Guten Morgen!
Ich denke man kann bei einem Süchtigen nicht von „wollen „ sprechen. Als meine Sucht irgendwann so stark wurde, dass der Alkohol leider Platz 1 auf meiner Prioritätenliste einnahm, war das mit Sicherheit keine willentliche Entscheidung. Ich habe mich genauso wenig dafür entschieden, mich in unmögliche Situationen zu bringen,mein Umfeld leiden zu lassen und zuletzt sämtliche Würde und Selbstrespekt zu verlieren. Ich konnte aber nicht anders...bis der Leidensdruck so gross wurde, dass ich bereit war es zu beenden.Und ich habe damals auch öfters meinem Mann „ehrlich „ versprochen ,nicht mehr zu trinken, mich zu kontrollieren etc und ich meinte das auch wirklich,ich wollte es aus voller Überzeugung...konnte einfach nicht weil ich noch nicht so weit war,das Ausmass dieser Krankheit zu verstehen und zu akzeptieren.
Ein Abhängiger ist gegenüber dem Alkohol machtlos. Daher kann ich nur unterschreiben,dass sämtliche Diskussionen nach einem Glas eh nichts bringen...Das hat mein Partner auch lernen müssen,wir mussten beide viel Leid ertragen,bis wir endlich einen Weg aus der Sucht fanden...und wir sind noch unterwegs, denn es ist nicht von heute auf morgen getan.
Was mir am meisten geholfen hat,war tatsächlich als er aufhörte meine Abhängigkeit zu decken. Als er anfing es nicht mehr zu verheimlichen...es hat irgendwo die Hebel in Bewegung gebracht,die es brauchte. Ich konnte doch gegen aussen nicht die Person sein, die ich wirklich war!Vielleicht wurde eine Schamgrenze überschritten, die ich nicht hinnehmen konnte...ich weiss es nicht genau.Oder ich merkte,dass ich nicht zu der Person stehen kann,zu der ich geworden bin. Man bekommt die Veränderung selbst ja nicht wirklich mit...denkt noch sehr lange,dass man alles verheimlichen kann! Meist ist das Umfeld aber eh im Klaren,bei mir hat es dann so plötzlich Klick gemacht.
Lg
Rina
LG
Rina