Moin Susanne,
dann tickst du vom Prinzip eigentlich wie ich. Ich schlucke auch nur, wenn’s unbedingt nötig ist. Medis haben ja immer irgendwelche Nebenwirkungen und deshalb wäge ich da gut ab, ob‘s so noch geht oder eben doch nicht mehr.
Was Schlafmittel betrifft, bin ich äußerst vorsichtig. Da macht mir einfach das, was meiner Mutter als jungem Menschen geschehen ist, weshalb davon abhängig geworden ist und später nach ihrem Klinikaufenthalt stets alles in die Richtung abgelehnt hat, zu schaffen. Und nun, da ich auch noch alkoholabhängig geworden bin, erst recht.
In der Klinik damals war ich schließlich bereit, eine Vierteltablette Mirtazapin zu nehmen. Das Bisschen hat bei mir damals tatsächlich gereicht, dass ich endlich wieder schlafen konnte. Monate später wurd‘s wegen Verdacht auf Restless Legs wieder abgesetzt.
Schlafmittel hab ich nur drei Tage lang akzeptiert, als ich nach der zweiten heftigen Kortison-Stoß-Therapie wegen eines MS-Schubs überhaupt nicht mehr schlafen konnte.
Nee, ich nehme andere Medikamente, bei denen eben kein Abhängigkeitspotential besteht und ich die Nebenwirkungen in Kauf nehmen kann. Lange Zeit wollte ich überhaupt keine Medikamente zu mir nehmen außer Aspirin und was bei Magen und Darm.
Ich nehme morgens und abends ein AD, morgens einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, abends einen Melatonin-Agonisten. Die Abend-Tablette halbiere ich sogar, weil mir der „Überhang“ am nächsten Tag zu viel war. Und wegen Restless legs nehme ich ein Medikament, das ursprünglich für Parkinson Patienten erfunden worden ist. Und noch ein Eisenpräparat, da bei Menschen, die Restless Legs haben, der Eisenspeicher voller als normal sein sollte.
Find ich gut, dass du noch ein paar Jahre mehr haben möchtest.
Kommt mir irgendwie bekannt vor, was du diesbezüglich schreibst. Es hat bei mir nicht wenig Zeiten gegeben, das hab ich gehofft, nicht mehr wieder aufzuwachen, nun dürfen‘s gerne noch ein paar Jahre mehr sein....
Bezüglich Schlafentzug hab ich dich wohl missverstanden. Das klang zunächst so, als ob du diese Methode absichtlich bei dir angewandt hättest.
Wegen Arbeit und Beruf: Ja, so etwas hast du öfter mal geschrieben. Andererseits ist solche Arbeit aber doch auch das, was deinen Grips fordert und keine Langeweile aufkommen lässt. Deswegen hab ich gefragt, wie‘s dir damit geht.
Natürlich bin ich ziemlich erleichtert, nicht mehr in meinem Beruf oder einem anderen arbeiten zu müssen und ich kann meine Zeit gut füllen, aber andererseits fehlt mir mein Beruf irgendwie auch.
Ich selbst bin viel zu schnell und überraschend rauskatapultiert worden, als ich gerade mit viel Mühe versucht hatte, wieder reinzukommen. Nicht mehr zu können, fühlt sich nicht so dolle an...
Viele Grüße
AmSee