Hallo Greenfox
Ich hab diesen Beitrag von dir doch erst jetzt gesehen, dachte zuerst du hättest deine andere Antwort an mich verlinkt.
Denn über viele Sachen kann ich nicht mit anderen Leuten, die kein Suchtproblem haben, reden. Auch nicht mit meiner Frau oder meinen Verwandten. Denn die wissen und verstehen nicht, was ich meine, wenn ich z.Bsp. von „innerlicher Unruhe“, „Händeflattern“, „Trockenkotzen“ oder „Saufdruck“ rede. „Trink weniger! Hör doch einfach auf, zu trinken!“ Wenn das so einfach wäre – dann gäbe es keine Alkoholiker!
Das kenn ich auch, wenn auch nur die innerliche Unruhe, ohne körperliche Symptome. "Saufdruck" kommt wohl auch noch irgendwann, war immer so bei den bisherigen Versuchen.
Schließlich sind Alki’s ja die Leute, die völlig verdreckt und verwahrlost vor den Supermärkten, auf den Parkbänken oder unter den Brücken rumlungern und sich den billigen Fusel in den Kopf schütten.
Das ist auch mein Bild von einem "richtigen" Alkoholiker.
Also habe ich den Gedanken, einer zu sein, weit – sehr weit – von mir wegschoben (obwohl er im „Hinterstübchen“ schon ab und an mal aufblitzte).
Das was so nicht stimmt, weiss auch ich. Trotzdem - bin ich eine? Oder an der Grenze? Spielt es überhaupt eine Rolle? Ich habs nicht im Griff, das habe ich endlich eingesehen.
Aber warum soll ich nun regelmäßig eine Selbsthilfegruppe besuchen? Was bringt mir das?
Nun, aus meiner eigenen Erfahrung heraus (und den Gesprächen mit vielen Menschen, sowohl in der Gruppe als auch bei Vorstellungen im Krankenhaus) weiß ich, dass der regelmäßige Gruppenbesuch mir hilft, „am Thema“ zu bleiben, mir in regelmäßigen Abständen meine „Problem“ bewusst zu machen, nicht leichtsinnig zu werden.
Das wär mein Grund oder Hauptgrund überhaupt. Ausser jetzt in diesem Forum kenn ich keine anderen Leute, die ein Problem mit Alkohol haben. Und mich auch mal real Austauschen könnte.
Ich persönlich habe nach meiner letzten Entgiftung und dem Entschluss, nun endlich „Nägel mit Köpfen“ zu machen, 14 Tage lang jeden Tag eine andere Gruppe besucht und mich umgeschaut. Und dann habe ich mich entschieden.
Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Und mittlerweile habe ich das Gefühl, wenn ich mal einen Gruppentermin - aus welchen Gründen auch immer – versäume, dass mir etwas fehlt.
44. Und ich find das super, wie aktiv du das Problem angegangen bist. Und jetzt diese Gruppe sogar leitest.
Danke für deine Gedanken,
Lg Mira