Beiträge von Greenfox

    Hallo, Anika!

    Bei mir stellte sich die Zufriedenheit ohne Abstriche erst so nach ca. anderthalb-zwei Jahren ein. Vorher war ich zwar auch zufrieden, dass ich endlich trocken bin. Aber zwischendurch doch immer mal wieder so ein paar kleine Gedanken wie "Ach, jetzt ein Bier würde den Augenblick perfekt machen!". Trotzdem war ich im Großen und Ganzen zufrieden. Und es machte mir sogar etwas Angst, dass es mir auf einmal so "leicht" fiel, trocken zu bleiben. Warum vorher nicht?? Ich sprach es sogar einmal in meiner Gruppe an, diese Angst, dass das "dicke Ende" noch kommt. Und diese kleinen Gedanken (s.o.) hielt ich schon für "Saufdruck" ... Ein paar Monate, nachdem ich das Thema in der Gruppe angesprochen hatte, lernte ich, was Saufdruck wirklich ist schwitz. Und ich möchte sagen, dass ich erst seitdem zufrieden trocken bin.

    Und trotzdem blitzen auch heute noch kurzzeitig Gedanken auf wie "Ein Gläschen wäre jetzt schön - aber das haste Dir selbst verbockt."
    ICH halte das für normal.

    Also mach Dir keinen Kopp - alles im Grünen Bereich :D

    Gruß
    Greenfox

    Erst einmal Herzlich Willkommen hier im Forum :welcome: und Glückwunsch zu Deinem Entschluß. dem Alkohol bzw. der Sucht den Kampf anzusagen :blumen:

    Aber der Weg, einen kalten Entzug allein zu Hause zu machen ist für mich als "Profi" (Alkoholiker, nach mehreren Anläufen seit etlichen Jahren trocken) der falscheste und vor allem gefährlichste Weg ever.
    Denn das kann im ungünstigsten Fall tödlich enden.
    Und - auch wenn Du dann definitiv nicht mehr trinken wirst - DAS dürfte nicht Dein Vorhaben sein.

    Auch wenn es komisch klingen mag, aber: trink lieber etwas und sprich Montag mit Deinem Hausarzt über Das Alkoholproblem und lass Dir eine Überweisung für eine Entgiftung in einem Krankenhaus geben.
    Denn wenn Du schon von solchen irrsinnigen Blutdruckwerten nach nur knapp einem Tag ohne Alkohol berichtest ... :o

    Ich denke, Du willst zwar trocken werden, aber nicht nur kurz und endgültig, sondern langfristig und mit Freude am Leben.

    Ich kann Dir jedenfalls nur dazu raten, Dir professionelle Hilfe bei der Entgiftung zu holen. Bei meiner letzten Entgiftung war ich einfach nur glücklich, in einem Krankenhaus und unter ärztlicher Hilfe zu sein. Und dabei ging es mir noch nicht einmal sooo schlecht, wie Vielen anderen ...

    Viel Kraft und Glück auf Deinem Weg!

    Gruß
    Greenfox

    Ich habe gerade einen 6 tägigen kalten Entzug hinter mir. Die ersten 2 Tage waren sehr Angst einflößend und für das Umfeld ebenfalls unschön. Es war aber nicht ganz so hart, weil ich der Rückfall nur Kurz andauerte.

    Bevor Du Dich nochmal zu einem kalten Entzug entscheiden solltest, google lieber mal, wie gefährlich (nämlich LEBENSGEFÄHRLICH) das sein kann! Ein Gruppenfreund hat dadurch einen Krampfanfall erlitten - zum Glück hatte er gerade eingeparkt :o schwitz. und bekam sehr schnell Hilfe.
    Oder Du schaust mal HIER rein.

    Hallo und Herzlich willkommen hier im Forum!

    Zu mir: männlich, Ü50, Alkoholiker, ca. 25 Jahre ordentlich "drauf" gewesen, seit fast 10 Jahren trocken.


    Wird es mir weiterhin schwer fallen "nichts zu trinken"?

    Ja. Trinken gefällt mir. Ich kann es mir ganz ohne eigentlich kaum vorstellen.

    Trinken hat mir damals, gegen Ende meiner Sucht, nicht mehr gefallen. Ich MUSSTE trinken - sonst bekam ich Entzugserscheinungen.
    Und ein Leben OHNE konnte ich mir auch nicht vorstellen. Ich hatte eigentlich nie Probleme mit Alkohol. Nur OHNE.

    Ich habe auch versucht, zunächst meinen Konsum zu reduzieren, zu kontrollieren. Zu anstrengend - hat also nicht funktioniert.
    Auch das "an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen" hat nicht funktioniert.
    Also habe ich mir Hilfe gesucht, gefunden und ANGENOMMEN!

    Einfach nur so den Alkohol weglassen - das wird nur bei einem verschwindend geringen Prozentsatz funktionieren.
    Nun kannst Du ja Lotto spielen und hoffen, dass Du dazugehörst - oder lieber auf Nummer sicher gehen:

    Entgiftung, Suchthilfeberatung, SHG ...

    Meine Meinung. Jeder muss seinen eigenen Weg gehen.

    Gruß
    Greenfox

    Man darf danach nur scheinbar nichts mehr trinken. Sonst hat man sofort wieder diese Unruhe.

    Wenn es so einfach wäre ...
    Man sollte auch etwas für sich tun. Zum Einen daraus lernen, was passiert, wenn man trinkt (Die Herdplatte ist heiss ...)
    Und sich zum Anderen Strategien zurechtlegen, wie man mit dieser Unruhe (Entzugserscheinungen) umgeht bis sie sich legen, OHNE wieder zu trinken.
    Und da kann z.Bsp. auch eine SHG helfen, wo man sich mit Betroffenen austauschen kann ...

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und Herzlich Willkommen!

    Ich bin selbst Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken, Vater zweier Kinder und seit kurzem geschieden (Grund war NICHT der Alkohol).

    Und bei mir große Fragezeichen. Soll ich mich einmischen? Ihm schreiben (ans Telefon geht er nicht), dass Kontakt nur über mich läuft?

    Mein Rat: Auf jeden Fall den Kontakt nur über Dich laufen lassen! So ein Kind kriegt zwar viel mit - ist aber eben nur ein Kind!
    ICH würde auch vorschlagen, dass Du auch das Jugendamt mit einbeziehst (Sorge- und Umgangsrecht). Denn im Fall eines Falles (was niemand möchte) haben dann die Behörden auch eine Handhabe ...

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel (Nerven-)Kraft!

    Gruß
    Greenfox

    Hört sich doch gut an.
    Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit (kommt drauf an, ob Deine Ex mitspielt und Du in der Klinik Dein Smartphone behalten oder ab und an bekommen kannst), dass Du mit Deinem Kleinen regelmäßig via WhatsApp/Skype für ein paar Minuten quatschen kannst.
    Zu meinen Zeiten gab's das noch nicht. Aber meine Tochter hat sich immer riesig gefreut, wenn wir telefoniert haben.

    Einfach mal fragen - noch kostet das maximal Überwindung ;)

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Tom, und auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum!

    Gut, dass Du Dir Hilfe suchst. Du merkst ja selbst, dass Du an Deine Grenzen stösst.
    Als selbst Betroffener kann ich Dir auch nicht wirklich einen Rat geben außer: Trenn Dich! Denke an Dich - Deine Frau ist für sich selbst verantwortlich!

    Aber das ist als Außenstehender leicht gesagt.
    Geh doch einfach mal zu einer Suchtberatung (die sind auch für Angehörige da!!) oder such Dir eine Selbsthilfegruppe für Angehörige (Guckst Du einfach mal in unsere Linksammlung). Persönliche Gespräche sind oft besser und hilfreicher als solche anonymen Tipps ... finde ICH jedenfalls.

    Und in der Rubrik "Angehörige" kannst Du hier auch eine Menge Erfahrungen lesen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft - egal, welche Entscheidung Du triffst!

    Gruß
    Greenfox

    Liest sich gut 44.

    Ich habe meine LZT damals auch nicht nur zum Nachdenken genutzt, sondern dies auch gerne mit Spaziergängen in der schönen Umgebung verbunden (war in Hennef/Sieg).
    Lass es auf Dich zukommen und - vor allem - lass Dich darauf ein.

    Schönes Wochenende!

    Greenfox

    Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum :welcome:

    Genau wie Dietmar würde mich interessieren, ob Du bisher schon einmal SHG besucht hast.

    Ich habe früher auch gedacht, es reicht, wenn ich "nur" nicht trinke. Obwohl in der Langzeit-Therapie über die Notwendigkeit von SHG gesprochen wurde - und mir auch logisch erschien. Aber ich war ja schließlich der Erste und Einzige, der es alleine schafft ... Einbildung ist auch eine Bildung, bei manchen die einzige :(

    Schließlich musste ich lernen, dass ich mich nicht wie Baron Münchhausen selbst aus dem Sumpf ziehen kann.
    Ich bin überzeugt, dass ich es m/einer SHG zu verdanken habe, dass ich nun fast 10 Jahre trocken bin und mich damit sauwohl fühle.

    Auf jeden Fall wünsche ich Dir Erfolg auf Deinem Weg!

    Gruß
    Greenfox

    Die Ursachen sind ganz unterschiedlich - es gibt den Genußtrinker, den Stresstrinker, den Vergessenstrinker (mich)...

    Und den Sowohl-als-auch-Trinker - mich ??? Ich habe sowohl aus Genuß (war aber meist entweder nur die Ausnahme oder der Anfang), zum Stressabbau als auch zum Vergessen getrunken. Zum Schluß war es aber egal - Hauptsache trinken, die Nerven beruhigen, die Entzugserscheinungen :(
    Auch ich habe im Nachhinein festgestellt, dass ich meine Aktivitäten nach dem Alkohol ausgerichtet habe - Ausflüge, Wanderungen nur dorthin bzw. da entlang, wo es genügend Zwischenstopps/Möglichkeiten gab, um den Pegel wieder aufzufüllen, Feierlichkeiten durften nicht zu lange dauern oder zu weit weg sein, damit ich rechtzeitig nach Hause kam (auf Feiern habe ich mich arg zurückgehalten, auch weil ich meist mit dem Auto unterwegs war und zu Hause dann erstmal "tanken" musste) und, und, und ...
    Ist schon erschreckend (für mich war es das jedenfalls), wenn man im Nachhinein auf sein Verhalten zurückschaut und die ganze Planung, Logistik registriert ...

    Ach, was bin ich froh und zufrieden, dass ich mir DAS nicht mehr antun muss :D :sun:

    Allen ein schönes Wochenende!

    Greenfox

    Warum sollte das "am Thema vorbei" sein? Es gehört doch dazu, dass man schildert, wie man in einer Situation reagiert, um nicht Alkohol zu trinken/trinken zu müssen/in Versuchung zu kommen.
    Das ist doch Sinn und Zweck einer SHG/des Forums, andere an seinen Erfahrungen partizipieren zu lassen bzw aus den Erfahrungen anderer zu lernen.

    Achso, und der erste, der das meiner Meinung nach sehr gut hinbekommen hat, ist eben Daniel Schreiber. Der war für mich wirklich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

    Dann empfehle ich Dir, mal "Alk - Fast ein medizinisches Sachbuch" von Simon Borowiak zu lesen. Das - und "Nüchtern" - fand ich bisher mit das Beste auf dem Markt: witzig geschrieben, kein erhobener Zeigefinger, keine staubtrockenen Fachtexte - und trotzdem sehr informativ.

    Hallo, Katerle, und auch von mir nachträglich ein HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum!

    Auch wenn ich bisher nichts schrieb - ich habe mitgelesen.

    Kurz zu mir: männlicher Berliner, Ü50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken.

    Und zum Thema SHG


    Meine Informationen zur SHG begrenzen sich aus dem, was ich aus dem Internet zu dieser einen SHG lesen konnte. Da hieß es

    „… Man sitzt auf Sesseln um einen niedrigen Tisch in einem hellen und gemütlichen Raum. Es gibt verschiedene Sorten von Erfrischungsgetränken. Zu Beginn stellt sich jeder Anwesende mit seinem Vornamen vor, sagt, ob er Alkoholiker oder Angehöriger ist und wie er sich gerade fühlt. … Der Abend endet, indem jeder Teilnehmer ein Feedback über den Abend gibt…„

    Und diesen Ablauf stelle ich mir für mich persönlich wirklich, wirklich sehr schwer vor. Vielleicht schaue ich mir da noch einmal Alternativen an.

    kann ich Dir wirklich nur raten, Alternativen anzuschauen. Aber im realen Leben! Denn irgendwelche Beschreibungen im Internet sind das Eine - das persönliche Erleben etwas völlig anderes.
    Natürlich ist es in dieser Beziehung schade, dass Du auf dem Dorf wohnst. Denn es ist natürlich besser, wenn man mehrere Gruppen zur Auswahl hat. Schließlich gibt es ja die unterschiedlichsten Gruppenformen - Monolog-, Dialog-Gruppen, angeleitete Gruppen, reine Betroffenen-Gruppen etc.
    Zum Thema SHG habe ich mich mal hier ausführlich "ausgelassen".

    Die Schilderung ... hört sich für mich erstmal schlimmer an, als es vermutlich ist. Wahrscheinlich, weil ich nun schon fast 10 Jahre Gruppenerfahrung habe.
    Wenn Du mal hingehst und es Dir live anschaust, kannst Du Dir ja, falls es wirklich so schrecklich steif zugeht, immernoch eine andere Gruppe suchen ...

    Zu einem anderen Thema wollte ich auch ebventuell etwas schreiben - hat sich aber inzwischen erledigt ;)

    Gestern habe ich es trotzdem zu einem Miniouting geschafft (ein Anfang ist getan). Ich habe bald Geburtstag und meine jüngste Tochter (24) ... Der Aufhänger war gut und wir redeten lange über meine Befürchtung, Alkoholikerin zu sein. Sie bestätigte aus ihrer Sicht meinen katastrophalen Umgang mit Alkohol (soviel dazu, dass das Umfeld nichts mitbekommt).

    Und - war dieses Gespräch (wie ich glaube) befreiend? Für Euch beide? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unheimlich hilfreich und erleichternd sein kann, sich den ganzen Ballast mal von der Seele zu reden. Das kann mit einem Angehörigen sein oder in einer SHG. Wobei es MIR in der Gruppe leichter fiel - man trifft sich, redet, kotzt sich u.U. aus und geht wieder auseinander. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

    So, das soll erst mal reichen.

    Gruß
    Greenfox

    Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ü50, männlich, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken.

    Warum hast Du Angst, Dich bei Deinem Arzt zu outen?
    Es gibt zum Einen die ärztliche Schweigepflicht. Und zum Anderen ist es DEINE Gesundheit. Die kann man nicht nur mit Alkohol ODER Tabletten ruinieren - im Zusammenspiel kann es sehr kritisch werden.
    Und Dein Kind wird Dir eher weggenommen (was nicht soo schnell geht), wenn Du Deine Sucht nicht in den Griff bekommst, als wenn Du etwas gegen sie unternimmst.

    Karoline hat Recht: Geh zu einer Suchtberatung. Die Beratung ist anonym und kostenlos.
    Und rede mit dem Arzt.

    Es bringt nichts, nur zu jammern - man muss auch aktiv werden! Entschuldige bitte die etwas drastische Formulierung, aber die verdeutlicht am Besten, was ich meine.

    Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute!

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Mia!

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Männlich, Ü50, Ur-Berliner :), Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken.

    Und wie Gerchla schon schrieb: Ein halbes Jahr ist kein Klacks! Nicht nur, dass jede große Reise mit einem ersten Schritt anfängt - sie hat auch so ihre Etappen.

    Als ich nach meiner letzten Entgiftung trocken wurde, hatte ich ja schon einige Erfahrungen mit dem Aufhören. Und auch mit Rückfällen. Und als ich dann ca. 1 Jahr trocken war, habe ich meiner Gruppe anvertraut, dass ich soetwas wie Angst habe - weil mir dieses Jahr so leicht gefallen ist. Warum hat es dann nicht schon vorher funktioniert? Kommt noch der große Hammer, das dicke Ende??
    Der Hammer kam - aber es war kein Ende. Weil ich mich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hatte und mir Mechanismen, Strategien für eben solche Notfälle zurechtgelegt habe. Und sie haben zu meinem Glück und meiner Erleichterung funktioniert.

    Ich habe mal in Deinen Blog reingeschaut. Mein erster Eindruck 44.
    Mich hat Daniel Schreiber zwar nicht zum Ausstieg inspiriert - ich habe ihn erst viel später gelesen. Aber ich fand das Buch "Nüchtern" sehr gut und man merkt, dass er DICH inspiriert hat.
    Dein Tagebuch liest sich gut (zumindest der erste Tag ;) ). Ich werde mir mal etwas mehr Zeit nehmen ...

    Ich wünsche Dir alles Gute und uns allen einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox