Beiträge von AmSee13

    Hallo Stefan,
    gut, wenn ich dir ein wenig weiterhelfen konnte.
    Ich weiß nicht alles aus eigener Erfahrung, zu meinem Glück nicht, aber ich habe mich sehr, sehr viel mit diesem Thema beschäftigt und lese sehr viel dazu.



    Ja, ich bin schon in die Analyse gegangen und ja, es gab Auslöser, die ich gekonnt und gewollt ignoriert hatte. All das Gelernte war über Bord geworfen. Daher bin ich so schockiert. Es ist eben ein Unterschied zwischen gelernt, verinnerlicht und gefestigt.

    Wenn du das für dich schon so weit klären konntest, bist du erfahrungsgemäß auf einem guten Weg.
    Möglicherweise hast du in all dem Unglück sogar Glück gehabt, dass du gleich so abgestürzt bist. Ich hab jedenfalls mal von anderen eine ähnliche Erfahrung gelesen und wie heilsam diese für sie war.

    Ich weiß ja selbst, wie verlockend Alkohol des Weges kommt. Eine solche Schock-Erfahrung wie deine setzt deinem Suchtgedächtnis, das so gerne vergisst und weich zeichnet, möglicherweise einen wirksamen Kontrapunkt entgegen.

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    Mir ist jetzt bewusst, dass der Weg noch lang wird.

    Vielleicht ist der nun auch kürzer als du denkst. Wer weiß?
    Vielleicht kannst du nun besser nachvollziehen, was du in der Reha gelernt hast. Hast du eine richtige Entzugstherapie gemacht?

    Ich selbst habe zwar keine LZT für Alkoholiker gemacht, aber ich lese sehr viel und beschäftigte mich nicht nur in diesem Forum mit dem Thema. Ich habe in den vergangenen Monaten sehr, sehr viel hinzugelernt, auch über mich. Mit dem, was dir geschehen ist, bist du nicht alleine.

    Wenn du das jetzt als Chance sehen kannst, etwas dauerhaft zu ändern und das, was du an Hilfreichem gelernt hast, verinnerlichen kannst, ist der Weg meiner Erfahrung nach leichter.

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    Was den Entzug betrifft, so habe ich das Schlimmste schon hinter mir. Ich war nur sehr geschockt über meine körperliche Reaktion. Die Nachwehen tuen immer noch weh. Ende der Woche bin ich bei meinem Hausarzt zur Blutkontrolle.

    Mit „Kaltem Entzug“ ist wirklich nicht zu spaßen, nicht ohne Grund wird hier und anderswo davor gewarnt und der dringende Rat gegeben, sich ärztliche Begleitung zu holen. Du kannst nicht wissen, ob du das Schlimmste hinter dir hast. - Du nicht und andere, die von dir lesen und das nachahmen, ebensowenig. -

    Ja, die körperliche Reaktion ist schon erstaunlich, aber ich habe davon gelesen, dass das vorkommen kann. Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto weniger harmlos finde ich Alkohol.

    Alles Gute dir!
    AmSee

    Hallo Stefan,
    herzlich Willkommen hier Forum, gut, dass du zu uns gefunden hast.

    Ich selbst, Ende 40, Alkoholikerin und Erwachsenes Kind aus alkoholkranker Familie, kann deine Fragen nicht aus eigener Erfahrung beantworten, aber ein paar Antworten kann ich dir vielleicht doch geben.

    Ja, solche Dimensionen des Trinkens in einem Rückfall können auftreten. Ich kann dir allerdings nicht beantworten, warum das so ist.
    Die Antwort wird vielleicht auch in dir selbst begründet liegen, denn es wird seine Ursache haben, warum du zum Alkohol gegriffen und dich abgeschossen hast.
    Da würden jedenfalls meine Fragen ansetzen: Was ging dem Rückfall voraus? Hat sich nach und nach innerer Druck aufgebaut, dass du auf die „Lösung“, mit Alkohol Druck vom Kessel zu nehmen, gekommen bist? Gab es einen oder mehrere Trigger?

    Bei den Mengen, die du zu dir genommen hast, hast du deinem System mächtig eins auf die Rübe gegeben. Ja, da kann es vorkommen, dass du solche Entzugssymptome entwickelst.

    Körperliche Entzugserscheinungen können meiner Kenntnis nach zwei Wochen lang auftreten.

    Was du durchmachst, ist ein „Kalter Entzug“ und ich rate dir dringend deswegen deinen Hausarzt aufzusuchen. Ein „Kalter Entzug“ kann lebensgefährlich werden.
    Bedauerlich, dass die dir in der Klinik das nicht geraten haben, aber aufgrund der Fälle, die bei denen aufschlagen, vielleicht nicht so sehr verwunderlich. Dein Hausarzt wird dich ambulant beim weiteren Entzug begleiten können.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Andere werden sich zu deinem Fragen sicherlich noch äußern.

    Alles Gute dir weiterhin.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo, liebe Schotterblume!

    Für mich liest sich das so, dass du nun auf einen guten Weg bist.
    Natürlich ist das nicht schön, einen Rückfall zu erleiden, aber wenn der dazu dient, sich über Manches klarer zu werden und etwas an sich zu ändern, dann könnte man ihn auch als Chance betrachten.

    Ich habe für mich festgestellt, dass ich durch „Fehler“ noch am meisten gelernt habe.

    Gnadenlos mit sich zu sein, kenne ich von mir, war ich jahrzehntelang mit mir. Und ich erkenne deutlich, wohin mich das gebracht hat: Es hat mich schwer chronisch krank gemacht.

    Heute gehe ich sehr viel freundlicher und verständnisvoller mit mir um, denn ich hatte etwas ändern müssen, um nicht zugrunde zu gehen.

    Und es liegt wirklich ein langer Lernprozess hinter mir, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Abgesehen von ein paar Einschränkungen und gelegentlichen Tiefs und dass ich den Rest meines Lebens berufs- und arbeitsunfähig sein werde, geht’s mir heute psychisch eigentlich besser als früher.
    Der innere Kritiker, der nie mit mir zufrieden war, egal wie sehr ich mich auch anstrengte, meldet sich noch ab und zu, aber wir haben unser Auskommen gefunden.


    Ich denke im Nachhinein, es gab zwei Dinge, die den ersten Rückfall begünstigt haben (und damit irgendwie auch die anderen zwei). Ich glaube, ich hatte mich ziemlich überfordert. Ich wollte unbedingt in der Therapie weiter kommen, meine Traumata aufarbeiten, was mir ja so lange nicht gelungen war trotz langjähriger Therapie und ich dachte, jetzt wo ich aufgehört habe zu trinken, sollte es endlich gelingen. Ich habe mich sehr unter Druck gesetzt und es gar nicht wirklich bemerkt.

    Da ist sehr viel dran!
    Mir ist wohl vertraut, wie sich das anfühlt, wenn ich mich überfordert habe. Gemerkt habe ich das in der Regel auch nicht, sondern erst, wenn’s schon zu spät war.

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    Und zu wenig Rücksicht darauf genommen, dass ich ja noch am Anfang meiner Abstinenz bin.

    Nach meiner Beobachtung erkennen sehr viele „Anfänger“ nicht, wo die Gefahren liegen und wie instabil sie eigentlich anfangs noch sind. Ich beobachte mich selbst ja nun sehr viel und ich habe inzwischen schon sehr, sehr viele Erfahrungsberichte von Alkoholikern und Cos gelesen. Da ist am Anfang häufig so eine Euphorie, aber nicht wenige überschätzen sich. Es ist ja letztlich nicht nur damit getan, keinen Alkohol mehr zu trinken....

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    Ich glaube immer noch, dass es für mich wesentlich ist, diese Traumata aufzuarbeiten um letztendlich Leben zu können und nicht nur zu überleben, und damit auch langfristig abstinent zu bleiben, aber ich muss das vorsichtiger angehen. Und mir Zeit lassen.

    Für mich hört sich das nach einem guten Weg an. Meinem eigenen Weg ist er jedenfalls sehr ähnlich.

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    Das zweite ist, dass ich in mir einen Teil habe der sehr selbstzerstörerisch ist und den ich sehr schwer unter Kontrolle halten kann. Auch in den ersten vier abstinenten Monaten habe ich gemerkt dass ich sehr aufpassen muss, nicht nur nicht zu trinken, sondern nicht auch stattdessen in andere destruktive Verhaltensweisen abzugleiten. Ich arbeite daran auch in der Therapie, aber ich merke dass es mir schwerfällt, das überhaupt zu merken, es ist eher so eine Art "Reflex".

    Warum auch immer das so ist. Wer ein Trauma oder mehrere Traumata erlebt hat, scheint dazu zu neigen. Ich selbst bin da keine Ausnahme.
    In jungen Jahren bilden sich Verhaltensmuster heraus und die ausgetreten Pfade dann in späteren Jahren zu verlassen erfordert viel Energie, viel Zeit und viel Geduld.

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    Ich versuche jetzt, bewusst einfach gut zu mir zu sein, für mich zu sorgen. Ganz banale Dinge, schauen dass ich genug esse aber nicht fresse, dass ich genug Bewegung habe... und das auch ganz stur, egal ob ich es will, ob ich denke ich habe es nicht verdient oder was auch immer. Ich machs "einfach".

    Hört sich für mich gut an, solange du dich nicht auch da zu sehr unter Druck setzt.

    Ich wünsche dir Erfolg bei deinem Weg.

    Lass zwischendurch gerne mal was von dir hören.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Liebe Schotterblume,
    ich finde es gut, dass du mal wieder von dir hören lässt, auch wenn deine Nachrichten nicht die besten sind.

    Ich glaube dir, dass es dich Mut gekostet hat, vor anderen und hier deinen Rückfall einzugestehen.
    Doch ich sehe das so: Du hast dir selbst damit eine Hintertür verschlossen und du nutzt eine neue Chance.

    Du schreibst von einer Krise und dass du während dieser auch therapeutische Hilfe in Anspruch genommen hast. Weißt du inzwischen denn etwas besser über dich selbst Bescheid? Hast du aus dieser Krise möglicherweise lernen können, dich im Vorfeld besser zu schützen?

    Suchtdruck baut sich ja oft im Vorfeld auf, daher wäre es für dich gut zu wissen, was dich dermaßen unter Druck gesetzt hat und ob und wie du das in Zukunft vermeiden kannst.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr sich eine gewisse ungesunde, aber für den Moment wirksame Lösung unter Druck aufdrängt. - Ich hab das zu meinem Glück nie bei Alkohol, aber mit Zigaretten, deshalb erlaube ich mir, hier ein Biss mitzureden. Alkohol ist, soweit ich das weiß, noch eine Nummer größer als Zigaretten. - Und ich kenne, wie sich das Suchtgedächtnis danach wieder öfter und drängender äußert. Für mich suche ich daher nach Möglichkeiten, solchen Druck gar nicht erst aufkommen zu lassen.
    Gewisse Trigger arbeite ich nach und nach mit meinem Therapeuten auf.

    Doch irgendwas hat sich durch den Rückfall geändert. Aus dem "ich will nicht mehr trinken" wurde irgendwie ein "ich darf nicht mehr trinken".


    Das klingt so, als hätte etwas in deinem Inneren den Eindruck gehabt, dass du ihm eine wirksame Medizin wegnehmen wolltest.
    Nun, verwunderlich ist das erstmal nicht, denn kurzfristig „hilft“ Alkohol ja in einer Krisensituation.
    Wer der Krankheit entkommt, erkennt, dass Alkohol nicht wirklich „hilft“. Er hilft für den Moment, etwas weich zu zeichnen, aber lösen tut er gar nichts und er befreit auch nicht.
    Warum du diese letztlich wenig hilfreiche „Medizin“ nehmen musstest, solltest du am besten mit deinem Therapeuten aufarbeiten. Da war wahrscheinlich irgendetwas, dass dich über einen längeren Zeitraum mächtig unter Druck gesetzt hat. Dass dein System, da es noch nicht stabil genug ist, dir dann diese bekannte Lösung aufdrängt, ist nicht meines Erachtens nicht verwunderlich.
    - Ich selbst gerate beispielsweise enorm unter Druck, wenn überaus starke Emotionen, deren Handlungsimpuls nicht gleichzeitig ausgelebt werden kann, in mir wüten. Bei mir ist das eine Gefühl fast immer Ohnmacht oder Scham, das andere häufig Wut. Bestimmte Situationen lösen das bei mir aus. Zu wissen, was das ist, hilft mir, solche Situationen in Zukunft zu vermeiden oder mich rechtzeitig darauf vorzubereiten. Dass ich diese Gefühle fühle, hat bei mir mit den Handlungsmustern zu tun, die ich in meiner alkoholkranken Familie erlernt und verinnerlicht habe. -

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    Ich musste immer mehr kämpfen und strampeln, hatte sehr oft Suchtdruck und fühlte mich überhaupt nicht stabil. Ich habe gekämpft, mich abgelenkt, in der Therapie darüber gesprochen, versucht jeweils zu analysieren, warum ich jetzt trinken will und wie ich stattdessen meine Bedürfnisse erfüllen kann... und trotzdem habe ich verloren und jeweils nach ungefähr einem Monat noch zwei weitere Rückfälle gehabt.

    Klingt nach einer heftigen Zeit und einer Zeit, in der du noch nicht stabil genug warst.
    Vielleicht kannst du die Erfahrungen aus dieser Zeit für die Zukunft nutzen.

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    Ich wüsste wirklich sehr gerne, wie ich das bewusst und willentlich beeinflussen kann, aber das habe ich leider noch nicht herausgefunden. Als ich "nicht durfte", wollte ich "nicht wollen", aber ich konnte es einfach nicht. Ich habe auch versucht, es mir einfach vorzusagen, aber es blieben leere Worte.

    Wie du schon mal deutlich gemacht hast, hast du viele Baustellen. Deshalb kann ich dich nur auffordern, geduldig mit dir zu sein und dir eine Baustelle nach der anderen vorzunehmen.

    Ich kann dir von mir erzählen, wie ich das bewusst und willentlich mache.
    Das dauert aber etwas länger und ich möchte mir dafür Zeit nehmen, deshalb jetzt nur ein Teil:

    Ich mache mir immer wieder bewusst, wie das bei mir zuletzt mit dem Trinken war. Dass es mir eben gerade NICHT gut getan hat. Ich rufe mir dazu die Momente in Erinnerung, in denen ich das Trinken als unangenehm empfunden habe. Setze damit dem Suchtgedächtnis, das ja bezüglich des Negativen so fürchterlich vergesslich ist, etwas entgehen.
    Aktiv arbeite ich daran, nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, auf etwas verzichten zu müssen, sondern im Gegenteil zu etwas Besserem frei zu werden.

    Herzliche Grüße
    AmSee

    Hallo Nina,
    ich lese sehr deutlich deine Not heraus, daher versuche ich dir ein paar Anregungen zu geben.

    Es entlastet dich vielleicht, zu wissen, dass du nicht „verpflichtet“ bist, dich persönlich um deine Eltern kümmern zu müssen. Ein moralische Verpflichtung besteht womöglich, jedoch keine rechtliche Verpflichtung.

    Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu entscheiden, können eine gesetzliche Betreuung beantragen. Sie können das selbst tun oder aber jemand anderes für sie. Siehe:

    https://www.familienratgeber.de/rechte-leistun…e-betreuung.php

    Nun ist es aber so, dass, nur weil deine Eltern ein Alkoholproblem haben, dies nicht automatisch rechtfertigt, sie unter gesetzliche Betreuung stellen zu lassen. Wenn sie noch dazu in der Lage sind, einen eigenen freien Willen zu bilden, haben sie gewissermaßen auch das Recht auf ihren eigenen Untergang.

    Rechtliche Grundlage für Hilfe bzw. Nichthilfe bei Alkoholikern, siehe hier:

    https://www.reguvis.de/betreuung/wiki…Folgeerkrankung

    https://www.aerztezeitung.de/Politik/Einwei…ung-308033.html


    Die Sache ist die: Wollen deine Eltern deine Hilfe oder wollen Sie sie nicht?

    Wenn sie deine Hilfe nicht wollen, stellt sich die Frage, ob sie noch in der Lage sind, einen freien Willen zu bilden. Das kann nur ein entsprechender Gutachter feststellen und bei den Rechtsentscheidungen diesbezüglich erkennst du, wie uneins sich Gutachter sein können.

    Die Unfähigkeit deiner Eltern an sich bedeutet nicht, dass ihnen die Fähigkeit abhanden gekommen ist, einen eigenen freien Willen zu bilden. Siehe oben.

    Wenn sie deine Hilfe wollen, musst du selbst nicht unbedingt ihre rechtliche Betreuung übernehmen, sondern das kann ein gesetzlicher Betreuer, der beim Betreuungsgericht beantragt wird, übernehmen.

    Du musst auch nicht per se für die Kosten aufkommen. Infos findest du z.B. hier:

    https://www.pflege.de/pflegegesetz-p…lternunterhalt/

    https://www.pflege-durch-angehoerige.de/kinder-muessen…nn_mich_beraten

    Ich hoffe, diese Informationen helfen dir ein wenig weiter und entlasten dich etwas.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    Herzliche Grüße
    AmSee

    Hallo Nina,
    Danke für deine Rückmeldung.
    Was die Betreuungsdokumente betrifft, kennt sich jemand anderes wahrscheinlich noch genauer damit aus als ich, aber meiner Kenntnis und Beobachtung nach - meine Schwester hat sich um diese Dinge gekümmert - wirst du nicht noch mehr involviert. Es geht tatsächlich nur darum, das du, wenn du diese Vollmachten hast, handlungsfähig bist im Fall der Fälle. Sonst passiert erstmal gar nichts.
    Ja, Bankvollmacht wäre auch sehr wichtig.
    Ich denke, deine Eltern würden sich, solange sie es noch können, eine Einmischung deinerseits verbitten, daher geht es wirklich nur darum - und so kannst du ihnen das auch am ehesten vermitteln -, dass du im Fall der Fälle handlungsfähig bist.
    Die Sache mit der rechtlichen Betreuung, sprich Vormundschaft, ist sowieso noch mal ne ganz andere Sache. Sowas muss beantragt werden, dann kommt jemand zur Begutachtung und und und.
    Ich weiß zu wenig über eure Situation, aber da seid ihr, denke ich, noch nicht angekommen.

    Dass du Angst vor dem Besuch hast, ist verständlich. Hätte ich auch...

    Zieh dich, sofern du kannst, zwischendurch immer wieder mal raus und sorge für dich.

    Alles Gute
    AmSee

    P.S.: Das hab ich ganz vergessen:
    Mein Beileid zum Tod deiner Großmutter. Die Trauer um sie macht die Sache für dich wahrscheinlich kaum leichter.

    Hallo Sven,


    Ja, du hast recht , das mit dem kontrollierten trinken kann ich mir abschminken, das funktioniert bei mir nicht.

    Wenn du dir DAS immer wieder bewusst machst, hast du gute Chancen.

    Was den Sport am Abend betrifft, gibt es verschiedene Möglichkeiten für ein Trainingsprogramm zuhause. Es gibt viele Übungen, für die du nur deinen Körper bzw. das Gewicht deines eigenen Körpers brauchst. Da wirst du bei YouTube gewiss fündig. Auch Yoga ist interessant und z.T. irre anstrengend. (Ich finde die Videos von Mady Morrison gar nicht übel.)
    Sportgeräte wie Mini-Trampolin oder Schwingstab oder ... lassen sich günstig über Kleinanzeigen erwerben.
    Oder gehst du gerne joggen oder spazieren?

    Was ich deutlich machen will, wenn du die Augen offen hältst, gibt’s viele Möglichkeiten und, wenn dir erstmal eine Sache aufgefallen ist, dann tut sich plötzlich noch mehr auf.
    So war bislang jedenfalls meine Erfahrung.

    Was deinen Plan betrifft:
    Sofern du weißt, was du tatsächlich und realistisch machen willst, kann ich dir behilflich sein, den so gut zu formulieren, dass er dich dahin bringt, dir erfolgreich eine neue Gewohnheit anzutrainieren.

    Viele Grüße
    AmSee


    P.S.: @Daun hat mich gerade drauf gebracht: Mir hat auch sehr viel geholfen, mich weiter über “unser“ Thema zu informieren. Ich habe viel gelesen und viel geschrieben.

    Hallo Sven,
    es ist völlig verständlich, wenn du jetzt am Anfang noch etwas unsicher bist. Jeder hier hat mal zaghaft angefangen.
    Es ist zweifellos eine Herausforderung, vor der du stehst. Doch es ist eine Herausforderung, die sich wirklich lohnt.

    Du hast dir Ablenkung ausgesucht. Ok.
    Jetzt brauchst du für den Fall der Fälle einen konkreten Plan, um vorbereitet zu sein, denn im Zweifelsfall fällt dir in der jeweiligen Situation NICHTS Brauchbares ein und du gerätst in Stress.

    Gibt’s irgendetwas, was du gern machst, etwas das dich anschließend zufrieden fühlen lässt? Sport usw.?


    Diese Idee mit dem einen Bier ist die Vorstellung vom „Kontrollierten Trinken“. Davon träumt mancher noch am Anfang. Kann man versuchen, aber, wie du schon an dir selbst beobachtet hast, seeeeeeeehr schwer hinzukriegen. Ich hab mich von dem Gedanken völlig verabschiedet und es geht mir besser damit. Viele trockene Alkoholiker stehen zum „Kontrollierten Trinken“ äußerst kritisch und lehnen es ab.


    hoffe es läuft so weiter

    Davon, nur zu „hoffen“, rate ich dir dringend ab.

    Der Wunsch bzw. das Vorhaben, nicht mehr Trinken zu wollen, ist mal mehr und mal weniger stark.
    Wenn du für die weniger starken Momente nur auf Hoffnung setzt, ... nixweiss0


    Im Zusammenhang mit dem Nicht-mehr-Rauchen habe ich folgende Tipps kennengelernt, die nach meiner persönlichen Erfahrung gewiss auch beim Nicht-mehr-Trinken hilfreich sind.

    A ufschieben
    A usweichen
    A bhauen
    A blenken


    Ach ja, Erkenntnis brachte mich wieder auf den Tipp, viiiiiieeeel Wasser zu trinken. Hab ich selbst als sehr hilfreich erlebt.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Norman,
    willkommen im Forum.

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Tochter eines nicht-funktionierenden Alkoholikers und selbst (psychisch) abhängig vom Alkohol geworden. Seit Ende Oktober trinke ich überhaupt nicht mehr und es geht mir wirklich gut damit. Ich empfinde mich als zufrieden abstinent, etwas, was ich Mitte Oktober noch nicht erwartet hätte.

    Du schreibst:


    Weder weiß ich, was ich will (bleiben, gehen), noch kann ich klar denken und abgeklärt den nä. Schritt technisch planen.
    Aber wie gesagt, ich will nicht wieder jahrelang um einander herumschleichen und argwöhnisch auf Anzeichen von Glimmer achten müssen.


    Ich denke, du benötigst mehr Informationen und zwar Informationen über die Alkoholkrankkeit, über Co-Abhängigkeit und über die Problematik, die das Aufwachsen in alkoholkranken Familien für Kinder bedeutet. Viele von diesen Kindern haben später als Erwachsene Probleme, EKA-Problematik. (EKA = Erwachsene Kinder aus alkoholkranken Familien)

    Lies dich mal durch die diversen Beiträge hier Forum. Du wirst zu allen Themen eine Fülle an Informationen finden.
    Interessant ist natürlich auch, was hier bislang schon anderen Angehörigen von Alkoholikern geraten wurde.

    Dass du im Moment nicht weißt, wie dein nächster Schritt sein sollte, ist verständlich. Da geht ja auch emotional so einiges ab und es hängt nicht wenig an deiner möglichen Entscheidung dran.

    Es mag sein, dass deine Frau noch funktioniert, also eine „funktionierende Alkoholikerin“ ist. Wenn du dich hier durch die Beiträge der Nutzerinnen und Nutzer liest, wird du feststellen, dass viele von uns bis zum Schluss recht gut „funktioniert“ haben. Allein die Tatsache, dass deine Frau heimlich trinkt und du gelegentlich Tarnflaschen findest, empfinde ich als ziemlich großes Alarmsignal.

    Dass Gespräche nicht fruchten ist leider typisch. Auch ich mochte es überhaupt nicht, wenn mein Mann mich auf meinen Konsum ansprach. Ich fühlte mich beobachtet und bevormundet. Ich war mir sicher, dass ICH kein Problem hatte, wenn dann nur er. Heimliches Trinken habe ich selbst aufgrund meiner familiären Vorbelastung vermieden, ich befürchtete, dass das der Weg in den Abgrund sei.

    Nach meiner eigenen Erfahrung wird allein schon das Lesen der anderen Beiträge etwas in dir verändern. Es wird sich eventuell Einiges für dich klären.

    Wenn du bestimmte Fragen zu den diversen Themen hast oder einen bestimmten Gedankengang, der dich beschäftigt und bei dem du nicht weiterkommst, kannst du hier im Forum Hilfe zur Selbsthilfe bekommen.
    Wenn du direkte Ansprechpartner brauchst, bist du mit einer SHG vor Ort gewiss gut beraten.


    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Sven,
    keinen Alkohol im Haus zu haben, ist schon mal ein guter Anfang, aber du hattest geschrieben, dass du dich mit Alkohol belohnt hast, dass du Alkohol getrunken hast, wenn du Stress hattest usw.


    Einen konkreten Plan habe ich nicht.

    Es stellen sich daher folgende Fragen:

    Wie willst du in Zukunft mit dem Bedürfnis nach Belohnung umgehen?
    Was willst du tun, wenn du unter Stress gerätst?


    Hast du nach dem, was du hier gelesen hast, noch nichts gefunden, was zu DIR passen könnte?

    Wenn du in Bezug auf Belohnung und Stress keinen Plan B in der Tasche hast, könnt‘s echt knifflig werden....

    Viele Grüße
    AmSee

    Lies mal meine Vorstellung von Oktober/ November.... Ich hab damals jede Menge über mich und meinen Konsum nachgedacht und auch geschrieben. Hab dort auch richtig gute Denkanstöße bekommen.

    Vielleicht hilft dir das ja weiter?


    Ich glaube ich mach das nur um für ein paar Stunden abzuschalten aber der Preis dafür ist hoch.

    Viele von uns sind da irgendwie reingerutscht. Ich hab mir das Trinken auch schön geredet, lässt sich in meiner Vorstellung von Oktober gut erkennen....

    Viele schaffen es dann nur leider nicht mehr heraus.

    Ich hab für mich jedenfalls erkannt, dass ich da nicht weiter rein, sondern unbedingt raus will. Hilfreich waren für mich da auch die Erkenntnisse, die ich beim Rauchstopp gewonnen hatte.
    Ich musste dem „schönen“ Gedanken ans Trinken rechtzeitig etwas entgegensetzen.

    Empfehlen kann ich dir auch, dir bewusst zu machen, in welchen Situationen und an welchen Orten du bislang Alkohol getrunken hast, und an den Stellen bewusst etwas zu verändern.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Sven,

    Herzlich Willkommen hier im Forum. :welcome:

    Ich kann dir zu der Ansicht, zu der du gekommen bist, nur gratulieren. Nach meiner eigenen Erfahrung ist es ungemein hilfreich, wenn man für sich selbst erkannt hat, dass man in einer Abhängigkeit gefangen ist und unbedingt da raus will.

    Kurz zu mir: Ich selbst bin Ende 40, w und seit Ende Oktober auf den Abstinenz-Zug aufgesprungen. Mir geht’s ziemlich gut damit und ich fühle mich sogar zufrieden abstinent. Etwas, was ich mir noch mitten im Oktober gar nicht vorstellen konnte.

    Lies dich hier mal durch die diversen Beiträge, vielleicht erkennst du dich in Manchem wieder, vielleicht kannst du etwas Hilfreiches für dich mitnehmen.

    Als sehr hilfreich empfunden habe ich auch die Lektüre einiger Bücher, die hier zu finden sind:

    https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0

    Ich hab u.a. diese zwei gelesen und kann die nur empfehlen:

    Simon Borowiak "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch"
    Daniel Schreiber "Nüchtern"

    Und falls du Fragen hast, nur heraus damit.

    Viele Grüße
    AmSee