Hallo ichso,
ich freue mich gerade für dich, dass du das hier fühlen kannst:
Und ich bin gerade dankbar. Für ganz viel. Dass ich hier schreiben kann. Dass ich laufen kann. Dass ich eine Enkelin habe. Die mich scheint's ganz gern hin und wieder besucht
Dass die Sonne scheint. Dass es nachher im Mehrgenerationenhaus Kaffeeklatsch gibt. So Sachen. Bunt statt grau. Oder Gott bewahre, bunt statt braun 
Ich habe für mich erfahren dürfen, wie sehr mich dieses Gefühl von Dankbarkeit trägt.
Hab irgendwo mal gelesen, wie wichtig dieses Gefühl für Resilienz ist, und ich achte seither darauf und fördere es bei mir.
Was das Thema „Liebe und so‘n Sch...“ betrifft.
Ich hab anderswo schon davon geschrieben, dass der Spruch „Alles hat seine Zeit“ sich in meinem Leben schon mehrfach bewahrheitet hat und ich inzwischen darauf vertraue, dass es so ist bzw. kommt.
Darin eingeschlossen sind für mich natürlich auch die traurigen Momente und die Momente, vor denen ich Angst hab.
Entscheidend ist für mich dabei die Erkenntnis geworden, dass sich beständig alles verändert, nichts von Dauer ist, und es darauf ankommt, wie ich selbst damit umgehe und meinen eigenen Bedürfnissen gerecht werde. Diesbezüglich habe ich eine Menge über mich hinzulernen dürfen und Wege gefunden, für mich zu sorgen. Das fühlt sich unheimlich gut an und gibt mir ein verlorenen gegangenes Gefühl von Vertrauen zu mir selbst zurück.
Bezüglich „Liebe“: Ich kann gut nachvollziehen, dass du geglaubt hast und gelebt hast, dass allein bleiben für dich eine gute Option ist.
Doch, wie du bemerkt hast, hat sich da etwas bei dir verändert. Und auch wenn der Typ jetzt nicht geeignet war, so heißt das ja nicht, dass du dich wieder in das Alleinbleiben zurückziehen solltest.
Ich seh das übrigens etwas differenzierter als die Suchtkrankenhilfe. Mit einem „nassen“ Alkoholiker oder sonst wie gerade abhängigen Typen, einem Menschen mit diesem gewissen „hungrigen“, traurigen Blick würde auch ich gewiss keine Beziehung eingehen. Doch da gibt’s ja auch noch Menschen wie uns beide zum Beispiel, die sich auf einen anderen, gesünderen Weg gemacht haben, die dazugelernt haben, gelernt haben, ernsthaft für sich zu sorgen. Warum sollte man mit solchen Menschen keine Beziehung eingehen dürfen? Weil potentiell die Gefahr besteht, dass sie rückfällig werden?
Zwar mögen deine Synapsen auf gewisse Typen von Menschen ansprechbarer reagieren als auf andere, aber die Erfahrung, die du diesmal gemacht hast, spricht doch dafür, dass du dazugelernt hast.
Du bist offen für Möglichkeiten geworden, sonst wärst du nicht in einer Dating-Plattform gelandet.
Vielleicht ergibt sich irgendwann für dich, dass dir jemand über den Weg läuft, der auch etwas bunter ist, aber seinen gesunden Weg gefunden hat? Den Blick dafür dürftest du haben, meinst du nicht?
Alles hat seine Zeit....