Hallo Paul,
das, was du auf meinen Beitrag ergänzt hast, halte ich für enorm wichtig, weil darin auch das enthalten ist, worin eben die Hürde besteht.
Ohne das, was du ergänzt hast, stand gewissermaßen im Raum, dass jemand, der es eben nicht alleine schafft, nicht genügend Vernunft usw. gehabt hätte. Es stand die Vorstellung im Raum, dass das dann persönliches Versagen sei.
Insofern ergänzt Bigharas Beitrag das, woran ich gedacht habe.
Ich denke übrigens nicht, dass das in deiner Absicht lag, aber ansprechen musste ich dennoch, was mir persönlich an den Formulierungen aufstieß.
Das, was mir selbst jetzt in meinem krankheitsbedingt gehandicapten Leben so sehr hilft, habe ich trotz aller Vernunft, allen Bewusstseins, allem eigenen Bemühen nicht alleine erreichen können. Ich hab Hilfe dafür gebraucht und in meiner Not auch in Anspruch genommen.
Alkoholismus ist das eine - schon problematisch genug - , aber wenn du zum Beispiel auch noch in Depressionen drinhängst - und das ist ja auch bei Alkoholismus nicht gerade selten - dann hast du auch mit etwas zu tun, was sich unter Umständen durch Vernunft, Wissen, Bewusstsein nicht alleine lösen lässt.
Mein Vater war noch nicht an dem Punkt, an dem deiner offenbar schon angekommen war. Er hatte immer wieder trockene Phasen, in denen er mit viel Mühe das wiederaufzubauen versuchte, was er zuvor mit seinen Rückfällen vernichtet hatte. Er hat, soweit mir das bekannt ist, alles versucht, um seiner Sucht dauerhaft zu entkommen, aber er hat’s eben nicht geschafft und verunglückte mit Anfang 40 infolge eines selbstverschuldeten Autounfalls, als er mal wieder im Selbstversuch versuchte, das zu retten, was noch zu retten war.