Beiträge von Sharon35

    @ Rekonvaleszent: Hallo, also mit Fachliteratur hab ich nichts nicht auseinandergesetzt. Ich wusste nur, wenn ich Leben will, muss ich aufhören. Der andere Weg kam für mich nicht in Frage. Im Krankenhaus wurde mir gesagt, was für Entzugserscheinungen auftreten können. Wie schon erwähnt habe ich vorher nie mit jemand fremden über dieses Thema gesprochen. Nicht das ich nicht wollte od es verdrängt habe.
    Ich denke ich kann schon sehr stolz auf mich sein, das alles geschafft zu haben.
    Ich bin erst letzte Woche auf dieses Forum gestossen. Nun geile ich mich auch mit.


    Greenfox : Naja also "geschmort" finde ich so leicht negativ. Mir viel es nicht schwer mit dem Alkohol aufzuhören. Ich wusste nur nicht mehr, wie es ist ein Leben ohne Alkohol. Kein Geburtstag, Weihnachten, Silvester mehr ohne Sekt od Wein. Ich habe u hatte nie ein Problem damit, wenn um mich herum Alkohol getrunken wird. Ich kann den Geruch nicht mehr abhaben. Ich habe auch keine Angst rückfällig zu werden.

    Hallo Caroline,

    Nein, ich habe mich noch nie über ein Forum ausgetauscht. Bin letzte Woche das erste mal auf die Seite gestossen, weil ich hoffe neue Leute , die auch betroffen sind, kennenzulernen. Ich will quasi ein bisschen meiner Stärke abgeben.

    Der Weg den ich hinter mir hab, war wahrlich kein leichter. Aber aus der Erfahrung habe ich gelernt. Ich bin noch so jung u hab noch alles vor mir. Da sollte mir keine Sucht im Web stehen.

    Danke u LG zurück

    Ich habe vergessen hinzuzufügen, das ich 1mal im Jahr in Krankenhaus gehe und einen Ultraschall der Leber, Galle u Nieren machen lasse u mir Blut abnehmen lasse.
    Sekt ich das mache, werden meine Werte immer besser.
    Gesondert lasse ich ebenfalls 1mal im Jahr eine Magenspiegelung durchführen.

    Hallo ich bin Sharon und im Februar 3 Jahre trocken.

    Ich kann gar nicht richtig sagen, wie lange ich exzessiv getrunken habe. Pro Tag waren es zum Ende hin 2 Flaschen Wein.
    Mein ganzer Alltag bestand nur darin, mir Nachschub zu holen. Irgendwann ging ich auch nicht mehr arbeiten, was eine Kündigung nach sich zog. Mit dem Geld kam ich gut klar, da ich ein Sparfuchs bin.
    Nur irgendwann, da war ich mal nüchtern, fiel mir ein,dass ich auf ewig nicht so weiter leben kann. Ich hatte ja kein Einkommen mehr.
    Kurz um aus Rechnungen wurden Mahnungen. Ich habe alles komplett schleifen lassen. Alles!!!

    Ich dachte, wenn ich meinen Wein hab u getrunken hab, dann sind die ganzen Probleme weg.
    Ich führte mit mir selbst ein Doppelleben. Ich hasste es.
    Meine Mutter (zu ihr habe ich eine sehr enge Bindung) lügte ich an. Sie wusste von der ganzen Sache nichts. Ich lügte ihr vor, das auf Arbeit alles ok ist...Trinken? Nein, zu ich nicht.

    Körperlich entwickelte ich mich auch, aber ins negative. Meine Muskeln bauten sich ab. Ich nahm nicht mehr zu. Von was auch, ich trank ja nur. Das weiß der Augen verfärbte sich gelb.
    Dann hätte ich einen Termin bei meinem Gastroentrologen: Die Ärztin schaute mich nur kurz an, machteeinen Ultraschall u sagte "Sie müssen umgehend ins Krankenhaus. Trinken Sie? Ihre Leber ist vergrössert"
    2Tage später war ich das erste mal in meinem Leben im Krankenhaus. (Inzwischen wusste meine Mutter auch über meine Arbeitslosigkeit Bescheid u war alles andere als glücklich darüber. Aber: Sie war da. Da für mich)
    Die Ärzte im Krankenhaus stellten eine Leberzirrhose fest. Ich müsse meinen lebenstil um 360grad ändern, sagte man mir.
    Nun, ich war bereit. Ich wollte die Hilfe u nahm sie auch an. 7Tage war ich im Krankenhaus.
    Zuhause wartete ja das reinste Chaos auf mich. Wohin mit den ganzen leeren Flaschen?
    Mutti beauftrage eine aufräumunternehmen.
    Ein für mich wichtiger Aspekt war allerdings: ich hatte Zuhause noch 1 volle Flasche Wein.
    Diese öffnete ich und kippte sie in den Abfluss.

    Das Aufräumunternehmen tat super Arbeit. Meine Wohnung sah wieder wie eine aus. Es ging mir von Tag zu Tag besser.
    Jetzt war ich daran einen Therapieplatz zu suchen. Das Vorstellungsgespräch hatte ich. Das war das einzigste mal, das ich dort war.
    Ich habe nie eine Therapie besucht od gar gebraucht. Bei mir hat sich irgendwie ein Schalter umgelegt.
    Von heute auf morgen keinen Alkohol mehr. Natürlich hatte ich Entzugserscheinungen. Furchtbares Schwitzen u meine Haut juckte unfassbar.
    Aber seitdem hatte ich nie wieder das Verlangen auf Alkohol.
    Ich dachte wenn mal schwere Situationen im Leben kommen, ob ich dann wieder anfange zu trinken?
    Diese Situationen gab es, aber keinen Tropfen habe ich angerührt.
    Alkohol löst das Problem auch nicht, dachte ich mir.

    Bin auch wieder in Arbeit. Geht jetzt auch ins dritte Jahr. Dieses Jahr geht's in Urlaub und es ist alles prima.
    Ich hätte Damals niemals gedacht, das ich es schaffe. Ich dachte ich werde daran sterben.
    Ich hab mir, auch wenn es keine professionelle Hilfe war, helfen lassen.
    Ich wünschte mein Papa hätte auch diese Kraft gehabt.

    Nun das ist meine (etwas gekürzte) Geschichte.
    Ich beantworte sehr gerne eure Fragen, wenn es denn welche gibt.
    Bis dahin
    Grüsse Sharon :D