Beiträge von Mira

    Hallo Cocoon


    Ja, genau das ist ja das Problem. Tagsüber, wenn ich noch motiviert bin und klar denken kann, dann beschäftige ich mich derzeit viel mit den vermeintlichen Motiven, mit den Auslösern, meinen ganz persönlichen Triggern. Warum trinke ich jeden Abend? Es ist eigentlich ganz klar. Ich glaube, dem Leben nicht standhalten zu können, kann nicht mit Stress, mit Problemen umgehen, …....
    Also die Antworten, die mein Hirn mir dann gibt lauten immer etwa so: so lange du noch dieses oder jenes Problem hast, kannst du auch noch Alkohol trinken, sobald xy dich nicht mehr belastet, wird es auch viel einfacher, vom Alk zu lassen, du bist "im Moment" noch zu schwach, dagegen zu kämpfen…...

    Aber das will ich nicht. Ich will es hier und jetzt schaffen aufzuhören, also muss ich lernen, die alltäglichen Probleme auszuhalten oder anders damit umzugehen, sie überhaupt erst anzupacken. Kennt ihr das?

    An den Problemen ändert sich ja überhaupt nichts, wenn du abends trinkst, aber das weisst du ja selber auch. Hm. Also nein, so kannte ich das bei mir nicht, weil ich "einfach so" getrunken habe, ohne vordergründig einen Grund zu haben oder Probleme wegtrinken zu wollen.

    Du schreibst sehr offen über deine Probleme und Ängste, und was du alles schon erlebt und bewältigt hast. Das ist nicht wenig, und ich finde nicht, dass du schwach bist oder dem Leben nicht stand halten kannst. Hast du denn eine Idee, wie du die "alltäglichen Problemen" anpacken kannst? Also ohne Alkohol? Ich weiss ja nicht, was das für Probleme sind (und ich schreib das nicht weil ich sie im Detail wissen möchte), also ob gross und belastend, oder ob du an kleineren Dingen rumstudierst und dich in etwas reinsteigerst.. und evtl. das nur als Vorwand benützt, um trinken zu "dürfen"?


    Bestimmt... das Verlangen danach, das "wunderbare" Vergessen jeden Tag aufs Neue zu erleben? Auch das muss Sucht sein...

    Ich mein das nicht ironisch jetzt, sondern es nimmt mich wirkich wunder: Wie kann das "wunderbare" Vergessen noch wirken, wenn man im vollen Bewusstsein ist, was man da tut (eben vergessen wollen), und weiss dass Morgen alles wieder beim Alten ist?


    Aufgeben führt nur dazu, dass sich die Spirale weiter dreht. Und nein, davor habe ich große Angst.

    Das wiederum kenne ich nur zu gut. Angst war für mich ein sehr grosser Motivator; am Schluss war sie sehr existenziell, ich hatte Angst um mein Leben, also dass "so" jetzt mein restliches Leben aussieht. Es gruselt mich immer noch beim zurückdenken an diese Zeit. Aber aus der Angst wurde dann sehr schnell Lust auf das neue Leben, was wieder alles möglich ist. Es haben schon einige geschrieben, aber ich wiederhole es nochmals: Es lohnt sich wirklich :) !

    Lg Mira

    Hallo Cocoon


    Mein erstes Ziel: erst einmal heute nichts trinken. Und das Gleiche nehme ich mir dann morgen vor. Und übermorgen. Und dann werden sich hoffentlich irgendwann genug Tage aneinanderreihen, bis ich den Absprung gänzlich schaffe... Kann man es so schaffen?

    Einmal muss man ja den Anfang finden aufzuhören, und wenn nicht heute, wann dann? Auch ich habe den Ausstieg mit diesem Gedanken geschafft; nun gut, das war dann wohl einfach das Ende einer langen Kette von Gedanken, Prozessen, erfolglosen Versuchen bis ich eines morgens zu mir sagte "und heute ist einfach fertig damit!!". Wobei ich auch das so oft gedacht habe.. aber an diesem Tag war es anders, das merkte ich grad.

    Ich hoffe für dich, dass auch du den Anfang findest heute.
    Alles Gute
    Mira

    Das mit den Träumen kenne ich nicht nein; aber ich konnte auch nicht gut (Ein)-Schlafen am Anfang, das hat sich aber sehr bald wieder normalisiert.

    Was mir noch in den Sinn gekommen ist: Hat der immer höhere Konsum evtl. mit der Erkrankung deines Sohnes zu tun? Wie du hatte ich "immer" schon gerne getrunken; in einer Situation mit grösser Belastung habe ich dann eine Zeit lang, fast täglich, viel mehr als sonst getrunken, und da hat das Problem mit dem Alkohol dann wirklich angefangen, weil ich diese Gewohnheit einfach nicht mehr losgeworden bin. Dabei habe ich mich nie als "Entlastungs-Trinkerin" gesehen, ich brauchte auch danach nie einen Grund um überhaupt zu Trinken. Aber rückblickend sehe ich diese Zeit ganz klar als der Einstieg in die Suchtspirale.

    Alles gute für die Therapie und lg
    Mira

    Hallo Maud

    Herzlich willkommen im Forum!

    "Es hätte soviel schlimmeres passieren können."

    Ja, das hätte es - zum guten Glück ist es das aber nicht. Dafür war es ein Schuss vor den Bug, vielleicht grad im richtigen Moment, bevor du noch tiefer reinrutschst. ich wünsch dir einen guten Austausch hier.

    Lg Mira

    OK…ich behalts für mich ;)


    Mich hat die Schluss-Szene mitgenommen, als die betrunkenen Eltern der kleinen Tochter euphorisch mitteilten, ab Morgen bessere sich alles. Einfach schlimm.

    :)

    Danke für den Filmtipp Keppler, ich hab grad eingeschaltet.

    Ich bin auch eine Tatort-Guckerin. Und mach grad eine sehr schwierige Zeit durch ;-), angefangen mit der EM: Es kommt einfach seit Wochen kein neuer Tatort mehr am Sonntag! Ich schau sonst kaum fern, ausser eben am Sonntagabend den Tatort. Letzten Sonntag gab es auch ein langes Gesicht, als nur ein alter Film im Programm war . Die ganze Vorfreude war umsonst, das geht eigentlich gar nicht.

    Martin Wuttke als Kommissar mag ich sehr. Ich habe ihn auch schon im Theater gesehen, da ist er fast noch besser. Sonst mag ich natürlich auch das Kölner Team sehr gut. Und ich finde, die Schweizer Tatorte sind auch sehr sehenswert, auch wenn "ihr" das anscheinend nicht so sieht - die Kritiken sind ja jedesmal vernichtend, egal wie brilliant die Folge war ;) .

    Nicht so toll find ich das österreichische Team, ich mag diese Frau (hat sie nicht ein Alkoholproblem) überhaupt nicht als Kommissarin. Und wenn die Frauenthemen die Handlung fast überschatten, wie z.B. alleinerziehende Ermittlerinnen kämpfen gegen sexistische Kollegen, geht mir das ziemlich auf die Nerven. Da hab ich auch schon mal abgeschaltet.. und das kommt nicht oft vor bei mir.

    Lg Mira

    @ Keppler: Sag mal… heisst du wegen dem Tatort-Keppler Keppler? Das ist mir erst jetzt aufgefallen!

    Ich habe die Kurve ohne Arzt/Therapie/SHG gekriegt, ja. Allerdings war es der letzte Zwick an der Geisel, das habe ich mit mir so abgemacht. Schlussendlich ist das Aufhören ein aktiver Akt, die Überzeugung muss von einem selbst kommen, ob mit oder ohne Begleitung. Ich möchte das nicht gegeneinander ausspielen, und sicher spielt es eine Rolle, ob man körperlich Abhängig ist oder nicht.

    Einmal habe ich den Hausarzt gewechselt, und bei der Anamnese wollte sie alles über mich wissen, von Erbkrankheiten in der Familie, ob ich Rauche…. ich hab nur darauf gewartet, nach meinem Alkohlkonsum gefragt zu werden. Aber das hat sie gleich vorweggenommen, dass ich da ja kaum ein Problem haben werde. Da hätte ich mich auch sehr geschämt, aber ich bin sicher, wenn es mal raus ist, dann ist es nicht mehr so schlimm. Eigentlich wollte ich da darüber sprechen, hab dann aber den Mut nicht mehr gefunden.

    Gute Freundinnen wussten schon vorher, dass ich das Trinken nicht mehr im Griff habe. Ebenso mein Mann. Aber so wirklich ernst nahm das keiner. Das Ausmass und die grosse Verzweiflung war einfach vielen nicht bewusst.

    Lg Mira

    Hallo Zoe

    Herzlich willkommen im Forum.

    Ich wünsche dir viel Glück und Entschlossenheit, in deinem Leben etwas zu ändern. Die Einsicht, dass etwas gewaltig aus dem Ruder läuft, hast du ja; bei vielen kommt die ja erst sehr spät. Auch ich hab das Problem erkannt, trotzdem dauerte es einige Jahre und viele erfolglose Versuche, bis ich aus der Spirale wieder rausgefunden habe. Auch ich hatte einfach genug von diesem Leben. Das ist jetzt fast zwei Jahre her, und ich bin immer von neuem sehr dankbar und glücklich. Der Anfang war auch Beitrag in diesem Forum :) , ich hoffe, dass auch bei dir das der entscheidende letzte Schritt war, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.

    Auch mein Umfeld ist eher trinkfreudig, aber das beisst sich nicht. Ich musste weder meinen Mann verlassen noch mit all meinen Freunden abbrechen. Sie trinken und ich nicht mehr, und das geht ganz gut.

    Liebe Grüsse
    Mira

    Hallo Jason


    Wenn ich morgens aufstehe kommt diese absolute Gefühlslosigkeit und bleibt den ganzen Tag über und wird bis abends unerträglich . Gefühle wie "Freude" "Glück" und "Liebe" sind wie abgestorben. Ich habe mich seit Jahren nicht mehr auf etwas gefreut.

    Nein, das kenne ich so überhaupt nicht - und das klingt wirklich ziemlich traurig! Zwar war ich oft niedergeschlagen und verzweifelt, da ich mich wie in einem Hamsterrad fühlte - aber ich hatte ich immer die ganze Palette an Gefühlen.

    Nun, ich weiss ja nicht wieviel du trinkst, also wie dein Alkoholproblem ausschaut. Bei mir war es nur abends, vielleicht macht das auch einen Unterschied aus.

    Ich würde mir an deiner Stelle überlegen, wann dieses Gefühl - oder besser gesagt - Nicht-Gefühl angefangen hat. Ist es wirklich wegen dem Alkohol? Ist es eher eine Leere oder ein Gefühl, alles durch Watte wahrzunehmen? Sicher ist es gut, wenn du aufhörst zu trinken. Und wenn das Gefühl vom Alkohol her kommt, dann wird es sicher besser werden - aber wie Land-in-Sicht schon schreibt, das geht nicht von einem Tag auf den anderen. Und wenn es nicht daran liegt - hast du dir schon mal überlegt, mit einem Fachmann zu reden? Ich bin nich der Typ der findet, dass man wegen jedem Zipperlein zum Psychologen sollte. Aber deine Lebensqualität leidet ja wirklich darunter.

    Lg Mira

    Hallo Greenfox

    Ach ja - man kann für Alles auch negative Umschreibungen finden.

    Ich hab keine neue Umschreibung oder Definition von zufriedener Abstinenz erfinden wollen. Wenn der Begriff für dich passt, dann ist es ja gut.

    Und überhaupt will ich mich gar nicht um Begriffe streiten. Für mich ist die ZA (zufr. Abstinenz) ziemlich neutral.

    Aber so, wie der Begriff auf Franz wirkt ist es eben lustfeindlich, als ob etwas Tolles jetzt "fertig" ist, und darum sind mir diese Vergleiche in den Sinn gekommen. Vegan würde auch noch dazu passen...

    Beim Lesen deines Postings, und wie du den Begriff "zufriedene Abstinenz" empfindest, kam mir spontan das "Zölibat" oder "zufriedenes Zölibat" ::) in den Sinn (sorry :) , aber war einfach so..).

    Es klingt halt beides nach Langweile, weniger intensivem Leben, einfach Lustfeindlich. So gesehen verstehe ich dein Problem mit dem Begriff.

    Bis jetzt habe ich mir über dieses Wort keine grossen Gedanken gemacht - aber ich geh einig mit dir, da schwingt etwas von Verzicht mit..

    Aber ich verzichte auf nichts, sondern gewinne dadurch nur (auch wenn ich nicht 100% abstinent bin). Der Zauber ist wieder da, vorher war er weg. So empfinde ich es wirklich. Der heutige Tag ist ein gutes Beispiel dafür: Um 7 Uhr war ich aus den Federn und hab eine tolle Gratwanderung gemacht, ca. 4 Stunden, die Trittsicherheit erforderte. Es war wunderschön, und jetzt hab ich noch genug Zeit um etwas rumzhängen und zu lesen.

    Ich bezweifle, dass ich vorher so eine Wanderung geplant und durchgeführt hätte!

    Warum braucht man auch einen Begriff dazu? Für mich persönlich passt die Umschreibung "trinkt so gut wie keinen Alkohl, weil es besser ist" am besten zu, "abstinent" mag ich auch nicht so.. auch wenn es schlussendlich auf dasselbe rauskommt.

    Lg Mira

    Hallo Pinguin

    - sich nicht mehr den halben Tag verkatert und krank fühlen, dadurch leistungsfähiger
    - weniger müde am Tag, keine Nickerchen sind mehr nötig
    - überschüssige Pfunde gehen von alleine weg
    - besseres Aussehen, allgemein durch die Gewichtsabnahme und besonders im Gesicht, einfach weil man gesünder und frischer ausschaut
    - bessere Fitness, ich hab auch erst jetzt die Zeit und Lust wieder Sport zu machen
    - ich fühl mich generell einfach viel gesünder und "normalisiert", die Haut, Verdauung, das Durstgefühl tagsüber ist anders

    Das klingt nicht sehr spektakulär, aber alleine die ersten 2 Punkte sind eine 100%-ige Steigerung der Lebensqualität.

    Lg Mira

    Hoi Gandalf

    Ich wünsch dir alles Gute für den Entzug!

    Leider kenn ich mich mit den deutschen Versicherungen nicht aus. Kann dir da nicht dein Arzt genauere Auskunft geben? Und sonst musst du halt doch das Telefon in die Hand nehmen und dich durchfragen… aber wenn sonst schon alles aufgegleist ist, wirst du sicher auch das noch schaffen 44. .

    Lg Mira

    Da sind mittlerweile ja sehr verschiedene Themen in einem Thread durcheinander gewürfelt.

    Zum anfänglichen Thema Hitze, Biergarten und Unvernunft: Ich mag jedem sein Bierchen gönnen, egal ob es heiss ist oder kalt. Aber ich kann nachvollziehen, dass es jemandem extrem aufregen kann. Mich lässt das kalt, dafür habe ich andere Lieblingsthemen, über die ich mich zu sehr nerve (es lohnt sich ja nicht wirklich): z.B. unmögliches Fahrverhalten und Auffahren, oder Pedanterie. Grrr :)

    Was die zufriedene/glückliche/ über-glückliche :) / dankbare Abstinenz Betrifft: Für mich geht alles in dasselbe hinein. Wobei ich den Zusammenhang mit (un)zufriedener Trockenheit und Suchtverlagerung nicht verstehe: Ich zähl mich ganz klar zu den sehr zufriedenen, dankbaren und häufig glücklichen Aussteigern, aber es hat ganz klar eine Suchtverlagerung stattgefunden. Zwar nichts zerstörerisches, aber ich sehe stellvertretende Handlungen und immer noch etwas "unfreies" an meinem Verhalten.

    Lg Mira

    Danke für den interessanten Einblick in die Geschichte dieses Forums. 17 Jahre, das ist eine lange Zeit!

    Als normaler User vergisst man manchmal, dass ohne engagierte Leute nichts läuft, und konsumiert als ob alles selbstverständlich ist. Oder ganz allgemein gesagt: Von nichts passiert einfach gar nichts (meine bislang einfachste aber wichtigste Erkenntnis der alkohlfreien Zeit), auch hier nicht. Herzlichen Dank an alle, die sich dafür engagieren.
    Auch ich zähl mich zu diesen Konsumenten, auch wenn ich probiere hin- und wieder etwas zurückzugeben. Aber mit meinem immer wieder monatelangen Fernbleiben zähle ich nicht zu den zuverlässigen Teilnehmern hier, die das Forum am laufen halten, das ist mir schon klar.

    Ob wohl herausgefunden wurde, woher der Angriff kam? Und warum?

    Vielen herzlichen Dank für eure Antworten, Erfahrungen und Gedanken. Es hilft mir und motiviert mich eure Aufhörgeschichten (oder Umsteige-Geschichtenen ;) ) zu lesen.


    Anders als du hätte ich es vor dem endgültigen Ausstieg nie geschafft, 48 Stunden lang keine einzige Zigarette zu rauchen.

    Diese 48 Stunden waren auch die Ausnahme, sonst dauerte es keinen Tag um wieder schwach zu werden.


    Nach mehreren Monaten hatte ich dann dummerweise wieder angefangen, bei einer Feier wo ich eben auch Alkohol getrunken hatte. Das war immer ziemlich eng verknüpft bei mir.


    Das war bei mir auch so. Immerhin lauert da keine Gefahr mehr :). Körperlich habe ich zum Glück gar keine Mühe, für das habe ich vermutlich zu wenig geraucht in den letzten Jahren. Wobei mind. 2 "mussten" es ja sein.

    Ich glaube, ich werde das Buch von Allen Carr nochmals kaufen und lesen. Vor vielen Jahren habe ich auch mal dank diesem Buch aufgehört. Einiges weiss ich noch, aber es ist sicher nicht schlecht gewisse Sachverhalte aufzufrischen; ausserdem wirkt es durch die vielen Wiederholungen wie eine kleine Gehirnwäsche. Im Gegensatz zum Alkohol bin ich einfach nicht gleich gefestigt, vermutlich auch weil die unmittelbaren Auswirkungen auf den Alltag nicht vergleichbar sind.

    Lieben Gruss
    Mira

    Guten Abend

    Bei mir hat es ein Stück gedauert und es war anfangs auch einzwei Mal "knapp" (ich sehe es so > auch mal ein knappes Nein ist und bleibt ein Nein ;-). Vieleicht, oder bestimmt sogar geht es bei Dir wirklich etwas schneller..... "[/i]

    Also einfach ist es auch nicht; jetzt grad im Moment denk ich, wie schön es wär eine zu Rauchen. Aber ich tu's nicht. Ich merke jetzt, dass ich nicht nur die Nach-dem Abendessen und Vor-dem-Schlafen-Zigaretten vermisse, sondern auch diese "Verstärker". Heute hab ich wirklich viel erledigt und gearbeitet, bis 22 Uhr, und bin sehr zufrieden damit. Am liebsten würd ich dieses Gefühl jetzt mit einer Zigarette "feiern". Auch wenn ich mich besonders freue oder aufrege ist das Verlangen gross. Ich hoffe, schon, dass es nicht ewigs geht.

    Greenfox
    Ich finde dein Weg auch 44. . Habe mir selber auch überlegt, auf E-Ziggis umzusteigen, aber mich doch nie richtig schlau gemacht welche und wo es das überhaupt gibt. Das Zitat ist 8)

    Bassmann
    Ich würd mal sagen, es kommt ganz auf das Gegenüber an, ob das gut oder schlecht ist ;)
    (dein Beitrag ist zwar nicht mehr da, aber ich war gestern kurz hier und habs noch gelesen :) )

    Liebe Grüsse
    Mira

    So, ich habe auch wieder mal was zu Berichten:

    Nach bald 2 Jahren So-Gut-Wie-Ganz-Abstinenz habe ich endlich endlich auch die Kurve mit dem Rauchen gekriegt. Um meine "letzten Ziggis" in dieser Zeit abzuzählen brauche ich mehr als beide Hände und Füsse zusammen :). Immer wieder hab ich das Aufhören zelebriert, oft sogar an einem Abend viel mehr geraucht als sonst weil ich dachte, jetzt ist Schluss damit. Aber länger als 48 Stunden (Rekord….!) hat der Vorsatz nie gehalten.

    Schlussendlich war es teilweise ähnlich wie beim Aufhören zu trinken: Immer öfter hab ich beim Rauchen selber gedacht, eigentlich ist das ein kompletter Blödsinn (obwohl es mir ja immer schmeckte); die Gedanken beim Aufwachen, dass man es schon wieder nicht geschafft hat nach einem erfolglosen Versuch. Diese Gedankenspirale (es zu wollen, aber nicht zu schaffen) drehte sich immer schneller, und/oder ich habs einfach nie aufgegeben 8) es halt nochmals und nochmals zu probieren. Letzten Sonntag war es dann einfach klar: Ich hab alleine noch 2 Zigaretten geraucht und wusste, das wars jetzt. Ich will nicht mehr, fertig.

    Das ist zwar noch nicht lange her, aber jetzt will ich nicht mehr anfangen. Bei mir sind immer die ersten 3 Tage am schlimmsten, dann geht es ganz gut. Ich freu mich sehr wenn ich aufwache am Morgen und denke, yes, gestern hab ich nicht geraucht am Abend. Und auch am Tag, wenn es mir in den Sinn kommt.

    Abends habe ich die Routine geändert, ich mach mir neu einen Tee und gehe dann früher ins Bett, um noch etwas zu lesen. Das ist schon die heikelste Zeit, aber ich weiss auch von meiner Erfahrung mit dem Alkohol, es wird verblassen, dieses Gefühl es fehle etwas.

    Mein Mann raucht weiterhin, um Gegensatz zu mir ist er ein sehr starker Raucher und hat noch kein einziges Mal aufgehört in seinem Leben! Ich hab von 15-23 geraucht (viel), dann mit 29/30 bis jetzt (in der Regel nur abends).. also nochmals 10 Jahre. Das reicht. Oft waren es ja auch mehr als 2 am Abend, wie ich mal geschrieben habe….

    Ich wünsche allen viel Glück, die auch aufhören wollen und es noch nicht geschafft haben - das Leben geht wirklich weiter ;) auch ohne.

    Juhui :)

    Hallo zusammen


    Bei mir war es eher so, dass mir das eine Bier ja nicht weh tat, ich nicht das Verlangen nach mehr hatte. Da war es doch auch nicht schlimm, wenn ich einige Zeit, ein paar Tage später noch ein Bier trank. Und ein paar weitere Tage später zwei Bier ...
    Und ab da ging es dann leider immer schneller, bis ich mein ursprüngliches Level wieder erreichte - und übertraf :-[

    So ist es mir mit dem Rauchen ergangen. Mal eine Zigarette hie und da, und bald war ich wieder mitten drin. Aber ich will nie mehr in dieses Fahrwasser mit dem Alk reinkommen, und hab diese paar Mal ja auch nicht wegen der Wirkung getrunken. Bei einer Zigarette spürt man schon nach ein, zwei Zügen wie sie "einfährt". Und nach dem einen Fehltritt - der ein Warnschuss war - wusste ich auch ganz genau, dass diese Gier immer noch da ist. Wenn es zuviel ist. Und überhaupt, vielleicht trinke ich auch nie mehr was. Auch ich habe genügend Alternativen gefunden, und es fehlt mir nichts. Ich hab nichts geplant. Aber ich weiss, wenn ich doch irgendwann mal was trinke, wenig, moderat, dann ist das ok. Es ist ja nicht so, dass ich total unbekümmert bin, ich hab das schon im Auge. Und ich will nicht als Held rüberkommen.


    Hast Du den Grund für Dein ehemaliges Trinkverhalten gefunden? Und beseitigt?

    Jein. Ich habe am Anfang hier mal geschrieben, dass ich überhaupt nicht weiss, warum es soweit kam, weil eigentlich ist ja alles in Butter in meinem Leben. Jemand hat geantwortet, dass vielleicht genau das ein Problem sein könnte.

    Jetzt lebe ich kompromissloser. Vieles packe ich an, anstatt einfach darüber zu grübeln und es doch nie in die Tat umzusetzen. Ich bin entscheidungsfreudiger geworden und mein Leben etwas verrückter. Traute mich Dinge zu ändern, die ich vorher als Unveränderbar und als einfach gegeben eingestuft hatte. Das ist oft anstrengend, auf alle Fälle anstrengender als nichts zu tun und sich abends zu betäuben. Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mein Leben aktiver führe und mehr das Gefühl habe, es gestalten zu können.

    Aber ob meine Passivität der Trinkgrund war nixweiss0 ?

    Lieben Gruss an alle
    Mira