ganz stehen kann.

    Was den inneren Richter betrifft und ob ich da besondere Tricks und Kniffe kenne, muss ich etwas überlegen, denn ich wende da eigentlich gar nicht mehr bewusst so etwas an. Ich kenne und empfehle häufiger den Trick, den du schon kennst, nämlich: Sich vorzustellen, man würde mit seiner besten Freundin oder seinem besten Freund sprechen und somit letztlich auch in Verhandlungen mit dem strengen Richter treten. Das ist es vielleicht auch, was ich verinnerlicht habe.
    Mir hilft sonst auch sehr gut die Vorstellung vom „Inneren Team“. Hast du davon schon mal gehört?
    Und dann gibt’s da noch folgende Vorschläge, die ich in einem Buch, das ich mir vor einer Weile gekauft habe, gefunden habe:
    1. Sammeln Sie Kritikersätze, um ihn überhaupt erstmal kennenzulernen und seine Macht zu identifizieren.
    2. Geben Sie Ihrem Kritiker Widerworte, schneiden Sie ihm kurz und frech das Wort ab oder verbieten Sie ihm einfach den Mund.
    3. Identifizieren Sie alte Elternsätze und Elterngebote.
    4. Lernen Sie, schädliche und hilfreiche Kommentare des Kritikers zu unterscheiden.
    Ansonsten gibt’s noch Tricks den wohlwollenden inneren Begleiter aufzubauen und zu stärken.


    Innerliches und äußerliches Ausflippen kenne ich übrigens auch ziemlich gut. Wenn man immer die Klappe hält, sich zurückhält, immer lieb und freundlich ist, weil man‘s einfach sein muss, alle negativen Gefühle, allen Frust bei sich behält, dann platzt man irgendwann unkontrolliert. Geschah mir immer dann, wenn ich mich unberechtigt kritisiert fühlte oder mir etwas unberechtigt unterstellt wurde und der Speicher gerade voll war......
    In der Regel habe ich immer das Weite gesucht, bevor ich explodieren musste. Nur wenn man mich zwang zu bleiben, bekam man den Magmastrom ab...
    Anfassen? - FASS MICH NICHT AN! 8)

    Viele Grüße
    AmSee

    Nun, ich war nicht bei der Suchtberatung und ich nehme für mich auch nicht in Anspruch Suchtberaterin sein zu können.
    Wenn ich hier antworte, dann beruht das immer nur auf meinen Erfahrungen und Gedanken und dem, was ich mir an Wissen erarbeitet habe.
    Mir hat es sowohl beim erfolgreichen Aufhören mit dem Rauchen, beim Ausstieg aus dem Trinken und bei der Bewältigung meiner Erkrankung sehr geholfen, mich genau zu beobachten und in mich hineinzuhorchen. Das habe ich in meinem eigenen Faden auch so erzählt:


    Ich bin von der Raucherei schließlich dadurch weggekommen, dass ich mich immer wieder genau beobachtet habe und in mich hineingehorcht habe. Manches war mir zwar vom Verstand her klar, aber ich hatte meine Gefühle und mein Belohnungszentrum unterschätzt. Bei den ersten Aufhörversuchen hörte ich mehr oder minder aus Vernunftgründen auf, glaubte aber, etwas zu verlieren. Ich scheiterte dann in gewissen Situationen, weil da der innere Druck, die Situation zu bewältigen und dabei funktionieren zu müssen, unerträglich war. Heute brauche ich keine Zigarette mehr, will nicht mehr rauchen und kann fast nicht mehr nachvollziehen, wie ich mir das antun konnte.

    Was ich hier im Forum immer wieder spannend finde, ist, wie viele Ansätze es gibt und wie mal der eine mal der andere besser oder überhaupt funktioniert.
    Ich nehme nicht für mich in Anspruch das Allheilmittel gefunden zu haben, ich biete nur mein Wissen und meine Erfahrungen an. Wenn jemand etwas damit anfangen kann, gut, wenn nicht, auch gut.

    Susanne
    Natürlich MUSS man sich niemandem erklären, wenn man was will, aber u.U. macht man es sich leichter, wenn man versucht, seine Handlungen und Motive nachvollziehbar zu machen.
    Hier gilt, wie sonst auch, niemand MUSS, und das, was für mich gilt und bei mir funktioniert, muss nicht unbedingt auch für jemand anderen gelten oder bei jemand anderem funktionieren.

    Es mag sein, dass sich manche andere tot gesoffen haben, während sie sich bemühten, zu verstehen, warum sie saufen. Ich frage mich nur gerade, was ich mit dieser Information anfangen soll.
    An sich liegt es auf der Hand und ist offensichtlich, dass man die Finger vom Alkohol lassen soll, wenn man bemerkt, dass Alkohol trinken einem nicht gut tut und man die Kontrolle verliert, aber, wenn es so einfach wäre, erklärt das nicht, warum es so viele nicht hinkriegen.

    Für mich und deshalb habe ich danach gefragt, ist ein erster Anhaltspunkt, nach Gründen, Anlässen, Gedanken zu fragen, warum man sein Abstinenzvorhaben nicht einhalten kann.
    Wenn sich da erstmal nichts finden lässt, ok, dann ist das eben so. Dann geht man eben einen anderen Weg.
    Es geht hier auch gar nicht darum, sich anderen zu erklären.

    Viele Grüße

    Hallo Randy,
    willkommen im sichtbaren Teil des Forums.

    Nach deiner Selbstvorstellung will ich nicht kommentarlos an deinem Faden vorbei gehen.
    Wenn du hier schon so viel mitgelesen hast, bist du ja schon recht gut informiert. Ich bin gespannt, was du von uns erwartest. Im Moment wüsste ich nicht, was ich dir schreiben sollte, denn, wenn du hier ausführlich mitgelesen hast, weißt du gewiss, was ich dir auf deine Selbstvorstellung antworten könnte, und so belasse ich es erstmal nur bei einem Willkommen.
    Oder doch: Du schreibst, dass du es seit Januar wieder lassen willst mit der Trinkerei, es aber nicht dauerhaft hinbekommst. Kannst du Gründe benennen, woran das liegt?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    auf das, was du geschrieben hast, fällt mir wieder etwas ein:


    Er sieht meine Probleme damit aber nicht wirklich als Problem, weil er immer sagt , dass ich ja nicht körperlich abhängig war vom Alkohol, und deswegen meint er ich hätte keine richtige Abhängigkeit.
    Da widerspreche ich aber...da ich sehr wohl eine Abhängigkeit habe, auch wenn es nach außen nicht so wirkt.

    Ich kann dir nur zustimmen und ich halte es für dich für sehr wichtig, dir von ihm da nicht dreinreden zu lassen. Ich weiß jetzt nicht, wie tief du schon in die Materie eingestiegen bist, aber diese Verharmlosung, die dein Freund da betreibt, hört man öfter mal und ich teile seine Einschätzung ganz und gar nicht. Eine psychische Erkrankung ist ebenso ernstzunehmen wie eine körperliche Erkrankung, auch wenn man sie nach außen nicht so sieht. Spielt das denn wirklich eine Rolle, dass du noch nicht körperlich abhängig warst?
    Selbstbestimmt und frei in deinen Entscheidungen und deinem Erleben warst du schon länger nicht mehr und die einzige Chance (aber immerhin eine Chance!) diese Erkrankung zu heilen, besteht eben darin, dauerhaft abstinent zu bleiben. Dass du nicht durch eine Entzugsstation, ein Delir und all diesen traurigen, körperlichen Mist hindurch musstest, macht die ganze Geschichte nicht wirklich harmloser.
    Punkt, Aus, Ende.
    Ich glaube dir, dass er dich grundsätzlich ernstnimmt, aber, was er da betreibt, tut dir nicht wirklich gut. Er verhandelt sozusagen noch, ob du nicht doch noch ab und zu.... Vom Prinzip ist er ja wohl selber schon an dem Punkt, an dem er über seinen eigenen Alkoholkonsum nachdenken müsste, aber, wie so viele von uns früher, lässt er das nicht an sich heran und dazu passt auch ganz gut, dass er dein Problem verharmlost.
    Das ist gewiss nicht leicht für dich mit ihm zur Zeit. Das kann ich mir gut vorstellen.

    Was du zur Beantwortung meiner Fragen geschrieben hast, ich meine, den inneren Druck, den du bei dir wahrgenommen hast: Hast du dich schon mal näher mit dem Belohnungszentrum, mit den verschiedenen Botenstoffen des Glücks beschäftigt und wie du das Ganze beeinflussen kannst? Ich selbst fand das, was ich dazu herausgefunden habe, ganz hilfreich für mich.
    Du schreibst, dass du viel VT gemacht hast, ich selbst kenne die Richtung zwar auch gut, aber ich bin vor vielen Jahren an einer Vertreter der Psychoanalyse geraten. Für mich ein Glücksfall und das erklärt auch, warum ich mich so viel mit meiner Vergangenheit beschäftige.
    Ich kenne diesen inneren Druck, von dem du geschrieben hast, auch. Heute ist mir auch klar, woher diese gewissen Muster rühren und ich bin davon überzeugt, dass ich das eine oder andere Muster entlarven und abstellen konnte, weil ich an den Ursprung herangekommen bin, an dem es entstanden ist, und mit wichtigen, weiterführenden Informationen konfrontiert, verstehen konnte, wie es entstanden ist.
    Seit ich klein war, stand ich unter Druck, musste ständig aufpassen, musste meine Bedürfnisse hintanstellen und und und. Typisch dysfunktionale Familie eben. Wie geht man mit Gefühlen um, wenn man sie eigentlich nicht haben durfte oder, wenn sie schon da sind (und sie kommen oft ausbruchsartig wie bei einem Vulkan), nicht gelernt hat, angemessen mit ihnen umzugehen? Wenn man die schöne, angenehme, schnelle Wirkung des Alkohols kennengelernt hat, verfällt man aus Unerfahrenheit und Ahnungslosigkeit dieser „Medizin“ nur allzu leicht.

    Übrigens, ob VT oder Psychoanalyse oder Gesprächstherapie oder Systemische Therapie, es spielt m.E. letztlich keine so große Rolle, welche Richtung man wählt. Wenn es ein guter Therapeut ist, die Chemie zwischen ihm und dir stimmt und die Therapie zu dir passt, kannst du überall weitergekommen und erfolgreich sein.

    Zitat


    du siehst, ein ewiges hin und her drehen, ein abwägen, ...lauter Lügen und lauter Selbstverarschungen…


    Das liest sich für mich, als wenn du sehr streng mit dir bist und dich verurteilst.
    Gehst du tatsächlich so hart mit dir ins Gericht?

    Ich hab das früher mit mir gemacht. Ich war mein strengster Richter. Heute gibt es in mir zwar immer noch den strengen Richter, aber er ist etwas in den Hintergrund gerückt und stattdessen ist mein freundlicher Anwalt präsenter und er wird mir auch am ehesten gerecht. Ich hab mich immer soooo sehr bemüht, aber nie war ich gut genug, immer hatte mein strenger Richter etwas an mir auszusetzen.
    Kannst du damit etwas anfangen?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    das war auch für mich ein hochinteressanter Austausch, der sich bei dir gestern Abend entwickelt hat.
    Bei dem, was ich bei dir gelesen habe, dachte ich oft, „Das kenne ich auch.“ Danke, dass du so viel von dir preisgegeben hast. Ich denke, deine Analyse und Beschreibung hilft nicht nur dir, zu durchschauen, was für ein Weg hinter dir liegt, denn einigen von uns, mir zumindest, ist es ähnlich ergangen. Und zugleich wird durch deine Ausführungen auch deutlich, warum man diesen Kampf nicht mehr will. Ich kann mir jedenfalls gut vorstellen, Orangina, dass diese deine klare Reflexion dir hilft, nicht rückfällig zu werden. Wenn diese Gedanken von früher aufkommen, besser wär‘s natürlich, du lässt sie gar nicht erst groß aufkommen, müsstest du dir eigentlich nur nochmals das durchlesen, was du gestern Abend geschrieben hast. In dem, was du dort geschrieben hast, steckt so viel drin!
    Was Rekonvaleszent geantwortet hat, finde ich sehr hilfreich und das ist inzwischen auch das, was ich denke. Ich habe mich so intensiv damit auseinandergesetzt, warum ich Alkohol getrunken habe und warum ich nie wieder Alkohol trinken sollte und wie ich zufrieden abstinent sein könnte, dass ich voll und ganz zu meiner Abstinenz stehe.
    Was du über deine Gründe oder Anlässe zu trinken erzählt hast, so kommt mir auch das sehr, sehr bekannt vor. Ich war zwar vorsichtiger mit meinem Alkoholkonsum, aber es gab bei mir tatsächlich den einen oder anderen ähnlichen Moment. Öfter aber habe ich in diesen Momenten geraucht und geglaubt, dass mir das hilft. Was das Rauchen betrifft, so ist das bei mir deswegen so zum Thema geworden, weil ich vor etwas über fünf Jahren, als ich wegen Depressionen in der Klinik war, nach über zwanzig Jahren Abstinenz wieder mit dem Rauchen begonnen habe. Es begann nach einer Gruppensitzung, die ich (wieder einmal) vorzeitig verlassen musste, weil ich emotional so stark mitschwang, dass ich innerlich enorm unter Druck geriet. Nichts half, um runterzukommen, kein eiskaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen, kein Laufen auf dem klapprigen Crosstrainer, der dort im Flur stand. Was aber sofort und seeeeeeehr deutlich spürbar half, war eine Zigarette, die ich von einem Mitpatienten schnorrte. Und so begann meine erneute Raucherkarriere. Ich brauchte mehrere Anläufe und sehr viel Selbstbeobachtung und Selbstreflektion, um aus dieser Sucht auszusteigen. Die Beobachtungen und Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, helfen mir jetzt nicht wenig.
    Ich kann gut nachvollziehen, dass du schwer einen Vergleich ziehen kannst, wenn du vor 15 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hast. Das würde mir gewiss auch so gehen. Natürlich hinkt der Vergleich auch etwas, denn Nikotin verändert dein Wesen nicht, anders als Alkohol. Alkohol ist für mich nochmal ne ganz andere Hausnummer. Nikotingeschichten sind auch schlimm, aber wenn man sich hier so durchs Forum liest, dann wird einem schon ganz anders....

    Du schreibst, „Von früher kenne ich den entschlossenen Drang aus dem Nichts („so, jetzt aber knall ich mir nen Wein rein!“)
    Und dann war das egal, ob ich von der Arbeit heimfuhr oder ob ich sonst wo war.“. Wenn ich ehrlich mit mir bin, dann kam das bei mir nicht wirklich aus dem Nichts, sondern hatte schon so seine Vorgeschichte bzw. seinen Vorlauf. Wie ist das bei dir? Kamen diese Gedanken wirklich aus dem Nichts oder hatten die bei dir auch so eine Art Vorlauf?
    Ich kenne das auch, dass die Gedanken dann immer fordernder wurden. Es wundert mich heute auch nicht mehr, denn ich hatte damals nichts wirklich Adäquates für mein Belohnungszentrum (Tröstezentrum etc.) anzubieten und war mehr oder unvorbereitet.

    Du hast einen langen Weg hinter dir und du bist - darf ich dir das so sagen? - soweit ich das bei dir beobachten konnte, zumindest in den letzten Monaten, die wir gemeinsam gehen, auf einem guten Weg. Du denkst viel nach, fragst nach, reflektierst dich selbst und du öffnest dich.
    Es mag sein, dass es bei dir in der Praxis noch hapert, wie du Britt geschrieben hast, aber ich würde das gar nicht so negativ sehen. Interessant ist doch, was sich bei dir inzwischen schon getan hat. Und... noch glaubst du verständlicherweise, dass du aus gewissen Mustern nicht herauskommst, vielleicht wird sich daran nichts ändern, vielleicht aber macht es doch irgendwann „Klick“ und du kannst aus diesen gewissen Mustern heraustreten.
    Ich arbeite auch schon sehr lange an mir, war zwischenzeitlich ziemlich verzweifelt, steckte irgendwie fest und dann gab’s solche „Klicks“ und danach war’s unerwartet positiv anders. Es ist inzwischen zwar nicht alles supi, aber es ist deutlich besser als früher.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Rina danke ich ebenfalls für ihre Offenheit. Das hilft auch mir weiter.

    Hallo Nelson,
    willkommen im Forum.

    Ich bin w, 48 Jahre alt und habe erst vor drei Monaten richtig begriffen, dass ich ein ernsthaftes Alkoholproblem habe und gar keinen Alkohol mehr trinken sollte. Seither trinke ich nicht mehr, habe es auch nicht mehr vor und bin recht zufrieden damit. Ich vermisse es nicht mehr, etwas, was ich mir vor drei Monaten noch gar nicht vorstellen konnte.
    Ich habe nicht unbedingt solche Erfahrungen wie du, aber ich kann dir etwas zu deinem Alkoholkonsum schreiben. Wenn du du dich hier mal so durch die verschiedenen Fäden liest, wirst du feststellen, dass sich die Alkohol-Geschichten in gewisser Weise ähneln.
    Dein Alkoholkonsum ist durchaus schon problematisch. Wenn du noch nicht Alkoholiker bist, bist du auf dem besten Weg einer zu werden. Der Übergang vom problematischen, missbräuchlichen Konsum zur Sucht ist fließend. Du hast bemerkt, dass es nach und nach immer mehr geworden ist. Das ist leider ziemlich typisch. Typisch ist auch, zu einem bestimmten Zweck zu trinken. Du schreibst ja davon, dass du mit der Arbeitswelt nicht klar kommst. Trinkst du dich abends sozusagen runter? Möchtest du dich für einen Moment etwas besser fühlen? Allein getrunken haben viele von uns am Ende ebenfalls.

    Hier wird dir gewiss niemand dazu raten, weiter Alkohol zu trinken, denn wenn du dich mal durch die Geschichten der Alkoholiker hier und der Angehörigen von Alkoholikern liest, triffst du auf jede Menge Elend ausgelöst durch Alkoholkonsum.

    Ich rate dir, mal mit der Suchtberatung Kontakt aufzunehmen, auch der Besuch einer realen Selbsthilfegruppe könnte dir weiterhelfen.

    Ich kann dir nur wünschen, dass du noch die Kurve kriegst.

    Wenn du Fragen hast, nur heraus damit. Auf konkrete Fragen wirst du hier am ehesten eine Antwort bekommen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo black-space,
    willkommen im Forum. Du machst dir Sorgen um deinen Konsum und hast dich deshalb an dieses Alkoholiker-Forum gewandt. Das kann ich nur begrüßen. Es ist wirklich gut, dass du dir Gedanken machst. Und dass du dir Gedanken machst, zeigt schon, dass die Sache bei dir nicht mehr so harmlos scheint, wie du vielleicht noch denkst.
    Hier wird dir gewiss niemand dazu raten, weiter Alkohol zu trinken, denn wenn du dich mal durch die Geschichten der Alkoholiker hier und der Angehörigen von Alkoholikern liest, triffst du auf jede Menge Elend ausgelöst durch Alkoholkonsum.


    Denkt ihr ich habe schon begonnen Leberschäden dadurch zu nehmen


    Deiner Leber hast du gewiss nichts Gutes getan, denn Alkohol ist ein Nervengift, das im Übrigen nicht nur in der Leber, sondern in deinem ganzen Körper, besonders in deinem Gehirn sehr viel Schaden anrichtet. Wie schlimm es um deine Leber steht, kann dir eigentlich nur ein Arztbesuch zeigen.
    Ich trinke inzwischen seit drei Monaten gar nicht mehr und habe mir eine App zugelegt, die meine alkoholfreien Tage zählt, aber auch wichtige und hilfreiche Informationen liefert, wie sich meine Organe und mein Gehirn wieder erholen. So eine App würde ich dir empfehlen, allein schon wegen der aufschlussreichen Informationen.

    Zitat


    und bin ich auf dem Weg Alkoholiker zu werden oder bewege ich mich noch in einem mehr oder weniger akzeptablen Bereich?


    Wenn du‘s noch nicht bist, bist du auf dem besten Weg einer zu werden. Dass du unter der Woche nicht trinkst und gesund lebst, sagt gar nichts darüber aus, ob du noch „safe“ bist. Der Übergang vom problematischen, missbräuchlichen Konsum zur Sucht ist fließend.
    Verzichte mal ein halbes oder ein viertel Jahr lang auf Alkohol. Wenn dir das nach einer gewissen Eingewöhnungszeit leicht fällt, bist du vermutlich nicht süchtig. Mancher hier hat übrigens erst nach einer solchen Abstinenzphase, als er wieder zu Alkohol gegriffen hat, erkannt, dass er ein ernsthaftes Problem hat.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Nadine,
    willkommen im Forum, schön, dass du zu uns gefunden hast.

    Darf ich fragen, wie alt du bist?

    Ich selbst bin w, 48 Jahre alt und habe die Alkoholkrankheit bei meinem Vater erlebt. Er starb, als ich 15 Jahre alt war. Selbst habe ich als Erwachsene ein Alkoholproblem entwickelt und erst vor drei Monaten erkannt, dass ich nie wieder Alkohol trinken sollte.
    Hast du die Informationen, die hier im Forum für Angehörige eingestellt worden sind, schon gelesen? Was möchtest du über das, was du dort an Informationen finden kannst, hinaus wissen?
    Helfen kannst du deiner Mutter leider nicht. Wenn jemand Alkohol trinken will, kann man ihn nicht davon abbringen.
    Die Frage ist daher, was du für dich und eventuell dein Geschwister tun kannst. Was tust du bislang für dich und euch?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Thomas,
    warum hast du eigentlich einen neuen Faden aufgemacht, hat dir der alte Faden nicht mehr gefallen?
    Wenn du dich mal in meinem Faden einliest, dann bekommst du eine Ahnung, wie es mir erging, als ich beschloss, gänzlich abstinent zu werden.
    Meine Biographie ist etwas anders als deine, aber ich erinnere mich, wie ich anfangs mit dem Gedanken gehadert habe, nie wieder Alkohol zu dürfen. Als mir klar wurde, dass mir mein Alkoholkonsum zu entgleiten drohte und ich missbräuchlich mit Alkohol umging, verhandelte ich zunächst mit mir darüber, zu bestimmten Gelegenheiten trinken zu dürfen. Nach und nach aber begriff ich durch die Auseinandersetzung mit meinen Fragen und Gedanken hier im Forum, durch das Lesen anderer Beiträge hier im Forum, durch das Lesen einiger Bücher, die hier im Forum in der Literaturliste aufgeführt werden, dass es für mich eigentlich keine Alternative mehr zur dauerhaften Abstinenz gibt. Gerchlas Anregung hat mich sehr nachdenklich gemacht, von dem halben Jahr, das er mir vorschlug, hab ich inzwischen die Hälfte rum. Da mir der Gedanke „für immer“ anfangs zu groß war, sagte ich mir stattdessen täglich „Heute trinke ich nicht.“. Inzwischen schreckt mich der Gedanke, nie mehr Alkohol zu trinken, überhaupt nicht mehr. Ich betrachte das, was ich begriffen habe, als ein Geschenk und ich lasse den Gedanken, ich würde Alkohol vermissen oder ich müsste leider verzichten, in meinem Kopf nicht zu. Ich brauche keinen Alkohol, um zufrieden zu sein.
    Was dich betrifft: Gewiss kann ich dein Unbehagen bei dem Gedanken nie mehr zu trinken nachvollziehen und natürlich ist es begrüßenswert, dass du dir vorgenommen hast, die nächsten vier Wochen nicht zu trinken, ABER
    ich sehe die Gefahr, dass du dir ein zu großes Hintertürchen offen lässt. Vier Wochen kommen mir reichlich kurz vor für das, was du erreichen möchtest. Warum nimmst du dir nicht ein Viertel- oder ein halbes Jahr vor?
    Du hast uns geschildert, dass es dir mit dem Trinken psychisch sehr schlecht geht, es dich eigentlich fertig macht. Du hast so schlimme Zeiten mit dem Alkohol erlebt. Du hast deinem Körper nachhaltig geschadet. Du traust dich nicht, deiner Frau deinen Alkoholkonsum zu beichten.
    Ich frage mich, was dir das Trinken gibt, dass du‘s nicht ganz sein lassen kannst, sondern doch noch verhandelst.

    Viele Grüße
    AmSee

    Was du schreibst, Susanne, unterstützt größtenteils meine Vermutungen, die ich vor dem Zitat geschrieben habe. Die, die sich dann doch wieder täuschen, d.h. glauben kontrolliert trinken zu können, hatte ich da gerade nicht so im Blick.
    Soweit ich das bislang beobachten konnte, gibt es so viele Gründe, warum ein Trinker rückfällig werden kann, Krisensituation, Fahrlässigkeit, Nicht-Aufhören-Wollen oder aber, weil er glaubt, er könne kontrolliert trinken, oder, oder oder.
    Gewiss ist es Teil der Alkohol-Krankheit.
    Was mich und wahrscheinlich auch Orangina interessiert, denn so verstehe ich ihre Frage, ist, wie wir uns vor einem Rückfall schützen können bzw. wie jemand, der rückfällig geworden ist, obwohl er/sie wusste, dass er/sie Alkoholiker bzw. Alkoholikerin ist, die Kurve wieder gekriegt hat.