Beiträge von AmSee13

    Moin Britt,
    das stimmt, in meiner Nachricht ist „Du“ zu finden.

    Natürlich kannst du in deinem Faden so viel reflektieren, wie du willst. Ich habe deinen Post aber als Einladung verstanden, dir meine Gedanken zum Thema mitzuteilen und das habe ich getan.

    Du hast darauf hingewiesen, dass „Belehrung“ beruflich deine „hoheitliche Pflicht“ sei und du deshalb Schwierigkeiten habest, zwischen


    der sachlich-rationalen (Beruf) zur emotionalen (privat) Kommunikationsebene umzuswitschen.

    Darüber habe ich reflektiert und dir meine Gedanken dazu mitgeteilt.

    Um es ganz deutlich zu sagen: Ich habe dich so verstanden, dass deine „hochzeitliche Aufgabe“ auch hier im Forum eine Rolle spielt.

    Darf ich, da du deinen Beruf in den Austausch miteingebracht hast, nicht dazu antworten bzw. fragen, was ICH dazu denke?

    Ist meine Formulierung


    Nun bist du hier im Forum jedoch nicht in deinem Beruf unterwegs, daher ist deine beruflich „hoheitliche Pflicht“ die „Belehrung“ hier nicht angebracht, sondern hier geht’s eigentlich doch um den Erfahrungsaustausch von Betroffenen. Und dieser Austausch sollte eigentlich auf Augenhöhe stattfinden.


    ungeschickt formuliert, um zum Ausdruck zu bringen, dass ich das hier für einen Ort des Erfahrungsaustausches von Betroffenen auf Augenhöhe halte und dich selbstverständlich dazu zähle?

    Übrigens habe ich nicht geschrieben, dass DU oberlehrerhaft seist, sondern ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass ein Hinweis von dir (der umkommentierte Hinweis auf das „vier-Ohren-Modell“) für mich oberlehrerhaft klingt und ich mich davon provoziert gefühlt hätte. Das ist ein nicht unwesentlicher Unterschied.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Wenn meine Gedanken dazu von dir nicht erwünscht sind und du dich möglicherweise sogar von mir provoziert fühlst, halte ich mich in Zukunft aus deinem Faden raus.

    Moin Britt,
    ich bin‘s nochmal....

    Beim nochmaligen Durchlesen meines Posts von heute Mittag kam mir der Gedanke, dass meine Frage provokant verstanden werden könnte.
    So ist sie tatsächlich aber nicht gemeint.

    Du hattest in dieser deiner Antwort


    Tatsächlich werde ich oft so von „Bürgern“ bezeichnet: als arrogant und belehrend. Eine Belehrung ist in meinem Beruf eine hoheitliche Pflicht. Leider empfinden die „Bürger“ diese Belehrungen oftmals bedrohlich, herablassend und oberlehrerhaft.

    deinen Beruf miteingebracht. Nun bist du hier im Forum jedoch nicht in deinem Beruf unterwegs, daher ist deine beruflich „hoheitliche Pflicht“ die „Belehrung“ hier nicht angebracht, sondern hier geht’s eigentlich doch um den Erfahrungsaustausch von Betroffenen. Und dieser Austausch sollte eigentlich auf Augenhöhe stattfinden.

    Vor diesem Hintergrund ist meine Frage an dich zu sehen. Nicht provokant gemeint, sondern offen und ehrlich.

    Dass wir alle durchaus durch unseren beruflichen Hintergrund geprägt sein können und wahrscheinlich auch sind, hatte ich zuvor durchaus schon eingeräumt.

    Viele Grüße
    AmSee


    Ein Bürger ist für den Polizisten wie der Patient für den Arzt oder der Mandant für den Anwalt.
    [...]
    Auch Polizisten sind Bürger…nur in Uniform.

    Moin Britt,
    das hab ich mir im Kontext schon gedacht...

    Lass dir von mir aber mal folgende Frage gefallen:

    Hast du schon mal versucht, deinen Beruf zusammen mit deiner Uniform an der Garderobe zu lassen, wenn du Feierabend hast?


    Ich hab das irgendwo in einem der Bücher des Psychiaters, Kabarettisten und Autors Manfred Lütz mal gelesen, dass und wie sinnvoll und wichtig es ist, den Beruf mitsamt der Berufskleidung an der Garderobe hängen zu lassen, wenn man Feierabend hat und sich nach Hause begibt.

    Viele Grüße
    AmSee

    Übrigens gerade hatte ich mal wieder eine Kommunikationssituation mit einem Polizisten, die mir deutlich gemacht hat, dass mir ein gewisses Denken einfach nicht geläufig ist.

    An meiner Haustür hatte ein Bettler geklingelt. Ich hab die Tür geöffnet. Er sprach kein Wort deutsch und hielt mir einen einlaminierten Zettel hin, dem zu entnehmen war, dass er aus Siebenbürgen stammt, kein Geld hat und eine Geldspende von mir haben will.
    Ich wimmelte ihn mit Gesten ab und schloss die Tür.
    Er aber blieb vor der Tür stehen und ging nicht weg.
    Mir wurde das ziemlich unheimlich und ich fürchtete auch, dass er nun ums Haus herumschleicht.

    Und weil mir das unheimlich vorkam und nicht ganz koscher, hab ich die Polizei angerufen. Ich wollte, dass die einfach mal einen Streifenwagen durch die Straße schicken und ein Auge drauf haben.

    Tja und nu kommt die Kommunikationssituation: Ich sollte den Mann beschreiben.
    Hoppla, daran hab ich ja überhaupt nicht dran gedacht, dass ich den Mann beschreiben können müsste, damit die Polizisten im Streifenwagen überhaupt wissen, auf wen sie in unserer Straße denn achten sollen.
    Und dann hab ich versucht zu beschreiben. Mir fällt sowas immer fürchterlich schwer.
    „Was für eine Farbe hatte die Hose?“ - Ich wusstest es nicht mehr, riet. - „Sie sollen nicht raten.“ - Uups, hoppla, stimmt, warum hab ich nicht daran gedacht.

    Das kurze Telefonat machte mir deutlich, dass mir ein gewisses Denken nicht geläufig ist, dass aber mein Gegenüber, die Polizei, ohne dieses Denken ihrer Arbeit gar nicht nachkommen kann.
    Wie schwammig war doch meine Vorstellung, als ich angerufen habe: In unserer Straße (die ist nicht gerade klein und befindet sich nicht gerade in einem Dorf und es gibt auch ein paar Nachbarstraßen) - eben noch im Bereich meiner Hausnummer xy - läuft ein älterer Mann von Haus zu Haus, der kein Deutsch spricht und einem einem Zettel hinhält. Achten Sie doch bitte mal auf den.

    Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, frage ich mich, wie ich das nicht im Blick haben konnte, dass die Polizei ohne eine etwas differenziertere Beschreibung den Mann, der mir selbst so unheimlich war, so gut wie gar nicht wahrnehmen kann. :rotwerd:


    Was ich sagen will: Ich habe oftmals Schwierigkeiten, von der sachlich-rationalen (Beruf) zur emotionalen (privat) Kommunikationsebene umzuswitschen. Das 4-Ohren Modell ziehe ich dann durchaus auch mal zur Analyse von Gesprächsführung heran.

    Moin Britt,
    diese deine Rückmeldung spricht mich an. Ich kann das gut nachvollziehen, dass dein Beruf bzw. die Kommunikation und das im beruflichen Alltag ab und zu auftretende Kommunikationsgefälle abfärbt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Beruf auch auf mich abgefärbt hat.

    Interessant finde ich deine Wortwahl „Bürger“ und diesen dann noch in Anführungszeichen. Wenn ich’s nicht im Zusammenhang deiner gesamten Ausführungen und im Kontext deines Berufes gelesen hätte, hätte ich meine Schwierigkeiten damit gehabt, weil dieser Begriff so und dann noch in Anführungszeichen in meiner Alltagskommunikation nicht verwendet wird, um mich und die Menschen, mit denen ich kommuniziere, zu bezeichnen. Ich musste mich noch nie so von meinen Kommunikationspartnern abzugrenzen, wie du das offenbar durch deinen Beruf gewohnt bist.
    Ich hätte mich gefragt: „Wieso verwendet die diese Bezeichnung „Bürger“ für mich und dann noch in Anführungszeichen? Ist das etwa ne vornehme Form der Abwertung?“

    Ich hab großen Respekt für alle die, die diesen Beruf ausüben, ingesamt drei Freunde von mir und einer meiner Cousins sind Polizisten.

    Zu der Kommunikation in dieser bestimmten Nachricht:
    Ich hab das so wahrgenommen:
    In deiner Formulierung verwendest du eine Du-Botschaft und unterstellst Orangina, dass sie dich falsch interpretiert hat.
    Dann nennst du das vier-Ohren-Modell lediglich.

    Für mich klingt das nach einer Aufforderung, dass dein Gegenüber Orangina jetzt ihr Verständnis deiner Nachricht reflektieren soll.

    Ich lese da ganz viel „Du“ heraus.


    Kommunikation ist, wie ich immer feststellen muss, mitunter eine überaus knifflige Sache und läuft eben nicht immer reibungslos. Ich weiß, dass ich selbst auch nicht immer ideal formuliere. Nicht aus Absicht, sondern im Eifer des Gefechts oder aus einer gewissen Laxheit heraus oder oder oder.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Das mit dem Anzünden einer Kerze finde ich gut. Mir hat vor einer kleinen Weile auch jemand diesen Vorschlag gemacht bzw. mich an diese Möglichkeit erinnert, als ich (wieder) einen mich besonders belastenden Trauermoment hatte.

    Die Kerze zu betrachten, ihre Wärme für mich wirken und sprechen zu lassen, hat mir gut getan.


    die heute nicht in ihrer realen Gruppe war. Habs nich geschafft. Am Sonntag ist die Verabschiedung von der jungen Frau. Wenn sie dann noch "lebt". Die Flüssigkeitszufuhr wurde heute Nachmittag auf der Palliativstation eingestellt.

    Kann ich nachvollziehen, dass du heute nicht unter Menschen gehen konntest, auch wenn du letztens mal schriebst, dass deine Gruppe auch und gerade für Zeiten, in denen es dir nicht so gut geht, geeignet ist....
    Sonntag ist also der Abschied....
    Heute Flüssigkeitszufuhr eingestellt ....
    Sehr, sehr traurig....
    Passt du auch auf dich gut auf!


    Ok. Also in solchen Foren entstehen eine Menge Freundschaften, Ehen und Kinder. Wenn man dort länger ist, ergibt sich das.

    (Kopf kratz) Wie bist denn jetzt auf DAS Thema gekommen?
    Also, das war es jetzt nicht, was ich meinte, als ich schrieb, dass Selbsthilfe für mich durch die Erfahrungen dort mehr ist als in erster Linie nur Wissensvermittlung.

    Inzwischen nehme ich wahr, dass so ein Forum durchaus auch eine Begleitung auf dem neuen abstinenten Weg sein kann. Man teilt seine eigenen positiven und auch negativen Erfahrungen auf seinem neuen Weg und andere antworten darauf mit ihren eigenen Erfahrungen. Ein solcher Austausch kann ermutigend und festigend sein.

    Zitat


    Aber das ist für mich anfänglich kein Grund, in so ein Forum zu gehen.

    Für mich gewiss auch nicht.

    Zitat


    Der anfängliche Grund ist, das ich ein Problem habe, für das ich eine Lösung suche.

    Und genau so war‘s ja auch bei mir. Mein Problem war einerseits meine eigene Abhängigkeit und andererseits meine EKA-Problematik. Zu letzterer war hier bei uns nicht soooo viel zu finden. Von jenem Forum dort erhoffte ich mir, andere EKAs zu finden und von denen für mich selbst dazuzulernen.

    Zitat


    Und ich gehe davon aus, anfänglich, bevor man da irgendwo reingewachsen ist, guckt man sich ja um. Im Netz ein Klick.

    Ja, irgendwie schon, aber jemand, der erstmal ganz viel still mitliest, bevor er überhaupt was sagt, bin ich nie gewesen....

    Zitat


    Man hat ja schon eine Auswahl getroffen, bevor man anfängt. Also geht man in ein Forum mit strengen Regeln oder in ein offeneres.

    Kommt drauf an.... In manchen Foren kannst du erst lesen, wenn du dich angemeldet und vorgestellt hast und freigeschaltet worden bist. Dort jedenfalls gab‘s im Vorstellungsbereich, als ich mich letztes Jahr angemeldet hatte, nicht sonderlich viel zu lesen. Für irgendwas freigeschaltet wurde ich aber nie, hab mich aber nicht wieder abgemeldet, sondern das so gelassen.

    Und dann hat sich der neue Betreiber des Forums bei mir gemeldet und da war ich dann für den offenen Bereich freigeschaltet und konnte lesen. Und was ich las, interessierte mich.

    Wie streng die Regeln sind, hab ich erst nach und nach gemerkt.... nixweiss0... Hab dann über deren Sinn nachgedacht und konnte damit leben, weil ich mir eh längst eingestanden hatte, Alkoholikerin zu sein, schon ein paar Monate abstinent war und für den Rest meines Lebens abstinent sein wollte.

    Und klar hab ich dann auch darüber nachgedacht, wie‘s bei uns hier so läuft und ich stellte für mich fest, dass beide Foren ihren ganz eigenen Charme haben und ich aus beiden etwas für mich mitnehmen kann.

    Insofern habe ich im Vorfeld nicht die Wahl „strenge oder nicht strenge Regeln?“ getroffen. Ich weiß noch nicht mal mehr genau, wie ich hier gelandet bin. Ich hab gewiss nach bestimmten Stichworten gesucht, dieses Forum hier gefunden und mich einfach angemeldet und vorgestellt. Ich hab das so gemacht, weil ich mit dem Rauchfreiforum, an das ich durch den Aufdruck auf den Zigarettenschachteln gekommen war, die Erfahrung gemacht hatte, dass man das so macht.

    Grüße
    AmSee


    Ich finde es sinnlos, in einem Forum jemanden vor irgendwas schützen zu wollen. Letztlich sammelt doch jeder alle Informationen, die er für seine Zwecke haben will. Wer aus einem Forum ist dabei, wenn Du zum Einkaufen gehst und vor dem Schnapsregal stehst? Wer ausser Dir selbst kann Dich da schützen?

    Ich finde den Austausch mit dir über diese Themen sehr interessant und denke auch gerne laut über Möglichkeiten und Grenzen solcher Foren nach.
    Ein schlechtes Gewissen habe ich, weil dieser Austausch eigentlich schon längst Oranginas Faden sprengt.
    In Ermangelung einer anderen Möglichkeit antworte ich dir trotzdem weiterhin hier.

    Mit Selbsthilfegruppen für Alkoholiker habe ich ja nun nicht sonderlich viel Erfahrung. Ich kenne nur dieses Forum hier und jenes andere Forum.
    Nachdem ich dieses Forum hier kennengelernt hatte, ergab sich, dass ich auch in jenes andere mal hineinschaute. Und so nach und nach ergab es sich, dass ich mich dort aktiver einbrachte. Es interessierte mich und es war (und ist) dort auch deutlich mehr los als hier. Dort lief‘s allerdings anders als hier und ich versuchte zu verstehen, aus welchen Gründen es dort so läuft, wie es dort eben läuft. Und in dem Zusammenhang machte ich mir natürlich auch Gedanken um deren Regeln.

    Nimm als Beispiel, dass das Thema „Kontrolliertes Trinken“ dort gar nicht erst diskutiert wird.
    Ich hab darüber nachgedacht, warum die das da so handhaben, und kam für mich zu der Erklärung, dass dem Schutz der Neuankömmlinge dienen müsse.

    Ich hab mich auch gefragt, warum du erst einen (kontrollierten) Entzug hinter dir haben musst und die feste Absicht haben musst, den Rest deines Lebens abstinent sein zu wollen, bevor du überhaupt für den offenen Austausch freigeschaltet wirst.
    - Ich erinnere mich gut: ICH hätte dort vor einem Jahr, als ich am Anfang stand, keine Chance gehabt. - Diskutiert hab ich das Thema übrigens mal mit einem der Mods...

    Tja, wo liegen Möglichkeiten, wo die Grenzen eines Forums. Ich kann das nicht beantworten. Hinter Regeln kann ich dann stehen, wenn ich selbst sie für sinnvoll erachte.

    Dort nehme ich es jedenfalls so wahr, dass du erstmal einen Leitfaden an die Hand bekommst, der auf den guten Erfahrungen der sogenannten Alten Hasen beruht. Ich finde das im Grunde gar nicht so schlecht, selbst wenn ich selbst mit gewissen Nutzern dort und gewissen Äußerungen und Ratschlägen so meine Schwierigkeiten hatte und habe.

    Ich hab auch dort sehr viel für mich selbst hinzugelernt und wahrgenommen, dass die Reflexion über diesen oder jenen Rat oder Hinweis letztlich meinem Selbstschutz bzw. dem Aufbau eines solchen Schutzes gedient hat.

    Meine Auffassung von Selbsthilfe hat sich durch die Erfahrungen mit und in jenem Forum verändert. Inzwischen ist das für mich nicht mehr in erster Linie nur Wissensvermittlung.

    Grüße
    AmSee

    Hallo Britt,
    wenn ich das richtig sehe, haben Orangina, Susanne und ich alle drei deine Äußerung


    Ich lese immer wieder, dass du nach wie vor ein „Problem“ mit der Begrifflichkeit hast und dir bis heute selbst nicht eingestehen kannst, dass du KRANK/Alkoholikerin bist.
    Für mich ist das ein typisches Verhaltensmuster eines Alkoholikers: sich selbst etwas vormachen.
    ...
    Aber ich finde es enorm wichtig, nur für sich selbst einzugestehen, Alkoholiker*in zu sein. Sich vor den Spiegel zu stellen und es laut aussprechen: "Ich bin Alkoholikerin!"

    ganz ähnlich verstanden...

    Dass du mit dem 4-Ohren-Modell kommst, klingt übrigens ziemlich oberlehrerhaft.
    Wenn ich angesprochen wäre, würde ich mich provoziert fühlen.

    Gruß
    AmSee


    Ich wollte nur darstellen, was mich allgemein stört.
    Und das bezieht sich auf genau die,die so sind,wie ich es beschrieben habe.

    Hallo Orangina,
    Menschen, die so auftreten, wie du‘s angesprochen hast, stören mich auch und zwar nicht nur dort.
    Du bist mit dieser Auffassung also nicht alleine. ;)

    Ich hab mich gefragt, warum du das Thema ansprechen musstest, denn dir persönlich kann‘s doch eigentlich egal sein, wie einige dort auftreten. Du bist schon ein ganzes Jahr abstinent, hast gewiss mögliche Triggersituationen kennengelernt und bewältigt... Kurz, du stehst doch gar nicht mehr am Anfang, bist kein Frischling mehr.
    Ich frag mich, warum dich das so aufregt, wie andere sind, wo‘s doch mit dir gar nix zu tun hat.

    Du musst das hier natürlich nicht beantworten, wenn du nicht magst.

    Vielleicht hat‘s dich einfach nur mal genervt und warum nicht einfach mal das Thema hier ansprechen.

    Grüße
    AmSee

    Uiuiuiui, nicht ohne, was du da so aus dem Nähkästchen plauderst, Susanne.
    Für mich als Hintergrundinformation, um den einen oder die andere besser verstehen bzw. einordnen zu können, sehr interessant.
    Nachprüfen, ob sich das alles genau so verhält, wie du geschrieben hast, werde ich nicht können, ist mir persönlich auch nicht so wichtig.


    NUR: Das alles bezieht sich auf die Vergangenheit. Ich selbst weiß nicht, wie das dort früher war, denn ich wollte nicht für eine Katze im Sack bezahlen.
    Das Forum ist aber Anfang des Jahres (?) von jemand anderem übernommen worden, überarbeitet und neu strukturiert worden und es ist nun kostenlos. Ich kenne also nur das Forum, wie es jetzt ist, und meine Aussage bezieht sich also auf das Forum, wie es jetzt ist.

    Und selbst wenn unter den Mods welche vom alten Kader sind und darunter auch jemand ist, der Therapien kritisch gegenüber steht, so hab ich bislang noch nicht gelesen, dass dort jemandem von einer Therapie abgeraten worden wäre.

    Das Forum lebt von seinem vielen aktiven Nutzern, die sich nach meiner eigenen Beobachtung mit ihren eigenen Erfahrungen echt hilfreich einbringen. Nutzern, die so auftreten, wie es Orangina stört - und an denen ich mich persönlich auch störe -, gehe ich aus dem Weg oder nehme deren Beiträge einfach nur zur Kenntnis und beschäftige mich nicht weiter damit.

    Grüße
    AmSee


    Zu den Triggersituation gibt es noch was.
    Es gibt Tests in Therapien, da werden Alkoholiker ganz bewusst solchen Triggersituationen ausgesetzt. Man stellt alkoholische Getränke direkt vor sie hin. Konfrontationstherapie.

    Interessanter Hinweis, nur scheint mir diese Herangehensweise für eine Online-Selbsthilfegruppe so erstmal nicht wirklich geeignet und du sagst ja selbst, dass sie nicht bei allen funktioniert.

    Es könnte also für den einen oder anderen knifflig werden, wenn er alleine bei sich zuhause den Selbstversuch wagt, weil er in einer Online-Selbsthilfegruppe, wo er niemanden persönlich kennt und von Angesicht zu Angesicht kennengelernt hat, davon gehört hat, dass ihn diese Konfrontationstherapie fit für mögliche zukünftige Krisensituationen machen könnte.....

    Hallo in die Runde,
    ich denke, wir kommen in unserer Diskussion tatsächlich ein bisschen weiter.

    Den Hinweis mit den „Hausregeln“ finde ich ganz hilfreich. In jenem Forum gibt es für Alkoholiker, die für den Austausch freigeschaltet werden wollen, bestimmte „Hausregeln“.
    Rekonvaleszent hat sie genannt.
    Und dagegen, dass dort bestimmte Regeln aufgestellt werden und eingefordert werden, ist ja grundsätzlich auch nichts zu sagen. Wem die Regeln nicht passen, für den stehen andere Möglichkeiten offen.


    Aber ich habe etwas dagegen ,wenn die Regelaufsteller meinen, dass ihre Regeln die einzig wahren sind und wenn z.B . dieses besagte Forum erwartet, sich diesen unterzuordnen und davon ausgeht,wenn diese Regeln nicht akzeptiert werden ,dass derjenige,der nicht akzeptiert etwas nicht verstanden hat.
    Nämlich ,dass er ohne die aufgestellten Regeln scheitern wird.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass die Regeln dort für „die einzig wahren“ gehalten werden, andere Wege hält man dort grundsätzlich auch für möglich, nur hat offenbar dem Teil, der schon lange zu jener Gruppe dazugehört, die Erfahrung gezeigt, dass gewisse Regeln für sie selbst und für einen größeren Teil von Alkoholikern erfolgversprechender sind als gewisse individuellere Wege.

    Und es ist auch nicht das Forum an sich, das dir unterstellt, nicht verstanden zu haben oder zu scheitern, wenn du den Ratschlägen nicht folgst, sondern lediglich einzelne Nutzer dieses Forums, die eben auch sehr viel schreiben bzw. häufig antworten und eine ganz bestimmte Auffassung teilen. Es gibt dort durchaus auch andere Nutzer und andere Auffassungen.

    Ich jedenfalls nehme aus jenem Forum und aus diesem unserem Forum hier das mit, was zu mir passt und mich auf meinem Weg irgendwie weiterbringt.

    Grüße
    AmSee


    Noch was zu den Triggersituationen.

    Ich kenne z.B. einen trockenen Bierbrauer.
    Und einen, der ist genau so lange trocken wie ich, der ist Wirt einer Hardrock-Kneipe. Bei dem liefen zu Vor-Corona-Zeiten jeden Samstag bis nachts um drei die Partys. Die Metler natürlich teilweise strunzbesoffen. Und wir haben uns an der Theke stocknüchtern darüber amüsiert. Ich will ja auch mal abends weggehen, und ich gehe nicht in den Kirchenchor.
    Ich selbst habe in meiner trockenen Zeit schon mit Wein gehandelt und zu Weinproben eingeladen..zu dem Fressverein, dessen Vorständin ich mal war, gehörte das dazu. 5 Jahre lang ein Weinlager im Keller...dss war sogar besonders gut, denn bei mir kam zuverlässig nichts weg. Und natürlich nur beste Tropfen.

    Oh je, Susanne!
    DAS geht ja gaaaaaaar nicht! :grins:


    Mein Sohn sagte mal zu mir: Wenn eine/r was sagt, kannst du das vernachlässigen. Wenn zwei oder mehr das Gleiche sagen, ist es klug, drüber nachzudenken.

    Soll nicht heißen, einer Herde nachzublöken.

    Moin ichso,
    ich sehe das grundsätzlich erstmal ganz ähnlich wie dein Sohn, gleichzeitig hab ich aber auch den Spruch, den mein Vater gerne im Munde führte, gut im Gedächtnis: „Tausende Fliegen können sich nicht irren. Scheiße ist gut.“

    Alkoholhaltige Aufenthalte habe ich in den ersten Monaten auch möglichst gemieden. Dank der Beschränkung wegen Corona war das auch nicht so schwer.
    Schwierigkeiten hätte ich nach dieser Devise aber mit den Besuchen bei oder von meiner Familie gehabt. Mich vor denen mit dem Satz „Ich bin Alkoholikerin.“ zu outen, soweit war ich nicht. Und das wäre bei denen auch nicht so einfach gewesen, weil die mit diesem Begriff ganz bestimmte Vorstellungen verbinden, was mir das Zusammenleben mit denen nicht gerade leichter gemacht hätte. Ganz wegbleiben hätte ich auch nicht dürfen, können, weil ich da auch in Schwierigkeiten gekommen wäre.
    So habe ich sie eben nicht meiden können.

    Ich war im Sommer in einem Biergarten. Ganz ehrlich, hat mir keine unangenehmen Gefühle bereitet. Ich hatte zwei große Apfelschorlen und leckeres Essen, mein Mann alkoholfreies Hefeweizen und ebenfalls leckeres Essen. Dass an den Nachbartischen Alkohol getrunken wurde, hat mich nicht sonderlich interessiert oder irgendwie länger gedanklich beschäftigt. Und gewiss hat‘s mich nicht getriggert.
    Das mag ja so sein, dass andere damit echt ihre Schwierigkeiten haben, ich hab mich diesbezüglich im letzten Jahr genau beobachtet, Biergärten, Restaurants sind für mich keine ernsthaft kritischen Orte.

    Grüße
    AmSee


    Es ist ja auch was dran, wenn man die Ratschläge den richtigen Leuten gibt.
    Wenn jemand hundertzwanzig Rückfälle hat, dann muss er irgendwas ändern, denn offensichtlich macht er ja was falsch. Zumindest wenn er kommt und behauptet, er will das eigentlich nicht. Es gibt auch Leute, die finden sich mit ihrer Sauferei einfach ab.
    Und wenn jemand hundertmal Hilfe will, dann sind da auf der anderen Seite ja auch noch die Hilfestellenden, deren Zeit und Energie er in Anspruch nimmt, und die dürfen dann natürlich schon auch mal fragen, was er eigentlich selbst dafür tun will.

    Das sehe ich ganz ähnlich. Schwierigkeiten hab ich nur damit gehabt, dass/wenn grundsätzlich alle Neulinge mit mehr oder minder harten Ratschlägen konfrontiert werden.

    Im Gegensatz zu dir, zumindest wie du dir den Anschein gibst, bin ich ein Sensibelchen. :engel:

    Grüße
    AmSee