Guten Morgen Matthias,
Ich hoffe es geht dir moralisch schon etwas besser?
Rekonvaleszent hat Recht: glaube nicht, dass du ein Einzelfall bist! Viele hadern jahrelang mit der Sucht, haben mehrere Entzüge und Langzeittherapien hinter sich...manche müssen erst alles verlieren, um den Absprung zu schaffen. Manche schaffen ihn gar nicht.
Zweifle nicht an dir selbst, bleib dran nach Lösungen zu suchen. Besuchst du zum Beispiel eine SHG? Oder einen Suchtberater, einen Psychologen oder sonst eine Form von Gesprächstherapie?
Erst als ich anfing, mich mit Menschen zu umgeben, die das selbe durchleben wie ich, konnte ich anfangen, die Krankheit zu akzeptieren. Solange ich alleine blieb ging es nie lange gut...und das ist nicht nur bei mir so.
Bei akutem Suchtdruck hilft mir die 24Std-Methode der AA: Nur heute nicht, wenn du morgen trinken willst, da ist es halt so aber heute nicht. Falls das heute zu lange ist, lässt sich das auf ein paar Stunden reduzieren. Hat mich schon oft gerettet.
Körperliche Anstrengung hilft mich auch, viel Bewegung. Falls du nicht der sportliche Typ bist, versuche es mit langen Spaziergängen. Wenn ich physisch erschöpft bin, stellt sich eine innere Zufriedenheit ein, keine Lust auf Alkohol.
Manchmal haben mir auch Süssigkeiten geholfen...wenn der Mund mit Schokolade gefüllt ist passt dazu einfach kein Bier oder Wein!
Und ja viel Lesen, selber Schreiben...mich mit der Thematik zu befassen ist für mich wichtig, ich muss verstehen, was in meinem Körper vorgeht. Alkoholismus ist eine Krankheit, vergiss das nicht.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Energie dran zu bleiben, dir Hilfe in jeglichen Formen zu suchen und anzunehmen.
Lg
Rina