Beiträge von AmSee13

    Hallo Sven,


    Ja, du hast recht , das mit dem kontrollierten trinken kann ich mir abschminken, das funktioniert bei mir nicht.

    Wenn du dir DAS immer wieder bewusst machst, hast du gute Chancen.

    Was den Sport am Abend betrifft, gibt es verschiedene Möglichkeiten für ein Trainingsprogramm zuhause. Es gibt viele Übungen, für die du nur deinen Körper bzw. das Gewicht deines eigenen Körpers brauchst. Da wirst du bei YouTube gewiss fündig. Auch Yoga ist interessant und z.T. irre anstrengend. (Ich finde die Videos von Mady Morrison gar nicht übel.)
    Sportgeräte wie Mini-Trampolin oder Schwingstab oder ... lassen sich günstig über Kleinanzeigen erwerben.
    Oder gehst du gerne joggen oder spazieren?

    Was ich deutlich machen will, wenn du die Augen offen hältst, gibt’s viele Möglichkeiten und, wenn dir erstmal eine Sache aufgefallen ist, dann tut sich plötzlich noch mehr auf.
    So war bislang jedenfalls meine Erfahrung.

    Was deinen Plan betrifft:
    Sofern du weißt, was du tatsächlich und realistisch machen willst, kann ich dir behilflich sein, den so gut zu formulieren, dass er dich dahin bringt, dir erfolgreich eine neue Gewohnheit anzutrainieren.

    Viele Grüße
    AmSee


    P.S.: @Daun hat mich gerade drauf gebracht: Mir hat auch sehr viel geholfen, mich weiter über “unser“ Thema zu informieren. Ich habe viel gelesen und viel geschrieben.

    Hallo Sven,
    es ist völlig verständlich, wenn du jetzt am Anfang noch etwas unsicher bist. Jeder hier hat mal zaghaft angefangen.
    Es ist zweifellos eine Herausforderung, vor der du stehst. Doch es ist eine Herausforderung, die sich wirklich lohnt.

    Du hast dir Ablenkung ausgesucht. Ok.
    Jetzt brauchst du für den Fall der Fälle einen konkreten Plan, um vorbereitet zu sein, denn im Zweifelsfall fällt dir in der jeweiligen Situation NICHTS Brauchbares ein und du gerätst in Stress.

    Gibt’s irgendetwas, was du gern machst, etwas das dich anschließend zufrieden fühlen lässt? Sport usw.?


    Diese Idee mit dem einen Bier ist die Vorstellung vom „Kontrollierten Trinken“. Davon träumt mancher noch am Anfang. Kann man versuchen, aber, wie du schon an dir selbst beobachtet hast, seeeeeeeehr schwer hinzukriegen. Ich hab mich von dem Gedanken völlig verabschiedet und es geht mir besser damit. Viele trockene Alkoholiker stehen zum „Kontrollierten Trinken“ äußerst kritisch und lehnen es ab.


    hoffe es läuft so weiter

    Davon, nur zu „hoffen“, rate ich dir dringend ab.

    Der Wunsch bzw. das Vorhaben, nicht mehr Trinken zu wollen, ist mal mehr und mal weniger stark.
    Wenn du für die weniger starken Momente nur auf Hoffnung setzt, ... nixweiss0


    Im Zusammenhang mit dem Nicht-mehr-Rauchen habe ich folgende Tipps kennengelernt, die nach meiner persönlichen Erfahrung gewiss auch beim Nicht-mehr-Trinken hilfreich sind.

    A ufschieben
    A usweichen
    A bhauen
    A blenken


    Ach ja, Erkenntnis brachte mich wieder auf den Tipp, viiiiiieeeel Wasser zu trinken. Hab ich selbst als sehr hilfreich erlebt.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Norman,
    willkommen im Forum.

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Tochter eines nicht-funktionierenden Alkoholikers und selbst (psychisch) abhängig vom Alkohol geworden. Seit Ende Oktober trinke ich überhaupt nicht mehr und es geht mir wirklich gut damit. Ich empfinde mich als zufrieden abstinent, etwas, was ich Mitte Oktober noch nicht erwartet hätte.

    Du schreibst:


    Weder weiß ich, was ich will (bleiben, gehen), noch kann ich klar denken und abgeklärt den nä. Schritt technisch planen.
    Aber wie gesagt, ich will nicht wieder jahrelang um einander herumschleichen und argwöhnisch auf Anzeichen von Glimmer achten müssen.


    Ich denke, du benötigst mehr Informationen und zwar Informationen über die Alkoholkrankkeit, über Co-Abhängigkeit und über die Problematik, die das Aufwachsen in alkoholkranken Familien für Kinder bedeutet. Viele von diesen Kindern haben später als Erwachsene Probleme, EKA-Problematik. (EKA = Erwachsene Kinder aus alkoholkranken Familien)

    Lies dich mal durch die diversen Beiträge hier Forum. Du wirst zu allen Themen eine Fülle an Informationen finden.
    Interessant ist natürlich auch, was hier bislang schon anderen Angehörigen von Alkoholikern geraten wurde.

    Dass du im Moment nicht weißt, wie dein nächster Schritt sein sollte, ist verständlich. Da geht ja auch emotional so einiges ab und es hängt nicht wenig an deiner möglichen Entscheidung dran.

    Es mag sein, dass deine Frau noch funktioniert, also eine „funktionierende Alkoholikerin“ ist. Wenn du dich hier durch die Beiträge der Nutzerinnen und Nutzer liest, wird du feststellen, dass viele von uns bis zum Schluss recht gut „funktioniert“ haben. Allein die Tatsache, dass deine Frau heimlich trinkt und du gelegentlich Tarnflaschen findest, empfinde ich als ziemlich großes Alarmsignal.

    Dass Gespräche nicht fruchten ist leider typisch. Auch ich mochte es überhaupt nicht, wenn mein Mann mich auf meinen Konsum ansprach. Ich fühlte mich beobachtet und bevormundet. Ich war mir sicher, dass ICH kein Problem hatte, wenn dann nur er. Heimliches Trinken habe ich selbst aufgrund meiner familiären Vorbelastung vermieden, ich befürchtete, dass das der Weg in den Abgrund sei.

    Nach meiner eigenen Erfahrung wird allein schon das Lesen der anderen Beiträge etwas in dir verändern. Es wird sich eventuell Einiges für dich klären.

    Wenn du bestimmte Fragen zu den diversen Themen hast oder einen bestimmten Gedankengang, der dich beschäftigt und bei dem du nicht weiterkommst, kannst du hier im Forum Hilfe zur Selbsthilfe bekommen.
    Wenn du direkte Ansprechpartner brauchst, bist du mit einer SHG vor Ort gewiss gut beraten.


    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Sven,
    keinen Alkohol im Haus zu haben, ist schon mal ein guter Anfang, aber du hattest geschrieben, dass du dich mit Alkohol belohnt hast, dass du Alkohol getrunken hast, wenn du Stress hattest usw.


    Einen konkreten Plan habe ich nicht.

    Es stellen sich daher folgende Fragen:

    Wie willst du in Zukunft mit dem Bedürfnis nach Belohnung umgehen?
    Was willst du tun, wenn du unter Stress gerätst?


    Hast du nach dem, was du hier gelesen hast, noch nichts gefunden, was zu DIR passen könnte?

    Wenn du in Bezug auf Belohnung und Stress keinen Plan B in der Tasche hast, könnt‘s echt knifflig werden....

    Viele Grüße
    AmSee

    Lies mal meine Vorstellung von Oktober/ November.... Ich hab damals jede Menge über mich und meinen Konsum nachgedacht und auch geschrieben. Hab dort auch richtig gute Denkanstöße bekommen.

    Vielleicht hilft dir das ja weiter?


    Ich glaube ich mach das nur um für ein paar Stunden abzuschalten aber der Preis dafür ist hoch.

    Viele von uns sind da irgendwie reingerutscht. Ich hab mir das Trinken auch schön geredet, lässt sich in meiner Vorstellung von Oktober gut erkennen....

    Viele schaffen es dann nur leider nicht mehr heraus.

    Ich hab für mich jedenfalls erkannt, dass ich da nicht weiter rein, sondern unbedingt raus will. Hilfreich waren für mich da auch die Erkenntnisse, die ich beim Rauchstopp gewonnen hatte.
    Ich musste dem „schönen“ Gedanken ans Trinken rechtzeitig etwas entgegensetzen.

    Empfehlen kann ich dir auch, dir bewusst zu machen, in welchen Situationen und an welchen Orten du bislang Alkohol getrunken hast, und an den Stellen bewusst etwas zu verändern.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Sven,

    Herzlich Willkommen hier im Forum. :welcome:

    Ich kann dir zu der Ansicht, zu der du gekommen bist, nur gratulieren. Nach meiner eigenen Erfahrung ist es ungemein hilfreich, wenn man für sich selbst erkannt hat, dass man in einer Abhängigkeit gefangen ist und unbedingt da raus will.

    Kurz zu mir: Ich selbst bin Ende 40, w und seit Ende Oktober auf den Abstinenz-Zug aufgesprungen. Mir geht’s ziemlich gut damit und ich fühle mich sogar zufrieden abstinent. Etwas, was ich mir noch mitten im Oktober gar nicht vorstellen konnte.

    Lies dich hier mal durch die diversen Beiträge, vielleicht erkennst du dich in Manchem wieder, vielleicht kannst du etwas Hilfreiches für dich mitnehmen.

    Als sehr hilfreich empfunden habe ich auch die Lektüre einiger Bücher, die hier zu finden sind:

    https://alkoholforum.de//index.php?topic=1715.0

    Ich hab u.a. diese zwei gelesen und kann die nur empfehlen:

    Simon Borowiak "Alk. Fast ein medizinisches Sachbuch"
    Daniel Schreiber "Nüchtern"

    Und falls du Fragen hast, nur heraus damit.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Schokomuffin,
    herzlich Willkommen hier im Forum und Gratulation, dass du bereits seit dem 1. April keinen Alkohol mehr trinkst und damit schon so viele gute Erfahrung gemacht hast. 44.
    Deine kurze Beschreibung diesbezüglich macht bestimmt auch anderen Mut, die sich mit dem Gedanken tragen, mit dem Alkohol trinken aufzuhören.

    Nun zu deinem Problem. Mir selbst, Ende 40, eine Weile mit ähnlicher Dosis unterwegs, ging und geht es zwar nicht ähnlich, aber aufgrund meiner anderen Erkrankungen habe ich ein paar Anregungen, denen du nachgehen könntest.

    Da du die kardiologische Seite schon abgeklärt hast und von daher „alles in Ordnung“ war, fallen mir noch folgende Möglichkeiten ein:
    - wie steht’s um deine Schlafhygiene?
    - was isst du abends, bist du ggf. nachts unterzuckert?
    - hast du dich möglicherweise selbst „programmiert“ ?
    - bist du zur Zeit psychisch ganz besonders mit etwas beschäftigt?

    Vielleicht hilft es auch weiter, sich mit den biochemischen Vorgängen in deinem Gehirn näher zu beschäftigen. Alkohol wirkt sich u.a. auf die Dopaminausschüttung aus und langfristiger Konsum führt zu einer Veränderung der Dopminrezeptoren im Gehirn. Das reguliert sich zwar nach einer Weile wieder, aber das dauert.


    Schlafhygiene: Bis zu welcher Uhrzeit trinkst du Kaffee oder Tee? Sitzt du vor dem Schlafengehen noch vor Computer, Tablet oder Fernseher. Usw.

    Hast du dich möglicherweise selbst „programmiert“? - Ich selbst habe Folgendes gelernt: Es gab eine Zeit, in der ich nachts häufig wach wurde und insgesamt ziemlich schlecht schlafen konnte (hatte nichts mit Alkoholentzug zu tun). Mein Arzt riet mir, nicht auf die Uhr zu schauen, um mein Gehirn nicht zu „programmieren“. Es scheint so zu sein, dass man sich auf bestimmte Uhrzeiten konditioniert, wenn man nachts beim Wachwerden auf die Uhr schaut.

    Vielleicht hilft dir das bei der Suche nach den Ursachen für dein Problem etwas weiter.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Als Entzugssymptom kann so etwas meines Wissens nach auftreten, aber ob das nach sechs Wochen immer noch mit den Entzug zusammen hängt. nixweiss0

    Ich frage mich gelegentlich, wieso ich seit Jahren an dem scheinbar immer gleichen Punkt weiter festhänge. Es sind wohl wirklich die Gefühle. Und ich rutsche bei diesen Fragen auch sehr schnell in so einen diffusen Zustand, in dem gar nichts mehr klar ist (s.o., das gehört zum Einfrieren). Und dann lässt sich das Ganze nicht mehr so gut analysieren.

    Das hört sich für mich ganz danach an, dass etwas in dir damit überfordert ist. Dieses „Einfrieren“ oder dieser diffuse Zustand, von dem du erzählst, tritt, soweit mir bekannt ist, auf, wenn etwas ZU VIEL wird.

    Eine Lösung kann ich dir da leider nicht anbieten.
    Ich selbst würde aufgrund meiner eigenen Therapie-Erfahrungen und -Erfolge mit professioneller Hilfe noch tiefer graben. Ob das richtig ist oder nicht, weiß ich nicht.

    Vielleicht hat es tatsächlich damit zu tun, dass du dieses „innerliche Bild“, das du von deiner Familie hast, (noch ?) nicht aufgeben kannst.
    Dein Therapeut wird dir möglicherweise Gründe nennen können, warum du dir ein solches Bild gemacht hast, und auch mit Dir daran arbeiten können, warum du dich bislang nicht davon lösen kannst und wie du dich nun davon lösen könntest.

    Hast du dich auch schon mal mit der Problematik der Co-Abhängigkeit beschäftigt? Da findest möglicherweise auch den einen oder anderen Schlüssel für dich.

    Wann immer du Fragen hast oder Gedanken, die du teilen möchtest, bist du natürlich auch eingeladen, hier zu schreiben.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Nina,
    wieder erkenne ich mich in Vielem, was du von dir erzählst, wieder.


    Ich habe ehrlich gesagt oft das Gefühl, ich trete auf der Stelle. Ich tappe so oft wieder in die alten Muster. Mir hilft es schon, das dann hinterher zu reflektieren, auch mit Anderen (Therapeutin, Partner), aber das verändert die Gefühle in der Situation nur sehr langsam. Es ist wirklich kein Scherz, wenn Therapeuten einem sagen, dass sowas Jahre dauert.


    Ich kenne dieses Gefühl....
    Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich häufig erst durch die anschließende Reflexion ein Stück weiter kam.

    Wenn an der wissenschaftlichen Theorie der menschlichen Psyche wirklich was dran ist - und meine eigenen Erfahrungen widerlegen die Theorie nicht -, dann ist es auch kein Wunder, warum die Veränderung so schwer ist und Jahre dauert. Die gute Nachricht ist aber, es tut sich was!

    Du sprichst von „Einfrieren“. Ich hab das anders kennengelernt. Bei mir war in bestimmten Situationen mein Verstand glasklar und der hat übernommen, Emotionen waren da herzlich wenig in mir zu spüren. Ich war nicht völlig emotionslos, aber aus der Rückschau kann das nur so ein Oberflächenprogramm gewesen sein. Die eigentlichen Emotionen kamen immer verspätet und zwar mit ungefähr drei Tagen Verspätung. Dann aber zuhause, alleine in der Stille, brachen die unvermittelt wie bei einem Vulkanausbruch aus mir heraus und überschwemmten und überforderten mich regelmäßig.

    Ich habe eine ganze Weile gebraucht, um daran etwas zu ändern. Mittlerweile ist es deutlich besser geworden und in der Regel bin ich auch gefühlsmäßig bei mir. Letztens hatte ich nochmals eine Situation (Trigger waren nicht meine Eltern), da kamen die Emotionen mit zwei Stunden Verspätung. Da hatte ich mich unabsichtlich überfordert. - Inzwischen weiß ich, was mich da getriggert hat, und habe neue Maßnahmen ergriffen, damit mir das nicht mehr passiert.


    Ich kann deine Zerrissenheit gut nachvollziehen. Ich lese bei dir auch die Hoffnung heraus, dass deine Eltern doch nochmals so werden, wie du sie dir wünschst. Und jedes noch so kleine Zeichen nährt diese Hoffnung....

    Alles, was du über dich erzählst, ist mir auch irgendwie so vertraut und es wird sehr wahrscheinlich noch mehr EKAs geben, denen es ähnlich geht.
    Hast du dich schon mal umgesehen, ob es in deiner Gegend SHGs für EKAs gibt? Vielleicht wäre das was für dich?


    Ich kann dir nur Mut machen, dich weiterhin auf dich zu besinnen, dich darin zu üben, „bei dir zu sein.“, dir deiner Grenzen bewusst zu werden und sie zu achten.
    Was du bislang für dich tust, habe ich in ähnlicher Weise für mich getan. Nach meiner persönlichen Erfahrung waren das Schritte in die richtige Richtung.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Eltern sich ändern und vom Alkohol Abstand nehmen, ist bei Allem, was du über sie erzählt hast, leider sehr gering. Es müsste sich in ihrem Denken bezüglich ihres Alkoholkonsums etwas verändern, es müsste ein Einsehen geschehen.
    Ich selbst hab das bei mir nicht sehen wollen, hab das verharmlost, wurde ungehalten, wenn mein Mann mich auf meinen Konsum ansprach. ICH hatte das im Griff, glaubte ich.
    Heute sehe ich das anders und meine Einstellung hat sich völlig geändert. Das lag aber daran, dass mir klar wurde, dass an meinem Konsum etwas nicht stimmte, und dass ich selbst mich ernsthaft mit meinem Problem auseinandersetzte.
    DAS hätte mir niemand abnehmen können und ich hätte es als Bevormundung empfunden und abgelehnt, wenn sich da jemand - und hätte ich den noch so gern - eingemischt hätte.


    Dass du Angst hast vor jedem Kontakt, kann ich nachvollziehen. Das ginge mir ähnlich. Ich habe das übrigens im Kontakt mit meiner Schwester noch immer, weil es mit ihr immer anders ist/war und ich häufig verletzt wurde. Ich wusste/weiß nie vorher, wie ich sie antreffe, und egal, was ich versuchte, wie viel Empathie und Entgegenkommen ich einsetzte, wenn sie wieder irgendwie merkwürdig drauf war, wurd‘s schmerzhaft für mich.

    Du sprichst von dem Schmerz, der nie ganz weg geht.... Nein, er geht nie ganz weg. Doch du kannst lernen, damit zu leben, und lernen, das, was du für dich daraus gelernt hast, einzusetzen, du kannst lernen, ihn gewissermaßen zu einer deiner Stärken werden zu lassen. Ich habe mit meinem Therapeuten u.a. auch daran gearbeitet.

    Herzliche Grüße
    AmSee

    Hallo Susanne,
    ich habe etwas Zeit gebraucht, um dich einzuschätzen zu können. Jemand wie du ist mir in meinem bisherigen Leben noch nicht begegnet.

    Inzwischen weiß ich mehr über die Problematik von EKAs. Als ich hier ankam, wusste ich darüber herzlich wenig. Anfangs glaubte ich tatsächlich, dass du mir irgendwie ähnlich seist. Durch unseren Austausch wurde dann deutlich, wie sehr wir uns tatsächlich unterscheiden.

    Ich denke, ich kann inzwischen tatsächlich nachvollziehen, was mit dir ist, warum du hier nicht „Alleinunterhalterin“ sein wolltest, warum du gehen wolltest bzw. was du meinst mit „jemanden gehen lassen“. - Ich schreibe „nachvollziehen“, weil ich nicht wirklich wissen kann, ob ich dich „verstehe“, denn dafür müsste ich ja eigentlich in deinen Kopf hineinsehen können. - Du hast hier aber sooooo viel von dir preisgegeben, dass ich, wenn vielleicht nicht „verstehen“, aber doch eben „nachvollziehen“ kann.

    Ich habe deine Fachkompetenz, die hier in den verschiedenen Bereichen immer wieder deutlich wurde, stets geschätzt. Und ich wusste auch, dass du dich zu deiner „Hässlichkeit“ bekennst.
    Umgehen konnte ich damit nicht wirklich. Mich jedenfalls kosteten Schlagabtausche mit dir häufig viel Energie, auch wenn wir nur sachlich diskutiert haben.

    Ich musste gehen. Zu dem Zeitpunkt war das richtig und wichtig für mich und meine weitere Entwicklung. Inzwischen bin ich ein Stück weiter.

    Ich wünsche dir alles Gute, Susanne. (Ich als EKA würde übrigens nicht mit dir tauschen wollen.

    Hallo Yanis,
    das hört sich richtig gut an, was du schreibst.
    Danke fürs Teilen! 44.

    Ich finde es immer wieder interessant, wie sich das eigene Denken so allmählich verändert, wenn man eine Weile dabei ist. Was du über dich erzählst, klingt für mich in sich stimmig.
    Meine Erfahrung ist auch gewesen, dass ich mir irgendwann die Hintertüren verschließen musste.
    Und auch ich habe eine Weile darüber nachgedacht, in eine SHG zu gehen....


    Das mit den Gleichaltrigen kann ich gut nachvollziehen. Wie sich das tatsächlich in SHGs zeigt, kann ich nicht beurteilen. Gut, dass sich für dich eine Möglichkeit aufgetan hat. Bin gespannt, davon zu lesen.

    Lese gerne mehr von dir! :)

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Erkenntnis,

    das hört sich nach einer guten Richtung an bei dir! 44.

    Ich denke, dass auch viel davon abhängt, wie bewusst man für sich selbst wird.

    Ja, viiiiieeeel Wasser trinken ist auch sehr wirksam. Hab ich auch schon kennengelernt und genutzt.

    Badewanne hört sich auch gut an! Da das etwas ist, was DIR gut tut, ist das ein ziemlich wirksames Mittel.

    Vielleicht fallen dir, wenn du mal bewusst drauf achtest, weitere solcher Möglichkeiten ein, dir etwas Gutes zu tun. Auch auf sowas springt das Belohnungszentrum an....

    Als ich mal damit angefangen habe, danach Ausschau zu halten, was eigentlich MIR gut tut, fiel mir erstmal nix ein. Klar, da gibt’s so das, was andere raten, aber das konnte und wollte ich nicht einfach so übernehmen. Nach ner Weile fiel mir dann tatsächlich das eine oder andere ein...

    Deine Beschreibung des guten Sonntagsfrühstücks und .... gefällt mir. ;D Und du hast offensichtlich Humor. 44.


    Das gestern hat mich natürlich eine Weile beschäftigt, aber im Laufe des Tages beruhigte sich merklich etwas in meinem Inneren.

    Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Abend.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Hanna,
    zunächst interessiert mich deine Einstellung zum Bier.
    Jetzt bist du gerade dabei, es zu loben. Es fülle deine Tage, der Tag sei nicht mehr so leer, du fühlst, Energie, wenn du Bier trinkst.

    Mit der Einstellung wirst du kaum vom Bier wegkommen. Du schwärmst ja geradezu. Warum willst du denn überhaupt weg von Alkohol?

    Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich auch noch geschwärmt. Dann aber hat sich in meinem Denken etwas verändert. Ich hatte mich angemeldet, weil ich mir Sorgen um mich machte.

    Mir wurde immer mehr klar, dass ich das Trinken nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ich fühlte mich gefangen.
    Mir wurden immer mehr Momente bewusst, in denen der Konsum von Alkohol für mich eben gerade NICHTS mehr Positives hatte.

    Da wollte ich unbedingt raus.


    Wie ist das aber nun bei Dir? Wie ist deine Einstellung zum Alkohol?

    Herzliche Grüße
    AmSee

    Hallo Erkenntnis,
    gestern konnte ich dir nicht mehr antworten, aber ich hoffe, dass dich die Leere gestern nicht niedergerungen hat, sondern du deinem Ziel treu bleiben konntest.

    Nach meiner persönlichen Erfahrung ist dein Ansatz „auch diese Leere zu nutzen“, um „die Ruhe in dir wiederherzustellen“ ein durchaus sinnvoller Ansatz.
    Wie bist du gestern damit zurecht gekommen?


    Im Folgenden muss ich ein paar mal das unpersönliche, verallgemeinernde „man“ gebrauchen.... ;)

    Wenn man noch am Anfang steht, so meine eigene Erfahrung in ähnlichen Zusammenhängen, kann man sich damit auch überfordern.
    Gefühle, Gedanken können, wenn man noch keine anderen „gesunden“ Bewältigungsstrategien verinnerlicht hat, überwältigend werden und „Suchtdruck“ auslösen.
    Ich selbst hab das zwar nicht beim Saufen erlebt, weil ich Alkohol aufgrund familiärer Vorerfahrungen ganz bewusst nicht in solchen Zusammenhängen konsumiert habe (in der Regel), ich kenne das aber ziemlich gut vom Rauchen. Noch heute überkommt mich in bestimmten Momenten, wenn der Druck gewisser Emotionen in mir richtig heftig wird, das überaus starke Bedürfnis, mit Hilfe einer oder mehrerer Zigaretten Druck von Kessel zu nehmen. - Was leider auch immer wirkt... was Wunder, Nikotin wirkt so ......... am Anfang.... :grins: Konnte das trotz monatelanger Abstinenz noch immer nicht ganz abstellen, arbeite aber daran....

    Und so komme ich zur nächsten Frage:
    Was tust du oder was hast du dir für Situationen / Momente überlegt, wenn der Druck in dir zu stark wird oder zu steigen beginnt?

    Im Zusammenhang mit dem Nicht-mehr-Rauchen habe ich folgende Tipps kennengelernt, die nach meiner persönlichen Erfahrung gewiss auch beim Nicht-mehr-Trinken hilfreich sind:

    A ufschieben
    A usweichen
    A bhauen
    A blenken

    Herzliche Grüße
    AmSee