Hallo Mala,
was du da beschreibst kenne ich sehr gut.
Ich bin 33 w und selbst Suchtkrank. Ich habe einen Partner der genau das Verhalten, was du beschreibst an den Tag legt, wenn er konsumiert.
Wir haben keine Fernbeziehung, leben aber in getrennten Wohnungen.
Bei meinem Freund passiert das immer von einem auf den anderen Moment.
Wenn er nicht auf meine Anrufe oder Nachrichten antwortet, weiß ich eigentlich direkt was Sache ist. Anfangs war das echt schwer für mich zu verstehen. Ich kann schreiben so oft ich will, anrufen, klingeln oder mit nem Schlüssel in seine Wohnung und dort Kopfstand machen. Keine Reaktion. Es interessiert ihn in diesem Moment auch nicht.
Als es das erstemal passierte und ich noch keinen Schlüssel hatte war das ganz furchtbar für mich. Ich bekam allerhand Phantasien. Hat er ne andere, ist er tod, hat er keinen bock mehr auf mich... Ich war traurig, wütend, hab geheult, verzweifelt... Ich konnte mir selbst nicht vorstellen, dass einem im Konsum alles sooo scheißegal ist. Bin ja selbst Suchtkrank, aber ich weiß trotzdem egal wie verballert ich bin,
dass das nicht geht und mich mal melden muss. Vielleicht passiert es auch mal, dass ich nicht direkt ans Handy geh oder zurück rufe. Aber nicht Tage lang.
Er ist dann auch ungefähr so einmal am Tag in Whatsapp online. Immer mitten in der Nacht. Aber eine antwort bekomm ich trotzdem nicht.
Mein Freund kippt in der Zeit auch Unmengen in sich hinnein, allerfdings kifft er noch dazu. In seiner Wohnung stehen dann hunderte Bierflaschen, überall liegt essen rum, leere Zigarettenpäckchen, duschen ist dann auch nicht mehr drin. Er geht nicht arbeiten, ohne sich abzumelden und macht einfach nichts außer sich zu verballern. Er hat bereits seine Arbeit zweimal deswegen verloren.
Aber es ist keinesfalls so, dass er in dieser Zeit sonst nichts macht. Ich bin erstaunt was er in dem Zustand oftmals noch gebändigt bekommt. Täglich mit dem Auto neues Bier besorgen, Cannabis besorgen, er kocht, grillt, fährt ins McDoof, zum Kebab, Pizza holen, Xbox zocken.
Was es für mich umso unverständlicher macht dass er sich nicht meldet. Schließlich ruft er täglich seinen Dealer an und fährt hin.
Ich hab es immer damit entschuldigt, dass er halt verballert ist und krank ist.
Meine Therapeutin meinte aber, der weiß genau was er da macht. Und wenn ich so darüber nachdenke hat sie wohl recht.
Ihm ist einfach alles scheiß egal. Wir haben uns so oft darüber unterhalten dass er sich zumindest mal meldet, aber das funktioniert bis heute nicht.
Was erschwerend hinzu kommt ist dass mein Freund recht wenig Krankheitseinsicht hat.
Ich denke darüber nach mich zu trennen. Mir tut das einfach nicht gut. Auch wenn ich Ihn liebe und er normal ein super lieber kerl ist.
Und das beste für dich wäre wohl auch dich abzugrenzen. Zumindest wenn er konsumiert. Sowas mit zu erleben ist einfach net schön. Lass ihn machen, du wirst daran eh nichts ändern.
Mir selbst fällt es auch super schwer mich abzugrenzen in diesen Momenten.
Die Gefühle fahren Achterbahn und du hast kein Plan was eigentlich abgeht.
Meine Therapeutin hat immer gesagt: Lassen Sie ihn, soll er sich doch tod saufen.
Aber ist alles net so einfach.
Das richtige wär wohl eine Trennung.
Vielleicht hilft dir das etwas.