Hallo, Angemon!
Ich finde es immer wieder mal unangenehm, "recht gehabt zu haben" ... Auch wenn ich dazu hier nichts schrieb, aber ... irgendwie kam Vieles etwas naiv und blauäugig bei mir an.
Z. Bsp. dass Du noch zu jung für eine SHG wärst und sowieso nicht dafür zu haben.
Und dann kam der "Klassiker":
Da ich sagen muss das es wirklich gut war im letzten Monat. Konnte mit Freunden auf Party in den Club gehen und habe nichts getrunken.
Ich merkte, das der Druck Alkohol zu mir zu nehmen dadurch immer größer gewachsen ist.
Es kam, wie es kommen musste.
Ich stimme Gerchla 100%ig zu: wenn man gerade erst den Ausstand probt und, wie Du selbst schreibst, noch "Frischling" ist, dann sollte man soetwas noch unterlassen. Erst wenn man gefestigt ist, sich Strategien überlegt und diese auch verinnerlicht hat - dann kann man wieder anfangen, mit dem Feuer zu spielen.
Ich bin die erste Zeit zu keiner Feier - egal, ob beruflich oder privat - gegangen. Und dann habe ich es ruhig angehen lassen. Erst waren es 1-2 Stunden, u.U. auch mal weniger. Dann wurde es langsam mehr und wenn es gut läuft (das heisst, wenn es mir SPASS macht), dann kann ich durchaus auch mal 9-10 Stunden feiern. So z.Bsp. letztes Silvester.
Aber: Meine Strategie war und ist, dass ich a) allen meinen Bekannten, Verwandten und Kollegen gleich zu Beginn reines Wasser über mich eingeschenkt habe und b) jederzeit gehen kann, wenn es mir zu viel wird. Letzteres heisst, dass ich nicht auf Jemanden angewiesen bin wie bei einer Fahrgemeinschaft o.ä.. Und wenn ich ohne Auto bin achte ich darauf, dass ich auf jeden Fall und zu jeder Zeit auch mit den Öffentlichen nach Hause komme. Wenn ich also von einer Feier verschwinde, brauche ich mich nicht bei den Leuten verabschieden und eventuell erklären, wieso, weshalb, warum ich nun schon gehe ...
Auch in Bezug auf die SHG stimme ich Gerchla zu. Ich leite ja nun seit ein paar Jahren selbst eine SHG und kann Dir sagen, dass jeder kommen kann, ohne einen Termin zu machen. Auch bei uns kann man sich erst einmal "in die Ecke" setzen und zuhören, sich das Geschehen anschauen, ohne etwas sagen zu müssen. Okay, wenigstens den Namen sollte man sagen. Und wenn man dann bereit ist, dann kann man sich einbringen und erzählen. Bei Manchen ist dies schon am ersten Tag, die Anderen eben erst später.
Mach Dich mal schlau, welche Gruppen es bei Dir gibt, wo und wann die tagen - und dann schau Dir mehrere an. Denn es ist vollkommen unwichtig, wie die Gruppe/der Verein heisst: AA, "Guttempler", "Blaues Kreuz" oder "Verein für alkoholfreies Leben", "Die trockenen Pampelmusen" oder nixweiss0
Das Wichtigste und Entscheidende ist, dass Du Dich dort mit den Leuten wohl fühlst, dass die Chemie stimmt. Zumal es ja auch die unterschiedlichsten Formen von SHG gibt: Monolog, Dialog, angeleitete Gruppen, reine Betroffenen-Gruppen ...
Vielleicht schaust Du ja mal hier oder hier rein - dann brauchst Du nicht auf den Termin bei der Suchtberatung warten. Denn eine SHG kann man auch ohne Genehmigung/Empfehlung von einer Suchtberatung aufsuchen 
Gruß
Greenfox