Die Frage, ob es denn Beispiele von Leuten gibt, die Kontrolliert trinken können, hat mich angesprochen. Ich hoff das passt an dieser Stelle überhaupt noch rein.
Ob ich eine "richtige" Alkoholikerin war oder nur Missbrauch betrieben habe, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass ich die letzten 5 Jahre vor dem Ausstieg (im August 2014) gestrampelt habe. Genau so fühlt es sich an, wenn ich zurückdenke. Immer wieder probiert aufzuhören, immer wieder auf die Nase gefallen, immer wieder Abend für Abend getrunken bis ich einfach voll war.
Entzugserscheinungen hatte ich, abgesehen von Einschlafschwierigkeiten, keine.
An Weihnachten 14 habe ich zum ersten Mal wieder ein Glas Wein getrunken. Eher ein halbes Glas, mir war wichtig dass ich die Wirkung nicht spüre.
Im 2015 habe ich… 3 Mal etwas getrunken. 2 Mal in der Art wie an wie an Weihnachten, und einmal ging's voll in die Hose. Es war zwar kein totaler Absturz, aber doch genug um sich am nächsten Tag elend zu fühlen. Was dann passiert ist? Nichts, der Himmel ist mir nicht auf den Kopf gefallen, ich hab's bereut und war danach doppelt dankbar den Ausweg aus dieser Spirale gefunden zu haben. Auf keinen Fall war das ein Anlass, wieder in das alte Muster zurückzufallen.
Für mich persönlich heisst kontrolliert Trinken jetzt nicht, bei jeder Gelegenheit (von denen gäbe ja fast täglich eine) kontrolliert ein Glas zu trinken. Ich trinke weder an der Fasnacht noch an einem Apéro, noch auf Einladungen etc etc. Und doch weiss ich, wenn ich tatsächlich mal etwas Trinken möchte, dann ginge das.
Es sind jetzt 1 1/2 Jahre vergangen seit meinem Neuanfang. Ich will und werde nie mehr zurückgehen.