Beiträge von AmSee13

    Hallo Brant,

    Eigentlich wollte ich schauen ob ich ein paar Gedanken zu Buddha, Jesus und positiven nachhaltigen Erfahrungswerten für den inneren Bereich finden kann. Das hat sich dann aufgelöst.

    das hat ja auch Zeit und die Gedanken kommen wieder, wenn’s sich so ergibt. So jedenfalls meine eigenen Erfahrungen auch mit solchen Themen.

    Die Bilder von der übersäten Wohnung, die Lebensmittel, ich sag da lieber mal nichts, der kaputte Gross TV auf dem Bett im Schlafzimmer, der nicht mehr begehbare Balkon. Das war einfach zu schockierend.

    Ich hab so etwas auch schon mal gesehen… Ja, schockierend.
    Doch es hat, wie in so vielen Bereichen, seine tieferen Gründe, warum es da hin kommt, und ist Teil einer länger dauernden Entwicklung.
    Dir und auch mir dürfte so etwas aufgrund unserer eigenen Lebenserfahrung und all dessen, was wir im Leben schon gesehen haben, kaum fremd sein. Das befähigt uns, es nachvollziehen zu können, und zu Mitgefühl.

    Ich weiss das er Unterstützung vom Bruder, der Nichte usw da wäre nur der Impuls, wie heisst der Threadtitel hier gleich "Das kann weg!" muss von Ihm kommen. Ich warte da mal ab. Wenn nicht ist es halt so.

    Das sehe ich genau so wie du. Der Impuls muss von ihm kommen.

    LG AmSee

    Hallo Brant,

    Danke dir wieder ein Mal für das Teilen deiner Gedanken. Wie’s der Zufall will, ist das ein Thema, das mich auch in diesen Tagen mal wieder beschäftigt. Und es ist ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt.

    Als ich wegen meiner Depressionen in der Klinik war, war mir unter anderem eine Sache ganz wichtig: Ordnung.
    Wichtig war mir das schon früher gewesen, auch ich hab das so von zuhause mitbekommen, aber einhalten konnte ich das in meinem mich völlig überforderndenen Alltag nicht. Es gab stets so viel für mich zu tun, dass ich mit dem Ordnen nicht hinterher kam, sondern das immer wieder auf später verschieben musste.

    In der Klinik hingegen, als mein gesamtes Umfeld auf ein Bett, einen Nachtschrank, einen Stuhl , einen Kleiderschrank, mein bisschen Kleidung und ein paar nötige Habseligkeiten reduziert war, da wurde mir die äußere Ordnung zu einer Art von Halt.

    Als ich aus der Klinik entlassen wurde, sprang mich zuhause so gut wie alles an. Viel zu viele Reize! Ich war völlig überfordert. Wir räumten am nächsten Tag für mich einen Raum nahezu komplett leer. Nur ein Bett, ein Nachtschrank und eine Kommode blieben darin stehen. Dort konnte ich es aushalten und allmählich wieder zuhause ankommen.

    Da waren die ganzen "das hat ja mal alles was gekostet" bis hin zum "das kann man ja irgendwann mal noch gebrauchen".

    Das kenne ich selbst nur allzu gut, damit bin ich aufgewachsen, davon bin ich geprägt. Das, sowie die Notzeiten, die ich selbst erlebt habe, als wir kein Geld für Essen und Kleidung hatten und meine Möbel in den paar Jugendzimmermöbeln meiner Mutter und dem, was sich sonst kostenlos finden ließ, bestanden.
    Und es sitzen irgendwie auch die Kriegserfahrungen meiner Großeltern in mir drin, die fliehen mussten und mit Nichts völlig neu anfangen mussten.

    Nun erst, da sich mein eigenes Inneres Chaos mehr und mehr auflöst und ich endlich wirklich zu mir gefunden habe, kann ich mich zunehmend von dem ganzen Kram, den ich selbst nicht wirklich brauchen kann und brauchen will, lösen.

    Heute morgen betrachtete ich meine Wohnung mit ganz anderen Augen. Dankbar nicht im Chaos wühlen zu müssen und griffbereit das bei Hand zu haben das ich halt gerade benötige.

    Ich kenne das, was du da beschreibst. Ich bin noch auf dem Weg dorthin, aber ich bin zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Mojo und alle anderen, die diesen Thread mit ihren Gedanken und Erfahrungen bereichert haben.
    Ich mag auch gern ein paar meiner eigenen Gedanken und Erfahrungen dazu teilen.

    Und auch ich selbst habe mir diese Frage innerlich schon sehr oft gestellt. Warum ist es an einem bestimmten Punkt auf einmal möglich aus einer Sucht auszusteigen, und, warum war/ist es mir vorher nicht möglich gewesen?

    Ich kann nicht sagen oder erklären, warum das bei mir so ist, aber diese Frage, die sich dir innerlich schon sehr oft gestellt hat, stellt sich mir nicht.

    Irgendwo hier im Forum hab ich mal den Spruch gelesen, „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“ Ich hab in den vergangenen Jahren für mich lernen dürfen, wie viel Weisheit in diesem Spruch Sören Kierkegaards drinsteckt.

    Es ist für mein jetziges Leben nicht wichtig, warum es mir nicht eher möglich gewesen ist, aus meiner Alkoholabhängigkeit auszusteigen. Wichtig ist für mein jetziges Leben nur, dass dieser bestimmte Punkt gekommen ist und was das für mein jetziges Leben bedeutet.

    Was hat Dich lange Zeit daran gehindert auszusteigen?

    „Vorwärts gelebt“ betrachtet, habe ich nicht bemerkt, dass mich am Aussteigen etwas gehindert hätte. Ich hab ja gar nicht sehen wollen, dass ich mit dem Alkohol ein Problem hatte, aus dem ich zu meinem eigenen Wohl besser aussteigen sollte. Ich wollte Alkohol trinken, versprach mir davon Genuss, Lebensfreude, Lebensqualität usw.

    Was war entscheidend dafür, dass es Dir dann schließlich doch gelungen ist?

    „Rückwärts betrachtet“ war für mich mehreres entscheidend, dass es mir schließlich doch gelungen ist. Entscheidend war dabei für mich aber gewiss, dass ich hier in diesem Forum, als ich vor über dreieinhalb Jahren mit meinen Fragen hier aufschlug, eben nicht auf eine „versteinerte Dogmatik“ gestoßen bin. Es hat zu dem Zeitpunkt einfach alles gepasst: Ich war soweit, zu erkennen, dass ich ein Problem habe, und ich geriet an die zu mir passenden Gesprächspartner. Und das, was ich über deren abstinentes Leben erfuhr, wirkte auf mich tatsächlich erstrebenswert. Und im Laufe meiner Abstinenz zeigte sich für mich dann, was ich im Laufe meines neuen nüchternen Leben hinzu- bzw. zurückgewann. Das kam nicht alles von selbst, so manches musste ich mir auch erst mühevoll erarbeiten, aber wenn ich beim Alkohol geblieben wäre, hätte ich das gar nicht erst versucht. Und ich wäre wohl beim Alkohol geblieben, wenn ich nicht die Kontrolle über meinen Konsum zunehmend und schließlich für mich kaum mehr übersehbar verloren hätte.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Stefanie,

    erstmal auch von mir Gratulation zu den ersten 101 Tagen in Freiheit.

    Den ersten Urlaub, die ersten Familienfeiern hast du also schon erfolgreich durchlebt. War‘s leicht für dich oder hat’s irgendwo etwas gehakt?

    Wann immer du irgendwelche Fragen oder Gedanken hast, darfst du sie hier gerne teilen. Möglicherweise ergibt sich daraus der eine oder andere Tipp, den wir aus unseren Erfahrungsschatz mit dir teilen können.


    Für mich war das anfangs kein Durchhalten, aber natürlich hat mich hier und da mal was angesprungen.
    Ich hab in meinem ersten Jahr irre viel zu dem Thema gelesen und durchs Schreiben hier im Forum meine Gedanken, Fragen und Erfahrungen sortiert. Mir hat das sehr geholfen.


    Viele Grüße

    AmSee

    Ich hab so eine Ahnung, warum einige den Fokus so sehr auf „krank“ legen und wiederum für andere eine so große Bedeutung hat, „geheilt“ zu sein.

    Für mich und mein Leben spielt weder das eine noch das andere eine besondere Bedeutung.

    In dem, was Stüben da erzählt, finde ich mein eigenes Wissen und meine eigenen Erfahrungen durchaus wieder.


    Ich bin überaus glücklich und zufrieden, wie mein Leben jetzt ist, ich muss keine Vorsichtsmaßnahmen mehr ergreifen, weil ich gar nicht anders leben möchte als jetzt.

    Ich weiß, sie ist noch da, doch bediene, benutze sie nicht mehr, d.h. nun ist ein Leben ohne Alkohol für mich normal, alltäglich.

    Paul trifft mit seinen Worten ziemlich genau das, wie ich das wahrnehme.


    Muss ja offenbar jeder für sich selbst herausfinden, was ihm persönlich da wirklich weiterhilft. Was ich gut finde, ist, dass Stüben das anfangs genau so formuliert.

    Ich musste selbst, ich für mich, meinen Weg finden und nicht versuchen, den Weg der Anderen imitieren zu wollen.

    Damit bist du wahrlich nicht allein. Deswegen betonen wir hier im Forum ja immer mal wieder, dass es DEN EINEN Weg, der grundsätzlich für alle gilt, nicht gibt.

    Für mich war der offene Austausch hier hilfreich und für mich war auch hilfreich, von unterschiedlichen Erfahrungen zu lesen. Was bei anderen funktioniert hat und wo‘s ggf. schwierig war.

    Hallo und herzlich Willkommen, Stefanie. 🙋‍♀️

    Danke für deine Vorstellung, ich schalte dich gleich für den öffentlichen Bereich frei, damit du dich dort austauschen kannst, und verschiebe deine Vorstellung in das entsprechende Unterforum.


    Ein gutes Ankommen wünsche ich dir hier.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Brant,

    auch ich möchte dir für das Einstellen deiner Gedanken und dein Teilen hier danken.

    Auch wenn ich einen anderen Weg gegangen bin als du, kann ich so manches, was du schreibst, nachvollziehen.

    Ich komme von unterwegs allerdings kaum dazu, mich dazu zu äußern. Will das nachholen, wenn ich wieder zurück bin.

    Was mich sehr für dich freut, ist, dass du das überlebt hast. Selbstverständlich ist das wahrlich nicht.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin Honk,

    Nur aber, eines wurmt mich ein bisschen, und dazu habe ich eine Frage an Euch: Würdet ihr mit offenen Karten spielen und offiziell ankündigen, dass ihr euch beruflich ggf. neu orientieren würdet oder würdet ihr es heimlich machen?

    Was sagt dir denn dein sogenanntes „Bauchgefühl“, deine Intuition?
    Ich habe für mich gelernt, dass meine Intuition ein ganz, ganz wertvoller Kompass ist.

    Hast du den Eindruck, dass sich irgendetwas ändern würde, wenn man dort wüsste, dass man dich verlieren wird? Haben die dort überhaupt Kapazitäten frei, um irgendwas zum Positiven für dich zu verändern?

    Viele Grüße

    AmSee

    Dann wünsche ich dir erstmal, dass du gut durch den Rest des Tages kommst.

    aber wenn ich einmal an dem Punkt bin, dass ich gekocht habe, und mich mit meinem Teller vor den Fernseher setzen kann, dann bin ich durch mit der Vesuchung , und bin froh, dass ich den Tag so geschafft habe.

    Damit hast du schon mal einen wertvollen Ansatz bzw. schon eine erste hilfreiche Selbstfürsorge-Strategie. 👍

    Wir lesen uns.

    Viele Grüße

    AmSee

    Guten Morgen, Moonlight,

    Ausgangspunkt ist meines Erachtens, wie gesagt, dass du das nicht mehr willst, und den Punkt hast du im Grunde erreicht.

    Ich halte das für immens wichtig, dass man sich dessen klar ist, denn das ist auch etwas, was man für sich und seine Genesung nutzen kann.

    Du schreibst, dass nach einer Weile so ein Rumpelstilzchen in dir munter wird, das dein Vorhaben torpediert.

    und dann wird da in mir wer munter, der wie Rumpelstilzchen mit dem Fuß aufstampft , und kann diese Richtung nicht ertragen .... und der macht es mir schwer , mich endgültig zu entscheiden.

    ich weiß, dass es vorher nichts bringt, ich spüre wie halbherzig ich die Sache immer wieder angehe, und immer wieder sage ich mir, so wird das nichts liebe ....... , Du musst eine klare Entscheidung treffen ..... aber da ist Angst, und Wut, nein erst Wut, dann Angst .... Angst was wichtiges zu verlieren, Angst, mich selbst zu entäuschen weil ich es dann vielleicht eh nicht schaffe ( kommt vielleicht auch durch die vielen Versprechen meiner Mutter damals die sie nie einhalten konnte) , Angst mich nicht mehr verstecken zu können, nicht mehr flüchten ( obwohl ich doch schon weiß, welche anderen Möglichkeiten es gibt) ...... ja, in diese Richtung geht es

    Hilfreich dürfte es sein, sich dem näher zuzuwenden. Ich teile mal meine Gedanken dazu.

    Ich selbst bin Selbstbetroffene in Bezug auf die Themen Depressionen, Angststörung und Entwicklungstrauma und deswegen auch schon eine ganze Weile in Behandlung.
    In dem Zusammenhang bin ich auch mit verschiedenen psychologischen Modellen vertraut geworden, in meiner Therapie geht es immer mal wieder um die sogenannten Inneren Persönlichkeitsanteile und wie ich mit diesen am besten umgehen kann.

    Du schreibst, dass du in Therapie (Trauma) bist, daher gehe ich davon aus, dass ihr dort auch etwas in dieser Richtung thematisiert.

    Für mich klingt das ganz danach, dass da ein Innerer Anteil von dir, ein Anteil, der verletzt ist, der nicht fühlen möchte, der Angst hat usw. zwischendurch die „Führung“ übernimmt. So ähnlich kenne ich das nämlich von mir. Wenn solche Anteile in mir „die Führung“ übernommen haben, ging’s in mir stets hoch her. Inzwischen ist bei mir diesbezüglich ziemlich Ruhe eingekehrt, habe ich gelernt, wie ich ggf. für mich sorgen kann.

    Im Laufe der Therapie habe ich verschiedene Strategien kennengelernt, wie ich für mich und wie ich für meine verletzten Inneren Anteile sorgen kann.

    Du bzw. dieser Innere Anteil von dir kennt die Wirkung von Alkohol, ist mit dieser Lösungsstrategie best vertraut. Andere Anteile von dir wollen diese Lösungsstrategie nicht mehr, aber wie sich das bei dir anhört, hast du bislang noch nicht gelernt, wie du anders mit ihm umgehen könntest. Da gibt’s scheinbar noch keine andere Strategie, seinen Bedürfnissen auf „gesunde“ Weise zu begegnen. Dass der sich wehrt, weil er das Gefühl hat, dass du ihm etwas, was er zum Überleben braucht, wegnehmen willst, scheint mir verständlich und dass er ziemlich wütend, Rumpelstilzchen-mäßig wird, auch.

    Wie du diesbezüglich für dich bzw. diesen verletzten Anteil sorgen kannst, dürfte Thema für die Therapie sein.

    Mut machen kann ich dir, dass es Möglichkeiten gibt.


    Viele Grüße

    AmSee


    Wir haben heute Kenntnis erhalten, dass der Vorbesitzer dieses Forums, der das Forum viele, viele Jahre lang bis Anfang Mai letzten Jahres als Besitzer innehatte, verstorben ist.
    Er ist nach langer Krankheit bereits im vergangenen Oktober verstorben.
    Im Gespräch mit seiner Witwe erfuhr ich heute, dass Klaus dieses Forum wichtig war, weil seine erste Frau Alkoholikerin war. Sie ist an dieser Sucht vor einigen Jahren gestorben.

    Ich habe der Witwe mein herzliches Beileid ausgedrückt. Sie war mir dankbar für das Telefonat.

    ich glaube wenn ich darauf warte, dass ich alöles verliere, sterbe ich eher an Altersschwäche , weil ich nicht zulassen werde, alles zu verlieren. und ja , vielleicht ist gerade das meine Leidens-Grenze

    Das ist der Punkt, dass DU das nicht länger willst.

    Ich selbst bin meinen Weg auch nicht weitergegangen, bis nix mehr ging.
    Ich wollte so, wie das war, nicht mehr weitermachen, und mir war glasklar, dass es für mich leichter war, es ganz bleiben zu lassen, als es weiterhin mit „Ausnahmen“ zu versuchen.

    Ich will vom Alkohol weg weil ich einsam mit ihm bin und bleibe. Ich will von ihm weg weil ich mit ihm verhindere wirkliche Lösungen zu finden. ich will von ihm weg, weil ich mich klar spüren möchte, weil ich Freude empfinden möchte , weil ich mich vielmehr achtsam spüren und auf meine Bedürfnisse eingehen möchte. Ich will von ihm weg, weil ich mir selbst gegenüber verlässlicher sein möchte, für mich optimal zu sorgen. Ich möchte von ihm weg, weil ich mich mit ihm nicht gut um mich kümmern kann------weil ich mir immer wieder selbst etwas vormache, mich belüge...ich möchte von ihm weg weil ich süchtig bin, weil ich nicht mehr klar und frei entscheiden kann wie ich mit allem umgehe, weil ich mir nichts Gutes tun kann

    Es heißt immer wieder, dass ein Alkoholiker an seinen Tiefpunkt kommen muss, um aus freiem Willen von Alkohol wegzukommen. Der Leidensdruck muss so hoch so sein, dass es quasi aus dir hervorbricht, dass du deinen bisherigen Weg verlassen willst.

    Ist dein Leidensdruck schon so hoch oder gibt’s da noch Spielraum?

    Hallo Moonlight,

    es ist völlig in Ordnung, wenn du nicht auf jeden einzelnen antwortest.

    Du hast Alkohol also als Medikament missbraucht. Nachvollziehen kann ich das, hab ich letztlich ja auch gemacht.

    Vielleicht helfen dir ein paar Informationen zum Verständnis deiner Lage weiter:

    Genau DAS steht dir jetzt im Weg.
    Dein Gehirn hat da etwas gelernt, das es dir als Lösung immer wieder vorschlagen wird, wenn du in solche Notlagen kommst.

    Da geht neurobiologisch und neurochemisch so einiges in deinem Gehirn ab, was sich dann eben tatsächlich nicht bewusst steuern lässt.

    Dass du mit solchen Erfahrungen vertraut bist, kann ich deinen Worten entnehmen.


    Dass du angesichts fehlender Alternativen Angst verspürst, auf dein „Medikament“ verzichten zu müssen, kann ich durchaus nachvollziehen.

    Das Problem ist nur - und dessen bist du dir ja durchaus schon bewusst - dass der Alkohol eigentlich gar keine Arznei ist, sondern dir etwas nimmt. Das hat ja durchaus seine Gründe, warum du davon eigentlich weg willst. Vielleicht bringt‘s dich ja schon mal bewusst weiter, wenn du klar formulierst, warum du vom Alkohol weg willst. Zähl einfach mal ALLES auf.

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo Moonlight,

    ich hab meinen Beitrag von heute morgen verändert, weil ich inzwischen etwas Zeit, mich näher mit dir zu beschäftigen, hatte.

    Ausgangspunkt ist bei dir meines Erachtens die Frage, warum du dein Vorhaben, mal nicht zu trinken, nicht umsetzen kannst.


    Deshalb habe ich meinen Beitrag dahingehend verändert.
    Aus der Beantwortung der Frage ergeben sich dann weitere Anhaltspunkte, über die wir uns hie4 austauschen könnten.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Moonlight,
    nochmals herzlich Willkommen hier von mir. 🙋‍♀️

    Ich wünsche dir, dass die Hoffnung, die du mit deinem Nickname in Verbindung bringst, sich für dich erfüllt. 🍀


    Was du über dich erzählst, kommt mir selbst nicht ganz unbekannt vor, auch wenn meine Biografie etwas anders verlaufen ist als deine.


    Wenn ich das richtig verstehe, bemühst du dich unter anderem auch durch Traumatherapie, dich besser im Leben zu fühlen, merkst aber, dass du nicht vorankommst, weil dir dein Alkoholkonsum dabei im Weg steht.

    Du möchtest nicht trinken, kannst dein Vorhaben, nicht zu trinken aber nicht einhalten.

    Möchtest du denn grundsätzlich mit dem Trinken aufhören oder hängst du noch dem Gedanken nach, kontrolliert trinken zu können?

    Viele Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich willkommen bei uns, Moonlight!

    Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung, ich kann dir darauf zwar heute Abend nicht mehr antworten, weil ich in Eile und dann unterwegs bin, ich schalte dich aber gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum im Treffpunkt.

    Ein gutes Ankommen hier wünsche ich dir und einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo Jane,

    Danke dir für deine Rückmeldung.
    Oft schreibt man hier was, weiß aber aufgrund fehlender Rückmeldung gar nicht, ob das, was man zum Ausdruck bringen wollte, überhaupt richtig angekommen ist.

    Du klingst, wenn ich dir das sagen darf, sehr reflektiert und tatsächlich in dem Sinne „erwachsen“, wie Brant das deinem Ex-Freund eher abgesprochen hat. - Sorry, die Formulierung ist schief, aber ich krieg das nicht besser hin, was ich sagen möchte…. -

    Dieses Thema Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bzw. dass erwachsene Menschen, insbesondere wenn auch noch Kinder mit im Spiel sind, ihrer Verantwortung für sich selbst und ggf. ihre Kinder eben nicht nachkommen, ist leider immer mal wieder Thema in so einer Selbsthilfegruppe wie dieser hier.

    Zudem bin ich gerade selber in einem Heilungsprozess aufgrund eines Burnouts und habe gemerkt, dass diese Streitereien um sein Verhalten mit Alkohol mich immer wieder zurück werfen und ich mich jetzt um mich kümmern muss.

    Das hast mein Mitgefühl, dass du in so jungen Jahren (ich selbst bin 51 und hab am eigenen Leib erfahren müssen, was „Burnout“ bedeutet) schon mit so etwas zu tun haben musstest.
    Gut aber, dass du dadurch gelernt hast bzw. lernst, auf dich Acht zu geben, dich um DICH zu kümmern.

    Das ist, das musste ich selbst leidvoll erfahren, soooooo wichtig.

    .... aber schaue aus diesem Grund mit etwas Sorge darauf. Mein Freund hatte eine furchtbare Kindheit mit viel Gewalt gegen ihn und seine Geschwister. Seine Freunde waren seine Rettung und ich befürchte seitdem er 18 ist wurde auch der Alkohol zum Tröster. Da stecken viele Komplexe Strukturen dahinter, die er sich auch stellen müsste. Denn ich kann zwar verstehen warum er manchmal handelt wie er handelt, aber d.h. nicht, dass ich es akzeptieren muss. Und bei dem Punkt bin ich mit dem Thema Alkohol bei ihm angelangt.

    Da schaust du meiner eigenen Erfahrungen und meines Wissens um solche Problematiken nach mit Recht und gutem Grund mit Sorge drauf.
    Das klingt ganz danach, dass dein Ex-Freund eine noch größere Baustelle zu bewerkstelligen hat, als er selbst und du das vielleicht ahnt.

    Ich sehe das ganz genau so wie du, dass man zwar verstehen (ich nenne das lieber „nachvollziehen“) kann, warum jemand so handelt, wie er handelt, das aber nicht zwangsläufig akzeptieren muss. So wie du ist er in seinem Alter ein erwachsener Mensch, der für sich selbst Verantwortung übernehmen muss. Das kann ihm niemand abnehmen, denn er ist eben kein kleines Kind mehr und er trifft ja durchaus auch seine eigenen Entscheidungen, selbst wenn er damit u.U. sich selbst und anderen schadet.

    Ich schreibe dir das, weil ich weiß, wie leicht man sich als Angehöriger oder auch Freund in eine Verantwortungsrolle begibt, die man nicht einnehmen sollte und auf der man, wenn der andere nicht will, auf verlorenem Posten steht.

    Hoffnungsvoll klingt, dass er dir offenbar zugehört hat und sich gleich heute um eine Beratung bemühen will. Ich kann ihm (und dir) nur wünschen, dass er das findet, was ihm den Stein zu einem echten Anstoß gibt.
    Es steht und fällt damit, dass ER das wirklich von sich aus angehen will und sich selbst dafür einsetzt.

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Jane,
    zunächst erstmal möchte ich dich in deinem Entschluss, dir das nicht länger anzutun, bestärken. Gut, dass du „die Schnauze voll“ hattest und die Beziehung beendet hast. Gut, dass du da deinem eigenen Empfinden gefolgt bist.
    Das ist leider gar nicht mal so selbstverständlich für Angehörige von Menschen mit einem Alkoholproblem. Deshalb betone ich diesen Punkt so.

    Nun hat er sich also über Alkoholismus informiert, will zu AA-Meetings gehen und sich bessern. Aus der Distanz und aufgrund meiner eigenen Erfahrung mit dem Thema Alkoholismus kann ich nicht beurteilen, was davon zu halten ist, ob er nun tatsächlich schon den entscheidenden Wendepunkt erreicht hat, um sein Problem ernsthaft anzugehen.

    Das wird letztlich nur die Zeit erweisen, ob er das wirklich durchzieht, durchziehen kann.

    Zum Thema „Alkohol verringern“:

    Du hast da einen entscheidenden Satz geschrieben:

    Sobald sie anfangen zu trinken, können sie nicht mehr aufhören.

    Das klingt ganz danach, dass bei ihnen der Durst sozusagen mit dem Trinken kommt.
    Ob dein Freund angesichts dieser Beobachtung zu einem kontrollierten, verringerten Konsum zurückfinden kann, ist fraglich. Da spielt eine Rolle, ob er das überhaupt noch kontrollieren kann, und ob er dem sozialen Druck, den eine dermaßen konsumierende Gruppe ausübt, gewachsen ist.

    Wenn dein Freund tatsächlich den entscheidenden Wendepunkt erreicht haben sollte, wird sich sein Leben verändern. Und es wird sich ihm auch die Frage stellen, ob er sich weiter mit seinen Freunden treffen sollte oder das lieber lässt, um sich - zumindest zunächst - selbst zu schützen.
    In der Regel stellt, wer tatsächlich aussteigt und abstinent wird, nach einer Weile fest, dass er mit seinem bisherigen trinkenden Umfeld nichts mehr anzufangen weiß.

    Oder würde sich ohne Freunde das trinken auf zu Hause verlagern?

    Das kommt ganz darauf an, was er sich vom Alkoholkonsum verspricht, ob er Alkohol aufgrund einer bestimmten Wirkung konsumiert, bspw. zum Entspannen, als Tröster in der Not usw.

    Viele Grüße

    AmSee