Beiträge von AmSee13

    wir beziehungsweise ich tue das, weil ich mein Papa unendlich liebe.

    So, wie das zur Zeit läuft, tust du, wie es aussieht, dir selbst nicht wirklich gut, auch wenn du das aus Liebe tust.
    Du leidest und du verzichtest, wie sich das anhört, auch auf deine Hoffnung, die nächsten sieben Jahre an einer Schule Religionsunterricht erteilen zu dürfen.

    Müsste es nicht so sein, dass du nicht nur deinen Vater, sondern auch dich selbst unendlich liebst? Was hat dein Vater, was hast du davon, wenn DU auf der Strecke bleibst?



    Kennst du den Film „The Father“ mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle? Ich hab ihn erst letztens gesehen, als er noch in der ARD-Mediathek lief, und fand ihn recht aufschlussreich.

    Das finde ich einen seltsamen Ansatz. Wir haben das gemacht, weil wir den Papa geliebt haben, ganz ohne Gewinnabsicht.

    Da gibt es keine Gewinn Absicht! Das Geld ist mittlerweile schon für die Pflege draufgegangen, es gibt also nichts zu erben!

    So, wie ich das verstehe, liegt hier ein Missverständnis des Begriffs „Gewinn“ vor.
    Es geht in diesem Zusammenhang meines Erachtens nicht um einen finanziellen Gewinn, sondern darum, welchen persönlichen Motiven, welchen Wertvorstellungen ich folge und welche Konsequenzen das ggf. für mich hat.

    Ciara sollte sich fragen, aus welchen Motiven sie sich das antut und ob sie die Konsequenzen der Entscheidung, die sie bislang getroffen hat, tragen kann. Und es sieht ganz danach aus, dass sie diese Konsequenzen nicht tragen kann, dass sie sich vollkommen überfordert.

    Ich hab meine Mutter, nachdem wir vor vielen Jahren wieder zueinandergefunden haben, unendlich geliebt. Nach ihrem Schlaganfall brauchte sie eine 24/7 Pflege. Ich hätte sie, weil ich sie so liebte, gerne bei mir zuhause gepflegt, aber damit hätte ich mich (und auch sie) vollkommen überfordert. Ich wäre daran kaputt gegangen.

    Deshalb mussten wir die Wahl treffen, sie in einem Heim unterzubringen, so schwer das auch für alle Beteiligten zu dem Zeitpunkt und den darauffolgenden Jahren auch war.

    Obwohl ich das vom Kopf her klar hatte, habe ich in den darauffolgenden Jahren immer wieder mit einander widersprechenden Emotionen zu tun gehabt, weil es unmöglich war, meine Wertvorstellungen und verinnerlichten Glaubensätze unter einen Hut zu bekommen, ich aber diesen Kompromiss eingehen musste. Ich habe daraufhin für mich in mich hineingehorcht und auseinandergedröselt, welche Emotionen das sind, welche Emotion primär ist. Und mich so nacheinander mit den einzelnen Emotionen beschäftigt.

    Klar war das alles andere als leicht…..

    Hallo Ciara,

    gut, dass du dich meldest, auch wenn der Anlass kein schöner ist.

    Ich kann dir nur raten, ehrlich mit dir selbst zu sein. Und ich halte Reden/ Schreiben für sehr wichtig und hilfreich.

    Was du erzählst, klingt für mich, als wenn du so weitergemacht hast wie bisher….
    Sehe ich das richtig?

    Ich zitiere aus meinem letzten Beitrag an dich:

    Ich denke, dass du für dich selbst ganz klar sortieren solltest, welche Möglichkeiten dir grundsätzlich zur Verfügung stehen, und was jeweils dafür und was dagegen spricht.


    Ja, darüber denke ich ganz bestimmt nach, wie ich nachhaltig eine Lösung finden kann.

    Du kannst auch durch dieses Forum Unterstützung dabei finden. Immer wieder darüber Reden/ Schreiben könnte sehr hilfreich sein.

    Viele Grüße

    AmSee

    Sparkassen_Helga , mir gefällt die Wendung, die der Austausch hier durch deinen letzten Beitrag erhält.

    Wenn das Ganze in Richtung Selbsthilfe geht und für Verhaltensänderungen und eigene Präventionsmaßnahmen genutzt wird, bin ich dabei. Dann geht es ja auch in die Richtung, die ich selbst im Sinn habe und für tatsächlich hilfreich halte.

    Schuld ist nach allem, was ich darüber weiß, ein schwieriger Begriff. Ich hab mich viel mit diesem Begriff beschäftigt.
    In der Regel ist er negativ behaftet, wird äußerst selten im konstruktiven Sinne gebraucht.
    Im Allgemeinen ist „Du hast Schuld“ oder „Ich hab Schuld“ mit einer Opferperspektive verbunden. Nicht selten ist Schuld mit Gedanken von persönlichem oder sittlichem oder ethisch-moralischem Versagen oder Fehlverhalten verbunden, wirkt dann wie ein destruktiver Felsbrocken und fügt noch ein unnötiges, ja sogar dysfunktionales Leid hinzu.

    Wenn du dir beispielsweise ein Bein brichst, dann hast du den natürlichen, physischen Schmerz. Fügst du da noch solche Gedanken wie, „Ich hab ja selbst Schuld.“, „Wie blöd bin ich eigentlich?“ hinzu, ist das wenig hilfreich und führt nicht selten zu weiteren negativen Gedanken oder sogar Gedankenspiralen.

    Und Depressionen und Diabetes Typ 2 ist man ja auch nicht komplett hilflos ausgeliefert.

    Vollkommene Zustimmung. Zum Thema konstruktiver Umgang mit Depressionen könnte ich sogar selbst etwas beisteuern. 😅 Und den konstruktiven Umgang mit Diabetes Typ 2 durfte ich bei meiner Mutter beobachten.

    Andererseits stehe ich erst ganz am Anfang des Prozesses und frage mich auch, ob da noch etwas in meiner Psyche schlummert, das ich noch erkunden muss. Ich setze mich da aber auch nicht unter Druck, alles zu seiner Zeit.

    Dich nicht unter Druck zu setzen, finde ich die richtige Einstellung.
    In „Alles hat seine Zeit.“ steckt so viel Wahrheit und Weisheit drin.

    Möglicherweise schlummert ja auch nichts weiter in deiner Psyche.

    Bei der Sucht finde ich die Schuldfrage schwieriger. Wer ist schuld an der Sucht? Meine Eltern nicht. Als Erwachsener treffe ich meine Entscheidungen selbst. Also bin ich schuld? Ich habe mich aber nicht dazu entschieden süchtig zu werden.

    Ist vielleicht die Sucht schuld?

    Ich persönlich finde die Frage nach der Schuld irrelevant. Inwiefern hilft das denn weiter angesichts des Problems, vor dem man als süchtig Gewordener jetzt steht?

    Wenn du beispielsweise an Krebs oder Depressionen oder Diabetes oder …. erkrankst, hilft es dir da weiter, dich zu fragen, inwiefern du schuld daran bist? - Kaum. Und es ändert ja auch nichts an der Erkrankung.

    Ja, klar habe auch ich mir die Frage gestellt, wie ausgerechnet mir das passieren konnte. Doch im Laufe der Zeit habe ich das überwunden bzw. ist mir diese Frage völlig unwichtig geworden.

    Heute Abend gab’s bei uns Zoodles mit Veganer Bolognese-Sauce. Den Tofu für die Bolognese-Sauce hatte ich die Tage selbst gemacht (zum ersten Mal) und eingefroren, damit er krümelig wird.
    Es war wirklich sehr lecker. 😋 Oben drauf gab’s Parmesan, der gehört für uns einfach zu Bolognese dazu. 😀

    Nur, wie leicht hätte es auch ganz anders kommen können.
    Weder das Umfeld, noch die Eltern noch die Prägungen und (auch genetische) Ursachen hat man sich freiwillig aussuchen können. Es gab keine Wahl in der Vergangenheit.

    Ich hab mir im Laufe meines Lebens auch solche Gedanken gemacht. Ich hab durchaus auch damit gehadert und darunter gelitten, dass ich nicht das Glück hatte, in einer „normalen“ Familie und einem „normalen“ Umfeld aufzuwachsen, bei dem Kinder durch die Eltern und ihr gesamtes soziales Umfeld Geborgenheit, Sicherheit erfahren und ein natürliches Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein erwerben.

    Und es hat mir, nachdem ich das Buch „Das Drama des begabten Kindes“ von Alice Miller gelesen hatte, auch ein bisschen weitergeholfen, richtig wütend auf meine Eltern und meine gesamte Familie (und auch mein herzlich wenig hilfreiches soziales Umfeld) sein zu dürfen. (Hinweis: Das Buch liefert wertvolle Gedankenansätze. Was aber erwähnt werden sollte, ist, dass sie, wie ihr Sohn, Martin Miller, in seinem Buch „Das wahre ˋDrama des begabten Kindes‘: Die Tragödie Alice Millers - Wie verdrängte Kriegstraumata in der Familie wirken“ dokumentiert, selbst nicht in der Lage gewesen ist, die von ihr propagierte liebevolle Erziehung umzusetzen.)

    Doch es half mir auf Dauer nicht weiter, dort stehen zu bleiben. Und so habe ich damit begonnen, meinen Frieden mit meinen Eltern, meiner Familie und meiner Vergangenheit zu machen. Hilfreich war für mich dabei auch, zu begreifen, inwiefern meine Eltern selbst und wiederum deren Eltern Opfer ihrer Familien und ihrer Prägungen gewesen sind.

    Das, was ich jetzt tun konnte, war JETZT den Teufelskreis zu durchbrechen und das für mich zu tun, was ich JETZT ändern konnte.

    "Die Anderen" legten den Grundstein, formten mich, statteten mich mit Selbstbewustsein aus oder eben nicht.

    Das ist doch die alles entscheidene Kernaussage, mir wiederfuhr, was vielen wiederfuhr, bis heute - anstatt fruchtende Aufklärung, laxe Verbote und Präventionsversuche.

    Ich erinnere nochmals daran, dass das Ziel dieses Forums die Selbsthilfe ist.

    Darf ich fragen, inwiefern dir oder anderen Selbstbetroffenen hier das zur Selbsthilfe dient? - Ich kann’s (noch?) nicht nachvollziehen.


    Abgesehen davon, dass junge Menschen heute nochmals in einer anderen Zeit und unter anderen Bedingungen aufwachsen, als du in den ?? oder meine Eltern in den 40ern und 50/60ern oder ich in den 70ern und 80/90ern oder deine Oma in der Zeit während oder nach dem 1. Weltkrieg, von deren Zeit und Bedingungen du mal erzählt hast:

    Inwiefern hilft dir oder anderen weiter, sich zu fragen,
    „Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?“


    Steht es denn in deiner oder meiner oder in jemand anderes Macht hier, daran grundsätzlich etwas ändern zu können?

    Oder bleibt uns für uns selbst nur, um die Gelassenheit, Dinge, die wir nicht ändern können, zu bitten und uns darin zu üben?
    Und uns auf das zu konzentrieren, was wir tatsächlich ändern können?


    Weißt du, was mir an der Opferrolle nicht gefällt? - Sie bleibt in der Passivität verhaften.
    Und das hilft einem selbst nur äußerst selten weiter, im Gegenteil.

    Fühlst du dich etwa auf den Schlips getreten?

    Nur um das klar zu stellen: Ich verurteile dich nicht. Das stünde mir auch überhaupt nicht zu.

    Fühl dich also bitte nicht herausgefordert, dich verteidigen zu müssen. Das musst du nicht.


    Vergiss bitte nicht: Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, ein Forum von Selbstbetroffenen, deren Interesse die Selbsthilfe ist. Und nur die Selbsthilfe!

    Ob jemand hilfreiche Ansätze für sich selbst aus dem Austausch ziehen kann, oder nicht, darf jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich hab ein paar Gedanken mit dir geteilt. Was du daraus machst, bleibt letztlich dir überlassen.

    Mir persönlich ist es völlig egal, ob du eine eigene Verantwortung für dein Handeln und deine Entscheidungen siehst, oder nicht. Das spielt nämlich für mich und mein Leben überhaupt keine Rolle.

    Was ich so aufgrund dessen, was du zu einem früheren Zeitpunkt mal bzgl. deiner Oma geteilt hast, nicht ganz nachvollziehen kann, ist, inwiefern du von niemandem gelernt haben solltest, mit den eigenen Gefühlen zurecht zu kommen. - Wir hatten mal über den Begriff „Resilienz“ diskutiert. -
    Gemäß dem, was du über deine Oma erzählt hast, hätte zumindest diese für dich ein Vorbild oder positives Beispiel sein können, oder nicht?

    Ergänzung:

    Versteh mich bitte nicht falsch: Ich will nicht in Abrede stellen, dass auch du, ähnlich wie ich, aufgrund gewisser ungünstiger Bedingungen in deiner Familie nicht gelernt hast, mit deinen Gefühlen umgehen zu können.

    Was ich lediglich aufgrund dessen, was du über deine Oma geteilt hattest, nicht nachvollziehen kann, ist, inwiefern diese dir nicht ein gewisses Vorbild geben konnte.

    Wie ich selbst ja schon oft geteilt habe, ist in meiner Familie so einiges schief gelaufen, was sich sehr, sehr ungünstig auf mich und meine emotionale Entwicklung ausgewirkt hat. Und dennoch habe ich die Verantwortung für mein Leben immer bei mir selbst gesehen.

    In der Jugend, als Heranwachsender definitv: ja!

    Ich war wie ein Blatt im Wind, versuchte mich anzupassen, von Bewusstsein, dem Leben hatte ich keine Ahnung. Ich lernte zwar allerlei Fachwissen, trainierte Körper und Fertigkeiten, doch wie ich mit meinen Gefühlen zurechtkommen sollte, sagte mir niemand!

    Warum "schiessen" sich gerade so viele junge Menschen weg, egal ob mit Alk., Lachgas oder Cannabis? Oder flüchten sich in die Anonymität des www., werden radikal, depressiv oder beides?

    Um nicht @Emily's Thread völlig zu verfremden, kannst du mir gern in meinem antworten.

    Ich hab deinen Beitrag in Emily s Thread mal hier zitiert, um dir hier in deinem Thread zu antworten.

    Was ich so aufgrund dessen, was du zu einem früheren Zeitpunkt mal bzgl. deiner Oma geteilt hast, nicht ganz nachvollziehen kann, ist, inwiefern du von niemandem gelernt haben solltest, mit den eigenen Gefühlen zurecht zu kommen. - Wir hatten mal über den Begriff „Resilienz“ diskutiert. -
    Gemäß dem, was du über deine Oma erzählt hast, hätte zumindest diese für dich ein Vorbild oder positives Beispiel sein können, oder nicht?


    Zu bedenken möchte ich auch geben, dass nicht jeder, der im Jugendalter mit der Wirkung von Alkohol vertraut wird, später auch zum Alkoholiker wird.

    Was du bislang so von dir geteilt hast, so hat es in deinem erwachsenen Leben ein paar Warnungen gegeben. Liegt die Verantwortung, dass du diese ignoriert hast, da nicht bei dir?


    Bei sogenannten „nassen“ Alkoholikern habe ich immer wieder beobachtet, wie sich diese in einer sogenannten „Opferrolle“ wähnen. Schuld sind immer die anderen.

    Deine Argumentation, Paul , erinnert mich irgendwie an das, was ich sonst von sogenannten „nassen“ Alkoholikern kenne…..

    Paul , willst du dir ernsthaft deine eigene Verantwortung für dein Handeln und deine Entscheidungen absprechen?

    Ich selbst jedenfalls habe, auch wenn ich durch das Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familie ein mehr oder minder großes Handicap erworben habe, was mich wohl anfälliger gemacht hat, Alkohol als Bewältigungsstrategie zu wählen, die Verantwortung für mein Handeln und meine Entscheidungen trotzdem stets bei mir gesehen.

    Als Erwachsene wusste ich aufgrund von Intellekt und Bildung, dass regelmäßiger und hoher Konsum riskant sind. Ich bin das Risiko trotzdem eingegangen und hab alle Warnungen ignoriert.

    Kurz und gut: Dafür dass ich als Erwachsene mein Heil im Alkohol gesucht habe und in die Sucht abgeglitten bin, sehe ich die Verantwortung in erster Linie bei mir.


    Anmerken möchte ich ansonsten noch, dass mir solche Grundsatzdiskussionen inzwischen unwichtig geworden sind. Seit meinem Ausstieg habe ich konsequent daran gearbeitet, Problematiken in meinem Leben aufzuarbeiten und das, was allgemein als „Selbstfürsorge“ bezeichnet wird, erlernt.

    Hallo Emily,

    Danke dir für dein Update. Das freut mich für dich. 👍

    Es passt auch zu dem, was wir gemeinsam in dem Artikel Was uns hilft, nicht mehr zu trinken? - Bewusst nüchtern leben: Chance, Freiheit, Fundament, Gewinn festgehalten haben, nicht wahr?

    Mir selbst wird immer wieder bewusst, was mir dieses klare und freie Gefühl bedeutet, und ich freue mich immer wieder darüber. Manchmal, wenn ich andere dem Anschein nach bedenkenlos Alkohol konsumieren sehe, fühle ich Erleichterung, nicht mehr Teil davon zu sein.


    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Ciara,

    Ichso hat dir schon was dazu geschrieben und auch einen Tipp gegeben, wie du dein Problem gedanklich für dich sortieren könntest. Eine Mindmap kann hilfreich sein, um das Problem etwas zu strukturieren und zu visualisieren.

    Du könntest natürlich so weitermachen wie bisher, aber hilft dir das wirklich weiter? Dein Körper und deine Psyche schicken dir doch schon klare Hinweise….

    Ich denke, dass du für dich selbst ganz klar sortieren solltest, welche Möglichkeiten dir grundsätzlich zur Verfügung stehen, und was jeweils dafür und was dagegen spricht.

    Ich gehe davon aus, dass mit etwas Zeit und Geduld viele verschiedene, einander durchaus widersprechende Antworten/ Gedanken aus deinem Inneren kommen werden. Das ist auch ganz normal.

    Schließlich wirst du dann eine klare Entscheidung treffen müssen. Diese wird, da es unwahrscheinlich ist, dass du alle Antworten/ Gedanken unter einen Hut bekommst, ein Kompromiss sein. Doch da du alles miteinander und gegeneinander abgewogen hast, wirst du damit etwas besser leben können als bislang. Da spielt dann auch Akzeptanz eine Rolle.


    Liebe Grüße

    AmSee

    Moin Ichso,

    ist das denn wichtig, ob das in unserem Kopf Sinn ergibt? Die Hauptsache ist doch, dass du für dich Selbsthilfe gefunden hast, die für dich stimmig ist.

    Da du aber gefragt hast: Ja, ich persönlich kann das nachvollziehen, sowohl das mit der Angst, als auch das mit dem Mut. Ich selbst hab ja auch so meine Baustellen, die mich in meinem Leben immer mal wieder beeinträchtigen, auch eine Panikstörung zählt dazu… und auch ich suche mir meinen Weg dadurch. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.

    Ich möchte hier nicht ins Detail gehen oder konkret werden, nur so viel andeuten: Ich bin immer mal wieder so unendlich müde…. Wer das auch kennt, weiß, was einem da so durch den Kopf geht…. Und immer wieder raffe ich mich auf und tue etwas, was mir wieder Mut gibt…

    Liebe Grüße

    AmSee

    Hallo Ciara,

    Dieses Eingespanntsein belastet mich, so dass ich wieder häufiger „fliehen“ möchte. Versteht ihr das?

    wer, der eine solche Situation nicht wenigstens vergleichsweise kennt, könnte nicht nachvollziehen, inwiefern sie überfordernd ist?

    Zu dem „Fliehen“ - du denkst da an die „Flucht“ durch Alkohol? - haben dir andere schon etwas geschrieben. Diese „Flucht“ wird an deiner eigentlichen Situation nichts ändern.

    Dass du aber wieder an diese „Flucht“ denkst, kannst du als klaren Hinweis deines Körpers bzw. deiner Psyche nehmen, dass du an deine Grenzen gekommen bist, das du Ent-Lastung brauchst.

    Nun stellt sich die Frage, wie diese Ent-Lastung zu erreichen wäre.

    Die erste Pflegekraft hat etwas geleistet, was weit über das geht, was eine Pflegekraft leisten muss. Es gibt solche Menschen und für die, die sowas erfahren dürfen, ist das ein Geschenk, aber von den Arbeitsbedingungen her leistet die zweite meiner Kenntnis nach das, was ihre Arbeitszeiten vorgeben…

    Dein Vater scheint eine 24-Stunden-Betreuung zu brauchen, richtig? Deine Brüder mögen zwar viel verlangen, die Frage ist aber, ob das von dir geleistet werden kann. Und die Antwort liegt auf der Hand: Du schaffst das beim besten Willen nicht.

    Ich finde auch nicht, dass das eine Frage des Geldes ist, also dass du dich zerreißen müsstest, weil du finanziell nicht auch noch etwas dazu beisteuern könntest. Eine solche Pflege, wie dein Vater sie offensichtlich braucht, ist zweifellos eine ungeheure Herausforderung.

    Du hattest mal geschrieben, dass du Antidepressiva nimmst, die würdest du gewiss nicht nehmen, wenn du vollkommen fit wärest.
    Und wenn ich das richtig verstanden habe, hast du selbst auch noch einen Beruf und Familie….
    Woher soll da denn - selbst bei einem vollkommen gesunden Menschen - noch die Kraft, die Energie und die Zeit kommen, die Zeiten, in denen die Pflegekraft sich das nimmt, was ihr rechtlich zusteht, zu überbrücken?

    Was würde eigentlich passieren, wenn du vollkommen ausfällst, weil du überhaupt nicht mehr kannst?

    Ich frage mich, ob du nicht wieder (oder immer noch?) vor der Herausforderung stehst, „Nein“ sagen zu können. „Nein“ zu deinen Brüdern, aber auch „Nein“ zu den immensen Anforderungen, die du an dich selbst stellst.

    Gibt es Beratungs- oder Hilfsangebote in der Nähe, an die du dich wenden könntest?

    Liebe Grüße

    AmSee