Beiträge von Mira

    Hallo Markus

    Zwar bin ich auch erst seit kurzem abstinent, aber genauso fühlt es sich bei mir auch an. Vorher wars immer "geplant" auf absehbare Zeit. Ich frag mich auch, was genau der Schalter war. Warum gerade jetzt. Natürlich, es war ein Sch… morgen wie immer, als ich mir diesen Vorsatz nahm. Nicht schlimmer und nicht besser wie alle anderen Morgen auch. Und trotzdem ist es anders. Früher hab ich auch so "Rituale" gemacht beim aufhören oder bei den Versuchen weniger zu trinken. Diesmal einfach nichts - ausser diese Anmeldung hier.

    Ich freu mich immer noch jeden Morgen (gut, erst Tag 11, aber alle fangen mal an;) ) dass es mir so gut geht! Es ist als ob ein Kapitel abgeschlossen wäre.

    Lg Mira

    Hallo Greenfox

    Ich hab diesen Beitrag von dir doch erst jetzt gesehen, dachte zuerst du hättest deine andere Antwort an mich verlinkt.

    Denn über viele Sachen kann ich nicht mit anderen Leuten, die kein Suchtproblem haben, reden. Auch nicht mit meiner Frau oder meinen Verwandten. Denn die wissen und verstehen nicht, was ich meine, wenn ich z.Bsp. von „innerlicher Unruhe“, „Händeflattern“, „Trockenkotzen“ oder „Saufdruck“ rede. „Trink weniger! Hör doch einfach auf, zu trinken!“ Wenn das so einfach wäre – dann gäbe es keine Alkoholiker!

    Das kenn ich auch, wenn auch nur die innerliche Unruhe, ohne körperliche Symptome. "Saufdruck" kommt wohl auch noch irgendwann, war immer so bei den bisherigen Versuchen.

    Schließlich sind Alki’s ja die Leute, die völlig verdreckt und verwahrlost vor den Supermärkten, auf den Parkbänken oder unter den Brücken rumlungern und sich den billigen Fusel in den Kopf schütten.

    Das ist auch mein Bild von einem "richtigen" Alkoholiker.

    Also habe ich den Gedanken, einer zu sein, weit – sehr weit – von mir wegschoben (obwohl er im „Hinterstübchen“ schon ab und an mal aufblitzte).

    Das was so nicht stimmt, weiss auch ich. Trotzdem - bin ich eine? Oder an der Grenze? Spielt es überhaupt eine Rolle? Ich habs nicht im Griff, das habe ich endlich eingesehen.

    Aber warum soll ich nun regelmäßig eine Selbsthilfegruppe besuchen? Was bringt mir das?
    Nun, aus meiner eigenen Erfahrung heraus (und den Gesprächen mit vielen Menschen, sowohl in der Gruppe als auch bei Vorstellungen im Krankenhaus) weiß ich, dass der regelmäßige Gruppenbesuch mir hilft, „am Thema“ zu bleiben, mir in regelmäßigen Abständen meine „Problem“ bewusst zu machen, nicht leichtsinnig zu werden.

    Das wär mein Grund oder Hauptgrund überhaupt. Ausser jetzt in diesem Forum kenn ich keine anderen Leute, die ein Problem mit Alkohol haben. Und mich auch mal real Austauschen könnte.

    Ich persönlich habe nach meiner letzten Entgiftung und dem Entschluss, nun endlich „Nägel mit Köpfen“ zu machen, 14 Tage lang jeden Tag eine andere Gruppe besucht und mich umgeschaut. Und dann habe ich mich entschieden.
    Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Und mittlerweile habe ich das Gefühl, wenn ich mal einen Gruppentermin - aus welchen Gründen auch immer – versäume, dass mir etwas fehlt.

    44. Und ich find das super, wie aktiv du das Problem angegangen bist. Und jetzt diese Gruppe sogar leitest.

    Danke für deine Gedanken,
    Lg Mira

    Ja, danke, ich habs gelesen.

    Ich bin aus der Schweiz, in meiner Umgebung gibts nur eine Gruppe. Vielleicht 'schleich' ;) ich mich auch mal da rum wenn das Treffen stattfindet; damit ich sehe was für Leute da sind.

    Lg Mira


    Hast DU Dir eigentlich eine Selbsthilfegruppe (SHG) gesucht und vielleicht auch schon eine gefunden? Wenn ja, dann nimm doch Deinen Männe einfach mal mit. Lass ihn sich das Ganze einfach mal anhören und ihn mit den anderen Leuten da sprechen.

    Nein, hab ich nicht. Da fehlt mir der Mut, ich würd mich da nicht hingetrauen.

    Aber ihr habt ja recht, ich muss wohl doch mit ihm sprechen. Nochmals. Gestern Abend hat er an seinem Bügelbier genippt und als er ins Bett ging mir gesagt, ich solls doch bitte noch in den Kühlschrank stellen bowdown . Im Moment bin ich ja immun, aber es kommt sicher eine Zeit wo ich das nicht mehr so lustig finde.

    Verrechnet oder nicht, egal. Hauptsache schon 6 oder 7 Tage geschafft 44.

    Eine Verlobung ist doch auch schon sehr verbindlich und ein schöner Liebesbeweis, finde ich. Diese Tradition soll ja wieder etwas mehr in Mode sein, hab ich gehört. Aber schlussendlich muss es für euch stimmen :).

    Lg Mira

    Eure Gedanken helfen mir sehr.

    Ich glaube ich unterschätzte bisher, wie wichtig der Austausch ist. Und die Erkenntnis, dass sich das Problem nicht irgendwann in Luft auflöst, auch nicht nach ein paar Monaten Trinkpause, kommt erst jetzt so richtig.

    Deshalb hab ich mich diesmal auch in einem Forum angemeldet. Für eine SHG fehlt mir der Mut, da ist die Hemmschwelle für mich noch zu gross. Ist das wirklich so, dass man sich dort so vorstellt "Hallo, ich bin der xy und Alkoholiker? Ich seh mich ja mehr als ein Mensch mit einem Alkoholproblem. Nicht dass ich damit sagen will, ich wär was besseres oder so. Aber die andere Aussage fällt mir doch schwer.

    Lg Mira

    Hallo zusammen

    Kennt ihr das vielleicht auch nach dem Aufhören? Kaum ist man ein paar Tage immer nüchtern und nie verkatert, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, sich vorher nur so durch die Tage geschleppt zu haben.

    Bei meinen früheren Versuchen habe ich jeweils aufgeschrieben, wie schlecht ich mich fühle usw. Damit ich den Grund nicht vergesse, nicht zu trinken.

    Diesmal habe ich nichts aufgeschrieben, meine alten Notizen beinhalten schon alles.

    Aber ich habe Angst davor, dass ich irgendwann doch nicht mehr weiss wie es sich anfühlt, wie schlimm das alles war. Das mir mein Gehirn sozusagen einen Streich spielt und sagt "war doch alles nicht so schlimm". Kannst ruhig wieder ab und zu was trinken.

    Macht ihr etwas gegen dieses "Verblassen" der Erinnerungen? Ich meine, ich hab schon ziemlich viel und lang getrunken, hatte aber zum Glück keine körperlichen Symptome beim aufhören. War ich doch noch zuwenig "unten"? Muss man zuerst ganz aus der Bahn geworfen werden, um nie mehr vergessen zu können? Das will ich aber nicht!

    Liebe Grüsse
    Mira

    Hallo Axel

    Herzlich willkommen auch von mir! Auch ich wünsch dir viel Kraft und Erfolg - bin selber auch erst ganz am Anfang.

    Was ich dich noch fragen wollte: Wie meinst du das, jede Woche einen "kalten Entzug"? Hast du denn auch körperliche Symptome? Ich frag nur weil ich dass bei mir so nicht kenne.

    Liebe Grüsse
    Mira


    wie geht es Dir?

    Hey Pinguin, danke, immer noch sehr gut!

    @zottelchen: Selbst wenn ich was sagen würde, ich befürchte mein Mann wäre keine grosse Hilfe. Obwohl schon viel erklärt versteht er es immer noch nicht richtig. Wenn ich nächsten Sonntag doch wieder ein Glas Wein zum feinen Essen wollte, würde er ohne zögern auch mir eins einschenken. Ich hab ja trotz allem immer noch "funktioniert", oberflächlich. Es hat ja keiner gesehen, dass ich oft nach dem Frühstück mit den Kinder gleich wieder ins Bett bin und den halben Tag verpennt habe, sobald ich das Haus für mich hatte.

    Deshalb wird das hier wohl auch nie was mit "kontrolliertem" Trinken, da wir immer Alkohol im Haus haben. Ich hatte nie "Beschaffungsprobleme", der Weinkeller ist gut bestückt und das Bier gleich in Harassen da. Aber wie gesagt, geht MICH nichts mehr an.

    Lg Mira

    Nur - warum sagst Du es nicht deinem Mann, dass du einen neuen Anlauf nimmst? Gesunder Egoismus bedeutet, jede

    Weil ich es schon ein paar mal gesagt habe und doch nicht durchgehalten habe. Ich will nicht sagen, ich hab aufgehört. Sondern nein danke, für mich heute keinen Wein.

    Danke fürs Daumendrücken :).

    Gruss Mira

    Hallo Manni

    Deine Beiträge machen mir grossen Mut :) .

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man dann endlich wieder Energie und Lust hat auf Entrümpelungsaktionen. Auf das freu ich mich auch, nicht nur mit grosser Anstrengung versuchen die Oberfläche in Ordnung zu halten, sondern sein Leben/Wohnung wieder richtig in die Hand zu nehmen und aktiv gestalten.

    Bleib weiter stark! Solche Versuchungen wird es wohl immer wieder geben.

    Lg Mira

    Vielen Dank euch allen. Ich freue mich auch auf einen guten Austausch!

    Greenfox und Ann-Cathrin: Mit meinem Mann hab ich schon mehrmals darüber gesprochen. Ich trinke nicht heimlich, und er findet auch ab und zu, dass ich übertreibe. Aber dass ich schlussendlich selber wissen muss, was ich mache. Insofern hat er auch recht. Nur ein Beispiel: Wir trinken (oder jetzt tranken!!) einen Wein und schauen einen Film. Sein Glas steht auf dem Tisch, ab und zu nimmt er einen Schluck. Ich gab meines schon gar nicht mehr aus der Hand, ich hing förmlich am Glas.

    Er geht früher schlafen, da blieben mir gut noch 1, 2 Stunden…. Ich hab manchmal auch eine oder zwei leere Flasche Bier/Wein direkt in den Keller zum Altglas getan, damit es nicht auffällt am morgen. So gesehen hab ich doch einiges verheimlicht. Auch wenn ich so viel getrunken habe bis zum übergeben erzähl ich keinem. Für beides schäm ich mich zu sehr.

    Bei meinen letzten Versuchen hat er auch mitgemacht und eine Zeit lang zu Hause nichts getrunken. Aber ich weiss, dass er nicht ewig darauf verzichten will. Jetzt hab ich meinen Entschluss gar nicht mitgeteilt. Es gab seither noch keinen Tag, an dem um mich herum nicht getrunken wurde. Für mich fühlt es sich grad an, als ob mich das einfach nichts mehr angeht. Ich hoffe dieses Gefühl bleibt noch lange bestehen.

    Lg Mira

    Hallo Ann-Cathrin

    Vielen Dank für deine netten Worte.

    Mein Mann weiss schon von meinem Problem, versteht aber den Ernst der Lage nicht. Er versteht nicht wie das ist, nicht aufhören zu können nach einem Glas. Er trinkt auch öfters ein Bier, kann dann aber wenn er nicht mehr mag den Bügel schliessen und es in den Kühlschrank stellen (wo ich es dann später wieder rausholte und leertrank, nachdem schon alle am Schlafen waren).

    Lg Mira

    Hallo einfach-ich

    In deinen Worten habe ich mich auch wiedergefunden. Ich habe auch in einer Krisenzeit "richtig" angefangen zu trinken. Das Problem aber lange unterschätzt. Es ist toll von dir, dass du dich und die Situation bereits jetzt ernst nimmst.

    Ein herzliches Willkommen auch von mir (bin auch erst seit heute hier).

    Mira

    … und ich freu mich jetzt schon auf morgen wieder mit einem klaren Kopf aufzuwachen!

    Hallo zusammen

    Ich möchte mich gerne vorstellen: Ich heisse Mira, bin 37, 2 Kinder, glückliche Ehe, toller Job….. und habe seit ca. 5 Jahren ein ziemliches Alkoholproblem.

    Getrunken habe ich schon früh (ab 14 Jahre) gerne und auch viel, als Teenager v.a. an den Wochenende ohne Mass, als Erwachsene fast täglich ein Gläschen Wein oder auch mehr.

    Vor 5 Jahren hatte ich eine schwierige Zeit (Angehörige an Krebs erkrankt und ziemlich krasse und lange Leidenszeit). Da habe ich ein paar Wochen lang jeden Abend getrunken bis ich voll war.

    Seither passierte es immer öfters, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu trinken. Keine angefangene Flasche blieb halbvoll, und nachdem die leer war hab ich halt weitergetrunken was gerade sonst noch rumstand, der Weisswein zum kochen, wenn mal Ramazotti oder Limoncello rumstand auch sowas. Einfach bis ich total besoffen war und nur noch ins Bett wanken konnte. Manchmal auch bis zum K….. Und das fast täglich!

    Am nächsten Tag dann der Vorsatz, heute nicht zu trinken. Aber bis am Abend geht es einem ja wieder besser, ein Glas liegt drin - und schon wieder fängt es von vorne an.

    Wieso ich trinke weiss ich nicht, ich glaube es ist einfach eine saufdoofe Gewohnheit. Ich trinke auch nur am Abend, sobald die Kinder im Bett sind. Am Tag nie.

    Seit 5 Jahren versuche ich immer wieder, den Konsum einzuschränken (z.b. nur Freitag - Sonntag) oder hab auch schon mehrmals ein paar Wochen / Monate Pause gemacht. Aber wie ihr seht funktioniert das irgendwie nicht.

    Ich schaff es noch, meinen Verpflichtungen einigermassen nachzukommen (Kinder, Haushalt, dieser nicht perfekt, aber das wird er auch nicht werden wenn ich nicht mehr trinke:-)) . Trotzdem hab ich das Gefühl, dass das Leben in diesem Zustand einfach an mir vorbeirauscht. Nebst der Pflicht bleibt nicht viel Energie für die Kür, wenn ihr versteht was ich meine. Ausserdem leidet die Konzentration bei der Arbeit, habe auch Angst dass es irgendwann jemand merkt.

    Jetzt versuch ich wieder mal aufzuhören. Ich lese hier noch gar nicht mit, aber ich möchte mich im Forum beteiligen. Das war ein ganz spontaner Entschluss. Hab noch keinen Plan, wie es weitergeht, sondern nur mal Tag für Tag nichts zu trinken.

    Danke fürs zulesen.
    Mira