Beiträge von AmSee13


    Hatte ich mich vorher schon darauf eingestellt, dass sich evt. das Suchtgedächtnis melden könnte, war ich gewappnet z.B. vor dem ersten Urlaub, das erste Weihnachten/Silvester....

    Damit bin ich gut gefahren.

    Rekonvaleszent , ich erinnere mich noch gut, wie du mir vor zwei Jahren an Silvester geraten hast, mit einem Schlüssel oder etwas in der Hand bzw. in den Händen um Mitternacht rauszugehen, um so vermeiden zu können, dass mir meine Nachbarn ein Glas Sekt in die Hand drücken können.
    Ich fand deinen Tipp damals sehr hilfreich. 44.


    Nach meiner eigenen Erfahrung macht es das Wissen, was den Druck ausgelöst hat, etwas leichter damit umzugehen.

    Ich hab anderswo den Hinweis gelesen, dass es selten nur ein Ereignis ist, das Suchtdruck auslöst, sondern meist eine ganze Kette mehrer Ereignisse, ohne dass im Einzelnen überhaupt erstmal ersichtlich ist, dass es ein Trigger ist oder sein könnte.

    Ich hab da nochmals drüber nachgedacht und in diesem Zusammenhang mein eigenes Erlebnis mit überwältigenden Suchtdruck überdacht. Bei mir waren es im Nachhinein betrachtet tatsächlich mehrere Trigger oder Ereignisse, die dem Ganzen voraus gingen.
    Auch in diesem Vortrag zum Anhören wird ja eine ganze Kette von Ereignissen geschildert, die letztlich zum Rückfall geführt haben, ohne dass dem Beteiligten klar gewesen wäre, was da eigentlich passiert.

    Ich selbst fand und finde die Informationen in jenem Vortrag zum Anhören ganz hilfreich für meine Rückfall-Prophylaxe. Andere wie bspw. Susanne mögen das nicht nötig haben oder gehabt haben, aber, ob du diesbezüglich eher so wie Susanne bist oder eher wie ich oder Greenfox, kann ich nicht beurteilen.

    Ich denke nach wie vor, dass das Wissen, was mich persönlich getriggert hat oder mich triggern könnte, mir hilft, leichter mit meiner Erkrankung umzugehen, weil es mich achtsamer für mich und meine Bedürfnisse sein lässt.

    Beste Grüße
    AmSee

    Na, dann weißt du ja immerhin, was dich getriggert hat. Sowas hatte ich letztens gemeint, als ich dir geschrieben habe, dass alles Mögliche triggern kann.

    Nach meiner eigenen Erfahrung macht es das Wissen, was den Druck ausgelöst hat, etwas leichter damit umzugehen.

    Kenne solche Situationen auch… zu Gartenarbeit, Heimwerken u.ä. gab’s bei uns früher auch immer Bier…
    Heute genießen wir stattdessen n anderes leckeres Getränk ohne Alkohol und sind bestzufrieden. :))
    Manchmal denke ich noch dran, dass es früher Bier gab, aber es juckt mich überhaupt nicht mehr.


    Bin und bleibe aber standhaft.


    44.

    Huhu,
    gab’s denn irgendwas, das den Druck ausgelöst haben könnte? Kann Stress o.ä. gewesen sein oder auch etwas Positives oder bestimmte Gesellschaft…

    MIR hat es in jener einen echt heftigen Situation geholfen, gaaaaaaanz viel Wasser zu trinken. Als der Bauch voll davon war, war das Verlangen weg.

    Hallo Just4Fun.


    Zunächst muss ich einmal sagen, dass mich gerne mit euren Ratschlägen, auch den ungefragten, auseinander setze. Schließlich seid ihr je schon ein großes Stück weiter auf dem Abstinenz-Weg als ich und habt da schon die eine oder andere Erfahrung gemacht, die mir vielleicht noch bevor steht. Wie gesagt, ich setzte mich damit auseinander und wäge für mich ab, was ich mir für mich aus dem Werkzeugkasten herausnehme. Auch wenn ich dann nicht jedes Werkzeug benutze bin dennoch dankbar für euer Angebot (um im Bild zu bleiben).


    44.

    Ich ticke diesbezüglich ganz ähnlich wie du.

    Zitat


    Zum Thema Konfrontation: Ich wäge auch hier im Vorfeld ab, wie groß das Risiko ist. Stadionbesuch war hier für mich ok, einige bestimmte Freunde zu besuchen ist es z.B. (noch) nicht.

    Das klingt jedenfalls danach, dass du mit einer gewissen Achtsamkeit an die Sache herangehst. :)

    Bezüglich Notfallplan o.ä. hast du ja schon genug Hinweise bekommen. ;)

    Beste Grüße
    AmSee

    Da fällt mir noch etwas ein, wo von Datenbasis gesprochen haben und ich mich auf jenen Vortrag zum Anhören von Prof. Lindenmeyer bezogen habe:
    Interessant fand ich persönlich die Aussage, von der ich vermute, dass sie auf der Datenbasis seiner Klinik beruht, dass 50 Prozent der Alkoholiker, die einer Expositionstherapie unterzogen werden, einen Rückfall erleiden.

    Er führt zwar dann noch weiter aus, dass in diesem Zusammenhang auch eine Rolle spielt, ob es sich um einen kleinen Rückfall von ein paar Tagen oder um einen großen Rückfall von ein paar Jahren handelt, aber mich persönlich macht diese verhältnismäßig hohe Zahl, die offenbar trotz des geschützten Bereiches, in dem diese Therapie vorgenommen wird, auftritt, problembewusster.

    Und ob es in den neuen Therapierichtlinien heißt, dass das Abstinenzgebot überholt sei, ist mir persönlich eigentlich ziemlich egal. Ich kann für MICH nur feststellen, dass es mir mit der Abstinenz ziemlich gut geht, definitiv besser als zu dem Zeitpunkt, als ich noch gehofft hab, jemals wieder kontrolliert trinken zu können.

    Hallo Susanne,
    auch wenn dein Post an Greenfox gerichtet ist und ich auch noch längst nicht auf 20 Jahre erfolgreiche, zufriedene Trockenheit zurückblicken kann, möchte ich ganz gerne meine eigenen Gedanken dazu teilen. wikende091

    Ich kann durchaus nachvollziehen, worauf du hinaus willst, ich denke aber, dass dieses Problem, dass es keine zuverlässige Datenbasis gibt, für uns hier als Online-Selbsthilfegruppe nicht relevant ist. Auch ist gar nicht unsere Aufgabe zu „fischen“, um deine Metapher aufzugreifen.

    Wir sind uns hier - jedenfalls nach meiner Beobachtung - einig darüber, dass der berühmte Königsweg nicht existiert und wir versuchen hier ja auch gar nicht so zu tun, als ob es den gäbe.

    Greenfox hat das meines Erachtens in seiner Metapher ganz gut ausgedrückt. Wir, die Nutzer hier, teilen lediglich UNSERE EIGENEN Erfahrungen und ggf. UNSER Wissen, was UNS bei der Bewältigung UNSERES Alkoholproblems geholfen (oder eher nicht geholfen) hat. Daraus können sich andere dann wie aus einem Werkzeugkoffer bedienen.

    Konkret auf zuverlässige Datenbasis und alkoholfreies Bier: Spielt das, wenn’s um die Weitergabe von dem, was UNS SELBST geholfen oder eher nicht geholfen hat, wirklich eine Rolle?

    Wer um gewisse Risiken weiß, wird möglicherweise achtsamer damit umgehen als jemand, der davon gar keine Ahnung hat, für die dahinter steckende Gefahr aber geradezu prädestiniert ist. - Ob er‘s ist, wissen wir nicht, das müssen wir meines Erachtens aber auch nicht, für UNS war dieses oder jenes jedenfalls gefährlich und nur DAS geben wir weiter.

    Greenfox macht doch immer wieder besonders deutlich, dass es SEINE Erfahrungen sind. Ich mache das nicht ganz SO deutlich wie er, aber auch ich teile lediglich meine eigenen Erfahrungen und das Wissen, das MIR bei der Bewältigung MEINES Problems weitergeholfen hat. Und auch du machst es doch letztlich nicht anders.

    Was ich hier so besonders schätze, ist die Offenheit und Diskussionsbereitschaft. Wie du weißt, habe ich das anderswo vermisst.

    In jenem Vortrag zum Anhören von Prof. Lindenmeyer wird das Beispiel von diesen „Erste Hilfe Kursen“ bemüht, die im Allgemeinen auch dazu führen, dass jemand, der informiert ist, vorsichtiger im Straßenverkehr unterwegs ist.

    Dass wir trotz des Wissens um gewisse Gefahren dennoch ziemlich zufrieden unterwegs sind und nicht ständig mit einem „Geht nicht“ vor Augen leben, ist meines Erachtens in den bisherigen Beiträgen auch recht deutlich geworden. ;)

    Beste Grüße
    AmSee

    Es ist ein zweischneidiges Schwert.

    Ob du’s glaubst oder nicht, dessen bin ich mir tatsächlich bewusst und ich denke bei meinem Schreiben mitunter sogar darüber nach, ob ich dieses oder jenes schreibe oder es besser lasse.

    Zitat


    Ich gehe lieber wohin, wo ich keine Ratschläge bekomme, ausser ich habe explizit danach gefragt.

    Nun, ich weiß nicht, ob Just4Fun oder andere das hier bei uns so empfinden. Vielleicht äußern er oder andere sich ja bei Gelegenheit dazu.

    Zitat


    Kennst Du den Spruch:

    Alle sagten, es geht so nicht. Bis jemand kam, der nicht wusste, dass es so nicht geht, und es dann einfach machte.

    Ja, klar, kenn ich den und ich mag den sogar sehr.
    Ob dieser Spruch hier in diesem Zusammenhang jedoch so passt? nixweiss0
    Es ist ja hier nun nicht so, dass wir explizit schreiben, dass es SO nicht geht.


    Ich sage nur, Erfahrung ist nicht übertragbar, jeder muss seine Erfahrungen selbst machen und für sich selbst herausfinden, wie er glücklich wird.

    Susanne , hmm… Greenfox hat am Anfang dieses Fadens eine Metapher gebraucht, die ich in diesem Zusammenhang gerne nochmals aufgreifen möchte:


    Wir können Dir, bildlich gesprochen, nur als Werkzeugkasten gefüllt mit den verschiedensten Werkzeugen/Erfahrungen dienen, aus dem Du Dich bedienen kannst. Dein Haus musst Du selber bauen.

    Siehst du in meinen oder Greenfox‘ bisherigen Antworten einen Widerspruch dazu oder zu deiner eigenen Auffassung? nixweiss0


    Ich nehme das so wahr, dass so manches, was wir hier schreiben, dabei helfen kann, eigene Risikosituationen besser oder eher erkennen bzw. einschätzen zu können.

    Natürlich DARF jeder/jede seine/ihre eigenen Erfahrungen machen, aber nicht jeder/ jede muss JEDE Erfahrung unbedingt selbst machen. Man KANN seine Lehren auch aus den positiven oder negativen Erfahrungen anderer ziehen. ;)

    Lieber Just4Fun,

    du fragst, warum man nicht auf das „vegane“ Schnitzel zurückgreifen sollte.

    Die Sache ist die: Bist du nach etwas hinterher, das dem Original, das du so gerne mochtest, möglichst nahe kommt, oder gehst du auf Entdeckungsreise nach neuen, bislang unbekannten, aber durchaus bereichernden Möglichkeiten.

    Wenn du dem „Original“ hinterher läufst und es nachzuahmen versuchst, so stellt sich die Frage, was der Vergleich, der wohl kaum ausbleibt, mit DIR macht und ob dir das wirklich gut tut. Kinderpunsch schmeckt, wie du geschrieben hast, nicht so geil wie Glühwein mit Rum. Wie fühlt sich das an, nicht das zu bekommen, was du so gerne mochtest?

    Ich hab mich ja nun aus eigenem Interesse etwas näher mit der Neurobiologie der Sucht beschäftigt. Es ist offenbar nicht nur der Suchtstoff selbst, der auf unser Gehirn einwirkt und für die Ausschüttung bestimmter „Glückshormone“ sorgt, sondern bereits das ganze Drumherum. Und es kann alles Mögliche sein, was triggert.
    Interessant wird’s dann, wie das Gehirn darauf reagiert, wenn die erwartete Wirkung nicht einsetzt, und DAS kann ziemlich unangenehm werden. Näheres findest du zum Thema z.B. hier, das Thema dort ist „Dopamin und Endorphin: Stoffe, die Süchtig machen“.

    Natürlich kannst du dein Gehirn umprogrammieren, aber das sollte sehr bewusst erfolgen.

    Bei den Erlebnissen, von denen du erzählt hast, habe ich mich auch gefragt, ob du dir dessen so bewusst bist, was du da tust, oder ob du deine Alkoholkrankheit sozusagen „auf die leichte Schulter nimmst“ und es einfach mit der Methode „try and error“ probierst.

    In einem anderen Forum, das ich kenne, wäre dir von einem Stadionbesuch z.B. dringend abgeraten worden. Ich fand den Weg einiger Hartliner dort mitunter etwas zu rigide, kann aber inzwischen ganz gut nachvollziehen, was der Hintergrund dafür ist. Es ist nichts anderes als Selbstfürsorge.

    Konfrontation ist neben Vermeidung durchaus ein gangbarer Weg auf dem Weg zu zufriedener Abstinenz, aber nach meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung lässt sich so manches Risiko, gerade wenn man am Anfang steht, nicht weitreichend abschätzen.

    Zum „veganen Schnitzel“:
    Wie‘s der Zufall will, hab ich mich aus gesundheitlichen Gründen eine Weile vegan ernährt. Angeblich sollte diese Ernährungsweise nämlich meine MS-Erkrankung zum Stoppen bringen können. (Kann sie leider nicht und es gibt auch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass sie‘s könnte.)
    Ich hab kein’s von den veganen Schnitzeln (Hast du dir mal die Zutatenliste angesehen? :o) gegessen. Warum auch, wär ja doch kein Schnitzel. :grins:
    Stattdessen hab ich herumprobiert, wie ich mit rein pflanzlichen Zutaten leckere Speisen zubereiten konnte. Das war eine sehr interessante Entdeckungsreise und ich hab dabei so manches schmackhafte Gemüse entdeckt, das ich vorher noch nicht kannte und jetzt meinen Speiseplan bereichert. 44.

    Bezüglich Kinderpunsch:
    Ich mache mir meinen alkoholfreien Punsch selbst, aber nicht um Glühwein (der für mich inzwischen übrigens nur noch unangenehm nach Fusel riecht) nachzuahmen, sondern um ein zur Saison passendes Getränk zu genießen.
    Grundlage ist dafür entweder Apfelsaft oder Trauben-, Kirsch-, Pflaumen-, Johannisbeersaft gewürzt mit Zimtstangen, Nelken, Kardamom, Sternanis, Piment, Orangenschale.
    - Mit diesem fürchterlichen Kinderpunsch gar nicht zu vergleichen. laugh2

    Kurz und gut: Probier doch mal was ganz Anderes, Neues aus!


    Alkoholfreies Bier trinke ich zum Beispiel ganz bewusst nicht. Ich hab das anfangs mal für eine mögliche Alternative gehalten, aber dann ist mir so nach dem zweiten oder dritten dieses ganz leicht wattige Gefühl im Kopf aufgefallen, das ich vom Alkohol her kannte und DAS wollte und will ich auf keinen Fall mehr in meinem Kopf haben.


    Prima find ich übrigens deinen nächsten Schritt. Damit hast du dir ein mögliches Hintertürchen zugemacht, dich noch mehr befreit und dir überaus wertvolle Unterstützung geholt. Schon interessant, wie viel sie schon von deiner Heimlichkeit und deinem Problem wusste und wie erleichtert sie war, dass du’s erkannt hast und angegangen bist, nicht wahr?
    Das dürfte für dich noch so eine spannende Entdeckung gewesen sein.


    Beste Grüße
    AmSee


    P.S.: Empfehlen kann ich dir übrigens z.B. noch diesen Vortrag „Der Stau auf der A 61 - Rückfallprävention“ zum Anhören.

    Ich weiß nicht genau, ob ich in diesem Forum diese Metapher verwenden sollte, aber für mich ist nun mal das Glas eher halb voll als halb leer.

    LG Just4Fun

    Warum solltest du diese Metapher hier nicht verwenden dürfen? - Stimme Frank da vollkommen zu, Gläser können ja auch mit Saft, Apfelsaft, Limo, Cola, Milch….. gefüllt sein. laugh2

    Mit dieser Einstellung dürfte dir im Leben manches leichter fallen als andersherum.

    Dazu passt doch das Sprichwort von Goethe „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ ganz gut, meinst du nicht? :))

    Hallo Just4Fun.
    Das freut mich richtig für dich, dass du schon auf eine erste, erfolgreich abstinente Woche zurückblicken kannst. Das ist viel wert, solche positiven Erfahrungen mit der Abstinenz machen zu können. Du wirst möglicherweise überrascht sein, was sich so nach und nach noch so alles verbessert. Mich jedenfalls hat es positiv überrascht und mir einmal mehr gezeigt, dass mir der Alkohol bei Weitem nicht das gegeben hat, was ich mir davon versprochen hatte, sondern im Gegenteil mehr genommen hat, als ich erwartet hatte.

    Die Anfangseuphorie hört leider nach einer Weile auf, da muss ich Greenfox zustimmen. Freu dich einfach, dass es so gut läuft, und achte weiterhin darauf, was dir WIRKLICH gut tut.



    Auf der anderen Seite hoffe ich, je mehr positive Erlebnisse ich jetzt sammel, umso leichter fällt es mir irgendwann, dem Saufdruck die Stirn zu bieten.

    Jein. ;)

    Natürlich ist es gut und sehr wichtig, positive Erlebnisse zu sammeln, denn damit programmierst du nach und nach dein Belohnungszentrum um, das bislang auf die angenehme, leicht zu habene Wirkung des Alkohols konditioniert ist. Umso weniger wirst du im Laufe der Zeit das Bedürfnis verspüren, dir Belohnung in Form von Alkohol verschaffen zu müssen oder zu wollen.
    Falls dich die Zusammenhänge zwischen Belohnungszentrum und Sucht etwas näher interessieren, ist der Artikel zur Neurobiologie der Sucht zu empfehlen, den wir auch in unserer Linksammlung verlinkt haben.

    Gänzlich zustimmen kann ich dir aber nicht, deshalb das „jein“, weil die Sache mit dem sogenannten Suchtdruck meines Wissens und meiner eigenen Erfahrung nach nochmals ne andere Sache bzw. Hausnummer ist.

    Greenfox und auch Susanne haben dir von einem Beispiel erzählt. Ich selbst hab Suchtdruck etwa ein Dreivierteljahr, nachdem ich abstinent geworden war, und glaubte, damit zufrieden zu sein, ein Mal erlebt und hab dieses Erlebnis als ziemlich heftig empfunden. In DER Situation waren mir nämlich alle positiven Erlebnisse, die ich mit der Abstinenz bis dahin erfahren hatte, ziemlich egal. Ich fühlte nur noch Druck, mich so richtig mit Alkohol abzuschießen. Und ich fühlte mich angesichts dieser Erfahrung ziemlich hilflos.
    Heil aus der Sache rausgekommen bin ich letztlich durch die Unterstützung anderer trockener Alkoholiker, an die ich mich in meiner Not glücklicherweise gewandt hatte.

    Greenfox oder mir oder anderen geht es nicht darum, dir Angst zu machen. Ich gehe mal davon aus, dass du das weißt, sonst hättest du Greenfox auch nicht so geantwortet. Es geht tatsächlich nur darum, dich vorzuwarnen, damit du nicht völlig unvorbereitet bist, FALLS du mal in so eine Situation kommen solltest. Gerade am Anfang, da du noch nicht in deiner Abstinenz gefestigt bist, KANN eine solche Situation, wie du sie geschildert hast, riskant sein.

    Beste Grüße
    AmSee

    Das hört sich richtig gut an bei dir! 44.

    Dich auf das Positive zu konzentrieren und die Sachen zu tun, die dir gut tun, ist das Beste, was du für dich tun kannst.
    Wünsche dir weiterhin so angenehme Entdeckungen!

    Beste Grüße
    AmSee

    Auf ins nächste Lebensjahrzehnt und ins dritte alkoholfreie Jahr! :D

    Darf, auch wenn’s gesundheitlich zuletzt nicht so gelaufen ist, wie’s wünschenswert gewesen wäre, recht zufrieden sein.

    Vielen Dank an Euch alle, die Ihr mir geholfen habt, den Absprung zu finden! Bin froh, dass ich an Euch geraten bin! :blumen2:

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,
    ich find‘s auch prima, dass du schon so schnell so weit gekommen bist und bereits die ersten positiven Erfahrungen machen konntest. 44.


    Heute ist mir erstmal bewusst geworden, was für eine Logistik ich mir aufgebaut habe und wo ich überall meine Feierabendbiere gekauft habe. Das merkt man nämlich dann, wenn man an all diesen Geschäften, Kiosken und Tankstellen vorbei fährt.

    Schon spannend, nicht?


    Zitat


    Wie werde ich das meistern, wenn andere es von mir gewohnt sind, ja es auch erwarten, dass ich mittrinke ? Da habe ich die Befürchtung nicht stark genuk zu sein und nicht widerstehen zu können. Aber ich werde mich ja wohl oder übel auch diesen Situationen stellen müssen.

    Wenn du selbst schon im Vorfeld das ungute Gefühl hast, dass solche Situationen kritisch für dich sein könnten, bist du gut beraten, dich dem vorerst möglichst nicht auszusetzen. Wenn’s nicht anders geht, weil’s zum Beispiel eine Familienfeier oder eine berufliche Veranstaltung ist, könntest du dir im Vorfeld einen Notfallplan zurechtlegen, um rechtzeitig die Veranstaltung verlassen zu können.

    Ich selbst hab mich am Anfang an diesen Rat „Alter Hasen“ gehalten und für mich war das auch gut und richtig so.

    Es gibt andere, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gehen, für mich wäre das eher nichts gewesen.

    Nach meiner eigenen Erfahrung ist entscheidend, ob du dich eher dafür bedauerst, nicht Alkohol trinken zu DÜRFEN, oder ob du dich im Gegenteil erleichtert fühlst, nicht Alkohol trinken zu MÜSSEN.

    Ich hab, obwohl ich aus Überzeugung mit dem Trinken aufgehört hab, denn doch eine Weile gebraucht, bis ich jene Erleichterung gefühlt hab, nicht Alkohol trinken zu MÜSSEN.

    Beste Grüße
    AmSee

    Ich kann die Erfahrungen der anderen bezgl. KT nur bestätigen, bei mir hat‘s auch nicht so recht funktioniert, sondern war eigentlich nur mit Stress verbunden. Schon beim ersten Glas setzte so ein Durst nach mehr ein und der Wille, es bei einem Glas zu belassen, schmolz fast unmittelbar dahin. In der Regel blieb es dann auch nicht bei einem Glas und zunehmend auch nicht mehr bei einer Flasche. - Bei mir war’s übrigens eher Wein und Sekt. -

    Insgesamt habe ich sowohl mit als auch ohne Alkohol ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Frank und Susanne dir das beschrieben haben, und ich erlebe es wie die anderen als ziemlich entspannt, gar nicht mehr zu konsumieren.


    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun.


    Aber immerhin funktionier ich moemtan noch. Sowohl beruflich als auch gesllschaftlich und auch in der Beziehung. Aber ich glaube die Betonung liegt hier auf noch.

    Wenn dir DAS schon bewusst geworden ist, weißt du im Prinzip schon, wohin bei dir die Reise geht, wenn du nicht die Kurve kriegst.

    Als ich mich hier angemeldet habe, ging’s mir ähnlich wie dir. Körperlich abhängig war ich wohl noch nicht geworden, d.h. ich konnte noch tage- und wochenlang Trinkpausen einlegen, aber psychisch war ich‘s zweifellos.
    Inzwischen spielt für mich diese Unterscheidung aber keine Rolle mehr, denn körperliche Abhängigkeit bedeutet letztlich nur, dass es gar nicht mehr ohne Alkohol geht, weil sonst sofort unangenehme körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Schon bei psychischer Abhängigkeit kreisen aber die Gedanken und damit ein großer Teil des Lebens ständig um den Alkohol. „Wann darf ich wieder?“, „Hab ich noch genug da?“, „Ich hab nicht genug da.“, „Oh, Mann, das war zu viel gestern.“ Usw.
    Irgendwann beginnt die Heimlichkeit, damit der Partner oder andere nicht merkt, wie viel man schon konsumiert. Es wird heimlich „vorgeglüht“, damit man nicht auffällt, oder/ und „nachgeglüht“. Usw.
    So oder so ist man schon bei der sogenannten psychischen Abhängigkeit nicht mehr frei und am Ende ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann die psychische Abhängigkeit in eine auch körperliche Abhängigkeit übergeht. Niemand kann genau sagen, wann das geschieht, denn dieser Prozess geschieht schleichend.

    Ob du schon eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hast, wirst dann erkennen, wenn du den Alkohol mal ganz weglässt. Dabei ist aber Vorsicht geboten, denn ein sogenannter „Kalter Entzug“ kann u.U. lebensgefährlich werden. Hier ein Link zum Thema Entzugserscheinungen.

    Und der Kopf verlangt allmählich immer mehr, weil aufgrund gewisser Veränderungen in der Biochemie des Gehirns die Dosis immer weiter erhöht werden muss, um die gleiche Wirkung zu erhalten. Übrigens geht das nicht unbegrenzt weiter, denn irgendwann stellt sich gar kein Wohlgefühl mehr ein.


    Andererseits bin ich leider auch (noch) nicht bereit die Finger vom Alkohol zu lassen. Es gibt halt noch diesen Anlass und jenen Anlass an dem man noch trinken möchte.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor. ;)
    Was müsste bei dir denn eintreten, damit du‘s lassen kannst?
    Brauchst du erst einen richtigen Warnschuss?

    Oder würde dir einfach mehr Information weiterhelfen?


    Obwohl ich selbst weiß, dass dies nur Selbstbetrug ist. Blöd, oder ?

    Nein, nicht blöd. Das gehört leider zu dieser Erkrankung dazu.
    Außerdem lebt ja unsere Gesellschaft im Allgemeinen vor, dass Alkohol zum Leben irgendwie dazu gehöre.


    Ich kann dir nur Mut machen, dass es dir ohne Alkohol auch ziemlich gut gehen kann, vielleicht sogar besser. Vielleicht interessiert dich ja oder macht dir Mut, was andere über zufriedene Abstinenz geschrieben haben.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,

    Willkommen in unserem Forum. :welcome:
    Schön, dass du zu uns gefunden hast, ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier und dass du die Hilfe findest, die du suchst.

    Kurz zu mir: Ich bin in deinem Alter, w, ebenfalls glücklich verheiratet, vor zwei Jahren in diesem Forum auf der Suche nach Hilfe aufgeschlagen, habe diese hier tatsächlich gefunden und bin seit dieser Zeit auch trocken.

    Ich vermute mal, dass dir insgeheim bereits bewusst ist, dass es nicht nur eine Frage der Zeit ist, bis du deinen Führerschein verlierst…

    Was du schilderst, ist der typische Kontrollverlust, der kennzeichnend für die Alkoholerkrankung ist. Ungestoppt verläuft diese Erkrankung irgendwann tödlich.

    Du schreibst, dass du irgendwie momentan nicht anders kannst, spürst du schon Anzeichen körperlicher Abhängigkeit oder nutzt du noch den Alkohol „nur“, um Stress oder Probleme zu bewältigen?

    Den ersten Schritt, dir einzugestehen, dass du ein Problem hast, hast du schon getan. Dazu kann ich dir nur gratulieren.

    Wie könnte für dich der nächste Schritt aussehen?

    Beste Grüße
    AmSee