Beiträge von Rina

    Hallo Otto,

    Erstmals Willkommen hier!

    Beim Lesen deiner Texte habe ich unweigerlich das Gefühl, dass du irgendwie erwartest dein Suchtproblem könnte „von Aussen „ gelöst werden. Die beste Langzeittherapie und der beste Arzt kann nichts für dich wenn du gar nicht ehrlich willst...Ausserdem können Suchtexperten etc eine sehr gute Hilfe auf dem Weg sein, die Arbeit an dir musst du aber schon selbst tun. Das heisst auch Druck aushalten, Problemlösungsstrategien finden,dein Leben umstellen.

    Mir hat in einer SHG einer vor vielen Jahren mal jemand gesagt „Du bist noch nicht so weit „, das hat mich tief verletzt denn meiner Meinung nach wollte ich wirklich aufhören. Dass das nicht stimmt weiss ich heute weil ich mit meiner Einstellung ungefähr da stand wie du heute. Fragte nach Motivationstipps...andere sollten möglichst das Problem für mich lösen, mit möglichst wenig Einschränkungen und Aufwand meinerseits. Nunja, ich habe tatsächlich noch Jahre weitergetrunken...

    Als ich aufgehört habe hasste ich die Person im Spiegel dermassen, dass es nicht mehr auszuhalten war. Ich wollte nicht die Person sein zu der ich geworden war, das war Motivation genug.

    Viel Glück und ich hoffe doch, dass du mit den Antworten hier für dich weiterkommst und sie dich zum Nachdenken anregen. Wie von Susanne gesagt, du musst gar nichts ändern, ich will dich nicht vom Trinken abhalten, es ist mir egal. Du kannst was für dich ändern oder nicht.

    Lg
    Rina

    Hallo Lena,

    Erstmal Glückwunsch zu deinem Erfolg gegen den Trinkdruck! Sowas kann heftig sein und am besten überwältigt man solche Momente, indem man vorbereitet ist...wenn man weiss, dass dies zur Sucht dazu gehört kann man besser damit umgehen,es akzeptieren und aushalten...ich mag den englischen Ausdruck gerne, er trifft es gut : „Surf it out „

    Wie Rekon schon schrieb hilft viel Wasser,eventuell ein Ortswechsel (in den Wald spazieren gehen ohne Geld!) oder bei mir halfen immer Süssigkeiten. Ich hätte nie Wein zu Süssigkeiten getrunken das schliesst sich gegenseitig aus,kann also akut helfen. Und solche Druckmomente nehmen zum Glück mit der Zeit ab,aber selbst nach 10monaten ohne Alk überkommt es mich manchmal noch! Sag dir immer, dass es nach maximal 30 Minuten in den allermeisten Fällen vorbei ist.

    Melancholisch traurig war ich oft während meiner Trinkzeit...dachte das wäre ein Charakterzug von mir. Stimmt aber nicht, es war nur der Alkohol, der mich depressiv stimmte...seit ich nicht mehr trinke bin ich ein viel positiverer Mensch.

    Wie geht es dir inzwischen? Wie kommst du im Alltag klar?

    Lg
    Rina


    Ohne dicken Kopf, ohne Panik und nicht immer das Telefon prüfen zu müssen ob man mal wieder irgendwen im Suff angerufen hat ::).

    Oh Mann wie ich es gehasst habe...da sieht man am nächsten Morgen nicht nur wen man alles mitten in der Nacht belästigt hat sondern auch wie lange...Wie oft habe ich mich gefragt um was zum Teufel ich mit wem auch immer über eine Stunde geredet habe ::) Und dann zum Teil die Textnachrichten ..ganz peinliche Aktionen kamen da heraus.
    Vor Handy-Zeiten wusste ich ja nicht mal mehr wen ich genervt hatte.
    Zum Glück ist das vorbei,das hält man an Schamgefühl ja kaum aus...!

    Hach ich liebe deutsche Dialekte!!!

    Ist doch spannend und interessant die Sprachentwicklung mitzuverfolgen...

    Aufregen könnte man sich über die ganze Welt, nur ist dies der ganzen Welt völlig egal und Leidtragend ist man nur selbst...also was soll’s. ;)

    Sehr spannende Diskussion finde ich!

    Es stimmt schon dass sich in der deutschen Sprache viel mehr Anglizismen finden als in z Bsp Sprachen lateinischen Ursprungs...sie bietet sich wegen der Nähe zum Englischen einfach sehr gut dafür an. Aber auch im französischen gibt es sie und da wird’s dann auch noch französisch ausgesprochen...sehr abenteuerlich und völlig unverständlich wenn man den Originalausdruck nicht kennt.

    Aber schlimm finde ich es ganz und gar nicht eher amüsant. Sprache lebt ja und jede Generation prägt ihre Entwicklung, sowie die technologische und soziale Entwicklung auch voran schreitet. Es braucht ja neue Wortschöpfungen damit wir uns überhaupt verständigen Können...vor 30 Jahren gabs das Wort „googeln“ auch nicht, heute weiss jeder was gemeint ist wenn man sagt „er hat meinen Status geliked „...hätte vor 20 Jahren null Sinn ergeben. Und Sprache ist ja ein Mittel zum Zweck, es soll Kommunikation ermöglichen. Das Wort „Handy „ heisst auch „handlich“ und hat nichts mit telefonieren zu tun, im deutschen Sprachraum würde aber niemand „mobile“ sagen...mit „Home-Office“ etc verhält es sich auch so, Ziel ist ja nur dass jeder weiss was ich damit meine.

    Deshalb macht ein anpassen des Kommunikationsstils auch Sinn wenn ich will, dass man mich versteht...bei älteren Leuten achte ich da auch drauf.

    Schönen Abend an alle und ich hoffe der Blutdruck hat sich wieder stabilisiert...:)

    Liebe Lena,

    Herzlich Willkommen im Forum! Schön dass du hier bist!

    Dein Eingangspost erinnert mich an mich selbst. Mit 26 Jahren habe ich mich das erste mal in einem Forum angemeldet, ich wusste es musste sich was ändern, ich kam mit (oder besser gesagt ohne) Alkohol nicht mehr zurecht...wie du war ich da mitten im Studium. Und wie du, vertrug ich ziemliche Mengen an Alkohol, Wein ging Literweise, ich war mehrmals die Woche sturzbetrunken. Konnte mich bei Examenszeiten aber noch zusammenreissen, machte nebenbei immer noch regelmässig Sport und war körperlich einwandfrei fit. Das bin ich heute immer noch, besser sogar, vielleicht war das sogar mein Verhängnis. Denn es passierte ja nie etwas...auch bei Trinkpausen, nie körperliche Entzugserscheinungen gehabt oder sonst was. Und so führte es zu weiteren 10 Jahren Rum-Geeiere...

    Heute bin ich 38J, ich habe tatsächlich noch 10 Jahre nach meinem festen Entschluss was zu unternehmen, weiter trinken müssen, bis ich die Dinge WIRKLICH in die Hand nahm. Und zwar meine ich mit "wirklich in die Hand nehmen" stichfeste Aktionen wie : SHG, Suchtberatung, Traumatherapie etc...Ich habe endlich geschnallt, dass Alkoholismus eine sehr komplexe Krankheit ist, es braucht soviel mehr als einfach nur "nicht trinken". Je nach Lebensgeschichte sollte man der Sucht auf den Grund gehen, sich um tiefere seelische Verletzungen kümmern, um eine Chance auf Genesung zu haben. Das Leben umstellen, es anders leben.

    Wie Du habe ich auch mit 26 bereits viel an Mist angestellt, an alle peinlichen Aktionen mag ich mich gar nicht mehr erinnern...in den folgenden Jahren - du kannst es dir denken - kamen noch etliche hinzu. Und natürlich wurde es immer schlimmer, bis zu dem Punkt, als ich es in meiner eigenen Haut nicht mehr aushielt. Ich konnte mich nicht mehr im Spiegel ansehen, von Würde oder Selbstliebe war nichts mehr übrig. Und das ist nun mal der klassische Weg eines Suchtkranken...es wird nie einfach so besser, ausser, man unternimmt aktiv etwas. Ich habe aus falscher Scham noch so lange weiter leiden müssen, ich konnte einfach keine Hilfe annehmen. Wie so viele wollte ich es alleine schaffen...ich habe es nie alleine geschafft weil es einfach zu gross ist. Und es einen Austausch braucht, mit anderen Betroffenen, Psychiatern, Experten oder wem auch immer. Und die aller meisten die es alleine schaffen wollen, trinken immer noch.

    Ich wünsche dir sehr, dass du die Kraft und den Mut hast Hilfe anzunehmen, es gibt viele Möglichkeiten. Für mich zum Bsp ist eine SHG unerlässlich, sowie die Aufarbeitung meiner Vergangenheit. Finde für dich heraus was dir gut tut und gehe den Weg konsequent.
    Du hast es verdient jetzt ein selbstbestimmtes Leben zu führen, mache es besser als ich damals.

    Alles Liebe
    Rina

    PS Ich gehe bei meiner Antwort davon aus, dass dein 6.Sinn dir recht gibt und er wahrscheinlich getrunken hat...sowas merkt man wenn man sich gut kennt.
    Diese Gegenvorwürfe von „Du vertraust mir nicht, ich habe nicht getrunken...“ etc sind ein Schild, habe ich früher auch so gemacht. Allerdings war ich da noch in der nassen Phase. Später habe ich es sofort meinem Mann erzählt, er ist aber der einzige. Denn meine Krankheit sehe ich als etwas privates, ich muss nicht darüber sprechen wenn ich nicht will...

    Vielleicht solltest Du versuchen etwas Abstand zu nehmen, also dich abgrenzen. Sollte er trocken sein, gut so, wenn nicht dann geht nur ihn das was an. Er braucht sich auch nicht zu erklären oder rechtfertigen.

    Liebe Trina,

    Ich finde den Begriff "Vertrauen" hier irgendwie unpassend...ich finde keinen besseren, aber vertrauen brechen setzt voraus, dass man willentlich und geplant jemanden hintergeht. Bei einem Alkoholiker, der rückfällig wird, nicht dazu stehen will oder vor allem kann, finde ich es daher heikel von "lügen" zu sprechen wenn es ums nicht-erzählen geht. Ich versuche mich zu erklären...:

    Ich bin selbst Alkoholikerin und hatte schon mit Rückfällen zu kämpfen, deshalb ist es meine persönliche Empfindung dazu, ich kann nicht sagen, ob das auch auf deinen Freund zutreffen kann. Oft ist es aber so, dass man auf Rückfälle nicht besonders stolz ist...Bei mir hatten sie zu regelrechter Selbsverurteilung geführt, Selbsthass ist ein starkes Wort, trifft aber bei mir in dem Falle zu. Ich fühlte mich als elende Versagerin, die es nicht hinbringt, nichts auf die Reihe bringt...damit musste ich zurecht kommen und das ist alles andere als einfach. Was hätte es für Folgen gehabt, wenn ich von meinem Rückfall auch noch anderen, auch dem besten Freund, davon erzählt hätte? Es hätte mich noch tiefer sinken lassen, die Schande wäre kaum zu toppen gewesen. Ich spreche hier von Gefühlen, wie ich die Situation erlebte. Mein Mann hatte die Rückfälle natürlich mitbekommen, wir leben ja zusammen. Es hat immer lange gedauert, bis er mich moralisch irgendwie wieder beisammen hatte und mir klar machen konnte, dass auch dies zur Krankheit dazu gehört (muss natürlich nicht!) und ich deswegen kein schlechterer Mensch bin.

    Es ist also für so manchen schon schwierig genug damit selbst zurecht zu kommen, man fühlt sich in der Regel sch$$$ genug, es dann auch noch mit jemandem zu besprechen kann unüberwindbar sein. Dies als Vertrauensmissbrauch zu bezeichnen finde ich deshalb nicht sehr passend, denn die logische Reaktion ist doch, das eigene Leiden nicht noch zu vergrössern.

    Ein anderer Grund des Verschweigens kann auch sein, dass man andere mit dem Wiederkonsum nicht belasten will oder eben eine Freundschaft nicht verlieren will...vor allem wenn man unter Druck steht, dass dies bei einem Rückfall passieren könnte. Meine Eltern zum Beispiel wissen nichts von meinen Rückfällen, es ist nicht nötig sie aus der Distanz unnötig zu belasten. Ich finde deshalb nicht, dass ich sie belüge.

    Ich bin jetzt seit 10 Monaten rückfalllos, also nicht schon seit 2 Jahren trocken wie dein Freund. Ich bin auch nicht innerhalb von wenigen Wochen zum absolut top-glücklichen und ausgeglichenen Abstinenzler geworden...sowas braucht Zeit. Es ist manchmal immer noch schwierig Emotionen auszuhalten und andere Strategien zu finden. Als kampftrocken würde ich mich nicht bezeichnen, da ich durchaus ein glückliches Leben ohne Alkohol erstrebenswert und für möglich halte, ich bin aber auch realistisch genug um zu wissen, dass Veränderungen Geduld brauchen, vor allem in einer Gesellschaft die den Alkoholkonsum feiert...

    Dies nur aus meiner Sicht, vielleicht kannst du Gemeinsamkeiten zu deinem Freund erkennen,

    LG
    Rina

    Wieso vergeudest du deine Zeit damit „trinken“ zu spielen und „so tun als ob“ als zu lernen Alkohol zu sehen als das was es ist: ein Zellgift.
    Ich würde das an deiner Stelle lassen...das kann sehr schnell in die Hose gehen, ich denke man hat dich während dem Entzug über das Suchtgedächtnis aufgeklärt? Wie Sucht entsteht?

    Lerne besser ohne den Mist zu leben, wirklich auch den Geschmack braucht kein Mensch...
    Ich bin mir nicht sicher ob du wirklich auf einem stabilen Weg bist mit deiner Herangehensweise, das ist aber nur meine Meinung, du kannst sie natürlich ignorieren.

    Rina

    Hallo Paul

    Welcome!
    Ich bin Rina,38j und erst oder schon 10 Monate trocken. Ich habe keine Erfahrung mit körperlichen Entzügen, wenigstens das konnte ich mir ersparen. Aber der psychische Entzug ist ja bekanntlich der, der länger Dauert und eine echte Änderung im täglichen Leben verlangt.

    Es ist halt schon so wie Greenfox es schreibt: irgendwann muss man einfach mit dem Aufhören anfangen wenn’s was werden soll!

    Es ist wie mit dem Rauchen...ich kenne ausschliesslich nur Raucher die aufhören wollen. Noch nie hat mir jemand gesagt dass er gedenkt noch jahrelang und stetig mehr zu rauchen...und trotzdem tun sie es über Jahrzehnte und warten auf das Wunder das es einem plötzlich einfach so vergeht.
    Wenn du es nicht in die Hand nimmst mit allen Hilfsmöglichkeien und ungemütlichen Konsequenzen die beim Entzug entstehen wird’s nie besser...es liegt an dir.

    Zur Motivation: ich hasste die Person zu der ich geworden war dermassen, dass es nicht mehr aushaltbar war.
    Auch die Erkenntnis dass ich krank war hat mir geholfen, es lässt sich nichts dran rütteln dieser Zustand wird mein Leben lang so bleiben. Also suche ich doch besser nach Wegen wie ich glücklich damit leben kann....die 2.Option ist daran verrecken. Du hast diese zwei Möglichkeiten...suchs dir aus und dann handle danach und trage die Verantwortung und die Konsequenzen. Du bist Erwachsen und entscheidest...

    Wenn’s manchmal schwierig wird für mich versuche ich immer daran zu denken wo und wie ich Ende wenn ich wieder anfange zu saufen...

    Alles Gute

    Rina

    Hallo Sunshine,

    Wollte nur mal nachfragen ob du noch hier dabei bist und wenn ja wie es dir geht? Wie verlief der Entzug? Kommst du klar im Corona-Alltag? Ist ja ein weiteres Hindernis das je nach dem erschwerend hinzu kommt.

    Hoffe du bleibst dran!

    Lg
    Rina

    Kurzer Nachtrag noch zu meinem früheren Trinkverhalten...Ähnich wie bei dir.
    Ich trank nie täglich (ausser die beiden letzten Urlaube), schoss mich dann aber wirklich ab wenn ich dann trank! Gegen Ende war das meistens 3x die Woche der Fall, manchmal auch 4x... Wenn ich anfing konnte ich nicht aufhören, Kontrollverlust. Aber mein Ziel war eigentlich auch mich zu betrinken...also 2-3 Gläser Wein hätten mir nichts gebracht. Und die Unfälle häuften sich, Blackouts nahmen zu und sämtliche Selbstliebe und Würde gingen flöten. Das war für mich das aller schlimmste. Mit blauen Flecken konnte ich leben, mit Selbsthass nicht.

    Am Trockensein schätze ich diese Freiheit am meisten, sich nicht mehr selbst so leid zu tun,Schuldgefühle und Schamgefühles kenne ich nur noch wenn ich an meine Trinkerzeit denke.

    Hallo Gitte

    Auch von mir ein herzliches Willkommen !

    Schön dass du hierher gefunden hast und etwas gegen dein Leiden tun willst. Ich bin Rina, 38j,verheiratet und 2 Kinder. Seit 10 Monaten alkfrei...es ist bis heute nicht immer einfach aber es lohnt sich dass ich mich stets um meine Abstinenz bemühe und daran arbeite ! Denn das ist am Anfang nunmal bei vielen so...einfach so mal beschließen nichts mehr zu trinken und fröhlich weiter leben gelingt den wenigsten...Ich gehöre nicht dazu!

    Das wollte wahrscheinlich auch Susanne dir mit dem „ganzheitlich dein Leben überdenken „ sagen. Es reicht nicht, einfach nur nichts zu konsumieren, sondern es geht darum, anders zu leben. Für mich hiess das z.Bsp gewisse Bekanntschaften aufzugeben, trinkfreudige Freunde sehe ich nur selten, und wenn, nur Nachmittags zum Café, ich besuche in dieser Zeit (noch?) keine grossen Feiern die ausarten könnten, ich habe neue Aktivitäten und Leidenschaften in meinen Alltag integriert, mache sehr viel Sport, zeichne sehr gerne etc.
    Der Konsum von Alkohol nimmt auch unglaublich viel Zeit in Anspruch,die ganze Organisation ums Trinken,das Trinken selbst...hast du dir überlegt,was du an diese Stelle setzt? Langfristig meine ich.

    Auf meinem Weg zu einem freien Leben habe ich auch bitter feststellen müssen, dass für mich der Alleingang unmöglich ist. Dieses Forum kann eine Stütze sein, ersetzt aber nicht den realen Austausch mit Betroffenen. In einer SHG habe ich beeindruckende Menschen kennengelernt, dank deren Erfahrungen konnte ich mir eigene schmerzhafte Erfahrungen ersparen und wenn es mal ganz schwierig wird, ist immer jemand da den ich anrufen kann. Kannst Du dir so einen Schritt vorstellen? Nach Coronavirus versteht sich...

    Ausser einer SHG habe ich ebenfalls eine Traumatherapie angefangen, das heisst ich kümmere mich endlich von grundauf um mich und meine Gesundheit, dazu gehört auch Vergangenheitsbewältigung.
    Ich greife immer zu wenn mir irgendjemand eine helfende Hand hinhält, und es gibt sie...Hilfsangebote sind da,man muss sich nicht alleine trocknen kämpfen! Was bei mir nach etlichen Versuchen in den vergangenen Jahren eh immer in die Hose ging...

    Was ist bei dir dieses Mal anders? Die Anmeldung hier ist schon mal super, der Austausch hier tut mir gut. Aber vielleicht bringt dir ein Gespräch bei der Suchtberatung etwas? Ich nehme mal an das du dir wahrscheinlich nach deinem Sturz über deinen Hund geschworen hast niiiiee wieder zu trinken...? Das war ja sicher auch ein heftiger Schmerz und das Ego leidet ja auch massiv, aber es hat wohl nicht gereicht damals. Also würde mich interessieren, wie du dir das dieses Mal vorstellst und weshalb es jetzt mit der Trockenheit klappen sollte? Also länger als 3-4 Wochen...Und das wünsche ich dir wirklich von Herzen dass es so ist, wie alle anderen auch hast du ein glückliches, selbstbestimmtes Leben verdient.

    Ich freue mich auf den Austausch mit dir und hoffe du bleibst am Ball !!

    Rina

    Hallo Marcusnb,

    Ich bin Rina,w,38j,2Kinder und seit10 Monaten alkfrei.

    Ich kann dir leider keine Tipps zum Reduzieren geben, zum körperlichen Entzug auch nicht da ich mich damit nicht auskenne. Ich hätte ein Reduzieren nicht hinbekommen da ich total ausser Kontrolle lief wenn ich auch nur geringste Mengen trank (das 1.Glas reichte in der Regel schon). Ich habe aber nicht täglich getrunken,spürte auch keine Entzugserscheinungen wenn ich nicht trank. Für mich war also immer alles oder nichts die einzige Variante, bei dir scheint das Nichts aber - wie du sagst - zu gefährlich zu sein! Wie so ein reduzieren aussehen könnte würde mich auch interessieren, aber einfach erscheint mir das ganz und gar nicht...das man das eben nicht kann zeichnet den Alkoholkranken ja aus. Aber vielleicht antwortet dir hier bald jemand mit Erfahrungen!

    Ich will dich trotzdem herzlich Willkommen heissen im Forum und dich zu deinen Entscheidungen ermutigen! Glückwunsch zu diesen ersten Schritten auf dem Weg in ein trockenes Leben, ich wünsche dir viel Kraft und Mut! Freue mich auf den Austausch mit dir!

    Rina

    Hallo Martin,

    Ich habe deinen Thread gelesen und mische mich jetzt mal kurz in die Diskussion ein, denn mich würde interessieren wie es nun für dich weiter geht? Was hast du vor?

    Gut dass du ehrlich mit deinem Arzt gesprochen hast! Was hat er dir geraten? Einen stationären Entzug? Therapie?

    Ich finde deine gesundheitliche Lage sehr beängstigend,du hast in den kurzen Jahren deinem Körper zu viel abverlangt, er hält offensichtlich nicht mehr mit...

    Ich wünsche dir viel Kraft und Mut die richtigen Entscheidungen zu treffen,

    Alles Liebe

    Rina

    Hallo Conny68

    Willkommen im Forum !

    Gut dass du den Weg hierher gefunden hast und dich über dein und sein Problem informieren willst!

    Ich gehöre zu der „anderen Seite“ bin selbst Alkoholikerin,ich denke es werden dir hier einige Angehörige schreiben,die sich besser mit deiner Seite auskennen als ich.

    Ich kann dir nur sagen, dass die täglich (?) getrunkene Menge deines Mannes ganz schön viel ist,du machst dir zurecht Gedanken. Sein Essverhalten war auch mein Essverhalten vor meinem Entschluss zur Abstinenz, Alkohol hatte immer Vorrang vor Nahrung.Auch das Herunterspielen, Witze drüber machen etc sind leider Anzeichen dafür, dass er wahrscheinlich noch sehr sehr weit weg von einer Einsicht oder gar Änderung seines problematischen Trinkverhaltens ist. Und wenn das bei einem Alkoholkranken so ist hilft alles reden meistens nichts...Das hast du vielleicht auch schon bei den Angehörigen-Posts hier im Forum lesen können. Falls nicht würde ich dir das sehr empfehlen...Alkoholismus ist eine komplizierte Angelegenheit, sie lässt sich nicht einfach durch etwas Willen in den Griff kriegen. Es braucht so einiges um aus der Sucht zu kommen,unter denjenigen die es wirklich wollen und alles dafür tun schaffen es aber längst nicht alle,d.h. die wenigsten. Ich sage dies keinesfalls um dich zu entmutigen, sondern um dir die Schwere dieser Krankheit vor Augen zu führen.

    Ich würde dir trotzdem empfehlen, das Gespräch mit deinem Mann zu suchen...am besten ohne Vorwürfe oder (Schuld-) Zuweisungen,möglichst neutral und aus deiner Perspektive gerichtet. Es geht ja - wie du zu recht sagst! - v.a. Um dich ,wie du dich in der Beziehung fühlst. Das darf er ruhig wissen. Erwarte nur nicht dass er dir zu Liebe irgendetwas langfristig an seinem Trinkverhalten ändert. Wenn er süchtig ist (körperlich oder nicht ist dabei egal), dann kann er das nicht einfach so...vorausgesetzt der Wille zur Änderung wäre überhaupt vorhanden.

    Ein Gespräch ist immer der Anfang, du wirst schnell sehen wo er,du und ihr steht,

    Alles Gute und viel Kraft

    Rina

    In meinem SHG-Umfeld hat es seit der nationalen Ausgangssperre viele Rückfällige gegeben - was ich traurig finde aber sehr gut nachvollziehen kann. Wir sind seit 2,5 Wochen eingesperrt, gehen noch von mindestens einem Monat aus,da macht sich perspektivlosigkeit breit.V.a. Alleinstehenden fällt die Decke auf den Kopf,ich verstehe dass für manche der Griff zur Flasche nahe liegt. Um ehrlich zu sein kam mir der Gedanke auch schon kurz und zum Glück nicht ernsthaft..aber ja,es hätte verheerende Folgen und ich wäre schnell wieder zur Abstinenz gezwungen, meine Wohnlage und die Besorgungsmöglichkeiten liessen einen längeren Absturz gar nicht zu. Die Bussen für unnötige Einkäufe (darunter fällt Alk) sind zu hoch und die Polizeikontrollen zu häufig als dass sich das organisieren liesse. Und man kann schlecht jeden Tag einen Grosseinkauf machen um die paar Flaschen rechtfertigen zu können.

    In einer Region Frankreichs wurde der Alkoholverkauf verboten. Die Behörden haben die vermehrt auftretende häusliche Gewalt schnell mit dem gestiegenen Alkverkauf in Verbindung gebracht und kurzen Prozess gemacht. Leider wird das landesweit wohl nie greifen.

    Ich denke ehrlich gesagt sehr viel an die Familien wo Alkoholismus ein Thema ist,an die steigende Gewalt, an die Kinder...das beschäftigt mich sehr,es macht mich unendlich traurig. In solchen Extremsituationen zeigt sich das ganze besch*** Ausmass dieser Droge noch heftiger und es ist immer noch ganz normal dass sich das Volk legal ins Jenseits saufen darf...die Konsequenzen tragen die Schutz- und Hilflosen deren Schreie hinter den dicken Mauern oft niemand hört.

    Ich schliesse mich Bettys „bleibt gesund „ an,

    Lg
    Rina

    Hallo Sunshine

    Ein herzliches Willkommen auch von mir!

    Ich bin Rina,38j, verheiratet und habe 2 Kinder,seit dem 3.6. bin ich rückfallos trocken, davor 1 Jahr etwas schwieriger mit einigen Rückfällen und davor war es die Hölle. Bin also auf einem guten Weg!

    Ich erkenne einige Parallelen zu deinem Trinkverhalten, bin auch sehr exzessiv und mein erster Konsum war sofort ein Absturz...kenne und kannte nie einen moderaten Alkkonsum. Aber den wollte ich ja auch nicht, denn das Ziel war ja mich abzuschiessen.
    Als ich dann alleine wohnte kam es wie bei dir, der Wein tritt irgendwann zu oft in mein Leben,3-4 x die Woche betrunken. Später habe ich dann auch meinen Job verloren...logischerweise.

    Heute gehe ich - in normalen Zeiten- regelmässig in eine SHG,ohne würde ich längst wieder trinken. Die Krankheit ist zu mächtig, es braucht mehr als einfach nur den Alk weg lassen. Ich musste begreifen, dass ich anders leben muss wenn ich auf Dauer und ohne Kampf sondern glücklich abstinent bleiben will. Diese Änderungen brauchen Zeit, es gilt einen neuen, stabilen Weg zu finden und zu lernen auf sich selbst zu hören. Für mich hiess das zum Bsp riskante Gelegenheiten meiden (wo viel und lange getrunken wird), gewisse Leure sehe ich nicht mehr, weil wenn der gemeinsame Nenner Alk wegfällt nichts mehr bleibt, meine Freizeit gestaltet sich intensiver und anders, ich bin sehr aktiv, habe neue Leidenschaften entdeckt etc...Die Zeit die für das Trinken und dessen Organisation drauf ging will jetzt sinnvoll genutzt und gefüllt werden.

    Es geht mir heute sehr viel besser, aber es ist nicht jeden Tag einfach. Mir hat mal jemand vor vielen Monaten gesagt „Jeder kann trocken werden, aber niemand hat gesagt dass es einfach ist.“ Es ist die Ausdauer und der Wille nach Lösungen zu suchen, das Ausschlaggebend ist. Für mich auch die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Ich öffne jede Türe hinter der ich Unterstützung und Hilfe finden kann, ich habe es verdient trocken zu leben. Ich bin froh das endlich begriffen zu haben.

    Ich freue mich auf den Austausch mit dir und hoffe du lässt uns an deinem Weg Teil haben!

    Wie geht es dir denn jetzt in der aller ersten Zeit? Wie ist der Entzug? Hat dir der Artzt Medikamente verschrieben?

    Lg
    Rina

    Willkommen im Forum!

    Ich freue mich auch auf den Austausch mit dir und gratuliere dir schon mal für 1 Monat Trockenheit! Gut gemacht!
    Manchen fällt die erste Zeit leicht, manchen sehr schwer, einige haben täglich getrunken, andere nicht...die Geschichten hier ähneln sich und sind doch unterschiedlich. Ich finde für mich immer wieder Antworten und schätze den Erfahrungsaustausch sehr. Der Besuch einer realen SHG ist in normalen Zeiten- wenn’s eben möglich ist- für mich absolut notwendig um trocken zu bleiben. Wie ist es bei dir? Kannst Du dir das vorstellen? Aber zum Glück gibt es Foren wie diese wo man zu Zeiten wie jetzt Hilfe findet!

    Ich bin übrigens Rina,verheiratet 38 Jahre und habe 2 Kinder.Seit 3.6. abstinent.

    Ich glaube Viele haben den Ernst der Lage einfach noch nicht begriffen. :(
    In einer solchen Krisenzeit gilt es solidarisch zu handeln und Prioritäten zu setzen...Klopapier gehört definitiv nicht zu meinen.

    Ich habe übrigens in meinem Bekanntenkreis einen beachtlichen Anstieg an Alkoholkonsum festgestellt...vor allem bei denen,wo es eh schon kritisch war! Die Ausgangssperre ist geradezu eine Einladung für viele täglich und den ganzen Tag zu trinken...man muss/ kann nicht zur Arbeit, null Verpflichtungen,kann eh nicht raus...ich sehe wirklich wie das innerhalb kürzester Zeit einreissen kann. Viele Freunde meines Mannes genehmigen sich schon den ersten Aperitif ab Mittags, über Skype mit Freunden trinkt man dann ja auch nicht „alleine „...so ein wochenlanges Ausgehverbot kann meiner Meinung nach für einige verheerende Folgen haben. Bei mir würde es zu 100% schlecht ausgehen würde ich noch trinken!!