Beiträge von Rina

    Salut!

    @Rekonvalenz: Interessant finde ich den Ansatz, hast du das Buch gelesen? Ich fand darüber keine Kritik im Internet und frage mich, ob es sich lohnt sich das zu bestellen...

    Risu und Susanne : Ich stimme mit euch überein was den Inhalt des zitierten Beitrags betrifft, bin aber zum Schluss gekommen, dass der wahrscheinlich unter nicht so guten Voraussetzungen entstanden ist...Deshalb dachte ich mir, schwamm drüber aber daher rührt auch meine Frage an Katharina, wo sie gerade steht mit ihrer Trockenheit oder eben Nicht-Trockenheit...

    Aber es erinnert mich vor allem an eins: Alkohol irritiert und verändert die objektive Wahrnehmung eines Menschen schon sehr, das merke ich aber erst jetzt mit einigen Monaten Nüchternheit. Als ich trank, auch wenn nicht täglich, hatte ich sehr oft das Gefühl angegriffen zu werden, alle missverstanden mich, niemand konnte mich begreifen etc...Bin da in so ein ziemlich falsches Weltbild gerutscht und doch fühlte ich mich komischerweise ziemlich überlegen zum Teil. Dauerhafter Konsum hat mich sehr verändert, werde jetzt wieder zu meinem eigentlichen ICH, langsam aber sicher, das ist gut so!

    LG
    Rina

    Nein, mit einem Rückfall rechne ich im Moment nicht, aber wer weiss, ich meine, mein halbes Leben steht noch vor mir, wer kann das schon sagen?

    Ich meine eher, dass ich sehr auf mich aufpasse und mich nicht freiwillig in "gefährliche" Situationen begebe, die einen Suchtdruck auslösen können. Dazu gehören eben grössere Apero-Anlässe mit Freunden, die des öfteren ausarten. Ich fühl mich da nicht stabil genug, kann nicht sagen, wie ich reagiere und welche Gefühle solche endlosen Trinkangelegenheiten bei mir auslösen...ich muss es mir ja nicht unnötig schwer machen!

    Und ich hätte wirklich geglaubt, so nach 7 Monaten ist das schlimmste vorbei, aber solche Momente gibt es immer noch, eben Festtage...Viele sagen, nach einem Jahr Abstinenz tut sich was, da hat man alle Situationen durch: Geburtstage, Muttertage, Urlaub, Weihnachten, Neu-Jahr, Karneval...Kann mir gut vorstellen, dass da was dran ist.

    Jetzt geht es mir aber wieder sehr gut, die Gedanken des "vom Leben bestraft sein" etc sind weg, es war eine Phase, die ich zum Glück schadenfrei überwunden habe. Aber es war wohl nicht die letzte solcher Phasen, deshalb meine Achtsamkeit!

    Wie geht es dir heute...nach beginn der 2.Woche?? 44.

    Hallo Katharina,

    Diese Wut kannst du doch durchaus in positive Energie umwandeln! Ich war mal in dem Stadium, dass ich einfach nur wütend war, alkoholkrank zu sein, es hat mich zwar weiter gebracht, aber noch nicht dazu, um es endgültig bleiben zu lassen.

    Ich sehe Alkoholsucht schon als etwas mehr an als "nur die Suche nach irgendwas". Das hiesse dann ja, sobald ich das irgendwas gefunden habe,ist das Problem vom Tisch und ich kann wieder fröhlich ab und zu normal trinken. Es ist schon eine ziemlich komplizierte Krankheit, die noch nicht bis zu Ende erforscht ist und wo auch Suchtexperten und Ärzte sich nicht in allen Punkten einig sind. Z.Bsp; der vererbliche Teil, genetische Faktoren etc...

    bei mir hat der erste Alk-Konsum eingeschlagen wie eine Bombe, ich war ziemlich schnell psychisch abhängig...ich wusste vom ersten Moment an, dass ich mehr davon wollte, und zwar von der Wirkung. Es stand sehr schnell fest, dass ich von anfang abhängig war, nie körperlich, aber psychisch umso mehr.

    Ich wünsche dir sehr, dass du von deinem Wein schnell los kommst, es ist schon mal super, dass du dich hier einliest und dich mitteilst! Der Austausch mit anderen hat mir immer sehr viel geholfen. In einem 2. Schritt kannst du vielleicht mal eine SHG besuchen, kostet ja nichts.

    Wie sieht es denn jetzt mit deinem Konsum aus? Ist er noch täglich oder bist du bereits am Aufhören?

    Viel Kraft und Mut, glaub an dich!

    LG
    Rina

    Naja, hab ziemlich heftig getrunken, Rum und Wein, viel mehr als sonst üblich... das alles-oder-nichts-Prinzip hat sich verschärft, es war übel. Der Rückfall hat so 5 Tage gedauert. Dann habe ich mich wieder gefangen...zum Glück. Dann wieder ein paar Monate trocken, wieder Rückfall...seit Juni ist es eine rückfalllose Zeit, bin glücklich darüber. Es geht vielen so, man darf sich aber nicht fallen lassen, nicht in so ein fatales Denken rutschen wie "jetzt ist es eh egal". Ich konnte mich immer nach ein paar Tagen wieder aufraffen, aber einfacher wurde es dadurch nicht! Im Gegenteil eigentlich...die Sucht wird stärker habe ich das Gefühl, bie mir jedenfalls.
    Auf der Gewinnerseite sehe ich mich aber noch lange nicht, mein Weg ist noch nicht geschafft, ich bleibe auf der Hut!

    Das ist doch schon mal super, dass es emotional gut geht! Von der Krankheit wirst du dich körperlich schneller erholen da alkfrei, es geht bergauf 44.

    Seitdem ich nicht mehr trinke, liebe ich den Morgen! Das ist so die Tageszeit wo ich voller Energie bin, bin ein echter Frühaufsteher und Frühsportler! Wusste ich lange gar nicht weil ich so oft halt verkatert aufwachte...

    Ja solche Gedanken an die gute alte Feierzeit habe ich natürlich auch noch...zu letzt gerade an Weihnachten. Da wurde eine Woche ziemlich viel um mich herum getrunken, ich fand das zum Teil schwierig und fühlte mich ausgeschlossen vom wirklichen Fest. Jetzt ist das Gefühl weg, es geht alles vorüber aber ich hatte so meine paar Tage damit zu kämpfen, hab auch einen Thread aufgemacht...unter Allgemeines "Weihnachten und seine Nachwirkungen", kannst mal nachlesen, musste mich schon ziemlich durchbeissen. Das gute und positive ist, dass ich vor genau einem Jahr an Weihnachten einen Rückfall hatte, nach 4 Monaten ohne Alk. Dieses Jahr habe ich es durchgestanden, das bbehalte ich im Kopf, das ist ein schöner Erfolg. Denn als ich vor einem Jahr rückfällig wurde hat es natürlich im Debakel geendet, es war keine Spur von Freude, Ausgelassenheit oder Feststimmung...ich war einfach nur peinlich und neben der Realität! Das vergisst man aber in so Drucksituationen leider oft, für mich wird es kein unbeschwertes Trinken mehr geben, der Zug ist ab.

    Deshalb betreibe ich auch strenges Risiko-Management...wenn eine Situation zu gefährlich wird lasse ich sie sausen. Meine Abstinent ist zur Priorität geworden, mit ihr steht und fällt mein Leben.

    Sei positiv und glaube an deine Ressourcen, wir haben sie alle in uns man darf nur nie daran zweifeln!

    Moin,

    Eine interessante Diskussion...wobei ich mit meiner Meinung zu 100% übereinstimme.

    Dabei habe ich aber von Ärzten in der Suchtberatung selbst gehört, dass man heute nicht weiss, ob ein Alkoholkranker nicht irgendwann doch wieder "kontrolliert trinken" kann, die Endgültigkeit der Krankheit scheint unter Experten diskutiert zu werden. Unter Betroffenen, jeden Falls in den Gruppen die ich besuche, scheint das kein Thema mehr zu sein...ein mal süchtig gibt es kein zurück. Ich habe auch noch nie jemanden gesehen, der nach langjähriger Sucht plötzlich wieder normal trinken konnte, also geheilt war. Aber es ist wohl wie mit dem rosa Elefanten...nur weil ich so einen noch nie gesehen habe, muss das nicht heissen, dass es den nicht gibt...

    Für mich stellt sich die Frage wegen KT sowieso nicht, wenn ich trank dann wollte ich die Wirkung, mich betrunken fühlen, das hätte ich mit 1-2 Gläser ja eh nie hin bekommen. Aber ich denke auch für Leute, die "nur" missbräuchlich trinken, ist dieses KT eher anstrengender als es gleich bleiben zu lassen...für die meisten zu mindest. Aber das so etwas mit soviel Energie, Eifer, Zeit und Kursen überhaupt angestrebt werden will, zeigt traurigerweise den Stellenwert der Alkohol in unserer Gesellschaft hat...Es lohnt sich da also so einiges an Kraft rein zu stecken, um zu lernen, sich nur noch ein bisschen zu vergiften... ::)
    Man würde kaum die selbe Energie in so ein Raucherprogramm stecken...kontrolliertes Rauchen?

    Aber vielleicht hat Susanne da recht, es zieht immerhin Menschen an, die es sonst vielleicht gar nicht versuchen vom Gift loszukommen/zu reduzieren..

    @ Minza: Dir viel positive Energie und Mut, die 2. alkoholfreie Woche zu starten, tu dir selbst Gutes, dein Körper und Geist verdienen es nach all dieser Zeit!!

    Lg
    Rina

    Hi Ilka,

    wie geht es dir zu Hause angekommen? Hoffe es geht gesundheitlich bergauf?

    Viel Kraft und Mut für Tag 7, wünsche dir viel Sonnenschein und positive Energie!

    Rina

    Naja, es waren/sind generell Änderungen in meinem Lebensstil...Bis heute zum Beispiel haben wir nicht so oft Besuch, weil unsere Freunde gerne und viel Alk trinken. Für mich sind das Risiko-Situationen, sie verlangen mir einiges ab daher halte ich sie in Grenzen. Mit meinem Mann machen wir vermehrt Theater-Besuche, Spa- und Sauna, nicht wie früher als wir zu 2. Zeit verbrachten im Restaurant. Ich koche auch sehr viel, habe ich früher nie gemacht...heute essen wir frisch und home made vom Bio-Laden. Und neben dem Sport habe ich auch das Lesen und Zeichnen wieder für mich entdeckt, ich nutze die Zeit positiv für meine Kreativität.

    Das Trinken hat viel Zeit in Anspruch genommen, Energie auch, die ich entweder in Alk steckte oder danach brauchte um mich vom Exzess zu erholen. Diese Zeit will nun genutzt werden, wenn man einfach nur das Trinken weg lässt und nichts and die Stelle setzt ist das bei den meisten zum Scheitern verurteilt...vor allem in der ersten Zeit merkte ich, ich muss um jeden Preis Langeweile vermeiden!

    Es gibt so viele Dinge die einem Freude bereiten können, suche dir ein Hobby, etwas, was du leidenschaftlich gerne tust.

    :) einen sonnigen Tag und nur Mut, bleibe positiv!

    Super, schon Tag 5 44.
    Das ist doch ein wunderbarer Start ins neue Jahr!
    Leider mit Krankheit so wie es aussieht...sei vorsichtig mit Medikamenten, die können leider schnell einen unglaublichen Suchtdruck hervor rufen falls Alkohol enthalten ist! Klingt lächerlich, der Ablauf im Körper ist aber leider so programmiert wenn man alkoholkrank ist, wurde mir mal ausführlich von einem Arzt erklärt.

    Ja das mit den Emotionen aushalten ist so eine Sache...Trauer,Wut und vor allem Freude sind solche Gefühle, die immer noch schwierig sind. Vor allem Freude...wurde mir oft zum Verhängnis. Da bleibt eben nur eines: andere Wege gehen als bisher, Strategien finden und in der ersten Zeit "aushalten".

    Und ich verstehe, dass dir das Zurück in die gewohnte Umgebung Angst macht. Hast du noch Alk bei dir zu Hause? Vielleicht hilft es dir Gewohnheiten zu ändern, zum Beispiel, anderer Supermarkt für Einkäufe, Morgenspaziergang um die Lungen frisch zu bekommen, Möbel umstellen...Irgendwie alten Mustern auszuweichen und einen neuen, anderen Start zu finden.

    Falls du dich gerne bewegst ist Sport ein guter Ansatz, falls gar nicht können aber auch kleine Spatziergänge helfen. Ich verbringe so viel Zeit wie möglich in der Natur, das tut unglaublich gut, und ich mache sehr viel Sport, das schon seit immer, sogar als ich trank. Heute erfreue ich mich über meine gute Fitness und einen gesunden Körper, das sind so kleine Ziele, die ich mir täglich setze: gut zu mir selbst zu sein.

    Gute Besserung und gute Heimreise, beschäftige dich vor allem in der Anfangszeit!

    Hallo Ilka,
    Herzlich Willkommen :welcome: im Forum!i

    Ich bin w, 38 Jahre und auch Alkoholikerin auf dem Weg in ein abstinentes Leben, seit 7 Monaten klappt es rückfalllos...dank einer Menge helfender Menschen um mich, SHG, Lesen und Austausch.

    Ich erkenne so einiges in mir was du schreibst...ich habe dieses Gefühl sehr oft: ich reiche mir selbst nicht, bin mir nicht gut genug. So ziemlich alles was ich unternehme muss zu 120% perfekt ausgeführt werden, ich kann einfach keinen Mittelweg gehen. Stelle immer unglaubliche Ansprüche an mich selbst, die dann selten erfüllt werden können...logischerweise. und dann fühle ich mich als Versagerin. Der Alk half dann immer diesem inneren Druck zu lösen...nur so konnte ich mich fallen lassen und entspannen. ich muss jetzt lernen andere wege der Entspannung zu finden und vor allem mich mich dem Mittelmass zufrieden zu geben. Aber in meiner kindheit war es halt auch schon immer so, meine Eltern waren sehr anspruchsvoll, verlangten mir so einiges ab, irgendwo wird man halt konditioniert. das um-konditionieren ist aber möglich, dauert aber einbisschen.

    wie geht es dir denn heute, an tag 4?

    SHG ist ein sehr gutes Vorhaben, bin glücklich sogar 2 Gruppen gefunden zu haben...umso mehr Menschen ich um mich habe, die mit mir ihre Erfahrungen teilen umso besser geht es mir.

    Achja, mein Weg ist auch lange, ich weiss seit einigen Jahren, dass Trinken für mich nicht möglich ist...bis ich aber stabil abstinent (und glücklich!) bin, wird es wohl noch dauern. ich habe zu viele Jahre hindurch gelernt, dass Alk mein Entspanner, meine Lösung für alles ist, es braucht seine Zeit, bis ich mir ein Umdenken aneignen kann.

    Viel Kraft für diese ersten Tage, freue mich zu lesen, wie es dir geht und wie dein Besuch in der shg war!

    Rina

    Auch von mir ein :welcome: im Forum Minza!

    Ich glaube die wenigsten schaffen den Absprung auf Anhieb...Ich bin w, 38 Jahre alt und ehrlich wissen, dass etwas geschehen muss, tu ich seit 2016, aber wirklich vorankommen mit dem Projekt "Abstinent-leben" komme ich seit Sommer 2018. Bis Sommer 2019 gab es dann 4 Rückfälle, die je so 5-8 Tage gedauert haben. Seit Anfang Juni, bin ich nun rückfalllos...es ist ein langer Weg, aber Rückschläge sollten dich nicht aufhalten, im Gegenteil!

    Es ist bis heute nicht immer einfach, aber ich tue alles, um mir auf diesem neuen Lebensweg Hilfe zu holen...dazu gehört auch eine SHG. Ohne den realen Austausch fände ich es echt extrem schwierig. Und ich war wie Du Anfangs...wollte da nicht hin. Aber meine Bedenken waren total grundlos...in meiner Gruppe ist so ziemlich alles dabei: Langjährige Abstinente, langjährige immer-wieder-Rückfällige, Neulinge, Akademiker, Studenten, Arbeitslose, Hausfrauen...Kurz: Leute wie du und ich, die eines gemeinsam haben: Alkoholkrankheit.

    Ich möchte dir Mut machen da mal vorbei zu schauen, es gibt verschiedene Gruppen. Wenns dir nicht gefällt lass es, aber immerhin hast du dir die Chance gegeben.
    Und sonst ist das Lesen und Schreiben hier im Forum auch eine gute Stütze. Die Krankheit ist unglaublich heimtükisch, ich für meinen Teil habe gelernt, dass ich jede Hilfe in Anspruch nehmen darf, die mir geboten wird...alleine schaffe ich es nicht.Und wozu auch? Es gibt Tausende mit dem selben Problem, wieso sollte ich es mir unnötig schwer machen? Aber ich verstehe deine Scheu, ich brauchte auch meine Zeit...wollte vor allem nicht zu diesem "Club" der Süchtigen gehören. Nun will ich aber zum "Club" der Abstinenten gehören, es ist einfacher so!

    Viel Kraft für die ersten Tage, tue deinem Körper gutes mit frischem Gemüse, Zitrusfrüchten, Avocado etc...hilft körperlich und moralisch sich gut zu fühlen!

    Alles Gute,

    Rina

    Moin,

    Ja Susanne, das frage ich mich natürlich auch...wieso kann ich nicht auch ohne Alkohol ausgelassen sein? Ich weiss es nicht. Ich bin ein sehr ernsthafter Mensch, stelle mir selbst unendlich viele Regeln auf und erwarte meist viel zu viel von mir. Der Alkohol erlaubte es mir, aus diesem Schema auszubrechen, alles fallen lassen...nun ja, treu nach meinem Alles-oder-Nichts- Credo... ::). Ich arbeite daran, ein Mittelmass zu finden, es fällt mir aber sehr schwer nicht in extreme Verhaltensweisen zu rutschen...in so ziemlichen vielen Lebensbereichen.

    Jemand in meiner Gruppe hatte mal gesagt, dass ich wohl noch weiter trinken muss, denn so lange ich noch positive Aspekte am Alkohol finde bin ich noch nicht bereit ein abstinentes Leben zu führen. Fand das ziemlich hart, aber vielleicht hat er recht. Ich will aber auf meinem Weg nicht noch mehr Mist bauen, meine Kinder gefährden, mich selbst in unmögliche Situationen bringen etc...es reicht wirklich.

    Ich denke oft dass ich vielleicht einfach schwächer bin als andere. Wie du Susanne zum Beispiel und andere die sich von Mehrfach-Substanz-Missbrauch befreit haben...

    Nun ja vielleicht bin ich auch einfach ein mal mehr sehr ungeduldig, lasse meiner Genesung nicht die Zeit die sie brauch?

    Das Schreiben und Lesen hier hilft auf alle Fälle, die SHG auch, meine Traumatherapie ist schwierig aber notwendig also kann ich die Dinge sooo schlecht nicht angehen. Ich dachte halt nur dass der Suchtdruck so nach 7 Monaten schon mal aufhören sollte... nixweiss0

    Rina

    Ich bin schon seit langem an dem Punkt angelangt, wo ich weiss dass es nur bergab gehen kann solange ich weiter trinke. Ich weiss dass ich ausser Kontrolle gerate wenn ich auch nur ein Glas Wein trinke, ich habe mich zu oft in Schwierigkeiten gebracht durch den Alkohol, wenn ich den Konsum nicht stoppe werde ich irgendwann alles verlieren...Familie, Job, Haus, Gesundheit etc...

    Das ist was mich zum Aufhören bewegt. Und ich bin mit Alkohol nicht glücklich, weil ich psychisch abhängig bin. Und ich möchte glücklich sein.

    Daher verstehe ich die Frage, wie man bei den ganzen rationalen Gründen dann noch neidisch sein kann...Ich kann es nicht gut beschreiben. Es ist das Gefühl, mich etwas aus der Realität schiessen zu können, das ich vermisse, nicht das trinken selbst. Könnte ich dieses Wattebausch-Gefühl mit einer Pille erreichen, bräuchte ich den Alk ja nicht...Ich trank immer wegen der Wirkung und zur Zeit trauere ich etwas dieser Leichtigkeit nach, dem Ausgelassen-Sein an Festen mit Freunden...Wenn ich ehrlich bin, fällt es mir schwer zu akzeptieren dass diese Zeit vorbei ist, ein unbeschwerter Konsum für mich nun mal nicht mehr möglich ist.

    Naja, ich hoffe halt die Suchtspirale jetzt anhalten zu können, bevor ich ganz am Boden bin...Wenn ich mich dazu einige Monate durchkämpfen muss ist es das 1000x wert, vorausgesetzt der Suchtdruck und dieses sch+++ss Gefühl lassen wirklich mal nach...Falls dem nicht so ist, bin ich wohl noch nicht so weit und ich muss noch länger leiden, das wünsche ich mir aber ehrlich nicht.

    Liebe Grüsse
    Rina

    Danke dir Rekonvalenz,

    das mit dem 1 Jahr habe ich schon öfters in der Gruppe gehört, dass es dann anscheinend einfacher wird. Und viele sagen, dass nach 3 Jahren ein gewisses "nie-wieder-zurück-wollen" statt findet.
    Wenn man es so betrachtet habe ich über 50% von einem Jahr geschafft, dass sollte eine gute Motivation sein! Und der "härteste" Teil des Jahres ist vorbei...

    Susanne :
    Ja ich habe zwei Suchttherapien hinter mir, eine von 3 Wochen und eine von 2 Monaten. Beide haben mir persönlich nicht viel gebracht, ausser mich vom Stoff wegzubringen. Bin aber nach der Therapie schnell wieder rückfällig geworden. Das heisst bei 7 Monaten Abstinenz war ich eigentlich schon lange nicht mehr, wenn man die Schwangerschaften weg lässt noch nie.

    Ich hoffe ihr seid alle gut ins 2020 gerutscht!
    Alles Liebe und vor allem Gesundheit wünsche ich euch,
    Rina

    Hallo Ralf,

    Willkommen im Forum!

    Ich bin seit rund 7Monaten alkoholfrei...bis es dazu kam war es ein langer Leidensweg und es ist auch heute nicht immer einfach.

    Ich bin vor gut 10 Jahren, genau wie du, in einem Forum gelandet. Ich wusste ich hatte ein Alkoholproblem, was ich aber vor allem wollte war die Bestätigung, nicht abhängig zu sein...und wer sucht der findet, denn es gab sie schliesslich, die wirklich schlimmen Fälle die alles verloren hatten, etliche Entzüge hinter sich hatten etc. Da konnte ich mir dann easy einreden dass es sooo schlimm bei mir nicht war, alles noch unter Kontrolle ist...Tatsache ist aber, dass ich schon viel weiter in der Sucht war, dies auch wusste und es mir einfach nicht eingestehen konnte und wollte. Und ich rede von psychischer Abhängigkeit, körplerliche Entzüge hatte ich nie, ich trank auch nie jeden Tag.

    Du scheinst dir Gedanken um deinen Konsum zu machen und wie du ihn beschreibst zu recht...Denn "4 Tage grundlos keinen Alkohol zu trinken" ist eine Aussage die nur von einem Problemtrinker kommen kann. Ein anderer hätte geschrieben "grundlos 4 Tage Alkohol getrunken" aber der wäre mit Sicherheit nicht hier im Forum...

    Ich finde den Ansatz weniger zu trinken schon sehr gut, hoffe sehr dass es für dich klappt und du nicht so lange leiden musst wie ich. Ich habe zu viele Jahre versucht mein Trinken zu kontrollieren, hat nie geklappt und wie gesagt, ich war nicht bei einem täglichen Konsum. Die körperliche Abhängigkeit ist sekundär und schnell überwunden.

    Berichte doch mal wie es klappt, sich hier auszutauschen kann nur positiv sein, keiner will dich hier "voll zum Alkoholiker" abstempeln! Das kann auch niemand, nur du weisst ob du eventuell einfach nur missbräuchlich trinkst oder alkoholkrank bist. Ich bin leider letzteres, ändern lässt sich das nicht aber ich kann lernen damit zu leben und hoffentlich glücklich zu werden. Deshalb bin ich heute hier in diesem Forum.

    Wäre schönn wenn du etwas mehr von dir erzählen würdest,

    gutes gelingen in deinem Vorhaben und einen guten Start ins neue Jahr!

    Rina

    Vielen Dank für eure Atworten,

    Es geht mir wieder etwas besser…heute verbrige ich Silvester im geschützten Rahmen mit Mann und Kindern, ohne Alk-Flaschen auf dem Tisch.

    Bei meinen Eltern wurde halt Champager, Wein, Cognac serviert und meine Geschwister nahmen sich nicht unbedingt zurück…müssen sie auch nicht. Es ist für mich schwierig weil ich mich auch immer so ausgegrentzt fühle…irgenndwie vom Leben bestraft. Ein dämlicher Gedanke, ich weiss.

    Ich habe das auch oft, wenn mein Mann sich mit seinen Freunden trifft und richtig Feiern geht…bin dann immer eifersüchtig auf ihn weil ich das auch gerne möchte. Viele Jahre hindurch war es auch so, wir hatten jedes Wochenende Freunde im Haus, feierten grosse Feste mit entsprechendem Konsum. Für mich hatte es gegen Ende immer nur in Peinlichkeiten und Black-outs geendet. Diese Zeit ist seit 1,5 Jahren um, wir haben selten Besuch und wenn, hält sich auch mein Mann mit dem Alkohol zurück. Aber wenn ich nicht da bin lässt er sich auch gerne gehen und feiert auswärts, vielleicht so 3mal im Jahr – was ich dann immer sehr schlecht ertragen kann. Wahrscheinlich weil es einfach schwierig ist mitanzusehen was nicht mehr möglich ist, und was ich heute noch so oft vermisse…Mein Leben kommt mir so langweilig vor, ich vereinsame weil ich es im Moment ( ?) so schwierig finde anderen beim Trinken zuzusehen. Fühle mich daher doppelt bestraft.

    Es ist echt eine schlechte Phase gerade…Zurück zum Alkohol steht ausser Frage, ohne Alkohol ist frustrierend…weiss nicht wie ich das bewältigen soll. Es ging schon mal besser, vielleicht ist es wirklich die Festtagszeit die das Ganze so unerträglich macht. Habe das Gefühl das Leben ist ein einziger Kampf…

    Genug rumgeheult, sorry…aber tut auch gut die Gedanken zu teilen, sie mussten raus.

    Ich wünsche euch allen ein friedliches Fest und einen guten Start ins 2020 !

    Ein liebes hallo an alle,

    Ich wollte mal nachfragen, wie ihr den ersten Teil der Feiertage erlebt hat ? Für die Langzeit-Abstinenten unter euch waren es nicht die ersten Weihnachten ohne Alkohol, mich würde interessieren, wie es am Anfang für euch war ? Ansträngend ? Gefährlich ? Oder Gleichgültig ? Habt ihr mit der Zeit Strategien entwickelt, um solche Festtagssituationen einfacher zu meistern…zu geniessen ?

    Ich habe Weihnachten bei meiner Familie verbracht, es wirkt immer noch nach. Träume vom Alkohol, viele Gedanken daran, Suchtdruck…schrecklich. Ich dachte mir schon, dass es herausfordernd wird, aber das Ausmass war mir nicht bewusst. Ich bin noch gar nicht lange abstinent (7Monate), ich komme damit zur Zeit einfach nicht zurecht…Werde am Di wieder in meine SHG gehen und hoffentlich auf gute Ratschläge stossen, aber bis dahin dachte ich mir ich greife lieber mal zur Tastatur und befreie meinen Kummer.

    Das Elende daran ist ja auch, dass ich einer Situation nach trauere, die es so nie wieder geben wird : den unbefängliche Gennuss und die die gute Stimmung unter Alkkoholkonsum. Ich weiss, dieser Zug ist längst abgefahren, bin viel zu abhängig geworden. Wenn ich jetzt was getrunken hätte, hätte es im Desaster geenndet…Kontrollverlust, agressives Verhalten etc. Doch die Sucht scheint stärker, der Druck kommt meinem rationalen Denken zuvor…

    Geht es mit der Zeit weg ? Suchtdruck ? Frustration ? Muss man sich die erste Monate, Jahre ( ?) duch solche Situationen einfach durchkämpfen ? nixweiss0

    Schönen Sonntag an alle,
    Rina

    Hallo Greenfox und Susanne, Danke für eure Rückmeldungen !
    Manchmal wünnschte ich mir die Zeit voraus drehen zu können, und bereits eine gefestigte Trockenheit wie ihr beiden zu haben. Stehe noch so am Anfang und auf wackeligen Beinen. In dieser Hinsicht arbeitet wohl die Zeit die vergeht für uns, es ist jetzt auch schon einfacher als vor einigen Monaten.

    Susanne

    « Trocken habe ich mir diese Möglichkeiten anders geschaffen, den inneren Rückzugsraum zum Beispiel durch Meditation. «

    Genau das habe ich schon von vielen erfolgreichen Abstinenzlern gehört ! Ich habe dazu irgendwie keinen Zugang, ich müsste mich da wirklich von jemandem einführen lassen. Interessant und ein Versuch Wert wäre es bestimmt.

    Mit meinem Traumatherapeuten arbeite ich auch auf einer emotionalen Ebene, also keine klassische Gesprächstherapie, es ist ein anderer Ansatz und bringt mich wirklich weiter.

    « Heute kann ich nüchtern lustiger sein als ich es betrunken wohl jemals war, wahrscheinlich bin ich auch für andere Leute angenehmer, denn wenn ich so richtig betrunken war, habe ich ja eine Menge Blödsinn erzählt, und es gibt hinterher kein böses Erwachen ».

    Ja das böse Erwachen…Es ist mit der Zeit immer schlimmer geworden, ich wurde im Suff immer sehr agressiv, Blackouts waren die Regel und der Morgen danach mit zitternder Stimme auf Info-suche um herauszufinden was ich alles geboten habe. Gott… :-[
    Dass ich mal nüchtern feiern kann hoffe ich sehr, kann ich mir aber heute noch nicht vorstellen. Will es auch nicht ausprobieren, noch zu riskant.

    Greenfox
    « Negative Erlebnisse jedweder Art sind Schei...benhonig, ich weiß. Und sie können wunderbar immer und jederzeit als Ausrede herhalten. »

    Am Anfang war halt der Alkohol wirklich eine Art Rettung, ein gutes Mittel sich nicht dem Schrecken stellen zu müssen. Später hielt das Trauma tatsächlich manchmal als Entschuldigung hin, nicht mir selbst gegenüber sondern anderen gegenüber. Ich habe mir in dieser Hinsicht aber nie wirklich was vorgemacht, denn ich wusste sehr schnell dass ich auch ohne Missbrauch Alkoholabhängig geworden wäre. Ich bin davon überzeugt sogar, denn der erste Rausch hatte bei mir etwas ausgelöst, dass ich nicht mehr kontrollieren konnte, ich wollte nur mehr davon, möglichst schnell und viel. Ich glaube das Erlebte hat einfach die Dinge beschleunigt, den Prozess der Abhängigkeit sofort auf höheres Level gebracht…ich kannte ja auch nie einen moderaten Konsum…wozu auch, ich wollte ja betrunken sein, von Anfang an !
    Der übelste Zustand war wohl das Halb-betrunken sein…wenn ich nicht weiter trinken konnte es aber wollte. Schrecklich zu was ich da alles in der Lage war, wäre Meilen gegangen für Alkohol.

    Ich hätte übrigens auch sehr gut in andere Drogen abstürzen können, sowie es Susanne beschrieb. Alleine die Angst hielt mich davon ab. Zum Glück.

    « Und siehe da - zumindest bei mir hat es geholfen: ich kann wieder über die Probleme reden, ohne in Tränen aus- und zusammenzubrechen und ohne zur Flasche greifen zu "müssen". »

    Genau das wird auch für mich eintreffen, ich bin mir da ziemlich sicher. Jedenfalls werde ich alles dafür tun !

    :sun: Rina

    Vielen Dank für euer nettes Willkommen!
    Ich wünsche mir so sehr, dass ich hier auch mal von 4 Jahren, 11 Jahren etc schreiben darf. Ich stehe erst am Anfang und es kommt noch einiges auf mich zu. Ich bin schon so oft hingefallen, die Situationen, die mich zu Fall brachten, kommen wieder und ich will mich ihnen mit meiner Erfahrung heute anders stellen...im Sinne vorbereitet, gewappnet.

    Eben gerade die Feiertage...war letzes Jahr ein Desaster, hat mich nach 5 Monaten Trockenheit in einen schlimmen 5-tägigen Rückfall geschleudert. Habe mich zwar schnell erholt aber es hätte nicht sein müssen. Ich hatte regelrecht Panik davor anderen beim Champagner-Trinken zusehen zu müssen, weiter zum Rotwein, dann zum Weisswein und dem Digestiv mit Kaffee...ich konnte mich dem einfach nicht stellen! Das Problem besteht bis heute noch, ich fühle mich ausgegrentzt, habe das Gefühl etwas zu verpassen, vom Leben bestraft. Es ist unsinnig ich weiss...aber Gefühle sind nun mal nicht rational. Wir verbringen Weihnachten dieses Jahr bei meinen Eltern im Hohen Norden Europas, sie wissen Bescheid und nehmen Rücksicht, daher fühle ich mich etwas mehr in Sicherheit. Ansonsten LIEBE ich Weihnachten!! Ich komme aus dem Land vom Weihnachtsmann ... ^^ Also es geht wirklich nur um den Alkohol bei der Geschichte...

    Was das mit den Emotionen angeht ist das eigentlich schon lange so, dass ich mich durch den Schleier Alkohol wie geschützt fühlte...die Realität halt nicht in den knall harten Neonfarben erleben zu müssen sondern eher in Pastellfarben. Es war für mich immer wie ein Zufluchtort...Man hat mir schon oft den Stempel "hypersensibel" aufgedrückt, ob es stimmt weiss ich nicht. Bin mit Sicherheit sehr emotiv und sensibel, verleztlich auch, da gibt es in meiner SHG so einige davon.

    Als ich sehr jung war hatte ich ein übles Missbrauchserlebnis, ich wäre beinahe gestorben, durch den Überfall später an täglichen Suizidgedanken -projekten. Der Alkohol hat mir sozusagen erlaubt, nur halb-tod zu sein, meinen Gedanken und Albträumen entfliehen zu düren, ohne dass es endgültig ist. Nun ja ich arbeite daran, es hat über 20 Jahre gedauert bis ich endlich mit einem Therapeuten darüber sprechen will/kann. bin also auf dem Weg...

    Ich habe manchmal aber auch einfach nur realen Suchtdruck, das ist schon so. Ohne Erklärung, ausser der, dass ich eben abhängig bin. Es kommt schon noch oft vor, da frage ich mich wie lange das wohl noch andauern wird...

    Muss los, die Kinder ins Bett bringen!