Beiträge von AmSee13

    Moin Susanne,
    schon ne ziemlich heftige Geschichte, die du da zu erzählen hast... Klingt aber, als wenn du da halbwegs gut rausgekommen bist....

    Mit restless legs habe ich auch so meine Erfahrungen machen dürfen, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Seit ich ein bestimmtes Medikament nehme, geht’s ganz gut.

    Manische Phasen habe ich zu meinem Glück nur eine bestimmte Zeit lang erlebt. Hab sie fürchten gelernt ....

    Schlafentzug als Methode kenne ich auch, allerdings hab ich die nur bei meinen heftigsten depressiven Phasen ausprobiert. Hat teilweise geholfen, teilweise hat der Schlafentzug dazu geführt, dass ich innerlich noch mehr unter Strom stand und Medikamente nehmen musste, um endlich schlafen zu können.

    Drei Wochen auf Station mit mehr oder minder nassen Alkoholikern stelle ich mir auch gerade einfach vor...Gut, dass du diesbezüglich gefestigt bist...

    Verstehe ich das richtig: Du wirst mit sofortiger Wirkung in deinem Unternehmen aufhören?
    Wie geht’s dir damit?

    Wünsche dir, dass du weiterhin gesund bleibst und dich nicht mehr überanstrengst/ überanstrengen musst.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Stephan,
    auch von mir ein Herzliches Willkommen hier in dieser Online-Selbsthilfegruppe.

    Auch ich mag mich dir kurz vorstellen:
    Ich bin (noch) 48 Jahre alt, EKA (Erwachsenes Kind aus einer Alkoholikerfamilie), Alkoholikerin und seit über 11 Monaten trocken.

    Dieses Forum hier hat mir sehr dabei geholfen zu erkennen, dass ich ein ernsthaftes Problem habe und was ich für mich tun kann. Hilfreich waren hier für mich zum einen die direkten Antworten, die ich hier auf meine Fragen bekommen habe, zum anderen aber auch die Erfahrungsberichte anderer, durch die ich mich hier kreuz und quer gelesen habe.

    Hättest du denn schon ein paar Fragen, die du hier stellen möchtest?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Isa,
    Greenfox hat vieles geschrieben, was ich auch so hätte schreiben können und wollen. Daher schreibe ich dazu nichts weiter.

    Es mag sein, dass dein Mann sich zunächst etwas besorgter verhält, wenn er es weiß. Andererseits wirst du, je länger du dich mit dem Thema beschäftigst und an Stabilität gewinnst, an Stärke und Gewissheit gewinnen, was gut für dich ist und was eben nicht. Und er wird das auch bemerken. Und wenn du mit ihm redest und übersetzt, was mit dir ist, was du denkst, was du herausgefunden hast, wo du Schwierigkeit siehst, was dich möglicherweise stört, umso mehr kann auch er dazu lernen und eure Beziehung kann wachsen.

    Es ist für beide ein Lernprozess. So habe ich das jedenfalls in meiner Beziehung kennengelernt.

    Als ich mir vor ein paar Jahren mal Sorgen um meinen Konsum machte, aber noch weit davon entfernt war, mit dem Alkohol aufhören zu wollen, habe ich meinem Mann von meinen Sorgen erzählt. Und natürlich flog mir das, wann immer ich Alkohol konsumierte, um die Ohren und ich ärgerte mich, ihm überhaupt davon erzählt zu haben.
    Rückblickend lag das eben daran, dass ich mich nicht vom Alkohol lösen wollte. Und da ich ihn auf mein Problem aufmerksam gemacht hatte, machte er sich natürlich Sorgen, wenn ich Alkohol konsumierte. Die Mengen hielt ich selbst für harmlos, tatsächlich waren sie im Nachhinein betrachtet doch schon ziemlich auffällig.

    Diesmal war es bei mir anders, weil ich mir kein Hintertürchen mehr offen lassen wollte. Und so ergab sich dann im Laufe der vergangenen Monate die eine oder andere Situation, in der mein Mann nicht verstand, warum ich zu der oder jener gesellschaftlichen Runde nicht mit hinwollte. Oder, warum es mich so getriggert hat, als er und Kollegen von ihm zu einer Feier gegangen sind und die ganze Zeit darüber geredet haben, wie sie die Flat für alkoholische Getränke dort nutzen wollen. Oder warum ich mich in einer Grill-Runde mit unseren Nachbarn so unwohl gefühlt habe und vorzeitig plötzlich gegangen bin.
    Oder warum ich zum Anstoßen bei einem feierlichen Anlass meine Apfelsaftschorle eben nicht aus einem Sektglas trinken möchte.
    Und so weiter.


    Also muss man dem Partner sagen, dass man ihn nicht plötzlich für unfähig hält, sondern wie man selbst fühlt, warum man es selbst machen will: Weil man wieder dazu in der Lage und fähig ist!

    Nur, wenn man nicht miteinander redet, kann man auch keinen Konsens finden.

    Genau so sehe ich das auch.


    Übrigens, falls du doch mal Saufdruck verspüren solltest, versuch so viel wie möglich Wasser zu trinken, wie du reinkriegst. Ich hab die positive Erfahrung gemacht, dass der Druck weg war, als mein Bauch mit Wasser gefüllt war.
    Danach konnte ich mich an die Aufarbeitung machen, was überhaupt zu diesem Saufdruck geführt hat, und wie ich daran etwas ändern könnte.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Thomas,
    auch von mir ein Herzliches Willkommen in diesem Forum.

    Schön, dass du zu uns gefunden hast und Gratulation zu deiner Entscheidung, keinen Alkohol mehr konsumieren zu wollen.

    Kurz zu mir: Ich bin (noch) 48, w, EKA (Erwachsenes Kind aus Alkoholikerfamilie) und Alkoholikern und seit über 11 Monaten trocken.

    Solche Sprüche, wie du sie genannt hast, kenne ich auch.
    Ich hab mir vor einem Jahr noch gar nicht vorstellen können und wollen, dass ein Leben ohne Alkohol überhaupt noch schön sein könnte. Und dann hat sich in meinem Denken und während meiner Erfahrung mit meiner Abstinenz etwas grundlegend geändert. Ich darf schon seit einer Weile sagen, dass ich zufrieden abstinent bin. Ich hab nicht das Gefühl auf etwas, was ich sonst immer als schön empfunden habe, zu verzichten, ganz im Gegenteil fühle ich mich frei von etwas, was nicht nur in meinem Leben großes Unheil angerichtet hat.

    Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum andere Menschen, sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen können. Alkohol ist in unserer Gesellschaft fest etabliert, im Gegensatz zum Rauchen. Wobei letzteres übrigens auch mal anders war, du wirst dich wahrscheinlich noch daran erinnern.
    Keine Feier, kein gesellschaftliches Event ohne Alkohol und so weiter. In Film und Fernsehen schenkt man sich ständig einen ein und so einen richtig großen Drink nimmt man in den Filmen, wenn man sich nach einer großen Aufregung beruhigen muss.

    Natürlich macht das alles etwas in unseren Köpfen.

    Und wer will da schon gerne ausscheren, besonders, wenn die Wirkung des Alkohols doch so angenehm daher kommt.

    Seh ich inzwischen völlig anders und ich hab nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Körperlich und psychisch geht’s mir besser, als ich das jemals erwartet hätte. Alkohol hat mir, das hat sich so nach und nach gezeigt, viel mehr genommen, als ich erwartet hätte.

    Also, nur Mut! Es lohnt sich.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    manchmal, so wie heute zum Beispiel, empfinde ich deine Beiträge auch für mich selbst irgendwie wohltuend.
    Was du über deine Erfahrungen mit deiner realen Selbsthilfegruppe schreibst, finde ich immer wieder interessant.

    Ich freu mich für dich, dass dein Jesus und du euch wieder annähert.

    Was die junge Komapatientin betrifft und deine Trauer, hast du natürlich mein Mitgefühl.
    Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass man sich an Schreckliches gewöhnt. Ich bezweifle das eher.
    Du trauerst und diese Trauer hat bei dir, so wie ich das wahrnehme, auch ihren Raum. Du besinnst dich, aber eben auch noch auf andere Dinge in deinem Leben. Dinge, die auch wichtig sind und auch ihren Raum brauchen und haben dürfen.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    Orangina13 hat Worte für etwas gefunden, was auch ich so empfunden und gedacht habe, für das ich selbst aber keine Worte fand.
    Auch ich hatte deinen Beitrag gelesen und hab seither immer wieder daran gesagt, dass ich dir etwas antworten möchte, aber ...

    Übrigens glaube ich nicht, dass es an Jesus oder Gott gelegen hat, es zuzulassen. Angeklopft worden ist bestimmt mehr als ein Mal.

    Gut, dass du selbst Erleichterung finden kannst. Für deine Tochter und alle andere Beteiligten kann ich nur hoffen...

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Isa,
    ich kenne ziemlich gut, was du schilderst.
    Das, was du von dir beschreibst, macht die Angelegenheit für dich auch so schwierig und gefährlich.

    Du trinkst Alkohol, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.
    Und bislang glaubst du noch, dass du das ohne Alkohol nicht hinbekommst.

    Ich stelle dir deinen Aussagen einfach mal ein paar Fragen gegenüber.

    Du sprichst davon, dass du durch Alkohol nach einem langen Tag nochmals kommunikativ wirst. - Wäre richtige Erholung da nicht angebrachter?
    Alkohol schafft einen unsichtbaren Schutz um dich. - Was ist das für eine Umgebung, in der du einen solchen Schutz brauchst?
    Du machst du dir leicht Sorgen und fühlst dich verantwortlich. - Sind die Sorgen nicht mehr da und trägst du weniger Verantwortung, wenn du Alkohol trinkst, oder benebelst du dich einfach nur?


    Wenn du ganz ehrlich mit dir bist, wie weit bist du denn schon mit deinem Alkoholproblem?
    Und wie weit willst du es noch kommen lassen?

    Ich selbst bin jetzt fast 11 Monate trocken und es geht mir körperlich und psychisch so viel besser. Nie hätte ich das so erwartet und natürlich bestärkt es mich darin, nie wieder in meinem Leben Alkohol in meinen Körper lassen zu wollen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Isa,
    ich habe deine Beiträge gelesen und möchte auch ein paar Gedanken mit dir teilen.

    Den ersten wichtigen Schritt hast du gemacht und dir selbst eingestanden, dass du ein großes Problem hast, und du hast dich hier anonym geoutet.

    Wie groß dieses Problem tatsächlich ist, wird sich dir gewiss nach und nach immer mehr eröffnen, je mehr du dich mit dem Thema beschäftigst.

    Vom Prinzip weißt du also, dass du nicht kontrolliert trinken kannst. Mit den Erfahrungen, die du diesbezüglich schilderst, bist du nicht allein. Das haben andere ebenso kennengelernt.

    Vom Prinzip weißt du und siehst du, was der Alkohol mit dir macht.

    Mir stellt sich die Frage, was du dir dann doch noch vom Alkohol versprichst, dass du nicht davon lassen möchtest.
    Hast du Angst, dich ohne Alkohol nicht runterregulieren zu können?
    Hast du Angst nicht mehr richtig feiern zu können?
    Hast du Angst vor Entzugserscheinungen?
    Hast du Angst, etwas zu vermissen?


    Ich kenne das, immer die „Starke“ sein zu wollen und natürlich gibt einem das Helfen und das Alles-im-Griff haben etwas, doch es kostet dich auch etwas und zwar nicht wenig, wie du selbst durchaus bemerkst.

    Es kann sich für dich durchaus mal ergeben, dem nachzugehen, was denn überhaupt dahinter steckt. Vielleicht ist das ja gar nicht immer so gesund für dich, „alles im Griff“ haben zu müssen und „Die Starke“ zu sein.


    Sich anderen ausgewählten Menschen zu öffnen, dass man ein ernsthaftes Problem hat, wirkt auf dich u.U. zunächst vielleicht wie ein Bumerang, aber das ganz alleine durchzuziehen, ist unheimlich schwer und in der Regel wenig erfolgreich, gerade, weil Alkoholismus eine ziemlich vielschichtige Erkrankung ist.

    Sich anderen ausgewählten Menschen zu öffnen und mit ihnen über sein Problem und seine Gedanken zu reden, kann tatsächlich auch zu einer enormen Stütze werden.

    Ein guter Freund von mir, der Bescheid weiß, sagte mal sinngemäß: „Es ist ein Zeichen des Respekts, dass wir in deiner Gegenwart keinen Alkohol trinken. Wenn man weiß, dass jemand ein Problem mit Alkohol hat, und dann trotzdem in seiner Gegenwart trinkt, ist das ja, als halte man ihm noch extra vor die Nase, dass er ein Problem hat.“

    Wenn du weißt, was dich alles triggern könnte, weißt du auch, wie du dich schützen kannst. Und dich zu schützen ist absolut notwendig, weil auch du es wert bist.

    Liebe Grüße
    AmSee


    Aber dann wäre ich reduziert auf Radio und ab und zu Smartphone. Na, mal sehen ;)

    In dem Fall kann ich dir Hörspiele und Hörbücher empfehlen. Hab ich ne ganze Weile mal gemacht, als ich keinen Fernseher mehr haben wollte. Hab mir Material aus der Stadtbibliothek ausgeliehen.

    Wirst du aber ohne Fernseher nicht deinen „Tatort“ vermissen. ;)

    Angenehmen Montag wünscht
    AmSee


    So stellt sich also die Frage: Renne ich zur Zeit (mal wieder) einem Traum hinterher, den mir (und vielen Anderen) die Industrie verkaufen will? Denn historisch gesehen ist "Liebe" eine relativ neue Sache zwischen Frau und Mann. Und wenn ich mit feministischen Augen draufschaue, ojee... Biologisch betrachtet ist es auch ziemlicher Unsinn (also in meinem Alter), lächel...

    Na, du kannst Fragen stellen. ;)
    Ich bezweifle, dass es ein Traum ist, den dir/ uns nur die Industrie verkaufen will.
    Und ehrlich, was interessiert uns heute, wie das historisch mal war, als Verbindungen zum Zweck und nach Stand eingegangen wurden.

    Nimm‘s doch einfach mal locker. Iss doch irgendwie auch schön, sich zu verlieben. ;D
    Und flirten hat auch was, oder nicht? ;)

    Liebe Grüße

    Hallo ichso,


    Und auch "alles hat seine Zeit" ist ein wichtiger Aspekt. Denn gerade dadurch kann ich erkennen, dass z.B. Trauer eben auch so lange sein "darf", wie es für mich richtig/nötig ist und beinhaltet gleichzeitig in meinem Kopf die Endlichkeit dieses Gefühls oder auch anderer Gefühle. Nichts ist so beständig wie die Veränderung ;)

    so ähnlich sehe ich das auch. Hast du echt gut in Worte gefasst.

    Hallo ichso,
    ich freue mich gerade für dich, dass du das hier fühlen kannst:


    Und ich bin gerade dankbar. Für ganz viel. Dass ich hier schreiben kann. Dass ich laufen kann. Dass ich eine Enkelin habe. Die mich scheint's ganz gern hin und wieder besucht ;) Dass die Sonne scheint. Dass es nachher im Mehrgenerationenhaus Kaffeeklatsch gibt. So Sachen. Bunt statt grau. Oder Gott bewahre, bunt statt braun ;)

    Ich habe für mich erfahren dürfen, wie sehr mich dieses Gefühl von Dankbarkeit trägt.
    Hab irgendwo mal gelesen, wie wichtig dieses Gefühl für Resilienz ist, und ich achte seither darauf und fördere es bei mir.

    Was das Thema „Liebe und so‘n Sch...“ betrifft.
    Ich hab anderswo schon davon geschrieben, dass der Spruch „Alles hat seine Zeit“ sich in meinem Leben schon mehrfach bewahrheitet hat und ich inzwischen darauf vertraue, dass es so ist bzw. kommt.
    Darin eingeschlossen sind für mich natürlich auch die traurigen Momente und die Momente, vor denen ich Angst hab.
    Entscheidend ist für mich dabei die Erkenntnis geworden, dass sich beständig alles verändert, nichts von Dauer ist, und es darauf ankommt, wie ich selbst damit umgehe und meinen eigenen Bedürfnissen gerecht werde. Diesbezüglich habe ich eine Menge über mich hinzulernen dürfen und Wege gefunden, für mich zu sorgen. Das fühlt sich unheimlich gut an und gibt mir ein verlorenen gegangenes Gefühl von Vertrauen zu mir selbst zurück.

    Bezüglich „Liebe“: Ich kann gut nachvollziehen, dass du geglaubt hast und gelebt hast, dass allein bleiben für dich eine gute Option ist.
    Doch, wie du bemerkt hast, hat sich da etwas bei dir verändert. Und auch wenn der Typ jetzt nicht geeignet war, so heißt das ja nicht, dass du dich wieder in das Alleinbleiben zurückziehen solltest.

    Ich seh das übrigens etwas differenzierter als die Suchtkrankenhilfe. Mit einem „nassen“ Alkoholiker oder sonst wie gerade abhängigen Typen, einem Menschen mit diesem gewissen „hungrigen“, traurigen Blick würde auch ich gewiss keine Beziehung eingehen. Doch da gibt’s ja auch noch Menschen wie uns beide zum Beispiel, die sich auf einen anderen, gesünderen Weg gemacht haben, die dazugelernt haben, gelernt haben, ernsthaft für sich zu sorgen. Warum sollte man mit solchen Menschen keine Beziehung eingehen dürfen? Weil potentiell die Gefahr besteht, dass sie rückfällig werden?

    Zwar mögen deine Synapsen auf gewisse Typen von Menschen ansprechbarer reagieren als auf andere, aber die Erfahrung, die du diesmal gemacht hast, spricht doch dafür, dass du dazugelernt hast.
    Du bist offen für Möglichkeiten geworden, sonst wärst du nicht in einer Dating-Plattform gelandet.
    Vielleicht ergibt sich irgendwann für dich, dass dir jemand über den Weg läuft, der auch etwas bunter ist, aber seinen gesunden Weg gefunden hat? Den Blick dafür dürftest du haben, meinst du nicht?
    Alles hat seine Zeit....

    Liebe ichso,
    erst einmal möchte ich dir sagen: Danke fürs Teilen.

    Ich frage mich gerade, ob du eine Bestätigung möchtest, das du wirklich gut auf dich geachtet und für dich gesorgt hast. Denn das hast du.

    Wie du das schilderst, ging das bei ihm mit den Emotionen ja sehr, sehr schnell. Nun sind wir beide, jedenfalls hast du etwas in diese Richtung erzählt, ziemlich bunte Menschen mit einem wahren Blumenstrauß an Emotionen, aber die Erfahrung hat uns inzwischen gelehrt, wie wir damit umgehen können und wo etwas irgendwie nicht recht passt.

    Klar beschäftigt dich das, denn da spielt ja auch jede Menge hinein, Emotionen und viele eigene Erfahrungen.

    Du hast ihm deinen Eindruck seiner Situation kurz geschildert und er bestätigt sogar deinen Eindruck.
    Auf so einer Basis, wie er sie derzeit hat, kann keine gute Beziehung aufgebaut werden und du kannst dich letztlich nur rausziehen. Und das hast du erkannt, für dich gesorgt und sachlich kommuniziert.

    Was er nun daraus macht und ob er das zum Anlass nimmt, nun doch Hilfe anzunehmen, liegt in seiner Verantwortung. Zur Zeit scheint er, das macht seine Antwort ja deutlich, nicht bereit dafür zu sein.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Das hört sich doch gut an bei dir.
    Ich gehe davon aus, dass du den Beipackzettel gelesen hast, und dich von deiner Ärztin entsprechend begleiten lässt.* Von bestimmten Medikamenten (opioid-haltige Medikamente und solchen, die Alkohol enthalten) solltest du dich in Zukunft fernhalten und auch die jeweiligen Ärzte darüber informieren. Das dient deiner eigenen Sicherheit.

    Darf ich dich fragen, wie du derzeit sonst für dich sorgst?

    Grüße
    AmSee

    *Das schreibe ich, da dies hier im öffentlich Teil des Forums steht und von jedermann gelesen werden kann. Von Selbstversuchen ohne ärztliche Begleitung ist dringend abzuraten!

    Guten Morgen, Anja,
    vielen Dank für deine Geschichte, sei versichert, ein „Roman“ war es noch nicht, da hast du noch nicht meine „Romane“ gelesen.

    Guten Morgen, Anja,
    herzlich Willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe.

    @Orangina13 hat dir schon geantwortet, nun will auch ich dir noch antworten.

    Du schreibst, dass du glaubst, ein Problem mit Alkohol zu haben, magst du ein bisschen mehr erzählen, wie du auf den Gedanken kommst?

    Vielleicht können wir darüber in einen näheren Austausch treten und dir mit unseren Erfahrungen, unserem Wissen und unseren Gedanken dazu antworten.

    Als ich mich vor 10 Monaten hier gemeldet habe, war mir bewusst geworden, dass ich ein Problem mit Alkohol habe, ich bin übrigens in deinem Alter, und suchte von anderen, von den ich glaubte, dass sie sich mit dem Problem auskennen, Antworten.
    Durch den Austausch hier und durch sehr, sehr viel lesen der Erfahrungsberichte anderer hier und weiterer Literatur - schau mal in unsere Linksammlung - habe ich erkannt, wo ich tatsächlich stehe und dass es für mich keine Alternative mehr gibt zu völligen Abstinenz. Auch ich erkannte mich in manchem wieder, was andere hier über sich erzählten.

    Inzwischen bin ich tatsächlich zufrieden abstinent, etwas, was ich mir vor über 10 Monaten überhaupt nicht vorstellen konnte.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Alleinerziehender Vater,
    das klingt nach guten Voraussetzungen.
    Ich weiß nicht, ob dir hier jemand speziell auf dieses Medikament Auskunft geben kann, von den Aktiven hier vermutlich keiner.

    Ich wünsche dir jedenfalls, dass du gut durch die Zeit kommst, bis du in die stationäre Therapie einsteigen kannst.

    Eine Ärztin, der du vertraust und die sich in dieser Thematik tatsächlich auskennt, ist dabei gewiss eine sehr gute und hilfreiche Unterstützung.

    Das Thema „Alkoholismus“ ist ein weites Feld und du wirst so‘ne und solche Alkoholiker finden.
    Entscheidend ist, nach meiner eigenen Erfahrung, wie du an die Sache herangehst, wie du für dich sorgst und dass du dich jemandem, der sich tatsächlich auskennt und erfahren ist, anvertraust und dabei keine „eigenen“ Wege gehst.

    Das dürfte auch den Umgang mit diesem Medikament betreffen.

    Ich hab dir von meinem Vater erzählt, weil dieser stets auf eigene Faust etwas unternommen hat, was regelmäßig schief gegangen ist. Für mich ist sein Beispiel eine Warnung. Er hat sich jenes Medikament (nicht deines!) und ein anderes immer mal wieder über einen befreundeten Arzt verschafft, seine eigene Dosierung gewählt, dazu trotzdem Alkohol getrunken und stets die Kontrolle verloren. Es war für mich als Kind grauenvoll, dass immer und wieder mitansehen zu müssen.
    Er ist seiner Sucht letztlich auch nicht entkommen, obwohl er regelmäßig in einer Klinik war und Therapien gemacht hat, sondern noch relativ jung daran zugrunde gegangen.

    Hast du inzwischen eine geeignete Therapie-Einrichtung finden können und vielleicht sogar schon einen ungefähren Termin?
    Falls du irgendwelche Fragen an uns hast, nur heraus damit.

    Viele Grüße
    AmSee


    Bei mir ist ist auch gerade etwas die Luft raus.

    Moin ichso,
    wie ich Susanne schon geschrieben hatte, ich vertraue inzwischen darauf, dass einfach Alles irgendwie seine Zeit hat.
    Ich denke nicht, dass hier (und je nach den Umständen auch anderswo) auf Biegen und Brechen etwas unternommen oder aufrechterhalten werden muss, wenn’s gerade nicht passt, nicht „fließt“.

    Ich schreibe inzwischen eigentlich nur noch, wenn’s gerade „fließt“, wenn bei mir sozusagen die Worte einfach da sind und mir danach ist. Alles andere habe ich als Krampf kennengelernt, der mir überhaupt nicht gut getan hat. Da bei mir mit Druck auf mich selbst nichts mehr zu erreichen ist und ich, wenn ich es doch versuche, in eine Art innere Verkrampfung und Erstarrung verfalle, versuche ich tunlichst solchen „Druck“ zu vermeiden. Und siehe da, es „fließt“ öfter mal ganz von selbst.

    Mein Auto hat übrigens auch einen Namen. Grins. Viel Vergnügen mit dem neuen Auto und beim Umräumen.