Beiträge von AmSee13

    ...ich hasse den Notarzt und jede Klinik.... (obwohl mich noch nie jemand im Stich gelassen hat)

    nach meinem letzten „Besuch“ habe ich mir eine kleine Tasche mit Wäsche, Kosmetik = Zahnbürste,
    Zahnpasta, Duschbad usw. gepackt in der Hoffnung sie nie zu brauchen.

    Hallo Rainbow,
    unter „Notfall-Koffer“ versteht man hier etwas anderes als einen Koffer, den man für Fall, in die Klinik zu müssen, bereitstellen kann.

    Hier ist darunter etwas gemeint, auf das man zurückgreifen kann, wenn man unter Suchtdruck gerät, d.h. den Entzug bereits hinter sich hat, abstinent lebt und mehr oder minder aus heiterem Himmel das unbändige Verlangen nach Alkohol verspürt.

    „Notfall-Koffer“ ist z.B. etwas, was man nach dem Entzug in einer Suchttherapie als hilfreiches „Werkzeug“ kennenlernen kann.

    Ich selbst hab dieses „Werkzeug“ in einem anderen Zusammenhang kennengelernt und zwar im Zusammenhang mit der Bewältigung posttraumatischer Belastungsstörungen. Mit einem sogenannten „Notfall-Koffer“, das kann ein Behälter mit bestimmten Gegenständen sein oder eine Liste, den bzw. die man zusammengestellt hat, ist man u.U. in der Lage, eigenständig bestimmte, meist bereits bekannte Belastungssituationen bewältigen zu können.

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Rainbow,
    ich sehe schon, es gibt JEDE MENGE Stoff für einen ausgiebigen Austausch. Schön, dass du es bereits jetzt schon wagst, dich so weit zu öffnen, damit wir dich besser kennenlernen können. 44.

    Als du schriebst, dass du unter dem sogenannten „Helfersyndrom“ leidest, hab ich mir schon gedacht, dass es dafür sehr wahrscheinlich einen familiären Hintergrund gibt….

    Über dieses Thema und was so damit zusammenhängt, würde ich mich gerne zu einem späteren Zeitpunkt mit dir austauschen und mich jetzt lieber dem Gleis - ich übernehme mal die Metapher von Wolfsfrau - „eigene Alkoholerkrankung“ widmen. Nach dem, was du so von dir preisgegeben hast, scheint mir diese Baustelle zur Zeit vorrangig zu sein.

    Ich denke, es ist JETZT gar nicht wichtig bzw. es spielt keine Rolle, warum du ein Alkoholproblem entwickelt hast. So etwas entwickelt sich schleichend und irgendwann wird’s dann plötzlich auffällig.

    Für wichtig halte ICH persönlich eigentlich nur, DASS dir aufgefallen ist, dass du ein Problem entwickelt hast und begonnen hast, dir Hilfe zu suchen.

    Zu Depressionen und Alkohol bzw. Antidepressiva und Alkohol schreibe ich dir demnächst etwas ausführlicher, ich krieg das heute Abend nicht mehr so formuliert, wie ich das möchte. Und wenn‘s nicht von sich aus fließt, lasse ich‘s besser ruhen, bis es wieder fließt. ;)
    Nur kurz: Je nach dem, welches Medikament/ welche Medikamente du nimmst, kann es sein, dass du mit deinem Alkoholkonsum der Wirkung, die das Medikament eigentlich bewirken soll, völlig entgegen wirkst.
    Und leider ist es auch so, dass sich Depressionen aufgrund bestimmter Veränderungen in der Neurobiologie des Gehirns unter anhaltendem Alkoholeinfluss verstärken.
    Im Umkehrschluss bedeutet das für dich, dass deine Depressionen voraussichtlich weniger werden, wenn du mit dem Trinken aufhörst.


    Vielleicht solltet Ihr auch wissen, dass ich einen super Partner und einen super Hausarzt habe.

    Vielleicht sind sie zu sehr auf meiner Seite??

    Betrachte diese beiden am besten als eine gute und wichtige Ressource, auf die du zurückgreifen kannst und darfst.

    Ich weiß nicht, wie hoch dein Alkoholkonsum inzwischen wirklich schon ist, aber bei dem, was du hast durchblicken lassen, möchte ich dir ans Herz legen, dich mit dem Thema Entzug/Entzugserscheinungen vertraut zu machen.

    Wenn du einen Hausarzt hast, dem du vertraust, wird es dir vielleicht nicht so schwer fallen, mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Wenn er sich etwas näher mit diesem Thema auskennt - das ist leider nicht bei jedem Hausarzt der Fall - wird er wissen, was zu tun ist.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,
    schön, wieder von dir zu lesen und dass es dir gut geht und du nach wie vor zufrieden bist. 44.


    Apropos alkoholfreies Bier. Ich weiß, einige von euch sind kein Freund von alkoholfreiem Bier. Aber ich trinke es hin und wieder ganz gerne. Es triggert mich nicht und ich kann nach ein oder zwei Flaschen auch wieder aufhören. Das konnte ich mit alkoholhaltigem Bier nicht.

    Ich sehe das mit diesen „Grenzbereichen“ ganz ähnlich wie Frank. Den Weg kann und darf jeder selbst finden.
    Ich selbst hab, das hab ich dir ja schon mal geschrieben, die Finger auch vom alkoholfreien Bier gelassen, als ich, obwohl das Zeug angeblich alkoholfrei sein soll, eine gewisse mir nicht unbekannte Wirkung im Kopf verspürt hab, die ich nie wieder verspüren will. Mein Mann, der zweifellos kein Alkoholiker ist, aber von sich aus seit einem Jahr gar keinen Alkohol mehr trinkt, trinkt ab und zu ein solches alkoholfreies Bier. Interessant und aufschlussreich finden wir beide, dass er bei sich nach dem Konsum von mehr als einem dieser Biere am nächsten Tag körperliches Unwohlsein verspürt. Wir schließen daraus, dass alkoholfreies Bier offenbar doch nicht ganz sooooooo harmlos ist. Er belässt es deshalb bei einem solcher Biere.

    Ich esse und trinke ähnlich wie Frank nichts, was irgendwie „sprittig“ schmeckt. Ich hab definitiv auch kein Interesse an so etwas. Letztens waren mein Mann und ich mal essen und haben zwei verschiedene Gerichte bestellt, die uns so angeguckt haben, und um gegenseitig beim anderen probieren zu können. Sein Gericht enthielt, das war uns vorher nicht klar, eine Soße, die offensichtlich Rotwein enthielt. Ich hab‘s sofort herausgeschmeckt und bin mir gar nicht mal so sicher, ob ich das Gericht wirklich hätte genießen können, weil mich der Geschmack des Rotweins gestört hat. Viel zu aufdringlich.

    Auf dem Weihnachtsmarkt hatten wir neulich auch einen schönen heißen Kakao. Richtig lecker und passend fand wir das, zumal jener Weihnachtsmarkt unter überall aufgestellten Tannen in einer Art Wald stand. Von den Buden mit der Feuerzangenbowle oder dem Glühwein halte ich mich in der Regel fern, weil ich den von ihnen ausgehenden Fuselgeruch nicht mehr riechen mag.


    Es war schon irgendwie komisch zu sehen, wie um einen herum die Leute immer betrunkener wurden.

    Das kann ich gut nachvollziehen. Schon spannend, was man so alles beobachtet und wie es auf einen wirkt, wenn man plötzlich auf der anderen Seite stecht, nech? :devilsmile:

    Wünsche dir weiterhin eine zufriedene Adventszeit.

    Habt Ihr schon Pläne, wie Ihr das erste alkoholfreie Weihnachtsfest gestalten wollt? ;D

    Bei uns gibt‘s traditionell Kartoffelsalat am Heiligabend. Ich dachte vor zwei Jahren noch, dass ein guter Rotwein unbedingt dazugehöre und hab deswegen, als ich hier neu aufgeschlagen war, noch mit mir gerungen, an DEM Abend und an Sylvester noch eine Ausnahme machen zu dürfen. Heute kann ich nur darüber lachen, denn OHNE Alkohol geht’s ZIEMLICH gut und die Auswahl an köstlichen alkoholfreien Getränken ist nicht gerade gering. laugh2

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Rainbow.


    A. hilft mir aber bei Allem (außer kochen- ist nicht sein Ding)

    Eine recht innige Beziehung zum Alkohol hast du da, nicht? :devilsmile:

    Kommt mir ziemlich bekannt vor, denn ich hab ganz ähnlich gedacht, als ich hier aufschlug. wikende091

    Das tückische an dieser „Beziehung“ ist nur, dass dein „Helfer“ dir sehr viel mehr nimmt, als du vielleicht schon ahnst.



    Probleme den Tag SINNVOLL zu gestalten (Ihr habt ja gelesen das ich Rentner bin = kein
    Zeitdruck)

    Ich lebe mit meinem Partner in einem eigenen Haus.... habe also eigentlich genug zu tun.

    Was du da beschreibst, klingt nach Antriebslosigkeit, einem häufigen Symptom von Depressionen. Konzentrationsschwierigkeiten gehören auch dazu und auch Vergesslichkeit.

    Das tückische an der „Selbstmedikation“ mit Alkohol ist, dass sie - zumindest anfangs - positiv zu wirken scheint. Ich schreibe „scheint“, weil mir selbst erst, als ich abstinent geworden war, so richtig bewusst geworden ist, wie wenig positives mir der Alkohol wirklich gegeben hat und was er mir tatsächlich aber genommen bzw. vorenthalten hat.

    Außerdem wirst du die Dosis deines „Helfers“ immer weiter erhöhen müssen, um überhaupt noch die Wirkung spüren zu können, die du dir davon erhofft hast. Bei mir ging das mit der Dosierung zunehmend nach hinten los, ich konnte genau den Pegel, den ich für die angenehmen Empfindungen und fürs Funktionieren brauchte, nicht hinkriegen. Es kippte bei mir schließlich immer wieder in Erschöpfung, Zerschlagenheit und mitunter in ganz üble Stimmungen.

    Übrigens, wer nicht rechtzeitig die Kurve kriegt, dem bleibt irgendwann gar nichts anderes übrig, als trinken zu MÜSSEN, weil ohne Alkohol üble körperliche Symptome auftreten.

    In unserer Linksammlung findest du einen kleinen Kurzfilm, der diese Entwicklung illustriert: Kurzfilm - „Nuggets“

    Du schriebst, dass es enttäuschend für deinen Partner sei, den Notarzt rufen zu müssen. Bezieht sich das womöglich auf zu viel Alkohol bei dir?



    Zum Beispiel habe ich kaum gesundheitliche Probleme nach dem trinken (liegt es an der Verhältnismäßigkeit)

    Also keine Kopfschmerzen
    Keine Übelkeit

    Solche Entzugserscheinungen hatte ich übrigens auch nicht. Es ist nach meinen Erfahrungen jedoch trügerisch, das als Maßstab zu nehmen, noch auf der sicheren Seite zu sein.

    Mein Mann hat, wenn er denn mal mitgezogen hat, mit den Mengen, die ich „problemlos“ vertrug, nicht mithalten können und er hatte am nächsten Tag tatsächlich Kopfschmerzen und Übelkeit. Als ich noch getrunken hab, hat mich das amüsiert, jetzt erst ist mir klar geworden, was das eigentlich bedeutete, dass es ihm schlecht ging, mir aber nicht.

    Und der Übergang zur tatsächlich körperlichen Abhängigkeit geschieht schleichend…


    Wenn du Depressionen hast, nimmst du vermutlich auch Medikamente…. Du magst es nicht an dir merken, aber tatsächlich wirken diese Medikamente nicht so gut unter Alkoholeinfluss.
    Falls es dich interessiert, kann ich dir zu dem Thema gerne noch mehr erzählen. ;)


    Für jetzt soll das erstmal reichen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Rainbow,

    dadurch, dass du dich etwas mehr geöffnet hast, klärt sich einiges. 44.

    Wenn du von mir inzwischen schon ein bisschen mehr gelesen hast, dann wirst du wissen, dass ich teilweise mit ähnlichen Baustellen zu tun hatte und habe wie du und dass ich mich krankheitsbedingt in Frührente befinde.

    Man rutscht in so eine Abhängigkeit irgendwie schleichend rein, nicht?

    Du hast das in Bezug auf Opiate bereits kennengelernt und nun hast du die Erfahrung gemacht, wie leicht und schleichend das auch mit Alkohol geschehen kann.

    Die „Lösung“, sich mit Alkohol etwas Linderung oder eine bessere Stimmung zu verschaffen, ist mir recht vertraut. ;)
    Leider ist diese „Lösung“, wie du selbst inzwischen bemerkt hast, eine äußerst tückische und auf Dauer zweifellos keine gute, denn die Sache geht irgendwann nach hinten los.


    Die Sache ist die: WIR können dich nicht trocken legen, das kannst nur du selbst, wir können dir lediglich Hilfe zur Selbsthilfe geben.

    Wenn du Fragen hast, nur heraus damit. :)

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Rainbow.


    Ich bin die Tochter eines Alkoholikers, allerdings wurde mir in der Klinik gesagt.... das die Alkoholkrankheit nicht vererbt wird ...

    Mit dieser etwas näheren Vorstellung, kann ich etwas mehr anfangen, bin mir aber immer noch nicht ganz im Klaren, was genau du suchst. Möchtest du einen Austausch unter sogenannten EKAs (Erwachsenen Kindern von Alkoholikern)?

    Die Alkoholkrankheit wird in dem Sinne nicht „vererbt“, auch wenn nicht selten Kinder von Alkoholikern ebenfalls zu Alkoholikern werden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

    Nicht gerade selten jedenfalls tragen Kinder aus Alkoholikerfamilien psychische Schäden davon, die sich u.U. erst im Erwachsenenalter so richtig zeigen, und weisen in großer Übereinstimmung gewisse Persönlichkeitsmerkmale auf. Das hat etwas damit zu tun, in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen zu sein.

    Wenn du dich in der Klinik der Frage gestellt hast, ob Alkoholismus vererbt wird oder nicht, klingt das für mich so, dass dein Verhältnis zum Alkohol nicht ganz unproblematisch ist. Willst du dich darüber auch austauschen oder ist das gar kein Thema für dich?


    Ich habe hier viel von Positives gelesen (natürlich in der kurzen Zeit nicht aussagekräftig) ...das führt zu einer Erwartunghaltung . Ich freu mich auf den Gedankenaustausch.

    Na, dann bin ich mal gespannt, ob wir deine Erwartungen erfüllen können. ;)

    Dir ebenfalls einen schönen Tag und dass sich deine Stimmung im Laufe des Tages wieder hebt.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Ein Hinweis: Private Mitteilungen können nur unter Vollmitgliedern ausgetauscht werden.

    Hallo Rainbow,
    Willkommen in unserem Forum. :welcome:

    Du wirst hier in Bezug auf die Alkoholkrankheit immer wieder jemanden finden, der dir antwortet.
    Mitunter wirst du wahrscheinlich etwas Geduld aufbringen müssen, da hier derzeit nicht soooo viele Aktive unterwegs sind.

    Ich selbst (50) bin zum Beispiel Alkoholikerin und seit über zwei Jahren zufrieden abstinent, ich bin aber auch Tochter eines Alkoholikers und bin daher auch mit der Perspektive einer Angehörigen vertraut.

    Ob wir dir das bieten können, was du suchst, kann ich dir so nicht beantworten, da deine Vorstellung, wie Greenfox dir das schon geschrieben hat, sehr allgemein gehalten ist.

    Grüße
    AmSee

    Da kam bei dir offenbar einiges zusammen….

    Ich hab für mich gelernt, die jeweils dahinter stehenden Bedürfnisse wahrzunehmen und entsprechend für mich zu sorgen. Fühlt sich gut an.

    Vielleicht tun sich dir ja Möglichkeiten auf, wie du dem Stress auf der Arbeit zumindest etwas entgegenwirken kannst.

    Muss morgen übrigens auch zum Zahnarzt…. schwitz.

    Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    auch von mir herzliche Glückwünsche zu deinen knapp drei Monaten! 44.

    Ich kann mich den Worten von Greenfox nur anschließen.

    Es liest sich gut, wie du deinen Weg gehst und deine Werkzeuge nach Bedarf einsetzt.

    Und von der Schilderung deiner Erfahrungen können wiederum andere profitieren.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Compverleih,
    so ein Schlag, mit einem Mal körperlich dermaßen eingeschränkt zu sein wie du und auf den Rollstuhl angewiesen zu sein, ist gewiss nicht leicht zu verkraften. Was wäre denn angesichts einer solchen Situation schon „normal“?

    Als mich in Folge meiner MS-Erkrankung plötzlich die Kräfte verließen, meinen Aktionsradius enorm einschränkten, mir immer wieder einfach so Sachen aus den Händen fielen usw. hab ich das auch nicht einfach so weggesteckt.


    Dein Thema hast du „Wer bin ich, was bin ich?“ genannt. - Deine neue Lebenssituation hat es vermutlich mit sich gebracht, dass du nicht mehr auf das bauen kannst, was dich bislang angetrieben hat, dich bestätigt hat. Dich überzeugende und zufrieden stellende Alternativen und Möglichkeiten scheinen sich dir bislang noch nicht aufgetan zu haben.

    Angesichts dieser neuen Lebenssituation „Anpassungsschwierigkeiten“ zu haben und möglicherweise sogar in Depressionen zu verfallen, ist nicht unbedingt ungewöhnlich, sondern sogar eher „normal“.


    Ich bin jetzt lustlos und schläfrig,und selbst manchmal zu faul über etwas nachzudenken.

    Was du schilderst, sind Symptome wie sie z.B. bei einer Depression auftreten. Ob du eine solche hast oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Sofern es Depressionen bei dir sein sollten, bist du gut beraten, dir professionelle Hilfe zu holen, denn von allein geht das eher selten einfach so wieder weg.

    Dir, wenn du keinen oder kaum Antrieb hast und dich energielos und müde fühlst, Alternativen zu suchen, die das Leben für dich tatsächlich lebenswert machen, dürfte dir wahrscheinlich schwer fallen. Hast du denn grundsätzlich noch irgendwelche Interessen, denen du nachgehen möchtest oder könntest? Aus dem Rollstuhl heraus mögen manche Interessen nicht mehr so ohne weiteres umgesetzt werden können, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, das gar nichts mehr für dich drin ist.

    Ich musste mein Leben ebenfalls neu ordnen und etwas für mich finden, was mich wirklich interessiert. Das war nicht leicht. Als sich endlich eine erste Idee aufgetan hatte, ergaben sich nach und nach weitere Ideen.


    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Compverleih,
    Willkommen in diesem kleinen, aber feinen Forum. :welcome:


    Tja,hab ich mir schon fast gedacht,hier bekomme ich auch keine Antworten.Bin ich wohl im falschen Forum.

    Es gibt hier nicht so viele Aktive, daher wirst du leider etwas Geduld aufbringen müssen, bis du Antworten erhältst.
    Auch lässt sich auf dein Problem nicht mal so eben zwischen Tür und Angel antworten.
    Ich selbst werde dir erst später ausführlich antworten können, da ich gleich einen wichtigen Termin hinter mich bringen muss.

    Beste Grüße
    AmSee

    Na, da gratuliere ich dir doch erstmal zu den heute erreichten vier Wochen Abstinenz! 44.

    Mögen es viele, viele, viele weitere Wochen und Monate werden. :heartBalloon:

    Das freut mich richtig für dich, dass es so gut für dich läuft und du mit der Abstinenz soooo positive Erfahrungen machst. :))

    Und auch wenn du grad mächtig Stress hast und der Tag für dich eigentlich mehr Stunden haben könnte, scheinst du derzeit ja die Energie und den Schwung zu haben, den du dafür brauchst. 44.


    Ansonsten trinke mich gerade auf der Suche nach neuen Lieblingsgetränken durch die Vielfalt alkoholfreier Getränke. Was mir da in der Vergangenheit alles an Geschmackserlebnissen verborgen blieb...

    ;D
    Schon spannend, was es da alles so auf dem Markt gibt. Gurkenlimonade, Limonade aus Tannenspitzen, Unkrauttrunk… um mal so abgefahrenes Zeug zu nennen. laugh2


    Zitat


    Dennoch bin ich weiter auf der Hut ! Und, das habe ich z.B. bei der Nikotinentwöhnung gelernt,ich habe für den Fall der Fälle meinen Notfallplan.

    44.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,
    wie geht es dir inzwischen? Hast du weitere positive Erfahrungen, weiteres hilfreiches Wissen sammeln können? Das würde mich natürlich für dich freuen. :)


    Wie‘s der Zufall so will, habe ich mir in einem anderen Zusammenhang heute morgen mal wieder einen dieser Vorträge zum Anhören von Prof. Lindenmeyer angesehen, und zwar Der Untergang der Titanik. Ich weiß nicht, ob du den inzwischen auch schon gesehen hast, ansonsten könnte ich dir den auch empfehlen.

    Du hattest mich darum gebeten, dir von den Unterschieden bei der Bewältigung von Nikotin- und Alkoholsucht zu erzählen, und ich hatte dir einen ganz deutlichen Unterschied genannt. Beim Ansehen dieses Vortrages zum Anhören trat MIR dieser Unterschied nochmals ganz deutlich vor Augen. Ob dir das wohl auch so geht? nixweiss0

    Mit einem Mal einer Minderheit anzugehören und gegen den Mainstream zu handeln (handeln zu müssen), ist meines Erachtens eine Herausforderung, die wir bei der Bewältigung einer Nikotinsucht eben nicht auch noch bewältigen müssen. - Nicht, dass ich die Bewältigung einer Nikotinsucht klein reden möchte, ich hoffe, du verstehst mich da richtig.


    Als ich vor zwei Jahren noch ganz am Anfang stand, hat mich die Omnipräsenz und Selbstverständlichkeit von Alkohol in unserer Gesellschaft nicht sonderlich interessiert. Wichtig war für mich da eigentlich nur, zu akzeptieren, DASS ich ein Alkoholproblem habe, und DASS kontrolliertes Trinken für mich keine Option mehr ist. In meinem Faden aus jener Zeit wird deutlich, WIE SEHR ich damit gerungen habe. Es sind fürchterlich lange Texte…. :rotwerd:


    Erst später, so im Verlaufe des ersten Jahres, als die Corona bedingten Einschränkungen aufgehoben wurden und das gesellschaftliche Zusammenleben wieder aufgenommen werden konnte, wurde die Konfrontation mit der Allgegenwärtigkeit und Selbstverständlichkeit von Alkohol für mich völlig unerwartet zu einer Herausforderung:

    Die Nachbarn luden zum Grillen ein und selbstverständlich wurde dort Alkohol konsumiert und zu vorgeschrittener Zeit der Schnaps auf den Tisch gebracht. Ein Ereignis, was für mich, wie mir schien, noch verhältnismäßig leicht zu verkraften war und mich nicht sonderlich getriggert hat. - Dachte ich…

    Am nächsten Tag bekam mein Mann bei der Arbeit ein Schlemmerpaket geschenkt, in dem sich neben Aperol weitere alkoholhaltige Lebensmittel befanden. Als er nach Hause kam und mir freudig sein Geschenk zeigte, hat MICH dann diese Flasche Aperol mit ihrer intensiven orange Farbe mächtig getriggert. Und als ich ihm das sagte, dass ich damit nicht gut umgehen kann, reagierte mein Mann enttäuscht über meine Reaktion, weil er sich über das unerwartete Geschenk als Ganzes sehr gefreut hatte. - Seine Reaktion auf mich setzte wiederum mir zu und ich fühlte mich schlecht und wie ein Versager.

    Am Abend musste ich meinen Mann und eine Kollegin dann zu einer Feier außerhalb fahren und während jener Autofahrt sprachen die zwei die ganze Zeit über die Getränke-Flat, die es auf jener Feier geben sollte, und wie sie diese auszunutzen gedächten und ordentlich abfeiern würden. Konnte ich noch irgendwie verkraften, dachte ich, aber insgeheim rumorte es ihn mir, weil ich bei Feiern früher auch kein Kind von Traurigkeit war. Und jetzt sollte das alles vorbei sein?

    Kurz und gut, da kam auf einmal für mich völlig unerwartet so viel zusammen und die geballte Konfrontation mit der Allgegenwärtigkeit und Selbstverständlichkeit von Alkohol haute mich um, obwohl ich mich doch eigentlich für gefestigt und zufrieden abstinent hielt. Der Anfall von Suchtdruck, den ich an dem Abend erlebt hab, war überwältigend. Sowas wollte ich NIE WIEDER erleben müssen, auch wenn ich die Erfahrung hinzugewonnen hatte, dass ich sowas durchstehen kann.


    Und dann gibt’s für MICH noch einen weiteren Unterschied, der mit meiner eigenen Geschichte mit meinem Vater zu tun hat. Eine Geschichte, die sich, wie ich inzwischen in diversen Erfahrungsberichten gelesen habe, in so vielen anderen Familien wiederholt hat und wiederholt. Bei der Bewältigung MEINER Alkoholsucht hat gerade DAS nach einer Weile der Abstinenz eine besonders große Rolle gespielt. Ich war nicht wie mein Vater, aber mir war klar, wohin ich auf dem besten Weg gewesen war. Was würde der Alkohol aus mir und meiner Familie machen, wenn ich rückfällig würde?

    Rauchen ist ganz gewiss nicht harmlos, aber solche Geschichten wie die von meinem Vater und anderen habe ich von Menschen, die lediglich Nikotin rauchen, noch nicht vernommen.

    Ob das bei dir auch eine Rolle spielt, weiß ich nicht und kann das auch nicht beurteilen. Dass es bei dir auch nicht gerade harmlos war, darauf deuten deine ersten Posts hin.


    Freundliche Grüße
    AmSee


    Aber erzähl mir doch bitte von den Unterschieden. Denn für mich sieht beides ziemlich ähnlich aus. Vielleicht in unterschiedlicher Ausprägung aber doch ähnlich.

    Diesbezüglich fällt es mir schwer, dir genau und treffend zu antworten, und mit meiner Antwort wirst du vermutlich nicht zufrieden sein.

    Dass sich meine Auffassung geändert hat und ich inzwischen gewisse Unterschiede wahrnehme, hat mit meinen eigenen Erfahrungen mit diesen beiden Süchten zu tun und mit dem, was ich in den vergangenen Jahren in den verschiedensten Erfahrungsberichten in diesem Forum hier und in einem anderen Alkoholikerforum sowie in einem Rauchfreiforum gelesen habe.

    Das Thema „Alkoholsucht“ und Bewältigung derselben hat für mich im Laufe der Zeit noch tiefere Dimensionen angenommen als das Thema „Nikotinsucht“.

    Einen ganz deutlichen Unterschied macht zum Beispiel die Omnipräsenz und Selbstverständlichkeit von Alkohol in unserer Gesellschaft. - Das war in Bezug auf Zigaretten zwar auch mal so, du wirst dich noch erinnern ;), hat sich aber völlig verändert. - Vielleicht wirst du das selbst irgendwann mal an dir spüren, ob dir das bei der Bewältigung deiner Alkoholsucht etwas ausmacht und oder nicht und, falls es dir etwas ausmacht, wie sehr.
    Ich kann da nur für mich sprechen, aber bei der Bewältigung MEINER Alkoholsucht war das durchaus eine Herausforderung.

    Vielleicht wirst auch du, je länger du dich mit dem Thema beschäftigst, je mehr du dich durch Erfahrungsberichte anderer liest, je mehr eigene Erfahrungen du auf deinem neuen Weg machst, irgendwann gewisse Unterschiede bemerken. Vielleicht auch nicht.

    Beste Grüße
    AmSee

    Ja, danke der Nachfrage. Schrank steht und hält auch. Heute musste dann das Wasserbett umziehen. Hat sich nun zum neuen Schrank gesellt.

    Fleißig, fleißig. So‘n Wasserbett soll schwer sein, hab ich gehört. ;)

    Zitat


    Zum Thema Suchtdruck: so ganz unvorbereitet hat es mich ja nicht getroffen. Als ich aufgehört habe zu Rauchen war es ja ähnlich. Hier müsste man ja auch etliche Trigger meistern. Rauchen nach dem Essen, rauchen nach der Autofahrt, rauchen nach dem Sex, usw. Warum so sollte es mit dem Trinken also anders sein ?

    Gewisse Ähnlichkeiten bei der Bewältigung dieser beiden Süchte sind wohl nicht von der Hand zu weisen. Als ICH aufgehört habe, habe ich auch immer wieder Vergleiche zum Rauchaustieg gezogen und somit von etwas, was ich kannte, auf etwas, was ich noch nicht so kannte, geschlossen.

    Irgendjemand hat mir dann irgendwann mal geantwortet, dass es da doch so‘n paar Unterschiede gäbe. Inzwischen teile ich diese Auffassung. :devilsmile:

    Zitat


    Und trotz meines gestrigen Anflugs von wieder-trinken-wollen überwiegen doch die positiven Erfahrungen bei weitem.

    Das freut mich für dich! 44.

    LG AmSee