Herzlich Willkommen hier im Forum!
Kurz zu mir: ich bin Alkoholiker, aber seit einigen Jahren trocken. Das habe ich aber auch nicht im ersten Anlauf geschafft, habe also auch mehrere Entgiftungen machen müssen. Und seit ein paar Jahren stelle ich meine Selbsthilfegruppe in Krankenhäusern auf Entgiftungsstationen vor.
Es ist schwierig bis unmöglich, jemanden zu einem Entzug zu bewegen (der nach Möglichkeit dauerhaft sein soll), der dies gar nicht möchte. Bei meinen Vorstellungen in Krankenhäusern, aber auch als ich damals selbst dort zur Entgiftung war, habe ich etliche Menschen kennengelernt, die stolz darauf waren, die 40., 50. oder gar 100. Entgiftung zu machen. Diese Menschen wollten einfach nur wieder fit gemacht werden für die nächste Runde ...
Erklären, warum sie nicht aufhören wollen und was so schön ist an diesem Leben auf der Straße konnte mir keiner wirklich.
Aber ich habe auch Menschen kennengelernt, die nach 30, 40 Entgiftungen gesagt haben "ich will nicht mehr so leben!" und sich bewegt haben, die etwas verändert haben in ihrem Leben - und es schafften, sich "trockenzulegen". Der Mensch, der mich dazu gebracht hat, in Krankenhäusern vorzustellen, war so einer.
Vielleicht fragst Du Deinen Sohn doch mal, was ihm an seinem derzeitigen Leben so gefällt, dass er sich daran klammert - insbesondere an den Alkohol - und solche Angst hat, den Alk loszulassen!?
Natürlich: Niemand behauptet, dass so ein Entzug leicht ist. Niemand behauptet, dass der Weg in die Abstinenz ein Zuckerschlecken ist. Und niemand behauptet, dass es - nur weil man keinen Alkohol mehr trinkt - dann nie wieder Probleme, Krankheiten oder anderweitige Sorgen geben wird.
Aber das Leben kann so viel schöner und leichter sein. Und vor Allem: Es ist möglich/zu schaffen!
Das können ihm Viele hier im Forum und auch draussen bestätigen. Hilfsangebote sind da - man muss sie nur annehmen.
Aber auch Du brauchst Hilfe. Denn gerade für eine Mutter ist es äußerst belastend, sein Kind so zu erleben.
Vielleicht schaust Du mal, ob es bei Dir in der Umgebung eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gibt. Dort kannst Du Dich dann mit anderen Angehörigen, denen es wie Dir bzw. ähnlich ergeht/ergangen ist, austauschen, sprechen, Dir Kraft holen. Und vvielleicht hat dort ja auch jemand konkrete Tipps/Hilfe parat.
Bei der Suche nach einer solchen Gruppe kann Dir eine Suchtberatungsstelle helfen, aber vielleicht auch unsere Linksammlung. Vielleicht dieser Link ...
Oder hier im Forum kann Dir jemand mit ähnlichen Erfahrungen etwas mehr helfen als ich.
Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Kraft!
Gruß
Greenfox