Beiträge von AmSee13

    Hallo Orangina13,
    auch ich gratuliere dir herzlich zur Vollendung deines ersten Jahres ohne Alkohol! :blumen2:
    Mögen noch viele, viele weitere Jahre in zufriedener Abstinenz dazu kommen!

    Diese Diskussion um Begrifflichkeiten:
    Der knifflige Punkt ist doch letztlich der, ob sich der Abhängige selbst doch noch ein Hintertürchen offen lässt oder nicht. Und so habe ich bislang diese Diskussionen um den Begriff „Alkoholiker“ aufgefasst.

    Ich kann das nachvollziehen, dass du mit diesem Begriff deine Schwierigkeiten hast. Mir geht’s ähnlich.

    Ich muss dabei zum Beispiel immer an meinen Vater denken. So, wie er war, so stelle ich mir einen Alkoholiker vor.

    Ich selbst aber war nicht so wie er, außerdem lebe ich in einem Umfeld, in dem Alkoholkonsum bei Festivitäten und gesellschaftlichen Zusammenkünften selbstverständlich ist. In unserer Gesellschaft ist Alkoholkonsum überhaupt selbstverständlich, wie mir im Restaurant, in der Fußgängerzone, im Fußballstadion, in allen möglichen Filmen und Serien vorgelebt wird. Und der Begriff „Alkoholiker“ ist nun einmal stigmatisiert.

    Meinem Alkohol konsumierenden Umfeld gegenüber habe ich die Formulierung „Ich bin Alkoholikerin“ und „Ich bin seit .... trocken.“ nicht verwendet. Wer sich aber ein bisschen auskennt bzw. sensibel für das Thema „Alkoholismus“ ist, dürfte bei meiner Erklärung, warum ich keinen Alkohol mehr trinke, trotzdem begriffen haben, was mit mir ist, ohne dass ich den Begriff „Alkoholikerin“ explizit genannt habe.

    Gegenüber meinen Ärzten und meinem Therapeuten habe ich den Begriff verwendet, weil‘s da irgendwie hingehörte bzw. passte.

    Ob ich mit dem Begriff irgendwann auch so umgehen kann, wie Susanne das kann, weiß ich nicht. Der Erfahrungswert vieler, viele alkoholfreier Jahre fehlt mir noch. 😉

    Meine Mutter, die nach ihrem klinischen Entzug mit Langzeit-Therapie im Alter von 25 Jahren nie wieder Alkohol konsumiert hat, hat den Begriff manchmal genutzt, manchmal aber auch nicht. Für sie war „Ich trinke nicht.“ selbstverständlich geworden.
    Mein Vater hat den Begriff gebraucht, aber er hat ihn nicht vom Saufen abgehalten.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso, Rekonvaleszent, Susanne, Daun und Greenfox,
    ich danke euch sehr für eure Glückwünsche. Ich hab mich wirklich gefreut, dass ihr mir geschrieben habt.

    In den letzten Tagen war ich ziemlich beschäftigt und so fehlte mir einfach die Ruhe und Muße, um hier zu schreiben und mich unmittelbar zu bedanken.

    Mit den Gläsern hatte es angefangen. Das war fast wie ein Dammbruch.
    Seither waren eine ganze Reihe von anderen Stellen dran: Beispielsweise hatte ich von meiner Mutter einen ganzen Berg an Besteck und Haushaltshelfern (von Apfelkernausstecher über Dosenöffner, Gefrierdosen, Messer, Muskatreibe, Salatbesteck, Schöpfkellen bis Zitruspresse) geerbt. Ich hatte ja ihre gesamte Küche mitnehmen müssen, als wir ihre Wohnung räumen mussten. Das lag auf dem Dachboden alles noch in den Schubladen und Schränken herum. Auch Bettwäsche und Handtücher haben neue Besitzer gefunden. Zwischendurch war mein Kleiderschrank dran und das Bücherregal. Gestern hab ich mich an die diversen Stickpackungen gemacht, die teilweise angefangen, teilweise noch originalverpackt waren.
    Einiges davon hab ich an den zwei besonders sonnigen Tagen an die Straße zum Mitnehmen gestellt, einiges unter „Zu Verschenken“ in den Kleinanzeigen eingestellt, einiges hat mein Mann zur Versteigerung bei EBay eingestellt.

    Das war einerseits sehr befreiend, andererseits aber auch sehr anstrengend und fordernd für mich.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo in die Runde!
    Zufrieden und glücklich darf ich euch verkünden, dass ich seit gestern genau ein Jahr alkoholfrei bin.
    Ich vermisse den Alkohol kein bisschen, seinen Reiz hat er für mich tatsächlich verloren.
    Wenn ich daran denke, wie ich vor einem Jahr noch gedacht habe... :rotwerd:
    Susanne war mir damals eine große Hilfe. :blumen2:

    Rauchfrei bin ich nun schon seit 12 Tagen. Ich hoffe, dass ich von dieser Abhängigkeit auch dauerhaft wegkomme. Die Chancen stehen zur Zeit gut, da hat sich in meinem Kopf in der letzten Zeit irgendwie etwas verändert.

    Das EKA-Thema beschäftigt mich weiterhin und wird es gewiss noch eine Weile, aber das ist ok. Ich hätte das Thema liebend gerne endlich mal abgeschlossen, aber wie sich gezeigt hat, muss ich da noch mal etwas tiefer ran, um tatsächlich so etwas wie echte Genesung zu erfahren.

    Mein Umfeld ist mittlerweile im Bilde, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Probleme hatte ich von der Seite keine.
    Allerdings ergab sich gestern zum ersten Mal, dass es anlässlich einer Feier bei mir gar keinen Alkohol gab. Da hat meine Schwiegerfamilie doch erstmal n bisschen komisch geguckt, DAS hatten sie wohl doch irgendwie nicht erwartet.... laugh2

    Heute sortiere ich endlich tatsächlich nahezu sämtliche Gläser für Alkohol aus. Bislang konnte ich mich nicht dazu durchringen, weil darunter auch einige hochwertige Bleikristall-Gläser sind, die ich von meiner Familie geerbt habe und dieser damals etwas bedeuteten. Nun bin ich so weit, mich davon zu trennen.

    Einige wenige Biergläser behält mein Mann noch für sich, falls er doch mal mit Freunden ein Bier trinken möchte. Er trinkt zwar inzwischen auch so gut wie gar nicht mehr, aber die Möglichkeit möchte er sich noch offen lassen.

    Abgemacht ist für solche Fälle, dass ich definitiv keinen Alkohol kaufe und auch nicht ausschenke.
    Mit dieser Situation kann ich gut leben. Hab im letzten Jahr gut darauf geachtet, ob mich etwas triggert oder nicht.

    Viele Grüße
    AmSee

    Ich ändere das „heute lobe ich mich“ in ein „heute freue ich mich über mich und für mich, weil …“
    …. ich heute meinen 10. rauchfreien Tag gelebt habe und es mir richtig gut damit geht. Es läuft. 44.
    Und mit dem alkoholfreien Leben läuft‘s auch zu meiner vollen Zufriedenheit, übermorgen hab ich mein erstes Alk-freies Jahr geschafft. ^^

    Viele Grüße
    Am See
    (Seit heute Abend aus dem Urlaub zurück.)

    das begleitet mich auch schon lange: Dieser "Berg" rauszugehen...

    Hallo ichso,
    bei dieser Formulierung wurde ich besonders aufmerksam. Die kenne ich doch..... ;)
    Dass ich regelmäßig vor diesem Berg stehe, hat bei mir damit zu tun, dass mir für gewisse Herausforderungen einfach die Energie fehlt bzw. ich sie nicht aufbringen kann.
    Nun komme ich ja sozusagen aus der Überforderungs-Ecke, bin jahrzehntelang weit über meine Grenzen hinausgegangen, hab mich immer gezwungen, nun wehrt sich etwas in mir völlig dagegen, mich nochmals dermaßen zu überfordern. Inzwischen konnte ich meine Grenzen wieder etwas erweitern und ggf. auch mal wieder drüber, aber wehe ich übertreibe das....

    Dass ich nicht rausgehen kann, hat gewiss auch etwas mit „fein machen“ zu tun, aber auch damit, dass man draußen eine Art „Fassade“ aufrecht erhalten muss, dass man mit anderen Menschen freundlich-höflich interagieren muss. Mir ist das alles ab und zu einfach zu viel und es überfordert mich dann mitunter allein sogar der Gedanke daran, rausgehen zu müssen. Wenn ich wieder genug Energie habe, ist das rausgehen relativ problemlos.

    Liebe Grüße
    AmSee

    P.S.: Viel Vergnügen mit dem Stepper!

    Hallo Ihr Lieben!
    Danke für eure Antworten zu meinem Rauchausstieg! Bin echt gerührt davon!

    Ich bin bereit, das jetzt wieder durchzuziehen. Die anderen Baustellen sind gerade so weit gediehen, dass ich mich dieser Baustelle stellen kann.

    @Orangina , den Termin habe ich nicht langfristig gesetzt, sondern der ergab sich so gestern Abend bzw. heute Morgen. Nächstmöglich wieder aufhören wollte ich schon länger und ich spürte irgendwie, dass sich irgendwann in naher oder ferner Zukunft der Absprung ergeben wird. Die Zigaretten schmeckten schon eine ganze Weile nicht, teilweise hatte ich schon nach den ersten zwei Zügen genug davon und sie einfach ausgedrückt. Ich hab mich wieder ziemlich genau beobachtet und in mich hineingehorcht, was mich überhaupt antreibt zu rauchen, und was sich in mir gegen das Rauchen wehrt.

    Im Weg standen mir zuletzt nur noch meine Angst, ein wichtiges Hilfsmittel zur Selbstregulation zu verlieren, meine Angst, mir eine „Belohnung“ wegzunehmen, und meine Angst vor dem Entzug.

    Mit Punkt 1 und 2 auf meiner Angst-Liste habe ich mich in letzter Zeit beschäftigt und gewissermaßen entlarvt. Auch ergab es sich letztens, dass ich gedanklich und emotional in dem Moment war, in dem ich damals als Teenager mit dem Rauchen angefangen hab. Irgendwie hat sich dadurch, dass ich dort war, etwas im Heute verändert.

    Nun war die Schachtel wieder leer und ich spürte, dass sich nun der Zeitpunkt ergeben hatte, mit dem Rauchen endlich wieder aufzuhören. Nach dem letzten Zug sagte ich „Leb Wohl.“ und hab die leere Schachtel, das Feuerzeug und den Aschenbecher umgehend entsorgt. Meine Klamotten kamen sofort in die Wäsche.

    Meine gereizten Bronchien und Lungen danken es mir bereits. Der Hustenreiz ist wieder weg.
    Ich hab leichte Kopfschmerzen, bin gereizt und ziemlich müde. Ich bin mir sicher, ich pack das jetzt!

    Viele Grüße
    AmSee

    Viele Grüße

    Hallo ichso :blumen2:
    mit Rauchausstieg kenne ich mich eigentlich schon ganz gut aus.... schwitz.

    Ich habe schon ein paar solcher Ausstiege hinter mir. Jeder war irgendwie anders. Vom fürchterlichen Leiden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen bis ziemlich easy.
    Wann immer ich rauchfrei war, war ich sehr glücklich darüber und auch zufrieden.
    Rückfällig wurde ich in den letzten Jahren immer in solchen Momenten, wenn innerer Druck aufgrund gewisser Gefühle in mir so übermächtig und unerträglich war, dass keines meiner üblichen Werkzeuge mehr funktionierte. Und die eine Zigarette wirkt dann tatsächlich.
    Und die Erfahrung war bislang immer: Es bleibt nie bei der einen Zigarette. Nach und nach werden es mehr und ich bin wieder dabei.

    Das ist so blöd und ich weiß doch eigentlich Bescheid und doch ist es mir bislang mehrfach passiert.
    Heute also soll wieder Schluss damit sein und diesmal will ich das dauerhaft hinkriegen. Vom Prinzip weiß ich ja, wie‘s geht und was für ein Gewinn das ist.

    Liebe Grüße
    AmSee

    Hallo Luuna,
    ich nenne dich auch mal bei dem Nickname, den du gewählt hast.

    Auch von mir ein herzliches Willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe. :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin (noch) 48 Jahre alt, EKA (Erwachsenes Kind aus einer Alkoholikerfamilie), Alkoholikerin und lebe seit bald einem Jahr abstinent.

    Zunächst kann ich dich nur dazu beglückwünschen, dass du mit dem Alkohol aufhören willst. Und dass du einen Termin beim Hausarzt gemacht hast, ist ein guter Anfang. Einfach so mit dem Alkohol aufzuhören ist nicht ganz ungefährlich, auch wenn du bislang keinerlei Symptome bemerkt hast, wenn du Trinkpausen eingelegt hast, Stichwort „Kalter Entzug“. Ich will dir deswegen keine Angst machen, aber das ist etwas, was du unbedingt im Blick haben solltest.

    Einfach nicht mehr Trinken klingt so einfach, aber das alleine und nur der Wille allein reicht dabei in der Regel nicht aus. Es hat seine Gründe, warum wir zum Alkohol gegriffen haben, und die sind nicht einfach so weg. Das bedeutet, dass du auch in dem Bereich etwas ändern musst.

    Ich selbst habe hier im Forum vor einem Jahr viel Hilfe und Anregungen gefunden. Habe sehr viel gelesen, sehr viel geschrieben, sehr viel reflektiert.

    Schon seit einer Weile darf ich sagen, dass ich zufrieden abstinent lebe. Etwas, was ich mir vor einem Jahr noch überhaupt nicht vorstellen konnte. Für mich kommt überhaupt nicht in Frage jemals wieder Alkohol konsumieren zu wollen, denn durch die Abstinenz hat sich mir erst so richtig gezeigt, wie sehr Alkohol meiner Psyche und meinem Körper geschadet hat. Das hätte ich in dem Maße so niemals erwartet.

    Dir wünsche ich ebenfalls gutes Ankommen hier und viele gute Anregungen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, Susanne,
    um genau diese Lebenseinstellung, die in deiner Antwort an mich steckt, bemühe ich mich auch stets.
    „Nützt ja nix.“ sagt man bei uns in der Gegend. Und so sehe ich das für mich auch.
    Mein Leben ist nun einmal, wie es ist, und ich kann für mich ja nur das Beste daraus machen.

    Jammern sollte man zwischendurch auch mal dürfen, damit wird man sich selbst und seinem Kummer ja durchaus auch mal gerecht. Dauerjammern bringt nix und gar nicht jammern bringt auch nix. So jedenfalls meine Erfahrung.

    Prima, dass du trotz all dem Krempel am Wochenende eine Wanderung machen konntest, die manche Dreißigjährige nicht schaffen! Das macht irgendwie auch Mut und gibt Anlass zur Hoffnung, nicht wahr?

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,
    noch so ein Gedanke für deine heutige Fahrt:

    Höre gerade das Lied und es klingt für mich auch sehr powerful und weckt bei mir positive Emotionen.

    Wie wäre es, wenn du dir für dich passende Musik für die Fahrt zusammenstellst? Etwas, was dich stark macht und zugleich zu deinen derzeitigen Emotionen passt....

    Hallo ichso,
    ich mag dir mal schnell antworten.

    Interessant, welchen Hintergrund das Lied hat und den Text mal genauer zu lesen!
    Finde mich darin irgendwie wieder, da kommt mir was bekannt vor, obwohl ich nicht bipolar bin.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass dir die Realität heute gerade Angst bereitet und du am liebsten davor fliehen möchtest. Ist ja gerade auch alles n bisschen too much!

    Siehst du dich in der Lage, dich deinem Angstgefühl und deiner Traurigkeit zu stellen? Sie wahrzunehmen, anzuschauen, als das zu sehen, was sie sind und sie anzunehmen?

    Die Angst warnt dich letztlich vor möglicher oder tatsächlich vorhandener Überforderung. Eigentlich möchte sie dich davor beschützen... Und auch die Trauer ist derzeit berechtigt....

    Herzliche Grüße, ich schick dir mal eine virtuelle Umarmung!

    AmSee

    Hallo Thomas,
    nach meiner eigenen Erfahrung und dem, was ich über diese Erkrankung erfahren habe, spielt es letztlich keine Rolle, ob du schon körperlich abhängig bist oder „nur“ psychisch abhängig.
    Abhängig ist abhängig und die Gefahr, dass du, wenn du doch wieder mal zum Alkohol greifen solltest, so richtig ordentlich abstürzt, ist ziemlich groß.
    Das ist nämlich ziemlich vielen nach einer Trinkpause so ergangen - Beispiele findest du hier im Forum und auch anderswo - und das flößt mir einen Heidenrespekt vor dieser Erkrankung ein.

    Den entscheidenden Unterschied sehe ich darin, wie du über Alkohol denkst. Wenn du glaubst, dass dir der Alkohol fehlt, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass du doch irgendwann wieder zum Alkohol greifst, vor allem, wenn du dir selbst bescheinigst, nicht körperlich abhängig zu sein.

    Und genau da sehe ich einen sehr wichtigen Ansatz für deine „Trockenarbeit“.

    Ich hab vor über einem Jahr noch ähnlich gedacht wie du und dann hat sich bei mir nach und nach etwas verändert und zwar je länger ich mich mit der Krankheit beschäftigt habe und damit, wie ich für mich sorgen kann/ muss, um zufrieden trocken zu sein und zu bleiben.

    Mein erstes Jahr habe ich nun bald geschafft und natürlich gab‘s da einige Triggermomente. Ich hab mich damit ernsthaft auseinandergesetzt und sie erfolgreich bewältigt.

    Es wird oft geraten, sich im ersten Jahr gewissen Triggersituationen gar nicht erst auszusetzen, um die eigene Abstinenz erstmal zu stabilisieren. Also zum Beispiel keine gesellschaftlichen Runden aufzusuchen, in denen Alkohol konsumiert wird. Denn solche Situationen triggern nicht nur in dem Moment, sondern häufig erst so richtig im Anschluss. - Hab ich selbst erfahren müssen....

    Alternativen finden und ausprobieren: Wasser mag ja langweilig sein, aber warum nicht alle möglichen anderen alkoholfreien Getränke ausprobieren und herausfinden, welches dir einfach gut schmeckt?

    Für eventuelle Notfälle gerüstet zu sein und sich einen sogenannten „Notfallkoffer“ zusammenzustellen.

    So langweilig das vielleicht klingt, ich hab eine große Apfelsaftschorle und Bitter Lemon für mich entdeckt und bin bestzufrieden.

    Auf gewisse Situationen habe ich mich vorbereitet oder ich gehe gar nicht erst hin.

    Und ich habe mir einen solchen „Notfallkoffer“ zusammengestellt, weil der Suchtdruck, den ich unerwartet in diesem Jahr einmal zu spüren bekommen habe, ziemlich heftig war.

    Viele Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, Susanne,


    Mein Grips wird trotzdem noch gefördert. Ich bin noch in einer Arbeitsgruppe an der Uni und ich hab immer noch woanders einen Expertenstatus und schreibe Artikel. Wenn ich mich beschäftigen will, gibts genügend ehenamtliche Tätigkeiten, aber selbst das habe ich ja bereits etwas zurück gefahren, schon bevor dieser Schub jetzt war.

    Das hört sich gut an. Möglichkeiten bleiben dir somit weiterhin offen.

    Zitat


    Ansonsten spielt wahrscheinlich auch das Alter eine Rolle. Mit 60 plus denken viele über Vorruhestand nach.

    Und ich bin ja auch nicht rauskatapultiert worden, niemand würde mich dran hindern, weiter zu machen...wenn ich unbedingt wollte, ich will nur nicht.

    Gewiss ist das alles ein entscheidender Unterschied.
    Die Hauptsache ist jedenfalls, wie es dir damit geht, und wenn du tatsächlich nicht mehr willst und auch nicht mehr musst, dann passt es ja offenbar für dich, obwohl du gewiss auf diesen Krankheits-Mist auch gerne verzichtet hättest.

    Zitat


    Medis...so ein Parkinsonmedikament ist bei mir auch dabei, ging allerdings schon mal nach hinten los. Ich hatte dann Augmentation (da machts das Medi selbst noch schlimmer) deswegen bin ich auch da vorsichtig. Ausserem noch drei Andere.

    Darf ich einen bösen Scherz machen? - Offenbar hast du, als der ganze Krankheits-Mist vergeben worden ist, noch lauter geschrieen als ich.... ;)

    Musste erstmal googeln, was „Augmentation“ bedeutet, kannte dieses Phänomen bislang noch nicht.
    Verständlich, dass du bei den Medis noch vorsichtiger bist als ich.

    Wünsche dir jedenfalls, dass sich bei dir Besserung einstellt.

    Viele Grüße
    AmSee


    Jetzt muss ich gerade lächeln...

    Das freut mich. :)

    Zitat


    aber evtl. findest du das ja Sonntags jetzt selbst raus. Wird mich freuen, von dir im Tatortblog zu lesen <3

    Sorry, das ist eher unwahrscheinlich, denn Krimis sind wirklich überhaupt nicht mein Fall. Sowas zieht mich eher runter, deshalb vermeide ich das und lasse meinen Mann alleine seine Krimis gucken. nixweiss0
    Dieser hier war interessant, weil das eben kein typischer Krimi war.

    Zitat


    Was bedeutet "zusätzlich H-Dieter"?

    Uups... hat die Autokorrektur reingepackt, ohne dass ich’s bemerkt hab. laugh2
    Da hätte eigentlich stehen sollen: .. und du morgen die gewünschte Unterstützung bei deiner Thera.
    Weiß echt nicht, wo dieses „H-Dieter“ herkommt, kenne keinen solchen und hab noch niemand so angeschrieben.... nixweiss0

    Liebe Grüße

    Hallo ichso,
    nee, ich hab da nicht an eine Entzugsstation gedacht, sondern eher an so eine Art Auffangbecken...Susanne hatte nur erzählt, wie viele da mit Alkoholproblem rumliefen...


    Aber ich kann da ziemlich leicht einfach zuhören und ich sag dann vielleicht auch mal was, aber es nimmt mich nicht mit. Die wollen ja auch nichts von mir.

    Gut, dass du das kannst! Hattest ja mal erzählt, dass du diese „Gabe“ hast.
    Ich erinnere mich mit Grausen, wie‘s mir ging, als ich drei Monate auf der Depressions-Station war, denn ich hatte deine „Gabe“ nicht. Heute wäre das vielleicht anders, weil ich gelernt habe, mich zu schützen und rauszuziehen.

    Grüße
    AmSee

    Moin Susanne,
    dann tickst du vom Prinzip eigentlich wie ich. Ich schlucke auch nur, wenn’s unbedingt nötig ist. Medis haben ja immer irgendwelche Nebenwirkungen und deshalb wäge ich da gut ab, ob‘s so noch geht oder eben doch nicht mehr.

    Was Schlafmittel betrifft, bin ich äußerst vorsichtig. Da macht mir einfach das, was meiner Mutter als jungem Menschen geschehen ist, weshalb davon abhängig geworden ist und später nach ihrem Klinikaufenthalt stets alles in die Richtung abgelehnt hat, zu schaffen. Und nun, da ich auch noch alkoholabhängig geworden bin, erst recht.

    In der Klinik damals war ich schließlich bereit, eine Vierteltablette Mirtazapin zu nehmen. Das Bisschen hat bei mir damals tatsächlich gereicht, dass ich endlich wieder schlafen konnte. Monate später wurd‘s wegen Verdacht auf Restless Legs wieder abgesetzt.

    Schlafmittel hab ich nur drei Tage lang akzeptiert, als ich nach der zweiten heftigen Kortison-Stoß-Therapie wegen eines MS-Schubs überhaupt nicht mehr schlafen konnte.

    Nee, ich nehme andere Medikamente, bei denen eben kein Abhängigkeitspotential besteht und ich die Nebenwirkungen in Kauf nehmen kann. Lange Zeit wollte ich überhaupt keine Medikamente zu mir nehmen außer Aspirin und was bei Magen und Darm.

    Ich nehme morgens und abends ein AD, morgens einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, abends einen Melatonin-Agonisten. Die Abend-Tablette halbiere ich sogar, weil mir der „Überhang“ am nächsten Tag zu viel war. Und wegen Restless legs nehme ich ein Medikament, das ursprünglich für Parkinson Patienten erfunden worden ist. Und noch ein Eisenpräparat, da bei Menschen, die Restless Legs haben, der Eisenspeicher voller als normal sein sollte.

    Find ich gut, dass du noch ein paar Jahre mehr haben möchtest. ;) Kommt mir irgendwie bekannt vor, was du diesbezüglich schreibst. Es hat bei mir nicht wenig Zeiten gegeben, das hab ich gehofft, nicht mehr wieder aufzuwachen, nun dürfen‘s gerne noch ein paar Jahre mehr sein....

    Bezüglich Schlafentzug hab ich dich wohl missverstanden. Das klang zunächst so, als ob du diese Methode absichtlich bei dir angewandt hättest.

    Wegen Arbeit und Beruf: Ja, so etwas hast du öfter mal geschrieben. Andererseits ist solche Arbeit aber doch auch das, was deinen Grips fordert und keine Langeweile aufkommen lässt. Deswegen hab ich gefragt, wie‘s dir damit geht.

    Natürlich bin ich ziemlich erleichtert, nicht mehr in meinem Beruf oder einem anderen arbeiten zu müssen und ich kann meine Zeit gut füllen, aber andererseits fehlt mir mein Beruf irgendwie auch.
    Ich selbst bin viel zu schnell und überraschend rauskatapultiert worden, als ich gerade mit viel Mühe versucht hatte, wieder reinzukommen. Nicht mehr zu können, fühlt sich nicht so dolle an...


    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo ichso,


    Für uns (meine Tochter und mich) ist es immer die letzte (und beste) Option, wenn alle unsere therapeutisch erlernten "Werkzeuge" nicht mehr greifen.

    geht mir ganz ähnlich, auch wenn mein Aufenthalt dort mich damals therapeutisch herzlich wenig weitergebracht hat. Wenigstens wurde mein freier Fall dort aufgehalten und ich konnte mich etwas stabilisieren. War damals auch ständig draußen in der Natur unterwegs, ähnlich wie Susanne, nur war im Winter nix mit schwimmen.

    Wünsche dir für dich und deine Tochter, dass sie dort Hilfe erfährt und du morgen zusätzlich H.-Dieter gewünschte Unterstützung bei deiner Thera.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Hab übrigens aus Solidarität mit dir Sonntag Tatort geschaut. Mag eigentlich keine Krimis, aber dieser hatte schon Spielfilm-Qualität. Ich war echt beeindruckt.