Beiträge von Greenfox

    Ich bin rückfällig geworden, obwohl ich hingegangen bin, es heißt ja immer, dass die meisten Leute rückfällig werden, weil sie nicht mehr hingehen.

    SHG sind kein Allheil-/Wundermittel - man muss auch schon selbst etwas tun. Deswegen verstehe ich Gruppen nicht, die jemanden, der rückfällig geworden ist, auch noch niedermachen - als wenn derjenige es nicht schon selber täte. In meiner/unserer Gruppe wird derjenige aufgefangen und wieder aufgebaut und die Gründe versucht zu ergründen, um sie später zu vermeiden. Zumindets versuchen wir es.

    Im Übrigen habe ich den zweiten Teil Deines Satzes selbst so erlebt ;( Die Gruppe ist ans andere Ende der Stadt (ich bin Berliner) gezogen - das war mir zu weit, außerdem war ich ja schon fast 2 Jahre trocken und überhaupt ... Ungefähr 2-3 Monate später begann ein 4 Jahre dauernder Rückfall ...

    Wie gesagt, selbstpersönlich so erlebt. Und immer wieder in Entgiftungsstationen von Patienten in Gesprächen so gehört.

    Mein "Prost!" bezog sich darauf, dass Du offensichtlich noch nicht bereit bist, auf den Alkohol zu verzichten, um Dein Leben wieder selbst zu bestimmen und nicht mehr vom Alkohol bestimmen zu lassen, denn Du siehst es nicht so schlimm:

    Ich glaube nicht, dass ich was großes verliere wenn ich weiter trinke, außer Gehirnzellen und Lebensqualität. Ich habe Alles soweit gut im Griff und bis auf die zu vielen Biere verläuft alles positiv.

    Das ist ja auch okay so - es ist DEINE Entscheidung. Wenn Du trinken willst - dann tu es. Also "Prost!" Ist also nicht negativ gemeint.
    Okay, ich weiss: die Steigerung von "bösartig" ist "gut gemeint" ;)

    Nur steht die oben zitierte Meinung m.E. im Widerspruch zu dieser Aussage:


    Und ich hänge an meinem Leben und bin mir der Risiken des Alkohols bestens bewusst.

    Eigentlich müsste ich mir selbst eine Klatschen...

    Ich bin auf Eure Einschätzungen gespannt!

    Ich schließe mich der Einschätzung Gerchlas an:

    Wenn Du also der Meinung bist, dass Dir ein weiteres Trinken nur ein paar Gehirnzellen und etwas Lebensqualität kostet, dann kannst Du ja abwägen, ob Dir die Vorteile des Trinkens wichtiger sind als die paar Gehirnzellen und das etwas Lebensqualität. Wenn dem so wäre, dann spricht ja nix dagegen, dass Du weiter trinkst. Andernfalls brauchst Du einen guten Plan, wie Du es schaffen kannst mit dem Trinken aufzuhören. Der große Leidensdruck, der berühmte persönliche Tiefpunkt, der bei vielen Alkis dazu führt dass sie ihr Leben ändern, der scheint ja bei Dir nicht als Grund herhalten zu können.


    Gruß
    Greenfox

    Die positiven Seiten waren sehr wohl auch schon hier im Forum Thema: guckst Du "Die exzellenten Vorzüge der Abstinenz".

    Vielleicht sollte man diese/n Thread, die eben die positiven Seiten beleuchten/benennen, nach vorne holen und fixieren - eben damit Menschen, die entweder gerade überlegen, ob sich ein Ausstieg lohnt oder die gerade die Schwierigkeiten der ersten Zeit nach dem Ausstieg durchleben sich Motivation holen können ...

    Hallo, samo, und nochmals HERZLICH WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin 55, Alkoholiker und seit fast 10 Jahren trocken, zufrieden trocken und in der Selbsthilfe aktiv.


    Und ich kenne schon die Antworten. Es kommt auf mich an, ich muss es wollen und können, ansonsten nützen alle Hilfen nichts.
    Ja, so wird es sein, aber anscheinend kann und will ich es zuwenig. Weil ich vielleicht nicht mehr kann. ...
    Das Grundgefühl, dieses ewige Mangelgefühl. Das schlimmste ist, dass in meinem Alter nicht mehr so viel möglich ist.

    Oha, hier von mangelndem Selbstwertgefühl zu reden wäre eine Untertreibung :o

    Da Du die Antworten ja schon kennst - hast Du es denn schon mal mit SHG versucht? Der Austausch mit Menschen, die dieselben bzw. ähnliche Probleme wie Du haben oder hatten kann unheimlich hilfreich sein. Ich habe es für mich selbst so erfahren. Und in meiner Gruppe waren auch Menschen, die am Existenzminimum lebten, kaum noch Selbstwertgefühl ... und die konnten wir meistens auch wieder aufbauen. Okay, sie sind keine Millionäre geworden ;) , aber sie haben sich wieder berappelt, sind trocken geworden/geblieben und haben ihre (behördlichen) Probleme in den Griff bekommen, haben ihr Leben wieder auf die Reihe gekriegt - und sich selbst wieder lieben/schätzen gelernt, sind heute wesentlich selbstbewusster.
    Natürlich gab es auch welche, die lieber im Selbstmitleid versanken :-[

    Gruß
    Greenfox

    Wenn sie mal wieder Suizidabsichten äußert ... Polizei anrufen, sagen dass Du entsprechende Nachrichten von ihr hast und es ernst nimmst/sie sich tatsächlich etwas antun könnte. Dann kann eine Einweisung nach dem PsychKG erfolgen.
    Allerdings: wenn die Ärzte eine Ernsthaftigkeit verneinen und Deine Mutter nicht freiwillig bleiben will, wird sie wieder entlassen. Bringt also nicht wirklich was.

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Auch ich bin, wie Dietmar, Alkoholiker und nun schon einige Jahre trocken.

    Ich kann mich eigentlich nur Dietmar anschließen, was die Hilfen für Angehörige angeht. Und um ihn nicht zu enttäuschen ;), hier der Hinweis auf unsere Linksammlung - da sind auch für Angehörige weiterführende und hilfreiche Links dabei.


    Hallo zusammen,
    ich bin sicher nicht die erste oder die letzte, die sich hier Luft macht. Und wisst ihr was, so schlimm das alles eigentlich ist, ist es auf skurille Weise schön zu wissen das es da draußen auch noch andere gibt die einen wirklich verstehen.
    ...
    Vielen vielen Dank es tat gut sich das mal von der Seele zu reden/ schreiben bei Menschen die wirklich verstehen was ich meine.

    Da hast Du recht - auch hier (im Forum) gibt es viele Angehörige, die Deine Situation kennen und Dir von ihren Erfahrungen berichten können.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und, dass Du von unseren gesammelten Erfahrungen profitieren kannst!

    Gruß
    Greenfox

    Was ich sagen will ist: Wenn man es nicht mehr aushält, sollte man sich nicht zuerst fragen, ob man Alkoholiker ist, an der Spritze oder Pille hängt, sondern vielmehr wie man damit aufhört sich hinzurichten. Wenn du weiter Spaß am Trinken hast, wirst du weitertrinken. Wenn nicht, dann wirst du irgendwann einmal aufhören- ich hoffe lebend.


    Kurz, knapp, prägnant 44.

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich muss gleich zu Beginn sagen, dass ich kein Betroffener bin. Ich bin eher zu der Gruppe der Interessierten zu zählen. Da ich nicht viel von der ganzen Thematik verstehe, würde ich hier gern mehr zum Thema Alkoholsucht erfahren, wenn man das so nennen darf.

    Wo bzw. bei wem kann man sich als Interessierter besser informieren als bei den Betroffenen - oder den betroffenen Angehörigen.

    Ich selbst bin Alkoholiker, seit ca. 10 Jahren trocken und in der Selbsthilfe aktiv.
    In meine Selbsthilfegruppe (SHG) kommen auch ab und zu Angehörige und Interessierte, um sich zu informieren. Leider ist das nicht die Regel, sondern eine Ausnahme, über die wir uns aber um so mehr freuen.
    Hier hast Du reichlich an Erfahrungen und Lebenswegen zu lesen ... und vielleicht wird dann ja aus dem "Interessierten" mehr (ohne Dir ein "Kind in den Bauch reden" zu wollen) ;)

    Bei Fragen - frag ruhig!

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHE WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin 55, Alkoholiker und seit fast 10 Jahren trocken.
    Mit einem wie Deinem Umfeld habe ich keine Erfahrungen gemacht. Ich hatte immer eine Familie und auch diverse Freunde, die nur wenig Alkohol getrunken haben und mich bei meinem Ausstieg damals unterstützten.

    Es war eine recht einfache Formel, die mir zeigte, wer „wirklich Freund war“, und wer mit mir nur zusammen gewesen war, weil wir gemeinsam gesoffen hatten: Ich outete mich bei „meinen Freunden“. Klärte sie über meine Sucht auf. Machte ihnen klar, welche Folgen ein Weitersaufen für mich haben würde.
    Wie würde ein guter Freund darauf reagieren, wenn er erfährt, dass ich beim nächsten Rausch tot sein könnte?

    Da trennte sich dann die Spreu vom Weizen.

    Bei mir war zwar die Quote besser als bei Dietmar, aber trotzdem ... ist schon komisch, wenn man jemanden als guten Freund gesehen hat und erkennen muss: Der war nur mein Freund, weil es bei mir ordentlich was zu trinken gab ??? :-[
    Aber es gab auch viele Freunde, die aus allen Wolken gefallen sind - weil ich mich ausserhalb meiner 4 Wände zusammengerissen habe.

    Aus meiner Sicht hilft bei so einer Umgebung wie der Deinen nur ein harter Schnitt - und eine räumliche Trennung. Wenn Du denn einen Ausstieg aus der Sucht erwägst!

    Schön, dass Du den ersten Schritt gemacht hast: Dich hier anzumelden! Ich wünsche Dir die Kraft, weiterzugehen!

    Alkohol und Drogen ist was für Weicheier - nur die Harten zieh'n sich die Realität rein!

    Gruß
    Greenfox

    Auch von mir ein HERZLICHES WILLKOMMEN hier im Forum :welcome:

    Ich bin Mitte 50, Alkoholiker, seit einigen Jahren trocken und auf Grund meiner eigenen Erfahrungen in der Selbsthilfe aktiv.

    Wie Dietmar schon schrieb: "Meinungsaustausch" bedeutet hier eigentlich "Erfahrungsaustausch".

    Deine Erfahrungen habe ich so gelesen:

    Therapie hab ich nie gemacht, aber auf eigene Faust bereits mehrfach kalten Entzug sowie ein einziges Mal mit Medikamenten. Hat mir wenig gebracht, körperlich bin ich nie wirklich drauf gewesen.
    Meist merk ich, wenns soweit ist, bislang hab ich das ohne grosse gesundheitliche Probleme allein gestemmt gekriegt; aber ich werd ja halt auch nicht jünger;) Und meine Sucht wird immer stärker:(
    Ich merk, wie ich immer schneller drauf bin, das ist ein ernstes Zeichen.

    Und ich interpretiere es so: Alles, was ich bisher unternommen habe, hat nicht geholfen.

    Also lass Dir von uns erzählen, was wir unternommen haben und ob und wie es geholfen hat. UNS geholfen hat - denn es gibt kein allgemeingültiges Rezept.

    Ich habe versucht, meinen Konsum zu kontrollieren und reduzieren - ohne Erfolg.
    Ich habe versucht, alleine aufzuhören - ohne Erfolg.
    Ich habe es mit einer ambulanten Therapie versucht - ohne Erfolg.
    Ich habe es mit einer stationären Therapie mit anschließendem temporären Besuch von SHG versucht - mit dem Erfolg, dass ich nach dem Absetzen der SHG ziemlich schnell ziemlich tief wieder im Schlamassel steckte.
    Ich habe es mit einer qualifizierten Entgiftung und seither regelmäßigem Besuch von SHG versucht - mit dem Erfolg, dass ich bis heute trocken bin. Mittlerweile zufrieden trocken und stabil.

    Das war MEIN Weg. Und anfangs wollte ich auch von Therapie, geschweige denn stationärer Therapie absolut nichts wissen. Aber im Laufe der Zeit und im Laufe der Erfahrungen ...
    In meiner SHG gibt es Menschen, die nach ihrer ersten Entgiftung zu uns kamen und seither trocken sind. Andere kamen nur mal so vorbei - und sind geblieben und trocken geworden, ohne Therapie. Andere haben eine ambulante Therapie gemacht oder eine stationäre, oder sind wie ich von ambulant auf stationär geschwenkt, oder ...

    Lies Dich hier in Ruhe durch - jeder hat seine Geschichte zu erzählen und stellt seine Erfahrungen hier zur Verfügung. Such Dir das für Dich passende raus - ob es auch funktioniert erfährt man nur, wenn man es auch praktisch ausprobiert.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Kraft und Erfolg!

    Gruß
    Greenfox

    Ich danke Euch von ganzem Herzen wikende091

    Werde gleich in die Therme fahren (als Geburtstagskind hat man dort freien Eintritt ;) ) und heute ein wenig Boje spielen und mich im Hamam verwöhnen lassen :D :sun:

    Hallo, Carlos!

    Das mit dem Link ist okay - schließlich gibt es Viele, die neben dem Alkohol auch mit Depressionen zu kämpfen haben. Oft ist die Depression eine FOLGE des übermäßigen Alkoholkonsums, aber manchmal auch die URSACHE dafür. Bei mir war das Erstere der Fall - nachdem ich es geschafft habe, vom Alk wegzukommen, waren auch meine Depressionen wie weggeblasen :D
    Habe mir die Seite mal angeschaut - und sie in unsere Linksammlung aufgenommen. Falls Du sie noch nicht entdeckt haben solltest - schau doch dort mal rein. Da findest Du noch viele nützliche weiterführende Links.
    Und wie Du siehst, erhebt sie keinen ANspruch auf Vollständigkeit ...

    Gruß
    Greenfox

    Ich weiß aber mittlerweile, dass ich hier nicht viel helfen kann, da sie keine Hilfe will.

    Aber Du hast Dir geholfen. und sollte Sie dennoch eines Tages Hilfe annehmen wollen - dann bist Du auch in der Lage dazu, Ihr eventuell diese zu geben.

    Hallo - schön, mal wieder von Dir zu hören :)

    Das mit den widersprüchlichen Nachriochten ist normal - sie muss ja auch erstmal damit klarkommen, dass Du nicht mehr da bist und "nach ihrer Pfeife tanzt", sie jetzt kein "Netz und doppelten Boden" mehr hat.
    Lass Dich davon nicht beirren - Du merkst ja, dass es Dir besser so "alleine" geht 44.

    Gruß
    Greenfox