Beiträge von AmSee13

    Hallo Nana,
    ich jedenfalls finde unseren Austausch recht interessant. :)

    Danke für deine Beschreibung, wie du das bislang auf der kognitiven Ebene hast lösen können. Wenn das für dich so funktioniert, prima! Ich wünsche dir natürlich, dass du das ggf. weiterhin so lösen kannst und möglichst von Suchtdruck verschont bleibst. Gefühle ins Positive zu drehen und ggf. fürsorglich mit sich zu sprechen ist zweifelsohne höchst wirksam und motivierend.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit gewissen Gefühlen und Situationen, hätte das so nicht funktioniert, auch wenn ich selbst Vieles in meinem Leben auf der kognitiven Ebene gelöst habe oder zu lösen versucht habe. - Liegt bei mir vielleicht aber auch an meinem EKA-Hintergrund. nixweiss0 -


    Ich behalte eure Denkanstöße und Anregungen auf jeden Fall im Hinterkopf! Und ich werde weiter berichten, wie es mir ergeht :)

    44.

    Viele Grüße
    AmSee


    So habe ich den Weg zur Suchtberatungsstelle gefunden und mache dort von den vielfältigen Angeboten Gebrauch.

    Magst du in einem entsprechenden neuen oder einem anderen bereits vorhandenen Faden ein bisschen erzählen, was es da so gibt und was du als hilfreich empfindest?

    Falls du Fragen haben solltest oder Gesprächsbedarf, nur heraus damit.
    Auch wenn’s in letzter Zeit etwas still hier geworden ist, dürften sich noch immer Ansprechpartner finden. ;)

    Glückwunsch übrigens zu einem halben Jahr Abstinenz! 44.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    die Wege aus der Sucht heraus sind durchaus unterschiedlich, jeder tickt ein bisschen anders und so manches sieht man im Laufe der Zeit u.U. anders als am Anfang.

    Das ist gerade eine spannende Zeit für dich und ob du mit DEINEM Weg richtig liegst, wird sich für dich zeigen.

    Ich selbst hab am Anfang manches anders wahrgenommen, als ich das nun zwei Jahre später sehe.

    Auch ich habe natürlich Greenfox‘ Erfahrungsbericht gelesen und nicht nur seinen und kann daher ziemlich gut nachvollziehen, was er meint, wenn er betont, wie wichtig die Interaktion, das direkte Gespräch mit anderen Betroffenen, gerade in der Anfangszeit ist.

    Zum Thema „Konfrontation“:

    Ich hab davon gehört, dass in Entzugskliniken mitunter auch der Ansatz der Konfrontation gegangen wird. - Ich selbst war nicht in einer solchen. - Dein Zitat von der Betty Ford Klinik passt auch dazu. Der Ansatz hat gewiss auch einiges für sich.

    ICH wäre nach MEINEN Erfahrungen und Kenntnissen bezüglich unseres Themas allerdings vorsichtig, etwas, was unter ganz bestimmten Bedingungen und therapeutischer Begleitung in einer Klinik geschieht, eins zu eins in den Selbstversuch zu Hause zu übertragen.

    „Wer intensiv spürt, was er fühlt, kann innerhalb kürzester Zeit auf Signale angemessen reagieren.“

    Ich weiß ja nicht, welche Erfahrungen DU mit intensivem Fühlen gemacht hast, ICH zum Beispiel habe die Erfahrung gemacht, wie schwer bis unmöglich das mitunter und wie schwer das ganz besonders am Anfang ist. Manch ein Alkoholiker/ eine Alkoholikerin trinkt ja gerade deswegen Alkohol, um Gefühle runterzuregulieren oder um überhaupt irgendwie zu funktionieren und weitermachen zu können.
    Manch einer muss daher überhaupt erst lernen, sich grundsätzlich seinen Gefühlen stellen und sie überhaupt aushalten zu können. Reines Achtsamkeitstraining reicht da u.U. nicht aus.

    Als ich das eine Mal jenen fürchterlichen Suchtdruck gespürt habe, war ich mit Achtsamkeitstraining und Gefühlsregulation durchaus schon vertraut und darin geübt, aber das, was da war, war gewaltig und ich habe und hätte mich in jener Lage zweifelsohne nicht in der Lage gefühlt, noch intensiver nachspüren zu können, was ich fühle.

    Nun will ich dir keine Angst vor Suchtdruck (solchen habe ich übrigens in Bezug aufs Rauchen schon des öfteren erfahren, aber im Vergleich war der Suchtdruck nach Alkohol noch ne andere Hausnummer) aber vor diesem Hintergrund sehe ich diesen o.g. Satz, so einfach und logisch seine Aussage klingt, kritisch und denke an eine mögliche Überforderung, wenn das unbegleitet im häuslichen Selbstversuch ausprobiert wird.

    Es werden durchaus Situationen auf dich zukommen, in denen du mit Suchtdruck konfrontiert wirst, im Laufe des ersten Jahres begegnet man in der Regel den meisten Situationen. Für mich selbst war das, was andere erfahrene Betroffene mir in dieser Zeit geraten haben, in diesem ersten Jahr sehr hilfreich, manches hätte ich so u.U. nicht kommen sehen und es hätte mich u.U. trotz aller Achtsamkeit und allen Respekts überfordern können.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo VJ,

    ICH jedenfalls habe deine Rückmeldung mit Erleichterung gelesen!
    Ich freue mich ehrlich für dich, dass du offenbar die Kurve gekriegt hast.

    Zu den Vorgängen, die zu deinem „Schlüsselerlebnis“ geführt haben, kann ich nichts sagen, weil ich dazu nichts weiß, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es von einem überaus hohen Verantwortungsbewusstsein zeugt, jemandem, der sich ggf. in Lebensgefahr befindet, der Polizei zu melden. Für jemanden, der sich gerade IN einer Situation befindet, wie du es offenbar warst, ist sowas schwer nachvollziehbar. Auch DAS weiß ich aus eigener Erfahrung. Freut mich natürlich, dass du’s inzwischen anders siehst.
    Wie es sich anhört, hat es dir das Leben gerettet.


    Da du kein Vollmitglied bist, kann ich dir keine PN schicken, daher hier folgende Hinweise:

    Das Nacheditieren von Beiträgen ist nur eine Stunde nach der Veröffentlichung des jeweiligen Posts möglich, danach nicht mehr. Ändern können dann nur noch ein Moderator oder ein Administrator, was aber nur in entsprechend begründeten Ausnahmefällen geschieht. Moderatoren und Administrator machen das hier schließlich auch nur ehrenamtlich in ihrer Freizeit.
    Deswegen heißt es ja auch in den Nutzungsbedingungen, dass jeder Nutzer für seine Beiträge selbst verantwortlich ist.


    Wenn jemand sein Nutzerkonto löscht, bleiben seine Beiträge erhalten.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana!
    Mir ging das mit meinem Mann ganz ähnlich. Ich hab ihm gegenüber meinen Konsum in der Regel nicht verheimlicht. Ich schreibe „in der Regel“, weil ich die wahren Mengen zuletzt doch etwas verschleiert habe, um eben nicht von ihm darauf angesprochen zu werden. Ich mochte es nämlich ganz und gar nicht, wenn er mich auf meinen Konsum ansprach. Ich glaubte tatsächlich, er übertreibe mit seiner Sorge, weil er wusste, dass mein Vater Alkoholiker war.
    Und dann kam bei mir irgendwann dann doch der Punkt, an dem mir mein Konsum richtig unheimlich wurde, weshalb ich mich dann hier im Forum angemeldet und mich vorgestellt hatte.

    Nachdem ich mich dem Thema endlich gestellt hatte, habe ich ziemlich bald meinen Mann eingeweiht und ihm von dem erzählt, was ich so nach und nach erfahren habe. Das hat zum einen mir selbst noch mehr Klärung gebracht, es hat zum anderen aber auch ihn sehr nachdenklich werden lassen, was seinen eigenen (übrigens wirklich harmlosen) Konsum und den Konsum unserer Umgebung (Freunde, Familie, Kollegen, Nachbarn usw.) betrifft. Inzwischen trinkt mein Mann von sich aus ebenfalls überhaupt keinen Alkohol mehr, und das schon seit über einem Jahr, obwohl er zweifellos kein Alkoholproblem hatte, sondern zu den Menschen zählte, die tatsächlich „ganz normal“ Alkohol konsumieren können.



    Ich verstehe was du mit dem Weg meinst. Ich empfinde es für mich so, dass ich einen Mentor / Mentoren brauche.

    Ich hatte das nach deiner Vorstellung übrigens auch so verstanden, dass du deinen Weg allein gehst, d.h. mehr oder minder ohne Unterstützung von anderen.
    So, wie du das hier schilderst, klingt das anders und es trifft meines Erachtens das, was Greenfox in jener Wahrheit angedeutet hat. Du wirst den Weg nicht gänzlich allein gehen, wenn du dir einen Mentor/ Mentoren suchst. Ob das jemand in einer realen SHG vor Ort ist oder jemand in einem Forum wie diesem, hängt meines Erachtens von den jeweiligen persönlichen Bedürfnissen ab. Meine „Mentoren“ hab ich in diesem und in einem anderen Forum „gefunden“.

    Ob du dich allgemein outen solltest oder nur gegenüber ausgewählten Personen, wirst du selbst am ehesten einschätzen können. Ich hab von einigen Alkoholikern gehört bzw. gelesen, dass ihnen das geholfen hat, sich mehr oder minder allgemein zu outen. Reaktionen sollen bei denen oft auch ganz anders, d.h. viel besser verlaufen sein, als erwartet. Sich zu outen kann ein Selbstschutz sein, zum einen weil dir dann nicht immer wieder Alkohol angeboten wird, den du ablehnen musst, zum anderen weil ggf. Rücksicht auf dich genommen wird und möglicherweise aus Respekt vor dir eben kein Alkohol in deiner Gegenwart konsumiert wird. Und drittens schließt du dir damit eine mögliche Hintertür.
    Ich selbst aber habe mich ebenfalls nicht öffentlich geoutet, sondern nur gegenüber ausgewählten Personen. Das hat bei mir mit fehlendem Vertrauen zu meinem Umfeld zu tun. Ich erwarte da eher weniger Verständnis, sondern eher Hindernisse. Auf die möchte ich aus Selbstschutz dann doch lieber verzichten.

    Zweifellos war dein Urlaub war für dich Konfrontation und mir fallen auf Anhieb ein paar trockene Alkoholiker ein, die dir von einer Konfrontation dieser Art abgeraten hätten, aber ich hätte in deiner Situation bestimmt ebenfalls nicht auf den Urlaub verzichtet oder meinen Ausstieg verschoben. Ich kann ziemlich gut nachvollziehen, wie erleichternd sich das angefühlt hat, nicht über das Trinken und die zum Scheitern verurteilten Kontrollversuche nachdenken zu müssen. - Glückwunsch übrigens zu den schönen (krassen) Aha-Erlebnissen! Mögen noch viele weitere solcher Aha-Erlebnisse folgen!

    Ich hatte dich allerdings so verstanden, dass du generell den Weg der Konfrontation gehen willst. Und ich habe diesbezüglich eher noch weiter gedacht, wie z.B. gesellschaftliche Runden, in denen Alkohol konsumiert wird, oder daran, dass sich noch Alkohol in deiner Wohnung/ deinem Haus befindet, usw.

    Gewiss gibt es etwas wie „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ und besteht umgekehrt definitiv die Möglichkeit, sein Verhalten durch Mentales Training zu verändern, nicht ohne Grund habe ich geschrieben, dass es zwei Wege gibt, sich den Situationen zu stellen.
    Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit diesem Thema und dem, was ich mir inzwischen darüber an Wissen angeeignet habe, ist mir nur bewusst geworden, warum viele der mir bekannten erfolgreich abstinenten Alkoholiker zumindest anfangs eher den Weg der Vermeidung gehen. Deshalb habe ich dich darauf angesprochen. Und es interessiert mich durchaus, welche Erfahrungen du auf deinem Weg machst. Mir selbst bekannt ist bislang nur eine Person, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gegangen ist und damit Erfolg hatte.

    Ich selbst hab diesen Suchtdruck in Bezug auf Alkohol ein Mal erlebt und es war reichlich knapp, dass ich das ohne Rückfall überstanden habe. Ohne Hilfe hätte ICH das in dem Moment nicht überstanden, weil’s mich völlig überrascht hat. Ob ich im Falle eines Rückfalls den Absprung gleich wieder geschafft hätte, weiß ich nicht, ich bezweifle es.

    Auf mich wirkst du übrigens nicht überheblich und ich hoffe, dass meine Beträge ebenfalls nicht überheblich rüberkommen.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    herzlich Willkommen in diesem Forum, schön, dass du zu uns gefunden hast. :welcome:
    Danke für deine anerkennenden Worte. :)
    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier, die Möglichkeit hast du hier gewiss. 44.

    Wenn du hier schon ein bisschen gelesen hast, dürftest du schon dem einen oder anderen Beitrag von mir begegnet sein. ;) Kurz zu mir: Ich bin fast 50, vor fast zwei Jahren an dieses Forum geraten, habe durch die Auseinandersetzung mit anderen hier im Forum begriffen, wo ICH in Bezug auf Alkohol stehe und dass ich die Reißleine ziehen muss. Seitdem bin ich trocken und Dank einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema auch schon eine ganze Weile tatsächlich zufrieden abstinent.


    Das hat meinen „Blinden Fleck“ für mein eigenes Trinkverhalten nicht tangiert. War oft mal zu viel aber hey, es funktionierte doch alles wunderbar.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor, auch wenn mein eigener Werdegang etwas anders war als deiner. ;)

    Seit ich mich dem Thema endlich gestellt habe, habe ich mich intensiv damit beschäftigt. In der Herangehensweise scheinst du mir ähnlich zu sein. Der Austausch könnte interessant werden. :)


    Situationen, auf die ich konditioniert bin zu trinken, meide ich nicht. Ich mache mir bewusst, das ist "Bimmel bimmel, sabber sabber", wie bei Pawlows konditioniertem Hündchen und weiß, dass es vorbei geht.

    Nach allem, was ich bislang darüber in Erfahrung gebracht habe, gibt es zwei Wege, sich diesen Situationen zu stellen, den der Vermeidung (zumindest zunächst) und den der Konfrontation. Nach allem, was ich bislang über Psychologie in Erfahrung gebracht habe, haben beide Wege etwas für sich und durchaus ihre Berechtigung, auch wenn ich bislang eher selten von Alkoholikern gehört oder gelesen habe, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gehen. Es würde mich durchaus interessieren, wie es dir mit deinem Weg geht.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit diesem Thema kann ich dir nur raten, dich nicht zu überfordern, denn Suchtdruck KANN auch eine gute Weile nach der Konfrontation auftreten und dich dann mächtig fordern. Mehr dazu gerne, wenn gewünscht, später.

    Nu muss ich erstmal weiter, Termine erledigen.

    Gutes Ankommen hier und viele Grüße
    AmSee

    Hallo Johannes,
    schön, nochmals von dir zu hören bzw. zu lesen. ;)


    Das Problem ist die fehlende Kontrolle, einmal um eben nicht jeden Tag zu trinken und dann, wenn ein gewisses Level erreicht ist, nicht mehr aufhören zu können.

    Eins der typischen Merkmale der Alkoholkrankheit ist leider genau der Kontrollverlust, von dem du schreibst.
    Dass es dazu kommt, hat mit der Neurobiologie der Sucht zu tun.
    Wenn du Lust hast, dich darüber etwas näher zu informieren, stöbere doch einfach mal durch unsere Linksammlung.

    Dieser Kontrollverlust ist leider etwas, was sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

    Mit dem sogenannten „kontrollierten Trinken“ hast du inzwischen ja schon deine eigenen Erfahrungen gemacht und dürfest somit selbst beurteilen können, wie gut das bei dir funktioniert bzw. nicht funktioniert.
    Es soll Alkoholiker geben, die das hinkriegen, ICH habe bislang aber keinen kennengelernt oder von einem gehört/ gelesen, der das hingekriegt hätte. Nicht ohne Grund wirst du in der einen anderen SHG hören oder lesen, dass „Kontrolliertes Trinken“ nicht funktioniert. Ich selbst hatte zuletzt mit dem „Kontrollierten Trinken“ ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie du und mir war klar geworden, dass MIR dieser Kraftaufwand zu hoch und für mich auch zu riskant war.
    ICH find‘s schon bedenklich, was du alles auf dich nimmst (du kapselst dich u.a. immer mehr ab), um doch noch ein oder zwei Gläser Wein trinken zu dürfen. Da stellt sich schon die Frage, ob es DAS wert ist. nixweiss0


    Ich kann nachvollziehen, dass du dich über dein „Scheißverhalten“ ärgerst, aber dahinter steckt der Gedanke, dass sich dein Verhalten noch kognitiv kontrollieren ließe. Wenn du dich etwas näher mit dem Thema „Neurobiologie der Sucht“ beschäftigst, wirst du erfahren können, dass da in deinem Gehirn leider Prozesse stattfinden, die sich der kognitiven Kontrolle völlig entziehen.


    Als ich mich der Frage bzw. dem Thema, ob mein Alkoholkonsum zu einem ernsthaften Problem geworden ist, endlich stellte, wurde mir durch den Austausch mit anderen hier und durch Erfahrungsberichte anderer klar, wo ich bereits stand und wohin es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog. Ich hab für mich daraufhin vor fast zwei Jahren die Reißleine gezogen und kann für mich behaupten, dass ich zufrieden abstinent lebe.


    Was deinen Freundeskreis betrifft: Dir ist inzwischen schon aufgefallen, was da so abgeht. Mindestens 4 deiner Freunde sind schon Alkoholiker, langsam zu treten ist eigentlich nicht möglich.
    Ob dieser Freundeskreis noch zu dir passt, wenn du abstinent geworden sein solltest, wird sich für dich zeigen. Trocken zu sein bedeutet nicht automatisch, sich auch aus diesem Freundeskreis verabschieden zu müssen. Das kommt ganz darauf an, ob dieser Freundeskreis noch zu dir passt, wenn du abstinent lebst.


    Ich kann dich nur dazu beglückwünschen, dass du begonnen hast, dich diesem Thema zu stellen. Wie es für dich weitergeht, wird sich zeigen.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Johannes,

    :welcome: in unserer Runde, in der der eine oder die andere ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


    Erstmal Gratulation, dass du den Absprung von all dem anderen gemeistert hast! Selbstverständlich ist das nicht.


    Vom Alk kommst du, wenn ich das richtig verstehe, nicht erfolgreich weg, weil er für dich trotz allem so eine Art Medizin und eine gute Möglichkeit der Belohnung darstellt. Du hast zwar erkannt, dass du da in einer Art Tretmühle steckst, aus der du endlich aussteigen willst, aber deine Ausstiegsversuche waren bislang ohne dauerhaften Erfolg.

    Zum Nicht-einschlafen-Können, wenn du auf Alkohol verzichtest:
    Das ist eine Nebenwirkung, die durchaus öfter auftritt. Das hat mit Veränderungen in der Biochemie deines Gehirns zu tun, genauer mit bestimmten Botenstoffen und den ihnen entsprechenden Rezeptoren.

    Wie du schon bemerkt hast, legt sich das nach einiger Zeit wieder. Wenn dieser Zustand zu belastend ist, solltest du ärztliche Hilfe zu Rate ziehen.

    Alkohol als Belohnung kennen viele (die meisten?) von uns und haben ihn entsprechend missbraucht, bis es eben schief gegangen ist. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger schief. nixweiss0
    Entscheidend ist, dass wir für uns erkannt haben, dass es so für uns nicht weitergehen darf. Und an DEM Punkt bist du eben gerade.

    Hast du denn schon konkrete Fragen an uns?

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Alkoholikerin und seit bald zwei Jahren trocken.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Krüml,
    es macht den Eindruck, dass du zumindest hier nicht sonderlich an einem Austausch interessiert bist.

    Auf Greenfox‘ freundliche Antwort und Einladung hast du nicht einmal reagiert.


    Ob es allerdings hilfreich ist, sich mit Deinem Wunsch nach einer WhatsApp-Gruppe außer in Deinem eigenem Thread vollkommen zusammenhanglos in andere Vorstellungs-Threads zu drängen (von Daun2020 und AmSee13) - das wage ich zu bezweifeln. Das wirkt in MEINEN Augen wie Spam.

    Da geht’s mir übrigens ganz ähnlich wie Greenfox.

    Übrigens zu deiner Idee:
    Ich rate davon aus verschiedenen guten Gründen ab.

    Gruß
    AmSee

    Hallo Ludwig,
    mich würde ja näher interessieren, warum du diese Frage stellst. Interessiert dich, warum du bei der Menge deiner Einschätzung nach noch keine „körperliche Abhängigkeit“ entwickelt hast, oder geht es für dich darum, „kontrolliert trinken“ zu können?


    Wenn ihr auf die Entwicklung eurer Sucht zurückseht, könnt ihr festmachen ab welcher täglichen Trinkmenge zur psychischen auch die körperliche Abhängigkeit dazukam?

    Diese Frage wird dir wahrscheinlich kaum einer beantworten können, gerade weil der Übergang schleichend geschieht. Bei all den vielen Erfahrungsberichten, die ich schon kennengelernt habe, war bei dem einen oder anderen irgendwann der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr ohne Alkohol ging. Bis der- oder diejenige sich dann überhaupt erst eingestanden hat, ein ernsthaftes Problem entwickelt zu haben und bereit war, etwas dagegen zu unternehmen, war und ist auch nicht so selbstverständlich, wie man das von außen betrachtet meinen möchte.

    Die Mengen waren, soweit ich das mitbekommen habe, bei dem einen oder anderen höchst unterschiedlich. Von daher dürfte auch völlig irrelevant sein, ab welcher Menge jemand anderes tatsächlich körperlich abhängig geworden ist, weil das bei dir zum Beispiel ganz anders sein kann.

    Ich selbst habe in den letzten Monaten meiner Alkoholiker-Karriere teilweise ähnlich viel konsumiert wie du - ohne das mir selbst und anderen wirklich einzugestehen - und ich bemerkte ähnlich wie du keine „sogenannten“ Entzugserscheinungen. N’ bisschen kaputt war ich am nächsten Tag, keine schwitzigen Hände oder sonstwas. Ich konnte auch Pausen über mehrere Tage und Wochen einlegen. Was mir selbst allmählich ernsthaft Sorgen bereitete, war, dass ich‘s nicht so recht kontrollieren konnte. Ich konnt‘s nicht bei ein zwei Gläsern oder meinetwegen auch einer Flasche belassen, der Durst kam sozusagen beim Trinken. Und weil mir das schließlich doch ernsthaft Sorgen bereitete, habe ich mich hier angemeldet.

    Ich fand mich in den Erfahrungsberichten anderer wieder. Ich war zwar noch nicht an dem Punkt angelangt, an den andere bereits gelangt waren, aber irgendwie wurde mir so richtig klar, wohin es mit mir lief, und deswegen zog ich dann die Reißleine. Und MIR wurde klar, dass ich mich auf den Kraftakt des „kontrollierten Trinkens“ nicht einlassen wollte und sollte. Dafür kannte ich mich zu gut und die Alternative war, wie sich in den letzten fast zwei Jahren bestätigt hat, für mich zweifellos die bessere Wahl.

    Ähnlich wie für Greenfox spielt übrigens auch für mich die Unterscheidung zwischen psychischer Abhängigkeit und körperlicher Abhängigkeit keine Rolle. Abhängig ist abhängig. Auch die psychische Abhängigkeit macht schließlich schon unfrei. Und DAS ist doch der eigentliche Punkt: Nicht mehr frei zu sein, in dem, was man tut.

    Übrigens: Was diese Freiheit in völliger Gänze bedeutet, habe ich wirklich erst begriffen, seit ich völlig abstinent lebe und mich in Trockenarbeit/ Selbstfürsorge geübt habe und übe.

    Beste Grüße
    AmSee

    Okay, ich spare mir meine Zeit: Da Du es besser weisst als Andere, die es schon seit Jahren geschafft haben, trocken zu werden (im Gegensatz zu Dir) - mach, was Du willst.
    Aber schließe nicht von Dir auf Andere!!

    Ab sofort werde ich mich weiterer Kommentare enthalten.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Greenfox

    P.S.: Greenfox‘ Reaktion kann ich übrigens ziemlich gut nachvollziehen.

    Mach‘s, wie du willst, aber schließe nicht von dir auf andere.

    Es gibt Menschen, die so eine stationäre Entgiftung wirklich ernst nehmen und als echte Chance begreifen und ergreifen….

    Hallo Habssatt,
    schön, mal einen Zwischenstand von dir zu hören, schade für dich, dass du wieder auf Anfang bist.

    Lass dir von mir mal folgende Frage gefallen:
    Was lässt dich glauben, dass dein Weg, der bislang nicht wirklich funktioniert hat, DIESES MAL klappen wird?

    Um ein Bild zu benutzen: Dein stetes Versuchen erinnert mich an jemanden, der sich mit seinem Auto im Schnee fest gefahren hat, wieder und wieder aufs Gas tritt, die Reifen durchdrehen lässt und sich noch tiefer festfährt.

    Interessant übrigens, was du von der Zeit erzählst, die deiner längeren Abstinenzphase vorausging: Von außen betrachtet, lag dein Erfolg nämlich nicht nur daran, dass du bei einem verschreibungsfreudigen Suchtmediziner warst und entsprechende Medikamente bekommen hast….

    Ich sag‘s dir ganz ehrlich: Du glaubst, dass DU ALLEIN das vom Kopf her im Griff hast bzw. in den Griff bekommen kannst, aber ich denke, das du dich diesbezüglich täuschst.
    Du bist nun einmal süchtig und dein Suchtgedächtnis hat jede Menge Tricks auf Lager, um dich wieder „auf Spur zu bringen“.
    Da geht im Gehirn einfach sooooo viel ab, was sich deiner kognitiven Kontrolle nun einmal entzieht.


    Zuletzt, ist mir egal ob das wie eine Ausrede klingt, war es auch eine enorme innerliche Abwehr täglich die Tabletten (Levetiracetam, Diazepam) nehmen zu müssen. Das war ja Dämmerzustand den ganzen Tag fast, das war ich nach 2-3 Tagen definitiv leid. Dagegen wirkten 5-6 Biere ja geradezu belebend.

    Ich sehe das nicht als Ausrede, denn es schildert ziemlich genau, was da im Kopf während des Entzugs so abgehen kann. Du hast eben nicht die Kontrolle, von der du glaubst, dass du sie noch hast.
    Übrigens dürfte dein Suchtgedächtnis bei diesem Versuch mächtig hinzugelernt haben und wird es in Zukunft GEGEN dich verwenden.


    Schon seit Monaten bin ich nun schon in einem Hin und Her. Ich erlebe mich bis zu einem gewissen Grat unter Biereinfluss relativ funktionabel, während umgekehrt der medikamentöse Entzug radikal depressiv ist.

    Das gehört zum Beispiel dazu. Um das Bild von vorhin nochmals aufzugreifen: Du bist dabei, dich ordentlich festzufahren.

    Und zu den Entzugserscheinungen:
    Denk mal drüber nach: Wenn du keine hättest und leicht da raus kämest, würdest du dir leicht vormachen können, kein Alkoholproblem zu haben.
    Wenn du‘s aber geschafft hast und tatsächlich abstinent kannst, dürften es u.a. die Erinnerungen daran sein, die dich von erneutem Trinken abhalten können.

    Was die stationäre Entgiftung betrifft und den „Gang zum Kiosk“: Das läge dann ja in deiner Hand/ Verantwortung, ob du einen solchen Gang machst…
    Denk mal darüber nach, ob du dir deine Vorstellung über einen stationären Aufenthalt nicht einfach so zurechtbiegst, wie’s dir grad passt.
    Die Option, auf einer Station etwas mehr professionelle Aufsicht und ggf. Ansprechpartner zu haben, hast du nämlich völlig außer Acht gelassen.

    Das letzte Mal hattest du dir Sorgen wegen deines Jobs gemacht, aber du musstest du dir doch weitere Krankmeldungen holen, weil’s doch nicht so hingehauen hat, wie du dir vorgenommen hattest….

    Grüße
    AmSee


    Aus Gründen der Selbstfürsorge bleibe ich bei solchen (bzw. allen) Veranstaltungen nur solange, wie ich es für mich gut befinde.

    So handhabe ich das auch.


    Die Nachschubbeschaffung hätte ICH schon lange nicht mehr miterlebt.

    Das kann ich gut nachvollziehen.
    Normalerweise wäre ich auch gar nicht mehr dabei gewesen, weil’s bei mir interessanterweise nicht mehr so spät wird wie früher. Keine Ahnung, warum, bin eigentlich immer ein Nachtmensch und gewiss kein Morgenmensch gewesen und habe oft einen großen Teil meiner Arbeit am Abend und in der Nacht erledigt. Vielleicht kennst du den berühmten „Flow“. In den vergangenen Monaten aber bin ich für meine Verhältnisse ziemlich früh müde gewesen und zu Bett gegangen.

    Diesmal wurd‘s länger und es passte irgendwie, wobei ich definitiv VOR den anderen gegangen bin, die wohl noch bis in die frühen Morgenstunden zusammengesessen und gebechert haben.


    Ich habe zu Beginn meiner Abstinenz gemerkt, dass es für mich nicht mal das Schwerste war, auf der Veranstaltung nicht zu trinken. Das Verlangen kam meist erst hinterher.
    Zum Einen als Belohnung, es "geschafft" zu haben. Und zum Anderen habe ich es früher sowieso immer so gehandhabt, auf dem Event nur sehr mäßig bis garnicht zu trinken - aber danach den Pegel durch Druckbetankung aufzufüllen ...

    Das kann ich auch gut nachvollziehen, wobei es bei mir schon im Laufe des ersten Jahres und erst recht in diesem meinem zweiten Jahr anders damit ging und geht. Nach diesem einen Suchtdruck-Erlebnis im vergangenen Sommer, als ich mich so richtig mit Alkohol abschießen wollte, habe ich an meiner Einstellung zu meiner Abstinenz gearbeitet.

    Ausgelöst wurde dieses Suchtdruck-Erlebnis offenbar durch das Empfinden, mich dafür zu bedauern, nicht mehr Alkohol trinken zu DÜRFEN.
    Das ist inzwischen völlig anders. Ich bedaure mich definitiv nicht mehr dafür, abstinent sein zu müssen, sondern empfinde es im Gegenteil als wahre Wohltat, abstinent sein zu DÜRFEN. Es ist, wie wenn ein Schalter gänzlich umgelegt worden wäre, und ich hege keinerlei Bedürfnis, daran jemals wieder etwas ändern zu wollen.


    Das Verhalten jener Kollegen habe ich eher mit einer Mischung aus Belustigung, Unverständnis und Bedauern zur Kenntnis genommen, ohne mich dabei erhaben oder überheblich zu fühlen. Warum sollte ich mich auch erhaben fühlen, ich war ja eine ganze Weile ähnlich wie die, hab fleißig mitgebechert und hielt das für lustig und „normal“.
    Heute sehe ich das von außen völlig anders und es hat jeglichen Reiz für mich verloren. Und ich bin außerordentlich froh und erleichtert, dass das so ist. Wie schon öfter beschrieben, kommt’s mir vor, als sei ich einer Gehirnwäsche entronnen.

    Da ich zu diesen Kollegen bzw. in solche Runden nicht mehr passe, hänge ich aber auch nicht mehr mit denen ab. Wenn’s nur diese auf der Feier gegeben hätte, wäre ich gewiss früher gegangen, denn das besoffene Gelaber und Gehabe hätte ich mir gewiss nicht geben wollen. Sollen sie’s so machen, ihre Sache, sind ja erwachsene Leute und gehen ihren eigenen Weg.


    Ich habe nur keinen Bock darauf, dass es mir so schlecht gehen sollte, dass ich vielleicht doch zur Flasche/zum Glas greifen könnte.

    --> Selbstfürsorge

    Ich hab da auch keinen Bock drauf und bin mir selbst inzwischen so wichtig geworden, dass ich gut Acht auf mich gebe. Anders als früher merke ich inzwischen ziemlich schnell, was mir gut und was mir eben nicht gut tut, und ich zwinge mich nicht mehr, länger irgendwo zu verweilen, wo‘s mir nicht gut geht.


    Da du aber das Stichwort „Belohnung“ ansprichst: Ganz, ganz leise hat sich letztens mal wieder diese Vorstellung von „Belohnung“ nach so einem Tag, an dem ich an einem meiner derzeitigen Handwerker-Projekte so richtig geschufftet habe, eingestellt. Hab dieser Vorstellung entgegnet, sie könne mich mal, und mir ein großes Glas Bitter Lemon mit Wasser (halb und halb) gegönnt. DAS ist im Moment mein Lieblingsgetränk. laugh2

    Grüße
    AmSee

    Hallo Kasimir,
    dann geht’s dir ähnlich wie mir, wobei ich nicht sagen würde, dass ich nicht an Alkohol denke. Natürlich denke ich dran, wenn ich hier im Forum lese oder schreibe oder wenn ich in meinem Umfeld mit Alkohol konsumierenden Menschen konfrontiert werde. Ich denke nur nicht daran, selbst (wieder) Alkohol konsumieren zu wollen, reizt mich so ganz und gar nicht.

    Trinkende Gesellschaften kann ich bei mir auch manchmal schlecht meiden, aber ich hab in meinem ersten abstinenten Jahr auch aktiv an mir gearbeitet, dass ich damit gut umgehen kann.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Kasimir,
    schön, wieder von dir zu lesen und dass es so gut bei dir läuft. 44.

    Dass du dein Jubiläum vergessen hattest, sehe ich auch als gutes Zeichen. Dein Fokus dürfte sich verändert haben.
    Du schreibst, dass du gar nicht an Alkohol gedacht hast. Lebst du in einer komplett abstinenten Umgebung, meidest du Gesellschaften, bei denen Alkohol konsumiert wird? Oder bezieht sich das darauf, dass du keinerlei Bedürfnis nach Alkohol verspürt hast, während deine Umgebung wie selbstverständlich weiter Alkohol konsumiert?

    Auf die nächsten hoffentlich entspannten abstinenten Jahre!
    :heartBalloon:

    Grüße
    AmSee

    Heute dürften einige meiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen mit einem mächtigen Kater aufgewacht sein, denn gestern Abend wurde der Abschied einer Kollegin mächtig gefeiert.
    Lustig war’s, doch mit zunehmendem Pegel drehte der eine oder die andere mächtig unangenehm auf. Wenn er oder sie sich selbst nüchtern hätte betrachten können, wär‘s ihm oder ihr gewiss peinlich gewesen. - Vermutlich ist es für solche Runden deshalb so wichtig, dass möglichst keiner nüchtern bleibt. - Später wurde sogar extra noch hochprozentiger Nachschub geholt, um den Durst nach mehr zu stillen.

    Und ich? - Ich trinke mein Bitter Lemon, meine Cola usw., bin lustig, humorvoll, vergnügt und bin von Anfang an einfach nur froh und erleichtert, nicht wie selbstverständlich Alkohol in mich hineinzuschütten. Ich bin froh, nicht mehr dieses wattige Gefühl im Kopf zu bekommen, das sich nach den ersten Schlucken Alkohols einstellt, bin froh, nicht mehr diesen schleichenden Kontrollverlust zu spüren, bin froh, nicht mehr diesen Durst nach MEHR zu spüren. Es fühlt sich so angenehm an, jederzeit Herr meiner Gedanken, meiner Emotionen, meiner Sprache, meines Benehmens zu sein.
    Und am nächsten Morgen nach solchen Feierlichkeiten wird mir immer wieder mit einem großen Gefühl der Erleichterung bewusst, wie schön das eigentlich ist, ohne Kater, ohne Kopfschmerzen, ohne Übelkeit aufzuwachen und mich eben gerade NICHT erschlagen und erschöpft zu fühlen, sondern fit und in der Lage, das tun zu können, was ich mir für den Tag eigentlich vorgenommen hatte.

    Er fehlt mir ganz und gar nicht der Alkohol und ich bedaure mich auch nicht dafür, bei Feierlichkeiten dieser Art keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Abstinent zu sein und zu bleiben ist mir selbstverständlich geworden und es geht mir gut damit.

    Bis ich dahin gekommen bin, wo ich heute stehe, war‘s ein ordentliches Stück Arbeit, denn die Veränderung kam definitiv nicht über Nacht. Ich hab viel gelesen, viel geschrieben, mich viel in Selbstfürsorge geübt.

    Nach über 20 Monaten Abstinenz und Selbstfürsorge, Tätigkeit in dieser Online-SHG und einer weiteren hat sich meine Sicht auf dieses Thema verändert und erweitert. Und ich gehe davon aus, dass dieser Lernprozess für mich auch noch nicht abgeschlossen ist. Es kommt immer mal wieder etwas Neues hinzu. Nicht sooooo viel wie am Anfang, aber ab und zu doch noch mal eine Kleinigkeit hier und da.


    Selbstfürsorge ist mir ein besonderes Anliegen geworden. Nicht immer war und ist mir klar, was ich gerade eigentlich wirklich brauche. Manchmal möchte ich zwar das eine, aber Körper und Psyche erfordern etwas anderes. Dann heißt es das, was gerade ist, anzunehmen, Geduld mit mir zu haben und eben das zu tun, was gerade wichtig und erforderlich ist. Ich darf zufrieden mit mir sein, es läuft. ;)


    Beste Grüße
    AmSee

    Akzeptieren - dann handeln. Was auch immer der gegenwärtige Moment beinhaltet, akzeptiere es, als hättest du es dir so ausgesucht. Arbeite immer mit ihm, nicht gegen ihn. Mache ihn zu deinem Freund und Verbündeten, nicht zu deinem Feind. Das wird dein ganzes Leben auf wundersame Weise verändern.


    Eckhart Tolle