Beiträge von Schnisskettchen


    Ich war leider nur 8 Monate trocken. Meine Motivation besteht darin dass ich weiß dass ich ein Problem habe und dagegen angehen muss. Drück habe ich keinen Ich bekomme auch noch alles so hin.

    OK, das verstehe ich. War bei mir die letzte Zeit ja ähnlich. Hab mein Leben auch gut auf die Reihe bekommen, deswegen mein Alkoholproblem vielleicht oftmals nicht so ernst genommen. Aber mir ist ziemlich klar, dass wenn ich nichts unternehme es nicht so bleiben wird.

    Im Moment schaff ich es nicht besonders gut nichts zu trinken. Heute vierter Tag ohne Alk und quäl mich mehr oder weniger da durch. Letzte Woche hatte ich auch vier Tage geschafft aber dann wieder getrunken. Dauerhaft wird das bei mir auch nur mit einer Therapie funktionieren.

    OK Glücksspiel is echt mies. Automaten oder Online?
    Also ich denke wenn du vom Alkohol weg kommen willst, solltest du auf jeden Fall auch mit dem Zocken aufhören. Ansonsten fixt das eine Suchtmittel immer wieder das andere an. Wurde die Spielsucht zusammen mit dem Alkohol behandelt?


    Genau hinschauen wann man wo mit wem hingeht...Das ist ja auch kein leben wenn alles erstmal durchleutet werden muss.

    Bitte versteh mich nicht falsch. Das sind einfach meine Gedanken

    Hört sich schlimmer an als es ist ;)
    Also auf Veranstaltungen, in Discos, auf Konzerte oder ähnliches wo viel Alkohol im Spiel ist, geh ich grundsätzlich nur mit jemand vertrautes hin, der über meine Problematik bescheid weiß. Das sind in der Regel meine drei engsten Freunde. Da komm ich garnicht erst auf dumme Gedanken und mir zu liebe trinken die dann auch nichts. Ansonsten würde ich mir das nicht zutrauen.

    Und komplett auf Großveranstaltungen verzichte ich auch nicht. An Fasching geh ich auch Umzüge anschauen, beteilige mich aber nicht mehr an dem besäufniss danach.
    Oder ich schlender halt über ne Kirmes, Straßenfest etc. schau mir alles an, ess was und geh dann heim. Ist ja nicht so dass ich mich daheim einsperr.

    Im Dezember war ich das erste Mal nüchtern auf nem Hip Hop Konzert.
    Ich muss zugeben, das hat mich nicht so vom Hocker gehaut wie auf Alkohol.
    Aber so is das eben mit Musik, die wirkt mit Alkohol einfach anders.

    Du musst für dich halt wissen was dir wichtiger ist.

    Wie lange warst du im Zuge deiner Therapie denn abstinent?

    Versuch dir doch vielleicht mal eher die Einschränkungen die du durch den Konsum hast vor Augen zu halten?
    Ich denke nass bist du eingeschränkter als trocken?

    Ja und ich trinke auch gerne, wenn ich dann mal dran bin.
    Aber spätestens den nächsten Tag Ärger ich mich wieder darüber.

    Was ist eigentlich deine Motivation mit dem trinken aufzuhören? Hast du Auflagen oder eine Familie im Nacken die Druck macht?

    Dich beraubt ja niemand deiner Freiheit. Und das soll sich auch nicht so anfühlen. Du solltest es aus eigenen Stücken wollen. Und dann wird es sich auch sicherlich nicht mehr als Verzicht anfühlen.

    Ich war auch schon auf Festen oder mit Leuten unterwegs, die es absolut nicht verstehen konnten dass ich nicht trinken wollte. Die haben tausend mal gefragt, ob ich nicht doch was trinken wollen. Irgendwann haben sie sich angefangen darüber lustig zu machen. Und je besoffener die wurden, desto penetranter wurden die.

    Mittlerweile schau ich genau, mit wem ich wo hin gehe. Und wenn irgendwas geplant ist wo ich mir unsicher bin ob ichs aushalte, schaue ich dass evtl jemand dabei ist der über mein problem bescheid weiß und mich da unterstützt. Ansonsten bleib ich daheim.

    Es gibt tausend andere tolle dinge die man unternehmen kann wo Alkohol keine Rolle spielt!

    Irgendwie kommt ein Rückfall in den seltensten Fällen. Da gibt es immer Vorboten meiner Erfahrung nach. Situationen, Gedanken, Stress...

    Ja die Sucht wird uns immer begleiten, aber je länger du Abstinent bist desto weniger ist das ganze in deinem Kopf präsent. Irgendwann denkst du da gar nicht mehr daran oder nur noch ganz selten.

    Das Thema mit den Festen und Feiern hat mich anfangs auch sehr beschäftigt. Am Anfang bin ich gar nicht mehr weg gegangen. Konnte mir das auch nicht vorstellen. Irgendwann war ich ein paar Mal auf größeren Festen ohne zu trinken. Fand ich unerträglich. Und bei genauerem hinsehen wirst du auch feststellen, dass solche Veranstaltungen einfach nur ein kollektives Besäufniss sind. Ich finds mittlerweile ekelhaft nüchtern zu solchen Festen zu gehen. Zu sehen wie der Pegel steigt und die Menschen sich zu nehmend mehr daneben benehmen.

    Auf privaten Feiern bin ich in der Regel der erste der geht. Natürlich weil es mich auch ein bisschen triggert wenn andere trinken, aber vor allem auch weil ich es ätzend finde wie sich die Leute verändern wenn sie zunehmend betrunkener werden.

    Gesellschaftlich ausgegrenzt ist man deswegen aber nicht. Vielleicht solltest du deinen Freunden und Bekanntenkreis mal überprüfen? Ich hab mittlerweile ein Umfeld in dem es ganz normal ist NIX zu trinken. Häufig ist es ja Umgehrt.

    Wie möchtest du jetzt weiter machen? Weiter trinken? Therapie?

    Hallo Hadi,

    naja, bewundernswert bin ich nicht gerade würde ich sagen.

    Ich finde aufgeben ist einfach keine Option. Es lohnt sich sich ja auch weiter zu machen. Von Tag zu Tag und von Therapie zu Therapie wird es ja auch besser. Ich hab aus jeder Therapie was mit genommen. Auch wenn man das nicht vermuten würde. Ich hatte auch schon längere Abstinenzphasen von ca. 2-3 Jahren. Ganz genau weiß ich das nicht mehr. Und in meinen abstinenten Jahren, ging es mir auf jeden Fall physisch und auch psychisch deutlich besser als wenn ich konsumiert habe.

    Wenn ich mir mal eine Alkohol Pro und Kontraliste machen würde, würden auf der Proseite vielleicht ein Paar Dinge stehen. Die Kontraliste wäre ewig lang...
    Es gibt für mich einfach nicht viele Dinge die FÜR den Alkohol sprechen.

    Heute ist mein 4ter Tag an dem ich nix trinke. Mir fällt es mega schwer Abstinent zu bleiben im Moment. Eben hatte ich schon wieder drüber nach gedacht zur Tanke zu fahren. Aber Nein, heute nicht!

    Also ich starte jetzt in meine vierte Therapie. Dass die erste bei dir jetzt nicht gefruchtet hat, ist natürlich ärgerlich und frustrierend. Du solltest dich davon allerdings nicht entmutigen lassen. Es klappt halt nicht bei jedem auf Anhieb.
    Hast du eine Erklärung dafür, warum du wieder Rückfallig geworden bist?

    Liebe Grüße

    Schnisskettchen


    Vielleicht hast Du ja da irgendwo einen Denkfehler, dass Du aufhören "musst", da das ja eher eine freiwillige Angelegenheit ist, sogar eine Angelegenheit der Selbstbestimmung und der freien Entscheidung, die man macht weil es so wie mans bisher gemacht hat irgendwie unerträglich geworden ist.

    Einen Denkfehler wage ich zu bezweifeln. Ich habe sicherlich nicht mehr den enormen Leidensdruck, wie ich ihn mit 24 vor meiner ersten Therapie hatte. Ich trinke auch lange nicht mehr die Mengen wie damals, Drogen sind raus und mit dem Essen klappts eigentlich auch. Ich trinke "nur" am Abend. Funktioniere de nächsten Tag trotzdem ganz gut, auch wenn vielleicht mal etwas mehr war. Ich habe meine Arbeit immer sehr gut gemacht und das auch kommuniziert bekommen. Ich hatte keine peinlichen Erlebnisse mehr im Suff, wie früher, weil ich eh immer nur alleine getrunken hab. Ich konnte das alles immer sehr gut verheimlichen. Im Prinzip wusste niemand was ich so alleine daheim treibe. Das einzige was immer bissl Grenzwertig war, dass ich immer morgens um 5 Uhr mit Restalkohl zur Arbeit gedüst bin. Klar ging es mir auch die Nerven morgens net ganz so fit zu sein. "Malle in der Birne" wie ich es nenne. Auch wenn meine Mitarbeiter nix davon wussten, kam ich mir oft wien Heuchler vor. Habe ich in dieser Zeit doch viele Mitarbeitergespräche mit Alkohol- oder Drogenkonsumierenden Mitarbeiter geführt. Und mache wurden auch gekündigt, von einem Alki.

    Ich denke ich MUSS aufhören weil ich es auch WILL.
    Vielleicht fehlt mir der extreme Leidensdruck.

    Nichts desto trotz finde ich, habe ich bisher viel geschafft. Von Drogen, Alk und Essstörung bleibt noch der Alk. Das ist jetzt der Endgegner.
    Vielleicht war bisher aber einfach auch das Problem dass ich bisher zu keiner Therapie wirklich Abstinent war. Die Essstörung war ja immer präsent (außer in der letzten Therapie) Und die funktioniert ja ähnlich wie Alk oder Drogen. Ich bezwecke damit ja mehr als nur Gewichtsregulation. Man kann damit auch herrlich an seinen Gefühlen rum manipulieren.

    Die letzte Therapie war die erste in der ich komplett Abstinent von allem war (auch Bulimie) Eine ganz neue Erfahrung, auf der ich wohl nicht so klar gekommen bin. Ich denke den Willen hab ich und ich weiß auch dass ich abstinent sein muss. Ich brauch einfach nur mal Ben anderen Ansatz, wie ich glaube.

    Hallo liebe Susanne,

    schön, dass du nachfragst wie es mir geht. Du hast recht, ich bin ziemlich oft eingeloggt und lese mit. Ich muss sagen, das hilft mir sehr.

    Zu deiner Geschichte muss ich sagen, dass ich aller höchsten Respekt vor Menschen habe, die es ganz alleine aus der Sucht schaffen, vorallem wenn Drogen mit im Spiel sind. Ei bisschen ähnlich ging mir das 24 auch.
    Ich hatte quasi alles verloren, meinen Verstand mit eingeschlossen. Ich war hochgradig psychotisch, hab meine Arbeit verloren, meinen Führerschein, wurde aus meiner Wohnung geschmissen und habe aufgrund der Psychose das Vertrauen in mich und in absolut jeden in meinem Umfeld verloren. Ich war am Boden und hab mich dafür gehasst. Und ich habe den scheiß Stoff gehasst. Alkohol mit eingeschlossen.

    Damals war Abstinenz für mich kompromisslos. Obwohl ich in der ersten Therapie auch einen Rückfall hatte. Aber das sollte auch der einzige bleiben.
    Ich wollte alles so schnell wie möglich wieder ins reine bringen.
    Von der Psychose runter kommen, MPU gemacht, Schulden bezahlt, Wohnung gesucht, neues Umfeld gesucht... Ich hab mich beruflich gemausert obwohl ich vorher nur eine Ausbildung gemacht hatte. Plötzlich hatte ich Personalverantwortung und führte einen Laden ganz allein. Ich hab viel Geld verdient und eigentlich ging es mir gut. Bis auf die Essstörung. Die war präsenter denn je. Wurde von Zeit zu Zeit aber immer besser.

    Irgendwann dann doch wieder Rückfälle. Therapie. SHG. Rückfälle. Psychotherapie. Rückfälle. Therapie.... Und so weiter. War wohl doch nicht alles so gut wie ich dachte.

    Naja, und zu deiner Frage. Mir geht es soweit gut. Bewilligung für stationäre Reha ist durch. Ich habe am 20.07. den Aufnahmetermin. Ich gehe im Moment noch zur Suchtberatung. Versuche mich vor dem 20.07. selbst irgendwie trocken zu legen. Sollte es nicht funktionieren, werde ich es stationär machen. Ich habe mich von meinem Freund getrennt und versuche mich so gut es geht den Tag über zu beschäftigen. Die Arbeitslosigkeit hängt mir langsam ein bisschen zum Hals raus. Aber da muss ich mich eben noch ein bisschen gedulden.

    Alles in allem freue ich mich auf die Reha. Endlich aus dem Alltagstrott raus.
    Für mich wird es ein kompletter Neubeginn.

    Geht's du in eine SHG oder machst du sonst irgendetwas zur Unterstützung deiner Abstinenz?

    Liebe Grüße

    Schnisskettchen

    Hallo Mala,

    hab mir bei meinem Freund anfangs auch die Frage gestellt, warum sein Handy eine Woche Akku hat aber net schreibt. Meine Logik war auch, wenn ihm alles egal ist müsste das Handy irgendwann ab scheißen.
    Aber wie schon gesagt, er bekommt ja trotzdem recht viel hin. Bin z. B. Schon mal in seine Wohnung gekommen, er saß auf der Couch, um ihn rum hunderte Bierflaschen und hatte sein Handy in der Hand und war heiter auf Facebook Videos am schauen etc.
    Das ist echt ein mieses Gefühl.

    Aber mal davon ab finde ich, dass du schleunigst die Reißleine ziehen solltest. Er sagt dir dass du dich umbringen solltest? Er droht dir dass er bald ne andere hat? Ganz ehrlich, dann soll er sich doch ne andere suchen.
    Das is in einem hohen Maße Bösartig und Gemein.
    Dir scheint es ja selbst nicht so gut zu gehen, weil Du in Therapie bist. Wenn Du weiter in dieser Beziehung bleibst, wird es Dir wahrscheinlich auch nicht besser gehen.

    Hallo Mala,

    was du da beschreibst kenne ich sehr gut.
    Ich bin 33 w und selbst Suchtkrank. Ich habe einen Partner der genau das Verhalten, was du beschreibst an den Tag legt, wenn er konsumiert.

    Wir haben keine Fernbeziehung, leben aber in getrennten Wohnungen.
    Bei meinem Freund passiert das immer von einem auf den anderen Moment.
    Wenn er nicht auf meine Anrufe oder Nachrichten antwortet, weiß ich eigentlich direkt was Sache ist. Anfangs war das echt schwer für mich zu verstehen. Ich kann schreiben so oft ich will, anrufen, klingeln oder mit nem Schlüssel in seine Wohnung und dort Kopfstand machen. Keine Reaktion. Es interessiert ihn in diesem Moment auch nicht.

    Als es das erstemal passierte und ich noch keinen Schlüssel hatte war das ganz furchtbar für mich. Ich bekam allerhand Phantasien. Hat er ne andere, ist er tod, hat er keinen bock mehr auf mich... Ich war traurig, wütend, hab geheult, verzweifelt... Ich konnte mir selbst nicht vorstellen, dass einem im Konsum alles sooo scheißegal ist. Bin ja selbst Suchtkrank, aber ich weiß trotzdem egal wie verballert ich bin,
    dass das nicht geht und mich mal melden muss. Vielleicht passiert es auch mal, dass ich nicht direkt ans Handy geh oder zurück rufe. Aber nicht Tage lang.
    Er ist dann auch ungefähr so einmal am Tag in Whatsapp online. Immer mitten in der Nacht. Aber eine antwort bekomm ich trotzdem nicht.

    Mein Freund kippt in der Zeit auch Unmengen in sich hinnein, allerfdings kifft er noch dazu. In seiner Wohnung stehen dann hunderte Bierflaschen, überall liegt essen rum, leere Zigarettenpäckchen, duschen ist dann auch nicht mehr drin. Er geht nicht arbeiten, ohne sich abzumelden und macht einfach nichts außer sich zu verballern. Er hat bereits seine Arbeit zweimal deswegen verloren.

    Aber es ist keinesfalls so, dass er in dieser Zeit sonst nichts macht. Ich bin erstaunt was er in dem Zustand oftmals noch gebändigt bekommt. Täglich mit dem Auto neues Bier besorgen, Cannabis besorgen, er kocht, grillt, fährt ins McDoof, zum Kebab, Pizza holen, Xbox zocken.
    Was es für mich umso unverständlicher macht dass er sich nicht meldet. Schließlich ruft er täglich seinen Dealer an und fährt hin.

    Ich hab es immer damit entschuldigt, dass er halt verballert ist und krank ist.
    Meine Therapeutin meinte aber, der weiß genau was er da macht. Und wenn ich so darüber nachdenke hat sie wohl recht.
    Ihm ist einfach alles scheiß egal. Wir haben uns so oft darüber unterhalten dass er sich zumindest mal meldet, aber das funktioniert bis heute nicht.

    Was erschwerend hinzu kommt ist dass mein Freund recht wenig Krankheitseinsicht hat.
    Ich denke darüber nach mich zu trennen. Mir tut das einfach nicht gut. Auch wenn ich Ihn liebe und er normal ein super lieber kerl ist.
    Und das beste für dich wäre wohl auch dich abzugrenzen. Zumindest wenn er konsumiert. Sowas mit zu erleben ist einfach net schön. Lass ihn machen, du wirst daran eh nichts ändern.
    Mir selbst fällt es auch super schwer mich abzugrenzen in diesen Momenten.
    Die Gefühle fahren Achterbahn und du hast kein Plan was eigentlich abgeht.

    Meine Therapeutin hat immer gesagt: Lassen Sie ihn, soll er sich doch tod saufen.
    Aber ist alles net so einfach.

    Das richtige wär wohl eine Trennung.

    Vielleicht hilft dir das etwas.

    Hallo Britt,

    ja ich bin nicht begeistert von einer stationären Therapie, weil ich arbeitslos bin. Ich habe noch 8 Monate anspruch auf Arbeitslosengeld. Und wenn ich jetzt 1-2 Monate auf die Bewilligung der Reha warte und dann noch 3 Monate stationär bin, bleibt mir nicht mehr viel Zeit eine Arbeit zu finden bevor ich ins Hartz 4 rutsche. Hartz 4 wäre der absolute Supergau weil ich damit nicht mal meine Fixkosten gedeckt bekomme. Vielleicht kannst du das verstehen.
    Das ist jetzt aber geregelt. Ich bin krankgeschrieben (was mir meine Betreuerin vom Arbeitsamt empfohlen hat, die macht sich nämlich die gleichen Sorgen)

    Gestern war mein Termin bei der Caritas. Und ich habe mir natürlich vorab schon Gedanken gemacht. Ich glaube einfach nicht, dass mir irgendwas ambulantes im Moment gut tun würde. Ich bin arbeitslos, habe keinen familiären Rückhalt, wegen Corona kann ich nicht mal einen 450 Euro Job machen und ich stelle meine Beziehung in Frage.
    Die Beraterin von der Caritas sieht das ähnlich. Sie ist auch fest davon überzeugt das der Antrag bewilligt wird. Bin ja nicht der einzige bei es nicht auf Anhieb klappt.
    Ich habe in meiner Zeit in Therapien und SHG viele kennen gelernt die allerhand Therapien hinter sich hatten bevor es klick gemacht hat.

    Ich denke, dass ich auch schon eine Klinik gefunden habe, die zu mir passt.

    Hallo Britt,

    ja ich kenn die Prozedur. Ist alles schon in arbeit.
    Meine Suchtberaterin hat auch gemeint, dass Sie noch nie erlebt hat, dass ein Antrag abgelehnt wurde. Dass es unter Umständen lange dauern kann weiß ich. Aber ich möchte mich zeitig über Behandlungskonzepte informieren. Ist ja auch oftmals so, dass man lange auf einen Platz warten muss in bestimmten Kliniken.

    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach einer guten Suchtklinik.
    Vielleicht kann mir ja jemand was empfehlen?
    Ich bin auch nicht an meinen Wohnort gebunden und offen für alles.
    Ich weiß, dass das jeder anders empfindet, was gut ist und was nicht. Aber so hätte ich schon mal ein paar Anhaltspunkte und könnte mich online informieren und es gegebenenfalls mit meiner Suchtberaterin besprechen.

    Freu mich auf Eure Antworten

    Hallo Gordon,

    ich bin auch neu hier und versuche auch gerade mich vom Alk alleine runter zu bringen. Ich bin 33, Alkohol und Drogenabhängig wobei Drogen für mich eigentlich nicht mehr in Frage kommen. Hab drei Ambulanten Therapien gemacht aber war immer wieder rückfällig. Wie auch jetzt.


    Vor 1 Jahr war ich beim Psychologen. Der hat mich überhaupt nicht ernst genommen. Der meinte ich hätte doch studiert und einen Job und alles, offenbar stelle ich mich nur an, er könne mir keinen Termin mehr geben. Dann war ich bei Caritas und dort das gleiche, mir würde es doch gut gehen, andere hätten viel schlimmere Probleme. Mein Hausarzt hat mich auch nicht ernst genommen, ich sei jung und fit und hätte alles, alles ok. Trotz GGT Leberwert von über 600. Niemand nimmt mich ernst, weil man es mir nicht ansieht und ich noch nicht völlig am Boden bin.

    Dass dich niemand ernst nimmt finde ich sehr schade. Ich hatte anfangs, bei meiner Suche nach Therapie oder Hilfemöglichkeiten auch einige Rückschläge erlebt.
    Man muss halt ein bisschen suchen und nach meinen Erfahrungen hat auch nicht jeder Arzt ein Verständnis für Sucht und nicht jeder Psychologe ist kompetent. Ich war vor drei Jahren bei einem Psychologen der mir erzählt hat dass er Alkoholiker sei aber kontrolliert trinkt. Das waren im Rahmen der Behandlung die komplett falschen Signale für mich. Saufen is doch OK auch wenn ich krank bin.

    Ich bin aktuell auch auf der Suche nach Hilfe weil meine alte Anlaufstelle mich nicht mehr behandeln will. Habe jetzt morgen auch einen Termin bei der Caritas. Mal sehen wie das wird. Aber wenn es nicht zielführend ist geht es weiter zur nächsten Stelle. Das Angebot für Suchterkranke ist eigentlich riesig, wie ich finde.

    Du solltest dich allerdings keines falls davon entmutigen lassen und dein Ziel nicht aus den Augen verlieren.

    Hallo,

    also ich möchte als erstes mal los werden, dass ich das ganz süß finde wie viel Mühe ihr euch mit den Antworten gibt. Ich bekomme hier tollen Input. Ich hab öfter mal in verschiedenen Foren mit gelesen, hab mich aber nie getraut mal selbst was zu verfassen bzw. hätte ich nicht gedacht, dass es hilfreich sein könnte.

    Dabei wird wahrscheinlich nichts Gutes heraus kommen, kann es eigentlich auch gar nicht. Auch wenn es sicher gut gemeint ist und ein Stück weit ja sogar nachvollziehbar. Es fühlt sich einfach nicht gut an, den anderen "einfach so" fallen zu lassen und sich um sich selbst zu kümmern. Es könnte aber ja auch sein, dass genau das Euch beiden helfen würde. Auch ihm, wenn er auf sich allein gestellt ist und sich ganz allein um sich selbst kümmern muss. Wie gesagt, alles Theorie und im Grunde ist es einfach nur so, dass Du für DEIN Leben verantwortlich bist.

    Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, auch dank deiner Texte, dass ne ganz gravierende Änderung her muss. Ich denke ich werd mich auch um eine statinöre Therapie bemühen.
    Im Rahmen meiner Ambulanten Therapie wäre ich auch dazu bereit gewesen. Jetzt nach dem Rauswurf hab ich mich gegen Stationär etwas gestreubt. Bei mir schwingt die Angst mit nach einem stationären Aufenthalt nicht mehr genug Zeit zu haben einen Job zu finden bzw. mein Anspruch auf ALG 1 nach einem Jahr entfällt und ich ins Hartz 4 rutsche.
    Aber das lässt sich ja alles irgendwie regeln. Meine Betreuerin vom Arbeitsamt hat gesagt, ich soll doch erst mal schauen, dass ich gesund werde und mich krankschreiben lassen. Damit ruht der Anspruch auf ALG und ich bekomm erst mal Krankengeld. Und wenn ich gesund bin bestände auch die Möglichkeit eine Umschulung finaziert zu bekommen.

    Und ich glaube das ist auch der richtige Weg. Alles andere würde kein Sinn machen. Wenn ich mich so wie es jetzt ist, in eine Umschulung stürtze, wird es früher oder später eh in die Hose gehen. Ich hab einen neuen Beruf immer als Zentrales Thema bei mir gesehen bzw. war mir immer ganz klar, dass wenn ich in dieser Branche bleibe niemals gesund werde.

    Aber das ganze ist doch etwas komplexer. Wie du deinen Weg beschreibst, mit den ganzen Veränderungen, bringt mich echt zum nachdenken.
    Hatte ja schon mal kurz angeschnitten, dass es bei mir auch viele gravierende Änderungen gab.
    Aber ich glaube mittlerweile, dass neue Veränderungen her müssen.
    Ich finde mich oft in alten Suchtmustern wieder ohne bemerkt zu haben wie ich da reinschlittere. Weil ich oft nicht konsequent genug bin. Oder zu bequem. Ich mache zwei Schritte vor und ohne es bemerkt zu haben drei Schritte zurück.

    Dabei weiß ich glaub ich ziemlich genau wer ich sein will. Wo ich hin will. Ich habe Ziele und Träume. Wo wir wieder bei meinem Freund sind. Er hat keine Ziele im Leben oder Dinge für die er brennt oder etwas worauf er hin arbeitet. Außer Heiraten und Kinder bekommen. Kinder kommen für mich nicht in Frage aber es war für uns noch kein Trennungsgrund. Ich glaube heimlich hoffen wir beide, dass sich die Meinung des anderen im laufe der Zeit nochmal ändert.
    Für ihn ist es einfach das non plus ultra wenn er bei mir sein kann. Er braucht dann nichts anderes. Er hat keine Freunde, keine Hobbys, keine Familie (außer ne Mutter die in der Psychiatrie ist) und sieht auch keine Notwendigkeit das zu ändern oder den zusammenhang mit seiner Sucht. Für ihn ist das mit Sicherheit auch alles nicht leicht aber ich komm auf diesen Ansichten einfach nicht klar.

    Gestern Abend hat er doch tatsächlich wieder gesagt, dass er kein Alkoholiker ist. Ich seh das völlig anders. Er deffinitiv ein massives Alkoholproblem. Ihm mag Alkohol alleine nix geben aber in Verbindung mit Cannabis (was sich gegenseitig verstärkt) kippt er unmengen in sich hinnein. Bis vor vier Jahren hat er das täglich betrieben. Er hat zwei mal seine Arbeit deswegen verloren. Er hat es mittlerweile soweit im Griff, dass es nur alle paar Monate mal soweit kommt. Quasi wie ein Quartalstrinker.
    Mich macht das Wahnsinnig ständig Diskussionen darüber zu führen. Eine Krankheitseinsicht liegt Null vor.

    Für mich hatte er eine ambulante Therapie begonnen. Was er bestreitet. Er sagt er hat es für sich gemacht aber ich denke er wollte mich nicht verlieren.
    Während der Therapie gab es dauernd endlose Diskussionen um alles. Er hat ständig alles in Frage gestellt was dort gepredigt wurde, sich nicht an Regeln gehalten, rum gebockt...
    Ich hatte immer die Hoffung, dass im Rahmen der Therapie eine emotinale Krankheitseinsicht eintritt. Aber der Zug ist jetzt abgefahren. Er hat die Therapie abgebrochen und wird auch alternativ nichts für sich tun. Seine Therapie war für mich immer eine Bedingung die Beziehung aufrecht zu erhalten. Dennoch fällt es mir jetzt schwer mich zu trennen. An Gefühlen mangelt es bei uns nicht. Er ist mein aller bester Freund und ich kann mit Ihm über alles reden. Er war immer für mich da und wir hatten eine schöne Zeit. Eine Trennung aus rationalen Gründen hatte ich bisher noch nicht und ich weiß nicht ob ich das hinbekomm.

    Auf jeden Fall denk ich, dass ein stationärer Aufenthalt mir dabei helfen könnte. Erst mal Abstand, Handy aus und nur ich mit mir allein.

    Hey Greenfox!

    Ja das mit dem zitierten Text muss ich noch üben. Bin das erste Mal in nem Forum unterwegs und muss mich erst mal durch wursteln ;D

    Und ja, der Name Schnisskettchen hat eine Bedeutung.
    Schnisskettchen kommt aus dem Saarländischen Dialekt und bedeutet so viel wie Quasselstrippe oder Plaudertasche. Wobei meist Frauen als Schnisskett bezeichnet werden.
    Schniss=Mund, Kett oder Kettchen= Frau.
    Kenn den Begriff noch von meiner Oma. Heut zu Tage verwendet man ihn wohl eher nicht mehr.

    Im Bezug auf meine Beziehung geb ich dir recht. Ich hab bisher noch keine guten Erfahrungen mit Beziehungen mit Suchtkranken gemacht. Egal ob freundschaftliche Beziehungen oder Liebesbeziehungen. Auch wenns oftmals ne lange Zeit gut geht, bekommt sowas gerne mal ne scheiß dynamik und man schaukelt sich gegenseit hoch.
    Bei meiner Beziehung ist das diesmal nicht so extrem. Wir favorisieren beide andere Suchtmittel und haben auch ein komplett anderes Konsumverhalten.
    Mein Freund hat eigentlich nie Suchtdruck und kann ohne Probleme über einen langen Zeitraum nix konsumieren. Selbst wenn er mal ein paar Bier trinkt (was er wegen mir nicht macht) muss er den nächsten Tag nicht weiter trinken. Bis er dann irgendwann ne Woche extrem mit THC und Alk durchstartet.
    Mein Konsum hat sich eigentlich komplett auf Alk verlagert. Es sind auch lang nicht mehr die Mengen die es mal waren. Ich trink nur Abends wenn ich alle Verpflichtungen erledigt hab. Ich fahr auch kein Auto wenn ich was getrunken hab (hatte den Lappen schon mal 5 Jahre weg).
    Mir gehts beim Konsum oftmals auch nicht drum mich komplett abzuschießen. Mir reichts wenn der Alk mich dösig macht und ich schlafen kann.

    Also was ich damit sagen will, in Sachen Konsum finden wir nicht zusammen und schaukeln uns auch nicht gegenseitig hoch. Damit red ich mir das wahrscheinlich auch schön.
    Wollte mich eigentlich auch von Ihm trennen und habe lange und viel mit Ihm darüber gesprochen. Ich denk mir halt auch, er ist krank, und mich deswegen von ihm zu trennen scheint mir net fair. Er hat mich auch noch nie fallen gelassen.

    Es ist einfach alles so kompliziert und schwierig...

    Hallo Britt,

    ja die Rentenversicherung hat mir in 9 Jahren 3 Therapien bezahlt. Von einer Regelung, dass man 4 Jahre warten muss hab ich noch nie was gehört.
    Mit meiner Therapeutin bin ich eigentlich immer sehr gut ausgekommen. Vielleicht ist das in meinem ersten TXT etwas falsch rüber gekommen. Fand es eigentlich auch immer sehr gut, dass sie mich schon über so viele Jahre kannte.

    Zu meiner Therapiegruppe muss ich sagen, dass ich Sie von Anfang an schwierig fand. Meine erste Sitzung startete direkt mit einem Rückfall von einem anderen Patient. So ging das die Komplette behandlung. Rückfälle, Abbrüche, auch Patienten die auf Beschluss da waren und unehrlich waren und mit den Scrennings betrogen.
    Insgesamt war die Drogenproblematik sehr stark vertreten und der Altersdurchschnitt sehr jung. Hab mich da oftmals in mein altes Drogenmilleu zurück katapultiert gefühlt.

    Im meinen anderen Therapiegruppen war ich meist die Einzige mit Drogenproblem und eigentlich immer die jüngste. Meine Mitpatienten waren alle so um die 50 und reine Alkoholiker oder Tablettenabhängig. Das waren alles sehr liebe Menschen die Ihre Sucht sehr ernst nahmen mitten im Leben standen. Ich hatte sehr von Ihnen und Ihrer Lebenserfahrung profitiert.
    So etwas würde ich mir für meine Behandlung auch wieder wünschen

    Mich würde interessieren, wie Du selbst Dir Deine Rückfälle erklärst. Ich meine, Du wirst doch Gründe dafür haben, weshalb Du immer wieder zur Flasche greifst, oder? Es muss doch etwas geben, das Dir der Alkohol vermeintlich verspricht. So dass Du ihn trinkst obwohl Du ja selbst sagst, dass Du ganz sicher abstinent leben möchtest.

    Da musst Du dann schon auch verstehen, dass man auf die Idee kommen kann, dass Du das eigentlich gar nicht (richtig) möchtest. Aber das will ich Dir gar nicht unterstellen. Also, warum trinkst Du Alkohol? Was geht in Dir vor wenn Du die Entscheidung triffst: ich will jetzt was trinken - und das dann auch tust obwohl Du ja abstinent leben möchtest?

    Hallo Gerchla,

    danke für dein Feedback und deine Offenheit. Deine Geschichte hat mich etwas nachdenklich gestimmt.
    Erst mal zu meinen Rückfällen. Es war so, dass ich in meinem Job eine zu hohe Belastung hatte. Katastrophale Arbeitsbedingungen, schwere körperliche Arbeit, Personalverantwortung, lange Arbeitszeiten etc. Die Arbeit war für mich einfach unerträglich, dennoch war ich auch davon abhängig Geld zu verdienen. Ich war einfach zu lange unfähig mich abzugrenzen bzw. meine Konsequenzen aus dem ganzen zu ziehen. Nach langem zaudern und zwei Rückfällen habe ich nun gekündigt und ich will nie mehr in den Beruf zurück.
    Nun bin ich Arbeitslos und versuche mich beruflich neu zu sortieren.

    Erschwerend kommt hinzu, dass ich nen Suchtkranken Partner hab, der recht wenig Krankheitseinsicht hat. Was mich oft wütend macht. Er konsumiert nicht täglich. Alle 3-4 Monate dann über eine Woche ganz extrem. In den Tagen in denen er konsumiert ist Ihm einfach alles egal. Er meldet sich nicht bei mir, geht nicht arbeiten, meldet sich auch nicht auf der Arbeit krank und er und seine Wohnung sind komplett am verwahrlosen.

    Was mich an deiner Geschichte sehr nachdenklich gemacht hat ist, dass du dich so radikal von allem getrennt hast was schlecht für dich ist oder war.
    So ählich, aber nicht ganz so radikal, lief das ganze bei mir auch ab. Habe mich von meinem Kompletten Freundeskreis getrennt. Hab keinen Kontakt mehr zu meiner Familie, weil sie mir nicht gut getan hat. Ich war auch viel mit mir allein und hab viel über mich nachgedacht. Hab mir Hobbys gesucht. Dinge die mir Spaß machen. Ziele auf die ich hin arbeite.

    Du hast geschrieben, dass du dich von deiner Frau getrennt hast.
    Das ist etwas was mir auch immer öfter durch den Kopf geht. Nicht falsch verstehen, mein Partner ist total lieb, nie bösartig, immer für mich da und ich liebe ihn.
    Dennoch seh ich die Tatsache, dass wir beide Suchtkrank sind sehr kritisch.

    Hallo Greenfox,

    danke für dein Feedback.
    Ich meine keinen Falls, dass Patienten regelmäßig, am Besten noch mit Fahne zur Gruppensitzung kommen sollten und das dann noch toleriert wird.
    Ich bin der Meinung, dass Rückfälle immer kritisch betrachtet werden sollten.
    Allerdings finde ich es Schade, dass nach einer gewissen Zahl von Rückfällen die Behandlung beendet ist. Im meinem Fall mit der Begründung, dass ich den Stationären Aufenthalt, der bei einem dritten Rückfall blüht, noch als Urlaub ansehen würde.
    NUR weil ich mich nicht mit Händen und Füßen dagegen gewehrt habe, sonder sogar als Chance sah und mich letztendlich darauf freute.

    Mir ist durchaus bewusst, auch wenn ich meine Reha nicht selbst bezahlt hab, wie scheiße teuer eine solche Behandlung ist.
    Ich habe schon viel erreicht im Laufe meiner Therapien. Wenn man bedenkt wo ich her kam, und wo ich jetzt bin.
    Aber vielleicht hast du recht. Vielleicht sollte ich echt mal etwas anderes Versuchen.
    Die Therapieeinrichtung in der ich war, war bisher so das Einzige was ich kannte und vor allem wird man dort direkt aufgefangen ohne lange Wartezeiten.