Beiträge von AmSee13

    Zum Thema „Beratung“ bzw. „psychologische Beratung“:

    Ich habe das beruflich tatsächlich eine Weile gemacht und hab diesbezüglich auch eine Ausbildung genossen, aber das war keine Ausbildung zur „Therapeutin“.
    Hier im Forum aber mache ich keine „Beratung“ im eigentlichen Sinne. Das ist hier nicht der Ort und das Setting für solche „Beratung“, denn es ist ein Laienforum, in dem Betroffene anderen Betroffenen mit ihren eigenen Erfahrungen und ihren Kenntnissen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben versuchen. Es ist auch nicht meine Aufgabe und meine Rolle hier, solche „Beratung“ anzubieten, wie ich das gelernt habe.

    Ich habe im Laufe meiner Ausbildung ganz gut gelernt, Rollen zu trennen. Hier bin ich als selbst Betroffene unterwegs und antworte anderen Betroffenen völlig anders, als ich das als „Beraterin“ täte. Das in der Ausbildung erworbene Wissen nutze ich natürlich für mich selbst und es fließt gewiss auch hier und da mal in meine Antworten mit ein, aber „Beratung“ ist das nicht und auch keine „Hilftstherapie“.

    Guten Morgen, Susanne,
    da bin ich wieder.

    Ich hab den Eindruck, ich muss da mal was klarstellen. Ich antworte dir nicht, weil ich mich als eine Art „Hilfstherapeutin“ sehe - dazu hab ich gestern Abend schon etwas geschrieben - oder gar um ein Thema mit dir zu bearbeiten, sondern ich biete mich sozusagen als Gesprächspartnerin an, weil es mich interessiert, mich mit dir auszutauschen. Die Gespräche mit dir sind mitunter ziemlich interessant und anspruchsvoll, das reizt mich einfach.
    Manchmal wird es mir zu viel, wenn ich das Gefühl habe, in einen Schlagabtausch oder eine Verteidigungsposition zu geraten, weil ich eine andere Sprache zu sprechen scheine als mein Gegenüber, bei dem eventuell irgendwelche Verletzungen oder Prägung vorhanden sind, die ich nicht erwartet habe und irgendwie auch nicht verstehe.

    Ja, ich möchte dich gerne etwas besser verstehen, weil es mich reizt, mich mit dir zu unterhalten.

    Verstehe ich das richtig, dass mein Nachfragen dich an die „Verhöre“ deiner Mutter erinnert?
    Wenn ich bei etwas nachfrage, dann weil es mich interessiert, weil ich besser zu verstehen oder zumindest nachzuvollziehen versuche. Für mich gehört das in einen Dialog dazu, wenn ich nicht verstehe oder nachvollziehen kann, wie soll das Gespräch denn dann weiterlaufen? - „Problemlöserin“, ja das bin ich irgendwie auch und zwar schon gewesen, seit ich denken kann. Mich interessiert nicht das Problem an sich, sondern die Lösungen, die sich anbieten. Ich wage von mir zu behaupten, dass ich lösungsorientiert bin. Gute, machbare Lösungen zu finden, setzt bei mir positive Energien frei.

    Wenn du auf eine meiner Nachfragen keine Antwort weißt oder nicht antworten möchtest, musst du darauf gar nicht antworten.

    In manchen deiner Antworten auf meine Frage finde ich mich übrigens selbst wieder.


    ... mir gar die Hilfstherapeutin spielen.

    „Hilfstherapeutin“, lächel, nee echt nicht. ;) Gehört sowieso nicht hierher, kein Auftrag, keine entsprechende Ausbildung meinerseits und im Übrigen will ich das auch gar nicht.

    Ich werd dir noch antworten, aber nicht mehr heute. Hatte echt schönen Besuch, bin danach aber nur noch kaputt und müde, da „fließt“ nicht mehr viel.

    Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, Susanne,
    ich lass dir mal ein paar Gedanken da. Gerne können wir’s übrigens so machen, wie wir gerade Zeit haben. Definitiv kein Druck bzw. Erwartung einer umgehenden Antwort.

    Was du über dich erzählt hast, ist sehr aufschlussreich für mich.
    Anders als ich bist du zwar in einem „stabilen“ Elternhaus aufgewachsen, mit ganz klaren Regeln, aber letztlich in einer Umgebung, die für die gesunde Entwicklung eines Kindes ziemlich feindlich war.
    Diese Umgebung hat dich immens geprägt und innerlich nicht gerade wenig verletzt.

    Sie erklärt deine „Härte“.
    Sie erklärt mir nicht gänzlich, warum du immer wieder in eine Rolle der Verantwortung gerätst, die du eigentlich gar nicht willst.
    Hier im Forum zum Beispiel bist du eine der ersten, die antwortet, und du antwortest viel. Zweifellos offenbarst du in deinen Antworten eine große Fachkompetenz.
    Doch, wie du schriebst, fühlt es sich bei dir teilweise so an, als hätte deine Platte einen Sprung. Ich frage mich, was dich antreibt, dennoch immer wieder „deine Platte“ spielen. - Ist es der Spruch deiner Großmutter und was dahinter steht, der dich irgendwie antreibt?


    Ich frage mich, welches Bedürfnis bei dir dahinter steht, das (nochmals? - du hast da so eine Erwähnung gemacht) aufzuschreiben und zu teilen.
    Möchtest du, dass wir (ich?) dich besser verstehen können, besser nachvollziehen können, warum du so bist, wie du bist?

    Ich frage mich auch, was es nun mit dir macht, es nochmals zu erzählen. Hat die Platte für dich auch hier einen Sprung?

    Möchtest du dich weiter über dieses Thema austauschen oder hast du eher Lust auf andere Themen, die dich derzeit interessieren?


    Viele Grüße
    AmSee

    In der Tat hast du einen anderen Werdegang gehabt als ich, meine Eltern waren tatsächlich anders als deine.

    Durchkämpfen musste ich mich trotzdem immer alleine und irgendwie war das auch selbstverständlich für mich, hab auch nicht um Hilfe gebeten. Keine Ahnung, warum. Weil ich keine bekommen hätte? Weil überdeutlich war, dass meine Eltern zu sehr mit sich selbst und ihren Problemen beschäftigt waren? Weil ich so rücksichtsvoll war, meine Eltern nicht noch zusätzlich mit meinen „Problemchen“ zu belasten?

    Geschlagen hab ich mich nie. Hat man mir frühzeitig abgewöhnt. „Sowas macht ein Mädchen nicht.“ „Denk daran, dass du stärker bist als deine kleine Schwester, du darfst sie nicht schlagen.“ Ich hab sie nie geschlagen, aber sie hat trotzdem geschrien, als wenn ich es hätte, und ich hab immer Ärger bekommen. Durchschaut hat meine Mutter das Spielchen meiner Schwester erst, als diese Jahre später vor meiner Mutter zu schreien anfing, obwohl meine Mutter ihr nichts getan hatte. Da war ich aber schon längst aus dem Haus.
    Wenn ich gewollt hätte, hatte ich mich prügeln können, stark genug wäre ich dafür gewesen, aber ich sah das nicht als Weg oder Möglichkeit für mich. Ich war jahrelang eine der Größten in jener Klasse und hab auch bei meinem Vater auf dem Bau mitgearbeitet, aber mich mit jemandem zu schlagen, hätte meine Situation in jener Schule auch nicht besser gemacht. Stattdessen bin ich anderen aus dem Weg gegangen und hab geschwiegen.

    Da du von sich nicht verstecken sprichst. Ich hab‘s echt versucht, aber irgendwie fiel ich immer auf. Sei es wegen meiner Körpergröße, sei es, wie ich redete. Ich wirkte ja so erwachsen....


    In jeder fremden Stadt werde ich von wildfremden Leuten angespochen, die annehmen, dass ich mich auskenne.

    Kommt mir ziiieemlich bekannt vor. ;)
    Ich muss außerdem noch so ein Schild auf der Stirn kleben haben: „Mir können Sie Ihre Probleme anvertrauen.“ oder „Brauchen Sie Hilfe?“ Ich muss da irgendwas an mir haben.

    In der Zeit, in der es mir richtig schlecht ging, hatte ich allerdings Ruhe. Zum einen, weil ich das Haus nicht verließ oder Menschenansammlungen und die Stadt allgemein mied, zum anderen, weil ich nur noch auf den Boden starrte, weil ich es anders nicht mehr ertragen konnte.

    In der Klinik sagte mir jemand, dem ich erzählte, dass ich gar nicht gesehen werden möchte: „Du fällst aber auf!“

    Hallo Susanne,
    kann dir gut folgen. Ja, ein Austausch könnte für uns beide durchaus interessant sein.

    Aufgeblasenes Ego kenne ich selbst nicht so von mir, auch nicht im alkoholisierten Zustand, ein Guru-Typ war ich (leider ;)) nie. Ich war immer zu anders und aufgrund meiner Angst vor weiteren Verletzungen zurückhaltend und auf Anpassung bedacht. Möglichst nicht auffallen, dann bemerkt dich keiner und dir tut auch keiner weh.
    Ich hab auf das, was mir widerfahren ist, anders reagiert als du, ich kam aber mit meiner Art und aufgrund meines Familienhintergrundes in keiner der neuen Klassen, in die ich aufgrund mehrerer Umzüge meiner Eltern geriet, an. In der dritten Klasse hatte das zum Beispiel damit zu tun, dass wir in einer ziemlich katholischen Gegend wohnten, meine Eltern aber unter der falschen Formel geheiratet hatten und wir demzufolge „Bastarde“ waren, mit denen, wie ich Jahre später erfuhr, mindestens ein Vater, Diakon in jener Gemeinde !, den Umgang verboten. An der weiterführenden Schule wurde ich von Mitschülern häufiger schikaniert, kommt leider in nicht so gut geführten Klassen vor.
    Ich hab deshalb die Einsamkeit gesucht, hab viel gelesen, war viel alleine spazierend und Rad fahrend in jener Gegend unterwegs.


    Ja, Alkoholismus ist eine hässliche Krankheit, das sehe ich wie du. „Härte“ und ggf. Provokation liegt mir trotzdem nicht und ich nehme auch wahr, dass sie nicht immer das rechte Mittel sind. Das bedeutet nicht, dass keine klaren Ansagen gemacht werden dürfen. In jenem - Du weißt schon - Forum werden klare Ansagen gemacht, mit angetrunkenen Nutzern wird nicht diskutiert, wer Alkoholiker ist, sich aber nicht dazu bekennt und beabsichtigt, den Rest seines Lebens abstinent sein zu wollen, wird nicht für den offenen Bereich freigeschaltet. Ich kann nachvollziehen, welchen Hintergrund das hat, und ich stehe grundsätzlich auch dahinter. Allerdings hätte ich selbst vor zehn Monaten keine Chance in jenem Forum gehabt.
    Hier in diesem Forum läuft das anders ab und ich finde das ok so. Beide Foren haben ihren ganz eigenen Reiz.

    Was das Wahrnehmen von Schwierigkeiten betrifft, so hat sich da bei mir irgendwie etwas verändert. Natürlich nehme ich Schwierigkeiten und mögliche Schwierigkeiten noch immer ziemlich gut wahr, aber mein Blick hat sich sehr viel mehr für Möglichkeiten, Chancen und Allgemein eine positive Betrachtungsweise geändert, weil ich mich stets bemühe, das Positive, was mir in meinem Leben oder auch im Leben von anderen begegnet, bewusst wahrzunehmen.
    Die große Welt da draußen finde ich mitunter zum Koxxen, was da zum Teil abgeht, macht mich traurig und fertig, deshalb schütze ich mich davor, lasse es nicht zu nah an mich herankommen und gehe auf notwendige Distanz. Informiert bin ich dennoch, denn auf dem einen oder anderen Weg bekommt man trotzdem noch ziemlich gut mit, was so abgeht.
    Für mich ist der bekannte Gelassenheitsspruch immer wichtiger geworden und, da ich (evangelisch) gläubig bin - nach einer kurzen atheistischen Phase - , bitte ich regelmäßig um diese Gelassenheit, diesen Mut und diese Weisheit.

    Keine Angst zu haben „ins Klo zu langen“ habe ich inzwischen anderweitig bei einem anderen privaten Thema gelernt. Nicht, dass ich da „hart“ wäre oder provokativ, nein, ich nutze mein Wissen, meine Erfahrungen, knallharte Fakten und meine Formulierungskompetenz und setze diese gegen ein ganz bestimmtes Arxxxxoch ein, um mich gegen ihn zu wehren und den Druck, den er macht, zurückzugeben. Früher hätte ich das nicht gekonnt, aber positiv durfte ich in den vergangenen Monaten bemerken, dass mein Kopf viel klarer und strukturierter ist, als noch zu Zeiten, als ich regelmäßig Alkohol getrunken habe. Früher musste ich Alkohol trinken, um das, was in meinem Kopf ist, überhaupt rausbringen zu können. Nicht, weil ich körperlich abhängig war, sondern weil das Chaos in meinem Kopf und das Hin und Her meiner Gedanken so überwältigend war, dass Alkohol da etwas Ruhe und Gelassenheit reinbrachte. Eine fürchterliche Zeit!
    Die Möglichkeiten, die ich heute im völlig nüchternen Zustand habe, sind einfach fantastisch. Und ich kann hinter allem stehen, was ich schreibe. Sehr angenehmes Gefühl!

    Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    dann will ich deinem Wunsch mal nachkommen und dir hier in deinem Faden antworten.

    Ich hab gerade gelesen, was @Orangina13 dir in ihrem Faden geantwortet hat. Sie hat dort ganz gute Worte für das gefunden, was auch ich bei dir wahrnehme. Du wirkst auf mich entspannter, gelassener, offener.

    Bipolar zu sein ist meines Wissens nach nochmal eine größere Hausnummer als „nur“ depressiv zu sein. Die Tiefs sind schon nicht einfach, aber das andere Extrem habe ich zu meiner Erleichterung nur kurze Zeit erleben und fürchten müssen. Von daher kann ich nachvollziehen, was du meinst:


    Bei "ist der Ruf erst ruiniert" bin ich als Bipolare eher mal auf der Bremse.

    Ich hoffe, es kommt aber dennoch bei dir an, dass du dich wegen deines Handicaps nicht klein fühlen musst und „verschnupft“ sein musst. Es ist, wie es ist, Hauptsache, wir schaffen es, uns selbst zu lieben und zu akzeptieren und wenn’s zuweilen auch nur ein klitzekleines Bisschen ist.
    Natürlich würde ich liebend gern auf meine Handicaps (Depression und MS) verzichten, aber die Zeiten, in denen ich mich dafür geschämt habe, sind vorbei.
    Ich versuche mein Bestes aus meiner Lage zu machen und dazu gehört manchmal eben auch, meine Handicaps mit einem gewissen Humor zu nehmen.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Es geht nicht um Stützstrümpfe, es geht darum, dass MenschInnen in Schubladen gesteckt werden, die evtl. altersbedingte Leiden haben.

    Ok, offenbar triggert dich da etwas.
    „Schubladen“ sehe ich an dieser Stelle nicht so. Ehrlich gesagt, das „Stecken in eine Schublade“ hätte ich persönlich eher in deinem Beitrag oben gesehen. Da sieht man mal wieder, wie wichtig der offene, gelassene Dialog ist und gegebenenfalls eine Rückfrage.

    Was die „Stützstrümpfe“ betrifft, so war und ist das für mich zum Beispiel ein humorvolles Beispiel für Themen, die u.U. gerade bei uns anliegen. Krankheitsbedingt habe ich zum Beispiel eine Behinderung, die mich am „normalen“ Leben nicht mehr so teilnehmen lässt, wie früher. Warum nicht in einem gewissen Rahmen mit gewissen Menschen, die’s interessiert, sich mit etwas fröhlichem Humor über Hilfsmittel austauschen, die uns das Leben erleichtern? Auch das kann einem selbst die Sache mit seinem Handicap etwas erleichtern. Wem das dann „too much“ ist, kann das ja kundtun, auch das kann eine Diskussion oder Sichtweise bereichern.

    Was die Spaltung in unserer Gesellschaft betrifft, so sehe ich das auch mit wachsendem Unwohlsein. Ich bitte nur zu bedenken: Es könnte sein, dass du mit deinem „Gegenwind“ Menschen triffst und verletzt, die in dieser Richtung gar nicht unterwegs waren. Daraus kann dann etwas entstehen, dass du gar nicht beabsichtigt hattest.

    Hallo Susanne,
    ich habe gerade deine lange Antwort entdeckt und natürlich gelesen. Ich hab mich echt darüber gefreut und deine lange Nachricht gewiss nicht als Zumutung empfunden. Wir haben uns früher schon sehr lange Nachrichten geschrieben, Manches lässt sich eben nicht kurz erzählen oder wir können oder wollen es zumindest nicht. Und ich freue mich auch, dass mein „Danke“ an dich gut bei dir angekommen ist.

    Ich freue mich auch zu lesen, dass es dir soweit gut geht.

    Ich lese aus deiner Nachricht heraus, dass du das Bedürfnis hast, dich mir mitzuteilen und dich mir auch irgendwie zu erklären. Find ich voll ok und ich fühle mich dadurch irgendwie geehrt. - Hoffe, das kommt jetzt richtig an. ;)

    Es sind so viele interessante Anknüpfungspunkte in deiner Nachricht, aber ich schaffe es jetzt nicht, auf alles etwas zu antworten, auch wenn ich das gerne möchte. Formulieren, was in meinem Kopf ist, fällt mir nicht immer leicht. Deshalb schreibe ich nur, wenn‘s bzw. solange es „fließt“.

    Was du mir geantwortet hast, bestätigt übrigens meinen Eindruck von dir und das war durchaus kein negativer Eindruck, auch wenn ich mit deiner Bärbeißigkeit und Bissigkeit mitunter meine Schwierigkeiten hatte. Es hat nun einmal seine Gründe, warum du so bist, wie du bist. Vieles hast du diesbezüglich ja auch von dir erzählt.
    Es hat schließlich auch seine Gründe, warum ich so bin, wie ich bin.
    In all unserer Verschiedenheit glaube ich recht gut nachvollziehen zu können, was mit dir ist. Gewisse Ähnlichkeiten sind eben aufgrund unserer Vergangenheit in einer alkoholkranken Familie vorhanden und vielleicht noch aus anderen Gründen.

    Übrigens war es nicht deine „Härte“, die mich vor bald zehn Monaten zum Umdenken bewegt hat...
    Sondern du hast dich auf meine Fragen und Gedanken eingelassen und mir mit deinen eigenen Erfahrungen geantwortet. Ich fühlte mich schließlich ernstgenommen und ich hab Teile von mir und meinem bisherigen Weg in dir und deinem Weg wiedererkannt und ich begriff an deinem Beispiel, wohin ich auf dem Weg war.
    Nein, Härte hätte mich nicht erreicht, es war etwas anderes, das du ebenfalls an oder in dir hast....
    Ich hab aber andere (wenige) Beispiele kennengelernt, bei denen eine klare Ansage, tatsächlich das ist, was sie bei all ihrer Empfindlichkeit brauchen. - Ist schon eine bunte Welt, diese Alkoholiker-Welt. ;)


    Du hattest mal geschrieben, welche Schwierigkeiten du mit Lob und Anerkennung von anderen hast. Ich hab das damals schon nachvollziehen können, nun hast du es noch deutlicher und noch besser nachvollziehbar erklärt. Danke. :)

    Diese Sache mit dem Selbstwertgefühl, das aus einem selbst und dem eigenen Inneren kommt, und dem Gefühl, „nur“ etwas wert zu sein, wenn man für andere da ist, hat mich besonders in den vergangenen Monaten sehr beschäftigt.
    Ein schwieriges Thema für eine EKA.

    Wann tue ich etwas, weil ich das einfach gerne möchte, gerne mache, usw. und wann tue ich etwas, um (unbewusst?) von außen Wertschätzung zu erhalten?
    Mitunter ist es für mich äußerst schwierig, das auseinanderzuhalten, manchmal empfinde ich es als eine Gratwanderung.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es die ganze Angelegenheit nicht gerade leichter macht, wenn man von der Wertschätzung anderer so getriggert wird, wie du das von dir beschreibst. Du schriebst mal vom Esel und der Möhre vor seiner Nase.

    Ich hab bemerkt, dass du es nicht lassen konntest, hier viel zu antworten und dass und wie du damit irgendwie in eine Verantwortung geraten bist, die du eigentlich gar nicht wolltest. Es war auch nicht zu übersehen, was das mit dir gemacht hat.

    Was spricht denn grundsätzlich dagegen, ab und an wegzugehen, um das Gefühl zu haben, das wirklich von „außen“ betrachten zu können?
    Wie heilsam und förderlich das für die eigene Entwicklung sein kann, habe ich erfahren, als ich selbst „weg“ war.

    Dass du inzwischen weit weg vom Thema „Alkohol“ bist, kann ich, obwohl ich demnächst erst 10 Monate trocken bin, durchaus schon nachvollziehen.
    Wenn du dich damit nicht mehr gut fühlst, von deiner Geschichte zu erzählen, weil es sich anfühlt, als wenn deine Platte einen Sprung hat, dann klingt es logisch, das nicht länger zu tun.
    Vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten für dich, dem Forum trotzdem irgendwie erhalten zu bleiben, ohne in eine Rolle zu fallen, die du gar nicht willst? - Wenn du das denn überhaupt möchtest.


    Was du über die verschiedenen Inneren Anteile schreibst, die du irgendwie nicht zusammenbringen kannst, kann ich nachvollziehen.
    Ich lerne meine verschiedenen Inneren Anteile in den letzten Monaten erst kennen bzw. identifiziere sie überhaupt erst. Spannend und mitunter gar nicht so leicht. Da sind definitiv mehr als nur ein „Inneres Kind“. Wie verletzt einige Anteile sind, erspüre ich so nach und nach. Manchmal macht mir das Angst, was ich finden könnte. Aufschlussreich war letztens eine Erfahrung, als ein deutlich jüngerer, äußerst verletzter Innerer Anteil von mir die „Führung“ übernommen hat, und ich das tatsächlich erkannt habe und den erwachsenen Inneren Anteil wieder die „Führung“ übernehmen lassen konnte.

    Ich hab für mich inzwischen die Notwendigkeit erkannt und den Wunsch entwickelt, nochmals professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deshalb lerne ich gerade eine Therapeutin kennen, die auch in Trauma-Therapie ausgebildet ist und beantrage die Genehmigung einer Psychotherapie.


    Damit schließe ich erstmal.

    Grüße
    AmSee

    P.S.: Das mit dem Wandern hört sich gut an. Ich war letztens im Urlaub auch ein paar Mal wandern. Schaffe inzwischen 6 mal so viel wie Anfang des Jahres, ohne gleich völlig hinüber zu sein. Hat mir Mut gemacht.

    Hallo Orangina13 und Camina1969
    Danke für eure Beiträge zu diesem Thema! Auch ich gehöre zu den Menschen mit Hochsensibilität und beschäftige mich schon eine Weile damit, wie ich damit besser umgehen kann.
    Finde mich in euren Beiträgen wieder. :)

    Hallo @ichso,
    Hochsensibilität ist nach meiner Erfahrung sowohl Segen als auch Fluch. Lange Zeit, als ich noch nicht wusste, dass ich zu den Menschen mit Hochsensibilität gehöre, habe ich es als Fluch empfunden, so anders zu sein als andere. Mir ging das ziemlich ähnlich wie Camina.

    Das bedeutet nicht, dass ich nicht auch „megastark“ gewesen wäre. Ich frage mich, was du unter „megastark“ verstehst. Eine gute Freundin von mir, die ebenfalls hochsensibel ist, versteckt das unter einer besonderen Bissigkeit oder Bärbeißigkeit. Die lässt sich die Butter gewiss nicht vom Brot nehmen.

    Hochsensibel zu sein, bedeutet letztlich, mehr wahrzunehmen als andere „normale“ Menschen, Geräusche, Farben, Licht, Emotionen usw. Das ist ungeheuer anstrengend. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man ständig nur nachdenkt und immer an sich und der Welt zweifelt.

    Ich hab mir das gewiss nicht ausgesucht, so zu sein. Solange ich nicht wusste, dass ich zu den hochsensiblen Menschen gehöre, habe ich darunter gelitten anders zu sein und verstand nicht, warum ich nicht wie die anderen sein konnte.
    Seit ich es weiß, geht’s mir besser und ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich akzeptiere, dass Menschen unterschiedlich wahrnehmen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina13
    das freut mich sehr, dass du mit meinem Beitrag etwas anfangen konntest. :)
    Interessant finde ich deine Beobachtung mit der Distanz. Da werde ich bei mir selbst mal etwas mehr draufschauen.
    Das „Ich denke“-Spiel gefällt mir. Das werde ich öfter mal ausprobieren.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    ok, dann hab ich eine Ahnung, was du meinst, und lege los. ;)

    In einem Gespräch mit meinem Neurologen, der mich seit Jahren auch therapeutisch begleitet, ging es mal um dieses große schwarze Loch, das ich in meinem Inneren spüre. Man könnte es auch Innere Leere nennen.

    Nur zur näheren Erklärung MEINES schwarzen Lochs:
    Bei mir hat es, so weiß ich inzwischen, mit gewissen traumatischen Erfahrungen in meiner Vergangenheit zu tun bzw. mit etwas, was in meiner kindlichen Entwicklung einfach gefehlt hat.

    Ich hab - lange Zeit unbewusst, dass da ein Loch ist, das ich zu füllen versuche - versucht, dieses schwarze Loch zu füllen. - Wer würde das nicht versuchen? - Doch egal, was ich auch versuchte - Liebe, Arbeit, Nahrung, Sport, Perfektion , usw. - es war mit NICHTS zu füllen, es blieb immer da. Diese Leere blieb immer da.

    Heutzutage noch spüre ich dieses Loch zum Beispiel besonders stark und traurig schmerzhaft, wenn ich mit einer meiner beiden Hündinnen kuschele. Das Kuscheln an sich ist wirklich einfach nur schön und ich genieße es auch, aber - vielleicht weil es so schön ist? - ich spüre zugleich in diesen Momenten eine ungeheure Traurigkeit, die aus eben diesem Loch in meinem Inneren zu kommen scheint. -

    In Zeiten, in denen ich noch Alkohol getrunken habe, war das Loch nicht so spürbar. WENN ich den richtigen Pegel hatte. Dann nämlich fühlte ich mich beschwingt und heiter.
    Nebenbei bemerkt: Überschritt ich den Pegel - und das geschah schließlich regelmäßig - dann kippte meine Stimmung und ALLES wurde traurig und sinnlos.

    In dem genannten therapeutischen Gespräch ging es um jenes schwarze Loch.
    Mein Arzt erklärte mir, dass ich dieses Loch nicht füllen könne. Er riet mir stattdessen ein „Museum“ darum herum zu errichten. Zunächst verstand ich nicht, was er damit meinte. Sein Vorschlag schien mir sogar ziemlich widersinnig zu sein. Da erzähle ich von diesem schwarzen Loch, das so weh tut, und frage, wie ich das füllen könnte, und er antwortet mir, dass ich damit leben muss und ein „Museum“ drumherum errichten soll. Was soll das?

    Inzwischen verstehe ich, was er meinte. Das Loch ist bei mir aufgrund gewisser traumatischer Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend entstanden. Diese Erfahrungen und das Fehlen von etwas, was für die kindliche Entwicklung wichtig ist, lassen sich nicht rückgängig oder wieder gut machen. Da ist so ein Schmerz, eine Traurigkeit, ein Leere, die eben einfach da sind.

    Das Museum aber kann ALLES enthalten, was ich im Zusammenhang mit eben diesem schwarzen Loch weiß oder/ und dazu gelernt habe. Letzteres ist inzwischen schon ziemlich viel geworden.
    Man kann zum Beispiel lernen, mit Trauer zu leben. Trauer ist nun einmal ein Teil menschlichen Lebens, es gibt immer wieder Momente, in denen wir trauern müssen. Sie lässt sich einfach nicht vermeiden. In meinem „Museum“ kann ich also für mich sammeln, was ich für den Umgang mit Trauer brauche.
    In meinem „Museum“ können traurige und schöne Erinnerungen gesammelt werden.
    In meinem „Museum“ bin ich nicht allein, sondern dort kann ich meine anderen Inneren Anteile und auch meine Inneren Helfer versammeln oder zumindest den einen oder anderen treffen.

    Ich weiß jetzt nicht, ob das zu abgefahren klingt und ob es überhaupt zu dir passt, aber an dies hier habe ich gedacht, als du von dieser Leere schriebst.
    Vielleicht kannst du etwas mit dem, was ich geschrieben habe, anfangen, wenn nicht lass es einfach liegen.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    ich fühle mich angesprochen, auf das Thema „Leere“ zu antworten.
    Du schriebst:

    Trotzdem fühlt sich „etwas“ leer an. Wie gesagt, ich muss lernen , meine Bedürfnisse und Ziele wahrnehmen lernen.

    Mein erster Gedanke war: Sie kennt es auch, dieses schwarze Loch im Inneren.
    Mein zweiter Gedanke, als ich deinen Text nochmals gelesen habe, war: Oder meint sie, dass sich in ihrem Leben durch das Fehlen des Alkohols eine Lücke aufgetan hat, die sie bislang noch nicht füllen konnte?

    Mit beiden Gedanken beschäftige ich mich schon eine Weile. Möchtest du an meinen Gedanken teilhaben? Und wenn ja, an welchem?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Orangina,
    wie schön, dass du wieder hier vorbeischaust und erzählst, wie es dir weiter ergangen ist. :welcome:

    Ich gratuliere dir zu bald 10 Monaten Abstinenz! Wir beide sind ja fast gleich auf, ich bin dir ja nur sehr wenige Tage voraus. ☺️

    Dem, was Gerd geschrieben hat, kann ich nur zustimmen, mir geht’s da inzwischen ähnlich.

    Alles Liebe und Gute dir!
    AmSee

    Hallo Susanne,
    da du offenbar doch noch regelmäßig mitliest, möchte ich die Gelegenheit nutzen, dir „Danke“ zu sagen für das, was du für MICH getan hast.
    Ich bin inzwischen 9 1/2 Monate trocken und ich bin sogar zufrieden abstinent. Dass es soweit gekommen ist, habe ich unter anderem DIR zu verdanken, weil du dich am Anfang mit mir und meinen Fragen abgegeben hast. Du hast mir von deiner Geschichte erzählt und ich konnte mich darin irgendwie wiedererkennen. Deine Geschichte machte mir so richtig deutlich, worauf ICH zusteuerte, und dass man nicht erst Alkoholiker war, wenn man so war wie mein Vater.
    Inzwischen habe ich nicht wenige andere Alkoholiker kennengelernt (trocken und nass), kenne viele Geschichten, viele Herangehensweisen an das Thema. So, wie du mir damals geantwortet hast, hast du mir eine Brücke gebaut, anderswo wäre ich vielleicht nicht so gut aufgehoben gewesen, da ich damals noch nicht soweit war, mich als Alkoholikerin zu sehen und den Rest meines Lebens abstinent sein zu wollen. Deshalb: DANKE

    Viele Grüße, ich hoffe, dass es dir gut geht.
    AmSee

    Hallo Martin,
    herzlich Willkommen im öffentlichen Bereich dieses Forums.
    Das hört sich nach einer sehr erfreulichen Entwicklung an, die du in den letzten Wochen genommen hast, und natürlich freut mich das für dich, dass sich bei dir ein Schalter umgelegt hat und du so positive Erfahrungen mit der Abstinenz machst.
    Schönes Gefühl, nicht wahr?

    Siehst du dich denn als Alkoholiker oder beabsichtigst du nur, eine Pause einzulegen?

    Die Entzugserscheinungen, die du hattest, klingen recht harmlos, aber an dieser Stelle möchte ich alle, die (stumm) mitlesen, nochmals vor dem sogenannten „Kalten Entzug“ warnen, dieser kann ernsthaft gefährlich werden, auch wenn’s sonst immer gut gelaufen ist. Die Gefahr sollte keinesfalls unterschätzt werden.

    Darf ich dich fragen, was du sonst noch für Schritte unternommen hast, Martin?
    Hast du dich schon mal von deinem Arzt durchchecken lassen und zwar mit Blick auf deinen Alkoholkonsum?

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Schotterblume,

    @AmSee: ja, ich kenne und liebe Frederik, danke dass du mich an ihn erinnert hast :)


    :)

    Ich kann gut nachvollziehen, dass dir die Gedanken heute Angst machen. Dein neuer Versuch, damit umzugehen, hört sich für mich gut an.
    Ich habe selbst erst kürzlich gelernt, damit umzugehen, dass es nur ein Gedanke ist und dass der Suchtdruck wieder vorbei geht. Ich selbst habe, als ich so Druck hatte, ganz viel Mineralwasser getrunken, so viel, wie nur reinging. Und als mein Magen so richtig voll mit Wasser war, war der Druck weg.
    Ich war mir klar geworden, was bei mir zu diesem Druck geführt hatte: Irgendwie war trotz meiner Bemühungen der Gedanke in mir aufgekommen, ich müsste auf etwas verzichten. Und ich tat mir fürchterlich leid dabei.
    Als ich das schließlich überstanden hatte, war ich ziemlich erleichtert. Ich konnte das erst nicht annehmen, als andere versicherten, dass ich stolz auf mich sein dürfte, aber so nach und nach sickerte es doch bei mir durch.

    Die Angst, von der du erzählst, kenne ich auch, aber du siehst meiner eigenen Erfahrung nach ganz richtig, dass sie dich näher an einen Rückfall führt.

    Für mich selbst entscheidend ist auch der Gedanke, dass ich nie wieder Alkohol trinken will, weil mir ziemlich bewusst ist, wohin mich das führen wird. Deshalb beschäftige ich mich recht viel mit meiner „Trockenarbeit“.

    Gestern erst bin ich wieder auf das Thema „Resilienz“ gestoßen.
    Die Resilienz-Forschung, die noch relativ jung ist, versucht herauszufinden, was manche Menschen resistenter oder widerstandsfähiger gegen Stress macht. Viele Menschen in unserer Gesellschaft werden aufgrund von Stress krank, einige aber nicht, obwohl sie ebenfalls unter starkem Stress stehen. Was ist bei denen anders?
    Das Geheimnis scheint u.a. darin zu liegen, dass sich diese Menschen eher auf Positives zu fokussieren, dass sie eine Krise als Chance betrachten, dass sie sich ihrer Stärken bewusst sind und lösungsorientiert denken.
    Und noch einiges mehr.

    Und da habe ich mich gefragt, was MICH stärken könnte.
    Und welche Lösungen mir vielleicht doch noch einfallen.

    Und gestern und auch heute habe ich mehrere Sätze formuliert, die ich gestern in einem Resilienz-Training kennengelernt habe. Sie sollen der Selbststärkung dienen und bestehen aus zwei Teilen:
    Erster Teil: Persönliches Stress-/ Angst-Thema benennen. (z.B. „Auch wenn ich gerade Angst habe..“)
    Zweiter Teil: Selbststärkungssatz (z.B. „... liebe und schätze ich mich so, wie ich bin.“)
    Das „liebe“ soll das Gefühl ansprechen, das „schätze“ den Verstand.
    Wenn man das so (noch) nicht aussprechen kann, kann man das auch abschwächen in „...versuche ich mich (zu einem klitzekleinen Teil) so zu lieben und zu schätzen, wie ich bin“ oder „...bin ich dennoch immerhin ein Mensch.“
    Andere Selbststärkungssätze sind denkbar, wie „...gehe ich meinen ganz eigenen Weg.“, „...nehme ich mir den Raum, den ich brauche.“ usw.

    Vielleicht ist das ja auch für dich interessant, deshalb teile ich das hier.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Ja, was fällt mir bei meiner Abstinenz schwer? Es ist verschiedenes, aber meist kann ich zusammengefasst sagen, dass ich mich schwertue im Aushalten: von Gefühlen, Gedanken, Anspannungen.

    Liebe Schotterblume,
    das kann ich gut nachvollziehen, weil ich das von mir selbst kenne.
    Manchmal waren oder sind auch bei mir Gefühle und Anspannung gewaltig und ich fühle mich dann davon regelrecht überfordert.
    Von mir selbst weiß ich, dass ich nicht gelernt hatte, damit umzugehen. Teilweise wusste ich nicht mal, was das für Gefühle sind, nur dass ich mich gerade überfordert fühlte.
    Mit jedem Mal aber, in dem ich weiß, was gerade das Gefühl ist, und ich seinem Handlungsimpuls nachgehen kann, ist es bei mir besser geworden.

    Diese Formulierung „Ich suche mein Gleichgewicht.“ könnte auch so von mir kommen.

    Was du über deinen Weg schreibst, hört sich gut an. Mir geht es da auch ähnlich wie dir, manchmal läuft‘s und manchmal hakt‘s, manchmal brauche ich Unterstützung von anderen.

    Was mir Mut macht, ist, dass die Tendenz grundsätzlich aufwärts geht - sogar meiner Schwiegermutter ist das letztens aufgefallen - und so versuche ich, die positiven Veränderungen immer wieder gebührend wahrzunehmen.

    Kennst du die Geschichte von der Maus Frederik? Ich hab das Buch als Kind oder Jugendliche kennengelernt. Ich versuche wie Frederik, Farben usw. für den Winter (= meine schlechten Phasen) zu sammeln.

    In einem Seminar habe ich mal an einem konkreten Beispiel gelernt, wie viel Energie es kostet, sich eine neue Verhaltensweise anzugewöhnen. Seit dieser Erfahrung hab ich etwas mehr Geduld mit mir.

    Liebe Grüße
    AmSee