Beiträge von Rina

    Hallo Forum,

    Diese Hamstereinkäufe gab es bei mir hier auch kurz vor der Ausgangssperrenverkündung...hat sich jetzt gelegt als die Menschen geschnallt haben dass sie trotzdem einkaufen dürfen und es v.a. An nichts mangelt!
    Ich hoffe ehrlich gesagt dass Deutschland endlich reagiert und die Ausgangssperre verhängt! Hier in Frankreich wurde eindeutig zu spät reagiert und es kommt genau wie es in Italien gekommen ist: Das Pflegepersonal muss Menschen sterben lassen...es wird selektiv geheilt, einfach weil es unmöglich ist alle Bedürftigen auf einmal zu versorgen, der Ansturm ist zu gross und die Verfügbarkeit von Betten, Reanimationsmaterial etc zu gering.Zuerst schickt man die 80-jährigen weg,dann die 70-jährigen usw...so brutal es klingen mag. Und wir sind noch nicht an der Spitze der Epidemie angekommen...wir gehen hier von einer wochenlanger / im schlimmsten Fall monatelanger Ausgangssperre aus.

    Gebt acht auf euch und eure nächsten,

    Lg aus dem Süden
    Rina

    Hier wo ich wohne, machen solche drakonischen Massnahmen sicher nicht so viel Sinn, in den grösseren Städten wohl eher. Aber die Regeln sind für alle die selben,ungeachtet wo man lebt.

    Ja hoffentlich dauert das Ganze nicht zu lange,werden alle noch verrückt hier...

    Nun ja, ich bin bereits in Quarantäne, lebe nicht in Deutschland. Alles ist geschlossen, Büros, Schulen, Einkaufszentren, Restaurants, Kino...Ghost-City. Das Haus verlassen darf man nur um Lebensmittel zu kaufen oder zur Apotheke...ab 18h sichert Armee und Polizei dafür, dass niemand draussen ist. Ich komme mir total wie in einer fiktiven Parallelwelt vor.
    Innehalten wäre schon schön, aber mit Home-schooling, Heimbüro und 2 Kinder voller Energieüberschuss liegt das nicht so drinnen...Aber es ist eine echte Erfahrung auf das notwendigste reduziert zu leben und nur in der eigenen Familie. Eine Herausforderung an manchen Tagen!

    Bleibt gesund und geht noch raus in die Natur solange ihr könnt! Hier gehen die Behörden mittlerweile von 2 Monaten aus...eingesperrt im eigenen Zuhause...

    Rina

    Danke für diese Worte und Gedanken. Das menschliche Gehirn sucht in der Tat immer eine Antwort und wenn es keine logische Erklärung gibt „bastelt „ es sich eine zusammen, egal wie realitätsfremd und abstrus diese sein mag - so mein Therapeut. Es scheint dass Menschen mit einem „es gibt keinen Grund „ nicht umgehen können...die Suche nach Antworten hält solange an, bis man für sich eine gefunden hat. Das betrifft nicht nur Missbrauch sondern genauso Sucht (wieso trinke ich?), Krankheiten (wieso ich?), Unerklärliche Wunder (Gott?) etc...Ein intéressantes Thema worüber viel auch über Holocausopfer geschrieben wurde, wie die Überlebenden weiterleben können.

    Wie so oft liegen zwischen Wissen und Anwenden viele grosse und kleine Schritte...Geduld ist wohl das Zauberwort.

    Ich hadere phasenweise mit mir selber, kann mich schlecht akzeptieren. Die Wurzeln hierfür liegen auch in meinem Missbrauch vergraben,das weiss ich auch aber es hilft mir nicht weiter. Um einen Wert zu haben muss ich in meinen Augen immer unglaublich vieles leisten, meine Daseinsberechtigung sozusagen beweisen. Ich kann auch nie irgendwas „durchschnittlich“ oder mit Mittelmass tun,setze mir in so vielen Breichen des Lebens zu hohe Ansprüche (die unerfüllbar sind).

    Ich bin in einer Traumatherapie seit einigen Monaten,seit dem verstehe ich mein Handeln besser aber ändern kann ich es trotzdem nicht. Wenn man dann so noch mit dem ehemaligen Trinker-Ich konfrontiert wird, wird’s ganz schwierig...habe von vielen in der SHG gehört man soll milde zu sich sein, verzeihen und vergeben. Das hört sich für mich sehr gesund und vernünftig an, wenn’s mir ansatzweise gelingen würde wäre es noch besser.

    Vielleicht brauche ich noch Zeit... Manchmal geht es ja auch besser und ich denke nicht soviel an die Vergangenheit. Aber wenn, wie gerade zur Zeit, könnte ich mir den Kopf gegen die Wand schlagen. Es kommen auch so „Selbstbestrafungsgedanken“ hoch, oder so „ich verdiene gewisse Dinge nicht,bin es nicht wert“.

    Danke für s Lesen, für s Antworten und für‘s Dasein, selbst wenn nur virtuell tut es trotzdem gut seine Gedanken zu teilen.

    Rina

    Ihr habt recht...ich sollte versuchen meine Perspektive auf das Vergangene zu ändern.

    Stimmt natürlich,Gefühle und Emotionen lassen sich nicht wegschieben. Also lieber zulassen,akzeptieren. Und vielleicht gelingt es mir irgendwann mal auch Positives aus diesen Ereignissen zu ziehen, wie ihr sagt, die Kraft und Überzeugung alles zu tun,dass es sich nicht wiederholt. Scham- und Schuldgefühle bringen ja nichts, wenn ich sie nicht richtig deute und sie sinnvoll in eine gesunde Richtung lenke.

    Aber es ist halt einfacher gesagt als getan. Ich habe gerade grosse Mühe mir selbst zu verzeihen, Dinge stehen lassen und zu sagen „es ist vorbei und lässt sich nicht ändern „.Dieses ehemalige trinkende Ich, das Bild von mir selbst so aus nüchterner Distanz betrachtet ist manchmal schwer aushaltbar. Das war in den ersten Monaten der Trockenheit nicht so extrem, jetzt kommt irgendwie das ganze Übel in ganz klaren Konturen und Farben zum Vorschein.

    Ich denke auch dass das sicher zum Prozess dazu gehört, so eine Sucht will ja verarbeitet werden...Muss lernen damit umzugehen,positif,es mir zu Nutzen machen wie ihr sagt. Es zieht mich unnötig runter...*sniff*.

    Hallo Forum!

    Ich wollte mal fragen wie es euch mit Flashbacks,unangenehmen oder peinlichen Erinnerungen geht.
    Es kommt bei mir ziemlich oft vor, dass mir plötzlich diese Erinnerungen an Situationen kommen,wo ich mich im betrunkenen Zustand unmöglich benahm. Meistens sind es die selben, ganz üblen Szenen, die im Kopf auftauchen, ich frage mich, ob das in der Anfangsphase einfach dazugehört? Nimmt das mit der Zeit ab? Ich möchte mich nicht mein ganzes Leben für vergangene Aktionen schämen müssen,manchmal empfinde ich dieses Gefühl als extrem unangenehmen,kann es nicht gut „verarbeiten „. Ich bin eh nicht gut darin Emotionen zuzulassen und das ist für mich eines der schwierigsten Dinge in der Nüchternheit.

    Wem geht/ ging es auch so? Wie geht ihr damit um? Einfach aushalten?Niederschreiben? In der SHG besprechen? Ich möchte diesen Balast einfach mal ablegen und mir selber auch vergeben können, im Moment gelingt mir das grad gar nicht...

    Lg
    Rina

    Hallo Träumerle,

    Schön dass du hierher gefunden hast!

    Ich bin Rina,w,38J und habe 2 Kinder...seit 1,5Jahren auf einem guten Weg und seit 9Monaten rückfalllos.

    Bei vielen fängt wohl der kritische Konsum so an wie du es beschreibst...Die Menge wird gesteigert,die Trinkgewohnheiten nehmen zu und Alkfreie Abende nehmen ab.

    Bei mir war’s anders, ich war ab meinem ersten Konsum sofort auf 100%, es war immer nur exzessiv,von Genuss kann keine Rede sein...

    Alkoholismus hat viele Formen und Gesichter,nicht die Menge ist ausschlaggebend sondern wie es dir selbst dabei geht. Du hast ja schon mal ein gutes Ziel vor Augen,kann dir auch helfen eine gewisse Bestandesaufnahme zu machen,wo Du stehst,wie es dir ohne den Wein geht etc...

    Ich wünsche dir schon mal viel Erfolg und hoffe dass du uns an deinem Projekt Teil haben lässt!
    Glückwunsch zu deinem Entschluss!!

    Lg Rina

    Hallo Matthias,

    Also ich habe mich auch ziemlich verändert seit meiner Abstinenz...nicht in meinem Wesen selbst aber in genau solchen Dingen die du ansprichst. Ich habe früher sehr viele Dinge einfach akzeptiert,mich ihnen gebeugt oder „es eben auf mich genommen „...das war ungesund. Heute achte ich viel viel mehr auf meine Bedürfnisse,was kann ich aushalten was nicht? Wenn ich das nicht tue werde ich früher oder später wieder beim Alk landen,das weiss ich genau. Dabei geht es auch nicht um puren Egoismus sondern um den Eigenrespekt,die Achtung meiner Gefühle. Es gibt Dinge,die kann ich nicht ändern weil es eben nicht nur mich betrifft (Besuch der Schwiegereltern ist grad so ein leidiges Thema) aber dort wo ich mich selbst schützen kann tu ich es. Für mich gehört dieses neue Denken zum Lernprozess der Trockenheit dazu,Grenzen setzen wo es früher keine gab.
    Du solltest versuchen dies mit deiner Frau zu besprechen,es gehört mehr zum trocken sein dazu als einfach nur den Alk weg zu lassen. Das muss auch die Familie verstehen aber das kann sie nur indem du dich offen mitteilst...deine Frau kann nicht wissen wie es in dir aussieht! Mit Ehrlichkeit und Offenheit kommst du meiner Meinung nach besser an dein Ziel.

    Brit
    Ich stelle mir deine Situation sehr schwierig vor zu Hause...das muss ein Kraftakt sein ohne die Unterstützung und v.a. das Verständnis deines Mannes!?!

    Gerchla
    Vielen Dank dir für diese ehrlichen Worte...sie haben mich bewegt. Hut ab vor deiner Aufrichtigkeit. Trockenheit kann nur mit 100%-iger Ehrlichkeit von Dauer sein...Ich bin tief in meinem Inneren davon überzeugt und du unterstreichst das.

    Pyrophoric
    Das liest sich für mich gut wie du es angehen willst...lass erst mal Taten folgen und ...Zeit ! Als Alkoholikerin weiss ich von mir dass ich dann auch sofort alles wieder haben wollte: Vertrauen eingeschlossen. Zeit ist aber das einzige Mittel an dem sich seine Ehrlichkeit und Entschlossenheit messen lässt,geht er gerade x 1 Monat zur Gruppe oder zur Therapie dann vertraue darauf dass kein wirklicher Wille da ist.
    Und ich kann das mit dem Trinken anderer nur bestätigen: Ich hüte mich vor Trinkanlässen,endlosen Aperitifen,BBQ-Nachmittagen mit früheren Trinkfreunden etc...Ich würde mich und meine Abstinenz nicht solchen Risiko-Veranstaltungen aussetzten zu sehr habe ich noch Angst vor einem Rückfall!!

    Ich kann gut verstehen dass man als Nicht-Bertoffener die Macht des Alkohols und der Krankheit die er auslöst schwer nachvollziehen kann. Man bräuchte ja nur weniger zu trinken,oder gar nicht,das kann doch nicht so schwer sein...? Susannes Beschreibung trifft es sehr gut,ich konnte und v.a. Wollte mir lange Zeit ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen...es war für mich dann nicht mehr lebenswert,wenn man mir nun auch noch den Wein nahm was blieb mir dann noch? Mich regelmässig Abschiessen zu können war irgendwann mein Lebensinhalt, die Sucht stellte sich als absolute Priorität ein- über die Liebe meiner eigener Kinder. Zugegeben hätte ich das damals natürlich nie,es war aber so.
    Und es ist eben auch so dass Alkoholkarrieren sehr lange dauern...wie bereits gesagt,10Jahre sind da nicht mal lange...ich habe ab meinem 1.Konsum an bis zum Ausstieg fast 20Jahre exzessiv getrunken...nicht täglich,machte erfolgreich Studium und Karriere und trieb regelmässig Sport,also auch mir sah man es nicht an! Der Obdachlose auf der Parkbank der als DAS Alkoholikersymbol hinhalten muss stellt eine winzige Minderheit aller Alkoholiker dar. Die meisten funktionieren sehr lange,Jahrzehnte unauffällig. In meiner SHG gibt es einen Chirurgen der jahrelang unter Alkohol operiert hat...die Wahrheit sieht so aus.

    Ich habe meinen Job verloren,mein Auto öfters zu Schrott gefahren, es ist ein Wunder dass niemand zu Schaden kam und ich immer noch meinen Führerschein habe! Aber selbst das hat mir nicht gereicht um aufzuhören...Man spricht oft von einem persönlichen Tiefpunkt den der Abhängige erreichen muss um aufhören zu wollen. Bei mir waren es eher die Anhäufung vieler Ereignisse...der sogenannte Tiefpunkt kann aber je nach Person immer tiefer sinken und gar nie erreicht werden. Wie Susanne es schon schrieb, selbst bei einem Alkoholiker der unbedingt etwas ändern will,alles in Bewegung setzt und sämtliche Hilfsangebote wahrnimmt sehen die Heilungschancen immer noch Bescheiden aus!! Also für jemanden der selbst gar nicht will...ich denke du weisst was ich meine.

    Es ist auch nicht unbedingt einfach zur Einsicht zu gelangen wenn der ganze Freundeskreis kräftig trinkt...es findet sich immer jemand der mehr konsumiert,der somit das eigene Trinkverhalten relativiert und rechtfertigt. Ein Aufhören ginge dann auch mit dem Verlust dieser Gemeinschaft einher,der sozialen Struktur des gemeinsamen Trinkens...ein unglaublicher Verlust in den Augen eines Abhängigen!!! Es ist eben viel viel mehr als einfach nur das Produkt Alkohol und „einfach nicht trinken „ ist nicht möglich.

    Sie wird für dich oder wegen Dir nichts ändern an ihrem Trinkverhalten.
    Der grösste und einzige externe Ansporn könnte eventuell ihr Sohn sein,scheint aber nicht so.
    Du kannst nichts tun wenn sie nicht will,sie darf sich auch bis in die Obdachlosigkeit,in den Knast oder zum Friedhof hin trinken,spätestens da wo jede Suchtkarriere endet. Du kannst dem Zusehen oder es lassen,im Gegensatz zu ihrem Kind hast du die Wahl,das ist mit Sicherheit das traurigste an der ganzen Sache.

    Viel Glück für dich die für dich richtigen Entscheidungen zu treffen,ich hoffe für deine Freundin dass sie nicht allzu lange zu leiden braucht. Das kann man aber schlecht vorher sehen, die meisten Betroffenen schaffen den Absprung nie.

    Viel Kraft und Energie Von Herzen
    Rina

    Ja und vergiss nicht dass es hier um eine ernste und schwerwiegende Krankheit geht...selbst bei aller Liebe zu meinem Mann und meinen beiden Kindern hat es Jahre gedauert bis ich endlich soweit war mir Hilfe zu suchen. Ich habe öfters der Familie zu liebe Trinkpausen gemacht,von Dauer waren die logischerweise nicht. Es wurde mit jedem Mal schlimmer...Alkoholismus ist progressiv, die Menge nimmt zu,die Häufigkeit auch und die Abstände werden kürzer.
    Lügen,Verstecken und Selbstbetrug gehören genauso ins Bild...von alleine wird es nie besser. Überlege dir wirklich ob du das so leben willst und dich selbst dabei in eine Co-Abhängigkeit begeben willst...ich und mein Mann haben uns nicht getrennt, aber es steht halt auch eine ganze Familie mit kleinen Kindern auf dem Spiel...wäre dem nicht so glaube ich kaum dass mein Mann das durchgestanden hätte...denn das was du bis jetzt von Aktionen von deiner Freundin geschrieben hast ist noch sehr harmlos zudem was wahrscheinlich noch kommen mag.

    Hallo Outdoor,

    Ich spüre deine Verzweiflung und das Unverständnis regelrecht aus deinen Zeilen heraus. Was du da schilderst erinnert mich an mich als ich damals auch selbst bei frischer Tat ertappt noch alles abstritt...Total betrunken war ich noch in der Lage zu behaupten nichts getrunken zu haben und mein Verhalten irgendwelchen Hustenbonbons zuzuschreiben...irrsinnig.

    Es erklärt sich aber dadurch dass ich einfach nicht zugeben konnte ein Problem zu haben,ich hätte es mir selbst ja dann auch knallhart eingestehen müssen und das hätte Konsequenzen gefordert,heisst aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Ich war aber dazu überhaupt nicht bereit,ich wollte nichts ändern und die beste Verteidigung heisst wohl auch bei deiner Freundin Angriff...in Form von Gegenvorwürfen,Schulgefühle zu vermitteln versuchen etc...“wie kannst du nur behaupten ich hätte ein Problem...“ gehört klar in diese Kategorie,eine klassische Reaktion von jemanden der noch Meilensteine von der Einsicht entfernt ist. Dass diese Einsicht bei ihr einschlägt hängt von ihr ab,wieviel Leidensdruck für sie aushaltbar ist. Von Aussen darauf einwirken zu wollen ist meist sinnlos...aber das hast du hier ja schon öfter geschrieben bekommen.Sie wird sich zu allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht ändern,ihr Trinkverhalten deinen Wünschen anpassen auch nicht. Das beste wäre für dich diese Tatsache zu akzeptieren und dann zu entscheiden ob du damit leben willst oder nicht. Man kann Menschen nicht nach seinen Vorstellungen modellieren,man kann auch niemanden retten der nicht gerettet werden will...

    Alles Gute dir,denk etwas mehr an dich und deine Bedürfnisse...

    Rina

    Oh ja... das Verstecken würde ich als DAS Abhängigkeitszeichen schlechthin nennen! Man weiss ja selber dass man zuviel trinkt,deshalb ja das Verstecken. Mein Mann hat damals auch immer wieder Verstecke gefunden,ich hab neue Strategien entwickelt...ein Katz und Maus Spiel das niemandem was gebracht hat! Ganz peinlich wurde es dann wenn ich mich nicht mehr an die Verstecke erinnerte...bei unserem Umzug im 2018 kamen etliche leere und angefangene Flaschen hervor,ich hab mich sehr geschämt. Aber da stand mein Entscheidung zur Absinenz schon fest also war es irgendwo einfach nur komisch. Zum Glück ist das alles vorbei...Aber solche Aktionen gehören wirklich zu den Klassikern!

    Rina

    Lieber Outdoor,

    Ich habe deinen Thread mitverfolgt und kann den Beiträgen die du bis jetzt erhalten hast nichts ergänzen was du nun noch nicht wüsstest.
    Ausser eine kleine Bemerkung zu deinem letzten Kommentar: ich hätte „abartig finden „ auch als sehr abwertend und niederschmetternd empfunden,das zusätzliche „als Frau“ hätte mich aus der Haut fahren lassen. Denn als Mann ist es nicht abartig?der darf sich 3Tage lang zudröhnen? Alkoholismus ist eine Krankheit,sie trifft beide Geschlechter gleichermassen,findet sich in allen sozialen Schichten wieder vom Obdachlosen bis zum Staatschef...und da gebe ich dir voll und ganz recht, es ist verrückt wie das Zeug immer noch frei verkäuflich überall erhältlich ist damit sich das Volk legal und jenseits saugen darf.

    Es spielen bei dir bestimmt viele Emotionen mit und dem ganzen hilflos zuzuschauen tut bestimmt sehr weh. Aber Objektive,emotionslose Gespräche brachten mir persönlich mehr als Vorwürfe. Ich gehöre übrigens zu den Alkoholikerinnen,deren Beziehung die Krankheit akzeptiert und überlebt hat. Einfach war/ist es nicht,mein Mann und ich mussten beide unseren Weg gehen und sind schliesslich daran gewachsen. Er hat unglaublich viel durch gemacht und wünschen tu ich sowas niemandem. Ich hätte es mehr als verstanden wenn er gegangen wäre...ich an seiner Stelle hätte wahrscheinlich aufgegeben.

    Ich will auch nicht pessimistisch sein,aber das Versprechen deiner Freundin jetzt nichts mehr zu trinken sehe ich höchstens kurzfristig eingehalten. Sie meint es bestimmt ernst und vielleicht will sie es sogar im Moment wo sie es sagt auch,nur ist sie eben -so wie es sich liest- abhängig und der blosse Wille kann es da nicht mehr richten. Ich denke sie braucht Hilfe...aber soweit scheint sie nicht zu sein.

    Lg
    Rina

    Ich glaube das Unterbewusstsein speichert einiges an Informationen was nicht konkret abrufbar ist. Ich kenne dieses Triggern auch,manchmal scheint es aus dem Nichts zu kommen,total Zusammenhanglos...aber ich denke wir können uns unsere Gefühlswelt nicht rational erklären,diese unangenehmen „Überraschungen „ zähle ich dazu.
    Aber genau wie Green es beschrieben hat erging es mir auch schon...es ging mir fast zu gut!! Ich wollte unbedingt trinken um das Gefühl irgendwie erträglicher zu machen...schwierig zu beschreiben. Aber nicht umsonst heisst es auch bei den Aa „wenn‘s dir schlecht geht,geh zum Meeting. Wenn’s dir gut geht, Renn zum Meeting.“ damit will nicht gemeint sein,dass einem Freude und Euphorie nicht gegönnt sei,sondern eben der Umstand,dass Freude ein häufiger Auslöser für Trinkdrang ist. Ich kann das wirklich auch bestätigen,bei Wut und Trauer bin ich achtsam, bei Euphorie weniger und an Emotionen finde Ich dieses am schwierigsten zu erleben.

    Lg Rina

    Liebe Mami1917,

    Ein herzliches Willkommen auch von mir,schön dass du hierher gefunden hast!

    Ich kann meinen Vor-postern nichts hinzufügen,nur deren Ehrlichkeit unterstreichen...jeder hier versucht dir auf seine Art und Weise zu helfen,manchmal kann so eine Ladung an Ehrlichkeit auch weh tun,ich verstehe das. Umso mehr weil ich auch Mutter bin,meine Kinder sind noch klein. Ich bin wie du in meiner Jugend zum sexuellen Missbrauchsopfer geworden,habe aber erst jetzt eine Therapie angefangen...Alkohol war lange mein Ventil,hat mich in Watte gepackt und mir ein Loslassen erlaubt. Alles was du da schreibst kann ich sehr gut nachempfinden,Alltag mit Kindern ist anstrengend,selbst wenn diese keine gesundheitlichen Probleme haben!

    Ich möchte dich nur dazu ermutigen auf keinen Fall mit deinem Problem alleine zu bleiben! Eine SHG ist schon mal eine gute Idee,es kostet das erste Mal etwas Überwindung aber da geht es allen gleich...Suchtberatung, Ärzte etc sind zur Anonymität verpflichtet, wie Green schon schrieb, und sie haben 1000nde solcher Geschichten schon gehört,du bist kein Einzelfall!!

    Ich bin seit 1,5Jahren dabei mir ein neues alkfreies Leben zu gestalten,seit bald 9Monaten ohne Rückfall...es lohnt sich sooo sehr !! Es lohnt sich für meinen Mann,der seine Frau wieder hat, für meine Kinder,die eine kraftvolle und gesunde Mutter haben und v.a. Lohnt es sich für mich!! Ich habe wieder Selbstvertrauen,Achtung vor mir und meinen Gefühlen und bin die elenden Schuld-und Schamgefühles endlich los!

    Ich wünsche dir viel Kraft und Energie die richtigen Wege zu gehen...falsche Scham sind bei dieser mächtigen Krankheit fehl am Platz. Sei ehrlich zu dir selber und du wirst die richtigen Antworten finden,

    Fühl dich gedrückt,

    Rina

    Hallo ihr beiden,

    Also ist das echt so, dass mit gewissen Trinkmengen sozusagen geprahlt wird?? Ich frag wirklich nur aus Neugier weil ich immer nur das Gegenteil erlebt habe...die tatsächliche Menge wird verkleinert,heruntergespielt,geleugnet...einfach aus Scham. Ist das Phänomen beim „Märtyrertum“ vielleicht eher bei Männern anzutreffen?
    Bin deshalb auch etwas verblüfft über deine Gedanken liebe Femme...sei doch stolz und froh drauf rechtzeitig reagiert zu haben und nicht erst im Endstadium!

    Mach dir mal keine Gedanken und konzentriere dich auf dich und die Therapie,ich finde es super wie schnell du alles eingeleitet bekommst!! Und Glückwunsch zu 3 Wochen alkfrei, top!!

    Lg
    Rina

    Hallo Matthias,

    Super dass du so elanvoll wieder dabei bist!! Für mich liest du dich auch positif,ich erkenne mich in deinen Gedankengängen wieder...

    Meine Rückfälle haben sich auch angebahnt...es überkam mich nie wie aus heiterem Himmel. Man sagt ja es gehört zum Krankheitsverlauf dazu,nicht bei allen aber bei mir schon. Mir ging es danach ganz übel immer,Scham und Schuldgefühle dominierten...Ich habe aber für mich auch gelernt dass Scham und Schuld mich nicht weiter bringen,es hilft nicht nach einem Rückfall tagelang rumzuheulen und das alles ganz schlimm finden...Es muss ja weiter gehen. Also besser die Situation analysieren und Schlussfolgerungen ziehen, dann eben noch mal von neuem. Auf die allzu leichte Schulter darf man s sicher nicht nehmen,aber in meinem Umfeld kenne ich solche auch nicht. Ich denke die bleiben nicht lange beim Abstinenzwunsch..

    Mit der Geduld habe ich es auch nicht so...möchte immer alles sofort,und es soll sofort reibungslos klappen dazu...Ich arbeite daran!

    Ich wünsche dir eine weitere alkfreie Woche!

    Rina