Beiträge von AmSee13

    Hallo Clara,
    ich denke, ich hab eine Ahnung, womit du zu kämpfen hast und kann durchaus auch nachvollziehen, warum du Alkohol zur Selbstmedikation missbrauchst, weil ich mit ähnlichen Problemen wie du zu tun hatte und teilweise noch habe.

    Du hast selbst bereits bemerkt, wohin dich dein Alkoholmissbrauch bereits geführt hat, sonst hättest du dich nicht hier angemeldet.

    Ob du dich mit dem Konsum herunterarbeiten kannst, ist fraglich, denn, wie du selbst schreibst, gelingt es dir nicht immer kontrolliert zu trinken und du trinkst zu viel, wenn’s schwierig/ traurig wird. Dass du ausgerechnet in solchen Momenten zu viel trinkst, hat durchaus seine Gründe. -Weißt du darüber schon ein bisschen Bescheid? -
    DAS kontrollieren zu wollen….. 🤷‍♀️

    Als ich hier vor vier Jahren aufschlug, konnte ich mir auch nicht vorstellen, mit dem Trinken aufzuhören. Ich konnte vor mir selbst aber nicht länger verleugnen, dass mit meinem Konsum etwas nicht stimmte. - Ich trank zwar aus anderen Gründen als du, aber auch ich missbrauchte Alkohol zur Selbstmedikation und mein Konsum entglitt mir zunehmend.

    Auch ich nehme seit vielen Jahren Antidepressiva. Ich wusste zwar, dass ich deswegen keinen Alkohol trinken sollte, aber ich tat‘s trotzdem, weil ich mir vom Alkohol etwas versprach, was ich mir selbst nicht mehr geben konnte. Und es funktionierte ja auch…. bis es eben nicht mehr funktionierte….

    Erst durch die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Austausch mit anderen Selbstbetroffenen hier wurde mir bewusst, wo ich bereits stand und wohin es mit mir kommen würde, wenn ich nicht die Reißleine zog.

    Und mir wurde bewusst, dass es leichter für mich war, es ganz bleiben zu lassen, als es weiterhin mit kontrolliertem Trinken zu versuchen.

    Im Laufe meiner Abstinenz begriff ich durch die spürbaren psychischen und körperlichen Verbesserungen, in welchem Ausmaß ich mir mit meinem Alkoholmissbrauch ein Eigentor geschossen hatte. Das, was mit Antidepressiva in der Neurochemie des Gehirns kompensiert werden soll, schießt du dir mit Alkohol nämlich kaputt.

    Körperliche Anzeichen hatte ich während meiner Missbrauchszeit auch nicht bemerkt, aber inwiefern mein Körper tatsächlich Schaden genommen hatte, begriff ich, als im Laufe der Abstinenz Verbesserungen eintraten, die ich nicht erwartet hätte.


    Bei dem, was du über die den vergangenen Monate erzählt hast, frage ich mich, wo da deine persönlichen Erholungszeiten gewesen sind.

    Dass in dir alles nach Pause, nach Betäubung schreit und sich die bislang als wirksam bekannte Lösungsstrategie „Alkohol“ aufdrängt, ist nicht weiter verwunderlich.
    Die Frage ist nur, wie lange hältst du, wie lange halten dein Körper und deine Psyche das noch durch?

    Freundliche Grüße

    AmSee

    Hallo und herzlich Willkommen, Adhemi,

    schön, dass du zu uns gefunden hast und Danke für deine ausführliche Vorstellung.
    Ich denke schon, dass du hier eine gute Möglichkeit zum Austausch findest.

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen und einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.

    AmSee (als Moderatorin)

    Ist es das was den Suchtdruck auslösen kann? Sind es unsere Gedanken, die Ansicht eines leckeren Bieres oder eines Weines, der Geruch oder das Geräusch, dieses Gluckern, Fließen, wenn das Getränk ins Glas gefüllt wird?

    Unsere Assoziationen, die wir damit verbinden?

    Paul , ich denke, dass eine Diskussion darüber diesen Thread hier sprengt, denn das Ziel dieses Threads war:

    Ich bin aktuell immer wieder erstaunt Lebensmittel zu finden, die nach Alkohol schmecken, obwohl keiner enthalten ist. Auf der anderen Seite gibt es dann noch die Produkte, wo Alkohol als technisches Hilfmittel (zB. Konservierung) eingesetzt wird, aber nicht geschmeckt wird und gefühlsmäßig auch nicht hinein gehört.

    Vielleicht können wir hier eine Sammlung starten, da sich einige durch den Geschmack von Alkohol getriggert fühlen könnten:


    Die Diskussion, die du, Paul , anregst, wurde in diesem Forum schon mehrfach geführt. Vielleicht magst du oder jemand anderes hier, entsprechende Threads heraussuchen und zur Weiterlektüre hier verlinken?

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo und herzlich Willkommen, Ciara,

    Danke dir für deine ausführliche Selbstvorstellung, so können wir uns ein Bild machen, was dich beschäftigt und zu uns geführt hat.

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Thread in das entsprechende Unterforum.

    Ein gutes Ankommen und einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Eine Mozartkugel soll ca. 0,01 bis 0,1 Gramm Alkohol enthalten - bemerke ich das überhaupt?

    Also ich hab’s bemerkt, als ich letztes Jahr Weihnachten eine dieser echten Mozartkugeln einer bekannten Firma essen wollte, obwohl ich überhaupt nicht daran gedacht habe, dass da Alkohol drin sein könnte. Der sprittige Geschmack drängte sich sofort unangenehm auf. Hab sie daraufhin weggeworfen.
    In den billigen von z.B. Netto ist kein Alkohol drin, die fand ich nicht unangenehm und esse, wenn überhaupt so etwas, dann die.

    Reifes Obst kann sehr wohl Alkohol enthalten - schmecken wir ihn wirklich heraus oder glauben wir ihn zu schmecken, weil wir es wissen bzw. annehmen.

    Ich hab, ohne vorher an so etwas zu denken, einen unangenehmen sprittigen Geschmack bei sehr reifem Obst bemerkt, wenn ich in so etwas gebissen hatte.

    Da ich einen sprittigen Geschmack inzwischen absolut nicht mehr mag, meide ich alles, was in dieser Art schmeckt.

    Vielleicht können wir hier eine Sammlung starten, da sich einige durch den Geschmack von Alkohol getrggert fühlen könnten:

    Gute Idee, vielleicht sammeln sich ja tatsächlich noch weitere Erfahrungen an.

    Mich persönlich stößt einfach nur der Geschmack ab, wenn etwas sprittig schmeckt. In den Lebensmitteln, bei denen mir das aufgefallen ist, war, wie ich im Nachhinein feststellte, tatsächlich Alkohol drin. Das betraf zum Beispiel Wasserkefir.

    Es ist die Art, wie du spielst, die es macht. Was ich sage ist, um Himmels willen, du musst dich nicht umbringen, um zu singen. Spiele wie du spielst. Spiele, wie du denkst, und dann hast du es, wenn du es bekommen willst. Und was auch immer du bekommst, das bist du, das ist deine Geschichte.

    Count Basie

    Ich möchte diesen Thread mal wieder etwas hochholen, weil ich derzeit wieder an dem Thema dran bin.

    Ich hab die Tage eine ganze Anzahl Schuhe und auch Kleidung verschenkt, die ich krankheitsbedingt nicht mehr tragen kann. So schwer mir das Aussortieren auch gefallen ist, freue ich mich, freundliche Abnehmer gefunden zu haben, die etwas damit anfangen können, und selbst nun nicht mehr mit etwas belastet zu sein, was mich immer wieder an das erinnert, was ich nicht mehr erreichen kann.

    Auch von diversen anderen Projekten, die ich ursprünglich für Upcycling vorgesehen hatte, habe ich mich nun getrennt und sie verschenkt. Es hatte sich über die letzten Jahre einfach zu viel angesammelt und war zu einer Belastung geworden. Nun schaffe ich erstmal Platz und kümmere mich nach und nach um das, was tatsächlich in absehbarer Zeit fertiggestellt werden kann.

    Ein gutes Wiederankommen bei dir zuhause wünsche ich dir, Paddy , und Danke dafür, dass du deine Erfahrungen und deine Gedanken zu deiner klinischen Entgiftung hier geteilt hast. Vielleicht ist dein Teilen für den einen oder anderen ja eine Hilfe.

    Sich die nötige Zeit zu geben, um erstmal zuhause anzukommen und dann erst kommende Woche wieder im beruflichen Alltag einzusteigen, ist mit Sicherheit vernünftig und selbstfürsorglich.

    Ich finde dauernd nüchtern zu sein ziemlich geil. Muss ich echt sagen. Schade, dass es diesen Weg bedurfte, das zu erkennen. Aber nun gut, dafür leb ich das jetzt umso intensiver. Und das kann man ruhig zeigen. Es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen oder ein Versteckspiel. Keinen einzigen.

    Ich erleb das alles nicht so intensiv wie Honk das von sich beschreibt, dafür sind meine Lebensumstände auch etwas anders, aber mit gewissen Abstrichen passt das, was er beschreibt, zu meiner eigenen Wahrnehmung.

    Was mir bei Honks Beitrag besonders gut gefällt, ist, wie er darin das Positive einer sogenannten „Zufriedenen Abstinenz“ zum Ausdruck bringt.
    Diese Aussicht, wie gut es einem mit einem abstinenten Leben gehen kann, die ich aus den Antworten meine Gesprächspartner vor vier Jahren herauslas, war es, die mir Mut machte, das ebenfalls anzustreben. Das hatte ich mir zuvor gar nicht vorstellen können.

    Erstaunlicherweise, was aber eigentlich schade ist, wenn man offen ist und die richtigen Worte gefunden hat, zu kommunzieren wie es einem geht, was einem widerfahren ist und wie die jetzige Lebensausrichtung ist, fangen viele Menschen an einen entweder zu spiegeln oder werden leise. Weil man bei ihnen einen "wunden Punkt" gefunden hat. Gleichzeitig kann man, wenn man das möchte, künftig auch als Vorbild auftreten. Und ich hab ja erzählt, zwei Menschen konnte ich mitziehen und da freue ich mich drüber.

    Mir ist das schon so manches Mal so ergangen, dass Leute dann angefangen haben, ihren Alkoholkonsum zu verteidigen. Ich höre dann zu, sage aber wenig bis gar nichts dazu, sondern denke mir eher meinen Teil.

    Abgesehen von meinem Mann, der ein gutes Jahr nach mir von sich aus abstinent geworden ist, obwohl er ganz gewiss kein Alkoholproblem hatte, haben sich zwei sehr gute Freunde von mir mich tatsächlich zum Vorbild genommen: Sie sind zwar nicht abstinent geworden, haben aber von sich aus ihren Alkoholkonsum hinterfragt und daraufhin drastisch reduziert Inzwischen trinken sie nur noch selten und, wenn, dann auch nur noch wenig. Und alle drei bemerken an sich, wie gut ihnen das tut.

    Grüße

    Hallo Miteinander,
    sowohl Sparkassen_Helga als auch Paul haben in gewisser Weise Recht.

    Darüber nachzudenken, wann man endlich mit dem Trinken aufhört, kann man grundsätzlich immer, ob nun nächste oder übernächste Woche eine Weihnachtsfeier in der Firma oder eine andere Feier, die mit Alkoholkonsum in Verbindung steht, ansteht, oder nicht.

    So, wie ich das verstanden habe, ringst du, TGVD , aber noch mit dir und kämpfst noch mit diesem gewissen Bedauern. Entscheidend ist, dass du dir darüber klar wirst, ob du Reißleine ziehen willst.

    Wenn du die endlich Reißleine ziehen willst, ist es sinnvoll, dir zu überlegen, wie du für dich selbst sorgen und wo du geeignete Unterstützung finden kannst.

    Hallo Emily,

    ich denke, ich kann nachvollziehen, warum du niemandem davon erzählt hast, was in deinem Inneren abgegangen ist. Du bist damit ganz bestimmt nicht allein.

    Bevor ich mich vor vier Jahren an dieses Forum wandte, wollte ich mir gewiss nicht eingestehen, ein Alkoholproblem zu haben. Das hätte für mich Versagen bedeutet.
    Für mich war das mein ganzes Leben ein Makel gewesen, aus einer Alkoholikerfamilie zu stammen, und ich hatte mich mein ganzes Leben lang darum bemüht, von diesem Makel wegzukommen.
    Und nun sollte ich selbst sozusagen in die Fußstapfen meines Vaters getreten sein? Ich doch nicht, ich war doch so ganz anders als er.

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    Edit: Nicht, dass ich selbst meinen Vater für einen „Versager“ gehalten hätte, das hab ich tatsächlich nicht, sondern nur selbst und mit ihm darunter gelitten, was sein Alkoholismus für furchtbare Auswirkungen für ihn selbst und unsere Familie hatte. Die Vorstellung von „Makel“ und „Versagen“ hatte ich wegen der allgemeinen Vorstellung in unserer Gesellschaft, was ein Alkoholiker sei, und der damit verbundenen Stigmatisierung. Mein Vater und meine Familie hat nie das Bild abgegeben, was man sich allgemein von einem Alkoholiker bzw. einer Alkoholikerfamilie vorstellt.
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    Doch weil ich erkannte, dass da etwas bei mir nicht stimmte, meldete ich mich hier an und stellte mich vor, weil ich glaubte, hier Menschen zu finden, dich sich mit sowas auskennen und mir Antworten und Hilfe geben könnten.

    Wer meine Anfänge hier gelesen hat, weiß, was für Antworten ich bekommen habe, wie ich gerungen habe. Und bin den Menschen, die sich hier mit mir eingelassen haben, dankbar, dass sie sich mit mir eingelassen haben. Sie waren mir eine unschätzbare Hilfe und sehr gute, offene und authentische Gesprächspartner.

    Eingeweiht habe ich meinen Mann erst nach ein paar Tagen und zwar ab dem Zeitpunkt, als ich mir meines Problems tatsächlich bewusst war. Vorher hätte ich das nicht gekonnt, denn ich hätte mir kein Eigentor schießen wollen, insbesondere da er mich schon mehrfach besorgt über meinen Konsum darauf angesprochen hatte, ich aber der Überzeugung war, er täte das nur, weil er wusste, dass mein Vater Alkoholiker war, und ich glaubte, dass er mir Unrecht tat und keine Ahnung hätte.

    Nun muss ich aber dazu sagen, dass mein Mann und ich ansonsten immer über alles geredet haben und das auch konnten. Ich weiß, dass das leider nicht in jeder Beziehung so ist. Im Laufe der Zeit habe ich meinem Mann dann vieles erzählt, was ich durch die Beschäftigung mit diesem Thema dazugelernt hatte. Er hat stets gut und interessiert zugehört.

    Andere, aber auch nur bestimmte Menschen, habe ich erst sehr viel später eingeweiht, dabei aber nicht unbedingt den Begriff „Alkoholiker“ fallen lassen, sondern lediglich erklärt, dass ich nicht mehr trinke, weil ich die Kontrolle über meinen Konsum verloren hätte.

    Hallo TGVD,

    so ähnlich ging’s mir auch, als ich mich mich näher damit beschäftigte bzw. mir dessen bewusst wurde, was da bei mir abgeht.

    Entscheidend ist für dich, was du mit diesem neuen Bewusstsein anfängst. 😉

    Kennst du den Spruch: „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

    Mit einem Einstellen in den Bereich „Selbsthilfe/ Therapie“ hast du vermutlich recht. Es wundert mich momentan ein bisschen wie wenig sich hier doch über die ganzen Jahre an speziellen Einrichtungen, diesbezüglichen Erfahrungen und Berichten angesammelt hat.

    Stilles Wasser , das wundert mich eigentlich auch.

    Deine Idee, das in diesem Thread einzustellen, finde ich gut, so steht diese Empfehlung nicht so exponiert, denn wir wollen hier gewiss nicht Werbung für eine spezielle Klinik machen, sondern lediglich ein Informationsangebot bieten.

    Ich schließe mich deinem Wunsch, dass hier vielleicht noch andere Beiträge im Lauf der Zeit folgen mögen, an. Das wäre gewiss gut, wenn dieses Informationsangebot noch breiter würde.

    Edit: Ich mir erlaubt, das Thema umzubenennen, das kommt dem Anliegen dieses Forums, zu informieren und eben nicht eine spezielle Klinik zu empfehlen, näher.

    Stilles Wasser , vielen Dank für das Einstellen dieses Videos. Das hat auch meinen Horizont etwas erweitert.

    Es könnte meines Erachtens auch als Informationsangebot im Info-Bereich als Thema/ Thread im Unterforum „Selbsthilfe/ Therapie“ eingestellt werden, weil’s ggf. auch für andere, die das betreffen könnte, interessant sein könnte.

    Interessant fand ich persönlich auch, worin Inhalte/ Schwerpunkte einer klinischen Therapie bestehen, weil ich darüber bislang noch nicht informiert war. Ich vermute einfach mal - wer damit tatsächlich Erfahrungen gemacht hat, darf mich gern eines Besseren belehren -, dass es vergleichbare Inhalte / Schwerpunkte auch in anderen, nicht privaten Kliniken gibt.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)

    Hallo und Willkommen, Juls,

    Ich schalte dich gleich für den Austausch im öffentlichen Bereich frei und verschiebe deinen Vorstellungsthread in das entsprechende Unterforum.

    Freundliche Grüße

    AmSee (als Moderatorin)