Eben, Paul. Und deswegen weist so mancher hier darauf hin, dass es keine einfachen Lösungen in komplexen Situationen gibt.
Das, was du da beschreibst, ist mit der Lösung "einfach nicht mehr an Alkohol denken, dann ist das alles ganz easy" nicht aus der Welt.
Gerade, weil diese Lösungsstrategie auch in Gedanken, Emotionen, Erinnerungen und automatisierten Verhaltensmustern in deinem Unterbewusstsein gespeichert ist, wird sie sich in komplexen Situationen immer mal wieder aufdrängen.
Deshalb betone nicht nur ich immer wieder, wie wichtig es ist, sich im Laufe seiner Abstinenz neue Denk- und Verhaltensmuster zu erarbeiten und diese konsequent zu üben, damit sich diese auch im Zweifelsfall als tragfähig erweisen.
Wenn du im Zweifelsfall - und das kann bei komplexen Situationen durchaus der Fall sein - nicht rechtzeitig gegensteuern kannst, werden in deinem vegetativen Nervensystem Prozesse in Gang gesetzt, die sich deiner rationalen Kontrolle entziehen. Und dann kann‘s echt knifflig werden mit der Abstinenz.
Und ich betone nochmals, es geht nicht darum, Angst vor Suchtdruck zu schüren. Ich hab schon mal geschrieben, dass Angst ein eher schlechter Begleiter ist.
Man sollte durchaus zuversichtlich an die Angelegenheit herangehen, dabei aber den Ernst der Sache nicht aus dem Blick verlieren.