Hallo VJ,
erstmal: Schön, dass du wieder etwas von dir hören lässt.
Ich freue mich für dich, dass du den Entzug nun hinter dir hast und dein Selbstversuch glimpflich abgegangen ist.
Wie ich heraus höre, hattest du dich über die Risiken informiert und sie bewusst, weil du (aufgrund eigener schlechter Erfahrungen?) wenig Vertrauen zu Medizinern hast, in Kauf genommen.
Ich würde aufgrund der Erfahrungen mit meinem Vater und der Kenntnisse, die ich inzwischen über dieses Thema habe, immer wieder zu einem medizinisch begleiteten Entzug raten. Ganz besonders, wenn ich in einem anonymen Online-Forum antworte, da ICH die Verantwortung nicht übernehmen mag, wenn’s bei dem- oder derjenigen oder einem stillen Mitleser oder einer stillem Mitleserin schief geht.
(Übrigens muss der medizinisch begleitete Versuch nicht unbedingt medikamentös und nicht unbedingt ausgerechnet mit Distra erfolgen. Das Zeug ist mir selbst durch meinen Vater aus den 80-Jahren bekannt, weiß gar nicht, ob das überhaupt noch Up-to-Date ist, so, wie das gewirkt hat.)
Ich frage mich, was du mit deinem Beitrag eigentlich aussagen möchtest.
Möchtest du einfach mal deinen Frust über Mediziner, Psychiater, Trockene Alkoholiker in Selbsthilfegruppen, Therapeuten in Therapieeinrichtungen, mit denen du schlechte Erfahrungen gemacht hast, raushauen?
Oder soll das der Auftakt für eine allgemeine Auseinandersetzung mit den Themen „Autonomie von (alkoholkranken) Patienten“, „Auftreten trockener Alkoholiker gegenüber Neulingen“, „Auftreten von Therapeuten gegenüber Patienten in Therapieeinrichtungen“ sein?
Oder soll es uns näher erklären, warum du deinen eigenen Weg finden musst?
Du schreibst, dass du deinen eigenen Weg finden musst: Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, worauf du dabei achten möchtest? Vielleicht bietet sich darüber am ehesten ein Austausch an. - Gerchla hatte dich ja auf die größere Herausforderung der psychischen Abhängigkeit hingewiesen.
Viele Grüße
AmSee