Beiträge von AmSee13

    Hallo Benutzername 44,
    zunächst erstmal herzlich Willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe. :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Erwachsene Tochter eines Alkoholikers (EKA), bin als Erwachsene selbst alkoholabhängig geworden und seit bald 1 1/2 Jahren trocken.


    Ich weiß nicht was ich machen soll, um mich selbst zu schützen. Mir gehts oft schlecht deswegen. Was soll ich nur machen? Ich will auch diese ganzen negativen Empfindungen nicht empfinden. Ich bin echt ratlos.

    Diese unterschiedlichen Gefühle, die du schilderst, sind auch mir wohl vertraut. Ebenso der Wunsch bzw. das Bedürfnis, sich schützen zu wollen, wie auch das schlechte Gewissen.

    Zunächst einmal möchte ich dir sagen, dass an dir gar nichts verkehrt ist, auch wenn ein Teil von dir das vielleicht glauben mag. Diese negativen Empfindungen sind völlig in Ordnung und haben durchaus ihre Berechtigung, denn deine Mutter verhält sich nicht, wie man das von einem mündigen Erwachsenen, der eigentlich für sein eigenes Leben verantwortlich ist, erwarten sollte. Und sie ist dir in deiner Kindheit und Jugend nicht unbedingt immer die Mutter gewesen, die du und dein Bruder gebraucht hättet.
    Ein Teil von dir ist sich dessen bewusst, dass da etwas nicht richtig ist, und hat sich früher dagegen gewehrt und wehrt sich auch noch heute.

    Im Prinzip ist dir - so vermute ich aufgrund deiner Schilderung - das passiert, was vielen EKAs widerfahren ist. Es hat eine Art von Rollenumkehr stattgefunden, deine Mutter war nicht diejenige, die die Verantwortung übernommen hat, sondern du, das Kind, hast die Verantwortung übernommen. Aus deinen Zeilen lese ich heraus, dass du dir immer wieder von dir abverlangst, liebevolles Verständnis für deine Mutter zu haben. Im Prinzip das, was eine gute Mutter ihrem Kind entgegenbringt.

    Gewiss ist deine Mutter krank, aber das entschuldigt eigentlich nicht, dass sie nicht selbst die Verantwortung für sich und für ihr Leben übernimmt. Du hast ganz richtig erkannt, dass du ihr das nicht abnehmen kannst.
    Von daher darfst du durchaus wütend auf sie sein. Deine Mutter ist diejenige, die etwas ändern könnte, aber bislang ist sie ihrer Verantwortung für sich selbst offenbar nicht nachgekommen. Dass sie‘s nicht getan hat, liegt NICHT in deiner Verantwortung. Es ist IHR Leben und IHRE Verantwortung und jedes Mal, wenn sie zum Alkohol greift, trifft sie letztlich eine Entscheidung.
    Ich schreibe dir das deshalb, weil wir Kinder aus alkoholkranker Familie uns sehr häufig schon von klein an in eine Verantwortung hinein entwickeln, die eigentlich nicht unsere ist und die uns völlig überfordert.
    Da findet eine Prägung statt, die uns auch als Erwachsenen häufig das Leben schwer macht.
    Auch wenn deine Mutter es nicht leicht in ihrem Leben hatte, so liegt es dennoch in IHRER Verantwortung jetzt als Erwachsene für sich zu sorgen.


    In meinen Augen ist sie schwach, verlogen, heuchlerisch, egoistisch und einiges mehr.


    Da ist ein Teil von dir, der richtig, richtig wütend auf deine Mutter ist. Und warum solltest du das denn nicht denken dürfen? Du hast sie doch beim Lügen erwischt, oder? Und handelt sie letztlich nicht egoistisch, wenn sie wieder Alkohol trinkt?
    Gewiss hat es seine Gründe, warum sie in die Abhängigkeit hineingerutscht ist, und das ist eben die andere Seite, die du zum Teil auch kennst und weshalb ein anderer Teil von dir (tiefes) Mitgefühl für sie hat, aber - ich wiederhole mich - einem Teil von dir ist ziemlich bewusst, dass das nicht DEIN Problem ist.


    Du fragst dich, was du tun kannst, um dich zu schützen. Das Wichtigste überhaupt ist, dass du dich um DICH und DEINE EIGENEN Bedürfnisse kümmerst. Wenn du nicht mit deiner Mutter reden möchtest, musst du das nicht. Kümmere dich eher um das, was DIR gut tun könnte. Dazu gehört meines Erachtens auch, dass du dir selbst deine negativen Empfindungen zugestehst und ihnen den Raum lässt, der ihnen zusteht. Im Grunde sind diese Empfindungen nämlich eigentlich gar nichts Schlechtes, sondern dienen eigentlich nur DEINEM Schutz.


    Du darfst deine Mutter lieben und zugleich richtig wütend auf sie sein. Nur sie selbst kann etwas gegen IHRE Krankheit tun. Wenn sie das nicht tut, ist das IHRE Entscheidung, so traurig das auch ist. Zwingen kannst du sie dazu nicht. Mancher Alkoholiker schafft es heraus, wenn er seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hat, mancher schafft es leider nicht.

    Es ist immer schlimm, das mitanzusehen, aber das einzige, was man als Angehöriger dann tun kann, ist für sich selbst zu sorgen.

    Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter. Wenn du weitere Fragen hast, nur heraus damit.


    Viele Grüße
    AmSee


    habe ich. Gönne ich Dir auch.

    Danke dir. ;)

    Damit wären wir auch wieder bei dem Thema dieses Fadens „Sich selbst den Weg frei machen“.
    Diese Freiheit, die ich meine, bedeutet nicht, dass nun ALLES gut und schön wäre, schön wär‘s natürlich, aber die Welt an sich ändert sich deswegen nicht und meine Depressionserkrankung, die MS und das nächtliche RLS werden auch nicht mehr weggehen.
    Entscheidend ist aber die Innenperspektive, aus der heraus ich mein Leben und die Welt an sich betrachte, sie macht den entscheidenden Unterschied aus. Ich benötige keinen Alkohol mehr, um mir das Leben leichter oder angenehmer oder schöner zu machen oder um entspannt und lustig zu sein. Das geht alles ohne und zu meiner vollen Zufriedenheit. 44.

    Und dabei spielt für mich keine Rolle, wie lange mein Leben noch währt, ob nur noch einen Tag oder noch einige Tage, Monate oder Jahre mehr. Wenn’s nach mir gegangen wäre, wäre ich nämlich schon einige Jahre tot. Das, was ich derzeit erleben darf, ist „geschenkte Zeit“.

    Grüße
    AmSee

    das kommt drauf an, was man unter Freiheit versteht.

    Vielleicht hast du ja schon eine Ahnung, was ICH in diesem Zusammenhang darunter verstehe. ;)


    Wenn ich die Welt so gestalten dürfte, wie ich will, dann würde sie definitiv anders aussehen. Das ist einfach so.

    Das geht mir ganz ähnlich, aber ich beschäftige mich möglichst wenig mit Dingen, die ICH nicht ändern kann. Mich beschäftigt nicht das große Ganze.
    Mich interessiert vielmehr das, was ich ändern kann, das, was tatsächlich in MEINER Hand liegt. Und da erfahre ich tatsächlich endlich so etwas wie Freiheit. Eine Freiheit, die ich vorher von Innen heraus so nicht hatte. Und diese kleine Welt um mich herum, an deren Gestaltung ich tatsächlich mitwirken kann, die find ich schon ganz ok. Und ich kenne sogar ein paar Menschen (und Tiere), auf die meine kleine Welt positive Einflüsse ausgeübt hat und die sich in meiner kleinen Welt recht wohl fühlen. :)


    Was das Erwachsensein-wollen angeht:

    Ich hab jetzt mal danach gegoogelt, was man darunter versteht, erwachsen zu sein. Es gibt ne ganze Menge Ergebnisse bei Google, der Tenor ist, dass Erwachsensein bedeutet, dass man sich damit abgefunden hat, dass das Leben eine Menge Frust, Entäuschungen und Zwänge beinhaltet.

    Mag ja sein, dass „man“ das darunter versteht, aber das ist MIR eigentlich ziemlich egal. :devilsmile:
    Ich verstehe inzwischen etwas anderes darunter und das hat wenig mit Frust zu tun, sondern mit Freiheit.



    Hiess ja schon früher "lasst sorgenlos die Kinder spielen, eh sie den Ernst des Lebens fühlen"...man wusste es schon immer.

    In diese Richtung denke ich übrigens bei diesem lateinischen Spruch „Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant.“ Kinder sollten Kinder sein dürfen und dazu gehört eben auch, dass sie Blödsinn anstellen.
    Hab irgendwo mal gelesen, welche Bedeutung zum Beispiel körperliche Auseinandersetzungen bei Kindern haben. Hat auch etwas mit dem Erkennen und Lernen eigener und fremder Grenzen zu tun.


    Von der Null-Bock-Generation habe ich gehört, ich gehörte nicht dazu, auch wenn wir in meiner Generation Angst vor der Zukunft/ dem Ende der Welt hatten und gelegentlich die Frage nach dem „Wozu?“ aufkam.

    Angesichts meiner persönlichen Ängste habe ich immer nach Sicherheit gestrebt. Und mir war klar, dass ich einen Beruf ergreifen musste, um Geld zu verdienen und somit zumindest finanzielle Sicherheit zu erreichen. Die Existenznöte, die finanzielle Not, in die meine Familie immer wieder geraten war, wollte ich nie wieder erleben müssen.
    Ich hab meinen Beruf im Grunde gemocht, auch wenn ich am System und an gewissen Rahmenbedingungen bald verzweifelt bin. Und ich würd ihn wohl auch noch weiter machen, wenn ich noch könnte, aber auch ich gehörte nicht zu denen, die froh waren, wenn das Wochenende vorbei war.

    Das Lachen kommt bei mir spontan, wenn ich den Witz erst erklären muss, ist es keiner mehr.

    Ich hatte schon so eine Ahnung, worin da der Witz für dich liegt. Nur ging’s mir mit dem Video etwas anders. Bin da etwas zwiegespalten. Das hat mehrere Gründe.



    Bei mir war es so, so lange ich uneingeschränkt Drogen konsumieren oder Saufen wollte, war ich mir mir selbst durchaus im Reinen. Mir hat es auch lange nichts ausgemacht, abgefuckt rumzulaufen, weil Spiesser bei uns einfach ein Schimpfwort war. Das Verbotene, das Bürgerschreckhafte, hatte ja erst mal was von einem Gegenentwurf. Das ging ja nur schief, weil mich der Gegenentwurf selbst ruinierte.

    Ich war ja ebenfalls mit mir im Reinen und ich betrachte es eben auch so, dass es zu MEINEM Weg und MEINER Entwicklung irgendwie dazu gehörte, wobei ich ziemlich froh bin, nicht auch noch auf Drogen gekommen zu sein.
    Das hat ja auch etwas mit Abgrenzung und seinen eigenen Weg Finden zu tun.

    Zu Gegenentwurf und Spießer: Erinnerst du dich an diese köstliche Werbung mit Ingo Naujoks, in dem die Tochter sagt, „Wenn ich groß bin, möchte ich auch Spießer werden.“?

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    Musste dabei an einen lateinischen Spruch denken, der hier zwar nicht so richtig zutrifft, weil es um Erwachsene und nicht um Kinder geht, aber vielleicht ist nachvollziehbar, warum mir in diesem Zusammenhang dieser Spruch eingefallen ist. … Wann beginnen wir eigentlich wirklich, „Erwachsene“ zu sein?


    ich hab mich bis heute noch nie damit beschäftigt, erwachsen sein zu wollen. Ich wollte 18 werden, damit mir meine Eltern nichts mehr vorschreiben konnten, ansonsten hätte es gerne so bleiben können. Darüber hinaus handle ich ziemlich hedonistisch und auch egoistisch, ich denke durchaus über die Konsequenzen meines Handelns nach, aber ich mache eigentlich nichts, weil "man es so macht". Meine stärkste Triebkraft ist immer noch, wie ich bei dem fühle, was ich mache.

    Ich hab mich schon als 15-Jährige damit beschäftigt, erwachsen sein zu wollen. Ich litt so sehr unter unserer Familiensituation und darunter, nicht da raus kommen zu können, und ich litt unter meiner schulischen Situation mit meinen Mitschülern, aus der es ebenfalls kein Entkommen gab.
    Ich erinnere mich an ein Gespräch kurz vor oder nach dem Tod meines Vaters, in dem ich sagte, dass ich das, was da in den nächsten Jahren noch vor mir liegt, am liebsten überspringen würde und gleich Anfang 40 sein wollte. Irgendwie verband ich damals wohl die Vorstellung damit, mit Anfang 40 aus allem/ dem Schlimmsten raus zu sein.


    Als ich mit dem Saufen aufgehört hab, hatte ich sogar das Gefühl, ich brauch den Alkohol auch deswegen, weil ich im Normalleben schon zu erwachsen und kontrolliert bin, mir das aber gar nicht entspricht und ich das auch nicht sein will. Ich wollte es lernen, auch nüchtern wieder unernster und kindischer zu werden. Für mich war klar, ich lebe im Suff einen Teil von mir aus, den ich mich nüchtern nicht traue, weil ich nüchtern auch so ein komisches Selbstbild hatte, wie so ne Führungskraft und ein intelligenter Mensch zu sein hätte.

    Im Nachhinein betrachtet hab ich u.a. auch deswegen getrunken, weil auch ich unter Alkoholeinfluss etwas ausleben konnte, was ich nüchtern nicht konnte, und weil ich Entspannung fand und der Innere Druck nachließ.
    Ich wollte zwar erwachsen sein, die Kontrolle haben, den Überblick, alles richtig machen usw., zugleich hat mich mein Leben aber auch mächtig gefordert und überfordert. Dass es mich dermaßen überfordert hat, hat - das weiß ich heute und ich kenne sie inzwischen - mit den Ego-States zu tun, die sich aufgrund verschiedener traumatischer Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend in mir ergeben haben. Irgendetwas hat eigentlich immer getriggert und den einen oder anderen Ego-State an die Oberfläche geholt.
    Unter Alkoholeinfluss lief nach meinem persönlichen Eindruck so Manches leichter. Bis es dann eben in der Zeit, bevor ich mich hier angemeldet habe, gekippt ist.

    Dadurch, dass ich in der Therapie nun endlich das eine oder andere aufarbeiten darf, erlebe ich ein ganz neues Gefühl des Erwachsen-Seins. Schwer das zu beschreiben. Ich habe das Gefühl, endlich wirklich die Kontrolle haben, all das sein zu können, was ich schon immer wollte, das ausleben zu können, was ich eigentlich schon immer wollte, und meinen verletzten Ego-States das geben zu können, was sie wirklich brauchen. Es fühlt sich gut an, was jetzt möglich ist.
    Letztens erst kam heraus, dass und warum ich mich eigentlich immer falsch gefühlt habe. Seit das herausgekommen ist, hat sich etwas in mir verändert und das gefällt mir sehr.

    Inzwischen sehe ich das mit dem Erwachsen-Werden etwas differenzierter. Und mir geht’s dabei nicht darum, etwas zu tun, „weil man es so macht“. Das mache ich sowieso nicht, weil das, was „man so macht“ nicht unbedingt immer das Richtige oder Angemessene ist. Mein Vater brachte gerne diesen Spruch: „Tausende Fliegen können nicht irren, Scheiße ist gut.“
    Ich tue das, was MIR und meinen Prinzipien, Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht. Das ist eine ganz eigene Mischung aus Hedonismus, gesundem Egoismus und stoischer Ethik sowie christlichen Werten und Prinzipien.

    Das, was hinter mir liegt, war eben Teil meines Weges und meiner Entwicklung. Und der Blödsinn, den ICH angestellt habe, hat mich auch nicht gerade wenig gelehrt, Schmerzhaftes, aber auch Humoriges.

    Grüße
    AmSee

    Mein Erfolgsrezept bis zum heutigen Tag :
    Ich WILL nie wieder zurück zu der Zeit ,als ich regelmäßig getrunken habe.
    Für mich ist der Alkohol keine Option mehr.
    Das ist fest in meinem Kopf drin.

    Womit wir übrigens wieder bei den Gedanken des Eingangsposts dieses Fadens wären:
    Tiefpunkt und bedingungsloses Aufhören. 44.

    Ich hab in diesem Zusammenhang auch an das denken müssen, was Greenfox in seinem Faden „Gesunder Egoismus“ geschrieben hat. Das gehört m.E. auch in diesen Zusammenhang.

    Also, erheitert hat mich das Video jetzt nicht so recht, aber ein gewisses Schmunzeln hat‘s mir schon entlockt.
    Und es hat mich ein kleines Bisschen nachdenklich gemacht. Ich hab‘s zweifellos nicht so getrieben, aber ein gewisses Denken kam mir nicht so ganz unbekannt vor…. Bin irgendwie ziemlich froh und erleichtert, diesem Denken entkommen zu sein….


    Und ich bereue es nicht mal.

    Musste dabei an einen lateinischen Spruch denken, der hier zwar nicht so richtig zutrifft, weil es um Erwachsene und nicht um Kinder geht, aber vielleicht ist nachvollziehbar, warum mir in diesem Zusammenhang dieser Spruch eingefallen ist. … Wann beginnen wir eigentlich wirklich, „Erwachsene“ zu sein?

    Sunt pueri pueri, pueri puerilia tractant. - etwas freier übersetzt: Kinder sind Kinder und Kinder machen Blödsinn.


    Ich hab zwar nicht so rebelliert wie du, aber auch ich hab auf meine Weise rebelliert.
    Aus heutiger Sicht war’s mitunter Blödsinn und ich würd’ so Manches heute auch nicht mehr machen, aber damals und auch in der Zeit bis zu meiner Erkenntnis, dass ich mir zu allem Übel auch noch ein Alkoholproblem angelacht hatte, gehörte es irgendwie zu meinem Weg und meiner Entwicklung dazu.

    Ich bereue es nicht und muss es auch nicht bereuen, weil niemand dabei zu Schaden gekommen ist.
    Ich denke, dass es mir anders damit gehen würde, wenn ich jemand anderem geschadet hätte.


    Ich glaube, manche haben mit dem Aufhören nur deswegen Probleme, weil sie vorher zu wenig gesoffen haben.

    Das glaube ich nicht. Ich denke, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, warum der/ die eine es packt und warum der/ die andere eben leider nicht.

    Ein Mensch, von Arbeit überhäuft,
    indes die Zeit von dannen läuft,
    hat zu erledigen eine Menge,
    und kommt, so sagt man, ins Gedränge.
    Inmitten all der Zappelnot
    trifft ihn der Schlag, und er ist tot.
    Was grad so wichtig noch erschienen,
    fällt hin: Was bleibt von den Terminen?
    Nur dieser einzige zuletzt:
    Am Mittwoch wird er beigesetzt.
    Und schau, den hält er pünktlich ein,
    denn er hat Zeit jetzt, es zu sein.

    Eugen Roth

    Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben; intensiv leben wollte ich. Das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, daß ich gar nicht gelebt hatte.


    Henry David Thoreau