Beiträge von AmSee13


    Ich meine, sonst können wir ja gleich auf die Coabhängigen-Schiene umschwenken, wenn wir uns permanent Gedanken machen, wie wir den Anderen zum Aufhören bringen.

    Oh, darüber, wie ich jemand anderen zum Aufhören bringe, denke ich gewiss nicht nach.
    Denn ich weiß nur zu gut, dass man niemanden zum Aufhören bringen kann, der das gar nicht will.

    Das weiss ich auch nicht, und es ist mir sogar egal. Ich finde, man darf nassen Alkis auch durchaus mal Kontra geben, wenn sie Blödsinn erzählen, ohne dass man immer drüber nachdenken muss, ob ihnen das hilft. Und in dem Eingangspost dieses Themas und den weiteren war das für mich Blödsinn, Angriffe, um vom eigenen Versagen abzulenken.

    Ich sehe das auch so, dass durchaus mal Kontra gegeben werden kann - ich hab das sogar schon mal gemacht ;) - , nur hinterfrage ich mitunter, warum jemand zu dieser oder jener Reaktion kommt, und ob ein Missverständnis in der Kommunikation vorliegt.

    Und woher kannst du letztlich wissen, ob der Eingangspost ein Angriff war, „um vom eigenen Versagen abzulenken“?


    Mein Weg da raus war etwas anders als deiner, du wirst dich erinnern. ;)

    ICH halte diese Posts nicht für provokativ, auch wenn sie vielleicht so ankommen mögen. Sie sind einfach nur Klartext, ohne jede Schnörkel und ohne jedes Heitidei.

    DU magst sie nicht dafür halten, aber tatsächlich sind sie so formuliert, dass sie herausfordern.
    Und du nennst es ja selbst „verbale Schellen“.

    Ich sehe das durchaus auch so, dass mitunter Tacheles geredet werden muss. Ob Rainbow von diesen „verbalen Schellen“ erreicht und „wach gerüttelt“ wird? nixweiss0

    Habe eigentlich nur als selbst Betroffener, der schon einige Zeit trocken ist und entsprechende Erfahrungen sowohl in seiner nassen als auch in der trockenen Zeit als auch in der Trockenlegungsphase gesammelt hat, hier geschrieben. Wenn ich den Mod/Admin raushängen lasse, dann klingt das anders.

    Ich hab in diesem Zusammenhang eher an Sätze wie diese gedacht:


    Okay - da hier kein Notfall, sondern nur allgemeiner Redebedarf zu bestehen scheint, würde ich Dich, Rainbow, bitten, dies in DEINEM Thread zu tun.


    Vielleicht - ist nur ein gut gemeinter Rat von mir - liest Du Dich hier ein und schreibst Deine Gedanken dazu nicht "wild" in allen Threads durcheinander auf, sondern gesammelt/geordnet in einem Thread (z.Bsp. hier in Deinem)?


    Aber man merkt oft, dass Du entweder noch keine entsprechende Erfahrung gesammelt hast (z.Bsp. Dein Post zum Thema Notfallkoffer)und/oder auch schreibst, nachdem Du schon das eine oder andere Glas getrunken hast.

    Hallo Rainbow,
    könnte es sein, dass du Greenfox‘ Beiträge an dich völlig in den falschen Hals bekommen hast?

    Das sogenannte 4-Ohren-Modell des Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun ist mitunter recht hilfreich, um Kommunikation auf mögliche Missverständnisse zu analysieren. Hast du von diesem Modell vielleicht schon mal gehört?
    Das Modell unterscheidet vier Seiten einer Nachricht und zwar: Sachebene, Beziehungsebene, Selbstoffenbarungsebene und Appellebene.

    Ich habe den Eindruck, dass du Greenfox‘ Beiträge an dich sozusagen auf dem Beziehungsohr wahrgenommen hast und dich deshalb davon so angefasst bzw. kritisiert fühlst. Ich vermute, dass du ihn deshalb so angegangen bist.

    Ich zum Beispiel lese seine Beiträge an dich eher auf der Sachebene. Auf der Sachebene kommen die Beiträge übrigens ganz anders rüber.
    Er hat dich auf ein paar Regeln hingewiesen, als Admin und Moderator ist das übrigens u.a. seine Aufgabe. Ich, die ich das Ganze von außen betrachte, nehme seine Beiträge an dich nicht als „Maßregeln“ wahr.

    Dein Vorwurf, dass Greenfox „es geschafft“ hätte, ist meines Erachtens völlig unberechtigt. Er hat dir auch ganz deutlich geschrieben, dass dir hier niemand etwas Böses will. - Übrigens auch Susanne nicht, auch wenn ihre Posts an dich provokativ sind. -

    Ich weiß noch gut von mir selbst, wie empfindlich ich hier anfangs war und wie schwer ich mit einigen Beiträgen umgehen konnte. Diese Empfindlichkeit ist, wie ich inzwischen bei einer ganzen Reihe anderer sogenannter „nasser“ Alkoholiker beobachten konnte, recht typisch und ich nehme sie bei dir ebenfalls deutlich wahr. Sie legt sich übrigens mit zunehmender Trockenheit und Erfahrung.

    Vielleicht überdenkst du nochmals, was du hier bislang schon an Hilfestellung bekommen hast.

    Ich wiederhole mich: Wir bieten dir hier lediglich Hilfe zur Selbsthilfe.

    Der nächste Schritt wäre für dich - WENN du denn wirklich mit dem Trinken aufhören willst - dir KONKRET zu überlegen, wie du deinen Ausstieg gestalten willst.

    Freundliche Grüße
    AmSee


    Jetzt habe ich das Gefühl auch noch Euch zu enttäuschen...fühlt sich mies an.

    Hallo Rainbow,
    mach dir keine Gedanken darum, mich oder andere hier zu enttäuschen.

    Ich selbst und auch die anderen Nutzer hier kennen das zu gut aus eigener Erfahrung, wie das ist, wenn man säuft. - Ich wähle mal ganz bewusst den Ausdruck „säuft“, weil der meines Erachtens am besten das beschreibt, was los ist.



    Leider war Weihnachten nie meine Stärke, die Anforderungen zu funktionieren erscheinen mir
    riesig.

    Alles Ausreden, ist mir bewusst....aber so ist es mit dem Suchtgedächtnis ....

    Du musst mir oder den anderen gegenüber auch nicht begründen oder rechtfertigen, warum du säufst. Solche Argumente oder Ausreden sind mir und auch den anderen Nutzern hier nicht unbekannt. ;)

    Ich bin auch nicht enttäuscht, wenn du weiter trinkst, weil das allein DEINE Entscheidung ist. Wie ich dir schon schrieb:

    WIR können dich nicht trocken legen, das kannst nur du selbst. Wir können dir lediglich Hilfe zur Selbsthilfe geben.

    Ob du diese Hilfe annimmst oder nicht, ist und bleibt allein deine Entscheidung.


    Und was das „Funktionieren“ während dieser Weihnachtszeit betrifft: Ich kenne solche Gedanken nur zu gut, durfte mich inzwischen aber endlich davon lösen. Du „musst“ überhaupt nichts. Und glaub mir, die Welt bricht nicht zusammen, wenn du ausfällst, sondern läuft einfach irgendwie weiter.


    Wenn ich deine bisherigen Posts richtig verstanden habe, so vermute ich, dass du dich nun erst wirklich deinem Problem stellst oder stellen willst und etwas gegen dein Problem unternehmen willst. Du hast dir einen „Notfall-Koffer“ gepackt, damit du nicht mehr in die Situation kommst, wegen Alkohol in die Notaufnahme zu kommen. Noch trinkst du, aber du möchtest eigentlich gerne aufhören.


    Wenn DU nun tatsächlich mit dem Trinken aufhören willst, weil DU das für DICH willst, dann stellt nun in der Tat die Frage nach deinen konkreten Plänen.

    Freundliche Grüße
    AmSee


    Auf jeden Fall ist auf die Frage: Wie geht es so? Schnell mit „geht schon, alles soweit okay „

    geantwortet und spart erfahrungsgemäß Nachfragen.

    Naja, nach meiner Erfahrung und Beobachtung wollen die Leute, die diese Frage „Wie geht’s so?“ stellen, in der Regel keine ehrliche, tiefergehende Antwort. „Wie geht’s so?“ scheint eher so ne Floskel zu sein. Deswegen antworte ich auf eine solche Frage meist recht allgemein, es sei denn meinem Gegenüber ist anzumerken bzw. ich weiß es, dass er/ sie wirklich an mir und meinem Befinden interessiert ist.

    Deinen Kindern abzusagen, wenn du nicht kannst, weil du sie und dich schützen willst, ist meines Erachtens durchaus eine Art Selbstschutz, egal ob du’s bewusst oder unbewusst tust. Nach meiner Erfahrung tut es mir selbst unglaublich weh und feuert zusätzlich meinen sogenannten Inneren Kritiker (ich könnte ihn manchmal auch Fleischer nennen) an, wenn ich mich die Enttäuschung und mehr in den Gesichtern sehe, wenn ich gegen meine eigenen Bedürfnisse und Empfindungen in eine Situation begebe, die mich eigentlich gerade völlig überfordert.

    Viele Grüße
    AmSee

    Guten Morgen, Rainbow,
    Du kannst auf jeden Fall versuchen, dich in diesem Faden zu melden, wenn Suchtdruck bei dir aufkommt. Es scheinen tagsüber zwar nur wenige Nutzer online zu sein, aber nicht jeder angemeldete Nutzer meldet sich zwischendurch an, sondern schaut nur mal so von außen, ob sich was getan hat. Es käme im Zweifelsfall also auf einen Versuch an.

    Wie ich dich aber verstanden habe, trinkst du zu Zeit noch, d.h. du hast den Entzug noch gar nicht hinter dir. Das solltest du aber erst hinter dich bringen und zwar am besten unter ärztlicher Begleitung.

    Du hast Tavor genannt…. Das allein ist schon nicht ohne. Ich weiß, unter welchen Umständen es verschrieben wird, Freunde und Bekannte von mir haben damit so ihre Erfahrungen gemacht, aber es hat auch ein ziemlich hohes Abhängigkeitspotential. In Kombination mit Alkohol „gönnst“ du dir da ne ziemlich üble Mischung…

    Viele Grüße
    AmSee

    Ich war eine Weile noch in einem anderen Forum angemeldet und aktiv. Ich hab bislang ein Mal heftigsten Suchtdruck verspürt und in meiner Not dort unter einem bestimmten Faden geschrieben.
    Die Antworten, die ich dort von anderen Nutzern bekommen habe, haben mir zu dem Zeitpunkt sehr geholfen, diese Attacke erfolgreich zu bewältigen.

    In genau diese Richtung, sich in einem solchen Fall hier in diesem Faden zu melden und schnellstmöglich Antwort von anderen erfahrenen Nutzern zu bekommen, war dieser Faden hier übrigens von Proky gedacht. Siehe oben. ;)

    ...ich hasse den Notarzt und jede Klinik.... (obwohl mich noch nie jemand im Stich gelassen hat)

    nach meinem letzten „Besuch“ habe ich mir eine kleine Tasche mit Wäsche, Kosmetik = Zahnbürste,
    Zahnpasta, Duschbad usw. gepackt in der Hoffnung sie nie zu brauchen.

    Hallo Rainbow,
    unter „Notfall-Koffer“ versteht man hier etwas anderes als einen Koffer, den man für Fall, in die Klinik zu müssen, bereitstellen kann.

    Hier ist darunter etwas gemeint, auf das man zurückgreifen kann, wenn man unter Suchtdruck gerät, d.h. den Entzug bereits hinter sich hat, abstinent lebt und mehr oder minder aus heiterem Himmel das unbändige Verlangen nach Alkohol verspürt.

    „Notfall-Koffer“ ist z.B. etwas, was man nach dem Entzug in einer Suchttherapie als hilfreiches „Werkzeug“ kennenlernen kann.

    Ich selbst hab dieses „Werkzeug“ in einem anderen Zusammenhang kennengelernt und zwar im Zusammenhang mit der Bewältigung posttraumatischer Belastungsstörungen. Mit einem sogenannten „Notfall-Koffer“, das kann ein Behälter mit bestimmten Gegenständen sein oder eine Liste, den bzw. die man zusammengestellt hat, ist man u.U. in der Lage, eigenständig bestimmte, meist bereits bekannte Belastungssituationen bewältigen zu können.

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Rainbow,
    ich sehe schon, es gibt JEDE MENGE Stoff für einen ausgiebigen Austausch. Schön, dass du es bereits jetzt schon wagst, dich so weit zu öffnen, damit wir dich besser kennenlernen können. 44.

    Als du schriebst, dass du unter dem sogenannten „Helfersyndrom“ leidest, hab ich mir schon gedacht, dass es dafür sehr wahrscheinlich einen familiären Hintergrund gibt….

    Über dieses Thema und was so damit zusammenhängt, würde ich mich gerne zu einem späteren Zeitpunkt mit dir austauschen und mich jetzt lieber dem Gleis - ich übernehme mal die Metapher von Wolfsfrau - „eigene Alkoholerkrankung“ widmen. Nach dem, was du so von dir preisgegeben hast, scheint mir diese Baustelle zur Zeit vorrangig zu sein.

    Ich denke, es ist JETZT gar nicht wichtig bzw. es spielt keine Rolle, warum du ein Alkoholproblem entwickelt hast. So etwas entwickelt sich schleichend und irgendwann wird’s dann plötzlich auffällig.

    Für wichtig halte ICH persönlich eigentlich nur, DASS dir aufgefallen ist, dass du ein Problem entwickelt hast und begonnen hast, dir Hilfe zu suchen.

    Zu Depressionen und Alkohol bzw. Antidepressiva und Alkohol schreibe ich dir demnächst etwas ausführlicher, ich krieg das heute Abend nicht mehr so formuliert, wie ich das möchte. Und wenn‘s nicht von sich aus fließt, lasse ich‘s besser ruhen, bis es wieder fließt. ;)
    Nur kurz: Je nach dem, welches Medikament/ welche Medikamente du nimmst, kann es sein, dass du mit deinem Alkoholkonsum der Wirkung, die das Medikament eigentlich bewirken soll, völlig entgegen wirkst.
    Und leider ist es auch so, dass sich Depressionen aufgrund bestimmter Veränderungen in der Neurobiologie des Gehirns unter anhaltendem Alkoholeinfluss verstärken.
    Im Umkehrschluss bedeutet das für dich, dass deine Depressionen voraussichtlich weniger werden, wenn du mit dem Trinken aufhörst.


    Vielleicht solltet Ihr auch wissen, dass ich einen super Partner und einen super Hausarzt habe.

    Vielleicht sind sie zu sehr auf meiner Seite??

    Betrachte diese beiden am besten als eine gute und wichtige Ressource, auf die du zurückgreifen kannst und darfst.

    Ich weiß nicht, wie hoch dein Alkoholkonsum inzwischen wirklich schon ist, aber bei dem, was du hast durchblicken lassen, möchte ich dir ans Herz legen, dich mit dem Thema Entzug/Entzugserscheinungen vertraut zu machen.

    Wenn du einen Hausarzt hast, dem du vertraust, wird es dir vielleicht nicht so schwer fallen, mit ihm über dieses Thema zu sprechen. Wenn er sich etwas näher mit diesem Thema auskennt - das ist leider nicht bei jedem Hausarzt der Fall - wird er wissen, was zu tun ist.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Just4Fun,
    schön, wieder von dir zu lesen und dass es dir gut geht und du nach wie vor zufrieden bist. 44.


    Apropos alkoholfreies Bier. Ich weiß, einige von euch sind kein Freund von alkoholfreiem Bier. Aber ich trinke es hin und wieder ganz gerne. Es triggert mich nicht und ich kann nach ein oder zwei Flaschen auch wieder aufhören. Das konnte ich mit alkoholhaltigem Bier nicht.

    Ich sehe das mit diesen „Grenzbereichen“ ganz ähnlich wie Frank. Den Weg kann und darf jeder selbst finden.
    Ich selbst hab, das hab ich dir ja schon mal geschrieben, die Finger auch vom alkoholfreien Bier gelassen, als ich, obwohl das Zeug angeblich alkoholfrei sein soll, eine gewisse mir nicht unbekannte Wirkung im Kopf verspürt hab, die ich nie wieder verspüren will. Mein Mann, der zweifellos kein Alkoholiker ist, aber von sich aus seit einem Jahr gar keinen Alkohol mehr trinkt, trinkt ab und zu ein solches alkoholfreies Bier. Interessant und aufschlussreich finden wir beide, dass er bei sich nach dem Konsum von mehr als einem dieser Biere am nächsten Tag körperliches Unwohlsein verspürt. Wir schließen daraus, dass alkoholfreies Bier offenbar doch nicht ganz sooooooo harmlos ist. Er belässt es deshalb bei einem solcher Biere.

    Ich esse und trinke ähnlich wie Frank nichts, was irgendwie „sprittig“ schmeckt. Ich hab definitiv auch kein Interesse an so etwas. Letztens waren mein Mann und ich mal essen und haben zwei verschiedene Gerichte bestellt, die uns so angeguckt haben, und um gegenseitig beim anderen probieren zu können. Sein Gericht enthielt, das war uns vorher nicht klar, eine Soße, die offensichtlich Rotwein enthielt. Ich hab‘s sofort herausgeschmeckt und bin mir gar nicht mal so sicher, ob ich das Gericht wirklich hätte genießen können, weil mich der Geschmack des Rotweins gestört hat. Viel zu aufdringlich.

    Auf dem Weihnachtsmarkt hatten wir neulich auch einen schönen heißen Kakao. Richtig lecker und passend fand wir das, zumal jener Weihnachtsmarkt unter überall aufgestellten Tannen in einer Art Wald stand. Von den Buden mit der Feuerzangenbowle oder dem Glühwein halte ich mich in der Regel fern, weil ich den von ihnen ausgehenden Fuselgeruch nicht mehr riechen mag.


    Es war schon irgendwie komisch zu sehen, wie um einen herum die Leute immer betrunkener wurden.

    Das kann ich gut nachvollziehen. Schon spannend, was man so alles beobachtet und wie es auf einen wirkt, wenn man plötzlich auf der anderen Seite stecht, nech? :devilsmile:

    Wünsche dir weiterhin eine zufriedene Adventszeit.

    Habt Ihr schon Pläne, wie Ihr das erste alkoholfreie Weihnachtsfest gestalten wollt? ;D

    Bei uns gibt‘s traditionell Kartoffelsalat am Heiligabend. Ich dachte vor zwei Jahren noch, dass ein guter Rotwein unbedingt dazugehöre und hab deswegen, als ich hier neu aufgeschlagen war, noch mit mir gerungen, an DEM Abend und an Sylvester noch eine Ausnahme machen zu dürfen. Heute kann ich nur darüber lachen, denn OHNE Alkohol geht’s ZIEMLICH gut und die Auswahl an köstlichen alkoholfreien Getränken ist nicht gerade gering. laugh2

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Rainbow.


    A. hilft mir aber bei Allem (außer kochen- ist nicht sein Ding)

    Eine recht innige Beziehung zum Alkohol hast du da, nicht? :devilsmile:

    Kommt mir ziemlich bekannt vor, denn ich hab ganz ähnlich gedacht, als ich hier aufschlug. wikende091

    Das tückische an dieser „Beziehung“ ist nur, dass dein „Helfer“ dir sehr viel mehr nimmt, als du vielleicht schon ahnst.



    Probleme den Tag SINNVOLL zu gestalten (Ihr habt ja gelesen das ich Rentner bin = kein
    Zeitdruck)

    Ich lebe mit meinem Partner in einem eigenen Haus.... habe also eigentlich genug zu tun.

    Was du da beschreibst, klingt nach Antriebslosigkeit, einem häufigen Symptom von Depressionen. Konzentrationsschwierigkeiten gehören auch dazu und auch Vergesslichkeit.

    Das tückische an der „Selbstmedikation“ mit Alkohol ist, dass sie - zumindest anfangs - positiv zu wirken scheint. Ich schreibe „scheint“, weil mir selbst erst, als ich abstinent geworden war, so richtig bewusst geworden ist, wie wenig positives mir der Alkohol wirklich gegeben hat und was er mir tatsächlich aber genommen bzw. vorenthalten hat.

    Außerdem wirst du die Dosis deines „Helfers“ immer weiter erhöhen müssen, um überhaupt noch die Wirkung spüren zu können, die du dir davon erhofft hast. Bei mir ging das mit der Dosierung zunehmend nach hinten los, ich konnte genau den Pegel, den ich für die angenehmen Empfindungen und fürs Funktionieren brauchte, nicht hinkriegen. Es kippte bei mir schließlich immer wieder in Erschöpfung, Zerschlagenheit und mitunter in ganz üble Stimmungen.

    Übrigens, wer nicht rechtzeitig die Kurve kriegt, dem bleibt irgendwann gar nichts anderes übrig, als trinken zu MÜSSEN, weil ohne Alkohol üble körperliche Symptome auftreten.

    In unserer Linksammlung findest du einen kleinen Kurzfilm, der diese Entwicklung illustriert: Kurzfilm - „Nuggets“

    Du schriebst, dass es enttäuschend für deinen Partner sei, den Notarzt rufen zu müssen. Bezieht sich das womöglich auf zu viel Alkohol bei dir?



    Zum Beispiel habe ich kaum gesundheitliche Probleme nach dem trinken (liegt es an der Verhältnismäßigkeit)

    Also keine Kopfschmerzen
    Keine Übelkeit

    Solche Entzugserscheinungen hatte ich übrigens auch nicht. Es ist nach meinen Erfahrungen jedoch trügerisch, das als Maßstab zu nehmen, noch auf der sicheren Seite zu sein.

    Mein Mann hat, wenn er denn mal mitgezogen hat, mit den Mengen, die ich „problemlos“ vertrug, nicht mithalten können und er hatte am nächsten Tag tatsächlich Kopfschmerzen und Übelkeit. Als ich noch getrunken hab, hat mich das amüsiert, jetzt erst ist mir klar geworden, was das eigentlich bedeutete, dass es ihm schlecht ging, mir aber nicht.

    Und der Übergang zur tatsächlich körperlichen Abhängigkeit geschieht schleichend…


    Wenn du Depressionen hast, nimmst du vermutlich auch Medikamente…. Du magst es nicht an dir merken, aber tatsächlich wirken diese Medikamente nicht so gut unter Alkoholeinfluss.
    Falls es dich interessiert, kann ich dir zu dem Thema gerne noch mehr erzählen. ;)


    Für jetzt soll das erstmal reichen.

    Viele Grüße
    AmSee

    Hallo Rainbow,

    dadurch, dass du dich etwas mehr geöffnet hast, klärt sich einiges. 44.

    Wenn du von mir inzwischen schon ein bisschen mehr gelesen hast, dann wirst du wissen, dass ich teilweise mit ähnlichen Baustellen zu tun hatte und habe wie du und dass ich mich krankheitsbedingt in Frührente befinde.

    Man rutscht in so eine Abhängigkeit irgendwie schleichend rein, nicht?

    Du hast das in Bezug auf Opiate bereits kennengelernt und nun hast du die Erfahrung gemacht, wie leicht und schleichend das auch mit Alkohol geschehen kann.

    Die „Lösung“, sich mit Alkohol etwas Linderung oder eine bessere Stimmung zu verschaffen, ist mir recht vertraut. ;)
    Leider ist diese „Lösung“, wie du selbst inzwischen bemerkt hast, eine äußerst tückische und auf Dauer zweifellos keine gute, denn die Sache geht irgendwann nach hinten los.


    Die Sache ist die: WIR können dich nicht trocken legen, das kannst nur du selbst, wir können dir lediglich Hilfe zur Selbsthilfe geben.

    Wenn du Fragen hast, nur heraus damit. :)

    Viele Grüße
    AmSee

    Liebe Rainbow.


    Ich bin die Tochter eines Alkoholikers, allerdings wurde mir in der Klinik gesagt.... das die Alkoholkrankheit nicht vererbt wird ...

    Mit dieser etwas näheren Vorstellung, kann ich etwas mehr anfangen, bin mir aber immer noch nicht ganz im Klaren, was genau du suchst. Möchtest du einen Austausch unter sogenannten EKAs (Erwachsenen Kindern von Alkoholikern)?

    Die Alkoholkrankheit wird in dem Sinne nicht „vererbt“, auch wenn nicht selten Kinder von Alkoholikern ebenfalls zu Alkoholikern werden. Die Gründe dafür sind vielfältig.

    Nicht gerade selten jedenfalls tragen Kinder aus Alkoholikerfamilien psychische Schäden davon, die sich u.U. erst im Erwachsenenalter so richtig zeigen, und weisen in großer Übereinstimmung gewisse Persönlichkeitsmerkmale auf. Das hat etwas damit zu tun, in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen zu sein.

    Wenn du dich in der Klinik der Frage gestellt hast, ob Alkoholismus vererbt wird oder nicht, klingt das für mich so, dass dein Verhältnis zum Alkohol nicht ganz unproblematisch ist. Willst du dich darüber auch austauschen oder ist das gar kein Thema für dich?


    Ich habe hier viel von Positives gelesen (natürlich in der kurzen Zeit nicht aussagekräftig) ...das führt zu einer Erwartunghaltung . Ich freu mich auf den Gedankenaustausch.

    Na, dann bin ich mal gespannt, ob wir deine Erwartungen erfüllen können. ;)

    Dir ebenfalls einen schönen Tag und dass sich deine Stimmung im Laufe des Tages wieder hebt.

    Viele Grüße
    AmSee

    P.S.: Ein Hinweis: Private Mitteilungen können nur unter Vollmitgliedern ausgetauscht werden.

    Hallo Rainbow,
    Willkommen in unserem Forum. :welcome:

    Du wirst hier in Bezug auf die Alkoholkrankheit immer wieder jemanden finden, der dir antwortet.
    Mitunter wirst du wahrscheinlich etwas Geduld aufbringen müssen, da hier derzeit nicht soooo viele Aktive unterwegs sind.

    Ich selbst (50) bin zum Beispiel Alkoholikerin und seit über zwei Jahren zufrieden abstinent, ich bin aber auch Tochter eines Alkoholikers und bin daher auch mit der Perspektive einer Angehörigen vertraut.

    Ob wir dir das bieten können, was du suchst, kann ich dir so nicht beantworten, da deine Vorstellung, wie Greenfox dir das schon geschrieben hat, sehr allgemein gehalten ist.

    Grüße
    AmSee

    Da kam bei dir offenbar einiges zusammen….

    Ich hab für mich gelernt, die jeweils dahinter stehenden Bedürfnisse wahrzunehmen und entsprechend für mich zu sorgen. Fühlt sich gut an.

    Vielleicht tun sich dir ja Möglichkeiten auf, wie du dem Stress auf der Arbeit zumindest etwas entgegenwirken kannst.

    Muss morgen übrigens auch zum Zahnarzt…. schwitz.

    Grüße
    AmSee