Wenn du den Umständen erlaubst über deine Gefühle zu bestimmen, sitzt du in der Falle. Aber wenn du dir anschaust, wie du dich fühlst und die Gedanken prüfst, die du denkst, bist du frei, wahrhaft frei.
Khalil Gibran
Wenn du den Umständen erlaubst über deine Gefühle zu bestimmen, sitzt du in der Falle. Aber wenn du dir anschaust, wie du dich fühlst und die Gedanken prüfst, die du denkst, bist du frei, wahrhaft frei.
Khalil Gibran
Hallo Habssatt.
Vorweg: Hier wird kein Weg VERDAMMT. Höchstens kritisch betrachtet.
Ich sehe das auch so wie Greenfox und habe das in den bald 20 Monaten, die ich dieses Forum kenne, auch genau so beobachtet.
Auch ich betrachte deinen Weg kritisch und auch mir brauchst du „nix vom Pferd zu erzählen“, auch wenn ich nicht sämtliche der von dir aufgeführten Medikamente kenne.
Ich weiß nicht, ob du wirklich offen bist für das, was wir dir sagen könnten, oder ob du einfach von uns Bestätigung für deinen Weg haben willst. Deine erste Vorstellung hier deutete eher auf letzteres hin, deshalb habe ich zum Beispiel dir nichts geschrieben. Nach Deinem Post heute Abend kann ich mir immerhin eine bessere Vorstellung machen, was dein Hintergrund und deine Beweggründe für diesen Weg sind.
Zu meinem Hintergrund:
Erfahrungen mit einem solchen Weg, wie du es versuchst, habe ich viele Jahre lang mit meinem Vater machen dürfen. Ein zweifellos intelligenter Mann, der in einer ähnlichen Lage steckte wie du. So, wie ich dich argumentieren höre, erinnerst du mich sehr stark an ihn. Er war in Bezug auf Medikamente ähnlich bewandert, trat sehr überzeugt von der Richtigkeit seines Tuns auf. Er hat sich die entsprechenden Medikamente immer über einen befreundeten Arzt verschafft. Damals, das war in den 70ern und 80ern, waren das noch Distra und noch ein paar andere Medikamente. Übrigens endeten alle seine Versuche im Krankenhaus.
Da ich selbst leider recht gut vertraut mit Depressionen und mit den entsprechenden Medikamenten bin, sehe ich deinen Weg, sofern du von der Medikamentierung deiner Psychiaterin abweichst, recht kritisch.
Wenn deine Psychiaterin dich beim ambulanten Entzug begleiten will, dann übernimmt sie damit auch eine hohe Verantwortung. Ich weiß nicht, ob du dir der Tragweite tatsächlich bewusst bist.
Dann halte dich aber auch genau an ihre Medikamentierung und die abgesprochene Dosis und ergänz das nicht auch noch (ohne ihr Wissen?) mit Medikamenten vom Schwarzmarkt. Und wenn du in ihre Kompetenz nicht genug Vertrauen haben solltest, dann such dir einen anderen Psychiater (auch wenn’s wegen Ärztemangel und langen Wartezeiten schwierig wird). Auch ich kann nur davor warnen, eigene Experimente zu unternehmen.
Grüße
AmSee
P.S.: Vielleicht macht dich das traurige Beispiel von Rolf, von dem der Journalist im folgenden Artikel u.a. erzählt, ein bisschen nachdenklich:
Einer, der nur Zeitungen liest und, wenn's hochkommt, Bücher zeitgenössischer Autoren, kommt mir vor wie ein hochgradig Kurzsichtiger, der es verschmäht, Augengläser zu tragen. Er ist völlig abhängig von den Vorurteilen und Moden seiner Zeit, denn er bekommt nichts anderes zu sehen und zu hören. Und was einer selbständig denkt, ohne Anlehnung an das Denken und Erleben anderer, ist auch im besten Falle ziemlich ärmlich und monoton.
Albert Einstein
44.
@Orangina
Hab es eingearbeitet.
In einem guten Bücherraum haben Sie auf mysteriöse Weise das Gefühl, dass Sie die Weisheit, die in allen Büchern enthalten ist, über Ihre Haut aufnehmen, ohne sie zu öffnen.
Mark Twain
Haben Sie beim Autofahren schon bemerkt, daß jeder, der langsamer fährt als Sie, ein Idiot ist und jeder, der schneller fährt, ein Verrückter?
George Carlin
(Das ist mir in der Tat gestern auf der Autobahn mal wieder so ergangen, sowohl auf der zweistündigen Hin- als auch auf der zweistündigen Rückfahrt. Viel zu viele Idioten und Verrückte unterwegs! :grins:)
Du sollst nicht erzürnen über diese Welt. Sie kümmert sich nicht drum. So ordne, was da kommt, in deine kleine Welt, und du wirst glücklich sein.
Plutarch
(vor rund 2000 Jahren)
Auch ich war immer daheim, grub, krautete, stocherte, handhabte die Gießkanne, besah alles, was wuchs, tagtäglich genau und bin daher mit jeder Rose, mit jedem Kohlkopf, mit jeder Gurke intim bekannt geworden. Eine etwas beschränkte Welt, so scheint's. Und doch, wenn man's recht erwägt, ist all das Zeugs, von dem jedes einzelne unendlich und unergründlich ist, nicht weniger bemerkenswerth, als Alpen und Meer, als Japan und China.
Wilhelm Busch
Hallo Ina,
schön, dass du uns davon berichtest und dass es für dich so zufriedenstellend gelaufen ist!
Das wird dir für zukünftige Veranstaltungen solcher Art bestimmt Mut machen, weil du erlebt hast, dass und wie es erfolgreich funktionieren kann, dich mit Veranstaltungen solcher Art zu konfrontieren.
Besonders schön stelle ich mir allerdings das Erlebnis vor, dass Alkohol in dieser Hochzeitsgesellschaft offenbar nur eine sehr geringe Rolle gespielt hat, und es trotzdem (oder vielmehr: erst Recht (?)) eine schöne Feier war.
Auch dir ein schönes Wochenende!
Viele Grüße
AmSee
Die Phantasie ist ein mächtiges Werkzeug. Sie kann Erinnerungen an die Vergangenheit einfärben, Wahrnehmungen der Gegenwart schattieren oder eine Zukunft malen, die so lebendig ist, dass sie verlockend... oder erschreckend sein kann, je nachdem, wie wir uns heute verhalten.
Jim Davis
Liebe Orangina.
das , was du in Bezug auf das Nikotin schreibst, erinnert mich an die Aussagen eines Freundes:Er kann bis jetzt nicht aufhören, da er sonst körperliche und psychotische Zustände bekommt. Das konnte ich gar nicht richtig glauben. Ohne Nikotin wurde er depressiv und panisch und antriebsarm. Seine Hirnregionen funktionieren da ganz anders, wie mir scheint. Gelesen habe ich, dass es tatsächlich so ist, dass manche Menschen extremer auf das Nikotin anspringen. Das ist der Grund, dass er noch immer raucht, obwohl er es nicht mehr will.
Frank hat mich in seinem Post an mich an etwas Wichtiges erinnert, was mir tatsächlich entfallen war:
Das Rauchen macht die Depression nicht besser.
Zwar hat Nikotin tatsächlich positive Wirkungen im Gehirn, aber diese eben nur sehr kurzfristig, sie verfliegen sehr schnell wieder.
Langfristig hingegen wirkt sich der Konsum auch im Gehirn tatsächlich negativ aus und auch die positiven Wirkungen gibt’s irgendwann gar nicht mehr.
Im Prinzip hat sich dein Freund mit seiner „Selbstmedikation mit Nikotin“ in einen Teufelskreislauf begeben, der nur eine Abwärtsspirale hat. Aus dieser Spirale gibt’s nur ein Entkommen, wenn man wirklich gänzlich mit dem Rauchen aufhört..
Ich hab das mit der „Selbstmedikation mit Nikotin“ auch gemacht und mich immer wieder täuschen lassen.
Mir war tatsächlich entfallen, welche positiven Auswirkungen meine Rauchfreiheit auf meine Depressionserkrankung hatte und umgekehrt, wie negativ sich mein Nikotinkonsum auf meine Erkrankung ausgewirkt hatte. Ich hatte auch diesmal tatsächlich wieder einmal das kleine „falsche“ Glück vor Augen bzw. die kurzfristige Erleichterung (und ich hatte wieder jene Überzeugungen von früher im Kopf dabei).
Frank hat mich mit seinem Post genau daran erinnert, wie das war, als ich eineinhalb Jahre rauchfrei war. Und so hatte ich auch wieder deutlich vor Augen, was ich eigentlich gewinne, wenn ich aufhöre.
Übrigens, an dem von ihm geschilderten Punkt, dass drei Zigaretten direkt hintereinander am Morgen nicht reichen, um das Suchtbedürfnis zu stillen, war ich auch schon mal…. Von Wohlgefühl und Erleichterung war da überhaupt keine Spur…
Ja, es kann gut sein, dass es bei deinem Freund beim Entzug zunächst zu körperlichen und psychotischen Zuständen kommt, die eine Weile andauern. Und wer so etwas einmal erlebt hat, fürchtet sich auch davor, falls er nochmals davor stehen sollte. Dennoch ist das kein vernünftiger Grund, weiter zu rauchen, sondern im Gegenteil ein Grund, sich professionelle Hilfe eines entsprechenden Facharztes zu holen.
Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man für so etwas nicht offen ist, wenn man noch nicht den Punkt erreicht hat, wo man WIRKLICH aufhören will. :devilsmile:
Liebe Grüße
AmSee
Was wir sehen, verändert das, was wir wissen. Was wir wissen, ändert das, was wir sehen.
Jean Piaget
Liebe Orangina.
Ich denke ,dass es sicher mit vielen inneren Überzeugungen zusammenhängen könnte ,aber auch mit Gehirnstrukturen und mit dem ,wie jeder einzelne auf ein Suchtmittel anspringt und diese verarbeitet.
Aufgrund dessen, was ich so bei mir und bei anderen beobachtet bzw. wahrgenommen habe, sehe ich das ganz ähnlich.
Da scheint vieles eine Rolle zu spielen.
Ich war damals ,als ich mit dem Rauchen aufgehört habe ,nachdem ich Allen Carr las ,auch ziemlich gespannt und freudig aufs Nichrauchen und hatte teils gute innere Bilder aufgebaut und trotzdem, so schien mir ,war mein Suchtzentrum im Kopf noch immer gierig und wollte den Stoff wieder haben.
Ich hab ja auch mal recht gut mit dem Buch von Carr aufgehört, nur scheint das bei mir nicht ausgereicht zu haben, sonst wäre ich nicht wieder rückfällig geworden.
Beim Alkohol-Stopp war das gar nicht der Fall.
Ich denke ,dass ich ganz unterschiedlich auf Alkohol und auf Nikotin reagiert habe.
Auch da war/ ist das bei mir ähnlich. In Bezug auf Alkohol beschäftigt mich das Thema mit den Inneren Anteilen auch nicht wirklich. Es scheint, als wenn das da keine besondere Rolle spielt, obwohl mir bewusst ist, dass gewisse Innere Anteile positive Assoziationen mit Alkohol verbinden.
Vielleicht kann es sein ,dass dein Hirn aber auch viel intensiver auf Nikotin reagiert hat als der Alkohol?
Das könnte durchaus sein. Wenn ich zurückschaue, spielte das Rauchen für mich eine deutlich größere Rolle und ich lernte auch binnen sehr kurzer Zeit kennen, wie unangenehm es sich anfühlte, wenn mir „der Stoff“ ausging. Bis mir das in Bezug auf Alkohol aufgefallen ist, hab ich Jahrzehnte gebraucht. :devilsmile:
Trotzdem sehe ich aber auch ganz besonders die Sache mit den Gewohnheiten, die irgendwann zur Sucht wurden und dass das Hirn gelernt hat ,auf Substanzen zurück zu greifen,immer und immer wieder.
Diese "Bahn" wurde fest angelegt und das Hirn hat genau gelernt, sich nur in dieser Bahn zu bewegen .
Eine andere Bahn ,nämlich keine Suchtmittel zu konsumieren muss ja erst mal neu angelegt werden und das ist am Anfang ja ziemlich schwierig, andere Wege und andere Methoden anzuwenden.
Das sehe ich auch nicht viel anders als du. Natürlich spielt das, soweit ich weiß, auch eine Rolle. Und zwar eine ziemlich große.
Gelegenheitsraucher scheinen ein ganz besonderes Phänomen zu sein. Keine Ahnung, wie das bei denen funktioniert. nixweiss0 laugh2
Dank unseres Themas, das wir hier hatten über die inneren Anteile,hab ich mich in den letzten Tagen wieder mit den inneren Anteilen beschäftigt und mir selbst damit ein aktuelles Problem, das ich lösen wollte ,angeschaut.Ich merke ,dass mich das ein Stück weiter brachte.
Das freut mich für dich!
Für mich ist das immer wieder ein spannendes Thema und ich blicke da auch immer noch nicht so gänzlich durch.
Was ich feststellen durfte, ist, dass bei mir frühere Ichs mitunter sehr an der „Oberfläche“ sind und mitunter sogar die „Führung“ übernehmen. Letzteres empfinde ich in der Regel als ziemlich unangenehm, weil damit IMMER das Gefühl von Überforderung - mitunter auch Panik - verbunden ist. Letztens beim Therapeuten ist es wieder passiert, aber Dank seiner Hilfe kam ich da zügig wieder heraus und weiß jetzt, was ich ggf. tun kann, wenn’s wieder passiert.
Liebe Grüße
AmSee
Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles, was er berührt, in Gold verwandelt; der Arme ist reich mit ihm, der Reiche arm ohne ihn.
Benjamin Franklin
Liebe Orangina,
Du hattest geschrieben, dass meine Anteile damals mit 13 Jahren sicher auch ein Grund waren, weshalb ich angefangen habe zu rauchen.
So zumindest habe ich dich verstanden.
so habe ich das nicht gemeint. Warum auch immer man in eine Sucht hineingerät, ist meines Erachtens ein weites Thema. Ob da Innere Anteile eine Rolle spielen? nixweiss0
Das ist auch gar nicht so sehr das, was mich dabei interessiert.
Was mich eher interessiert, ist, wie man oder vielmehr wie ICH daraus wieder herauskommt.
Beim Thema Alkohol hat‘s bei mir ja offensichtlich so richtig „klick“ gemacht, beim Thema „Rauchen“ habe ich mich, wie du mitbekommen hast, sehr viel schwerer getan und immer wieder Rückfälle erlebt. Und gerade deshalb frage ich mich, was da bei mir dahinter stecken könnte.
Ich vermute, dass das bei mir etwas mit gewissen früheren Ichs von mir (= Innere Anteile) zu tun hat. Ein paar dieser früheren Ichs, die abhängig vom Rauchen waren, verbinden etwas „positives“ damit.
Der Frädrich ordnet das, was ich meine, dem sogenannten „Inneren Schweinehund“ zu, ich differenziere das etwas mehr und vermute, dass da auch „Überzeugungen“ gewisser früherer Ichs von mir, eine Rolle spielen.
Ich meine also nicht, dass deine Anteile damals mit 13 Jahre ein Grund waren, weshalb du angefangen hast zu rauchen, sondern dass deren Überzeugungen ein möglicher Grund waren, warum du dich so gequält hast, als du aufgehört hast.
Liebe Grüße
AmSee
Argumente nützen gegen Vorurteile ebenso wenig wie Schokolade gegen Verstopfung.
Max Pallenberg
Der ist gut - habe ich mir gleich notiert ;D 44.
44. ;D
Diplomatie ist, jemanden so zur Hölle zu schicken, daß er sich auf die Reise freut.
Winston Churchill
Vergiss nicht dich über die Meilensteine zu freuen, wenn du dich auf den Weg vor dir machst.
Nelson Mandela
Es kann mich niemand daran hindern, über Nacht klüger zu werden.
Konrad Adenauer