Beiträge von AmSee13

    Das Lachen kommt bei mir spontan, wenn ich den Witz erst erklären muss, ist es keiner mehr.

    Ich hatte schon so eine Ahnung, worin da der Witz für dich liegt. Nur ging’s mir mit dem Video etwas anders. Bin da etwas zwiegespalten. Das hat mehrere Gründe.



    Bei mir war es so, so lange ich uneingeschränkt Drogen konsumieren oder Saufen wollte, war ich mir mir selbst durchaus im Reinen. Mir hat es auch lange nichts ausgemacht, abgefuckt rumzulaufen, weil Spiesser bei uns einfach ein Schimpfwort war. Das Verbotene, das Bürgerschreckhafte, hatte ja erst mal was von einem Gegenentwurf. Das ging ja nur schief, weil mich der Gegenentwurf selbst ruinierte.

    Ich war ja ebenfalls mit mir im Reinen und ich betrachte es eben auch so, dass es zu MEINEM Weg und MEINER Entwicklung irgendwie dazu gehörte, wobei ich ziemlich froh bin, nicht auch noch auf Drogen gekommen zu sein.
    Das hat ja auch etwas mit Abgrenzung und seinen eigenen Weg Finden zu tun.

    Zu Gegenentwurf und Spießer: Erinnerst du dich an diese köstliche Werbung mit Ingo Naujoks, in dem die Tochter sagt, „Wenn ich groß bin, möchte ich auch Spießer werden.“?

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    Musste dabei an einen lateinischen Spruch denken, der hier zwar nicht so richtig zutrifft, weil es um Erwachsene und nicht um Kinder geht, aber vielleicht ist nachvollziehbar, warum mir in diesem Zusammenhang dieser Spruch eingefallen ist. … Wann beginnen wir eigentlich wirklich, „Erwachsene“ zu sein?


    ich hab mich bis heute noch nie damit beschäftigt, erwachsen sein zu wollen. Ich wollte 18 werden, damit mir meine Eltern nichts mehr vorschreiben konnten, ansonsten hätte es gerne so bleiben können. Darüber hinaus handle ich ziemlich hedonistisch und auch egoistisch, ich denke durchaus über die Konsequenzen meines Handelns nach, aber ich mache eigentlich nichts, weil "man es so macht". Meine stärkste Triebkraft ist immer noch, wie ich bei dem fühle, was ich mache.

    Ich hab mich schon als 15-Jährige damit beschäftigt, erwachsen sein zu wollen. Ich litt so sehr unter unserer Familiensituation und darunter, nicht da raus kommen zu können, und ich litt unter meiner schulischen Situation mit meinen Mitschülern, aus der es ebenfalls kein Entkommen gab.
    Ich erinnere mich an ein Gespräch kurz vor oder nach dem Tod meines Vaters, in dem ich sagte, dass ich das, was da in den nächsten Jahren noch vor mir liegt, am liebsten überspringen würde und gleich Anfang 40 sein wollte. Irgendwie verband ich damals wohl die Vorstellung damit, mit Anfang 40 aus allem/ dem Schlimmsten raus zu sein.


    Als ich mit dem Saufen aufgehört hab, hatte ich sogar das Gefühl, ich brauch den Alkohol auch deswegen, weil ich im Normalleben schon zu erwachsen und kontrolliert bin, mir das aber gar nicht entspricht und ich das auch nicht sein will. Ich wollte es lernen, auch nüchtern wieder unernster und kindischer zu werden. Für mich war klar, ich lebe im Suff einen Teil von mir aus, den ich mich nüchtern nicht traue, weil ich nüchtern auch so ein komisches Selbstbild hatte, wie so ne Führungskraft und ein intelligenter Mensch zu sein hätte.

    Im Nachhinein betrachtet hab ich u.a. auch deswegen getrunken, weil auch ich unter Alkoholeinfluss etwas ausleben konnte, was ich nüchtern nicht konnte, und weil ich Entspannung fand und der Innere Druck nachließ.
    Ich wollte zwar erwachsen sein, die Kontrolle haben, den Überblick, alles richtig machen usw., zugleich hat mich mein Leben aber auch mächtig gefordert und überfordert. Dass es mich dermaßen überfordert hat, hat - das weiß ich heute und ich kenne sie inzwischen - mit den Ego-States zu tun, die sich aufgrund verschiedener traumatischer Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend in mir ergeben haben. Irgendetwas hat eigentlich immer getriggert und den einen oder anderen Ego-State an die Oberfläche geholt.
    Unter Alkoholeinfluss lief nach meinem persönlichen Eindruck so Manches leichter. Bis es dann eben in der Zeit, bevor ich mich hier angemeldet habe, gekippt ist.

    Dadurch, dass ich in der Therapie nun endlich das eine oder andere aufarbeiten darf, erlebe ich ein ganz neues Gefühl des Erwachsen-Seins. Schwer das zu beschreiben. Ich habe das Gefühl, endlich wirklich die Kontrolle haben, all das sein zu können, was ich schon immer wollte, das ausleben zu können, was ich eigentlich schon immer wollte, und meinen verletzten Ego-States das geben zu können, was sie wirklich brauchen. Es fühlt sich gut an, was jetzt möglich ist.
    Letztens erst kam heraus, dass und warum ich mich eigentlich immer falsch gefühlt habe. Seit das herausgekommen ist, hat sich etwas in mir verändert und das gefällt mir sehr.

    Inzwischen sehe ich das mit dem Erwachsen-Werden etwas differenzierter. Und mir geht’s dabei nicht darum, etwas zu tun, „weil man es so macht“. Das mache ich sowieso nicht, weil das, was „man so macht“ nicht unbedingt immer das Richtige oder Angemessene ist. Mein Vater brachte gerne diesen Spruch: „Tausende Fliegen können nicht irren, Scheiße ist gut.“
    Ich tue das, was MIR und meinen Prinzipien, Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Das ist eine ganz eigene Mischung aus Hedonismus, gesundem Egoismus und stoischer Ethik sowie christlichen Werten und Prinzipien.

    Das, was hinter mir liegt, war eben Teil meines Weges und meiner Entwicklung. Und der Blödsinn, den ICH angestellt habe, hat mich auch nicht gerade wenig gelehrt, Schmerzhaftes, aber auch Humoriges.

    Grüße
    AmSee

    Mein Erfolgsrezept bis zum heutigen Tag :
    Ich WILL nie wieder zurück zu der Zeit ,als ich regelmäßig getrunken habe.
    Für mich ist der Alkohol keine Option mehr.
    Das ist fest in meinem Kopf drin.

    Womit wir übrigens wieder bei den Gedanken des Eingangsposts dieses Fadens wären:
    Tiefpunkt und bedingungsloses Aufhören. 44.

    Ich hab in diesem Zusammenhang auch an das denken müssen, was Greenfox in seinem Faden „Gesunder Egoismus“ geschrieben hat. Das gehört m.E. auch in diesen Zusammenhang.

    Also, erheitert hat mich das Video jetzt nicht so recht, aber ein gewisses Schmunzeln hat‘s mir schon entlockt.
    Und es hat mich ein kleines Bisschen nachdenklich gemacht. Ich hab‘s zweifellos nicht so getrieben, aber ein gewisses Denken kam mir nicht so ganz unbekannt vor…. Bin irgendwie ziemlich froh und erleichtert, diesem Denken entkommen zu sein….


    Und ich bereue es nicht mal.

    Musste dabei an einen lateinischen Spruch denken, der hier zwar nicht so richtig zutrifft, weil es um Erwachsene und nicht um Kinder geht, aber vielleicht ist nachvollziehbar, warum mir in diesem Zusammenhang dieser Spruch eingefallen ist. … Wann beginnen wir eigentlich wirklich, „Erwachsene“ zu sein?

    Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant. - etwas freier übersetzt: Kinder sind Kinder und Kinder machen Blödsinn.


    Ich hab zwar nicht so rebelliert wie du, aber auch ich hab auf meine Weise rebelliert.
    Aus heutiger Sicht war’s mitunter Blödsinn und ich würd’ so Manches heute auch nicht mehr machen, aber damals und auch in der Zeit bis zu meiner Erkenntnis, dass ich mir zu allem Übel auch noch ein Alkoholproblem angelacht hatte, gehörte es irgendwie zu meinem Weg und meiner Entwicklung dazu.

    Ich bereue es nicht und muss es auch nicht bereuen, weil niemand dabei zu Schaden gekommen ist.
    Ich denke, dass es mir anders damit gehen würde, wenn ich jemand anderem geschadet hätte.


    Ich glaube, manche haben mit dem Aufhören nur deswegen Probleme, weil sie vorher zu wenig gesoffen haben.

    Das glaube ich nicht. Ich denke, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, warum der/ die eine es packt und warum der/ die andere eben leider nicht.

    Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
    indes die Zeit von dannen läuft,
    hat zu erledigen eine Menge,
    und kommt, so sagt man, ins Gedränge.
    Inmitten all der Zappelnot
    trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
    Was grad so wichtig noch erschienen,
    fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
    Nur dieser einzige zuletzt:
    Am Mittwoch wird er beigesetzt.
    Und schau, den hält er pünktlich ein,
    denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.

    Eugen Roth

    Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, daß ich gar nicht gelebt hatte.


    Henry David Thoreau

    Ich habe keine Zeit, mir über Omikron Gedanken zu machen, mich beschäftigen ganz andere Dinge:

    Ist ein Raumschiff, das ausschließlich mit Frauen besetzt ist, eigentlich unbemannt?

    Sind nymphomane Hündinnen zwangsläufig?

    Wie lange muss eine Katze trainieren, um einen Muskelkater zu bekommen?

    Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?

    Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?

    Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann 'befriedigend' besser als 'gut'?

    Wenn ein Schäfer seine Schafe verhaut, ist er dann ein Mähdrescher?

    Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin haben?

    Warum werden Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?

    Ist eine Gesichtscreme, die 20 Jahre jünger macht, lebensgefährlich, wenn man erst 19 Jahre alt ist?

    Darf sich jemand, der sich im Ruhestand befindet, nachts hinlegen?

    Warum ist ein Kreiskrankenhaus nicht rund?

    Darf man eine Tagesdecke auch nachts benutzen?

    Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?

    Wie lange kriegt man für einen Wintereinbruch, oder gibt es darauf Bewährung?

    Darf man in einem Schaltjahr auch Automatik fahren?

    Wenn Katholiken auf eine Demonstration gehen, sind sie dann Protestanten?

    Ist Lattenrost eine Geschlechtskrankheit?

    Fragen über Fragen.... nixweiss0