Beiträge von AmSee13

    Hallo Just4Fun.
    Das freut mich richtig für dich, dass du schon auf eine erste, erfolgreich abstinente Woche zurückblicken kannst. Das ist viel wert, solche positiven Erfahrungen mit der Abstinenz machen zu können. Du wirst möglicherweise überrascht sein, was sich so nach und nach noch so alles verbessert. Mich jedenfalls hat es positiv überrascht und mir einmal mehr gezeigt, dass mir der Alkohol bei Weitem nicht das gegeben hat, was ich mir davon versprochen hatte, sondern im Gegenteil mehr genommen hat, als ich erwartet hatte.

    Die Anfangseuphorie hört leider nach einer Weile auf, da muss ich Greenfox zustimmen. Freu dich einfach, dass es so gut läuft, und achte weiterhin darauf, was dir WIRKLICH gut tut.



    Auf der anderen Seite hoffe ich, je mehr positive Erlebnisse ich jetzt sammel, umso leichter fällt es mir irgendwann, dem Saufdruck die Stirn zu bieten.

    Jein. ;)

    Natürlich ist es gut und sehr wichtig, positive Erlebnisse zu sammeln, denn damit programmierst du nach und nach dein Belohnungszentrum um, das bislang auf die angenehme, leicht zu habene Wirkung des Alkohols konditioniert ist. Umso weniger wirst du im Laufe der Zeit das Bedürfnis verspüren, dir Belohnung in Form von Alkohol verschaffen zu müssen oder zu wollen.
    Falls dich die Zusammenhänge zwischen Belohnungszentrum und Sucht etwas näher interessieren, ist der Artikel zur Neurobiologie der Sucht zu empfehlen, den wir auch in unserer Linksammlung verlinkt haben.

    Gänzlich zustimmen kann ich dir aber nicht, deshalb das „jein“, weil die Sache mit dem sogenannten Suchtdruck meines Wissens und meiner eigenen Erfahrung nach nochmals ne andere Sache bzw. Hausnummer ist.

    Greenfox und auch Susanne haben dir von einem Beispiel erzählt. Ich selbst hab Suchtdruck etwa ein Dreivierteljahr, nachdem ich abstinent geworden war, und glaubte, damit zufrieden zu sein, ein Mal erlebt und hab dieses Erlebnis als ziemlich heftig empfunden. In DER Situation waren mir nämlich alle positiven Erlebnisse, die ich mit der Abstinenz bis dahin erfahren hatte, ziemlich egal. Ich fühlte nur noch Druck, mich so richtig mit Alkohol abzuschießen. Und ich fühlte mich angesichts dieser Erfahrung ziemlich hilflos.
    Heil aus der Sache rausgekommen bin ich letztlich durch die Unterstützung anderer trockener Alkoholiker, an die ich mich in meiner Not glücklicherweise gewandt hatte.

    Greenfox oder mir oder anderen geht es nicht darum, dir Angst zu machen. Ich gehe mal davon aus, dass du das weißt, sonst hättest du Greenfox auch nicht so geantwortet. Es geht tatsächlich nur darum, dich vorzuwarnen, damit du nicht völlig unvorbereitet bist, FALLS du mal in so eine Situation kommen solltest. Gerade am Anfang, da du noch nicht in deiner Abstinenz gefestigt bist, KANN eine solche Situation, wie du sie geschildert hast, riskant sein.

    Beste Grüße
    AmSee

    Das hört sich richtig gut an bei dir! 44.

    Dich auf das Positive zu konzentrieren und die Sachen zu tun, die dir gut tun, ist das Beste, was du für dich tun kannst.
    Wünsche dir weiterhin so angenehme Entdeckungen!

    Beste Grüße
    AmSee

    Auf ins nächste Lebensjahrzehnt und ins dritte alkoholfreie Jahr! :D

    Darf, auch wenn’s gesundheitlich zuletzt nicht so gelaufen ist, wie’s wünschenswert gewesen wäre, recht zufrieden sein.

    Vielen Dank an Euch alle, die Ihr mir geholfen habt, den Absprung zu finden! Bin froh, dass ich an Euch geraten bin! :blumen2:

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,
    ich find‘s auch prima, dass du schon so schnell so weit gekommen bist und bereits die ersten positiven Erfahrungen machen konntest. 44.


    Heute ist mir erstmal bewusst geworden, was für eine Logistik ich mir aufgebaut habe und wo ich überall meine Feierabendbiere gekauft habe. Das merkt man nämlich dann, wenn man an all diesen Geschäften, Kiosken und Tankstellen vorbei fährt.

    Schon spannend, nicht?


    Zitat


    Wie werde ich das meistern, wenn andere es von mir gewohnt sind, ja es auch erwarten, dass ich mittrinke ? Da habe ich die Befürchtung nicht stark genuk zu sein und nicht widerstehen zu können. Aber ich werde mich ja wohl oder übel auch diesen Situationen stellen müssen.

    Wenn du selbst schon im Vorfeld das ungute Gefühl hast, dass solche Situationen kritisch für dich sein könnten, bist du gut beraten, dich dem vorerst möglichst nicht auszusetzen. Wenn’s nicht anders geht, weil’s zum Beispiel eine Familienfeier oder eine berufliche Veranstaltung ist, könntest du dir im Vorfeld einen Notfallplan zurechtlegen, um rechtzeitig die Veranstaltung verlassen zu können.

    Ich selbst hab mich am Anfang an diesen Rat „Alter Hasen“ gehalten und für mich war das auch gut und richtig so.

    Es gibt andere, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gehen, für mich wäre das eher nichts gewesen.

    Nach meiner eigenen Erfahrung ist entscheidend, ob du dich eher dafür bedauerst, nicht Alkohol trinken zu DÜRFEN, oder ob du dich im Gegenteil erleichtert fühlst, nicht Alkohol trinken zu MÜSSEN.

    Ich hab, obwohl ich aus Überzeugung mit dem Trinken aufgehört hab, denn doch eine Weile gebraucht, bis ich jene Erleichterung gefühlt hab, nicht Alkohol trinken zu MÜSSEN.

    Beste Grüße
    AmSee

    Ich kann die Erfahrungen der anderen bezgl. KT nur bestätigen, bei mir hat‘s auch nicht so recht funktioniert, sondern war eigentlich nur mit Stress verbunden. Schon beim ersten Glas setzte so ein Durst nach mehr ein und der Wille, es bei einem Glas zu belassen, schmolz fast unmittelbar dahin. In der Regel blieb es dann auch nicht bei einem Glas und zunehmend auch nicht mehr bei einer Flasche. - Bei mir war’s übrigens eher Wein und Sekt. -

    Insgesamt habe ich sowohl mit als auch ohne Alkohol ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Frank und Susanne dir das beschrieben haben, und ich erlebe es wie die anderen als ziemlich entspannt, gar nicht mehr zu konsumieren.


    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun.


    Aber immerhin funktionier ich moemtan noch. Sowohl beruflich als auch gesllschaftlich und auch in der Beziehung. Aber ich glaube die Betonung liegt hier auf noch.

    Wenn dir DAS schon bewusst geworden ist, weißt du im Prinzip schon, wohin bei dir die Reise geht, wenn du nicht die Kurve kriegst.

    Als ich mich hier angemeldet habe, ging’s mir ähnlich wie dir. Körperlich abhängig war ich wohl noch nicht geworden, d.h. ich konnte noch tage- und wochenlang Trinkpausen einlegen, aber psychisch war ich‘s zweifellos.
    Inzwischen spielt für mich diese Unterscheidung aber keine Rolle mehr, denn körperliche Abhängigkeit bedeutet letztlich nur, dass es gar nicht mehr ohne Alkohol geht, weil sonst sofort unangenehme körperliche Entzugserscheinungen auftreten. Schon bei psychischer Abhängigkeit kreisen aber die Gedanken und damit ein großer Teil des Lebens ständig um den Alkohol. „Wann darf ich wieder?“, „Hab ich noch genug da?“, „Ich hab nicht genug da.“, „Oh, Mann, das war zu viel gestern.“ Usw.
    Irgendwann beginnt die Heimlichkeit, damit der Partner oder andere nicht merkt, wie viel man schon konsumiert. Es wird heimlich „vorgeglüht“, damit man nicht auffällt, oder/ und „nachgeglüht“. Usw.
    So oder so ist man schon bei der sogenannten psychischen Abhängigkeit nicht mehr frei und am Ende ist es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann die psychische Abhängigkeit in eine auch körperliche Abhängigkeit übergeht. Niemand kann genau sagen, wann das geschieht, denn dieser Prozess geschieht schleichend.

    Ob du schon eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hast, wirst dann erkennen, wenn du den Alkohol mal ganz weglässt. Dabei ist aber Vorsicht geboten, denn ein sogenannter „Kalter Entzug“ kann u.U. lebensgefährlich werden. Hier ein Link zum Thema Entzugserscheinungen.

    Und der Kopf verlangt allmählich immer mehr, weil aufgrund gewisser Veränderungen in der Biochemie des Gehirns die Dosis immer weiter erhöht werden muss, um die gleiche Wirkung zu erhalten. Übrigens geht das nicht unbegrenzt weiter, denn irgendwann stellt sich gar kein Wohlgefühl mehr ein.


    Andererseits bin ich leider auch (noch) nicht bereit die Finger vom Alkohol zu lassen. Es gibt halt noch diesen Anlass und jenen Anlass an dem man noch trinken möchte.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor. ;)
    Was müsste bei dir denn eintreten, damit du‘s lassen kannst?
    Brauchst du erst einen richtigen Warnschuss?

    Oder würde dir einfach mehr Information weiterhelfen?


    Obwohl ich selbst weiß, dass dies nur Selbstbetrug ist. Blöd, oder ?

    Nein, nicht blöd. Das gehört leider zu dieser Erkrankung dazu.
    Außerdem lebt ja unsere Gesellschaft im Allgemeinen vor, dass Alkohol zum Leben irgendwie dazu gehöre.


    Ich kann dir nur Mut machen, dass es dir ohne Alkohol auch ziemlich gut gehen kann, vielleicht sogar besser. Vielleicht interessiert dich ja oder macht dir Mut, was andere über zufriedene Abstinenz geschrieben haben.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,

    Willkommen in unserem Forum. :welcome:
    Schön, dass du zu uns gefunden hast, ich wünsche dir ein gutes Ankommen hier und dass du die Hilfe findest, die du suchst.

    Kurz zu mir: Ich bin in deinem Alter, w, ebenfalls glücklich verheiratet, vor zwei Jahren in diesem Forum auf der Suche nach Hilfe aufgeschlagen, habe diese hier tatsächlich gefunden und bin seit dieser Zeit auch trocken.

    Ich vermute mal, dass dir insgeheim bereits bewusst ist, dass es nicht nur eine Frage der Zeit ist, bis du deinen Führerschein verlierst…

    Was du schilderst, ist der typische Kontrollverlust, der kennzeichnend für die Alkoholerkrankung ist. Ungestoppt verläuft diese Erkrankung irgendwann tödlich.

    Du schreibst, dass du irgendwie momentan nicht anders kannst, spürst du schon Anzeichen körperlicher Abhängigkeit oder nutzt du noch den Alkohol „nur“, um Stress oder Probleme zu bewältigen?

    Den ersten Schritt, dir einzugestehen, dass du ein Problem hast, hast du schon getan. Dazu kann ich dir nur gratulieren.

    Wie könnte für dich der nächste Schritt aussehen?

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    ich jedenfalls finde unseren Austausch recht interessant. :)

    Danke für deine Beschreibung, wie du das bislang auf der kognitiven Ebene hast lösen können. Wenn das für dich so funktioniert, prima! Ich wünsche dir natürlich, dass du das ggf. weiterhin so lösen kannst und möglichst von Suchtdruck verschont bleibst. Gefühle ins Positive zu drehen und ggf. fürsorglich mit sich zu sprechen ist zweifelsohne höchst wirksam und motivierend.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit gewissen Gefühlen und Situationen, hätte das so nicht funktioniert, auch wenn ich selbst Vieles in meinem Leben auf der kognitiven Ebene gelöst habe oder zu lösen versucht habe. - Liegt bei mir vielleicht aber auch an meinem EKA-Hintergrund. nixweiss0 -


    Ich behalte eure Denkanstöße und Anregungen auf jeden Fall im Hinterkopf! Und ich werde weiter berichten, wie es mir ergeht :)

    44.

    Viele Grüße
    AmSee


    So habe ich den Weg zur Suchtberatungsstelle gefunden und mache dort von den vielfältigen Angeboten Gebrauch.

    Magst du in einem entsprechenden neuen oder einem anderen bereits vorhandenen Faden ein bisschen erzählen, was es da so gibt und was du als hilfreich empfindest?

    Falls du Fragen haben solltest oder Gesprächsbedarf, nur heraus damit.
    Auch wenn’s in letzter Zeit etwas still hier geworden ist, dürften sich noch immer Ansprechpartner finden. ;)

    Glückwunsch übrigens zu einem halben Jahr Abstinenz! 44.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    die Wege aus der Sucht heraus sind durchaus unterschiedlich, jeder tickt ein bisschen anders und so manches sieht man im Laufe der Zeit u.U. anders als am Anfang.

    Das ist gerade eine spannende Zeit für dich und ob du mit DEINEM Weg richtig liegst, wird sich für dich zeigen.

    Ich selbst hab am Anfang manches anders wahrgenommen, als ich das nun zwei Jahre später sehe.

    Auch ich habe natürlich Greenfox‘ Erfahrungsbericht gelesen und nicht nur seinen und kann daher ziemlich gut nachvollziehen, was er meint, wenn er betont, wie wichtig die Interaktion, das direkte Gespräch mit anderen Betroffenen, gerade in der Anfangszeit ist.

    Zum Thema „Konfrontation“:

    Ich hab davon gehört, dass in Entzugskliniken mitunter auch der Ansatz der Konfrontation gegangen wird. - Ich selbst war nicht in einer solchen. - Dein Zitat von der Betty Ford Klinik passt auch dazu. Der Ansatz hat gewiss auch einiges für sich.

    ICH wäre nach MEINEN Erfahrungen und Kenntnissen bezüglich unseres Themas allerdings vorsichtig, etwas, was unter ganz bestimmten Bedingungen und therapeutischer Begleitung in einer Klinik geschieht, eins zu eins in den Selbstversuch zu Hause zu übertragen.

    „Wer intensiv spürt, was er fühlt, kann innerhalb kürzester Zeit auf Signale angemessen reagieren.“

    Ich weiß ja nicht, welche Erfahrungen DU mit intensivem Fühlen gemacht hast, ICH zum Beispiel habe die Erfahrung gemacht, wie schwer bis unmöglich das mitunter und wie schwer das ganz besonders am Anfang ist. Manch ein Alkoholiker/ eine Alkoholikerin trinkt ja gerade deswegen Alkohol, um Gefühle runterzuregulieren oder um überhaupt irgendwie zu funktionieren und weitermachen zu können.
    Manch einer muss daher überhaupt erst lernen, sich grundsätzlich seinen Gefühlen stellen und sie überhaupt aushalten zu können. Reines Achtsamkeitstraining reicht da u.U. nicht aus.

    Als ich das eine Mal jenen fürchterlichen Suchtdruck gespürt habe, war ich mit Achtsamkeitstraining und Gefühlsregulation durchaus schon vertraut und darin geübt, aber das, was da war, war gewaltig und ich habe und hätte mich in jener Lage zweifelsohne nicht in der Lage gefühlt, noch intensiver nachspüren zu können, was ich fühle.

    Nun will ich dir keine Angst vor Suchtdruck (solchen habe ich übrigens in Bezug aufs Rauchen schon des öfteren erfahren, aber im Vergleich war der Suchtdruck nach Alkohol noch ne andere Hausnummer) aber vor diesem Hintergrund sehe ich diesen o.g. Satz, so einfach und logisch seine Aussage klingt, kritisch und denke an eine mögliche Überforderung, wenn das unbegleitet im häuslichen Selbstversuch ausprobiert wird.

    Es werden durchaus Situationen auf dich zukommen, in denen du mit Suchtdruck konfrontiert wirst, im Laufe des ersten Jahres begegnet man in der Regel den meisten Situationen. Für mich selbst war das, was andere erfahrene Betroffene mir in dieser Zeit geraten haben, in diesem ersten Jahr sehr hilfreich, manches hätte ich so u.U. nicht kommen sehen und es hätte mich u.U. trotz aller Achtsamkeit und allen Respekts überfordern können.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo VJ,

    ICH jedenfalls habe deine Rückmeldung mit Erleichterung gelesen!
    Ich freue mich ehrlich für dich, dass du offenbar die Kurve gekriegt hast.

    Zu den Vorgängen, die zu deinem „Schlüsselerlebnis“ geführt haben, kann ich nichts sagen, weil ich dazu nichts weiß, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es von einem überaus hohen Verantwortungsbewusstsein zeugt, jemandem, der sich ggf. in Lebensgefahr befindet, der Polizei zu melden. Für jemanden, der sich gerade IN einer Situation befindet, wie du es offenbar warst, ist sowas schwer nachvollziehbar. Auch DAS weiß ich aus eigener Erfahrung. Freut mich natürlich, dass du’s inzwischen anders siehst.
    Wie es sich anhört, hat es dir das Leben gerettet.


    Da du kein Vollmitglied bist, kann ich dir keine PN schicken, daher hier folgende Hinweise:

    Das Nacheditieren von Beiträgen ist nur eine Stunde nach der Veröffentlichung des jeweiligen Posts möglich, danach nicht mehr. Ändern können dann nur noch ein Moderator oder ein Administrator, was aber nur in entsprechend begründeten Ausnahmefällen geschieht. Moderatoren und Administrator machen das hier schließlich auch nur ehrenamtlich in ihrer Freizeit.
    Deswegen heißt es ja auch in den Nutzungsbedingungen, dass jeder Nutzer für seine Beiträge selbst verantwortlich ist.


    Wenn jemand sein Nutzerkonto löscht, bleiben seine Beiträge erhalten.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana!
    Mir ging das mit meinem Mann ganz ähnlich. Ich hab ihm gegenüber meinen Konsum in der Regel nicht verheimlicht. Ich schreibe „in der Regel“, weil ich die wahren Mengen zuletzt doch etwas verschleiert habe, um eben nicht von ihm darauf angesprochen zu werden. Ich mochte es nämlich ganz und gar nicht, wenn er mich auf meinen Konsum ansprach. Ich glaubte tatsächlich, er übertreibe mit seiner Sorge, weil er wusste, dass mein Vater Alkoholiker war.
    Und dann kam bei mir irgendwann dann doch der Punkt, an dem mir mein Konsum richtig unheimlich wurde, weshalb ich mich dann hier im Forum angemeldet und mich vorgestellt hatte.

    Nachdem ich mich dem Thema endlich gestellt hatte, habe ich ziemlich bald meinen Mann eingeweiht und ihm von dem erzählt, was ich so nach und nach erfahren habe. Das hat zum einen mir selbst noch mehr Klärung gebracht, es hat zum anderen aber auch ihn sehr nachdenklich werden lassen, was seinen eigenen (übrigens wirklich harmlosen) Konsum und den Konsum unserer Umgebung (Freunde, Familie, Kollegen, Nachbarn usw.) betrifft. Inzwischen trinkt mein Mann von sich aus ebenfalls überhaupt keinen Alkohol mehr, und das schon seit über einem Jahr, obwohl er zweifellos kein Alkoholproblem hatte, sondern zu den Menschen zählte, die tatsächlich „ganz normal“ Alkohol konsumieren können.



    Ich verstehe was du mit dem Weg meinst. Ich empfinde es für mich so, dass ich einen Mentor / Mentoren brauche.

    Ich hatte das nach deiner Vorstellung übrigens auch so verstanden, dass du deinen Weg allein gehst, d.h. mehr oder minder ohne Unterstützung von anderen.
    So, wie du das hier schilderst, klingt das anders und es trifft meines Erachtens das, was Greenfox in jener Wahrheit angedeutet hat. Du wirst den Weg nicht gänzlich allein gehen, wenn du dir einen Mentor/ Mentoren suchst. Ob das jemand in einer realen SHG vor Ort ist oder jemand in einem Forum wie diesem, hängt meines Erachtens von den jeweiligen persönlichen Bedürfnissen ab. Meine „Mentoren“ hab ich in diesem und in einem anderen Forum „gefunden“.

    Ob du dich allgemein outen solltest oder nur gegenüber ausgewählten Personen, wirst du selbst am ehesten einschätzen können. Ich hab von einigen Alkoholikern gehört bzw. gelesen, dass ihnen das geholfen hat, sich mehr oder minder allgemein zu outen. Reaktionen sollen bei denen oft auch ganz anders, d.h. viel besser verlaufen sein, als erwartet. Sich zu outen kann ein Selbstschutz sein, zum einen weil dir dann nicht immer wieder Alkohol angeboten wird, den du ablehnen musst, zum anderen weil ggf. Rücksicht auf dich genommen wird und möglicherweise aus Respekt vor dir eben kein Alkohol in deiner Gegenwart konsumiert wird. Und drittens schließt du dir damit eine mögliche Hintertür.
    Ich selbst aber habe mich ebenfalls nicht öffentlich geoutet, sondern nur gegenüber ausgewählten Personen. Das hat bei mir mit fehlendem Vertrauen zu meinem Umfeld zu tun. Ich erwarte da eher weniger Verständnis, sondern eher Hindernisse. Auf die möchte ich aus Selbstschutz dann doch lieber verzichten.

    Zweifellos war dein Urlaub war für dich Konfrontation und mir fallen auf Anhieb ein paar trockene Alkoholiker ein, die dir von einer Konfrontation dieser Art abgeraten hätten, aber ich hätte in deiner Situation bestimmt ebenfalls nicht auf den Urlaub verzichtet oder meinen Ausstieg verschoben. Ich kann ziemlich gut nachvollziehen, wie erleichternd sich das angefühlt hat, nicht über das Trinken und die zum Scheitern verurteilten Kontrollversuche nachdenken zu müssen. - Glückwunsch übrigens zu den schönen (krassen) Aha-Erlebnissen! Mögen noch viele weitere solcher Aha-Erlebnisse folgen!

    Ich hatte dich allerdings so verstanden, dass du generell den Weg der Konfrontation gehen willst. Und ich habe diesbezüglich eher noch weiter gedacht, wie z.B. gesellschaftliche Runden, in denen Alkohol konsumiert wird, oder daran, dass sich noch Alkohol in deiner Wohnung/ deinem Haus befindet, usw.

    Gewiss gibt es etwas wie „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ und besteht umgekehrt definitiv die Möglichkeit, sein Verhalten durch Mentales Training zu verändern, nicht ohne Grund habe ich geschrieben, dass es zwei Wege gibt, sich den Situationen zu stellen.
    Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit diesem Thema und dem, was ich mir inzwischen darüber an Wissen angeeignet habe, ist mir nur bewusst geworden, warum viele der mir bekannten erfolgreich abstinenten Alkoholiker zumindest anfangs eher den Weg der Vermeidung gehen. Deshalb habe ich dich darauf angesprochen. Und es interessiert mich durchaus, welche Erfahrungen du auf deinem Weg machst. Mir selbst bekannt ist bislang nur eine Person, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gegangen ist und damit Erfolg hatte.

    Ich selbst hab diesen Suchtdruck in Bezug auf Alkohol ein Mal erlebt und es war reichlich knapp, dass ich das ohne Rückfall überstanden habe. Ohne Hilfe hätte ICH das in dem Moment nicht überstanden, weil’s mich völlig überrascht hat. Ob ich im Falle eines Rückfalls den Absprung gleich wieder geschafft hätte, weiß ich nicht, ich bezweifle es.

    Auf mich wirkst du übrigens nicht überheblich und ich hoffe, dass meine Beträge ebenfalls nicht überheblich rüberkommen.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Nana,
    herzlich Willkommen in diesem Forum, schön, dass du zu uns gefunden hast. :welcome:
    Danke für deine anerkennenden Worte. :)
    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier, die Möglichkeit hast du hier gewiss. 44.

    Wenn du hier schon ein bisschen gelesen hast, dürftest du schon dem einen oder anderen Beitrag von mir begegnet sein. ;) Kurz zu mir: Ich bin fast 50, vor fast zwei Jahren an dieses Forum geraten, habe durch die Auseinandersetzung mit anderen hier im Forum begriffen, wo ICH in Bezug auf Alkohol stehe und dass ich die Reißleine ziehen muss. Seitdem bin ich trocken und Dank einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema auch schon eine ganze Weile tatsächlich zufrieden abstinent.


    Das hat meinen „Blinden Fleck“ für mein eigenes Trinkverhalten nicht tangiert. War oft mal zu viel aber hey, es funktionierte doch alles wunderbar.

    Das kommt mir ziemlich bekannt vor, auch wenn mein eigener Werdegang etwas anders war als deiner. ;)

    Seit ich mich dem Thema endlich gestellt habe, habe ich mich intensiv damit beschäftigt. In der Herangehensweise scheinst du mir ähnlich zu sein. Der Austausch könnte interessant werden. :)


    Situationen, auf die ich konditioniert bin zu trinken, meide ich nicht. Ich mache mir bewusst, das ist "Bimmel bimmel, sabber sabber", wie bei Pawlows konditioniertem Hündchen und weiß, dass es vorbei geht.

    Nach allem, was ich bislang darüber in Erfahrung gebracht habe, gibt es zwei Wege, sich diesen Situationen zu stellen, den der Vermeidung (zumindest zunächst) und den der Konfrontation. Nach allem, was ich bislang über Psychologie in Erfahrung gebracht habe, haben beide Wege etwas für sich und durchaus ihre Berechtigung, auch wenn ich bislang eher selten von Alkoholikern gehört oder gelesen habe, die von Anfang an den Weg der Konfrontation gehen. Es würde mich durchaus interessieren, wie es dir mit deinem Weg geht.

    Nach meinen eigenen Erfahrungen mit diesem Thema kann ich dir nur raten, dich nicht zu überfordern, denn Suchtdruck KANN auch eine gute Weile nach der Konfrontation auftreten und dich dann mächtig fordern. Mehr dazu gerne, wenn gewünscht, später.

    Nu muss ich erstmal weiter, Termine erledigen.

    Gutes Ankommen hier und viele Grüße
    AmSee

    Hallo Johannes,
    schön, nochmals von dir zu hören bzw. zu lesen. ;)


    Das Problem ist die fehlende Kontrolle, einmal um eben nicht jeden Tag zu trinken und dann, wenn ein gewisses Level erreicht ist, nicht mehr aufhören zu können.

    Eins der typischen Merkmale der Alkoholkrankheit ist leider genau der Kontrollverlust, von dem du schreibst.
    Dass es dazu kommt, hat mit der Neurobiologie der Sucht zu tun.
    Wenn du Lust hast, dich darüber etwas näher zu informieren, stöbere doch einfach mal durch unsere Linksammlung.

    Dieser Kontrollverlust ist leider etwas, was sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

    Mit dem sogenannten „kontrollierten Trinken“ hast du inzwischen ja schon deine eigenen Erfahrungen gemacht und dürfest somit selbst beurteilen können, wie gut das bei dir funktioniert bzw. nicht funktioniert.
    Es soll Alkoholiker geben, die das hinkriegen, ICH habe bislang aber keinen kennengelernt oder von einem gehört/ gelesen, der das hingekriegt hätte. Nicht ohne Grund wirst du in der einen anderen SHG hören oder lesen, dass „Kontrolliertes Trinken“ nicht funktioniert. Ich selbst hatte zuletzt mit dem „Kontrollierten Trinken“ ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie du und mir war klar geworden, dass MIR dieser Kraftaufwand zu hoch und für mich auch zu riskant war.
    ICH find‘s schon bedenklich, was du alles auf dich nimmst (du kapselst dich u.a. immer mehr ab), um doch noch ein oder zwei Gläser Wein trinken zu dürfen. Da stellt sich schon die Frage, ob es DAS wert ist. nixweiss0


    Ich kann nachvollziehen, dass du dich über dein „Scheißverhalten“ ärgerst, aber dahinter steckt der Gedanke, dass sich dein Verhalten noch kognitiv kontrollieren ließe. Wenn du dich etwas näher mit dem Thema „Neurobiologie der Sucht“ beschäftigst, wirst du erfahren können, dass da in deinem Gehirn leider Prozesse stattfinden, die sich der kognitiven Kontrolle völlig entziehen.


    Als ich mich der Frage bzw. dem Thema, ob mein Alkoholkonsum zu einem ernsthaften Problem geworden ist, endlich stellte, wurde mir durch den Austausch mit anderen hier und durch Erfahrungsberichte anderer klar, wo ich bereits stand und wohin es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog. Ich hab für mich daraufhin vor fast zwei Jahren die Reißleine gezogen und kann für mich behaupten, dass ich zufrieden abstinent lebe.


    Was deinen Freundeskreis betrifft: Dir ist inzwischen schon aufgefallen, was da so abgeht. Mindestens 4 deiner Freunde sind schon Alkoholiker, langsam zu treten ist eigentlich nicht möglich.
    Ob dieser Freundeskreis noch zu dir passt, wenn du abstinent geworden sein solltest, wird sich für dich zeigen. Trocken zu sein bedeutet nicht automatisch, sich auch aus diesem Freundeskreis verabschieden zu müssen. Das kommt ganz darauf an, ob dieser Freundeskreis noch zu dir passt, wenn du abstinent lebst.


    Ich kann dich nur dazu beglückwünschen, dass du begonnen hast, dich diesem Thema zu stellen. Wie es für dich weitergeht, wird sich zeigen.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Johannes,

    :welcome: in unserer Runde, in der der eine oder die andere ähnliche Erfahrungen gemacht hat.


    Erstmal Gratulation, dass du den Absprung von all dem anderen gemeistert hast! Selbstverständlich ist das nicht.


    Vom Alk kommst du, wenn ich das richtig verstehe, nicht erfolgreich weg, weil er für dich trotz allem so eine Art Medizin und eine gute Möglichkeit der Belohnung darstellt. Du hast zwar erkannt, dass du da in einer Art Tretmühle steckst, aus der du endlich aussteigen willst, aber deine Ausstiegsversuche waren bislang ohne dauerhaften Erfolg.

    Zum Nicht-einschlafen-Können, wenn du auf Alkohol verzichtest:
    Das ist eine Nebenwirkung, die durchaus öfter auftritt. Das hat mit Veränderungen in der Biochemie deines Gehirns zu tun, genauer mit bestimmten Botenstoffen und den ihnen entsprechenden Rezeptoren.

    Wie du schon bemerkt hast, legt sich das nach einiger Zeit wieder. Wenn dieser Zustand zu belastend ist, solltest du ärztliche Hilfe zu Rate ziehen.

    Alkohol als Belohnung kennen viele (die meisten?) von uns und haben ihn entsprechend missbraucht, bis es eben schief gegangen ist. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger schief. nixweiss0
    Entscheidend ist, dass wir für uns erkannt haben, dass es so für uns nicht weitergehen darf. Und an DEM Punkt bist du eben gerade.

    Hast du denn schon konkrete Fragen an uns?

    Kurz zu mir: Ich bin Ende 40, Alkoholikerin und seit bald zwei Jahren trocken.

    Beste Grüße
    AmSee

    Hallo Krüml,
    es macht den Eindruck, dass du zumindest hier nicht sonderlich an einem Austausch interessiert bist.

    Auf Greenfox‘ freundliche Antwort und Einladung hast du nicht einmal reagiert.


    Ob es allerdings hilfreich ist, sich mit Deinem Wunsch nach einer WhatsApp-Gruppe außer in Deinem eigenem Thread vollkommen zusammenhanglos in andere Vorstellungs-Threads zu drängen (von Daun2020 und AmSee13) - das wage ich zu bezweifeln. Das wirkt in MEINEN Augen wie Spam.

    Da geht’s mir übrigens ganz ähnlich wie Greenfox.

    Übrigens zu deiner Idee:
    Ich rate davon aus verschiedenen guten Gründen ab.

    Gruß
    AmSee

    Hallo Ludwig,
    mich würde ja näher interessieren, warum du diese Frage stellst. Interessiert dich, warum du bei der Menge deiner Einschätzung nach noch keine „körperliche Abhängigkeit“ entwickelt hast, oder geht es für dich darum, „kontrolliert trinken“ zu können?


    Wenn ihr auf die Entwicklung eurer Sucht zurückseht, könnt ihr festmachen ab welcher täglichen Trinkmenge zur psychischen auch die körperliche Abhängigkeit dazukam?

    Diese Frage wird dir wahrscheinlich kaum einer beantworten können, gerade weil der Übergang schleichend geschieht. Bei all den vielen Erfahrungsberichten, die ich schon kennengelernt habe, war bei dem einen oder anderen irgendwann der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr ohne Alkohol ging. Bis der- oder diejenige sich dann überhaupt erst eingestanden hat, ein ernsthaftes Problem entwickelt zu haben und bereit war, etwas dagegen zu unternehmen, war und ist auch nicht so selbstverständlich, wie man das von außen betrachtet meinen möchte.

    Die Mengen waren, soweit ich das mitbekommen habe, bei dem einen oder anderen höchst unterschiedlich. Von daher dürfte auch völlig irrelevant sein, ab welcher Menge jemand anderes tatsächlich körperlich abhängig geworden ist, weil das bei dir zum Beispiel ganz anders sein kann.

    Ich selbst habe in den letzten Monaten meiner Alkoholiker-Karriere teilweise ähnlich viel konsumiert wie du - ohne das mir selbst und anderen wirklich einzugestehen - und ich bemerkte ähnlich wie du keine „sogenannten“ Entzugserscheinungen. N’ bisschen kaputt war ich am nächsten Tag, keine schwitzigen Hände oder sonstwas. Ich konnte auch Pausen über mehrere Tage und Wochen einlegen. Was mir selbst allmählich ernsthaft Sorgen bereitete, war, dass ich‘s nicht so recht kontrollieren konnte. Ich konnt‘s nicht bei ein zwei Gläsern oder meinetwegen auch einer Flasche belassen, der Durst kam sozusagen beim Trinken. Und weil mir das schließlich doch ernsthaft Sorgen bereitete, habe ich mich hier angemeldet.

    Ich fand mich in den Erfahrungsberichten anderer wieder. Ich war zwar noch nicht an dem Punkt angelangt, an den andere bereits gelangt waren, aber irgendwie wurde mir so richtig klar, wohin es mit mir lief, und deswegen zog ich dann die Reißleine. Und MIR wurde klar, dass ich mich auf den Kraftakt des „kontrollierten Trinkens“ nicht einlassen wollte und sollte. Dafür kannte ich mich zu gut und die Alternative war, wie sich in den letzten fast zwei Jahren bestätigt hat, für mich zweifellos die bessere Wahl.

    Ähnlich wie für Greenfox spielt übrigens auch für mich die Unterscheidung zwischen psychischer Abhängigkeit und körperlicher Abhängigkeit keine Rolle. Abhängig ist abhängig. Auch die psychische Abhängigkeit macht schließlich schon unfrei. Und DAS ist doch der eigentliche Punkt: Nicht mehr frei zu sein, in dem, was man tut.

    Übrigens: Was diese Freiheit in völliger Gänze bedeutet, habe ich wirklich erst begriffen, seit ich völlig abstinent lebe und mich in Trockenarbeit/ Selbstfürsorge geübt habe und übe.

    Beste Grüße
    AmSee