An Auswirkungen bzgl. Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich gar nicht gedacht, weil ich selbst schon vor vielen Jahren aus Vorsorge eine solche abgeschlossen hatte. Danke für den Hinweis, Susanne, gut zu wissen. 44.
Grüße
AmSee
An Auswirkungen bzgl. Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich gar nicht gedacht, weil ich selbst schon vor vielen Jahren aus Vorsorge eine solche abgeschlossen hatte. Danke für den Hinweis, Susanne, gut zu wissen. 44.
Grüße
AmSee
Moin Britt,
schön mal wieder von dir zu hören und dass der Alkohol weiterhin keine Rolle mehr in deinem Leben spielt. wikende091
Ja, immer wieder erschreckend so etwas zu lesen, besonders wenn man es geschafft hat, dem doch noch zu entkommen, und auf die andere Seite gewechselt ist.
Ich erinnere mich noch gut, welche enorme Rolle der Alkohol in MEINEM Leben gespielt hat und wie wichtig es mir war, dass ich weiter trinken darf.
Aus heutiger Perspektive kann ich darüber nur noch den Kopf schütteln und bin immer wieder dankbar, dem entkommen zu sein.
Ich denke, ein bestätigter Verdacht problematischen Konsums am Arbeitsplatz sollte nicht gedeckt werden. Auswirkungen müssen andere irgendwann mittragen und ausgleichen.Würdet ihr den Betroffenen bei Verdacht ansprechen bzw. würdet ihr euch bei einem bestätigten Verdacht an die Führungskraft (oder den Betriebsarzt) wenden?
Kann ich als Kollege überhaupt "helfen"?
Es fällt mir schwer, das klar zu beantworten, denn einerseits teile ich deine Einstellung, dass ein bestätigter Verdacht problematischen Konsums am Arbeitsplatz nicht gedeckt werden sollte, und das nicht nur deswegen, weil Kollegen das irgendwann mittragen oder ausgleichen müssen. Der problematische Alkoholkonsum hat u.U. auch gravierende Auswirkungen darauf, wie verlässlich der Kollege seinen Beruf ausübt und ob er eine Gefahr für andere und für sich darstellt.
Andererseits aber wiederum kenne ich (ehemalige) Kollegen von mir, bei denen spürbar war, dass ihr Konsum tatsächlich grenzwertig ist, bei denen ich aber nichts gesagt habe und mir auch jetzt nicht sicher wäre, ob ich etwas sagen würde.
Ob du als Kollege helfen kannst: Geht das nicht in die Richtung, ob man einem „nassen“ Alkoholiker überhaupt helfen kann? Wenn er von sich aus sein Problem nicht angehen will, wird er dich als Bedrohung wahrnehmen und entsprechend reagieren.
Grundsätzlich mal ansprechen dürfte dennoch nicht verkehrt sein, es könnte ja auch der entscheidende Impuls sein, dass derjenige oder diejenige überhaupt erstmal den eigenen Konsum hinterfragt.
Viele Grüße
AmSee
Guten Morgen Thomson,
hier im Forum ist es in letzter Zeit häufig sehr still, aber das hat ganz gewiss nichts mit dir zu tun. ;D
Es ist einfach, wie es ist. nixweiss0
Gerade habe ich den Selbsttest der Bzga gemacht. Dabei kam heraus, dass eine Antwort im roten, zwei im orangenen Bereich und eine Antwort im gelben Bereich lag.
Was diesen Selbsttest betrifft: Hast du ihn gemacht, um dich selbst nochmals zu versichern, wie’s um dich steht?
Mich selbst haben sie, wie ich dir ja geschildert hab, nicht weitergebracht, bzw. ich selbst hab das, was ich daran ersehen konnte, nicht für mich zu nutzen verstanden.
Ich frage mich nun wie ich weiter vorgehe. Hole ich die Suchtberatung ins Boot oder gehe ich direkt zum Hausarzt. Was meinst du oder ihr?
Da du für DICH den Eindruck gewonnen hast, ein ernsthaftes Problem entwickelt zu haben, kann es immer hilfreich sein, sich mögliche Ressourcen ins Boot zu holen.
Mit einem Gang zur Suchtberatung dürftest kaum etwas falsch machen. Dort wirst du gewiss kompetente Ansprechpartner finden, wie du weiter vorgehen könntest.
Was den Hausarzt betrifft: Nun, du kannst dort ähnliche Erfahrungen machen wie Greenfox und ich, du kannst dort aber auch auf jemanden treffen, der sich tatsächlich etwas näher auskennt. In dem Fall stellt dein Hausarzt eine weitere hilfreiche Ressource dar.
Sofern bei dir noch die Gefahr eines sogenannten „Kalten Entzuges“ besteht, ist der Gang zum Hausarzt sogar dringend angeraten.
Grundsätzlich ist es angeraten, den Hausarzt zu informieren, weil eine Alkoholabhängigkeit auch Auswirkungen auf mögliche vorhandene oder zukünftige Medikamentierung hat bzw. haben kann.
Viele Grüße
AmSee
Auch wenn Du vielleicht aus der Sicht des Einen oder der Anderen vielleicht gar kein "richtiger" Alkoholiker bist - ist doch schietegal!
DU fühlst Dich mit Deinem Konsum unwohl und bist der Meinung, dass es zuviel ist. Und DU möchtest etwas daran ändern und da hat niemand das Recht, Dir das aus- oder es kleinzureden.
Das sehe ich genauso. 44., dass Greenfox das nochmals betont hat.
Ich habe mit meiner Hausärztin eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich mich ihr gegenüber als Alkoholikerin geoutet habe. Ich kannte mich zu dem Zeitpunkt schon ein wenig mit dem Thema aus, daher wusste ich, dass sie, obwohl sie dominant mit ihrer „Fachkompetenz“ (sie teilte mir mit, dass sie auch mal in einer Sucht-Abteilung tätig gewesen sei.) auftrat, nicht weit genug mit der Thematik vertraut war.
Obwohl ich mir sicher war, tatsächlich ein Alkohol-Problem zu haben, hat mich dieses Gespräch dennoch verunsichert. Ich hatte danach eine Weile mit dieser gewissen inneren Stimme zu kämpfen, die gerne so weiter gemacht hätte wie bisher.
Diese innere Stimme, dass ich doch nicht wirklich ein Alkoholproblem habe, hat sich, weil andere mir das mitunter absprechen wollten, immer mal wieder gemeldet.
Und gerade deshalb habe ich mich damit auseinandergesetzt, woran ICH festmache, dass ICH tatsächlich eine „Sucht“ habe.
Vor diesem Hintergrund ist übrigens meine Frage an dich zu verstehen, woran DU festmachst, eine Sucht zu haben. ![]()
Dass eine Alkoholsucht gerade bei den unklaren „Regeln“ bei uns in Deutschland schon längst vorhanden sein kann, ohne dass Außenstehende das mitkriegen, wird in dem genannten Erklärvideo meines Erachtens gut deutlich.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Thomson,
da hast du ja wirklich nicht mehr lange gezögert, dir auch vor Ort Hilfe zu suchen, und dir damit eine sehr hilfreiche Ressource geschaffen. 44.
Was den Spannungsabbau betrifft: Sport als effektive Möglichkeit kennst du schon.
Hilfreich könnte es sein, die Augen für weitere Möglichkeiten offen zu halten, die dir auch noch liegen und ggf. schneller und leichter eingesetzt werden können.
Ich selbst hab zum Beispiel Progessive Muskelentspannung als sehr wertvoll kennengelernt. Kann man unauffällig überall machen. Und ich nutze ggf. noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, die ich im Laufe der Zeit für mich entdeckt habe.
Ansonsten ist es langfristig förderlich, die Gründe für diesen Spannungsaufbau zu ermitteln und schon vorher entsprechend für sich zu sorgen, damit sich die Spannung gar nicht erst wieder so aufbaut. Susanne hat dir meines Erachtens diesbezüglich schon ein paar gute Fragen gestellt. Diese musst du natürlich nicht uns beantworten.
Zusammengefasst bedeutet das alles „Selbstfürsorge“. ![]()
Wann immer du Fragen hast oder etwas mit teilen möchtest, bist du uns natürlich gerne willkommen.
Viele Grüße
AmSee
Hallo Just4Fun,
schön, mal wieder von dir zu hören und dass es dir weiterhin gut geht. 44.
Drei zufriedene Monate! Ich gratuliere! :heartBalloon:
Ich sehe das ganz ähnlich wie Susanne. Es kommt letztlich nur darauf an, ob und wie du auf deinem Weg zurecht kommst.
Das Autobeispiel von Susanne kommt mir irgendwie bekannt vor….
Grüße
AmSee
Hallo Thomson,
du schreibst, dass das Verstecken der Sucht bei dir definitiv ein Thema ist. Demnach hast du für dich selbst schon den Eindruck gewonnen, eine „Sucht“ zu haben. Mich würde interessieren, woran DU das festmachst.
Susannes Fragen finde ich in diesem Zusammenhang sehr interessant. Rein äußerlich betrachtet würde nach deiner Schilderung fast niemand in unserer Gesellschaft darauf kommen, dass du eine „Sucht“ hast. Ab und zu mal über die Stränge schlagen und am nächsten Tag mit „Kater“ aufzuwachen, ist in UNSERER Gesellschaft ja durchaus üblich und keinesfalls gegen die „Regeln“.
In diesem Zusammenhang kann ich dir übrigens ein sehr aufschlussreiches Erklärvideo von Prof. Dr. J. Lindenmeyer von den Salus-Kliniken empfehlen. Spannend finde ich darin, welche Auswirkungen „Regeln“ im Zusammenhang mit Alkoholismus haben. Es trägt den Titel “Der Untergang der Titanic“.
Nun zu deinen Fragen:
Ich hatte (und habe) möglicherweise ein anderes Verständnis von heimlichem Trinken als du.
Mein Vater hat tatsächlich heimlich getrunken, nie in unserer Gegenwart. Gesehen haben wir’s nur an seinen Augen und gerochen haben wir’s an seinem Atem, weil er dann IMMER diese eine bestimmte Zahncreme benutzt hat. Irgendwann im Laufe der nächsten Tage und Wochen kam dann noch die veränderte Sprache, der veränderte Gang usw. hinzu.
Er hatte so seine Verstecke. Ein Mal bin ich zufällig auf eins gestoßen, nicht auf das Versteck an sich, wohl aber auf die verräterischen Spuren von Campari.
Ein guter Bekannter von mir hat heimlich während der Fahrt von seinem Arbeitsplatz nach Hause sein Bier getrunken und die Flasche(n) unterwegs an einem Rastplatz entsorgt.
Ich selbst habe in diesem Sinne nie heimlich getrunken und meine Flaschen auch nicht versteckt. Ich glaubte aufgrund des Beispiels, das mein Vater abgegeben hatte, dass heimliches Trinken der Anfang vom Ende sei, deshalb hab ich vor meinem Mann nie einen Hehl gemacht, DASS ich getrunken habe. Die jeweilige Flasche stand sichtbar herum, die leeren Flaschen lagen beim Altglas. Er hat auch mitgekriegt, DASS ich trank. Was er nicht unbedingt so direkt mitgekriegt hat, weil er nicht unmittelbar immer dabei war, wenn ich in der Küche gewerkelt habe oder sonst irgendwelchen Tätigkeiten meines Interesses nachgegangen bin, WIE VIEL ich jeweils konsumiert habe. Gesehen (und mich mitunter darauf angesprochen) hat er die zahlreichen Flaschen im Altglas.
Mein Mann äußerte durchaus immer wieder seine Besorgnis, wenn er der vielen Flaschen ansichtig wurde. Was mein Verhalten betraf: Nun, wer konnte zu DEM Zeitpunkt schon genau sagen, was auf die Depression zurückzuführen war… nixweiss0
Und ICH hab mir, bis ich mich dann hier angemeldet habe, nicht eingestehen wollen, eine „Sucht“ zu haben. Ich hab sogar regelmäßig durch solche „Online-Selbstttests“ geprüft, ob ich schon eine Abhängigkeit habe. Da kam immer nur „riskanter Konsum“ raus. Für mich immer wieder das Signal: Ich bin nicht süchtig, ich darf weitermachen.
Liebe Grüße
AmSee
O.K.: Dann hätte ich gerne eine Antwort hierauf: Das heißt, dass Du doch heimlich getrunken hast? Das müsste aber doch jemandem aufgefallen sein?
Lass dir, bevor ich dir diese Fragen beantworte, folgende Frage(n) gefallen: :devilsmile:
Inwiefern spielt es eine Rolle für DICH, ob ICH heimlich getrunken habe oder nicht, und ob MEIN Konsum jemandem aufgefallen ist oder nicht? Bringt DICH das bei der Erfassung deines „Problems“ oder in Bezug auf die Lösung deines „Problems“ tatsächlich weiter?
Außerdem wollte ich folgendes Fragen: Ich schrieb früher gerne Kurzgeschichten. Darf ich die hier auch posten?
ICH wüsste gerade nichts, was dagegen spräche, wenn DU deine Kurzgeschichten unter einem entsprechenden Faden/Thema im unserem Bereich Klatsch und Meckerecke, der für alle sonstigen Themen gedacht ist und in dem sich unsere Nutzer „austoben“ dürfen, teilst.
Viele Grüße
AmSee
Du störst gewiss nicht. Frag nur, was du fragen möchtest, wenn ich dafür keine Zeit hätte, würde ich nicht antworten.
Jetzt gleich bin ich allerdings erstmal offline, da ich Termine habe. ![]()
Grüße
AmSee
"Kennst du den Punkt/ Pegel, bis zum dem dein Konsum von dir als positiv empfunden wird, stimmungsaufhellend wirkt und antriebssteigernd? Kennst du auch schon das, was danach kommt, wenn du über diesen Punkt hinweg bist?"Ja, das kenne ich. Ich fühle mich dann depressiv. War das bei dir auch so?
Oh ja, das war ich. Und wie!
"- Diesen Punkt/ Pegel, bei dem die Stimmung aufgehellt ist und der Antrieb gesteigert, habe ich zu erreichen versucht, wenn ich z.B. einen Geburtstagsbesuch vorbereiten musste. Ich konnte diese Vorbereitungen wie auch den Besuch depressionsbedingt nicht einfach so bewältigen. Mit Alkohol kriegte ich das alles hin."So etwas kenne ich so nicht. Hast Du dich dann betrunken, um an Familienfesten und Geburtstagen teilnehmen zu können?
Ich würde nicht sagen, dass ich mich betrunken hätte. Das wäre tatsächlich aufgefallen. Nein, ich hab vorher ein bisschen was getrunken, aber das dürfte tatsächlich nicht aufgefallen sein, es waren keine Abstinenzler unter meinen Gästen. Und wenn die Gäste da waren, gab’s ja gleich n entsprechendes Getränk.
"Plötzlich war’s (unbemerkt) nur immer zu viel."Das kenne ich. War es denn auch wirklich unbemerkt oder hast Du nur gedacht, dass es unbemerkt war. Meistens bekommen die Menschen um einen herum ja doch mit, wenn man betrunken ist. Bei mir bekommt es wirklich kaum einer mit, da ich alleine wohne und da man in einer Bar nachts um zwei am Wochenende eh nicht so viel nüchterne Menschen trifft, fällt es bei mir wirklich nicht auf.
Das dürfte bei mir tatsächlich niemand bemerkt haben. Wenn du dich in Gesellschaft von Menschen befindest, die selbst auch ganz gerne trinken - ohne selbst gleich ein Alkoholproblem zu haben - fällst du nicht unbedingt auf, es sei denn du bist tatsächlich betrunken. Bis ich betrunken war und man es mir tatsächlich anmerken konnte, waren es die anderen schon. Die wirklichen Mengen habe ich ja auch alleine zuhause getrunken.
Und ich hab mich bewusst von den harten Sachen ferngehalten, es sei denn, wir haben mit den Nachbarn gebechert, die von sich aus die harten Sachen zu vorgeschrittener Stunde auf den Tisch gebracht haben.
Mein Mann hat natürlich bemerkt, dass/ wenn ich angeschickert war, aber den habe ich nach Möglichkeit auch zum Trinken animiert.
Zu deiner Geschichte möchte ich noch sagen: Fühl dich umarmt!
Ach, weißt du. Es geht mir inzwischen wesentlich besser. Nicht immer ist alles eitel Sonnenschein, aber ich darf tatsächlich zufrieden sein und bin es auch. Und was war, das war eben. Shit happens.
Wer weiß, wozu‘s gut war.
LG
AmSee
P.S.: In „Gesellschaft“ ist das bei mir nie aufgefallen. Da hielt ich mich sozusagen an die Regeln.
Ich trank zuhause zu viel, wenn und weil nicht „beobachtet“ wurde. Mein Mann ahnte zwar was, aber er hat das nicht unbedingt so mitgekriegt.
Sorgen hat er sich schon gemacht und mich auch drauf angesprochen, aber das konnte ich gar nicht gut haben.
Nun, das war mehreres, was mir da nach und nach auffiel.
Zum einen sackte mein Entschluss, nur ein oder eventuell ein zweites Glas zu trinken, schon beim Trinken des ersten Glases in sich zusammen. Vorher fest entschlossen, nur ein Glas zu trinken, bereute ich diesen Entschluss schon, bevor das Glas überhaupt leer war, und trank dann doch noch eins und noch eins…
Das machte mich noch nicht so wirklich nachdenklich, weil ich trotzdem noch rechtzeitig aufhören konnte und zwar wenn ich irgendwie sozusagen einfach satt war und es noch lustig fand.
Wirklich nachdenklich wurde ich erst durch Folgendes:
Kennst du den Punkt/ Pegel, bis zum dem dein Konsum von dir als positiv empfunden wird, stimmungsaufhellend wirkt und antriebssteigernd? Kennst du auch schon das, was danach kommt, wenn du über diesen Punkt hinweg bist?
- Diesen Punkt/ Pegel, bei dem die Stimmung aufgehellt ist und der Antrieb gesteigert, habe ich zu erreichen versucht, wenn ich z.B. einen Geburtstagsbesuch vorbereiten musste. Ich konnte diese Vorbereitungen wie auch den Besuch depressionsbedingt nicht einfach so bewältigen. Mit Alkohol kriegte ich das alles hin.
Das ging eine Weile gut, aber dann kam es, dass ich diesen Punkt/ Pegel nicht mehr halten konnte, stattdessen kippte es bei mir in Erschöpfung, Müdigkeit, Leere, ziemlich miese Stimmung. Das geschah mehr als einmal, obwohl ich mir vornahm, moderat zu trinken. Ich hab den Alkohol nicht wild in mich hineingeschüttet, sondern nach und nach das eine oder andere Glas geleert. Die Menge ist mir dabei noch nicht mal so richtig aufgefallen. Plötzlich war’s (unbemerkt) nur immer zu viel.
Übrigens hatte ich am Folgetag keinen sogenannten Kater, ich fühlte mich „nur“ körperlich und psychisch erschöpft. Alkohol trank ich in den Folgetagen nie, brauchte das nicht, wollte das nicht.
Und dann mir wurde auf ein Mal bewusst, dass sich meine Menge schleichend mächtig gesteigert hatte. Am Ende war’s mehr eine Flasche, nach der ich genug hatte…
LG
AmSee
Hallo Thomson,
herzlich Willkommen in unserem Forum. :welcome:
Schön, dass du zu uns gefunden und dich ein wenig vorgestellt hast.
Gerade habe ich mir einige Vorstellungen durchgelesen. Ich muss zugeben, dass es sehr gut getan hat Eure Lebensgeschichten zu lesen. Vielen Dank für das Teilen Eurer Erfahrungen.
44. Danke für deine Rückmeldung.
Verstecke zu haben oder regelmäßig zu trinken, um den Pegel halten zu können, oder irgendetwas „anzustellen“ gehört zweifellos schon zur Spitze des Eisberges, das eigentliche Problem kann schon sehr viel länger vorhanden sein, auch wenn man noch wochen- oder monatelang sogenannte „Trinkpausen“ einrichten kann.
Ein entscheidendes Zeichen ist meines Erachtens, dass dir selbst bei deinem Konsum mulmig geworden ist. Und aus eigener Erfahrung kann ich dich nur dazu beglückwünschen, dass du der Sache nachgehen willst.
Ich selbst, 50, w, inzwischen seit über zwei Jahren zufrieden abstinent, hatte auch keine Verstecke, hab nix angestellt und konnte (noch) nach Belieben Trinkpausen einlegen. Was mir aber zunehmend unheimlich wurde und weshalb ich mich dann auch hier angemeldet habe, war, dass mein Konsum mir zu entgleiten begann. Obwohl ich mir immer wieder moderaten, kontrollierten Konsum fest vorgenommen hatte, kam der „Durst“ beim Trinken.
Erst durch die Konfrontation mit dem Thema und durch die Erfahrungsberichte anderer wurde mir klar, wo ich bereits stand und wohin ich auf dem besten Wege war. Daraufhin habe ich dann die Reißleine gezogen und bin abstinent geworden.
Definitiv nicht zu meinem Schaden, ganz im Gegenteil. Von meinen Depressionen werde ich zwar aller Voraussicht nach nicht mehr geheilt werden können, aber die Abstinenz und die damit verbundene sogenannte „Selbstfürsorge“ haben zweifellos eine enorme Linderung gebracht.
Ob du mit Alkohol deine Depressionen zu behandeln versuchst, kannst du z.B. selbst herausfinden, indem du dich fragst, ob Alkohol wegen seiner Wirkung konsumierst, ob du mit dem Konsum gewisse Erwartungen einer positiven Veränderung deiner Stimmung, deines Gemütszustandes verbindest.
Das Tückische am Alkohol ist, dass er anfangs stimmungsaufhellend wirkt. Welchen Preis man tatsächlich dafür zahlt, ist nicht unbedingt offensichtlich. Mir selbst wurde das, obwohl ich mit dem Thema eigentlich schon ein bisschen vertraut war, erst so richtig am eigenen Leib klar, als ich abstinent geworden bin.
Falls du irgendwelche Fragen an uns haben solltest, nur heraus damit.
Viele Grüße
AmSee
Hallo,
ich hab die Liste gerade um einen hilfreichen Ratgeber für Angehörige von Suchtkranken erweitert:
Jens Flassbeck, „Ich will mein Leben zurück! Selbsthilfe für Angehörige von Suchtkranken“, Stuttgart: Klett-Cotta 2014.
Grüße
AmSee
Hallo Sunnylady,
herzlich Willkommen in unserem Forum. :welcome:
Kurz zu mir: Ich bin 50, w, zufrieden abstinente Alkoholikerin und mein Vater war nicht funktionierender Alkoholiker.
Wenn ich dich richtig verstehe, suchst du dir Austausch, weil du dir Gedanken um das Trinkverhalten deiner Partners machst. Schau dich hier im Forum ruhig ein wenig um, vielleicht kommt dir beim Lesen der Erfahrungsberichte anderer das eine oder andere vertraut vor.
Sehr interessierte und wertvolle Informationen findest du auch unter unseren Erstinformationen.
Sofern du irgendwelche Fragen hast, nur heraus damit, entweder hier in diesem von dir begonnenen Faden oder unter einem neuen Thema unter der Rubrik „Angehörige“. - Oh, ich sehe, dass du gerade ein Thema eröffnet hast.
Viele Grüße
AmSee
Die Gruppe hatte mich auch gewarnt über das was kommen würde wenn ich kontrolliert trinken möchte..
Du bist nicht der erste und wirst wohl auch nicht der letzte sein, der trotz aller Warnungen hofft, dass kontrolliertes Trinken möglich sei.
Ich hab das auch mal gehofft, aber auch mir war’s nicht wirklich möglich. Schon während des ersten Glases war mein Vorsatz, es bei einem oder zwei Gläsern zu belassen, dahin.
Letztlich war es erheblich leichter für mich, es ganz sein zu lassen.
MeinAnsatz selbst ist die Frage gibt es unterschiedliche Suchtgruppen denen es leichter fällt als anderen oder sprechen wir hier doch teilweise von einer Krankheit?
Darf ich dich fragen, warum das für dich eine Rolle spielt? Wenn du’s nicht kontrollieren kannst, ist es doch gar nicht wichtig, ob andere das hinkriegen. Oder glaubst du, du kriegst es hin, nur dass deine Familie und Freunde kein Verständnis haben und nicht „mitspielen“? Es klingt für mich so, als suchtest du trotz allem einen Ausweg, weiter Alkohol konsumieren zu dürfen. Oder suchst du eine zu dir passende Gruppe?
Zum Thema, das dich beschäftigt, kannst du z.B. in unserer Linksammlung fündig werden, darin haben wir zum Beispiel einen Artikel zur „Neurobiologie der Sucht“ verlinkt.
Grüße
AmSee
Hallo, Fliegender Holländer,
Willkommen in unserem Forum.
Du hegst da offenbar eine recht innige Liebesbeziehung zum Alkohol. Wohin sie dich führt, geht dir, wie es scheint, gerade so langsam auf.
Was würde dir denn helfen, diese (zerstörerische) Liebesbeziehung auflösen zu können? Mehr Information, mehr Eigenwille, mehr Druck von außen, mehr körperliche Ausfallerscheinungen, ….?
Dass sich bei dir gerade alles um den Alkohol dreht, hat sehr wahrscheinlich mit der Wirkung von Alkohol auf das Belohnungszentrum zu tun.
Sogenannte Belohnungsbotenstoffe werden auf natürlichem Wege nur durch entsprechende körperliche und/oder geistige Anstrengung ausgeschüttet. Alkohol kürzt das ab, ohne sich dafür anstrengen zu müssen.
Sofern du also zufriedene Abstinenz anstrebst, wirst du dich auf Entdeckungsreise machen müssen, was dir auf natürliche, gesunde Weise Freude macht bzw. dich interessiert.
Nach über zwei Jahren Abstinenz kann ich dir sagen, dass es ich trotz z.T. erheblicher gesundheitlicher Einschränkungen ein sehr viel glücklicheres, zufriedeneres Leben führe als zu der Zeit, als ich noch gesoffen habe, und dass ich den Alkohol kein bisschen vermisse.
Grüße
AmSee
Huhu Dagny. :blumen2:
Es gibt inzwischen Mehreres zu dem ich dir gerne meine Gedanken teilen möchte….
Zum Motorradfahren: Oh ja, da kann ich sehr gut nachvollziehen, wie’s dir damit geht. ![]()
Bei mir war das MEIN Projekt, als ich aus der Klinik, in die ich wegen schwerer Depression gegangen war, herauskam. Ich habe mir damit einen vergessenen Traum erfüllt. Und auch mir fiel das Lernen alles andere als leicht und da ging’s auch nicht um Teilnahme am Straßenverkehr, sondern tatsächlich um die Praxis des Motorradfahrens.
Doch ich hab’s denn doch gelernt und brauchte noch nicht einmal mehr Fahrstunden als andere. ;D
Und als ich mir im vorletzten Jahr denn doch mein Traumbike zulegen konnte und es mir überhaupt nicht mehr zu groß und zu schwer war, schwebte ich wie auf Wolken. Nur selber fliegen oder auf dem Rücken des Glücksdrachens Fuchur aus „Die unendliche Geschichte“ reiten dürfte noch schöner sein. ![]()
Nun dazu:
Dabei muss ich erwähnen, ich distanziere mich auf keinem Fall von den Problemen von den anderen, besonders wenn die Hilfe brauchen. Und bin überzeugt, wenn man sich auspricht, das ist wichtig und auch hilft. Und wenn ich jemandem noch helfen kann, mit Word oder Tat, tue ich das sehr gerne.
Da habe ich an meine eigene innere Einstellung früher denken müssen, die ich SO inzwischen abgelegt habe.
Doch, ich distanziere ich mich inzwischen von den Problemen anderer, auch wenn sie Hilfe brauchen, und das hat etwas mit Selbstschutz und Selbstfürsorge zu tun.
Früher bin ich stets über meine eigenen Kräfte und Bedürfnisse hinweggegangen, andere kamen stets zuerst. Und ich fand das ok, denn ICH war ja nicht wichtig.
Und dann kam der Punkt, da konnte ich nicht mehr….
Und da erst habe ich mühevoll gelernt, was Selbstfürsorge ist.
Im Laufe meiner Regeneration lernte ich dann auch kennen, dass es sogenannte „Energiefresser“ gibt. Das sind Menschen, die dir ihre Not und ihr Elend schildern, häufig mit viel Drama dabei, die aber selbst nichts an ihrer Situation ändern wollen und für alles, was du anbietest ein „Aber“ parat haben.
Ich spürte damals mitunter erst im Anschluss an so ein Gespräch, wie mir schleichend meine eigene Energie ausgesaugt worden war und wie erschöpft ich nach dem Gespräch war.
Einmal war ich nach dem Gespräch mit einer Freundin von mir so fertig, dass es mir drei Tage lang psychisch richtig schlecht ging.
Seither achte ich darauf, mich nicht mehr auf solche Energiefresser einzulassen.
Und dann habe ich an mir selbst entdecken müssen, dass ich mitunter das Gefühl gehabt hatte, dass jemand meinen Rat, eine Lösung oder Hilfe brauchte, dabei wollte er/sie einfach nur mal jammern.
In dem Fall habe ich mich darum bemüht, ggf. erstmal nachzufragen, was diejenige oder derjenige überhaupt möchte. Jammern höre ich mir inzwischen meist nur noch dann an, wenn ich dazu gerade die Kraft oder die Energie oder auch die Lust habe, denn ich musste lernen, mit dem bisschen Energie, was ich mitunter nur habe, besser zu haushalten.
Und dann gibt’s noch Situationen, in denen ich wohl helfen möchte, selbst aber nicht die Kraft, Energie oder auch die Zeit dafür habe. Dann gehe ich nach Möglichkeit nicht über mich und meine Bedürfnisse hinweg, zum einen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass ich mir das nicht leisten kann, zum anderen, weil ich von Erwachsenen Menschen erwarten darf, dass sie selbst für sich sorgen und für sich selbst ins Handeln kommen. In solchen Fällen besteht die Hilfe ggf. nur in einem Hinweis oder einer Adresse.
Dass du dich nach diesem Erlebnis mit deiner Mutter wie ein Mülleimer gefühlt hast, kann ich echt gut nachvollziehen. Wäre mir an deiner Stelle nicht anders gegangen.
Und in dem Moment habe ich für mich auch gesagt und ihr dann auch, dass dies Ihre Probleme und nicht meine sind und die müssen mit Vater das unter einander lösen, d.h. Entscheidung treffen - leben sie weiter zusammen, dann müssen sie selber entscheiden, wie sie das Leben so gestalten, dass beiden angenehm wäre. Wenn sie nicht zusammenleben wollen, müssen sie das auch selber entscheiden und sich treffen. Ich will nicht seit zig Jahren andauernde gegenseitige Beschuldigungen anhören.
44.
Liebe Grüße
AmSee
Huhu Dagny,
ich hab grad nicht die Zeit, alles genau zu lesen und dann zu antworten, aber dazu MUSS ich eben schnell antworten:
Alles anzeigen
Und dann hat sich so ergeben, dass (eigentlich zufällig) ich mich im Herbst bei der Fahrschule fürs Motorradführerschein angemeldet hab.
Es war relativ spontane und eigentlich verrückte Entscheidung, in meinem Familien- und Freundeskreis fährt keiner Motorrad :))))) (habe ich mein Middle Age Crisis???? :))))
Es war wie ein Sprung über meinen Schatten. Nicht notwendig, es war kein Pflicht oder Bedingung, nur rein freiwillig. Und ich wusste, dass ich jeden Moment es aufhören kann (yep..bin feigling).
Ich wollte etwas nur für mich alleine machen, aus meinem "Bunker" rauskriechen, und etwas Rost aus meinem Gehirn entfernen...
In Frühling 22 ging dann los und dauerte den ganzen Sommer. Ich habe im September den grossen Schein gemacht und besitze jetzt ein Motorrad, bin im Herbst ca. 1,5 tsd km gefahren. Bis jetzt war das die beste "Psycho- Und Stresstherapie & Antidepressiva" :))))
Und ich glaub, eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
MEGA! :))
Ich kann das soooooooooo gut nachvollziehen! Ich hab diesen Schein ja auch erst spät gemacht, vor inzwischen fast 7 Jahren, und ich halte das nach wie vor für eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.
Freue mich mit dir und für dich, dass du daran auch so große Freude gefunden hast. 44.
Liebe Grüße
AmSee
Ich bemühe mich keine Userin zu sein die einmal schreibt um dann in der Versenkung zu verschwinden.
44. ![]()
Ja,es würde mir leichter fallen nichts zu trinken wenn wir nichts im Haus hätten,aber nein sagen muss ICH.
Genau so ist das.
Gewiss wäre das leichter und so manchem Frischling wird geraten, sein Zuhause alkoholfrei zu gestalten, um sich der Gelegenheit und möglichen Triggern zu entziehen.
Die Möglichkeit hast du jetzt gerade nicht, also wirst du deinen eigenen Weg finden müssen.
Susanne hat dir diesbezüglich schon einen guten Tipp gegeben: „Danke, heute nicht.“
Wir haben hier in der Umgebung einige AA Gruppen.
Vielleicht eine Anlaufstelle?
Einen Versuch wär’s sicherlich wert.
Ich selbst kenne die AA nur durch meine Eltern und weil ich als Teenager mal da war, seit damals bin ich (inzwischen 50.) nicht wieder zu so einer Gruppe hingegangen, weil’s ZU MIR irgendwie nicht passte.
Ich weiß aber von einigen, dass sie sich dort wohlfühlen. - Meiner Mutter haben ihre AA-Gruppen eine ganze Weile viel Halt gegeben. - Wieder einige besuchen vor Ort andere Gruppen.
Es gibt ganz unterschiedliche Gruppen und die eine AA-Gruppe kann z.B. wiederum ganz anders sein, als die andere AA-Gruppe.
Der Vorteil solch einer Gruppe vor Ort besteht auf jedenfalls darin direkte Ansprechpartner und hilfreiche Kontakte vor Ort zu haben.
Wenn du magst und kannst, schau dir ruhig mehrere Gruppen an, ob und/oder wo du dich wohl fühlst. Im Netz dürfest du entsprechende Adressen finden.
Ansonsten kannst du natürlich auch hier Fragen stellen und nach Anregung suchen.
Wichtig ist - und ich hab den Eindruck, dass du das schon erkannt hast - INS HANDELN KOMMEN musst du selbst, das kann dir niemand abnehmen.
Und: Ein Schritt nach dem anderen!
Viele Grüße
AmSee