wenn das wieder auftritt, einfach nur warten und weiteratmen. Bis es vorbei geht. Es geht vorbei.
Wenn’s nur so einfach wäre…
Doch, nach dem, was du über dich so erzählst, weißt du, dass das alles andere als einfach ist… 
Ich kenne deine Methode und noch ein paar andere und habe die durchaus auch probiert und mich darin geübt, um es ggf.. als Werkzeug zur Verfügung zu haben. Ja, auch Fluchen und Schreien war darunter, Eiswasser, extrem scharfe Bonbons, stachelige Massagebälle, Steine im Schuh, sportliche Übungen wie Wadenpresse. Und so weiter. Halt Skills für die Zugangsbereiche, die in einer Anspannungssituation noch offen sind (kognitiv, visuell, haptisch und noch ein vierter Bereich, der mir grad nicht einfallen will).
Mein Therapeut hat mich mit der sogenannten „Vier-Elemente-Übung“ vertraut gemacht und ich bin auch darin geübt…
Doch das waren bislang dann immer wieder solche Momente, in denen ich mehr oder minder von jetzt auf gleich ohne, dass ich das erwartet hätte, in den Hochspannungsbereich (sozusagen von 0 auf 100) geriet. In diesem Bereich tritt bei bei mir in der Regel ausgeprägte Autoaggression auf.
Ich hab ernstlich drüber nachgedacht, mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, damit ich bewusstlos werde und das somit aufhört.
So ähnlich ist das bei mir auch immer wieder abgelaufen, nur dass in mir das ausgeprägte Verlangen auftritt, mich extrem zu verletzen (wie genau, lasse ich hier bewusst weg, will ja keinen auf Ideen bringen…..) Und es kommen auch Suizidgedanken auf. Ich tu‘s nicht, wehre mich gegen den Drang, mich verletzen zu müssen und wähle, weil’s nicht auszuhalten ist, das Mittel, das in dem Moment den geringsten Schaden anrichtet, aber den Druck spürbar verringert: Zigaretten.
Wenn ich mal wieder eins meiner depressiven Tiefs hab, kann ich die inzwischen tatsächlich mehr oder minder einfach aussitzen. In diesen Zeiten ist zwar alles schwarz und hoffnungslos und zwar immer schon gewesen und wird es immer sein, aber aufgrund meiner Erfahrungen, die ich mir deutlich und bewusst eingeprägt habe, und meiner Achtsamkeit WEISs ich, dass es tatsächlich vorbei geht.
Diese Momente im Hochspannungsbereich sind anders….
Natürlich hab ich versucht, dem auf den Grund zu kommen und präventiv tätig zu werden. Ich konnte ausmachen, dass das etwas mit seelischen Verletzungen und daraus resultierenden „Fehlentwicklungen“ zu tun hat. Da sind offenbar so ein paar Triggerpunkte in mir vorhanden, die verborgenen Tretminen ähnlich sind….
Mit meinem Therapeuten, der auch auf den Bereich der Trauma-Therapie spezialisiert ist, habe ich die eine oder andere Verletzung und das, was damit zusammenhängt, aufarbeiten können.
Die eine oder andere „Tretmine“ ist entschärft und weggeräumt, was auch Konsequenzen für andere im Prinzip noch verborgene „Tretminen“ hatte.
Von daher stehen meine Chancen inzwischen recht gut, dass auch mit der Qualmerei endlich dauerhaft Schluss ist.
Aufgrund dieser Erfahrungen und dem, was ich bei meinem Vater beobachten musste, bin ich überaus vorsichtig, hauptsächlich auf die sogenannte „Innere Einstellung“ als Erklärung für mehr oder minder auftretenden Suchtdruck zu setzen. Auch wenn ich in Bezug auf Alkohol ähnliche Erfahrungen mit Suchtdruck gemacht habe wie du und diese Erklärung sehr viel für sich hat.
Ich glaube, auch aufgrund dieer Erfahrungen, dass es steilenweise mit der inneren Einstellung zusammenhängt. Wenn ich eigentlich trinken will und es mir verbiete, dann kann der Druck leicht aufkommen.
Ich hab mit Interesse verfolgt, was du in dem anderen Faden zum Thema geschrieben hast. An den einen oder anderen Punkt habe ich auch gedacht, ohne das im Moment schon so zusammenfassen zu können, dass ich darüber schreiben könnte.
Aufgrund meiner Erfahrungen beim Rauchen bin ich jedenfalls einfach nur heilfroh, dass ich meiner Sorge gefolgt bin und in diesen gewissen Situationen nicht zum Alkohol gegriffen hatte.