Beiträge von Rina

    Guten Morgen Matthias,

    Ich hoffe es geht dir moralisch schon etwas besser?

    Rekonvaleszent hat Recht: glaube nicht, dass du ein Einzelfall bist! Viele hadern jahrelang mit der Sucht, haben mehrere Entzüge und Langzeittherapien hinter sich...manche müssen erst alles verlieren, um den Absprung zu schaffen. Manche schaffen ihn gar nicht.

    Zweifle nicht an dir selbst, bleib dran nach Lösungen zu suchen. Besuchst du zum Beispiel eine SHG? Oder einen Suchtberater, einen Psychologen oder sonst eine Form von Gesprächstherapie?
    Erst als ich anfing, mich mit Menschen zu umgeben, die das selbe durchleben wie ich, konnte ich anfangen, die Krankheit zu akzeptieren. Solange ich alleine blieb ging es nie lange gut...und das ist nicht nur bei mir so.

    Bei akutem Suchtdruck hilft mir die 24Std-Methode der AA: Nur heute nicht, wenn du morgen trinken willst, da ist es halt so aber heute nicht. Falls das heute zu lange ist, lässt sich das auf ein paar Stunden reduzieren. Hat mich schon oft gerettet.

    Körperliche Anstrengung hilft mich auch, viel Bewegung. Falls du nicht der sportliche Typ bist, versuche es mit langen Spaziergängen. Wenn ich physisch erschöpft bin, stellt sich eine innere Zufriedenheit ein, keine Lust auf Alkohol.

    Manchmal haben mir auch Süssigkeiten geholfen...wenn der Mund mit Schokolade gefüllt ist passt dazu einfach kein Bier oder Wein!

    Und ja viel Lesen, selber Schreiben...mich mit der Thematik zu befassen ist für mich wichtig, ich muss verstehen, was in meinem Körper vorgeht. Alkoholismus ist eine Krankheit, vergiss das nicht.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Energie dran zu bleiben, dir Hilfe in jeglichen Formen zu suchen und anzunehmen.

    Lg
    Rina

    Hallo Starkschwache!

    Welcome I’m Forum!

    Ich weiss jetzt nicht genau wofür du einen Rat suchst...?
    Es kann dir hier kaum jemand eine Diagnose machen ob du süchtig bist oder nicht...das kannst allenfalls du selber indem du brutal ehrlich zu dir selber bist.

    Sowie du deinen Konsum beschreibst ist es schon ziemlich viel finde ich,auch welchen Stellenwert du ihm in deinem Alltag gibst. Alkohol ist wichtig für dich,du willst dir einen Alltag ohne ihn nicht vorstellen.

    Bei mir war’s auch mal so. Hätte mir ein Leben ohne nicht vorstellen können. Jetzt ist es selbst nach gut 8Monaten ohne immer noch nicht immer einfach. Aber mit ist es unmöglich.Für mich jedenfalls.

    Es scheint mir,du hast regelrecht Angst davor von irgendjemandem als Alkoholikerin abgestempelt zu werden...wieso? Ich meine,selbst wenn du für dich erkennen solltest dass es so ist,kannst du ja trotzdem deinen Wein und Sekt trinken. Wer soll dich daran hindern? Du brauchst überhaupt nichts zu ändern solange du nicht willst...egal ob du nun nach Definition süchtig bist oder nicht. Und du willst ja auch nichts ändern,ausser vielleicht nicht mehr so die Kontrolle zu verlieren?

    Was Tatsache ist,dass der Konsum sehr sehr wahrscheinlich immer mehr zunehmen wird,weil dein Körper sich an das Gift anpasst...Toleranzentwicklung. Für den gewünschten Effekt brauchst du mehr Alkohol,bei einem regelmässigen Konsum stellt sich das meist schleichend aber sicher ein...und eine Flasche am Abend ist ja auch keine kleine Menge mehr.

    Was hast du denn genau vor? Es kommt mir aus deinem Post nicht ganz rüber...
    Du machst dir Gedanken zu deinem Alkoholkonsum,ist ja schon mal super,dass du das alles hinterfragst...vielleicht bringt dich das Lesen der einzelnen Geschichten hier etwas weiter,ich habe mich in so einigen wieder erkannt!

    Alles Liebe
    Rina

    Achja,zu deinen Fragen: ich trank meistens so 3-4 x die Woche,immer Wein. Aufgedunsen war ich 2x im Urlaub da mein Konsum wirklich täglich war,es dauerte immer 10-14 Tage um wieder normal auszusehen...geraucht habe ich von 2001-2011...wie beim Alkohol,viel oder gar nicht. Hab das zum Glück vor Jahren ablegen können...ist wirklich eine eklige Sucht,die nicht x einen kick bringt...
    Mit der Verdauung hatte ich nie Probleme.

    Hallo Anno,

    Es wäre ja schon super, wenn sich unser Körper und die Psyche nach ein paar Wochen/Monaten Abstinenz per "reset"-Taste auf "Neustart" programmieren liesse...Glaubst du das wirklich?

    Wenn man einmal süchtig ist (dabei muss es nicht mal körperliche Abhängig sein, die psychische reicht völlig), gibt es kein Zurück zu einem problemlosen Konsum. Du kannst höchstens versuchen, dich mit strikter Selbst-kontrolle und enormer Disziplin an die 2x wöchentlichen 4 Bier zu halten...auf Dauer ist das sicher sehr anstrengend, wenig Genussversprechend und wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Wenn man mal süchtig war kommt man sehr schnell auf die gewohnte Dosis, weil der Körper dafür vorbereitet ist, er hat ein Suchtgedächtnis. Das hat nichts mit romantischer Vorstellung einer "Suchtseele" zu tun sondern ist rein biochemisch so, durch den regelmässigen Alkoholmissbrauch passt sich der Körper der Giftdosis an, zurück geht dann nicht mehr.

    Aber vielleicht bist du ja nicht süchtig, sondern trinkst einfach zu viel, das kannst ja nur du dir ehrlich beantworten...Viele Erfahrungen muss man natürlich auch selber machen. Musste ich ja auch.. Risu hat es schön geschrieben: Bei einem Süchtigen bleiben die Ketten der Sucht solange bestehen, bis der Konsum abgesetzt wird, das heisst auf 0. Und anderst herum ist es auch so: hälst du den Konsum aufrecht, verschlimmert sich die Sucht immer, es geht NIE bergauf...auch wenn du es Monate lang mit dem reduzieren hinbekommst, die Menge wird zwangsläufig wieder zunehmen, weil es eine Krankheit ist, die eine Toleranz entwickelt.

    Ich hatte nie körperliche Entzugserscheinungen und hatte auch (ausser im Urlaub) keinen täglichen Konsum. Die Sucht sitzt aber eben vor allem in der Psyche fest.

    Ich hoffe du musst nicht zu lange leiden und findest schnell für dich heraus, was das effektivste ist. Lass uns daran teil haben, ich wünsche dir ehrlich viel Erfolg auf deinem Weg!

    Rina

    Ich merkte vor allem den Unterschied beim Dport:kürzere Erholungszeit und schnelle Leistungssteigerung ohne Alkohol.
    Das mit den Süssigkeiten kann ich bestätigen...habe in der ersten Zeit mit Gummibärchen den Zuckerhaushalt kompensiert.
    Der grösste Benefit ist der psychische: keine Selbstvorwürfe mehr,keine Versagensgefühle,keine Scham,kein Ekel vor mir selbst etc etc...

    Probiere es doch mal paar Monate aus,es lohnt sich!

    Rina

    Hallo Femme,

    Das sind super Neuigkeiten ! Ich freue mich für dich,dass du das Ganze in die Hand nimmst,dich aktiv um dich kümmerst und Wege findest dir Hilfe zu organisieren! Du bist dabei ein wichtiges Fundament zu legen.

    Das es nicht von heute auf morgen klappt sollte dich in keiner Weise entmutigen! Wenn du es einfach so sein lassen könntest hättest du wohl kein grösseres Alkoholproblem...wenn man einmal alkoholkrank ist,liegt die Entscheidung nicht mehr in deinem Willen alleine. Ich finde es viel wichtiger dich an deinen Erfolgen zu orientieren,sie stützen dich in deiner Kraft und der Ausdauer nach Lösungen zu suchen.

    Wenn bei mir manchmal grosser Trinkdruck aufkommt,sage ich mir: „Heute nicht,nur für heute trinke ich nicht. Wenn in 24h das Bedürfnis immer noch da ist trinke ich halt aber nicht jetzt.“ das hat mir über manche hitzigen Momente geholfen.

    Bleib dran liebe Femme,zweifle nicht an dir wenn es nicht sofort so klappt wie du möchtest.

    Viel Glück für deine Prüfungen!!

    Rina

    Guten Morgen Anno und willkommen im Forum auch von mir!

    Wie ging es dir denn die letzten Abende? Wie kommst du mit deinem Vorhaben « weniger zu trinken « zurecht ? Wenn ich deine gestrigen Zeilen so lese machst du auf mich keinen so nüchteren Eindruck,ich jedenfalls kann dir nicht folgen.

    Um dein Leben in all den gewünschten Bereichen wieder so zu leben wie du es dir wünschst,würde ich als erstes die Baustelle Alkohol in Angriff nehmen. Dafür gibt es Suchtberatungsstellen,Psychologen, Selbsthilfegruppen und Foren wie dieses hier,du bist also nicht alleine.

    Mit einem klaren Kopf regelt sich dein Alltag einfach 100x besser und da klappt es auch sicher mit einer Beziehung,gesundem Essen,etwas Fitness etc...

    Lg
    Rina

    Hallo auch von mir,

    Freut mich zu lesen, dass du gut ohne Alk zurecht kommst und weiterhin motiviert dabei bist!

    Es stimmt schon,dass diese Anfangseuphorie auch trügerisch sein kann...viele haben dadurch das eigentliche Problem vergessen, denn der „Beweis“, dass es ja ohne geht liegt nun vor. Bei manchen hält diese Phase lange an,bei mir immer so bis zu 3 Monaten, dann kam regelmässig die schwierigere Phase...die im Absturz endete.Und nun...2 Wochen sind nicht wirklich lange, ohne dir den Erfolg zu Nichte machen zu wollen,wirklich nicht! Es ist ein super Anfang,auf jeden Fall. Aber es lässt nur keine definitiven Schlüsse zu deiner eventuellen Abhängigkeit oder Risikokonsum zu.

    Sei einfach ehrlich zu dir selbst und schaue was mit der Zeit passiert...Du kannst an die Weinprobe ohne selbst zu trinken,oder du hältst dich an den Spucknapf...oder du setzt dir ein Limit und schaust wie es dir dabei geht? Oft kommt es dann erst Tage später zum Wunsch,jetzt wieder Ei Bier zu trinken (hast dir ja bewiesen dass du kein Problem hast),dann werden die Ausnahmen öfter,die Menge nimmt zu und schon bist du wieder am gleichen Punkt wie als du dich hier angemeldet hast.

    Ich hab dein Vorstellungspost nochmals gelesen,du scheinst jetzt schon so einiges vergessen zu haben. Ich hoffe aber sehr,dass du zu einem geregelten Konsum zurück findest,wo Alkohol eine Nebenrolle spielt und keine krampfhaften Regeln abverlangt!

    Freue mich wieder von dir zu lesen,

    Lg
    Rina

    Hei Katharina,

    Wünsche dir alles gute,mit oder ohne diesem Forum. Ich hoffe du findest die Unterstützung die du brauchst, um dich vom Alkohol zu lösen. Schade hat es hier nicht gestimmt für dich.

    Lg
    Rina

    Hallo Ilka,

    Mir geht es soweit gut...meine Gedanken kreisen letzter Zeit häufig um Alkohol, ich kann nicht festmachen woran das liegen könnte. Aber es geht mir nicht schlecht deswegen, ich nehm's einfach mal so hin.

    Wie geht es dir nach bald 3 Wochen?? Hoffe du bist gesundheitlich wieder beisammen?

    Lese übrigens auch das Buch ALK, ist wirklich empfehlenswert!

    Vielen Dank für deine Antwort!
    Finde es unglaublich bemerkenswert,dass du so reagiert hast,dich selbst in Schutz gebracht hast bevor es zu einem Rückfall gekommen wäre! Ich wäre da sicher zu stolz gewesen,oder hätte Zuviel (falsche) Scham empfunden...Deine Geschichte zeigt,wie die Sucht eben doch immer präsent ist,sie lässt sich nicht vernichten. Deshalb gibt es diese Rückfälle ja auch bei langjährigen Trockenen...ganz schön beängstigend! Aber wenn man es weiss (und nicht vergisst!) ist man immerhin vorbereitet!
    Ich ziehe jeden Falls den Hut vor deiner Stärke und Fähigkeit,für dich zu sorgen!

    Alles Liebe
    Rina


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass soviel mehr „passiert“ durch das Nüchternwerden, als ich erwartet hatte. Für mich hätte es nicht funktioniert, einfach so weiter zu machen wie vorher, „nur“ ohne Alkohol. Wenn ich das gekonnt hätte, hätte ich das schon viel früher gemacht oder gleich gar nicht mit dem Missbrauch angefangen.

    Das sehe ich zu 100% auch so. Einfach nur nicht trinken geht bei vielen auf Dauer schief, so wars auch bei mir. Oder ich habe eine Zeit lang klassische Suchtverlagerung betrieben...exzessiv Sport getrieben, was auf Dauer nicht machbar war. Solange ich es "alleine" versuchte klappte es höchstens ein paar Monate, einmal bis zu 5 Monaten aber es war ein Kampf...

    LG
    Rina

    Hallo Kingrabbit,

    Es ist so wie Bassmann es sagt. Alkohol ist ein Gift, also wird sich der Körper in erster Linie darum bemühen es so schnell wie möglich abzubauen.
    Regelmässiger Alkoholkonsum, wie du ihn pflegst, hindert dich in zwei Hinsichten am Abnehmen:

    Wenn du nach einer Sporteinheit, das heisst am selben Tag, Alk trinkst, bremst das einerseits den Fettstoffwechsel aus, d.h. verlangsamt ihn erheblich, weil der Körper dem Alkoholabbau Priorität einräumt. Damit machst du einen grossen Teil der sportlichen Anstrengung wieder zu nichte, denn der Energieverbrauch findet nicht für die angestrebte Fettverbrennung statt. Und falls du innerhalb von paar Stunden nach dem Sport Alk konsumierst, machst du auch den Nachbrenneffekt zu Nichte.

    Und auf der anderen Seite benötigt dein Körper viel länger, bis er sich von der Anstrengung erholt hat, kleine Muskelfaserrisse heilen langsamer, es findet kein relevanter Muskelaufbau statt. Da helfen auch all die Proteine nichts...

    Bei deinem Trinkrythmus und der Menge, ist dein Körper vor allem damit beschäftigt, das Gift abzubauen. Durch eine negative Kalorienbilanz kannst du auf jeden Fall trotzdem abnehmen, mit dem Sport auch etwas deine Fitness verbessern und dich eventuell fitter fühlen...mit Alk ist es einfach um ein 1000-faches weniger effektiv als ohne.

    Viel Erfolg bei deinem Vorhaben,

    Rina

    Liebe Britt,

    Du hast in einem anderen Faden geschrieben,dass du einen Rückfall hattest? Darf ich fragen wie es dazu kam und wie du es geschafft hast dich wieder „aufzuraffen“? Hatte diese Phase lange angedauert?gab es einen bestimmten Auslöser?

    Ich frage deshalb weil ich im 2018/19 4x einen Rückfall hatte, zwar von kurzer Dauer (5-8 Tage)aber dafür umso heftiger!Bin wirklich böse abgestürzt und ich habe ehrlich Angst dass ich es bei einem weiteren Rückfall vielleicht nicht mehr schaffe aufzustehen...

    Ich Trau mich einfach mal dich zu fragen, wenn du nicht darüber schreiben magst verstehe ich das natürlich!

    Lg Rina

    Moin Femme,

    Ich sehe das wie Rekonvalenz, lass deinen Gedanken hier einen Platz und teile sie mit uns...es kommt mir ja auch alles sehr bekannt vor.

    Habe mich sozial auch immer mehr abgeschottet mit der Zeit...damit ich in Ruhe trinken konnte :-\...Ich war auch nicht immer eine gute Mutter für meine Kinder, Selbstvorwürfe, Scham etc überkommen mich heute noch. Nach den ersten paar Monaten alkfrei war es am schlimmsten, dann hat man mal den Kopf frei und den Überblick aus der Distanz. Bin da zum Teil schwer damit zurecht gekommen...aber wie ich dir schon mal schrieb, meine Schuldgefühle ändern nichts an der jeztigen Situation. Ich versuche möglichst Selbstvorwürfe zu vermeiden und meine Energie ins HEUTE zu stecken. Ich habe heute die Möglichkeit eine wunderbare Mutter, liebevolle Frau und gute Tochter zu sein, das ist das wichtigste.

    Als ich noch trank, erkannte ich nicht wirklich, was aus mir geworden war. Jegliche Niederlage, Schamgefühl etc wurde einfach mit einer grossen Ladung Alk zerdrückt. Mit der Zeit und wachsender Trockenheit musste ich mich meiner Vergangenheit stellen, ich habe immer noch oft so "Flashes" wie "oh Gott, das hast du ja auch noch gemacht" oder " Oh Mann, da kann ich nie wieder hin, da war ich ja in einem Zustand...". Ich merke jetzt erst, wieviel ich an Gefühlen einfach wieder durch Alkohol weggedrückt habe. Auch einfach Gefühle zu erleben und "auszuhalten" muss ich neu lernen...Wut, Trauer, Enttäuschung...vor allem Freude sind solche Emotionen.

    Du bist auf einem guten Weg, auch wenn langsam wie du schreibst...aber es ist kein Stillstand. Ich hoffe du packst das alles mit deinem Job und findest die Energie, dich um dich zu sorgen. Du hast es verdient...niemand verdient es in der Sucht gefangen zu sein. Ich konnte mich manchmal vor Selbsthass kaum aushalten, das ist so ein übles Leiden...Viel Kraft für heute, von ganzem Herzen!

    Rina

    :welcome: im Forum Sannie,
    schön, dass du hier her gefunden hast!

    Wie geht es dir inzwischen seit Dienstag? Kommst du in den ersten Tagen ohne Alkohol gut zurecht? Das Lesen und Schreiben hier kann dir eine gute Stütze sein, Austausch mit Betroffenen tut immer gut. Wenn du dich hier schon ein bisschen durchgelesen hast, merkst du, dass du mit deinem Problem nicht alleine dastehst, die Geschichten sind zum Teil sehr ähnlich, was sie alle gemeinsam haben ist, dass es mit det Abhängigkeit mit der Zeit immer nur schlimmer wird...solange man nichts dagegen unternimmt jedenfalls. Die Sucht führt sozusagen ein Eigenleben.

    Ich bin 38, w, seit Juni unfallfrei alkfrei und seit gut 1,5Jahren auf sehr gutem Weg...er verlief nicht rückfalllos, aber das gehört bei vielen dazu.

    Was du da über Kontrollverlust schreibst, kenne ich sehr gut. Ich habe immer wenn, dann viel getrunken, kannte nie ein Mittelweg. Ab dem ersten Glas war jegliche Entscheidungskraft dahin und aufhören konnte ich meistens nur, wenn es zwangsläufig keinen Alk mehr gab oder ich komatös ins Bett fiel. Anfangs wie bei dir nur am Wochenende, später auch unter der Woche.

    Ich habe lange gebraucht, um Hilfe annehmen zu können und zu verstehen, dass ich es alleine aus dieser Krankheit nicht schaffe. Ich bin heute in einer SHG und mache eine Therapie zur Vergangenheitsbewältigung. Zu Beginn war ich bei einer Suchtberatung, das würde ich dir auch ans Herz legen...

    Wie du schreibst, hat der Alkoholkonsum bereits gesundheitliche Schäden angerichtet, ich wünsche dir sehr, dass du die nötigen Schritte gehen kannst, um ein freies Leben zu führen. Für mich waren diese Schritte wie gesagt die Suchtberatung und der Austausch mit anderen betroffenen. In meiner SHG ist der Jüngste 24 Jahre alt, der Älteste fast 80, es sind alle möglichen sozialen Schichten, Berufsgruppen und Nationalitäten vertreten...Mit mir gemeinsam haben sie das Problem Alkohol.

    Ich wünsche dir viel Kraft und positive Energie und freue mich von dir zu lesen,

    Alles Liebe,
    Rina

    Hallo liebe Femme,

    Ich hoffe du bleibst weiterhin am Ball?
    Scham-und Schuldgefühle haben mich persönlich immer nur am Weiterkommen gehindert. Sie bringen nichts,es ändert ja nichts an der jetzigen Situation. Falls es mit der Abstinenz zur Zeit nicht so klappen sollte, mach dir den gefallen und schreibe trotzdem wie es dir geht,wie du dich fühlst etc...Einsamkeit ist ein schlimmer Feind auf dem Weg zur Genesung...! Und es käme bestimmt niemandem hier in den Sinn jemanden zu be- geschweige denn zu verurteilen...die allermeisten kennen dein Erlebtes selbst zu gut!

    Und das andere, das mich am Weiterkommen hindert sind Zukunftsprojektionen! Genau was du schreibst, wie soll ich nur das und das ohne Alkohol überstehen...dann kommt Schwiegermutter zu Besuch oh Gott ich werde rückfällig,keine Chance...hoffentlich bringen die Gäste keinen Champagner mit...etc etc! Unglaublich was ich mir da schon Wochen vorher für einen Stress machen kann! Da hat Gerchla es genau richtig beschrieben,wir denken darüber nach,wenn es soweit ist! Bei den AA ist die Devise 24Std,ein Tag nach dem anderen...

    Finde es super dass du den Berater wechseln konntest!! Es braucht eine gewisse Basis,um zusammen arbeiten zu können.

    Ich schicke dir viel positive Energie,zweifle nicht an dir! Ich Sagemore selbst nach einem Rückfall immer, dass die vergangenen Stürze nichts über die Zukunft aussagen...ich kann endlich laufen lernen ohne hin zu fallen oder ich werde noch Mals stolpern. Aber den gleichen Fehler werde ich nicht mehr machen.

    Alles Liebe dir,

    Rina

    Guten Morgen Forum!

    Mir geht es so ähnlich wie Risu...auch ich war so ziemlich sofort süchtig.Ich binaire nicht mehr sicher,ob die Ursachenforschung für mich so wichtig ist. Ich habe getrunken,weil ich krank bin,von Anfang an,ab meinem ersten Konsum. Dieses Wissen und die Tatsache,dass es eben unumstösslich ist,reicht als Grund damit aufzuhören.
    Ich muss aber auch sagen, dass ich mit meinem Traumatherapeuten auf dieser Ebene schon auch unterwegs bin. Ich wurde, als ich sehr jung war, Opfer eines Gruppenüberfalls,wäre damals fast an den Folgen gestorben. Das würde jedem Suchtexperten als „Trinkgrund“ hinreichen,der wahre Grund liegt aber tiefer. Denn ich wäre auch ohne dieses Ereignis zur Alkoholikerin geworden...weil ich es eben immer schon war,ich hab’s mir nicht ausgesucht.
    Dieser Spezialist geht davon aus,dass sich diese Krankheit manchmal schon im Mutterleib oder in einem sehr sehr frühen Stadium des Lebens entwickelt. Oft findet man den tieferen,
    wirklichen Grund nie,manchmal nähert man sich dem und manchmal kann man ihn festmachen. Ich will mir meine Abstinenz nicht von diesem Resultat abhängig machen,denn Fakt ist,ich bin Alkoholkrank,es wird immer so bleiben. Es ist mir vielleicht weniger wichtig zu wissen was früher war,sondern wer ich morgen sein möchte.

    Interessant ist so eine tiefere Forschung immer,wenn es vor allem um konditioniertes Verhalten in der Kindheit geht etc...man kann dann sein Suchtverhalten besser verstehen,mit Sicherheit.

    Lg
    Rina

    @ Hubby...und ja,ich habe natürlich auch sehr lange versucht, dem Alkohol in unserer Beziehung irgendwo einen Platz einzuräumen! Etliche Verhandlungen von „nur am Wochenende „,“ nur im Urlaub „, bis hin zu „nur an Weihnachten und Silvester „...wir haben damals über solche Dinge tatsächlich ernsthaft diskutiert, im vollen Glauben es könnte eine Lösung sein! Heute weiss ich,dass wir bei diesem Ansatz noch Meilen davon entfernt waren,den Alkoholismus als Krankheit zu begreifen. Wer krank ist, ist es immer,jeden Tag im Jahr ohne Ausnahme! Wir mussten durch solche Erfahrungen,d.h. „Schein-Kompromisse“ einfach noch länger leiden...Aber es steht jedem frei diese Erfahrung selbst zu machen,vielleicht auch mit positivem Resultat,da ihr beide merken werdet, dass es eben nicht machbar ist.
    Ich hoffe deine Frau kommt bald zur Einsicht...so ein Dasein hat niemand verdient,zu gross ist das Leid für alle Beteiligten.

    Viel Kraft wünsche ich euch beiden!