Beiträge von Greenfox

    Micha, du hast NICHTS kapiert - Jasper ist 8 Jahre trocken, ich seit 9,5 Jahren, andere noch länger. Und wir sind hier und/oder in SHG und/oder anderweitig aktiv, damit Menschen, die erst um ihren Weg aus der Sucht kämpfen, vielleicht von unseren Erfahrungen profitieren und an ihnen partizipieren können.
    Und ich für meinen Teil, um nicht zu vergessen, wie es mir mal ging.

    Greenfox


    Ich nenn es lieber zufriedene Trockenheit als trockene Zufriedenheit.
    In Punkto Trockenheit bin ich zufrieden, aber im weiteren Leben gibt es immer Situationen in denen man unzufrieden ist.

    nixweiss0

    Nix anderes steht doch da?!

    Ich habe mich sehr viel mit meiner Sucht beschäftigt und irgendwann festgestellt, das ich mich eigentlich mit mir beschäftige

    Das ist doch Sinn und Zweck der Übung - um sich selbst so zu akzeptieren, wie man eben ist, muss man sich kennen. Und dann fällt es einem auch leichter, etwas zu ändern.

    ich wurde nach langem hin und her mit meiner Familie vor die Wahl gestellt.... Frau und Kinder oder Suff (ich wurde richtig festgenagelt von meiner Frau) und jetzt bin ich so froh nicht alles verloren zu haben... der Grund bzw die Entscheidung hält mich bis heute auch davon ab rückfällig zu werden...

    Ich hoffe doch, auch die Feststellung aus der heutigen Perspektive, dass Dir nichts fehlt, es also kein Verzicht (mehr) ist, nicht zu trinken ...

    Es ist normal, wenn er nach der Arbeit sich ins Bett verzieht - denn es kostet enorm viel Kraft, zum Einen die Entzugserscheinungen zu "meistern". Und dann noch der psychische Druck der Sucht, die in seinem Kopf schreit "Es geht Dir Scheiße - aber wenn Du etwas trinkst, geht es Dir sofort besser!". Und dann die Gedanken, die in seinem Kopf kreisen "Warum tue ich mir das an? So schlimm war es doch garnicht! Doch, war es - aber wie soll ich das schaffen?!"
    Ich kenne das noch, wie es bei mir war - auch, wenn es schon ein paar Jahre her ist.

    Versuch mal wirklich, mit ihm zu reden. Wie es weiter gehen soll, ob und welche Hilfe er sich holen will/sollte/kann (Info's darüber findest Du z.Bsp. in der Linksammlung, bei der örtlichen Suchtberatung).

    Dieses Gespräch würde ich aber erst so in 4-5 Tagen suchen, wenn er den körperlichen Entzug (hoffentlich) überstanden hat. Und wenn er ihn nicht übersteht (im Sinne von: er wieder trinkt): verurteile ihn nicht, weil er es nicht geschafft hat, sondern sprich mit ihm darüber. Auch, welche Hilfen und Möglichkeiten es alles gibt ...
    Ich kenne nur wenige heute trockene Alkoholiker, die es beim ersten Anlauf geschafft haben. Ich habe auch mehrere Anläufe gebraucht.

    Gruß
    Greenfox

    ... obwohl ich Psychologen hasse >:( . Hatte damals schlechte Erfahrungen mit Psychologen nach der Trennung meiner Eltern.

    Es gab Zeiten, da hätte ich vielleicht auch in dieses Horn gestoßen. Ich habe die Psychologen zwar nicht gerade "gehasst", aber für mich waren es irgendwie ... Scharlatane.
    Aber zu Zeiten meines Entzuges und der anschließenden Therapie habe ich mich auch darauf eingelassen

    Aber ich denke schaden kann es nicht, also Augen zu und durch!

    Allerdings habe ich dies nicht mit "Augen zu und durch" gemacht, sondern mich wirklich darauf eingelassen. Und ich hätte es nie, niemals für möglich gehalten: Es hat mir geholfen! EINE Ursache für mein Saufen war eine ganz beschissene PTBS, auf Grund derer ich immer wieder Zusammenbrüche erleben musste, wenn das Thema auch nur im Entferntesten auftauchte schwitz. Und nun? Weg, ganz einfach weg ;D Ich kann wieder darüber reden, schreiben, mir sogar Filme anschauen - ohne dass ich mit einem Weinkrampf zusammenbreche und mich mit Alk betäuben "muss".

    Also gib den Ärzten, Psychologen in der Klinik eine Chance ;) Es gibt überall und in allen Berufsgruppen Sone und Solche, Gute und Schlechte. Aber das weiss man erst hinterher.

    Und: Du kannst alle Hilfe gebrauchen! :)

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Wie Caroline schon schrieb, wäre ein wenig mehr Input hilfreich:

    Trinkt Dein Mann nichts mehr, weil er es so möchte? Wenn ja: Möchte er eine Trinkpause - oder ganz aufhören?
    Oder trinkt er krankheitsbedingt nicht mehr?
    Wie geht es ihm dabei? Hat er Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Zittern ...
    Du hast Angst, das ihm WAS auch passiert: ein Entzug oder die Nebenerscheinungen des Entzugs?

    Auf jeden Fall solltest Du dafür sorgen, dass Dein Mann ordentlich/viel trinkt: Wasser, Tee, leichte/verdünnte Fruchtsäfte.
    Und am Besten wäre es, wenn er seinen Arzt aufsucht, der ihn durchchecken und beim Entzug unterstützen kann (z.Bsp. durch Gabe von Vitaminen u.a. helfenden/unterstützenden Medikamenten wie Sylimarin o.a.). Vorausgesetzt, Dein Mann will.

    Und schau doch auch mal in unsere Linksammlung - da findest Du viele weiterführende Informationen bzw. die Links dorthin.

    Schreib mal wieder, wie es Euch geht.

    Gruß
    Greenfox

    Natürlich bin ich mir vorgekommen wie ein Schwerverbrecher dem was auf die Stirn geschrieben steht…

    Das Gefühl kenne ich und auch andere Gruppenfreunde (meiner SHG). Man hat das Gefühl, dass ein großes "A" wie "Alkoholiker" auf die Stirn tätowiert wurde.
    Dem ist natürlich nicht so und das Gefühl geht auch nach einer Weile wieder weg.
    Allerdings: Ich wohne in einer Großstadt, da ist man doch irgendwie anonymer ...

    Von daher

    ... hoffe ich auf ein bisschen Gnade beim Mäulerzerreisen…

    glaube ich nicht wirklich daran. Zumal: Wer sich das Maul über Andere zerreisst/zerreissen kann, kann ganz wunderbar von sich selbst ablenken ;)

    Mach weiter! Nimm den Termin bei der Suchtberatung wahr und sieh den Vorfall auch als Chance/Weckruf!

    Gruß
    Greenfox

    Schön, dass nicht nur ich über diesen fatalistischen Gedanken

    Mit Vernunft kommst du aber keinen Schritt vorwärts. Vernunft ist Stillstand.

    gestolpert bin. Danke, Wolfsfrau, für Deine Worte!

    Das ist ein ziemlich merkwürdiger Standpunkt.

    Früher hat mein Großvater immer gesagt "Rücksichtnahme ist eine Zier. Doch weiter kommt man ohne ihr."
    Leider ist er schon vor 40 Jahren gestorben, sonst wüsste er, dass dieser Spruch heute mehr den je von vielen Menschen gelebt wird :-[
    Und jetzt kommst Du noch mit dieser Theorie :o

    Arme Welt!

    Hallo, Raphi und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Erstmal Glückwunsch zu Deinem Entschluß 44.
    Allerdings ist ein "kalter Entzug" - wie Du schon selber schreibst -äußerst gefährlich und kann (nicht muß) tödlich enden.
    Von daher kann ich Dir nur empfehlen, MORGEN zu Deinem Hausarzt zu gehen und mit diesem über das Thema zu sprechen, damit er Dich durchchecken und beim Entzug begleiten kann!

    Entzugserscheinungen können auch noch mehrere Tage nach dem Aufhören eintreten. Nicht umsonst dauert eine Entzugsbehandlung im Krankenhaus mindestens eine Woche. Und Krampfanfälle können auch noch nach 2 Wochen auftreten - wie ein Gruppenfreund am eigenen Leib erleben musste. Diese "melden" sich übrigens vorher nicht an! Sie kommen "aus heiterem Himmel".

    Mein folgender Rat hört sich vielleicht komisch an, wird aber auch von Ärzten so gegeben: Sollte sich Dein Zustand (z.Bsp. Blutdruck, Herzrasen, Trockenkotzen etc) bis morgen verschlechtern - dann trink etwas!! Denn sonst könntest Du bzw. Dein Kreislauf kollabieren.
    Ansonsten viel trinken (Wasser, Tee). Gut, dass Du schon mit Deiner Frau gesprochen hast. Vielleicht kann sie auch darauf achten, dass Du immer genug Wasser/Tee zur Verfügung hast.

    Und, noch mal, meine Empfehlung: Morgen zum Arzt!

    Viel Kraft!

    Greenfox