Beiträge von Mira

    Ich gehöre auch noch zu den Rauchern.

    Und obwohl ich nur 2 Zigaretten rauche am Abend:

    Ich habe z. B. um 20:00 am Wochenende keine Zigaretten? - Nein, ich rausche nicht zur Tankstelle. ;)

    Genau das würde ich tun! >:(

    Und genau dieser Umstand stresst mich. Aber doch zuwenig, um wirklich ernsthaft aufhören zu wollen. Ich hab einfach keinen Leidensdruck, obwohl ich insgeheim schon Angst vor Krebs habe.

    Hallo Monika


    Trotzdem bleibt die Frage: warum ? Warum das Glas Sekt an Weihnachten ? Hat dir etwas gefehlt, einfach nur, um dir selber zu zeigen, dass du es kannst, weil du Appetit auf genau diesen Geschmack hattest.?

    Gute Frage. Genau kann ich es dir nicht einmal sagen. Es sind verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielten. An Weihnachten, das war bewusst geplant. Ich wollte es da einfach probieren, wollte wissen, ob mir der Wein noch schmeckt. Und ob ich nach einem Schluck den Wunsch verspüre, gleich die ganze Flasche leeren zu wollen (was ich nicht vermutete und so war es auch nicht), oder ob ich einfach dieses eine Glas langsam zum Essen trinken kann. Und ich wollte mit den anderen anstossen, mit demselben Getränk. Dabei stört mich das sonst überhaupt nicht, wenn ich die einzige bin die Saft oder Wasser im Glas hat. Warum es grad an Weihnachten für mich wichtig war.. keine Ahnung, wirklich. Vielleicht weil ich weiss, dass Weihnachten genau einmal im Jahr gefeiert wird? Und obwohl ich es geplant habe, war es nicht so, dass ich mich auf diesen Tag X gefreut habe im Sinn von, endlich wieder mal was trinken. Es war eher eine nüchterne ;) Entscheidung von mir.

    Die Frage, ob es denn Beispiele von Leuten gibt, die Kontrolliert trinken können, hat mich angesprochen. Ich hoff das passt an dieser Stelle überhaupt noch rein.

    Ob ich eine "richtige" Alkoholikerin war oder nur Missbrauch betrieben habe, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass ich die letzten 5 Jahre vor dem Ausstieg (im August 2014) gestrampelt habe. Genau so fühlt es sich an, wenn ich zurückdenke. Immer wieder probiert aufzuhören, immer wieder auf die Nase gefallen, immer wieder Abend für Abend getrunken bis ich einfach voll war.

    Entzugserscheinungen hatte ich, abgesehen von Einschlafschwierigkeiten, keine.

    An Weihnachten 14 habe ich zum ersten Mal wieder ein Glas Wein getrunken. Eher ein halbes Glas, mir war wichtig dass ich die Wirkung nicht spüre.

    Im 2015 habe ich… 3 Mal etwas getrunken. 2 Mal in der Art wie an wie an Weihnachten, und einmal ging's voll in die Hose. Es war zwar kein totaler Absturz, aber doch genug um sich am nächsten Tag elend zu fühlen. Was dann passiert ist? Nichts, der Himmel ist mir nicht auf den Kopf gefallen, ich hab's bereut und war danach doppelt dankbar den Ausweg aus dieser Spirale gefunden zu haben. Auf keinen Fall war das ein Anlass, wieder in das alte Muster zurückzufallen.

    Für mich persönlich heisst kontrolliert Trinken jetzt nicht, bei jeder Gelegenheit (von denen gäbe ja fast täglich eine) kontrolliert ein Glas zu trinken. Ich trinke weder an der Fasnacht noch an einem Apéro, noch auf Einladungen etc etc. Und doch weiss ich, wenn ich tatsächlich mal etwas Trinken möchte, dann ginge das.

    Es sind jetzt 1 1/2 Jahre vergangen seit meinem Neuanfang. Ich will und werde nie mehr zurückgehen.

    Ein klares Fazit, ich glaube dir, dass für dich die Sachen gelaufen ist. Manche Dinge weiss man einfach. Ich hoffe, dass ich das auch mal für mich sagen kann. Beim Alkohol fühlt es sich schon jetzt ähnlich an, auch wenn noch nicht soviel Zeit vergangen ist.


    …., dass man lebenslang süchtig ist und dass die Sucht, wenn man nicht achtsam ist, jederzeit wieder zuschlagen kann.

    Ich glaube auch nicht, das man lebenslang süchtig ist. Aber ich denke mir, dass manche eben schneller in eine Sucht reinrutschen können als andere, vielleicht weil ihnen diese Suchtmittel einen grösseren Nutzen bringt als anderen Menschen. Und somit ist man doch ein Leben lang gefährdeter. Das Bewusstsein darüber hilft aber sicher, nicht wieder reinzuschlittern.

    Lg Mira

    Jetzt bin ich auch froh, Brants Erläuterung über den Schweinehund gelesen zu haben. Ich dachte zwar nicht, dass es gegen Bassmann ist (das hätte im Kontext ja überhaupt keinen Sinn gemacht), aber mir war's zu hoch weil ich nicht mehr den ganzen Thread im Kopf hatte.


    Es war keine kleine Reise der Entspannung. Das war evtl. noch mein Glück. Ich spürte ziemlich panisch das Hasch und Alk für mich dasselbe Suchtmuster beinhalteten.

    Genau, das meinte ich mit dem Achtsam-Sein in meiner Antwort. Also das meinte ich auch, aber konnte es nicht so gut ausdrücken. Ein paar Monate nachdem ich aufgehört habe mit dem Trinken wollte ich es auch mit Cannabis wieder einmal versuchen. Für mich waren das immer zwei paar ganz unterschiedliche Schuhe. Aber mir bringt es nichts mehr, weder Entspannung noch sonst einen guten Effekt. Ich werd nur müde. Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, hab ich es schon auch probiert in der Hoffnung, mich so auf ungefährliche Weise doch ab und zu etwas ausklinken zu können. Immerhin klappt das auch, wenn ich Joggen gehe :). Ich such den "Flow" jetzt halt bei anderen, nicht substanzgebunden Dingen.


    In den Gesprächen mit der Suchtberaterin fällt es mir mit zunehmendem Abstand zur Sauferei auch zunehmend schwerer, meine Auslöser für das übermässige Saufen zu ergründen - es liegt mehr und mehr im Nebel. Ein wenig fühlt es sich an, als wäre die Sauferei in einem anderen Leben geschehen, in welches ich mit zunehmender Distanz immer weniger Einblick habe.

    So geht es mir auch, wenn ich zurückdenke. Bei mir sind es jetzt schon bald 1 1/2 Jahre. War das wirklich ich? Zum Glück haben wir da rausgefunden. Ich bin immer noch so oft dankbar dafür.



    Mit dem Gras kaufen und dem Entspannungskiffen habe ich mich hier im Forum offenbar ziemlich in die Nesseln gesetzt und ich entschuldige mich nochmals, wenn ich damit etwas praktiziere und darüber schreibe, was in einem Forum, in welchem es davon geht von Sucht loszukommen, eher nicht gerne gesehen wird. Ich werde weitere Berichte hierüber unterlassen und als letztes anfügen, dass ich mir das für spezielle Gelegenheiten aufhebe, wenn ich zusammen mit meiner Partnerin eine kleine Reise machen möchte, ohne zu verreisen.

    Vielleicht erzählst du ja doch einmal über deine Erfahrungen. Ich fand das Thema interessant, auch die verschiedenen Antworten dazu.

    Lg Mira

    Hallo Marc

    Früher, als ich noch jung war :-), hab ich auch dann und wann Gras geraucht. Ich finde, man kann die Wirkung nicht mit Alkohol vergleichen. Persönlich sehe ich nichts verwerfliches daran, hin und wieder - eben so wie du schreibst - etwas zu konsumieren. Man muss halt wirklich sehr achtsam sein, dass aus dem ab und zu nicht plötzlich eine regelmässige Gewohnheit wird. Und vielleicht gar einen Ersatz für den täglichen Alkoholkonsum. Gerade wir hier haben ja bewiesen, mit Rauschmitteln eben nicht gut umgehen zu können, unersättlich sind und den Hals nie voll kriegen, sonst wären wir nicht hier in diesem Forum gelandet. Also ist wirklich aufpassen angesagt. Schnell wird aus "ab und zu" ein "am Wochenende einmal", und ehe man sich's versieht, steckt man wieder Mitten in einem neuen hausgemachten Problem.

    Zum Kochen brauche auch ich ab und zu Wein. Das kommt nicht oft vor, denn ich bin nicht so eine leidenschaftliche Köchin. Aber die Bolognese schmeckt einfach besser mit. Als ich das erste Mal wieder mit einem Schluck Wein abgelöscht habe fand ich die Situation auch speziell: Die Flasche war mir so etwas von egal. Aber wirklich so etwas. Auch heute noch würde es mir nie in den Sinn kommen, auch nur einen kleinen Schluck daraus zu trinken. Für mich kann ich einfach sagen, ich weiss sehr genau was ich tue und es fühlt sich überhaupt nicht wie ein Spiel mit dem Feuer an.

    Liebe Grüsse
    Mira

    Hallo Pinguin

    Ich bin hier ja eher ein seltener Gast (so selten dass ich fast ein schlechtes Gewissen habe wenn ich mich wieder mal einlogge), aber an dich kann ich mich gut und gern erinnern:). Jedenfalls merkte ich gar nicht, dass du überhaupt weg warst.

    Herzlich Willkommen zurück würde daher etwas seltsam aus meinem Mund tönen, da ich eben nicht oft hier bin. Aber nichts desto trotz, alles Gute dir, und viel Kraft bei deinem Neuanfang! Bei mir brauchte es auch etliche Anläufe, bis ich den Rank schlussendlich gefunden habe.

    Lieben Gruss
    Mira

    Liebe Lili

    Herzlich willkommen hier.

    Es ist gut, dass du das alles aufgeschrieben hast. Du willst etwas ändern und das ist gut. Hast du auch Hilfe im realen Leben?

    Du bist noch sehr jung, in dem Alter hab ich meine Eltern auch noch in einem anderen Licht gesehen. Jetzt (ich bin 11 Jahre älter als du) mit eigenen Kindern wird mir immer mehr bewusst, dass auch die eigenen Eltern nur Menschen sind, mit vielen Schwächen, mit einer eigenen Kindheitsgeschichte die es womöglich nicht zulässt, "besser" zu sein. Und trotzdem bin ich überzeugt, dass fast alle Eltern dieser Welt das beste für die Kinder wollen, auch wenn das oft nicht so umgesetzt werden kann wie gewünscht. Meine Familie tickte ähnlich, herrischer Vater, Mutter hatte nichts zu melden - aber es ist ihre Entscheidung so zu leben. So wie es die deine ist: Du bist Erwachsen, und das erlebte ist vielleicht ein Grund aber keine Entschuldigung für dein Handeln. Was ich sagen will: Du bist kein Opfer, du hast es in der Hand deinem Leben eine neue Wende zu geben.

    Dein Leben - ist sicher nicht nur ein Kampf. Aber es gibt Zeiten, da sieht man nur noch das Nicht-Geschaffte, das Versagen. Und braucht jemanden der einem dabei hilft, auch die guten Dinge wieder zu sehen. Und ich bin sicher, die gibt es auch bei dir zu Hauf.

    Lg Mira


    Immer, wenn ich mit Rauchern in näheren Kontakt komme (was heute mal wieder der Fall war), spüre ich eine unbändige Freude in mir, dass ich diese Sucht -und später auch die Abhängigkeit vom Alkohol- beenden konnte.

    So ging es mir auch, als ich mal 5 Jahr nicht mehr rauchte. Ich freu mich für dich, dass du so gefestigt und klar bist. In deinem Thread habe ich jetzt ein wenig zurückgelesen und bin auf Allen Carr gestossen. Das Nichtraucher-Buch habe ich auch mal gelesen. Er hat viele gute Ansätze, und ich denke wenn man diese mal gelesen hat, sind sie wie abgespeichert und man vergisst sie nicht so leicht. Die schmachtenden Gedanken akzeptieren und trotzdem bei seiner Linie bleiben - das ist glaub ich auch etwas, was mir aus diesen Büchern geblieben ist.

    Es ist bestimmt keine Einbildung, dass du deswegen kaum Entzugserscheinungen gehabt hast. Es hat eben "geklickt" - ich hoff ich find den Schalter auch bald wieder.

    Man kann mit Freunden einen gemütlichen, sonnigen Tag am Waldrand verbringen mit Grillieren UND dann abends trotzdem noch eine runde Joggen gehen.

    Vorher habe ich immer mitgetrunken (da gibt's immer das ganze Programm, Weiss- Rotwein, Bier….), mich dabei zurückgehalten und dafür dann zu Hause den Rest nachgeholt.

    Hallo Maria

    Herzlich willkommen im Forum.

    Ich wünsch dir auch viel Kraft und gutes gelingen. Wegen deiner Arbeitssituation: Es wäre schön, wenn du schon jetzt etwas Druck abbauen könntest. Es ist ja auch im Sinn des Arbeitgebers, dass nicht die Hälfte aller Angestellten ein Burnout erleidet. Oder eben wegen Alkoholismus für längere Zeit ganz ausfallen.

    Liebe Grüsse
    Mira

    Hallo Newlife

    Etwas verspätet, aber auch noch ein herzliches Willkommen von mir. Ich habe deinen Thread durchgelesen. Vieles war bei mir ähnlich, auch ich habe immer abends getrunken. Und mir hat dieses "heute trinke nichts" auch sehr geholfen. Das tut es immer noch, nach über 2 Monaten. Vieles ist zwar bereits "Routine", aber bei aussergewöhnlichen Situationen ist das noch jetzt mein Halt: Heute trink ich nichts.

    Geniesse deine neuen Tage ohne Kater und mit klarem Kopf :)

    Lg Mira

    Hallo Sascha

    Herzlich willkommen und und schön, dass du an deiner Situation etwas ändern möchtest!

    Es gibt keine nur hässlichen Menschen. Nicht alle entsprechen dem klassischen Schönheitsideal, aber ich bin sicher dass bei JEDEM Menschen etwas schönes zu finden ist. Es klingt vielleicht abgedroschen, aber ich kann einen Menschen auch schön finden, wenn sein Inneres, der Charakter schön ist.

    Bei mir was das Trinken am Abend auch Gewohnheit - es geht jetzt aber auch ohne ganz gut.

    Mir scheint du hast verschiedene "Baustellen"…. hat du jemanden im Realen, der dich begleiten und dir helfen könnte?

    Liebe Grüsse
    Mira

    Hallo Katniss

    Herzlich Willkommen auch von mir :) !

    Unser Trinkverhalten ähnelte sich ein bisschen. Bei mir hat es auch keiner gemerkt. Ich habe auswärts immer sehr darauf geachtet, extra wenig zu trinken, das Glas nicht schneller zu leeren wie die anderen. Und konnte es dann kaum erwarten, zu Hause endlich das Verpasste nachzuholen. Aber meinen engsten Freundinnen hab ich es jetzt erzählt damit sie sich nicht wundern, wenn ich nichts trinke.

    Auch das mit dem Chatten kenn ich. Unglaublich, was man in betrunkenem Zustand alles erzählt. Gut, im Vergleich zu anderen Dingen sind das ja eher harmlose Sachen. Das dümmste was ich mal gemacht habe, sind Tickets bestellt für ein Konzert in London. Am Morgen wusste ich nichts mehr davon. Ich frag mich heute noch wie ich es geschafft habe, in dem Zustand die Kreditkarten-Nr. einzugeben…

    Ich versuch es bis jetzt auch ohne reale Therapie und SHG. Obwohl "Versuch" ist das falsche Wort, ich nehme das Ganze schon ernst.

    Lg Mira

    Hallo Olaf

    Herzlich willkommen hier im Forum. Ich wünsch dir und deiner Frau, dass sie bald einen Weg aus der Sucht findet. Und dir, dass es dir gut tut hier zu schreiben. Kannst du dich im RL wirklich keinem Anvertrauen? Ich schreibe zwar aus der Sicht einer Betroffen, aber ich kann mir Vorstellen wie schwierig es ist mit niemandem darüber reden zu können.

    Lg Mira


    Und Willi, auch an dich willkommen im Forum!

    Robin Williams war auch einer meiner Lieblingsschauspieler. "Club der toten Dichter" ist einer meiner Lieblingsfilme, ich hab diesen als Teenager zum ersten Mal gesehen und der Film ist mir damals ziemlich eingefahren.

    Obwohl ich Robin Williams nicht persönlich kannte, erschüttern mich solche Nachrichten auch; vor allem weil er mir so sympathisch war. Traurig.

    "König der Fischer" kannte ich noch nicht, danke für den Filmtipp, Pinguin!

    Lg Mira


    Bei allem Respekt -
    NICHTS IST IM GRÜNEN BEREICH !!!
    Kalter Entzug ist IMMER ein Tanz auf dem Vulkan - wie auch in diesem Forum schon tausend Mal
    dargestellt.

    Ups. Ich habs beinahe befürchtet, dass meine Aussage so nicht stimmt, als ich das Posting geschrieben habe. Also sorry, wollte keinen falschen Rat erteilen.

    Was ich nicht verstehe: Ein Hausarzt sollte ja um die Gefahren wissen? Und schade (aber wohl einfach nicht anders Lösbar) dass nicht sofort Therapieplätze zur Verfügung stehen.

    Hallo Iggy


    Aber ich denke es ist besser so als weiter zu Saufen und ewig auf ein Platz in der Klinik zu Warten

    Also die Einstellung find ich gut. Was das medizinische betrifft hab ich leider zu wenig Ahnung. Aber ich denke, wenn dein Hausarzt informiert ist und dich begleitet ist schon alles im grünen Bereich.

    Viel Glück!
    Lg Mira