Beiträge von Greenfox

    Hallo, Tammy, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: Ich bin m, Ü50 und wie Deine Mutter Alkoholiker, allerdings seit einigen Jahren trocken.

    wir waren schon so oft beim Hausarzt der sagt immer wenn sie sich nicht helfen lassen will dann sollen wir sie lassen und lieber auf uns schauen.

    Der Hausarzt hat völlig recht: Solange Eure Mutter nicht ändern WILL und keine Hilfe annimmt, könnt Ihr auch die Tapete vollquatschen :sorry:
    Sie betrachtet Eure Hilfsversuche etc als Einmischung und Angriff auf ihre Persönlichkeit - ist leider so. Das ist nunmal die Sucht. Ich habe mir damals auch nicht reinreden lassen. Bzw. habe alles Mögliche und Unmögliche versprochen, nur um meine Ruhe zu haben - gehalten habe ich meine Versprechen natürlich nie.

    Aus heutiger Sicht weiss ich, was ich meiner Familie angetan habe - aus damaliger Sicht (was die heutige Sicht Deiner Mutter in etwa ist) habe ich es natürlich völlig anders gesehen, als Angriff auf MICH.

    Soweit zu

    Für mich ist sie die schlimmste form eines alkoholikers

    Das ist leider normal. Zunächst ist man ein "funktionierender" Alkoholiker, d.h., man geht ganz normal arbeiten und schafft meist auch alle Hausarbeit. Aber mit der Zeit wird der Konsum höher bzw. die Verträglichkeit niedriger und man igelt sich immer mehr ein.
    Man sagt ja nicht umsonst, das Alkohol ein ganz wunderbares Lösungsmittel ist: es löst Arbeitsverhältnisse, Familien, Führerscheine lösen sich auf, Freundschaften - nur Probleme löst er nicht.

    Folgt dem Rat des Arztes (und diesen wirst Du hier auch mehrfach finden und kriegen) - und kümmert Euch um EUCH, um EUER Wohlergehen! Lasst Euch nicht von Eurer Mutter mit in den/ihren Abgrund reissen.
    Es klingt hart - ist aber die einzig wahre Hilfe für Euch.

    Da ich darüber mit keinem spreche ausser mit meinem Mann.

    Dieses "In-sich-hinein-fressen" ist übrigens auch oft der Grund, warum Menschen in eine Sucht rutschen. Geht zu einer Suchtberatung, geht zu einer SHG für Angehörige - und quatscht Euch dort aus! Ihr werdet sehen, dass es nicht nur Euch so geht - sondern Vielen. Und Ihr erhaltet auch KONKRETE und direkte Hilfe (Wie kann man dieses oder jenes Problem angehen/lösen?). Und selbst das "nur darüber quatschen" kann eine riesige Hilfe sein.

    Ich wünsche Dir/Euch viel Kraft!

    Gruß
    Greenfox


    PS: Sorry, aber - mit ein paar Kommas (Ich weiss: Kommata :klugsch: ) und Absätzen kann man die Beiträge besser lesen/verstehen ... angel3

    Hallo, Leon!

    Glück gehabt :D
    Find ich gut, dass Du mit einem Psychologen über die Alk-Problematik gesprochen hast.
    SHG und ambulante Therapie sind sehr gut. Und nur zur Info: Solltest Du merken, dass eine amulante Therapie doch nicht das Wahre ist, kannst Du natürlich auch auf eine stationäre umschwenken.
    Habe ich damals auch so gemacht - eine ambulante gestartet und dann doch auf eine stationäre gewechselt.

    Aber das ist noch Zukunftsmusik - jetzt werd erstmal wieder gesund!
    Übrigens: auch ohne Alk kann man krank werden ;)

    Gute Besserung!

    Greenfox

    Hallo, Nick!
    Auch von mir (m, Ü50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und ebenfalls in der Selbsthilfe aktiv) ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum.

    Schon mal gut, dass Du die richtige Frage stellst: was Du/Ihr für Deine OMA tun kansst/könnt 44. Aber vergesst Euch selbst dabei auch nicht - Du beschreibst ja selbst den negativen Einfluss Deines Opas auf die Familie.

    Dietmar hat Dir schon ein paar sehr gute Tipps gegeben. Und da er aus dem selben Bundesland wie Du/Ihr kommt, kann ich dem als Berliner nichts hinzufügen. Ich hätte Dir auch erstmal nur die Suchtebratung empfohlen.

    Ich hoffe sehr für Euch alle, auch Dein Oma, dass Ihr da weiterkommt.

    Gruß
    Greenfox

    Herzlich Willkommen, Mona lisa!

    Kurz zu mir: m, Mitte 50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken.

    Wenn Du hier erstmal nur mitlesen möchtest - kein Problem. Ich empfehle Dir auch unsere Linksammlung.
    Hier findest Du viele weiterführende und sehr informative Links zu "unserem Thema".

    Ist übrigens kein "Bier-", "Wein-" oder "Schnaps-"Problem, sondern ein ALKOHOL-Problem. Denn es kommt nicht auf die Verpackung, sondern den Inhalt - also den Alkohol - an.

    Ich möchte erst mal weiter mitlesen weil ich daraus schon ne ganze Menge mitnehmen kann (vor allem die Beiträge von bestimmten Usern.. ) möchte aber auch mehr als das.

    Was meinst Du mit "mehr als das"?

    Gruß
    Greenfox

    :o Hört sich ja nicht so gut an - Gute Besserung :blumen:

    Habe aber daraus gelernt keinen kalten Entzug durchzuführen. Kann ich keinem Empfehlen, egal wo jetzt meine Herzschmerzen herkommen.

    Ist schon merkwürdig: Nicht nur hier im Forum wird davor gewarnt - und trotzdem wird es immer wieder gemacht :-[
    Naja, wenn man es nicht besser weiss und einfach nur weg will von dem Zeug ...

    So ganz ohne äußere Einflüsse kann ich nicht sagen, habe so manchmal im Suff an meine Familie gedacht Frau und Tochter.

    Hast DU an Deine Familie gedacht - oder jemand anderes für Dich?
    Da ich Erstem ausgehe, kam also der Entschluß doch ohne äußere Einflüße (Forderung von Arbeitgeber, Arzt, Famile und/oder jemand anderem).

    Meine Tochter hat nicht wirklich was mit bekommen, darauf habe ich geachtet.

    Das höre ich ziemlich oft - und habe es auch mal gedacht. Bis meine Kinder mich eines Besseren belehrten ...

    Nichtsdestotrotz - Du bist auf dem richtigen Weg! Bleib dran 44.

    Und einen Tipp nur noch: Sollte Dir die AA-Gruppe nicht zusagen - such Dir andere Gruppen! Es gibt so viele unterschiedliche Arten von SHG. Und wenn sie Dir zusagt - um so besser :)
    Übrigens: Brauchst keine Angst vor der Gruppe haben - ich habe noch von keiner Gruppe gehört, die beisst ;)

    Hab immer noch Suchtdruck. Stolz bin ich nicht, im gegenteil, ich hab so einen an der Klatsche.

    Selbstverständlich kannst Du stolz auf Dich sein - schließlich hast Du auf die Vernunft gehört! Und das TROTZ Suchtdruck!! 44.
    Hättest Du das früher? Wohl eher nicht!

    Und einen an der Klatsche haben wir doch Alle irgendwie - oder?!?


    Habe mir Vitamin B und C besorgt, ohne Ende Mineralwasser und Gemüse.
    Zur Not kann ich meinen Hausarzt anrufen, der kommt auch Nachts raus.
    ...

    Das mit der Arbeit will ich auch ändern, aber dort ist das normal mit den vielen Überstunden. Bin halt nicht mehr der jüngste das ich sofort eine neue Stelle finde.

    Scheinst Dir ja (zum Glück) doch Gedanken vor dem Entzug gemacht zu haben. Na klar ist es gut, wenn man einen Entschluß fasst und ihn dann auch sofort umsetzt, bevor man sich selbst wieder davon abhält. Aber "klater Entzug" ist nun mal lebensgefährlich (bzw. kann es sein)!

    Und Überstunden sind ja okay - wenn es im Rahmen bleibt und nicht zum Dauerzustand wird. Da hat eigentlich auch der Gesetzgeber etwas dagegen.

    Hallo, Leon!

    Schön, dass Du hergefunden hast und etwas in puncto Alkoholkonsum ändern möchtest 44.

    Kurz zu mir: m, Mitte 50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken.

    Kalter Entzug :o ist nicht zu empfehlen - aber nun bist Du schon mal mitten drin. Du solltest Dir nicht nur einen Termin bei einer Suchtberatung besorgen, sondern auch einen bei Deinem Hausarzt. Und mit dem EHRLICH über Deinen Alkoholkonsum und Deine Gedanken dazu sprechen. Außerdem solltest Du Dir ernsthaft überlegen, ob es möglich ist, das Arbeitspensum zu reduzieren - oder ob ein Arbeitsplatzwechsel nicht gesünder wäre ... Denn wie lange willst Du so weitermachen (Überstunden en gros UND Alkohol)?

    Gruß
    Greenfox

    Heute habe ich es nicht zur SHG geschafft, da war ich zu platt für. Es gibt hier mehrere. Irgendwer schrieb hier man "solle" sich mal umgucken wo man sich wohlfühlt. Hmm würde das Thema am liebsten wegpacken statt darüber zu reden, weil alleine das Wort Alkohol triggert mich, aber das ist vermutlich der falsche Weg.

    Und genau für solche Situationen, Gefühle, die Du jetzt hast, durchlebst, halte ich eine reale SHG für sehr hilfreich. Mir tat es gut, derartige Gefühle auszusprechen - und auch ein Feedback zu bekommen. Und ich habe auch gemerkt, dass manchen Leuten eine reale Umarmung gut tut.
    Im Übrigen könnte es sein, dass Du mich "zitiert" hast, denn genau das rate ich jedem - sich mehrere SHG anzuschauen. Denn was soll ich in einer solchen, wenn ich mich mit den Menschen nicht wohl - also unwohl - fühle ...

    Also für MICH wäre es der aller....letzte Grund, nur weil ich wieder von vorne anfangen müsste zu zählen. Für mich gibt es 1001 Grund, die vorher aufzuzählen wären, warum ich nicht wieder anfangen bzw. es probieren möchte: meine Kinder kommen wieder gerne zu mir, auch kuscheln (Früher: Iiih, Du stinkst! ;( ), ich kann JEDERZEIT Autofahren und kann mich auf eine eventuelle Polizeikontrolle freuen, kann wesentlich besser schlafen (hat gedauert, bis es so war), kriege auch schwierige Probleme gebacken (wenn auch nicht immer gelöst), habe morgens keinen Brummschädel, ....
    Alles Gründe, die vorher kommen und mir wesentlich wichtiger sind.

    Und schämen ... höchstens vor mir selber, weil ich nicht vorher auf mich geachtet und mögliche Anzeichen missachtet habe.

    Mich hindert nur die Frage was mir das bringen würde? Müsste von vorne anfangen zu zählen und geändert hätte sich nichts.

    Die Fragestellung ist schonmal gut. Aber das "von vorne anfangen zu zählen" ist ja wohl der allerallleralleralleraller...letzte Grund.

    Und was eine Suchtambulanz angeht: guck doch mal hier bei der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.) nach und ruf bei der für Dich zuständigen Landesstelle mal an. Die können Dir definitiv weiterhelfen.

    Oder schau in unsere Linksammlung - da gibt es auch etliche Infos.

    Gruß
    Greenfox

    HalliHallo, HalliHallo ;D

    Willkommen hier im Forum!

    Zu Deiner Frage: Die kann ich so nicht beantworten. Ich weiss nicht, ob und wieviel/in welchem Rahmen Du vorher getrunken hast, welche Veranlagung Du hast ... etc.

    Wenn es Dir selbst schon auffällt (Dein Trinkverhalten), dann ist es schon mal nicht mehr normal (für Dich). Okay. Aber um wieder in den für Dich "grünen Bereich" zu kommen, müsstest Du etwas ändern - das möchtest Du aber z.Zt. nicht nixweiss0
    So kann man also auch nicht wissen, ob Du "das Zeuch" auch so einfach weglassen kannst - denn das würde gegen eine Abhängigkeit sprechen. Aber solange Du nix ändern willst ...

    Im Moment kann ich mir auch nicht vorstellen, auf meinen kleinen Trunk zu verzichten...

    ICH habe für mich gelernt, das ich mit Schmerz und Trauer ohne Alk viiiiiiel besser umgehen kann. Und sich in Schmerz und Trauer zu versenken gehören m.E. nicht zu den besten Optionen.
    Nun bin ich aber nicht allgemeingültig ;)

    Du selbst musst wissen und entscheiden, was Du willst und was Dir gut tut.

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen,
    die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,
    die ich ändern kann
    und die Weisheit,
    das eine vom anderen
    zu unterscheiden.


    Gott gebe mir die Geduld,
    mit Veränderungen, die ihre Zeit brauchen,
    und Wertschätzung für alles,
    was ich habe.
    Toleranz gegenüber jenen,
    mit anderen Schwierigkeiten
    und die Kraft, aufzustehen
    und es wieder zu versuchen.

    Ich persönlich habe als orthodoxer Atheist für mich die Formulierung "Gott gebe mir" durch "Ich wünsche mir" ersetzt - und schon passt es für mich ;D

    Gruß
    Greenfox


    Die Aussagen Deines Mannes haben bei mir ein Stirnrunzeln verursacht. Also ich fasse zusammen: Er ist der Meinung dass Du ein Alkoholproblem hast UND er kann sich aber nicht vorstellen auf ein Glas Wein mit Dir zusammen zu verzichten. So richtig?
    ...
    Im schlimmsten Fall, ich betone, dass ich das nicht beurteilen kann und will, hat er selbst ein Problem und will nicht auf seine Bierchen/Weinchen etc. verzichten. Bzw. kann nicht darauf verzichten. Und dann wäre es natürlich schön, wenn Du mittrinken würdest.

    So liest sich das, wenn man von der Ferne drauf schaut! Es steht mir nicht zu hier ein Urteil zu fällen, das wirst Du aber sicher selbst tun können.

    Haargenau diese Gedanken/diesen Eindruck hatte ich auch - konnte es nur nicht so gut ausdrücken.

    Nur, damit Du siehst, dass Gerchla mit diesem Eindruck nicht alleine ist.

    Mein Freundeskreis besteht definitiv nicht aus Säufern. Aber sie trinken alle gern und regelmässig Alkohol. Irgendwie schäme ich mich dafür, dass ich meinen Konsum nicht unter Kontrolle habe.

    Woher weisst Du, dass SIE nicht AUCH die Kontrolle verloren haben? Als ich mich damals geoutet habe, haben auch etliche meiner Freunde gesagt "Was? DU - Alkoholiker?" Eben weil sie mich nie erlebt haben, wenn ich zu Hause war. Wenn ich auf (privaten) Feiern oder zu Besuch war, habe ich mich immer arg zurückgehalten - aber wehe, ich kam dann endlich nach Hause und konnte mein Level auffüllen ...

    Aber das soll nicht Dein Problem sein - ich wollte damit nur ausdrücken, dass DU kein Exot bist, nur weil Du nicht mit Alkohol umgehen kannst.
    Du bist damit nicht alleine - wie Du auch hier im Forum sehen kannst ;)

    Gruß
    Greenfox

    Hallo, Florian, und HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Kurz zu mir: ich bin Mitte 50, Alkoholiker (illegale Drogen habe ich nie probiert) und seit einigen Jahren trocken.

    Vielen Dank zunächst einmal für das Erzählen Deiner Geschichte.
    Ist schon heftig. Um so besser, dass Du den Absprung von den (illegalen) Drogen geschafft hast.

    Das Du daneben aber noch ein Alkoholproblem hast, hast Du ja erkannt. Aber auch, dass Du dieses trotzdem noch versuchst kleinzureden??

    Aber nichtsdestotrotz, so richtig komme ich vom Alkohol oder besser gesagt dem Bier – ich trinke keinen anderen Alkohol, nur Bier - nicht los. ... und wir trinken zwischen 3 bis 6 Liter Bier pro Person.

    Verabschiede Dich von der Vorstellung, dass Bier "nicht so schlimm" wäre wie z.Bsp. Schnaps: 5 Liter Bier entsprechen 200g reinen Alkohol = einer Flasche Schnaps!!! Guckst Du hier. Du kannst Dir also beruhigt sagen: Ich knalle mir da eine ganze Flasche Schnaps in den Kopp!

    Alkohol ist Alkohol - in welcher Form auch immer. Auch "Klosterfrau Melissengeist" ist (hochprozentiger) Alkohol - und wird als Medizin verkauft.

    Sorry, wenn ich so drastisch schreibe, aber es nutzt nix, rumzueiern. Und Du hast Dir ja schon bei dem anderen Zeug die Wahrheit reingezogen, um den Absprung zu schaffen ...

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und uns allen einen guten Austausch!

    Gruß
    Greenfox

    Dann könne er ja jetzt die Klinik verlassen, denn er tue das ja alles nur für mich.

    Wie ich schon schrieb, hat es bei ihm noch nicht KLICK gemacht. Und mit solchen Formulierungen kann man natürlich auch die Schuld ganz prima auf den Anderen abwälzen, wenn man doch wieder trinkt (was zu 99% in solchen Fällen auch passiert): "DU hast mich doch verlassen, DU bist schuldig, DU, DU, DU - nicht ich. Ich bin doch das Opfer! DU hast mich doch dazu gezwungen, wieder zu trinken!"

    Lass Dir diese Schuldgefühle nicht einreden und bleib dabei: Geh Deinen eigenen Weg (konsequent weiter)!

    Gruß
    Greenfox